Palästina – Hundert Jahre leere Versprechen

Edlinger, Fritz (Hg.): Palästina – Hundert Jahre leere Versprechen.
Geschichte eines Weltkonflikts

Mit Beiträgen von Salah Abdel Shafi, Nasser al-Kidwa, Nur Arafeh, Omar Barghouti, Tariq Dana, Richard Falk, Roger Heacock, Rashid Khalidi, Miko Peled, Vijay Prashad, Ludwig Watzal und Petra Wild

Am 2. November 1917 erklärte der britische Außenminister Arthur James Balfour, in Palästina eine Heimstätte für das jüdische Volk errichten zu wollen. Er nahm damit einen genau 20 Jahre zuvor auf dem zionistischen Weltkongress in Basel entwickelten Vorschlag auf. Die Balfour-Erklärung ist eine bedeutsame weltpolitische Zäsur, die den Nahen Osten seither nicht zur Ruhe kommen lässt und darüber hinaus ein Paradebeispiel des britischen Imperialismus darstellt. Denn zum Zeitpunkt der Erklärung war Palästina eine osmanische Provinz, die erst erobert werden musste.

Den 100. Jahrestag dieser Verbindung aus britischem Weltmachtstreben und Zionismus nimmt der Herausgeber Fritz Edlinger zum Anlass, einerseits die gegebenen Versprechen und die vergebenen Chancen der seither verstrichenen Jahrzehnte zu analysieren und andererseits aktuelle Lösungsmodelle für den israelisch-palästinensischen Dauerkonflikt zu präsentieren.

Erinnerungspunkte, die im Buch behandelt werden, sind der UN-Teilungsplan von 1947, der eine Wirtschaftsunion zwischen Palästina und Israel vorsah, der 50. Jahrestag der Besatzung 1967, als Israel im Sechs-Tage-Krieg die Westbank, Ostjerusalem, Gaza, Golan und die später an Ägypten zurückgegebene Sinai-Halbinsel eroberte, sowie der „Krieg der Steine“, wie die erste Intifada von 1987 genannt wird.

Thematisch ist der Band in drei Teile untergliedert: die internationale, geopolitische Dimension des Konflikts, die immer wieder torpedierten Bemühungen um Frieden sowie die aktuellen Debatten um Ein- oder Zwei-Staaten-Lösung, den Zionismus als Apartheidregime und das Ringen um Alternativen zu festgefahrenen Diskursen. Eine neue weltweite Solidaritätsbewegung mit den PalästinenserInnen hat insbesondere im deutschsprachigen Raum Schwierigkeiten, sich frei zu artikulieren. Welche Rolle dabei die von Israel gebrauchte Antisemitismus-Keule spielt, wird in einem eigenen Beitrag behandelt.

Der Herausgeber

Fritz Edlinger, geboren 1948 in Wien, ist Generalsekretär der „Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen“. Im Promedia Verlag sind unter seiner Herausgeberschaft zuletzt erschienen: „Mit Pinsel und Spraydose gegen die Besatzung. Graffiti in Palästina“ (2016) und „Der Nahe Osten brennt. Zwischen syrischem Bürgerkrieg und Weltkrieg“ (2016).

Promedia 2017. 208 S.
Print: € 19,90. ISBN: 978-3-85371-427-0.
E-Book: € 15,99. ISBN: 978-3-85371-857-5

+++

Alle Beiträge von KenFM sind nun auch auf unserer KenFM App verfügbar: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

Ein Kommentar zu: “Palästina – Hundert Jahre leere Versprechen

  1. “ Er nahm damit einen genau 20 Jahre zuvor auf dem zionistischen Weltkongress in Basel entwickelten Vorschlag auf “
    Niemand liest natürlich noch die publizierte Tagebücher von Harold L Ickes, aber darin kann mann lesen das die Balfour Erklärung abgezwungen war, ohne diese Erklärung keine USA Rettung von GB von Kapitulation in 1917.
    Nye endeckte geheime Korrespondenz 1938 / 1939 bei der USA Senat Untersuchung warum die USA in 1917 auch militärisch sich mit den europäischen Krieg bemühte.
    Die Erklärung war aber die Briten nicht unangenehm, sie hatten ein Vorwand Frankreich fern von Egypten zu halten.
    Das Juden in Palestina ein Staat errichten wurden war nie ein GB Ziel.
    Juden wussten das ganz genau, dehalb begannen sie 1939 ein jüdisches Heer auf zu bauen, um nach den Krieg zuerst die Briten, dann die Palestinänzer zu vertreiben.

Hinterlasse eine Antwort