Notstand | von Wolfgang Bittner

 Ein Gedicht von Wolfgang Bittner.

 

So ging die Sonne auf,
heute eine angefaulte Tomate,
kalt und unwirklich.
Notstand ist angesagt,
verboten die Straße, der Park,
die Wohnung zu verlassen.
Virologen erklären die Welt
und Viren herrschen
im Küchenradio, selbst
in unserem Briefkasten,
in der Suppe, im Fernseher,
flattern über den Blumen
vor der Haustür
und verteilen sich
auf der Fensterscheibe.
Ich beschließe, mich zu waschen
und ein Gedicht zu schreiben,
ist doch schönes Wetter.

 

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Von Wolfgang Bittner erscheint am 26. Februar im Verlag zeitgeist das Buch „Deutschland – verraten und verkauft. Hintergründe und Analysen“.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:   zef art / shutterstock

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4 Kommentare zu: “Notstand | von Wolfgang Bittner

  1. Cohiba sagt:

    Es reimt zwar nicht- aber es dichtet hervorragend.
    Schönes Beispiel für den Balanceakt unseres psychischen Imunsystems.
    Ran an den Feind! Und stoisch sein Ding machen.
    Wir dürfen uns nicht ausrechnen lassen.
    Flashmob als Phallanx.
    Als mutige Lokalredakteure Mitte der 80iger in der Donnerstagsausgabe der Freien Presse, Bezirk Karl-Marx-Stadt, es wagten, mittels Fabeln der Obrigkeit den Spiegel vorzuhalten und damit praktisch zu kritisieren, merkte das dumpfe Volk nicht sofort, daß es ein zarter Aufruf zum Widerstand war.
    Bei mir klingelte es sofort und ich sagte damals voraus, daß der Damm bald brechen werde.
    Nur noch eine Frage der Zeit.
    Es kam im Wesentlichen darauf an, das Allgemeine Schmerzempfinden wegen der unsäglichen Staatspropaganda umzuwandeln in hilfreichen Zorn und die diffuse Angst zu wandeln in notwendige Entschlossenheit zum friedvollen " Maschine Stopp ". Die Reformblühten des runden Tisches wurden zu schnell der D-Mark geopfert.
    Und heute?
    Große Reden in den Foren.
    Wie soll dem globalen Wahnsinn, dem deutschen Untertanengeist ein Ros' entspringen?
    Leute, bleibt bei euch und kehrt ein in eure Tiefe.
    Zieht euch zurück, dann werdet ihr die Fächer eures Inneren öffnen und hoffentlich genug Weisheit finden, um konzentriert wieder emporzusteigen.
    Hört ihr denn nicht euer Herz schlagen? Ihr lebt, aber wozu eigentlich?
    Wenn ihr den Sinn wieder gefunden habt, fällt ein Großteil eurer Ängste ab.
    Ich hatte solche tiefen Erlebnisse in großer Verzweiflung schon und begann für einen Freund zu kämpfen.
    Wir verloren beide. Er sein Leben und ich ihn. Doch unsere Liebe bleibt. Ich würde alles wieder so tun.

    Bleibt behütet!

  2. Elina sagt:

    Dieser kleine Text spiegelt sehr gut die Atmosphäre wider, in der sich viele Menschen seit dem Frühjahr 2020 befinden. Sehr poetisch und sehr realistisch!
    Bei mir verdichtet sich übrigens der Eindruck, dass Poesie und überhaupt Kultur für PolitikerInnen in Berlin ohne Bedeutung sind. Da kommt in diesen kulturfernen, irren Zeiten noch einiges auf uns zu!

    • RULAI sagt:

      Poesie ist sogar, mehr noch, eine große Bedrohung für die Politroboter. Weil sie ihnen nicht zugänglich ist.
      Sie verstehen nicht, was in Poesie transportiert wird und fühlen sich ausgeschlossen.

      Genauso ist auch der spirituelle Weg für sie ein Mysterium voller Bedrohungen.

      Der Erleuchtete letztlich ist die allergrößte Gefahr. (Kreuzigt ihn!!!)

      Daher auch des Marxismus' Kampf gegen Gott, Religion, Spiritualität überhaupt.
      Marx hat Gott zu seinem größten Feind erklärt.

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