Positionen 20: Der große Finanz-Crash – Das Ende der Demokratie

Unendliches Wachstum in einem endlichen Raum führt zum Kollaps. Diese simple Logik scheint in unserer Zeit kaum noch vermittelbar und das hat seinen Grund. Sobald Gier ins Spiel kommt, setzt der Verstand aus und da spielt es dann keine Rolle mehr, dass die Folgen dieses Denkens erstens längst überall zu erkennen sind und zweitens jedem auf diesem Globus schaden werden. Wir alle sind auf einer Titanic, die im All ihre Runden dreht und wenn diese Titanic absäuft, wird es keine Überlebenden geben.



Wo liegen die Ursprünge für den Status quo unserer Zeit? Warum können wir die Details der Kollateralschäden so präzise beschreiben, während es den meisten nicht gelingt, die Ursachen für das globale Dilemma auch nur in Ansätzen zu beschreiben.

 Auch hier ist die Sache bei näherer Betrachtungsweise simpel.

Unser Wirtschaftssystem ist für uns so unsichtbar, wie die Software auf einem Computer. Wir müssen die Software nicht verstehen, um den Computer nutzen zu können – nur gegen die Software können wir den Rechner nie benutzen. Software folgt einer Programmierung, die Menschen festgelegt haben, die wir nicht kennen. Wir folgen diesen Regeln, ohne sie zu kennen.

Die Regel unseres Wirtschaftssystem ist auf Gewinnmaximierung ausgelegt. Spätestens seit in den 80iger komplett auf die Shareholder-Value-Doktrin umgeschwenkt wurde und sich der Neoliberalismus zur globalen Staatsreligion erhob, nahm das seinen Anfang, was wir heute als Krise begreifen. Den meisten Unternehmen geht es nicht mehr darum Produkte für Kunden zu produzieren, die wertig sind und tatsächlich gebraucht werden und dabei auch Profit zu machen. Heute geht es nur noch um den Profit. Wie kann man diesen gegenüber der Konkurrenz steigern? Löhne drücken! Umweltstandards missachten. Steuern vermeiden. Auf eingebauten Verschleiß setzen. Wenn alle Unternehmer das tun, rutschen immer mehr Menschen ins Elend ab, während immer weniger das Problem haben nicht zu wissen, wohin mit ihrem Geld. Es gibt zu viel davon in immer weniger Händen. Das drückt die Zinsen und setzt eine Verdrängungsspirale in Gang, die am Ende immer in einen Krieg führt. Es ist wie mit Krebs. Wir hatten ihn lange bevor wir ihn bemerkten. Nur wenn wir ihn bemerken, ist es meist zu spät. Das, was wir verharmlosend „Krise“ nennen, ist in Wahrheit Wirtschaftskrebs.

Der Crash, der kommen muss, wird uns nicht weiterbringen, wenn wir die Denkschule, die in den Crash führen musste, nicht erkennen. Unser System setzt ausschließlich auf Konkurrenz denn auf Kooperation. Es setzt auf die Gier und den Egoismus des Einzelnen und verkauft den BWL-Studenten weltweit die irre Idee, dass wenn alle nur an sich denken, an alle gedacht sei. Die moderne Wirtschaftswissenschaft kennt nur Kapital und verteidigt pauschal Besitz. Multimilliardäre und Großgrundbesitzer sind Bürger wie Du und ich. Nur das diese 1% auf diesem Planten politisch die Regeln bestimmen, nach denen die 99% zu tanzen haben. Alle Regeln. Überall. Immer.

Der Crash ist nicht die Ausnahme, er ist die Regel und ein Geldsystem, das über den Hebel des exponentiellen Zinses alle Menschen kontrolliert, die auf Geld angewiesen sind, kann seine Macht nur deshalb immer wieder neu zum Maßstab machen, da das Leben eines Menschen in der Regel zu kurz ist, um diesen Prozess mehrfach zu erleben, sprich ihn zu durchschauen.

Wer nach dem Crash, der kommen wird, einen tatsächlichen Neuanfang beginnen möchte, muss sich von einem Menschenbild verabschieden, das im Menschen nur ein Wesen sieht, das auf den persönlichen Vorteil aus ist und von Gier getrieben bereit ist, über Leichen zu gehen. Menschen gehen über Leichen, wenn man sie dazu zwingt. Nicht weil es ihnen von Natur aus Spass macht. 

Das Thema der Sendung lautet „Der große Finanzcrash – Das Ende der Demokratie“.

Im Studio diskutieren:

  • Dr. Markus Krall (Vorstandsmitglied der Degussa Goldhandel GmbH)
  • Dr. Norbert Häring (Ökonom und Wirtschaftsjournalist)
  • Dr. Thomas Mayer (Volkswirt und Vermögensverwalter)
  • Prof. Dr. Max Otte (Ökonom und Fondsmanager)

Inhaltsübersicht:

0:00:34 Gästevorstellungen

0:03:19 Mögliche Folgen eines Finanz-Crashs

0:13:54 Der Euro – Ein Fehler?

0:37:11 Der Markt – Das ideale Steuerungsinstrument?

0:48:12 “robustes” vs. “fragiles” Geldsystem

1:02:52 Folgen einer unkontrollierten Nullzinspolitik

1:37:56 Was kommt nach dem Crash?

1:56:09 Zukunftsperspektiven des Finanzwesens in einer multipolaren Welt

2:13:56 Finanz-Crash und Rente

2:24:44 Ist der Kapitalismus reformierbar?

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148 Kommentare zu: “Positionen 20: Der große Finanz-Crash – Das Ende der Demokratie

  1. Ich bin entsetzt über die fehlende politisch-ökonomische also die Bildung in politischer Ökonomie von doch auch als führend und am wenigsten systemzwanghaft zu bezeichnenden Akteuren. Mir scheint dieses grundlegende Fehlen von Bildung, Wissen und Vermögen dann aber auch bezeichnend und umfänglich zu sein.
    Die amerikanische stark monetär-monopolistische Richtung bestimmt in diesem Sinne die Ökonomik und damit die politische Ökonomie (und macht sich Europa zumindest zum Untertan, indem dieses diesem nachläuft, aber keine Ahnung in innere Zusammenhänge hat und damit, wie bei dieser Diskussion äußerst lächerlich und provinziell wird.)
    Die andere politische Ökonomie, die hochkommt ist die chinesische, die nicht mehr die staatszentralistische nur ist..
    Es kommt aber für den Erfolg der Welt wesentlich darauf an, dass Europa seinen Einblick in die grundsätzliche Bestimmung der politischen Ökonomie gewinnt.
    Die Grundlagenwerke des Ordoliberalismus der Freiburger Schule bietet zB hierfür eine mögliche wunderbare Ausgangsbasis, die auf der vollen Höhe von Gemeinschaftlichkeit und ökonomischer Tätigkeit sich bewegen und doch über viele Jahrzehnte erfolgreich das deutsche Gemeinwesen geprägt haben.
    Wenn wir an etwas scheitern, dann an uns selbst, oder an unserem fehlenden Bewußtwerdungsprozeß zum Schaden der gesamten Welt.

  2. Im sogenannten "real existierenden Sozialismus" belegte laut "SPIEGEL" (https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41667148.html) die DDR gemessen an der industriellen Produktion, lediglich den 10. Platz unter den Industrieländern der Welt, lag weit entfernt von der Spitze zwischen den Entwicklungsländern Italien und Kanada. Und selbst heute rangiert der sogenannte "chinesische Sozialismus" immer noch nicht unangefochten auf Platz 1, sondern muss sich den gar mit den JewSA teilen. Ein Armutszeugnis.
    Das sind doch schlagende Beweise dafür, dass ein paar simple Reförmchen unseren großartigen Kapitalismus wieder reaktivieren können. Der Dr. Marcus Krall, ein ausgesprochen kluger und symphatischer Vielwisser konnte vor Kurzem bei KENFM.DE beispielsweise bereits in wenigen kurzen Nebensätzen Karl Marx widerlegen (https://kenfm.de/markus-krall/). Weil mich das unglaublich begeisterte, fand ich dann obendrein, dass er zwar weniger b e i Marx, als bei KÜNZLI und SCHAFAREWITSCH ü b e r Marx gelesen hatte. Aber seither mit Bestimmtheit weiß, dass Marx ein gestörter Hohlkopf gewesen sei, ein Misanthrop und Hassprediger. Derart motiviert muss man ja da anderen, Gegnern von Dr. Krall keinen Glauben schenken. Behaupten die doch, dass der Anteil von Marx an diesem ganze Millionen Unschuldige mordenden Sozialismus der Herren Stalin und Pol Pot ähnlich der des Jesus Christus an den mittelalterlichen Hexenverbrennungen sei.

  3. Vor 30 Jahren war ein Gespräch dieser Art nicht möglich, weil viele MENSCHEN wussten garnichts über Giral-Geld (ich auch nicht), so redet man heute darüber und die Verkünder, diese Herren gier gehören zu den Helden der heutigen Zeit, weil sie das verkünden, was gestern noch tabu war. Warum, viel Konkurenz schwirrt durch das Netz, so versucht man mit Neuigkeiten zu Punkten, aber man stellt nicht das System, welches der OTTO- Normalo nicht braucht, in Frage.
    Die BRD vor 1989 war besser, sozialer, stimmt, aber wo ist einer der Hauptgründe?
    Das war eindeutig der sozialistische Osten, die Brüder in der DDR (bin geborener Ossi und heute kein Fan vom Sozilismus & Kapitalismus).
    Die BRD musste "sozial GLÄNZEN" (nach Aussen, aber bis zum Schluss wurden die Brüder im Osten aber heimlich wirtschaftlich sanktioniert). Der gute Westen eben, mit Ostermärschen, freiheits-verliebten talk-Shows. So wie die Brötchen im Westen Aussen AHHHHHHHHHHHHHHHHHH, Innen Luft.
    Wie sollte es auch anders sein, von wahren Nazis gegründet wirtschaftlich, wie politisch.
    Aber gut so ist das eben, dasheutige Wirtschafts- System müssen diese Herren hier am Tisch "bejahen" sonst sind sie überflüssig, keine EX-Perten mehr.
    Wo bleibt ein neuer "altter" Gedanke, neue "alte" Namen z.B. we Freiwirtschaft & Freigeld, Silvio Gsell
    So wie wir hier diskutieren, dreht sich alles nur im Kreis (erhalten nichts entfalten), die Grundform der Schöpfung ist aber die Spirale, ob in der Helix oder jedem Blatt.
    Ich mag und schätze KenFM sehr, darum diese Antwort. Danke

  4. Ich mag Max Otte weil er das Wesentliche Problem sieht: Die Qualität der Eliten, sie haben in Europa weder intellektuell etwas zu sagen noch taugen sie als Vorbildfunktion. Ich glaube Max Otte versteht auch, was ein Ressourcenschwund bedeutet, dass die irreversiblen Ressourcen Motor des Wirtschaftswachstums waren und sind.
    Ist es nicht so, dass der Werner-Plan aus dem Jahr 1970, die kompromisslose Forderung nach einer politischen Union als Vorbedingung für die monetäre Union durch ein System, was den Crash des Euro benutzt für die Errichtung einer politischen Union? Die Krise würde genutzt um eine politische Integration zu erzwingen, das entspräche Strategem Nr. 24, dem Strategem der Durchmarschverschleierung, der Durchmarscherlaubnis.
    Die Völker für ein verlockendes Ziel gewinnen, um es dann einem anderen geheimen Ziel zuzuführen, das kann durch eine Notstandsgesetzgebung geschehen, durch eine Krise, die von der eigentlichen Krise ablenkt.
    Die Krise wäre aber in jedem Fall bei Strategem Nr. 24 vorgeplant, einkalkuliert um das eigentliche Ziel einer Einigung zu erreichen.

  5. Ich darf an die Sendung Positionen 5 erinnern. Geld regiert die Welt – welchen Anteil hat der Zins?
    Datum: April 2016
    Professor Hörmann: "Das System stellt über den Zins eine Forderung auf, die man mit den geschaffenen Zahlungsmitteln nicht begleichen kann"
    Wir hatten doch vor knapp 4 Jahren schon verstanden, dass sich hier die Katze in den Schwanz beißen muss!
    "Pseudomathematische Verrechnungstechniken werden über das Bildungssystem zum Naturgesetz erklärt."

    15 Positionen – Sendungen später sitzen hier mindestens 3 Systemspieler und Systemprofiteure und worüber redet man ganz sicher nicht…… über den Zins, der Forderungen aufstellt, die nicht beglichen werden können.
    Krall mit seinem unendlichen Wissen……………. kopfschüttel
    Am besten fand ich den Goldman Sachs Fachangestellten, der uns etwas über Demokratie erzählt….

    Ich habe die Schnauze voll!!!

  6. Hab es nun geschafft mir alles anzusehen.

    Es war durchaus interessant.
    Es war mir aber irgendwie zu sehr pro Kapitalismus dabei und auch teils eine wirre Ausführung, warum wir da sind wo wir sind und mit welchen Mitteln.
    Also das war ja neben einigen anderen Dingen, wo ich eher den Kopf schütteln musste, doch arg viel Spekulation und Annahmen.

    Die Gäste waren durchaus ok, aber es fehlten mir ein wenig an Gegenfronten.
    Ich hatte auch das Gefühl das Herr Jebsen, hier und da gar nicht mit der Ansicht von einigen Teilnehmern Konform gehen konnte, was ich ebenfalls genau an den meisten Stellen ebenso emfpand.

    Als um es kurz zu sagen, die Runde war mir am Ende zu brav und konservativ.

    Ich sehe ohne einen Systemwechsel/Wandel für die Menschheit keine so rosige Zukunft.
    Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir das friedvoll und am Ende für alle hinbekommen, mittel- bis langfristig.
    Dafür müssten die Weichen schon jetzt gestellt werden, hätten sie schon vor 50 Jahren eigentlich, aber mindestens vor 30 Jahren.
    Jetzt haben wir doch eigentlich nur das Problem, dass die kleine bestimmende Minderheit ihre System nicht aufgeben will und der Druck der Mehrheit wächst und das auch vor allem wegen des Fortschritts und der damit verbunden Aufklärung und natürlich durch die Möglichkeiten die dieser Fortschritt mit sich bringt und erzeugt.

    Aber ich lass das mal so stehen…

  7. Die Google-Suchmaschine hat mir aufgrund meiner Suchanfrage nach der "Gemeinwohl-Ökonomie',
    dieses VIDEO beschert:
    https://www.youtube.com/watch?v=WGM2s5Ptm4Y
    Je länger ich zuhörte, umso mehr wurde ich in den Bann gezogen.
    Je nachdem, welches Vorwissen schon vorhanden ist, könnte es für manch einen erst ab der 30. Minute spannend sein.

  8. "Der Sinn des Lebens, besteht er nicht darin, viel Geld zu verdienen und dann ewig tot zu sein?" (Léon Bloy)

    Da sitzen dreieinhalb Kapital-Profiteure zusammen und schwadronieren, dass es ihnen doch langsam ungemütlich wird in dem immer schiefer werdenden – ehemals doch so schönem – Kapitalismus-Turm.
    Es gilt vorzusorgen und sich rechtzeitig aus dem Staub zu machen bevor es einen treffen sollte und dazu gilt es ('wissenschaftlich' gesprochen) "Sozial-Kapital" anzuhäufen – (nicht-wissenschaftlich gesprochen) Leute, welche einem irgendwann mal dienlich sein könnten; dazu ein globales Aktienportfolio anzulegen – denn irgendwo wird der Laden schon noch gewinnbringend funktionieren; und natürlich die unvermeidlichen Goldreserven + sicherheitshalber einige Dollarbündel zur Seite zu legen, am besten im Zweit- oder Dritthaus versteckt, irgendwo weitab vom Schuss, (notfalls auch irgendwo in Brandenburg)…
    Menschen, welche nicht über dergleichen Möglichkeiten verfügen – weil sie zu faul oder zu dumm waren ihre auf dem Markt liegenden Profit-Chancen zu nutzen – nun, die sind einfach im falschen Film gelandet…

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/milchgesicht/' rel='nofollow'>@Milchgesicht</a>: Ja gibt es. Die Überwindung des Kapitalismus sowie des Kommunismus. Die Lösungsvorschläge, die mit der Realität arbeiten und nicht mit Theorien findet man in der Dreigliederung des sozialen Organismus. Erfordert aber Selbstverwaltung, Initiative und Mut. Letztendlich die Überwindung unseres Parteiensystems und somit jeglichem gewohnten Halt. Diese Dreigliederung kann neben dem herrschenden System angefangen werden um diese dann organisch zu ersetzen. Bräuchte jetzt nur noch – wie üblich – genügend Menschen, die sich mit dieser Idee der Eigenverantwortung erst mal überhaupt auseinandersetzen wollen.

      Hier die Links zum Start:
      https://www.sozialimpulse.de
      https://www.dreigliederung.de

      Mich wundert es immer wieder, daß als Lösungsvorschlag reflexartig der Kommunismus wieder angetragen wird, obwohl dieser de facto immer gescheitert ist und das nicht ohne Grund. Hier eine kleine Anregung zum nachdenken:

      „Karl Marx und seine Anhänger haben wohl die Menschen einer Lebensklasse zum Kampfe aufgerufen; aber sie haben diesen Menschen nur die Gedanken gegeben, die erlernt waren von den Angehörigen derjenigen Klassen, die bekämpft werden sollen. Deshalb würde, wenn auch der Kampf zu dem von vielen erwünschten Ende führen könnte, nichts Neues entstehen, sondern das Alte mit Menschen in der Führerschaft, die einer anderen Klasse angehören als diejenigen, die bisher diese Führerschaft behaupteten.“

      Rudolf Steiner „Zur Dreigliederung des sozialen Organismus“ aus „Der Boden der Dreigliederung“ 1921

      Mein Eindruck ist, daß nicht ein verbesserter Kapitalismus, eine bessere Umverteilung, oder allgemein neuer Wein in alte Schläuche von der unsrigen Zeit gefordert ist, sondern viel mehr ein absolut radikaler neuer Schritt, der das allgemein menschliche in den Mittelpunkt stellt, sollen wir nicht den kompletten Kollaps der Menschheit erleben wollen. Es scheint als ginge es um wesentlich mehr als nur reich und arm, Krieg und Frieden. Vielmehr geht es um die Stellung des Menschen in der Welt und sein weiterbestehen. Und da ist es unerlässlich sich auch im Kopf zu befreien von allem was uns widernatürlich ist. Aber das ist jetzt ein großes Thema …

  9. Herzlichen Dank für die wie immer professionelle und lehrreiche Sendung!
    Sicher kann man nicht alle Vertreter aller Theorien einladen.
    Gefehlt hat mir persönlich das "Fließende Geld". Einige Anmerkungen.

    Wachstum:
    – Was soll wachsen? Wirtschaftsleistung (BIP) oder Wohlstand?
    – In einer gesättigten Wirtschaft kann der Wohlstand der Bevölkerung
    auch bei gleichbleibendem oder sinkendem BIP steigen!!

    Geldsysteme:
    – Fiatgeld/neoliberal: Schuldgeld, Abkopplung Finanz-/Realwirtschaft, schleichende Entwertung
    – Goldstandard: Knüpfung der Geldmenge an eigene Goldvorräte, Krise wenn zu wenig Geld
    – Österreichische Schule/Libertäre: jeder kann eigenes Geld ausgeben, meist goldbasiert
    – Vollgeld: keine Guthabenschöpfung (Giralgeld), aber nach wie vor Zinseszins!
    – Informationsgeld: nach Prof. Hörmann, elektronisches Vollgeld
    – Fließendes Geld: nach Silvio Gesell, Umlaufgebühr, beseitigt Problematik des Zinseszinses

    Zinseszins:
    – beim heutigen Fiatgeld zahlen alle 40 % versteckte Zinsen (beim Einkauf, durch Steuern)
    – jedoch verdienen 99 % der Leute nur minimal durch sie (vernachlässigbar)

    Fließendes Geld:
    – Zins pendelt um Null (plus oder minus), um Geldmenge und Umlauf zu steuern
    – Negativzins ist nicht per se schlecht, nur für "die Reichen"
    – Bankguthaben schrumpfen nicht (positiver Zins), wenn langfristig angelegt
    – Umlaufgebühr ("Negativzins") nur auf Bargeld und kurzfristige Anlagen
    https://human-connection.social/post/a59d5fdf-8866-4628-a311-6578c31e1ff5/zinsstrukturkurve-1
    – beseitigt dadurch Konflikt, da Geld als Tauschmittel statt Schatzmittel
    – Geld ist wertstabil und ohne Inflation

    Mehr zum Thema:
    https://humane-wirtschaft.de/
    https://kenfm.de/bernd-senf/

    Als Ingenieur wünsche ich mir ein System, das dauerhaft stabil läuft.
    Dazu muss man es steuern und regeln können. Das geht nur, wenn man den Zins
    in beide Richtungen drehen kann:
    – negativer Zins: bei Deflation, Leute geben Geld eher aus, mehr im Umlauf, Wirtschaft läuft
    – positiver Zins: bei Inflation, zuviel Geld im Umlauf, Verknappung durch Zins, Preise sinken

    Aus dieser Sicht wäre mir das Fließende Geld am sympathischsten.
    Um aber die Allmacht einer Zentralbank (Monetative) und des Staates
    nicht zu groß werden zu lassen, gefällt mir auch das libertäre Gesellschaftsmodell.
    (Bitte nicht verwechseln mit dem derzeitigen "neoliberalen" System.)
    Dort hätte jede Kommune/Region die Freiheit, sich auch für Fließendes Geld zu entscheiden.
    Also eine Mischform?

    Gemeinsamkeiten von Österreichischer Schule ("libertär") und Fließendem Geld:
    http://buergertreff-markkleeberg.de/material/geldsystem/dokument/gemeinsamkeiten_oesterreichische_schule_und_flieszendes_geld.pdf

    Achtung! Das was die EZB aktuell mit Negativzinsen macht, entspricht nicht
    der Idee der Umlaufgebühr beim Fließenden Geld. Unterschiede:
    http://buergertreff-markkleeberg.de/material/geldsystem/dokument/unterschiede_umlaufsicherungsgebuehr_und_negativzins.pdf

    • Einordnung der Diskutanten:
      Dr. Thomas Mayer: vertritt Fiatgeld, immerhin Vorschlag Komplementärwährung für Griechenland sehr gut
      Prof. Dr. Max Otte: vertritt Fiatgeld, fordert mehr Regulierung und Staatsbetriebe für Infrastruktur usw.
      Dr. Markus Krall: vertritt Goldstandard, libertäre Ideen (ÖS), gar keine Eingriffe durch Staat
      Dr. Norbert Häring: vertritt Fiatgeld mit noch mehr Regeln, Trennbanken, Transaktionssteuer usw.

      Wo ist unser Geld? (7 min)
      https://youtu.be/lS0fgaktHMs

      Weitere Quellen:
      https://neuesgeld.net/index.php?option=com_content&view=article&id=8&Itemid=197

  10. Mein monatlicher kleiner Beitrag ist wirklich gut angelegt. Hier gibt es hohe Renditen!
    Mir ist egal, wie viel Geld die Leute haben, die am Diskussionstisch sitzen, mich interessiert, wie reich sie an Gedanken sind. Da ist mir aktuell viel zugeflossen. Richtig, die materiellen Ressourcen auf diesem Planeten sind begrenzt, die geistigen nicht. Ab einer bestimmten Entwicklungsstufe (Bewusstheit) der Menschheit wird sich das Schwergewicht dorthin verlagern, da bin ich mir sicher. Die Frage ist nur, ob wir den Sprung vom Parasiten zum Symbionten rechtzeitig schaffen oder wir unseren Planeten vorher zerstört haben.
    Ich muss auch gerade an die sieben Todsünden denken und daran, dass sie die Menschheit schon im Diesseits das sogenannte Erste Leben kosten können:
    1. Hochmut (die Schlimmste)
    2. Geiz
    3. Wollust
    4. Zorn
    5. Völlerei
    6. Neid
    7. Faulheit

  11. Schön haben wir darüber geredet… Jetzt da man die Geldschöpfung geblickt hat, sollte es doch auch möglich sein den Rest des Systems zu verstehen und die grundlegenden Fehler im System benennen zu können. Stattdessen dreht man über 2 Stunden in einer Endlosschlaufe und beschönigt das Offensichtliche. Ein System, dass in einer Regelmässigkeit gegen die Wand führt, wie es das Kapitalistische tut, kann nicht als alternativlos hingenommen werden. Nur weil sich der Kapitalismus wie Phoenix aus der Asche, immer wieder neu formiert um auf ein neues gegen die Wand zu fahren, kann man nicht von einer Wandelbarkeit reden. Die falschen Grundstrukturen bleiben falsch, man verkauft uns das selbe Paar Schuhe in einer anderen Farbe.

    Eine Sendung frei von Visionen, im Angesicht eines kommenden möglichen Totalschadens, ist eine nahezu überflüssige Sendung. Sie kann womöglich noch als Anschauungsunterricht dienen, um aufzuzeigen wie uneingeschränkte System- und Technologiegläubigkeit im Bewusstsein eines bevorstehenden Frontalaufpralls, die Sinne vernebeln kann. Wir sägen nicht nur am Ast auf dem wir sitzen, wir fällen den ganzen Baum, oder besser gesagt den gesamten Wald und sitzen dann mit unserem sinnbefreiten angehäuften vermeintlichen Wissen in der Wüste unserer Wahnvorstellungen.

    Auch Effizienz wird uns nicht den Weg weisen, wir werden uns mit ihr als Kredo höchstens äusserst effizient selbst auslöschen. Unser Ursprung ist nicht Effizient, die Natur ist äusserst ineffizient aber effektiv, sie versteht es Überfluss zu erzeugen ohne dabei Abfallberge anzuhäufen. Die vorherrschenden Denke, welche uns die Probleme beschert hat vor denen wir stehen, wird uns nicht die Lösungen bringen welche wir dringend benötigen. Das System neu zu denken, kann nicht jenen überlassen werden die nicht bereit sind von ihren Scheuklappen abzulassen, sie verengen die Perspektive zu sehr. Es stehen nicht nur Kapitalismus oder Sozialismus, Diktatur oder Freiheit zur Wahl, wir haben die Wahl etwas komplett neues zu kreieren. Ein zukunftsfähiges auf Kooperation basierendes Open-Source-System auf Augenhöhe.

    • "Ein zukunftsfähiges auf Kooperation basierendes Open-Source-System auf Augenhöhe."
      Hört sich sehr Interessant an. Gibt es dieses System schon? wenn ja in welcher Form?

    • An Armin Richter:

      Es existiert bedingt, in Form kleiner Kooperativen und vor allem in den Köpfen einiger Menschen mit Visionen. Es gibt verschiedene Beiträge auf verschiedenen Ebenen, Denkansätze und deren Umsetzung in kleinem Rahmen. Wir sollten uns alle nach Möglichkeit mit der Entwicklung eines neuen Systems befassen. Ein vorgegebener Weg ist nicht dein Weg.

      https://cleanairproductions.blogspot.com/2019/10/way-out.html

    • Die Lösung gab es bereits einmal, man müsste sich nicht einmal etwas Neues einfallen lassen. Man müsste sich nur zurückerinnern.

      Doch leider wurde seiner Zeit die ganze Welt mobilisiert, um die Lösung im Keim zu ersticken. Denn zur Lösung gehört, dass Sie der Finanzoligarchie ihr leistungsloses Spitzeneinkommen, den Zins, wegnehmen. Das fanden die seiner Zeit nicht witzig und heute mit Sicherheit auch nicht.

      Wenn Sie, oder irgendjemand, mir sagen können, wie wir verhindern, dass eben jene Finanzoligarchen, die keinerlei Skrupel kennen – und hier rede ich nicht von Leuten wie Krall, Otte usw., das sind kleinste Fische im Vergleich zu den Leuten, die ich meine – nicht wieder die ganze Welt mit Gräuel- und Lügenpropaganda auf uns hetzen, dann hätten wir die Chance, die Lösung friedlich wieder zu implementieren.

      Bis dahin sehe ich nur die Möglichkeit der weiteren Aufklärung der Menschen bzgl. DER URSACHE „Geldsystem“, damit sie sich nicht mehr von jenen Finanzoligarchen gegeneinander aufhetzen lassen.

      Auch das hat schon einmal jemand Gedacht und ausgesprochen:
      „Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“
      Abraham Lincoln

    • An Oliver:

      Die von Ihnen angesprochenen Exzesse können nur systemisch verhindert werden. Es müssen z.B. ökonomische maximale Obergrenzen und minimale Untergrenzen geschaffen werden. Das System muss auf den gerecht verteilten verfügbaren Rohstoffen und Ressourcen basieren, das BIP gehört als Indikator auf die Müllhalde der Geschichte. der Markt darf nicht der bestimmende Faktor sein, er muss allen dienen und eine zukunftsfähige Orientierung haben. Rechtsstaatliche Gleichheit muss gewährleistet sein und die Gleichwertigkeit von Menschen darf nicht mehr in Abrede gestellt werden.

    • Oh oh Schattenkrieger, jetzt wird's brenzlich 😉
      Sie vertreten Positionen eines in Deutschland und der Welt, ich sage es mal vorsichtig, nicht so sehr angesehenen Menschen.

      „Wenn sie dann weiter sagen, dass es jetzt endlich das Ziel sei endlich dem Krieg ein Ende zu bereiten, sie hätten gar nicht anzufangen brauchen. Wir sind überzeugt, dass es im Übrigen so lange Kriege geben wird, als die Güter der Welt nicht gerecht verteilt sind, und als man nicht aus freiem Willen und aus der Gerechtigkeit heraus diese Güterverteilung vornimmt. Und das hätte man ja tun können. Auch wir sind der Meinung, dass dieser Krieg ein Ende nehmen muss und dass nicht alle paar Jahre wieder einer kommen kann und kommen darf und kommen soll. Wir halten es daher für notwendig, dass zu diesem Zweck sich die Nationen in ihren Einflussgebieten selbst beschränken. Das heißt mit anderen Worten, das der Zustand ein Ende nimmt, dass ein Volk sich anmaßt, den Weltpolizisten spielen zu wollen. Denn zumindest soweit es sich um Deutschland handelt, wird dieses Mal die britische Regierung es noch erkennen, dass der Versuch der Aufrichtung einer Polizeidiktatur zu unternehmen, scheitern muss und scheitern wird.
      Im Grunde genommen hassen sie das soziale Deutschland, denn was haben wir ihnen denn getan? Gar nichts! Was haben wir ihnen genommen? Gar nichts! Haben wir sie bedroht? Nicht einmal! Waren wir bereit mit ihnen Abkommen zu treffen? Jawohl, wir taten das auch. Haben wir uns nicht verpflichtet Begrenzungen unserer Rüstungen vorzunehmen? Wir haben das sogar vorgeschlagen. Nein, das hat sie alles nicht interessiert. Was sie hassen, das ist das Deutschland, das ein schlechtes Beispiel gibt. Es ist das in erster Linie soziale Deutschland, das Deutschland unserer sozialen Arbeitsgesetzgebung, das sie schon vor dem Weltkrieg hassten und das sie auch heute hassen. Das Deutschland der Fürsorge, das hassen sie. Das Deutschland des sozialen Ausgleichs, das Deutschland der Beseitigung der Klassenunterschiede, das hassen sie.“
      Adolf Hitler

      So schon mal irgendwo gehört oder gelesen? Schule? Universität? Mainstream Medien? Freie Medien? Alternative Medien? Geschichtsforscher? "Deutsche" Politiker?

      Komisch, mir saust immer nur "Wollt ihr den totalen Krieg?" und "Ab 5:45 Uhr wird zurückgeschossen!" durch's Ohr.

      Wobei ich mir schon als kleiner Junge die Frage stellte, ob es zum "Zurückschiessen" nicht notwendigerweise erforderlich ist, dass zuvor jemand auf mich geschossen hat. Aber was weiß ich schon, dumme Gedanken eines kleinen Jungen.

      Ich geh jetzt erst einmal Dschungelcamp schauen und lasse mir danach von Klebers Klaus und der Bundespressekonferenz die Welt erklären und danach schlafe ich wieder schön weiter den Schlaf des Gerechten in der Gewissheit, dass mich Schulen, Medien und "Deutsche" Politiker vollumfänglich und wahrheitsgetreu informieren.

      Gute Nacht!

  12. Für alle, die mit der Diskussionsrunde unzufrieden sind, sind vielleicht die Gedanken von Gottfried Feder, die er 1919 äußerte, interessant.

    Aber Vorsicht, Herr Feder wird in die Nähe der NSDAP gerückt. Und tatsächlich sind die Punkte 10 und 11 aus dem 25 Punkte Programm der NSDAP Federsche Forderungen, namentlich die „Brechung der Zinsknechtschaft“.

    Hier nachzulesen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Gottfried_Feder

    Wer sich davon nicht abschrecken lässt, kann sich Herr Feders Gedanken hier…
    https://archive.org/details/1919gottfriedfederdasmanifestzurbrechungderzinsknechtschaftdesgeldes
    …anhören oder hier…
    https://archive.org/details/Feder-Gottfried-Das-Manifest-zur-Brechung-der-Zinsknechtschaft-1
    …nachlesen und sich seine eigenen Gedanken machen.

  13. OK man kann mal 4 relativ Reiche (mit deren Meinung sich von den KenFM Zuschauern sicher fast niemand identifizieren kann, geschweige denn von armen Menschen wie Hartz4ern) über dieses Thema befragen, aber es war schon etwas nah am SPIEGEL dran !?

  14. Oh so viele Kommentare
    die habe ich gar nicht alle durchgelesen, ein paar – ich kann bei dieser Diskussion eben auch nicht ruhig sitzen bleiben…

    diese typishen neonliberalen Argumente wie zur Zeit der Agenda 2010 und gleichzeitig der Anspruch sachlich zu argumentieren und sich ganz kühl einmal die Argumente aunschauen, besser noch sich darauf einlassen…
    Ich denke dabei genau an die Stelle, an der die Frage des Wohnungs(losen)problems beantwortet wird – bloß kein Staatssozialismus, Überegulierung, Anreize schaffen, Wohnungsbau fördern
    …wegen meiner Art diese Argumente wahrzunehmen, hört für mich die Sachlichkeit, die Möglichkeit noch sachlich zu sein da auf
    ganz einfach: es geht um ein dringendes Problem: Wohnen (sah heute auf dem Tempelhofer Feld ein Hüpfparcour wie man zum ersehnten Dach über dem Kopf kommt, mit zahlreichen "Zurüch zum Start-Feldern"), von dem viele Menschen so betroffen sind, dass sie wirklich leiden und entbehren.
    Und ich nehme die neoliberale Antwortargumentation darauf so wahr, dass die Interessensperspektive der Bedürftigen eine enorme Gefahr und Bedrohung für das Große Ganze darstellt. "Du, Notleidender, strebe ja nicht deinem dringenden Interesse nach deine Not zu lindern, du störst damit das zarte wertvolle Gleichgewicht des Marktes auf das empfindlichste." "Halte deine wüsten egoistischen Bestrebungen zurück…" – mit anderen Worte "geh ein und schweige dabei". Die Not und die ungestillten Bedürfnisse der Menschen würden ihre Schuld anzeigen, sich falsch verhalten, marktungerecht, verhalten zu haben. Je größer die Not, je höher die Zahl der Betroffenen, umso schuldiger sind. Hier wird die Mittellosigkeit in die größte Verantwortung genommen, die Ohnmacht sitzt auf der Anklagebank. Folge noch größere Not, noch mehr Betroffene. Die Strafen gegen sie können nicht hoch genug sein. Wenn die Interessensperspektive der Entbehrenden als große Gefährdung unterdrückt werden muss, kann man zum Schluss – logisch gedacht – diese nur "umbringen?", je größer das Elend, umso größer die Bestrafungswürdigkeit der Elenden. …sachlich? wie? wo? was? Das ist eine Entwertung und Entwürdigung und denjenigen, die nichts zu sagen und nichts zu wollen haben, wird systematisch immer größere Verantwortung und Schuld zugewiesen. Was geht sie so eine Ökonomie überhaupt noch an?

    • Danke, dass hier auch mal jemand die ganz andere Seite näher beleuchtet: nach so vielen nüchtern-verstandesmäßigen Erörterungen auch die mindestens genauso wichtige andere Seite der menschlichen Existenz, das Gefühl. Denn der Mensch ist natürlich nicht nur Verstand, ist keine Maschine, die rein rational-technisch funktioniert (deshalb dürfte sein blaues Wunder erleben, wer da meint, die künstliche Intelligenz wäre irgendwann dem Menschen so überlegen, dass sie ihn und damit die Welt beherrscht).

      Vielmehr ist der Mensch auch ganz wesentlich, ja möglicherweise sogar überwiegend beherrscht von seinen Gefühlen. Was helfen die klügsten Theorien, die scheinbar so wunderschön in sich stimmig sind, wenn sich bei der praktischen Nutzanwendung im täglichen Leben herausstellt, dass sie einfach hinten und vorne nicht passen. Dass die Politik mit ihren Gesetzen eigentlich immer nur nach dem Gießkannenprinzip verfährt und allen eine Regelung überstülpt, die für etliche Einzelfälle überhaupt nicht passt und zu zahlreichen Ungerechtigkeiten führt. Da lohnt der Blick auf das, was bei den so ungeheuer "weitsichtigen", rationalen, ja globalen Problem“lösungen“ an den Universitäten, in Unternehmensführungen und in der Politik immer geradezu schamhaft ausgeklammert wird, nämlich die peinliche Frage: Wie fühlt sich eigentlich der Einzelne "da unten", insbesondere der Ausgegrenzte, an den Rand Gedrängte, der nicht abtauchen kann in die Scheinwelt von Villenvierteln und Luxus?

      In dem Roman „Liebe ist nur ein Wort“ des längst vergessenen und damals viel gescholtenen Autors Johannes Mario Simmel las ich einst den Satz: „Die Wahrheit ist nicht abstrakt, die Wahrheit ist konkret“. Den Satz fand ich damals furchtbar banal, aber seltsamerweise blieb er mir über die Jahrzehnte im Gedächtnis haften, und ich sehe heute einen tieferen Sinn darin: Solange wir immer nur im sterilen abstrakten Raum nach Lösungen suchen, uns aber nicht darum kümmern, wie sie sich denn ganz konkret in der Wirklichkeit auswirken, werden wir kaum eine Lösung der Probleme zustande bringen. Die ist dann reine Glückssache, also alles andere als rational. Kein Wunder, dass auf diese Weise offenbar noch keiner eine wirklich brauchbare Wirtschaftstheorie entwickelt hat.

    • Und es muss einem doch zu denken geben, dass all die enormen Errungenschaften im naturwissenschaftlich-technischen Bereich, für die der Westen und insbesondere Europa so bewundert werden, offenbar nicht verhindern, dass wir nach einer kurzen Morgenröte der Demokratie in Gefahr sind, nun wieder in längst überwundene, feudale Verhältnisse zurückgeworfen zu werden.

  15. Es ist doch regelrecht unverschämt, wenn diese 4 stinkreichen Männer kaltlächelnd angesichts des kommenden Crashs ***den sie (mit) angerichtet haben*** und während dessen jahrelangen Vorbereitungen s i e garantiert ihre vielen, vielen Schäfchen ins schon lange ins Trockene gebracht haben.
    Bleibt nur noch die Frage: Warum mussten die Banken in der Finanzkrise gerettet werden ,wenn der Mark doch alles
    regelt und was kommt nach dem Kapitalismus?

    • Hallooo <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/hb139/' rel='nofollow'>@HB139</a>, gehts mal? Das hier ist m e i n Text:

      "Es ist doch regelrecht unverschämt, wenn diese 4 stinkreichen Männer kaltlächelnd angesichts des kommenden Crashs ***den sie (mit) angerichtet haben*** und während dessen jahrelangen Vorbereitungen s i e garantiert ihre vielen, vielen Schäfchen ins schon lange ins Trockene gebracht haben."

      Herausgerissen aus m e i n e m langen Kommentar ganz unten vom 14.01. um 00.001 Uhr!

      Das geht aber nun wirklich absolut zu weit, dass man hier von anderen die Texte kopiert, um nicht zu sagen k l a u t.
      !!!

      Muss ich hier nun etwa auch schon ein Urheberrecht anmelden???

      Was für eine miese Nummer!!

  16. Bernhard Meyer,
    danke und Entschuldigung.
    Ich habe mich nicht einfach nur verschrieben, sondern Ihren Kommentar
    vom 14. Januar, 14:53 h insofern missverstanden, als ich annahm, der
    mitdiskutierenden Dr. (Thomas) Meyer sei der anfragende Kommentator.
    Sie haben mich jetzt erst darauf gebracht, es sich lediglich um
    Nachnamensgleichheit zweier Personen handelt.

  17. Kann zu diesem Thema nur jedem wärmstens und dringlichst ein Video von Prof.Dr. Franz Hörmann empfehlen. siehe https://youtu.be/HKVWS_itj84
    Er zeigt Möglichkeiten ganz anderer Richtung auf und vor allem die Denkschwäche unserer heutigen Gesellschaft. Ich kann auch jedem nur empfehlen sich mal mit der "Sozialen Dreigliederung" zu beschäftigen.
    siehe http://fvn-rs.net/ "Die Kernpunkte der sozialen Frage" und Ruprik "Dreigliederung"
    Ist mein erster Kommentar zu KenFM. Auf diesem Wege mal DANKE aber auch die Frage: All die vielen Themen, so viele Fragen, fast keine Antworten und doch erwähnen Sie als ehemaliger Waldorfschüler in keinem einzigen Satz jemals die Dreigliederung oder Anthroposophie. Da ist nämlich alles geklärt. Sicherlich viel Arbeit…….
    Kann auch hier nur mal empfehlen den Herrn Axel Burkart einzuladen…..

  18. Kann zu diesem Thema nur jedem wärmstens und dringlichst ein Video von Prof.Dr. Franz Hörmann empfehlen. siehe https://youtu.be/HKVWS_itj84

    Er zeigt Möglichkeiten ganz anderer Richtung auf und vor allem die Denkschwäche unserer heutigen Gesellschaft. Ich kann auch jedem nur empfehlen sich mal mit der "Sozialen Dreigliederung" zu beschäftigen.
    siehe http://fvn-rs.net/ "Die Kernpunkte der sozialen Frage" und Ruprik "Dreigliederung"
    Ist mein erster Kommentar zu KenFM. Auf diesem Wege mal DANKE aber auch die Frage: All die vielen Themen, so viele Fragen, fast keine Antworten und doch erwähnen Sie als ehemaliger Waldorfschüler in keinem einzigen Satz jemals die Dreigliederung oder Anthroposophie. Da ist nämlich alles geklärt. Sicherlich viel Arbeit…….
    Kann auch hier nur mal empfehlen den Herrn Axel Burkart einzuladen…..

    • Danke Heinz Mallitsch

      für den Link zum Inerview mit Prof.Dr. Franz Hörmann!
      (…LINK… https://youtu.be/HKVWS_itj84)

      … er benennt die wesentlichen Zusammenhänge und wäre eine echte Bereicherung in der Runde und vor allem zum Thema gewesen … das nächste Mal!

      + my2cents
      … Geldschoepfung* erfolgt nicht aus dem `Nichts`,
      sondern durch den, der dafür* sich selbst als `Schuldner` benennt
      und sich `hinterher` auch so betrachtet …
      … nur was genau ist `dazwischen` passiert (`bilanziert` worden)?

      ; )

      Und viele Grüße in die Runde

  19. Gut das einige hier auch langsam erkennen, KenFM gehört, um mit Rudi Dutschke zu sprechen, zum Establishment.

    "Wenn sich reiche Menschen über Armut unterhalten"…so wahr der Kommentar!
    Eine Systemänderung oder gar ein Menschenbild oder eine soziale Frage wird hier nicht diskutiert. Und wenn der im eigenen Haus kritikscheue Herr Jebsen unterschiedliche Sichtweisen ausdrücklich begrüßt, dann kommt mir nur noch das Lachen.

    Herr Jebsen nickt drei super Verdiener ab und der vierte wird still gehalten, so verkauft er seinem Publikum Experten Luft in Diskussionsdosen.
    Man lebt ja gut davon die gute Energie kritischer Menschen zur Veränderung (siehe FFF) zum verpuffen zu bringen. Kommentator Hanbrandt sagt ganz richtig: Das ist DALLAS Niveau, ich addiere = intern. Frühschoppen ARD!

    • Ja, hoffentlich gehört er (jetzt schon oder aber möglichst bald) zum Establishment. Nämlich zum Establishment neuer Art, das einen notwendigen Gegenpol bilden muss zum herrschenden Establishment, aber nicht im Sinne von Rudi Dutschke, der jede Form von Establishment ablehnte.

    • Interessant wäre zu wissen, ob der Text, der die Positionen einleitet, bereits formuliert war,
      als die Aufnahmen entstanden; und ob er den geladenen Gästen vorgelegt wurde.
      Ich würde vermuten, er wurde nachträglich formuliert und möglichst aufmerksamkeitsaktivierend.

      Luise, Sie sind doch nicht etwa nachtragend? 😉

    • Das glaube ich auch, Gesara. Möglicherweise wollte man die starke Einseitigkeit des Gesprächs etwas abmildern, indem man wenigstens im Text nachträglich die Gegenpositionen formulierte.

    • ahoi Luise,
      schön daß du wieder schreibst, ich habe deine links meist gern gelesen.

      hanbrandt habe ich ja schon kommentiert.
      der wunsch nach friedlichem miteinander in der welt ist gesellschaftlich viel verbreiteter als im eigenen politischen rahmen – vielleicht kann man unter diesem filter schauen. für mich bedeutet das auch einen gewissen abnabelungsprozeß.

  20. Den Klugscheißern, die sich hier über die bösen "Neoliberalisten" bei KenFm beschweren, denen sei empfohlen, sich lieber den Röttgen, die Göhring-Eckhart usw. bei "Hart aber Fair" usw. reinzuziehen. Da gibt es weit mehr Anlass, sich auszukotzen über Dummheit, Arroganz und Elitarismus.

    • Sehr geehrter Michaelis,

      das Thema des Gesprächs hieß:
      "Der große Finanz-Crash – DAS ENDE DER DEMOKRATIE"
      Und dann lesen Sie doch mal, was in der Vorankündigung alles unter dieser Überschrift steht. Von so ziemlich allem davon war doch in dem Gespräch weit und breit nichts zu hören. Man erwartete Aufklärung oder wenigstens Meinungen zu all den dort aufgeworfenen Fragen, und zwar nicht nur im Sinne herrschender Wirtschaftstheorien (um nicht zu sagen -Ideologien) – da sei ja jedem Diskussionsteilnehmer seine freie Meinung unbenommen, und diese als Kontrapunkt ist ja sicher auch interessant – nein, auch in dem kontroversen Sinne dieser Vorankündigung erwartete man eine eingehendere Erörterung. Aber von letzterem fand leider nicht viel statt. Ein typischer Fall von Thema verfehlt. Was ich aber – ich bin so frei, werter Michaelis – nicht Herrn Jebsen anlaste. Denn das liegt wohl an der Eigenart des Formats "Positionen", wo sich die Diskusssion mit mehreren nicht so straff auf ein Thema konzentriert halten lässt, wie bei einem Einzelgespräch nach Art des Formats "Im Gespräch“. Aber trotzdem wird man ja wohl noch sagen dürfen, dass die Diskussion hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Denn immerhin lief das Gespräch unter der Rubrik "Positionen – POLITIK VERSTEHEN". Und deshalb hätte man eben auch gerne die angekündigten Gegenpositionen noch etwas mehr verstehen gelernt.

      Mit freundlichen Grüßen
      Ihr (soll ich sagen "Klugscheißer"?)

  21. Einige Leute hier im Forum haben offensichtlich ein Problem mit intellektuellen Disputen – oder um deren Sprachvorlieben näher zu kommen: mit argumentativer Dialektik. Das ist schade.

    Für mich waren diese "Positionen" ein absolutes Highlight – ein großes Dankeschön! Dafür unterstütze ich KenFm: für den Geist gegen den Zeitgeist! Gewiss war Herr Krall der "agent provocateur" in dieser Runde, aber das muss man "aushalten" bei solch einem Thema! Und nicht nur das. Auch ich habe ein extrem kritisches Verhältnis zum Kapitalismus, aber GERADE DESHALB waren die Aussagen Herrn Kralls hochinteressant für mich!

    Es scheint immer noch zu viele Menschen zu geben, die sich vor allem eine Bestätigung ihrer persönlichen Ideologie wünschen und deshalb alles ablehnen, was nicht in ihr Weltbild passt. Die Voraussetzungen für Autoritarismus und Intoleranz, gleich ob "links" oder "rechts"!

    Um es kurz zu machen – mir geht es da wie Max Otte: großartig, dass es Ken gelungen ist, hier "ganz unterschiedliche" Menschen und Positionen an einen Tisch zu bringen!!!

  22. Krall war hoffentlich nur eine Marionette für KenFM um Reichweite zu gewinnen. Jeder von den 4 Herren ist auf seine ganz persönliche Art und Weise für mich widerlich im Denken. Allein das Geschwafel vom Durchschnittslohn von 2.500 – 3.000 € Brutto…. Krall der vom Goldrausch lebt und dabei bis heute nicht begriffen zu haben scheint das auch Gold jederzeit entwertet kann, wenn es denn entwertet werden muss oder durch einen anderen Rohstoff ersetzt werden kann. Otte der überall und auf jeder besseren Party von Attac bis Atlantik Brücke dabei ist und US-Staatsbürger ist und sich somit wahrscheinlich einfach absetzen wird, wenn es zu brenzlig wird und dann eben die anderen…. Jeder der vier hat es geschafft seinen eigenen Elfenbeinturm zu verlassen und trötet nun seine Meinung in die Welt. Ich bin was das rausposaunen angeht keineswegs besser aber wenigstens nicht so verstrahlt und abgehoben das ich mich je hätte zu solchen Sprüchen hinreißen lassen würde wie: Der Markt ist zu stark reguliert… und ähnliches Gesülze. Das Gold mit dem Krall sein Geld macht ist zum Beispiel so viel Wert, dass der Großteil nach wie vor zu dümmlichem Schmuck verarbeitet wird, genau wie Diamanten. 1 Gramm Gold sind ihm lieber als 1 ha nicht angetastete Natur oder maximal Ackerfläche die ein paar Bauern ernähren könnten. Ja Gold ist schön aber 1 Gramm ist kein Menschenleben wert. Außer in den Augen dieser Kapitalisten und da dürfen es auch gerne Tausende sein. Jeder dieser Herren geht über Leichen für Profit, Rendite und Dividende. Der Mensch ist ja eine Ressource und sich obendrein erneuernd. Ich hätte glaube ich Gift und Galle gekotzt und wer weiß was Pispers mit denen angestellt hätte…
    Diese Sendung Postionen bestätigt leider auch nur wieder mein eher negatives Menschenbild und all das Wissen das ein Storl, Toma, Zotter, Ganser, Mausfeld, Hüter, Loyen, Bonath, Pohlmann usw einbringen könnten verblasst angesichts dieser Bonzen, denn das Gros ist von diesen 4 abhängiger als umgekehrt…

    • Sie schreiben: " Jeder von den 4 Herren ist auf seine ganz persönliche Art und Weise für mich widerlich im Denken. "
      Sie begründen es damit dass Sie über Krall etwas schreiben. Mich interessiert nun aber nicht, wie Sie das bei den anderen begründen, aber bei Norbert Häring interessiert es mich wirklich: Was hat der gesagt, das Sie anwidert? Er hat ja leider nicht viel gesagt.

    • Mir ging Ähnliches durch den Kopf. Dr. Norbert Häring würde ich jedoch auslassen, der kam einfach zu wenig zu Wort. Ich fand, die soziale Frage fand nicht genug Raum. Was ihr negatives Menschenbild anbelangt, solange es Menschen gibt, die „… Storl, Toma, Zotter, Ganser, Mausfeld, Hüter, Loyen, Bonath, Pohlmann usw ….“ noch schätzen, gibt es noch Hoffnung!

    • @ Bernhard Meyer: Häring traf die Aussage das es in Deutschland keine Arbeitslosigkeit gäbe und verwies dann an die Nachbarländer. Weder grinste er oder machte im Anschluss daran eine Bemerkung die darauf schließen lassen könnte, er meine das sarkastisch. Die 2. Aussage war über das Bruttoeinkommen von 2.500-3.000 € als eben nach wie vor vorherrschendes Bruttoeinkommen. Herr Häring hätte ja mal aus Langeweile überschlagen können, was das für ein Bruttoeinkommen für den Raum der Veranstaltung bedeuten würde. Wer solche Aussagen nach wie vor verbreitet und ernst meint, weiß wirklich nicht was in der realen Welt vor sich geht oder hält Personen mit 2 oder 3 Jobs für Workaholics oder Kunst. Ja es sind nur 2 Punkte. Diese sind aber 2 essentielle Aussagen die man nicht ignorieren darf.

    • Man sehe sich doch nur das aktuell hier bei KenFM eingestellte Foto der Diskussionsrunde an: Also für mich spiegelt Ken Jebsens Gesichtsausdruck das blanke Entsetzen wieder, das blanke Entsetzen darüber, wie ihm das Gespräch in die völlig falsche Richtung entgleitet. Das ist natürlich nur mein ganz subjektiver Eindruck. Ich weiß nicht, wie bei KenFM bei der Vorbereitung des Gesprächs recherchiert wurde. Aber z.B. die bei youtube veröffentlichten Videos von und mit Dr. Krall wirkten auf mich so marktschreierisch, dass ich mir kaum zwei davon zur Hälfte angesehen habe, geschweige denn ihn in eine solche Diskussionsrunde eingeladen hätte – zumindest nicht ohne einen zweiten starken Gegenpart, ja, Ernst Wolff vielleicht.

      Ein solcher "Fehlgriff" kann aber jedem Journalisten passieren und tut einem Qualitätsportal wie KenFM und dessen versiertem Leiter noch lange keinen Abbruch.

  23. <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/norbert/' rel='nofollow'>@Norbert</a> Häring

    Es gibt Kryptowährungen (Blockchain-Projekte), die komplett anonym sind. Monero, Dash, zCash und viele weitere haben Coin-Mixing und Verschleierung auf Protokollebene.

    Bargeldscheine sind auf Grund ihrer Seriennumme genauso pseudoanonym wie Bitcoin. Wenn man es will, kann an jeder Kasse ein Schein Ein/Ausgang erfasst werden.

    Privat Coins sind hier im Zweifel sogar im Vorteil.

  24. Vermute mal, dass kein Arbeiter, ohne dessen Ausbeutung der Ausbeuter arbeiten müsste, hier einen Kommentar geschrieben hat.
    Außer einem, der mit Kopf und Herz zuviel Ballast mit sich rum schleppt, um gegen die herzlosen Hirne ein Bein auf den Boden zu kriegen. Dessen beschränkte Ausdrucksweise folgende Bandwurmsätze gebiert:
    Die einfache Überlegung, dass der Trend, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, durchbrochen werden muss, wenn das System nicht crashen soll; dass "gemeinsam Erarbeitete", gerechter verteilt werden muss, die Arbeiter besser bezahlt werden, als die Aufseher und die Kaufkraft von "Unten" dadurch gewaltig steigt, wenn die Löhne gewaltig steigen, ist für Aktienbesitzer, dessen Dividende bei Hungerlöhnen in den Fabrikhallen ebenfalls steigt, kein Thema, dass man erwähnen sollte.
    "Das bringt nur Unruhe in die Belegschaft", sagt der letzte Gewerkschafter, der noch nie bestochen wurde, weil er so naiv ist, dass er immer das beste von den Menschen denkt und nicht versteht, dass er dadurch sich selber und seinen Kollegen schadet.
    Selbst von dem Großaktionär, dessen Unrechtsbewusstsein sich erst noch entwickeln muss, (Empathie hat in den Strukturen des Systems keinen Platz), kommt noch ein belehrendes Wort zum Feierabend, indem er dem naiven Gewerkschafter um die Schulter fasst, und ihm einen Kästner- Spruch flüstert:
    "Nie darfst du so tief sinken, den Kakao, durch den man dich zieht, auch noch zu trinken."
    Dann gibt er dem herzensguten Gewerkschafter noch einen Klaps auf den Rücken, wünscht ihm lächelnd einen guten Abend und steigt in seinen Porsche.
    Jetzt bin ich ganz von der Finanzdiskussion weggekommen. aber ich habe ohnehin nur Kleingeld in der Tasche.

  25. Vergessen habe ich einen Vertreter der Modern Monetary Theorie (Dirk Ehnts z.B. oder ein Vertreter von Makroskop).
    Das ist weil ich davon zu wenig weiß.
    Ich wüsste gerne, wie ich diese Theorie nach dem Grad der Regulierbarkeit einzuordnen hätte.

  26. Bernhard Meyer am 14. Januar 14.53 h
    Hierzu kann ich dieses VIDEO empfehlen:
    https://kenfm.de/so-funktioniert-die-finanzindustrie-ein-interview-mit-bill-black/
    Min. 16:53 Kredite an Menschen ohne Einkommensprüfung
    und Min. 28:04 'Lügenkredite' oder 'Darlehen mit geringer Dokumentation'.
    Das ganze hatte System.

    Ab Min. 20:16 dürfte es für Prof. Krall spannend sein:
    die Ideologie der orthodoxen Ökonomen war: "Oh, der Schattensektor ist
    absolut sicher. Jeder wird die richtigen Anreize haben, weil die Regulierung sich
    raushält. Wir wissen alle, dass die Regulierungsbehörden nichts tun."
    Min. 20:46 Natürlich hatten wir gerade bewiesen, dass das eine Lüge war.
    Doch wen interessiert schon, dass es keine Vorschriften gibt. Es wird eine
    Selbstregulierung geben. Im Wirtschaftsjargon wird das als MARKTDISZIPLIN
    bezeichnet. Aber natürlich sollten die Kreditgeber diese DISZIPLIN haben. Sie
    sollten sich weigern, Menschen Kredite zu geben, die sie nicht zurückzahlen können.

    So weit dieses Video eines Ermittlers.

    Wenn ich einmal die Geldsysteme nach dem Grad der Regulierung betrachte, wäre
    die Reihenfolge:
    – Vollgeldsystem
    – regulierter Bankensektor, der sich nur in einem vorgegebenen Rahmen bewegt
    – ein Trennbankensystem (also Banken, die notwendig sind, unsere Geldgeschäfte
    zu betreiben, die aber mit unseren Einlagen nicht spekulieren dürfen, getrennt von
    den sog. Investmentbanken, die mehr oder weniger riskant spekulieren, die Wetten
    abschliessen, die mit Leerkäufen Kursgewinne oder -verluste machen)
    – ein reguliertes (naja) Bankensystem bei gleichzeitig völlig unregulierten Schattenbanken
    (Nichtbanken, die Bankgeschäfte betreiben, für die aber keine Aufsicht zuständig ist,
    deren Umfang noch nicht einmal bekannt ist und die ein riesiges Risikopotential fürs ganze
    Geldsystem darstellen).

    Entsprechend dieser Aufteilung hätte ich mir auch eine kontroverse Runde vorstellen könne,
    mit Vertretern von letzterem (dazu zähle ich nur graduell abgestuft alle drei: Prof. Krall, Otte
    und Bernhard Meyer), dazu ein Vertreter eines Vollgeldsystems, dann natürlich ein Vertreter eines
    regulierten Bankensektors (Prof. Hickel, bzw. eine/r aus der Memo-Gruppe), dann noch ein Vertreter
    eines Gemeinwohl-Systems (Felber, Grzega https://www.youtube.com/watch?v=dIEp3zk_OZ0).

  27. Herr Krall ist schon "erstaunlich". Super detaillierte Kenntnisse über spezifische Sachverhalte aus wirtschaftlich- finanziellen Abläufen und ihrem Bezug zum Kapitalismus, Neoliberalismus und Politik. Das was ihm deswegen einfällt ist den Neoliberalismus zu loben und hochzupreisen und als Begründung dafür eine Tonne von Details zu differenzierten Sachverhalten mit allen Kleinigkeiten zu liefern, um vom tatsächlichen Thema des jeweiligen Fehlers der Neoliberalismus abzulenken und dabei fähig und wissend zu KLINGEN. Kein Ausmaß von Details ändert das faschistische, klar erkennbare Grundprinzip des Neoliberalismus. Ebenso wenig werden die Spielchen und Machenschaften der Geldeliten, die auf dem Pfeil des Neoliberalismus ins Gehirn der Bevölkerung, durch eine sorgfältig aufgetragene Giftschicht der Propaganda hineintransportiert werden, durch sehr differenziertes Denken und das Zerlegen des Pfeils in Einzelatome, weniger schlimm.
    Die Frage, die man sich hier stellen muss lautet doch:" Arbeitet er für eigene unlautere Interessen, oder wurde er eingekauft um in der Szene abseits der Mainstream- Medien ( wo er so gerne präsent ist ) für die perversen Interessen der Geldeliten zu werben und die sogenannte alternative Bewegung zu unterwandern, ihr das Schlangengift des Neoliberalismus zu verkaufen?"

    • "Kein Ausmaß von Details ändert das faschistische, klar erkennbare Grundprinzip des Neoliberalismus."

      Sie sollten sich wirklich keine intellektuellen Diskussionsrunden mehr antun. Das schadet nur Ihrem Gemütszustand.

    • Ja, wenn ich mehr um mein Gemüt besorgt wäre als um die Wahrheit, würde ich den Tiefschlaf bevorzugen. Man munkelt es gäbe so einige Deusche, die das täten. Manche sagen sogar dieses auffällige Verhalten hätte es hier vor grob achtzig Jahren schon Mal gegeben.

  28. Oben in der Diskussionsthema- Beschreibung las ich gerade:
    1% der Menschen auf dem Globus bestimmen die Regeln, nach denen 99% zu tanzen haben.
    Das wäre schön, wenn es so wäre.
    1% der Menschheit sind ca. 80 Millionen, etwa so viel, wie Deutschland Einwohner hat.
    Und in Deutschland wären es noch 800 000, die die Regeln bestimmen.
    Dann würde das Wort "Demokratie" auf Deutschland und dem Rest der Welt bezogen, wieder einen Sinn ergeben.

  29. Ich habe mir die ganze Diskussion angehört, aber mit Blick auf die Zukunft hätte ich in der Zeit besser weiter Russisch gelernt (weil Russland im Gegensatz zur BRD und dem Rest Westeuropas noch reichlich Energie und Rohstoffe hat, und weil Russland noch funktionierende, kampfstarke, gut motivierte Streitkräfte zum Schutz seiner Grenzen und seiner Bevölkerung hat, während die BRD und Westeuropa, wie Prof. Gunnar Heinsohn es ausgedrückt hat, inzwischen sogar von Unbewaffenten erobert werden, ohne sich noch wehren zu können. Vielleicht hätte ich mir alternativ auch noch eine Lektion über Bodenmikrobiologie oder die eine oder anderen Präsentation über Landwirtschaft reingezogen, oder etwas an meiner Beruflichen Fertigkeit (als Zahnarzt und Zahntechniker) feilen sollen, weil damit das meine Chancen, noch rechtzeitig vor dem Crash nach Russland auswandern zu können und auch meine Altersversorgung verbessern würde.
    Was habe ich an der Diskussion vermisst? Was ist mir aufgefallen?
    Die haben in der Diskussion dauernd über Geld und Zinsen geredet, aber nicht darüber was Geld und Zinsen wirklich sind. Geld ist letztlich ein Versprechen auf die Lieferung von Produkten menschlicher Arbeit. Zinsen die größer als null sind, bedeuten, dass man in der Zukunft mehr Produkte menschlicher Arbeit liefern zu können glaubt, als in der Gegenwart. Dabei muss ein Unternehmer (und ein seriöser Banker der ihm den Kredit mit Zinsen gibt), davon überzeugt sein, dass er, der Unternehmer mit Hilfe des Kredites in Zukunft mehr Produkte menschlicher Arbeit liefern kann als ohne Zinsen.
    Weil Geld und Zinsen letztlich die Fähigkeit zur künftigen Lieferung von Produkten menschlicher Arbeit symbolisieren, gehört in eine Diskussion über Geld, Zinsen, Renten usw. auch die Beschäftigung mit den Grundlagen der Produktivität, den davon hängt die Menge der pro Kopf in Zukunft lieferbaren Arbeit ab:
    Der mit weitem Abstand wichtigste Faktor der Produktivität menschlicher Arbeit ist und bleibt die Energie. Dr. Markus Krall irrt fundamental, wenn er Wissen für das Wichtigste und Energie für eher unwichtig hält. Ich empfehle dazu den Artikel " Blood for Oil: The Quest for Fuel in World War II" von zu lesen, den ich in www.freizahn.de/2017/09/blut-fuer-oel/ übersetzt habe. Die Deutschen hatten klar die bessere Organisation (siehe dazu meinen Artikel "Von der Wehrmacht lernen", über Martin van Creveldts Buch "Kampfkraft", ebenfalls auf freizahn.de) und oft auch die bessern Waffen. Wenn Dr. Markus Krall recht gehabt hätte, dann hätte Deutschland den 2. Weltkrieg haushoch gewonnen. Es hat ihn aber maximal verloren, weil für all die tollen Pläne und Technologien immer wieder die dazu auch nötige Energie gefehlt hat.
    DAS Problem des Finanzsystems und auch der Rentenversicherung ist, dass die für weitere Steigerung der Produktivität nötige billige Nettoenergie immer mehr fehlt. Die Energie wird immer teurer. Um zu verstehen, was das in der Realität für die Produktivität bedeutet siehe www.freizahn.de/2019/05/zum-thema-co2-bepreisung/#wirkung_des_energiepreises_beim_kuehemelken. Das ist auch ein Grund für die zunehmende Ungleichheit der Einkommen. Die Tätigkeiten und gesellschaftlichen Funktionen, für die Energie weniger wichtig ist können bei einer Verknappung oder Verteuerung der Energie relativ immer höhere Einkommen erzielen. Je mehr Energie pro Arbeitseinheit benötigt wird, je geringer wird das erzielbare Einkommen.
    Was bei der Diskussion über Donald Trump und auch an anderen Punkten fehlte waren die Komplexitätskosten. Das vielleicht bemerkenswerteste an Donald Trump ist, dass er offenbar sehr erfolgreich von jemandem beraten wurde, der Prof. Joseph Tainters Buch über den Kollaps Komplexer Gesellschaften gelesen und verstanden hat. Zumindest in Deutschland und bei der EU scheint das Werk von Tainter dagegen eher unbekannt zu sein. Dieser Prof. Tainter hat übrigens auch gezeigt, dass die Produktivität von Forschung und Entwicklung, und damit die Erzeugung von Wissen, ebenfalls immer geringer wird. Auch dass ist ein Grund, wegen dem Dr. Krall sich meines Erachtens sehr irrt, wenn glaubt, dass das Wachtum auf einer endlichen Erde unendlich sein könne, weil man ja unendlich neues Wissen schaffen könne. Siehe dazu auch www.freizahn.de/2014/10/dem-energiedilemma-auf-den-grund-gegangen/ . Auf der selben Webseite findet sich auch die Übersetzung eines Interviews mit Prof. Trainter über dessen Buch.
    Und dann ist da noch das Essay "Earth Hunger", von William Graham Sumner, dem ersten Soziologieprofessor der USA, das ich in www.freizahn.de/2016/04/landhunger/ zum größten Teil übersetzt habe. Im Sinne dieses Essays haben wir durch die Nutzung fossiler Energieträger (kombiniert mit Wissen) die Flächen unserer Länder extrem ausgeweitet. Jetzt aber sind wir in eine Phase gekommen in der diese Flächen wieder schrumpfen. Wenn man vor diesem Hintergrund die Institutionen und Fortschritte zu erhalten will, die nur erst durch das Wachsen dieser Flächen enstehen konnten, hat man ein großes Problem.
    Das größte Problem während und nach einen Crash könnte übrigens die Nahrungsmittelverteilung und Produktion werden. Die Produktion und Verteilung der Nahrungsmittel und auch die Trinkwasserversorung ist sehr fragil. Sich um eine Stabilisierung und Verbesserung der Resilienz in diesem Bereich zu kümmern wäre für eine funktionierend Altersvorsorge sehr viel wichtiger als Gold oder Aktien. Unter anderem in www.freizahn.de/2019/05/ueber-zinsen-energiepreise-und-altersvorsorge/ habe ich darüber nachgedacht.
    Gold zieht in Zeiten eines Kollapses übrigens Kriminelle an, wie ein Misthaufen die Fliegen.

    • Was Ist mir aufgefallen:
      Das sie der Meinung sind, "Ich" sichere mir einen Vorteil, wenn ich rechtzeitig die Kurve kratze.
      So denken Egoisten.
      Ob nun IT Techniker aus Syrien oder Zahnarzt aus Deutschland.
      Wenn das ihre Erkenntnis ist…..
      Man picke sich die Rosinen raus Macht Krall, Othe und Mayer auch.
      Lass andere die Arbeit machen, wir sind beim Ernten dabei.

      Ist nicht böse gemeint, soll nur zum Nachdenken anregen, da sie ja ihre Erkenntnisse veröffentlichen

    • Beachtenswerter Beitrag, Herr Becker. Ihren Links werde ich nachgehen.
      Energie ist in der Tat das A&O, die Grundsubstanz des Universums schlechthin.
      Uns sie steht VOR einem jedem Gedanken. Der Gedanke ist wie die Welle auf
      dem Ozean, der Ozean das Energiereservoir, metaphorisch gesprochen. Ohne Ozean
      keine Gedanken, Ideen, rein gar nichts.
      Ich hätte Ihnen dies aber vermutlich nicht geschrieben, wenn ich nicht "Socke" hätte erwidern wollen:

      Ihre "nicht böse gemeinten" Denkanregungen halte ich für einen großen Humbug.
      Wer nicht für sich selber sorgt, kann auch niemand anderem helfen. Das hat nichts mit Egoismus zu tun. Und wer Familie zu versorgen hat, der sollte sich inzwischen ernsthaft darüber informieren, wo er ihr ein Leben bieten kann.

      Zu schnell wird der sogenannte Egoismus von den Gutmenschen aufgegeben, die ihren einzigen Wert darin sehen, möglichst nicht in Eigeninteresse oder Schutz der eigenen Lebensphäre zu handeln.

      Da liegt ein Selbstwertproblem vor.
      Diese Haltung ist höchst pathologisch.

    • Hallo Gesara,
      Schön das sie sich melden, ich ahne, dass sie alles besser wissen.
      Sei`s drum , aber sie sollten sich fragen, ob ihre Art zu reagieren nicht höchst pathologisch ist.
      Ich versuchte lediglich meine Gedanken zu den einleitenden Worten von Christoph Becker in möglichst klapper Form rüber zu bringen.
      Für wen brechen sie hier eigentlich eine Lanze?
      Für Zahnärzte, oder die armen syrischen IT Spezialisten, oder für all die Gewinner, die immer wissen wo der Wind her weht, für Wendehälse und Opportunisten. Oder wollen sie nur ein wenig Trollen.
      Ich vermute, sie können mich einfach nicht leiden.

    • Warum habe ich keine andere Antwort erwartet?

      Eine der Haupteigenschaften aufgeblähter Egos besteht darin,
      alles, was gesagt wird, auf sich selbst zu beziehen.

  30. Hallo Ken, Hallo Lesergemeinde,
    ich bin von dieser Sendung wenigstens sehr enttäuscht, da es nicht dem Stil entspricht, den ich von Ken bisher kenne.
    Warum?
    Was ich gesehen habe war nur scheinbar eine breit gefächerte Runde. In Wirklichkeit schwadronierten alle 5 und davon zwei der Herren im Besonderen im entfesselten Kapitalismus und eine riesige Bevölkerungsgruppe wurde ausgegrenzt, nämlich diejenigen, die den Kapitalismus als künftige Gesellschaftsordnung nicht Wert erachten, sowie deren Argumente. Der Sozialismus wurde an 2 bis 3 Stellen mit ebenso vielen Sätzen lediglich weggewischt und der Kommunismus wurde noch nicht einmal erwähnt. Wenn dieser Umstand nicht auf Unwissenheit zurückzuführen ist, dann auf maßlose Arroganz.
    Den Versuch eines Sozialismus als Störenfried in der Epoche zu bezeichnen, ohne den hier jetzt alles besser laufen würde schlägt dem Fass ja dabei noch den Boden aus. Ich möchte hier wenigstens daran erinnern, dass nicht der Sozialismus zwei Weltkriege verursacht hat, sondern der Kapitalismus und er wird es wieder tun.
    Das sind einfache Fakten zur Überprüfung der eigenen Meinung, dafür muss man nicht einmal studiert haben.
    Darüber hinaus möchte ich die Frage in den Raum werfen, seit wann der Kapitalismus automatisch Freiheit bedeutet?
    Für wen? Frei sind in Ihm nur diejenigen, die geschickt genug sind, durch einen heiligen Markt, die „ungeschickten“ Gesellschaftsmitglieder um Ihren Lohn zu bringen mit dem diese wiederum Ihre Freiheit leben könnten, wie eine Urlaubsreise in die Welt , schicke neue Kleidung, ein schickes Auto, eine Wohnung, die groß genug ist für vier Personen, sich garantiert gesund ernähren zu können, die Freiheit auf jede vorhandene, notwendige medizinische Hilfe,… usw. Hier bedeutet Freiheit, durch Geschick legal bescheißen zu dürfen und wenn man damit Erfolg hat, setzt es sich eben durch im selbstregulierenden Markt, wie der Herr von der Goldgießerei zu meinen kund tat. Und er hat Recht. Das ist tatsächlich eine Zwangsläufigkeit des Kapitalismus. Das ist Freiheit?
    Auf Ursachen und Alternativen hier weiter einzugehen fehlt mir leider die Zeit und die Möglichkeit, das wäre die Aufgabe von Ken gewesen.
    Schade, das bringt uns um viele tatsächliche Erkenntnisse, anstatt die hinlänglich bekannte, dass der Kapitalismus gar keinen Plan hat als lediglich seinen kriminellen Markt.
    Man merke sich, dass Politik eine Wissenschaft ist und kein solches Geplapper wie hier zu hören war.
    Diese Wissenschaft folgt klaren Prinzipien, von denen hier nichts zu hören war, dafür waren es auch die falschen Gesprächspartner.
    Naja, bis später eben.

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/rotauge/' rel='nofollow'>@Rotauge</a> ….. <i>Hallo Ken, Hallo Lesergemeinde,
      ich bin von dieser Sendung wenigstens sehr enttäuscht, da es nicht dem Stil entspricht, den ich von Ken bisher kenne.
      Warum?…. </i>

      Ich kann Ihrem Kommentar nur zustimmen. Mit einigen kleinen Ausnahmen wirkt die gesammte Debatte wie ein gut durchorganisiertes Propaganda-Megaphon…… Ist kenfm zum Propagandeagenten der Macht- und Profitpsychopathen geworden.?

    • Sorry, aber nach meinem Eindruck wurde wenn überhaupt nur wenige Minuten über Kapitalismus gesprochen. Und über Sozialismus bzw. Kommunismus (als gesellschafts- und wirtschaftstheoretisches Modell) gleich gar nicht. Aber das kann ja in einer folgenden Sendung noch geschehen.

  31. Wenn irgendwelche Wirtschafts"wissenschaftler" sich ausgerechnet auf den Preis einer Sache als Allheilmittel verständigen, und keiner widerspricht, könnte ich echt kotzen…
    Von der Nachfrageseite sieht es erst einmal toll aus: Preis steigt, Nachfrage singt. Bingo.
    Nur: Wie ist es von der Angebotsseite? Da sorgt nämlich gerade ein hoher Preis regelmäßig dafür, dass es sich lohnt, noch das letzte fast ausgestorbene Nashorn- oder Tunfisch-Exemplar zu stellen, und allgemein wesentlich höhere Mühen und Verheerungen (beschönigend "Risiken" genannt) in Kauf zu nehmen, um an das Handeslgut zu kommen. Und so führt uns der Kapitalismus regelmäßig zu Ausrottung und Verwüstung – bis endlich jemandem einfällt, auch mal was einfach zu verbieten.

    Der Preis ist kein Heilmittel. Der Preis ist ein Arschloch.
    Merkt's Euch.

  32. Definiert sich ein Alphamännchen eigentlich dadurch, dass es andere in ihrer Rede unterbricht, sich selber aber nicht unterbrechen lässt? Dann gehören Krall und Mayer dazu, vermute ich, ohne die Redezeiten nachgezählt zu haben.
    Die Konservativen kommen bei Ken, was Anzahl und Redezeit angeht zunehmend besser weg.
    Bei der Diskutantenauswahl hat Ken keinen Vertreter der Arbeiterschaft, ohne Häring abzuwerten, aber er ist ja eher linker Sozialdemokrat, eingeladen. D.h. 70% der Bevölkerung wurden nicht vertreten, ihre Wünsche und Ängste kamen im Gespräch nicht vor. Die haben kein Gold, dass sie im Garten vergraben könnten.
    Ken ist zweifellos ein Meister der Gesprächsführung, immer sehr gut vorbereitet. Gerade deshalb würde ich mir kontroversere Positionen am Tisch wünschen, die er sicher auch händeln könnte.
    Hayeks Theorien schaffen es in der Praxis nicht, die Armen reicher und die Reichen ärmer zu machen, was sie ja auch nicht sollen, d.h., den herrschenden Trend zu stoppen geschweige denn umzukehren. Das ist aber zur Kriegsvermeidung nötig. Wir müssen den asozialen Umgang mit der Arbeiterschaft überwinden, was auch innerhalb des Systems über eine soziale Steuer- und Abgabenpolitik möglich wäre. Es muss doch machbar sein, den Oligarchen, dem Adel und dem Klerus ein alternatives Hobby zur Geldgier, Kriegshetze und Kinderf…..rei vorzuschlagen, mit dem sie leben können.
    Um Missverständnissen vorzubeugen, ich habe sie Sendung in einem Rutsch durchgeschaut, ohne Pausen, Habe mich also nicht gelangweilt. Nur den Trend zur alternativen, nicht neoliberalen Wirtschaftswelt, am Diskutantentisch vermisst.

  33. Klare Empfehlung!!!

    Eine der besten Runden, die ich bei kenfm gesehen habe. Protagonisten mit unterschiedlichen Ansichten diskutieren miteinander. Der interessierte Nutzer hat einen großen Erkenntnisgewinn. Die Gesprächsführung von Ken Jebsen ist phänomenal.

    • "Protagonisten mit unterschiedlichen Ansichten diskutieren miteinander. Der interessierte Nutzer hat einen großen Erkenntnisgewinn."
      Wenn Sie sich auf die unterschiedlichen Erklärungen entlang des Mainstream beziehen, haben Sie recht.
      Nur führen uns die unterschiedlichen Systemvarianten nicht weiter. Ein zukünftiges System muss die Arbeit und das Geld gleichmäßiger und damit gerechter aufteilen. Derivate müssen verboten werden, dass Trennbankensystem wieder eingeführt werden. Die Einkommensunterschiede in einem Betrieb, dürfen nicht mehr als das zehnfache betragen.
      Ein Finanzcrash wäre somit ausgeschlossen.

  34. Gratuliere KenFm zu diesem hochkarätigen Treffen!

    Für mich schade, dass Ken Jebsen in der Frage nach dem Crash nicht thematisierte, ob wir z.B durch Basisdemokratie/Referendum uns retten könnten, zu einem Demokratischen Geldsystem.
    Gleichzeitig fehlten mir Fundamentalfragen zum Zins, ist der Redaktion Thrive bekannt?
    https://www.youtube.com/watch?v=k4lv_3hcE9o
    Gerade die Verinigung Geistiger (Melchisedek Drunvalo/ Merkaaba-Meditetion) und Physikalischer Gesetze ďer Evolution der Entfaltung die beschrieben werden, wären in diesem Zusammenhang interessang gewesen, – also die Grundlagen des Menschseins.
    Wenn nicht so Grundsätzlich, denn die Frage nach dem Jubeljahr, also dem biblisch geplanten Entschuldungsjahr, sowie dem Sabbatjahr, welches auf maximale Umverteilung von oben nach unten abzielt Denn die Argumentation Kralls, vermutlich von Karl Polawny übernommen, dsss der Manchesterkapitalismus Reichtum brachte, gilt ja nur soweit, als an einem bestimmten Punkt, Krieg einfach das bessere Geschäft war, im Sinne des Kapitalismus. Schade, dass diese Fragen nicht angesprochen wurden, hoffe auf ein nächstes mal! Bis dahin, vielen Dank!

  35. Was ich immer noch nicht kapiere am Crash 2008 ist Folgendes:

    Familie Smith will sich ein Häusle bauen lassen, geht zur Bank und leiht sich das Geld dafür.
    Die Bank hat das Geld gar nicht, aber sie schreibt den Betrag aufs Konto der Familie Smith.

    Wenn alles gut läuft, wird das Haus gebaut, Familie Smith zahlt regelmäßig Zinsen und Tilgung.
    Durch die Tilgung wird das Schuldkonto der Familie Smith immer geringer und eines Tages ist es bei Null.
    Das Geld, das vorher nicht da war, hat inzwischen eine Haus entstehen lassen und ist dann wieder verschwunden.
    Nicht verschwunden sind die Beträge, die für Zinsen an die Bank gezahlt wurden. Das ist der Gewinn der Bank.

    Wenn es nicht gut läuft, sondern die Familie irgendwann arbeitslos wird, keine Zinsen und keine Tilgung bezahlen kann, ist am Ende doch auch bloß Geld nicht mehr da, das schon vorher nicht da war. Natürlich auch kein Zinsgewinn für die Bank, aber das sollte doch kein Beinbruch sein. Warum muss also der Steuerzahler ran und die Schulden anderer übernehmen? Warum streicht man nicht einfach die Schuld, die nicht zurückbezahlt werden kann, aus den Büchern? Wem fehlt dann etwas, für das der Steuerzahler aufkommen müsste? Und da haben wir noch gar nicht von halbfertigen oder fertigen Häusern geredet, die jetzt der Bank gehören!

    Wenn ich das nicht begreife, habe ich offenbar noch immer nicht das System verstanden, obwohl ich schon seit ein paar Jahren auch die Geldsendungen bei KenFM und anderen verfolge.

    • Die Sache ist die, Bernhard Meyer:

      1. "Familie Smith will sich ein Häusle bauen lassen, geht zur Bank und leiht sich das Geld dafür. Die Bank hat das Geld gar nicht"

      Dies bedeutet, die Bank verpflichtet sich, das Geld der Familie Smith zu leihen.
      Im Gegenzug verpflichtet sich die Familie Smith, dieses Geld + Zinsen in Raten zurückzuzahlen.
      Es ist schon richtig, das Geld war vorher gar nicht da und wird sozusagen aus dem Nichts geschaffen (Geldschöpfung aus dem Nichts).

      Aber jetzt IST etwas da, nämlich eine gegenseitige Zahlungsverpflichtung. Und die ist etwas wert. Denn sowohl die Bank als auch Familie Smith sind einander verpflichtet, ihre jeweilige Zahlungspflicht zu erfüllen. Verpflichtung heißt, ein Vertragspartner (der Gläubiger) kann den anderen (den Schuldner) zwingen, das zu tun, wozu der sich verpflichtet hat, notfalls auch gerichtlich. Und dann bleibt dem anderen vernünftiger Weise gar nichts anderes übrig als seiner Pflicht nachzukommen.

      Die Bank schuldet (und ist insoweit Schuldnerin) die Auszahlung des Darlehensbetrages an Familie Smith (ihre Gläubigerin dieses Darlehensbetrages). Tut sie dies nicht, muss sie damit rechnen, dass Familie Smith sie verklagt und die Sache damit für sie, die Bank, viel teurer wird als wenn sie das Darlehen gleich ausbezahlt hätte. Denn es kommen dazu Prozesskosten und unter Umständen auch Schadensersatzforderungen der Familie Smith, wenn diese nicht rechtzeitig ihr Haus bauen und darin einziehen kann. Die Bank wird also tunlichst ihre Zahlungspflicht erfüllen.

      Aus den gleichen Gründen wird auch Familie Smith (Schuldnerin der Rückzahlung des Darlehens mit Zinsen) das Darlehen an die Bank (die insoweit Gläubigerin ist) möglichst zurückzahlen und die Zinsen dazu, wie sie es im Vertrag der Bank versprochen hat.

      Diese zwingenden Verpflichtungen sind also etwas wert und stellen daher Vermögenswerte dar. Bank und Kunde haben auf diese Weise gemeinsam Vermögenswerte geschaffen, die vorher gar nicht da waren, nämlich zwei gegenseitige Verpflichtungen.

      2. "Die Bank … schreibt den Betrag aufs Konto der Familie Smith."

      Das ist zu ungenau. Denn es passiert dies: Die Bank überweist den Betrag auf das Konto der Familie Smith. Sie schreibt ihn damit aber nicht nur auf dem Konto der Familie Smith gut, als Guthaben, als Plus. Sondern die Bank bucht den Betrag gleichzeitig von ihrem eigenen Bankkonto ab, als Minus. Dieses Plus und Minus gleichen sich aus, denn es handelt sich beide Male um denselben Darlehensbetrag, nur eben auf der einen Seite um einen Zahlungseingang und auf der anderen Seite um einen Zahlungsausgang.

      3."Das Geld, das vorher nicht da war, hat inzwischen eine Haus entstehen lassen und ist dann wieder verschwunden."

      Nein. Denn hat die Bank mit der Überweisung des Darlehensbetrages ihre Verpflichtung erfüllt, ist damit IHRE Schuld erloschen, sozusagen (wieder) "verschwunden", aber NUR ihre. Zugleich aber ist die Schuld der Familie Smith entstanden, nämlich die Verpflichtung, den erhaltenen Darlehensbetrag zurückzuzahlen und die Zinsen dazu. Das Geld, der Vermögenswert in Form der Zahlungsverpflichtung von Familie Smiith, ist also noch da. Es verschwindet erst (und steckt dann vollständig im Haus), wenn das Darlehen vollständig zurückgezahlt ist. Solange es noch nicht vollständig zurückgezahlt ist, steckt es auch noch nicht (vollständig) im Haus. Der Wert des Hauses ist solange um den Betrag gemindert, der noch nicht zurückgezahlt wurde. Der Wert des Hauses ist also sozusagen gemindert um die noch offene Zahlungsverpflichtung von Familie Smith gegenüber der Bank. Und dieses „gemindert“ ist ganz real, ganz handfest zu verstehen. Denn in Höhe des noch nicht zurückgezahlten Restbetrages ist das Minus der Bank (siehe oben 2.) noch da. Bleibt Familie Smith diesen Restbetrag schuldig, verliert sie ihr Haus durch die Zwangsversteigerung, die dann die Bank einleitet, weil die Bank sich im Vertrag dieses Recht zusätzlich in Form einer Grundschuld oder Hypothek hat einräumen lassen.

      4. "Wenn alles gut läuft, wird das Haus gebaut, Familie Smith zahlt regelmäßig Zinsen und Tilgung.
      Durch die Tilgung wird das Schuldkonto der Familie Smith immer geringer und eines Tages ist es bei Null.
      Das Geld, das vorher nicht da war, hat inzwischen eine Haus entstehen lassen und ist dann wieder verschwunden.
      Nicht verschwunden sind die Beträge, die für Zinsen an die Bank gezahlt wurden. Das ist der Gewinn der Bank."

      Am Ende sind also übrig auf der einen Seite das Haus der Familie Smith und auf der anderen Seite der Zinsgewinn der Bank (und natürlich die mit dem Darlehen bezahlten Gewinne der Baufirmen und Löhne der Arbeiter, die das Haus gebaut haben).

      5. "Wenn es nicht gut läuft, sondern die Familie irgendwann arbeitslos wird, keine Zinsen und keine Tilgung bezahlen kann, ist am Ende doch auch bloß Geld nicht mehr da, das schon vorher nicht da war. Natürlich auch kein Zinsgewinn für die Bank, aber das sollte doch kein Beinbruch sein."

      Nein, das ist gewiss kein Beinbruch, sondern eine Katastrophe, aber meist nicht für die Bank, sondern für Familie Smith. Denn jetzt kommt die ganze Zwangsvollstreckungs- und Zwangsversteigerungsmaschinerie in Gang, mit der die Bank dafür sorgt, dass das Geld (für sie) doch noch da ist (zum Ausgleich ihres Minus, siehe oben 2. und 3.). Familie Smith verliert Ihr Haus, je nach Höhe der Restschuld vielleicht sogar noch mehr oder alles, während die Bank (wenn sie es richtig angestellt und sich in dem Vertrag hinreichend abgesichert hat), ihr Darlehen und die Zinsen zurückerhält und noch dazu satte Verzugszinsen als Entschädigung für die Vertragsverletzung, die sie durch die Familie Smith erlitten hat.

      Auch dann ist übrig auf der einen Seite das Haus (allerdings nicht mehr der Familie Smith, sondern des Ersteigerers) und auf der anderen Seite der Zinsgewinn der Bank. Die Welt ist also heil geblieben (mal abgesehen von dem, was sich für die Familie Smith inzwischen alles abgespielt hat …).

      6. "Warum muss also der Steuerzahler ran und die Schulden anderer übernehmen? Warum streicht man nicht einfach die Schuld, die nicht zurückbezahlt werden kann, aus den Büchern? Wem fehlt dann etwas, für das der Steuerzahler aufkommen müsste?"

      Der Bank fehlt etwas, nämlich dann, wenn sie es NICHT richtig angestellt und sich in dem Vertrag NICHT hinreichend abgesichert hat (vgl. oben 5.). Wenn sie etwa, wie in der Bankenkrise 2007/2008, mehr Darlehen ausgegeben hat, als das Haus wert war. Dann bekommt sie das Geld auch in der Zwangsversteigerung nicht mehr vollständig herein. Dann sieht sie auch bei sich eine Katastrophe, dann wird sie jammern gehen bei der Politik. Und dann ist es Geschmackssache der Politiker, was denen mehr wert ist, das von den Bürgern sauer verdiente Steuergeld oder die Leichtigkeit des Bankerseins. 2008 hat sich die Politik für letzteres entschieden.

    • Erst mal Danke für die ausführliche Antwort.

      "Der Wert des Hauses ist solange um den Betrag gemindert, der noch nicht zurückgezahlt wurde. Der Wert des Hauses ist also sozusagen gemindert um die noch offene Zahlungsverpflichtung von Familie Smith gegenüber der Bank. Und dieses „gemindert“ ist ganz real, ganz handfest zu verstehen. Denn in Höhe des noch nicht zurückgezahlten Restbetrages ist das Minus der Bank (siehe oben 2.) noch da. "

      1. "Real" ist daran gar nichts, denn die Forderung der Bank beruht auf einer "Luftblase", nämlich Fiat Money.
      2. Die Schulden von Familie Smith sind kein minus bei der Bank, sondern ein Plus. Die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen (Volker Pispers lässt grüßen).
      3. Das heißt: das einzige, was wirklcih passieren würde, wäre bei diesem "Schuldenschnitt", also wenn man Familie Smith die Schulden einfach erlässt, dass das VERMÖGEN (nicht die Schulden) der Bank kleiner würde. Kein realer Vermögen, sondern ein aus dem Nichts geschaffenes Vermögen.

      Das ist auch genau der Grund, warum der Schuldenschnitt z.B. bei Griechenland oder den Ländern der dritten Welt nie gemacht wurde. Wäre natürlich möglich, und "REAL" würde gar nichts passieren. Die Menschen leben weiter, sie atmen, arbeiten, … darauf hätte diese fiktive Zahlenschieberei keinen Einfluss.

      Was allerdings bei einem Schuldenschnitt passiert: das Vermögen der Bank ist auf einen Schlag weg. Weil nämlich in ihren Ausführungen die Bank eben kein minus und Familie Smith kein plus auf dem Konto hat, sondern genau anders herum. Familie Smith hat Schulden, die Bank hat dadurch ein Plus in Form von Ansprüchen. Das ist doch der ganze Trick dabei. Es wäre problemlos möglich, einfach alle Schulden zu erlassen – passieren würde gar nichts negatives.
      Nur das gesamte FIAT-Money System, die Banken und wer da alles dahinter steht würde auf einen Schlag seine Macht verlieren, darum geht es. Darum ist das Thema tabu. Obwohl es so einfach wäre.
      Mit echten Forderungen hat das nichts zu tun, weil die Bank ja nicht ihr eigenes Geld verleiht (dann wäre es tatsächlich ein Problem), sondern nur Vermögen in Form von Ansprüchen aus Schuldrückzahlung aus dem Nichts generiert, und das wäre halt dann weg.

    • "Real" ist daran gar nichts, denn die Forderung der Bank beruht auf einer "Luftblase"?
      Falsch, Volume (ich bitte um Nachsicht wegen des barschen Tons). Keine Luftblase, sondern eine rechtliche Verpflichtung. Und wie real die ist, merkt man genau dann, wenn man sie nicht erfüllt und all die Zwangsmittel zu spüren bekommt, die das Rechtssystem zu bieten hat.

      "Die Schulden von Familie Smith sind kein minus bei der Bank, sondern ein Plus. Die Schulden des einen sind das Vermögen des anderen." – Beides richtig, und genau das habe ich ja geschrieben. Was für den Gläubiger ein Plus ist, ist für den Schuldner ein Minus. Es kommt immer nur darauf an, von welcher Schuld man spricht: Der Käufer schuldet den Kaufpreis, und der Verkäufer ist deshalb Gläubiger dieser Kaufpreisschuld, wohingegen der Verkäufer das Gekaufte schuldet, weshalb insoweit der Käufer sein Gläubiger ist. Und deshalb ist auch richtig, was Sie unter 3. schreiben, denn genau das habe ich ausgeführt, nur mit etwas anderen Worten.

      "Es wäre problemlos möglich, einfach alle Schulden zu erlassen – passieren würde gar nichts negatives." Doch, der Bank würde das Negative passieren, dass sie dann weniger Vermögen hat. Und damit – natürlich – weniger Macht. Die Frage ist doch nur: Wie reagiert die Bank darauf, lässt sie sich das gefallen, muss sie sich das gefallen lassen? Eine Forderung ist eine Forderung, ob aus dem Nichts geschaffen oder nicht. Denn sie ist eine Rechtsposition, eine vom Recht anerkannte Position, die notfalls auch durchgesetzt werden kann. Sie wäre nur dann keine Rechtsposition mehr, wenn der Bank dieses Recht genommen würde, z.B. durch einen gesetzlich verordneten Schuldenerlass zugunsten ihres Kunden.

      Und jetzt endlich sind wir bei dem Punkt, wo das Ganze politisch brisant wird: Rechtspositionen lassen sich schön logisch erklären. Die Frage ist aber, bis zu welchem Grad sie auch schützenswert sind. Sind Rechtspositionen schützenswert, wenn ihnen kein realer Gegenwert gegenübersteht? Wenn also im vorherigen Beispiel die Bank ein Darlehen gibt von 500.000 € und es anschließend, notfalls mit staatlicher Gewalt, zurückfordert für ein Haus, das nur 100.000 € wert ist. Und wenn alle staatliche Gewalt nichts nützt, weil bei dem Kunden einfach nichts mehr zu holen ist: müssen dann die anderen für ihn einspringen, die Steuerzahler, mit deren Steuergeldern dann die Bank "gerettet" wird? Und wenn die Politik das so will: wie lange kann das gut gehen, wenn es immer weitere Kreise zieht, wenn immer mehr solcher Banken "gerettet" werden wollen? Das ist doch die Frage, um die es geht. Und diese Frage ist politisch zu beantworten, nicht nur rechtlich. Mit dem Recht können Sie alles regeln (naja, vieles), es fragt sich immer nur, bis zu welchem Grad es sinnvoll ist.

      Noch deutlicher wird es vielleicht, wenn man es mit einem anderen einfachen Beispiel vergleicht: ein Handwerker schafft ein Werk sozusagen aus dem Nichts. Denn solange er nichts tut, ist das Werk nicht da. Erst wenn er seine Arbeitskraft und seine Fähigkeiten einbringt, entsteht das, was es vorher nicht gab. Hier wird man unschwer bejahen, dass das, was er erschafft, sinnvoll ist, und dass er deshalb den Schutz des Rechts verdient hat. Schafft man hingegen Geld aus dem Nichts, bedeutet das noch lange nicht, dass damit etwas Sinnvolles entstanden ist, das durch das Recht mit allen Mitteln verteidigt werden muss, auch wenn das Recht damit zum Unrecht wird.

    • Im Grunde ist es nur wesentlich, sich zu vergegenwärtigen, daß Geld gleich Macht ist, ganz so wie es Herr Müller, Dirk Müller, im Gespräch bei KenFM verdeutlichte.
      Alle Prozeduren im kapitalistischen System, einerlei wie komplex sie erscheinen mögen, sind nur dazu geschaffen, diese Macht zu festigen, zu verewigen und zu vermehren.

      Die Kompliziertheit der Verfahrensweisen sind nur weiteres Teil einer Verschleierungstaktik für die Mehrheit, aber auch dem Umstand dieses absurden Wettbewerbs, welcher auch die Hauptakteure einschließt, geschuldet.

      Deshalb ist es innerhalb dieses Systems auch absurd anzunehmen, daß man etwas Anderes erwarten könnte, als das Chaos das wir haben.

      Beispielhaft ist auch der sog. CumEx-Skandal, der mal mehr, mal weniger, durch die Medien getrieben wird. Hin und wieder wird darauf fokussiert, um zu zeigen, seht her, hier ist der Exzess.
      Es wird so getan als sei Korruption nicht integraler Bestandteil des Systems. Geld macht Recht. Geld bricht Recht. Es ist verrechtlichte Kriminalität im Ganzen, im Dienste einer dünnen Oberschicht.

    • Ja, Box, so einfach ist es im Grunde. Und alles, was darum herumgemacht wird, verschleiert es im Grunde nur. Und wenn die einflussreichen Leute, die hinter all dem stehen, begründet und gerechtfertigt haben wollen, dass es nur so geht und nur so sein kann, wie sie es wünschen, ist ihnen oft genug das Recht mit seiner in sich stimmigen Argumentationsweise ein willkommenes Instrument dazu. Besonders dann, wenn diese Leute dieses Recht durch Einflussnahme auf die Gesetzgebung selbst geschaffen haben. Denn eine juristische Schlussfolgerung kann nur in dem durch die Gesetze vorgegebenen Rahmen in sich stimmig sein bzw. stimmig erscheinen.

    • Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich sehe jetzt etwas klarer. Zunächst habe ich die Sache mit den "Zahlungsverpflichtungen" misstrauisch beäugt, aber letztlich hat das Argument vom Handwerker überzeugt, der mit seinen Händen aus dem Nichts einen Wert schafft, der durch Zahlungsverpflichtungen geschützt ist.
      Und das führt natürlich zur Eigentumsfrage, die wahrscheinlich der Knackpunkt ist. Auch hier kann man nicht einfach sagen, das ist gut oder schlecht, es kommt auf die Art des Eigentums an und auf die "Spielregeln" die drumherum gestrickt worden sind.
      Eigentum von Grund und Boden geht meiner Meinung nach überhaupt nicht, da kann es nur wohldurchdachte Nutzungsregeln geben. Und so sehe ich es auch bei den "Einrichtungen zur Daseinsvorsorge": Medizinische Versorgung allein privatem Profitstreben zu überlassen führt zu absurden Zuständen u.a. keine Kreißsäle mehr in weitem Umkreis. Usw.
      Dann wäre noch die Frage nach Eigentum und Macht wichtig. Es gibt eine schöne Veranschaulichung von der Menge des vorhandenen Geldes im Krimi "Der große Plan" von Wolfgang Schorlau. Es ist so viel, dass man davon zwölfmal die ganze Erde und was darauf ist kaufen könnte. Es kann also nur zu einem Bruchteil mit "realen" Werten verbunden sein. Da dieses Geld aber zu Macht verhilft, hat es für die Besitzer bzw. Verwalter doch einen Sinn. Und das heißt doch nichts anderes, als dass große Geldmengen notwendig Korruption sind, weil sie nichts Demokratisches an sich haben, aber einzelne mächtig machen.

    • Hallo, Bernhard Meyer,

      danke für das Feedback. Ich dachte schon, das versteht wieder keiner.

      Klar, die Eigentumsfrage und die Frage, wie dieses Eigentum entsteht und bei wem, ist seit jeher das zentrale Thema.
      „Eigentum verpflichtet“ heißt es so schön, kurz und knackig im Grundgesetz. Eigentum ist ein Grundrecht wie etliche andere auch. Aber wenn man dann Staats- und Verfassungsrecht studiert, bekommt man plötzlich beigebracht, dass Grundrechte Schranken haben/brauchen. Vom Grundsatz her ist es ja richtig, Rechte brauchen Schranken. Denn wenn einer sein Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit so maßlos ausweitet, dass er massiv in die Rechte auf freie Entfaltung der Persönlichkeit anderer eingreift, kann das nicht richtig sein.

      Die Frage ist nur: Wo "hört ein Grundrecht auf" und wo fangen seine Schranken an, und wer legt überhaupt diese Schranken fest und wie, d.h. wie weit oder eng zieht man die Grenzen eines Grundrechts? Die Antwort auf diese Frage ist eine Frage des politischen Willens, je nachdem, wie viel Freiheit, wie viel von einem Grundrecht die Politik dem Bürger zugestehen will, und inwieweit der Bürger sich dies gefallen lässt/gefallen lassen muss.

      Auf das Eigentum bezogen bedeutet das, dass politisch eine Entscheidung getroffen werden muss, welches Eigentum wessen vom Recht geschützt wird, wie und in welchem Umfang. Schützt der Staat unserer Oma ihr klein Häuschen, unsere Renten, das zu unserem Lebensunterhalt notwendige Einkommen, unser Sparkonto (nur bis 100.000 € oder auch darüber hinaus?) oder schützt er lieber superreiche Erben, Banken und deren Management, die Schöpfung überflüssigen Geldes aus dem Nichts usw.?

    • Das System ist sehr komplex und deshalb nicht einfach zu verstehen. Bei diesem Gespräch wurde auch keine "Aufklärung" betrieben sondern alles was es so gibt mal angesprochen oder in den mehr oder weniger erkannten Zusammenhängen der "Speuialisten" sehr unausgegoren zur Diskussion gebracht.
      Das Geldystem ist sicher nicht die Ursache allen Übel, sondern wohl eher eine Eigenschaft eines übergeordneten gesellschaftlich-ökonomischen Systems. Hier ist eine gegeseitige aufschaukelnde Wirkung zwischen gesellschaftlichen Notwendigkeiten, ökonomischen Regelungen (die oft als "Gesetzte des Marktes" benannt werden) und der Notwendigkeit diese ökonomischen Regelungen umzusetzten (mittles "Geld") zu erkennen.
      In dieser Diskussionsrunden wurde "nur" über eine Ebene der "Geldzirkulation" gesprochen, über die Ebene der "kleinen Leute" die ihr Leben dadurch strukturien, dass sie mittels Geld konsumieren.
      Es gibt jedoch noch die Ebene der Transaktionen zwischen den Geshäftsbanken und die Ebene der Transaktionen zwischen den Geschäftsbanken und der Zentralbank und die Abstimmung zwischen den Zentralbanken. Die Regelung (keine Gesetze und schon garnicht Naturgesetze) wirken ebenfalls bis auf die unterste Ebene. Deshalb können Sie die das System nicht verstehen, ihnen fehlen die notwendigen Informationen dazu. Würden die Menschen das System verstehen, wäre das wohl der letzte Tag seiner Existenz.

    • Da citoyen in einem anderen Kommentar auf diesen interessanten Disskusionsstrang verwies, ergänze ich hier mal als Link meine dortige Ergänzung

      https://kenfm.de/kenfm-spotlight-ernst-wolff-ueber-private-geldschoepfung-durch-banken/#comment-196324

      Viele Grüße in die Runde

  36. Inhaltlich war es nicht so ergiebig, mir hat's trotzdem gefallen als Sozialstudie.

    Ich habe mir jetzt einige Bücher zur sozialistischen Ökonomie bestellt und hätte da in Zukunft auch Interesse am direkten Austausch. Die Maßgrößen zur Wirtschaftsplanung sind ganz andere und daß das BIP eine absurde, eher menschenunfreundliche Meßgröße ist hat sich dank Volker Pispers inzwischen rumgesprochen. Daneben ist jede Steuervergünstigung wie auch jede gezahlte Subvention ein planwirtschaftliches Mittel. Auch Wettbewerb ist planwirtschaft skompatibel und wo die Verantwortlichkeit nicht ausreichend über das gemeinsame Anliegen abgedeckt wurde, gilt es sich andere Strategien zu überlegen.

    Das alle 4 Teilnehmer Demokratie offensichtlich einzig mit kapitalistischem Wirtschaftssystem zu denken vermögen hat mich erschrocken – hier herrscht mMn Nachholebedarf.

    • Empfehlung von mir, falls Sie sie nicht schon kennen bzw. sie nicht unter den bestellten Büchern sind:

      – Bernd Senf, Der Nebel um das Geld (Prof. Senf hat die besondere Gabe, Kompliziertes verständlich zu erklären)
      – Peter Haisenko/Hubert von Brunn, Die Humane Marktwirtschaft
      – Daniel Stelter, Das Märchen vom reichen Land
      – Ernst Wolff, Finanz Zunami

      Hierzu gibt es (im Falle von Zeitmangel oder als ersten Einstieg) auch aufschlussreiche Videos.

    • „Das alle 4 Teilnehmer Demokratie offensichtlich einzig mit kapitalistischem Wirtschaftssystem zu denken vermögen hat mich erschrocken – hier herrscht mMn Nachholebedarf.“

      Da möchte ich Norbert Häring in Schutz nehmen. An keiner Stelle hat er seine Vorstellungen von möglichen Alternativen ausbreiten können. Er hat immer nur argumentativ auf andere reagieren können und blieb so notwendigerweise innerhalb deren Denksystem.

    • Ahoi, ich habe die Liste erweitert um Die Humane Marktwirtschaft und So funktioniert die Wirtschaft von Norbert Häring. Danke für die Hinweise, (mein Zeitfenster dafür ist recht groß, 2-4 Monate beiläufig..)

  37. "der kapitalismus hat die armut vom feudalismus geerbt"
    schon krass wie immer noch versucht wird, die menschen für dumm zu verkaufen
    feudalismus, monarchie, republik, demokratie, kirchenstaat, was auch immer, seit der zeit der römer findet das alles im kapitalismus statt, wo heute geld aus dem nichts durch nullen und einsen oder drucker geschaffen wird, haben die römer münzen geprägt, neue erzvorkommen erobert (u.a. Las Médulas, größte goldmine des römischen reiches) oder münzen entwertet (z.b. wurde der silbergehalt von münzen während des zweiten punischen krieges um 30 prozent herabgesetzt)
    "Tragen mussten die Folgen der Münzentwertung (Inflation) immer die einfachen und ungebildeten Volksschichten" (wiki)
    eine kleine oberschicht nimmt sich rechte heraus, die sie dem rest der bevölkerung verwehrt oder nur teilweise zugesteht
    "Das römische Recht kann man ohne weiteres als die Grundlage unserer modernen Verfassungen betrachten."
    was bringt die beste demokratie, wenn man das worüber man abstimmt nicht besitzt …
    es ist kein zufall, dass vermögen nicht veröffentlicht werden, gäbe es z.b. ein buch in form eines grundstücksatlas oder eine auflistung aller firmenanteile hätten wir eine völlig andere sicht auf die größten besitzstände in deutschland / europa
    eine positionsrunde mit historikern wäre hilfreich, damit nachvollziehbar wird, welche herrscher an welchen geldbeuteln hingen und unsere geschichte "einen sinn ergibt"

  38. Heute, nachdem ich eine Nach darüber geschlafen habe, frage ich mich: Was ist hängen geblieben? Was ist mir klarer geworden? Ehrliche Antwort: Fast nix.
    Dieses Format habe ich auch immer gefeiert und mich gefreut, wenn's wieder mal soweit war – aber wenn ich ehrlich bin, das Format bringt viel weniger, sehr viel weniger als die Einzelgespräche. Zwar fehlt bei den Einzelgesprächen die schnelle Erwiderung, aber man kann viel ruhiger und darum umfassender ein Thema ausloten. Meistens fühle ich mich nach so einem Einzelgespräch viel zufriedener als nach der Supershow. Da rücken oft die Persönlichkeiten im Wettstreit untereinander in den Vordergrund und das ist nicht, was ich suche; das habe ich im TV schon bei Christiansen ab- und nie wieder eingeschaltet.

    • Ergänzung: Allein, dass es stattgefunden hat, das öffentliche Gespräch mit unterschiedlichen Leuten, die außerhalb des Mainstreams stehen, hat Herr Otte lobend hervorgehoben. Da ist natürlich was dran. Aber ist das nicht zu wenig?

    • Ahoi, vielleicht hängt es mit dem Thema zusammen, vielleicht hätte Norbert Häring auch mehr zu sagen gehabt?
      Bei mir ist's die Lieblingssendung, ich habe insbesondere von den ersten 15 Folgen enorm profitiert, durch die verschiedenen Personen ist ein breiter Bogen aufgespannt worden, anschließend hatte man die Schlagworte um leicht weiter suchen zu können und auch eine Vorstellung, welche Position einen speziell anspricht.
      Auf die Lösungen zum Thema Verkehr bin ich auch schon gespannt..

  39. Vielen lieben Dank an KenFM und seine Gäste!

    Mein bescheidener Beitrag dazu:

    "Wenn 147 Konzerne die ganze Wirtschaft kontrollieren…
    Im Zentrum steht der britische Finanzmulti Barclays." (Daten sind von 2011)

    Quelle: https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Wenn-147-Konzerne-die-ganze-Wirtschaft–kontrollieren-/story/24530287

    Die Studie dahinter ist hier zu finden: https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0025995

    Schaut mal, was wir Völker fast aller Staaten für Schulden aktuell haben…

    Dazu ein Vorschlag, auf was wir zustreben sollten:
    https://www.fondsprofessionell.de/news/maerkte/headline/die-glorreichen-fuenf-die-letzten-laender-weltweit-ohne-schulden-118226/

  40. „Alles ist Energie, und dazu ist nicht mehr zu sagen. Wenn du dich einschwingst in die Frequenz der Wirklichkeit, die du anstrebst, dann kannst du nicht verhindern, dass sich diese manifestiert. Es kann nicht anders sein. Das ist nicht Philosophie. Das ist Physik
    -Albert Einstein-

    Deshalb haben wir uns letzte Nacht gedacht mal ganz neue Wege zu gehen und einfach statt eines Komentares
    Musik als Reaktion zu produzieren.
    Vielleicht gelingt es uns damit KenFM und seine dialektische Vielfalt auch finanziell zu Unterstuetzen
    und die Community ueber die Sprachgrenzen hinweg bekannt zu machen, (Die Macher)

    "good times are gone…"by Henri Bauer

    https://soundcloud.com/bridget-may-658886531/good-times-are-gone

  41. Wenn überhaupt, dann diente die Sendung dazu, einen distanzierten Blick auf die Argumente von MPS-Neoliberalisten zu werfen.
    Auch die, die schon ein Stück weit wach sind oder sich so geben, sind so dermaßen in Dogmen und Glaubenssätzen gefangen, man kann es kaum glauben.

  42. Krall war das bulligste Alpha-Männchen, der dem Gespräch massiv geschadet hat; leider wurde er durch den Moderator nicht gezügelt (vermutlich, weil dem als weiterem Alphamännchen das nicht weiter aufgefallen ist.) Seine Position (Kapitalismus vom Staat nicht behelligt = super) kam zwar überdeutlich rüber, aber die Relativierungen dieser Position durch Otte kamen aufgrund dessen zivileren Charakters nicht richtig rüber. Schade, dass sich Norbert Häring nur gelegentlich wehrte.
    Ich finde, statt selber lange Tiraden als als Antwort auf Krall doppelt so schnell herunter zu rattern, hätte Herr Jebsen einfach mal sagen sollen: „Wie finden Sie das, Herr Otte?“

    • @…. Bernhard Meyer …. "Krall war das bulligste Alpha-Männchen, der dem Gespräch massiv geschadet hat; leider wurde er durch den Moderator….."

      Dem kann man nur zustimmen….. Kenfm neu, als Macht-und Profitgangster Propaganda Agent.????….. wie es in letzter Zeit erscheint, wurde dieses vorher recht informative Portal umgedreht

    • "Alpha-Männchen" – was sind das denn für idiotische und rassistische Kategorisierungen??? Dümmer und dämlicher geht's offenbar immer noch, auch und gerade bei selbsternannten "Bessermenschen". Abartig!

    • Gestrenger Michaelis,
      "Alpha-Männchen" ist ein Fachbegriff aus der Verhaltensbiologie und bezeichnet in der Tierwelt nicht eine Rasse sondern den Anführer einer Herde. Dieser Begriff wird, zumindest in Intellektuellenkreisen, verbreitet auch auf Menschen angewendet, um deren dominantes Verhalten in einer Gruppe zu ironisieren. So viel Ironie muss erlaubt sein. Und ich versichere Ihnen, unter politisch korrekten Gesichtspunkten ist das völlig unproblematisch.
      Schön übrigens, wenn Sie Menschen mit Sinn für Ironie für "Bessermenschen" halten. Aber darf ich fragen, woher Sie denn wissen, dass diese sich selbst dazu ernannt haben?

  43. Wenn in einer Debatte über die Finanzkrise das Geldsytem mit seinem ihm wie notwendig innewohnenden wertfreien Wachstumszwang nicht auch substanziell in Frage gestellt wird, scheint mir das Thema weitestgehend verfehlt.

    (Zins und Zinseszinz ? Freigeld ? Professor Senf ? Dirk Müller ? Der Josefspfennig ? Hatten wir das nicht schon ein wenig verstanden ? Daß monetäres Wachstum wie notwendig ins Katastrophale mündet ?)

    Das durch Herrn Krall vertretene neoliberale Glaubensbekenntnis zum reinen Markt und seinen heilsamen sozialen Wirkungen hin ist an gemeingefährlicher Wirklichkeitsferne kaum zu überbieten. Meines bescheidenen Erachtens.

    Als ob die Menschen von Hause aus so geldgierig, blutarm und einfallslos unterwegs wären, wie Herr Mayer entlang seiner schlußendlichen Investitionsempfehlungen.

    Was sind das für Typen ? Die an den gemeingefährlichen Verwerfungen ihrer Geldmaschine so ziemlich ganz erheblich vorbei schauen können ? Als ob es keinen Imperialismus gäbe. Als ob es keinen miltärisch industriellen Komplex gäbe. Keine Natoangriffskriege. Keine ökologischen Katastrophen. Als ob der gute Kapitalismus damit ganz und gar nichts zu tun hätte.

    Hatte Aufklärungswert. Auch diese Sendung. Über die Ignoranzpotentiale von Geldmenschen. Für mich. Die Herren Otte und Häring als Korrektive waren mir viel zu brav. Aber gut. Vier Stühle … vier Meinungen. So isses eben, wenn Demokratie am Start ist.

    • Demokratie war nicht am Start. In diesem Mikrokosmos, der dieser Positionen-Sendung, war es eine Darstellung des gesamtgesellschaftlichen Zustandes. Der vermeintlich Stärkere, meist jedoch eher der Skrupellosere, setzt sich durch.

      Aus dem Umstand besonders korrupt und verlogen zu sein, läßt sich schwerlich eine Legitimation konstruieren. Für eine Demokratie braucht es auch ein demokratisches Prozedere.

      Anbei, ohne auf prozedurale Details einzugehen. Manches läßt sich jedoch herleiten:

      Klassische Wege des Demokratiemanagements
      systematische Verschiebung des Demokratiebegriffs

      Da Demokratie in ihrem Kern Einhegung von Macht bedeutet, also einen permanenten Kampf gegen illegitime Macht, bestand die Reaktion der Machteliten seit jeher darin, ihr mit einer Konterrevolution zu begegnen.

      Moderne Erfolgsgeschichte der „Demokratie“ beruht auf einem schlichten Trick einer systematischen Bedeutungsverschiebung des Demokratiebegriffs.

      Die Idee der „repräsentativen Demokratie“ diente von Anfang an der Demokratieabwehr und wurde „als ein Mittel verstanden, um das Volk von der Politik fernzuhalten“ und „eine besitzende Oligarchie mit der Unterstützung der Masse der Bevölkerung über Wahlen an der Macht zu halten.“

      Ellen Meiksins Wood (2010). Demokratie kontra Kapitalismus.

      (…)

      „Die ausgebeuteten Massen sollen zwar die Überzeugung, d.h. die Illusion hegen, daß sie durch den richtigen Gebrauch des Stimmzettels ihr Schicksal selbst in der Hand haben, daß es also ihre eigene Schuld ist, wenn sie nicht zufrieden sind.

      Aber in der Praxis ist durch eine geschickte Struktur des politisch-parlamentarischen Apparates dafür gesorgt, daß der Wille der Massen keine politische Wirksamkeit haben kann.“

      Anton Pannekoek (1952/2008)
      Arbeiterräte. Texte zur sozialen Revolution. Germinal Verlag.

      (…)

      Wie läßt sich das Volk „von der Politik fernhalten?“

      Man muß das Bewußtsein der Bürger so manipulieren, daß sie unfähig sind, angemessene Schlüsse aus ihren politischen Erfahrungen zu ziehen, nämlich zu begreifen, daß sie an allen relevanten Entscheidungen keinen Anteil haben.

      – durch Indoktrination
      ein „falsches Bewußtsein“ und Falsch-Identitäten erzeugen

      – Gefühl der Ohnmacht und Angst induzieren
      >Erhöht die Status quo-Neigung

      – durch Konsumismus, mediale Überflutung mit Nichtigkeiten, Infantilisierung u.ä. die politische Apathie verstärken

      – durch ein geeignetes Empörungsmanagement das Veränderungsbedürfnis der Bürger auf Scheinziele ablenken
      (Rainer Mausfeld: Neue Wege des Demokratiemanagements)

      Und:
      Zu einer Elitendemokratie, wie sie sich in den gegenwärtigen Formen einer repräsentativen Demokratie ausdrückt, gibt es eine Vielzahl von sorgfältig ausgearbeiteten Alternativen, die der Leitidee von Demokratie sehr viel näherkommen. Sie werden – häufig unter Stichworten wie „partizipatorische Demokratie“, „Radikaldemokratie“ oder „Rätedemokratie“ – in der entsprechenden Literatur seit je intensiv diskutiert. Interessanterweise sind sie jedoch in der öffentlichen Diskussion praktisch nicht präsent und gleichsam unsichtbar. Diese Unsichtbarkeit von ernsthaft demokratischen Alternativen ist selbst wiederum Folge einer jahrzehntelangen Indoktrination, in der die gegenwärtige Form einer „repräsentativen Demokratie“ nicht nur als beste Form von Demokratie vermittelt wird, sondern auch als alternativlos, da sie die einzig praktikable Realisierung der Leitidee von Demokratie sei
      (…)
      Durch die Indoktrination einer Alternativlosigkeit von repräsentativer Demokratie haben wir im gesellschaftlichen Gedächtnis die eigentlichen geschichtlichen Triebfedern dieser Form der Elitenherrschaft vergessen und sind gar nicht mehr in der Lage zu erkennen, dass die Idee einer repräsentativen Demokratie gerade zur Abwehr von wirklicher Demokratie entstanden ist.
      (Rainer Mausfeld, Warum schweigen die Lämmer? Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören)

      Und:
      Macht euch bewusst, dass unsere repräsentative Demokratie der optimal legalisierende Schutzmantel des Kapitalismus ist. Lest in Hannah Arendts Buch «Über die Revolution», weshalb sie der Meinung ist, dass die Parlamente «nicht mehr als Organe der Volksmacht anzusehen (sind), sondern als sehr wirksame Hilfsmittel, diese Macht einzuschränken und zu kontrollieren». Versucht zu verstehen, weshalb diese nach Belieben vereinnahmte Philosophin die repräsentative Demokratie durch ein Rätesystem ersetzen wollte. Erkundigt euch danach. Auch über die Vorzüge gebundener Mandate. Und über eine Zusammensetzung von Parlamenten, die nicht nur von Parteien bestimmt wird. Fragt, weshalb die Jusos und die Grünen einst mit entschiedenen Forderungen nach Rätestrukturen gescheitert sind.
      ( Daniela Dahn, Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute / Die Einheit – eine Abrechnung)

  44. "wann, wie, was passiert" – ja, volume, genau das wäre es doch gewesen. Warum denn so viel Ehrfurcht vor einigen der Herren, Herr Jebsen?

    Wann kommt er denn nun wirklich, der ganz große Crash? Und warum denn genau dann?
    Oder kann man das vielleicht doch nicht so genau vorhersagen? Und falls man es nicht vorhersagen kann: warum denn nicht, was im einzelnen sind denn die Gründe dafür?
    Jedenfalls lobe ich mir da die Ehrlichkeit und Bescheidenheit eines Ernst Wolff, der sich wohltuend von manch anderem abhebt, indem er unumwunden einräumt, dass er sich außerstande sieht, einen genauen Zeitpunkt zu nennen (https://www.youtube.com/watch?v=bMiIbJnsCIs).

    Und wenn er kommt, der ganz große Crash, was genau passiert denn dann alles? Verfinstert sich dann die Sonne? Wen trifft es wie und warum? Und wen trifft es nicht? Muss ich Angst haben, wenn er kommt, oder vielleicht nur dann, wenn ich an den Finanzmärkten oder in Immobilien investiert habe?

    Oder verliere ich dann meine Rente? Aber was ist, wenn alle (von uns) ihre Rente verlieren? Schlagen wir uns dann alle tot? Oder finden wir auch diesmal wieder Wege, wie wir trotzdem überleben – vielleicht gerade deshalb, weil alle (von uns) keine Rente mehr haben, es uns allen also gleich geht? Ist dann nicht der Staat gezwungen, sich endlich mal etwas Neues einfallen zu lassen? Oder nehmen das dann sowieso wir selbst in die Hand?

    Mir war mindestens einer der Herren schon immer etwas suspekt, weil er allzu sehr mit seinen eigenen Geschäften bzw. beruflichen Tätigkeiten in der Finanzwelt mitmischt. Welche Gewinne kann man von seinen Kunden generieren, wenn man ihnen vom bevorstehenden großen Crash erzählt, vielleicht sogar noch dessen genaues Datum voraussagt, auffälliger weise ausgerechnet das Ende des soeben erst begonnenen Jahres? Das sieht mir schon sehr nach "mal-eben-schnell-Kasse-machen" aus.

    Und ja, cyberzaurus, dieses Gespräch, das sich in viel zu viele und nicht selten zweifelhafte Details verliert, zeigt mir geradezu exemplarisch: wenn wir nicht nur Kluges (oder gar nur klug Klingendes) von uns geben, sondern darüber hinaus auch ins wirkungsvolle Handeln kommen wollen, werden wir wohl nicht umhin können, unser Handeln erst einmal auf eigenes intensives Nachdenken zu konzentrieren, Think Tanks zu bilden mit einer geballten Ansammlung von Sachverstand, so wie die Eliten, damit wir ihnen gewachsen sind. Nur so werden wir ihnen ernsthaft etwas entgegenzusetzen haben. Sie haben uns natürlich voraus, dass sie entsprechend bezahlt werden und dadurch genügend Zeit und Mittel haben, ihre Erkenntnisse zu entwickeln und in die Tat umzusetzen.

    • Vor dem Handeln auf intensives Nachdenken konzentrieren? Thinktanks mit geballtem Sachverstand bilden? Den Eliten etwas entgegensetzen? Das alles aber erst, wenn wir genügend Zeit und Mittel haben? Das klingt für mich nach Prokrastination.

      Was ist der erste konkrete, machbare und dann auch tatsächlich gemacht werdende Schritt auf dem Weg in eine Welt, in der auch noch unsere Kindeskindergenerationen ein »gelingendes Leben« führen können?

    • Wir beide hatten (vermutlich) schon mal auf der Diem25-Webseite im Forum zum Thema "Green New Deal" diskutiert, weil es den Namen Citoyen nicht so oft geben wird.
      Es ging auch über Arne Pfeilsticker, der die Diskussion bei den Piraten auf ein sehr hohes Niveau gebracht hätte. Wie es der Verein Monetative aber auf seiner Webseite mitteilt, ist dieser leider verstorben.

      Was Ernst Wolff betrifft, stimme ich mit ihm in der Problemanalyse eigentlich immer überein. Das einzige Video von ihm, wo ich mir nicht ganz sicher bin, ob ich mit ihm übereinstimme, ist folgendes:
      "Wann? Warum? Wie? Und was können wir tun? "

      Ich habe jedenfalls den Eindruck, dass es außer solchen Personen wie Franz Hörmann kaum jemandem bewusst ist, dass unser Geld gar nicht funktioniert. Ob sein Info-Money funktioniert, kann ich nicht genau wissen.

    • Nein, cyberzaurus, nicht Prokrastination sondern das genaue Gegenteil davon.

      Mit dem Handeln natürlich sofort beginnen, aber zuerst einmal auf einem soliden Fundament aufbauend ein wohl durchdachtes, tragfähiges Konzept entwickeln. Wenn man ein ganzes System aus den Angeln heben will, ein ganzes System (!) wohl gemerkt, muss man schon genau werden und sagen können, was man im Detail verändern will und vor allem – das sehe ich leider weit und breit nicht – wie denn nun ganz konkret. Denn jedes System, wenn es Bestand hat, ist sehr weitgehend entwickelt und kann sich daher als in sich stimmig darstellen. Will man von seinen Anhängern als ernst zu nehmender Gegner wahrgenommen werden, muss man sich schon die Mühe machen, sich nicht nur intensiv mit dem System auseinander zu setzen und seine Schwachstellen zu entlarven, sondern auch überzeugend und detailliert darlegen, mit welchen Gegenkonzepten im einzelnen man diese Schwachstellen beseitigen will. Und das muss man dann auch so allgemein verständlich wie möglich darstellen können, wenn es Wirkung entfalten soll, und dies ist nochmals eine Kunst für sich.

      Solch ein großer Wurf fehlt doch heute in unserer schnelllebigen Zeit, die offenbar viel zu abgelenkt ist, um einmal über Jahre hinweg (ja, wahrscheinlich braucht es dazu Jahre, lieber cyberzaurus, leider) alles ganz neu zu durchdenken und daraus sinnvolle Schlussfolgerungen zu ziehen, die vor allem eines sein müssen: praktikabel. Sie müssen über theoretische Erwägungen hinaus in der Lebenswirklichkeit, im ganz banalen Alltag des Einzelnen unmittelbar anwendbar sein.

      Lieber cyberzaurus, ich fürchte, wir werden nicht umhin kommen, erst einmal gründlich unsere Hausaufgaben zu machen. Solange aber jemandem wie mir berufsbedingt die Zeit und die Möglichkeiten dazu fehlen, widme man sich lieber umso intensiver dem, was man "im Kleinen" vor Ort bewirken kann, in seinem Beruf, in seiner Familie, in seinem Freundes- und Bekanntenkreis, vielleicht auch in der Nachbarschaft, ganz konkret und ganz bewusst auf den Einzelfall bezogen. Das unterschätzt man nämlich viel zu sehr, und es wird daher meist nur mitleidig belächelt. Man muss keineswegs auch nur im geringsten etwas mit der Religion am Hut haben, um zu erkennen, welch tiefe Bedeutung aufgrund Jahrtausende alter Menschheitserfahrung steckt in dem Satz "liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Ja, den Nächsten! Vor allem anderen um ihn soll man sich kümmern. Damit sind gemeint diejenigen (wenigen) in deiner unmittelbaren Umgebung. Weil du bei ihnen am ehesten die Chance hast, sie und ihre Bedürfnisse am besten kennen zu lernen. Und da es wenige sind, kann deine Hilfe umso intensiver und wirkungsvoller sein. Politik wie alle grandiosen globalen Entwürfe laufen doch viel zu sehr auf das Gießkannenprinzip hinaus, das hinten und vorne nicht so recht für den Einzelnen passt. Es kommt nicht von ungefähr, dass unter "Globaldenkern" typischerweise die "Einzelfallgerechtigkeit" verpönt ist und sie sich gar nicht erst um sie bemühen.

      Wenn Marx' Analysen nicht mehr in die heutige Zeit passen, die großen Denker des Altertums und der zurückliegenden Jahrhunderte nicht wirklich weiterhelfen, wenn sich Wirtschaftstheorien uneinig sind und sogar die, die es doch eigentlich gelernt haben und wissen müssten, sich der Zusammenhänge überhaupt nicht bewusst sind, wenn seinerzeit nur wenige die Probleme der Euro-Einführung erkannten, dann ist der allgemeine Kenntnisstand über die wirkliche Funktionsweise unseres Wirtschaftssystems doch erschreckend gering.
      Das deutlich gemacht zu haben, ist das Verdienst dieses Gespräches – danke, Herr Jebsen.

    • Nein, Ralf Becker, das war nicht ich. Ich kannte die Diem25-Webseite bisher noch gar nicht. Aber danke für den Tipp!
      "citoyen" heißt ja auch nur "Bürger", und deren gibt es viele😉.

    • Gedankenexperiment: Angenommen wir wären eine Gruppe von zehn Leuten, die ein Jahr lang Zeit haben, ein wirklich kniffliges Problem zu lösen. Ein Problem, zu dem es keine bekannte Lösung gibt, bei dem die Informationen immerzu unvollständig sind und sich die Problemstellung auch noch laufend ändert. Ein Problem bei dem unbekannt ist, ob es überhaupt lösbar ist. Ferner angenommen, die Spielregeln wäre insofern vorgegeben, als dass jeder der zehn Beteiligten alle zwei Wochen einen Vorschlag machen könnte, was das zehnköpfige Team in den nächsten zwei Wochen tun soll. Nun die spannende Frage: Nach welchen Kriterien sollte sich das Team entschieden, welchen Vorschlag es jeweils aufgreift?

      Meine Strategie: Entscheidet Euch für den Vorschlag, der Euch binnen Zweiwochenfrist am weitesten von dem Punkt wegbringt, an dem Ihr gerade steht und der mutmaßlich am wenigsten von dem gedachten Pfad abweicht, der Euch dem angenommenen Ziel nahebringt. Bei mehreren vergleichbar guten Vorschlägen, nehmt den, der die meiste Begeisterung m Team auslöst.

      Diese Strategie ist meiner Meinung nach die effektivste, um als Team in unbekanntem Terrain auf dem Weg zu einem unbekannten Ziel voranzukommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Team nach einem Jahr alle Teams mit anderen Entscheidungsstrategien weit abgeschlagen zurückgelassen haben würde. Dieses Team hätte die höchste innere Verbundenheit, die höchste Dynamik, die meisten Fertigkeiten, die höchste Fehlertoleranz, die klarste Vorstellung vom weiteren Weg und vom Ziel und seine Mitglieder wären am glücklichsten.

  45. Nun weiß ich ja, dass ich mich sputen muß, bis zum Jahresende bei der Degussa noch ein paar Barren zu ergattern.
    Ob allerdings die Bank mit macht, da ich mir dort einen günstigen Kredit besorge, mit dem ich die Barren dann bezahle, wage ich zu bezweifeln.
    Im Ernst, was sollte den diese Sendung sei, Werbesendung für einen Investmentfond oder Edelmetallhandel, Spekulation mit Warentermingeschäften auch auf Nahrungsmittel. Selbst der Goldmann Sachs Mann Tomas Meier machte gegen diese Schmierlappen Markus Kroll und Max Otte. noch eine gute Figur. Eigentlich kam die einzige vernünftige Stimme (Herr Häring) kaum zum Zuge. Dagegen ein aufgeblähtes Geschwafel von Kroll und Otte.
    Fazit des Gespräches war, es wird furchtbar, kauft Gold flüchtet euch in Dollars.
    Was ist eigentlich mit den 48 % die keine Spareinlagen haben, was ist mit denen die in Lebensversicherungen fest gelegt sind.
    Ne Ken, das war nix.

    • Eigentlich sollte es um den Crash gehen, und dann musste man sich anhören:

      – Der freie Markt funktioniert total super
      – eigentlich ist die böse Sowjetunion für die Klimaschäden heute verantwortlich (im Zweifel: der Russe wars) – das war schon fast Slapstik-Humor, aber keiner hat gelacht
      – Im 18./19. Jahrhundert hat der Kapitalismus einfach nur zu wenig Zeit gehabt, alle reich zu machen; die ganze Verarmung und das Elend waren nicht seine Schuld
      – die Renten funktionieren wegen dem demographischen Faktor nicht (dazu einfach Nachdenkseiten lesen, die widerlegen das schon seit Jahrzehnten)
      – ewiges Wachstum ist super
      – Ressourcenausbeute (Earth-Overshoot-Day, Ölkriege, ständig steigender Öl-Verbrauch, Ausbeutung der Rohstoffe Afrikas für die von Herrn Krall so gepriesenen SmartPhones)

      – und bei all dem: sehr wenig, das wirklich Klartext war und zum Thema gepasst hatte.

      Mal ehrlich: bei so viel intellektuellen Schwächen, welche die drei Banker (Krall, Otte, Mayer) von sich geben durften, bekommt man angesichts der dramatischen Lage, in der wir uns befinden, wirklich Bauchschmerzen.
      Bei Will oder Lanz – OK, aber bei KenFM unter diesem Titel wirklich schade.

    • Es ist doch regelrecht unverschämt, wenn diese 4 stinkreichen Männer kaltlächelnd angesichts des kommenden Crashs ***den sie (mit) angerichtet haben*** und während dessen jahrelangen Vorbereitungen s i e garantiert ihre vielen, vielen Schäfchen ins schon lange ins Trockene gebracht haben,

      es nun allen Ernstes wagen, als Tipp für Normalsterbliche und Armutsrentner, wie man das zu erwartende Elend denn meistern kann, ausgerechnet mit "Lernen Sie Leute kennen" (ganz zynisch "Sozial-Kapital" genannt) und "Legen Sie sich einen Garten an, ich sähe ja auch manchmal" beantworten.

      Damit die Leute, die man erst noch kennenlernen soll, einem dann aus der Misere/dem Hunger/dem Elend helfen, das diese Typen angerichtet haben, vermutlich…Man ist wirklich sprachlos.

      Kein Wort des Bedauerns oder Mitgefühls für unser kommendes auszuhaltendes Unheil, kein Wort der Reue oder mindestens eine Einsicht.

      Auch kein einziges Wort über die schlimmen Dramen, die die Menschen in den vergangenen Jahren bereits erdulden mussten, während die Banker via Politik die Kohle aus ihren Ländern pumpten und ganze Landstriche ins Elend trieben. Der Spruch zu den Getreidespekulationen war einfach nur abscheulich.

      Nichts über ein Umdenken oder der leiseste Ansatz eines anderen, neuen Weltbildes, wie man es besser machen könnte oder hätte machen können.

      Ganz im Gegenteil: Es soll jetzt ordentlich krachen, wieviel Leute dabei drauf gehen, interessiert nicht und dann soll eine weitere "Demokratie" die Dinge wieder irgendwie richten, damit man dann wieder 25 Jahre lang Geldscheffeln kann wie vorher.

      Man ist noch sprachloser…Wenn es nicht so traurig und ernst wäre, könnte man glauben, dies war eine Comedy-Sendung und das Publikum klatschte deshalb ständig.

      In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts sind viele Menschen, gerade Alte und Kranke, während der damaligen Finanzkrise – auch in DE – einfach verhungert.

      Und mir fällt da nur der dringende Rat ein, ein wenig mitfühlender und weitdenkender zu werden und mit dem frechen Vorschlag "Lernen Sie Leute kennen" zum kommenden Crash recht umsichtig zu sein.

      Nicht damit wir nicht zuviele Leute kennen lernen und dann alle gucken kommen müssen, wie weit das selbstgesäte Gemüse schon gediehen ist….

      Ich verstehe diese Sendung ebenso als abschreckendes Beispiel, wie den Artikel neulich von Herrn Esser und danke für die Erkenntnis.

      "Der Pfahl" https://youtu.be/CZOINnUDMN0

    • oben habe ich also auf den kopierten Text von Kit2 reagiert – jetzt konnte ich ihn ganz lesen – überfliegen

      …genau dieses eiskalte, was sich als normalmenschlich, nicht weiter auffällig verkleidet.
      – die Leute verhungern lassen und dann ihre Position der Not und Dringlichkeit als schädlich diffamieren

      und obendrein noch die Dringlichkeit und Not für sich abzuziehen und auf den Aufbau der eigenen weit von Existenznot entfernten Vorteilsposition zu benutzen

      und dann noch behaupten, man würde das Große und Ganze (das ökonomische System) hüten und sorgend im Blick behalten…

      ja, warum klatschen die Leute? Es ist doch nicht zum Lachen….
      Und meine Angst kann ich auch kaum beschwichtigen, was soll denn werden?

    • Irgendwo zwischen drin wurde noch gesagt "…ist so schlecht weil die Leute das mit den Aktien immer noch nicht verstanden haben!" Sollen wir jetzt alle Aktionäre werden? Wissen die Herren dass man auch Aktien nicht essen kann?
      Mehr Aktionäre bedeuten zunächst einmal eine höhere Nachfrage, also steigen die Kurse und die Gewinne der Händler. Aber selbst wenn alle Geld hätten – können sich überhaupt 80 Mio Menschen etwa jeweils 100 DAX Aktien kaufen? Hält das der Markt überhaupt aus? Gibt es überhaupt so viele Aktien?
      Die in dieser Runde vorgestellten "Lösungen" funktionieren für jeden, aber niemals für ALLE!!!!
      Und wer immer noch auch nur im Ansatz Herrn Krahl glaubt, dem sei die Lektüre von "Schock Strategie" von Naomi Klein ans Herz gelegt. 50 Jahre Experimente mit dem freien Markt, Milton Friedman und den Chicago Boys haben fast mehr Menschen getötet als alle Kriege dieser Welt.
      Fachlich war es sehr gut, alle können die teilweise komplizierten Zusammenhänge hervorragend verständlich machen. In dieser Hinsicht habe ich viel gelernt.
      Die Zusammenstellung der Teilnehmer war einfach schlecht. So ist es eine reine Werbeveranstaltung für Gold, Fonds, und Marktradikalismus geworden!
      Schade Ken, es gab schon deutlich bessere Sendungen!
      (Ich habe bis zum Ende durchgehalten weil ich immer noch auf die Erwähnung alternativer Systeme gehofft habe)
      wirkraft.org

  46. Es ist mir bisher noch nicht passiert, dass ich eine Positionen-Sendung nicht bis zu Ende verfolgen konnte.
    Mit diesen Gästen, vorallem dieser Herr Krall, der z.Zt. in der freien Medienszene gehypt wird und von Robert Stein sogar als Finanzminister seiner "Regierung der Fachleute" gewünscht wird, ist für mich eine Zumutung. Nobert Häring, den ich schätze, ist da leider untergegangen. In dieser Runde hat ein Heiner Flassbeck gefehlt. Mit ihm wäre es deutlich interessanter geworden und der Krall hätte mit seiner Hayek-Bibel schlecht ausgesehen. Ich habe schon vor einigen Jahren Ken in einem persönlichen Gespräch Heiner Flassbeck als Gast nahegelegt. Schade, daß er bisher noch keinen Gesprächstermin vereinbaren konnte. Ich glaube nicht, daß Herr Flassbeck eine entsprechende Einladung ausschlagen würde.
    Allerdings bin auch sehr wohl der Meinung daß Ken seinem journalistischem Anspruch mehr als gerecht wird. Ich konnte ja abschalten.

    • Stimme Ihnen zu.
      Denke, auch ein Ernst Wolff oder Christoph Pfluger hätten der Runde gut getan, dafür einer der Neoliberal-Milliardäre raus.
      Mausfeld wäre auch interessant gewesen, wenn er seine Thesen "der Neoliberalismus ist totalitär und menschenverachtend" sowie "der Neoliberalismus ist als Wirtschaftssystem völlig inkohärent" vertreten hätte.
      Da wäre mehr drin gewesen, so wirkte es eher wie ein kleiner Kniefall vor dem Finanzgurus mit leicht kritischen Untertönen.

    • volume, sehe ich genauso, Mausfeld fehlt in solchen Gesprächen immer! Leider ist der Hr. Dr. Krall ein rhetorisches Pfund und so sind seine neolibralen Thesen nicht gebührend zerpflückt worden. Herr Jebsen hätte etwas mutiger sein können finde ich.

  47. mir hat diese Positionen Sendung gut gefallen. Neben einem Anhänger der reinen Lehre von der Selbstregulierung der Märkte auch graduell unterschiedliche Akzente für den Staat als notwendigen Regulierer zur Nachsteuerung und vor allem durch einen gesetzlichen Rahmen für seine Ordnungspolitik. Hier wird vermutlich erfolgreich ein breiteres Spektrum unserer Zeitgenossen angesprochen mit der Möglichkeit, die Reichweite dieser Plattform KenFM zu erweitern. Das auf verschiedene Weise zu versuchen ist sehr sinnvoll. Dass kurz WTC7 oder die niederländische Spekulation mit Tulpenzwiebeln etc angesprochen wurde, begrüße ich sehr. Solche Sendungen scheinen mir sehr geeignet dazu, die immer noch herrschende mediale Apartheid unseres Landes weiter aufzuweichen und immer mehr ad absurdum zu führen. Ken Jebsen oder Daniele Ganser als radikale Spinner und Verschwörungstheoretiker abzukanzeln wird so irgendwann auch in der Wikipedia, in ARD und ZDF nicht mehr funktionieren. Ein großer Crash würde das enorm beschleunigen, auch wenn er mit den vorbildlich deutlich angesprochenen Gefahren verbunden einherkommen dürfte. Leider wieder einmal eine reine Männerrunde, dennoch sehr gut gemacht durch die geeigneten klimatischen Bedingungen für einen öffentlich sichtbaren Diskurs zu einem wichtigen Themenbereich.

  48. Interessanter Titel. Sehr vielversprechend.
    Die Gäste und die Sendung selbst: Viel Detailversessenheit und viele Ablenkthemen.
    Der Professor musste immer wieder betonen, was für eine tolle Doktorarbeit er doch geschrieben hat, mit welchen tollen Profs er zusammenarbeitet, was er doch für tolles Geld verwaltet… aha.
    Mayer und Krall scheinen ca. 10% aufgewacht zu sein, wenn man das so sagen kann 🙂 Beide denken noch sehr marktwirtschaftlich. Krall führt eigentlich alle Probleme darauf zurück, dass der "perfekte" freie Markt nicht so agieren darf, wie er ja wollte. Wirtschaftswissenschaftliche Erfindungen werden als Naturgesetze dargestellt.
    Ken Jebsen wirkt erstaunlich ehrfürchtig (?) und stimmt bei knallharten neoliberalen Kampf-Phrasen einfach zu.

    Einzig Norberg Häring gelingt es, etwas Menschlichkeit und gesunden Menschenverstand in die Diskussion zu bringen.

    Für mich persönlich enttäuschend. Da wäre so viel mehr drin gewesen, ein echter Blick hinter die Kulissen, mögliche Crash-Szenarien, (wann, wie, was passiert?), Lösungsansätze, etc.

    • Jo, das war mir auch zu wenig diesbezüglich, in der Runde hat der "klare" Systemkritiker ein bisschen gefehlt. Der eine Kollege konnte zum Schluss noch Anlagetipps geben…
      Aber trotzdem ne gute Sendung, immerhin kann man sehen das die Kirche "Mammon" in sich auch nicht geschlossen ist. Ob man daraus Hoffnung schöpfen kann sei dahingestellt.
      Herr Jebsen hat fachlich nen guten Job gemacht, wobei ich immer gehofft hab er lässt sich bei der ganzen Ignoranz emotional hinreißen.

    • Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen. Zu möglichen Szenarien nach dem Crah bis hin zu einer zentralistischen, repressiven Welt-Regierung (mit der UNO als derzeitigem Vorläufer) gibt es schon genügend Warnungen.

      Fakt ist doch: wenn diese enormale Blase aus FIAT-Money platzt, dann kann es die übelsten Entwicklungen geben. Kriege, Unruhe, Polizeitstaat, Ausfall des Energiesystems, etc. Ist alles pessimistisch, aber möglich.

      Und was hören wir in einer Ken-FM-Sendung am Schluss als Zusammenfassung? Anlagetipps für Aktien und Fonds eines Goldman-Sachs Bankers.
      Super, ganz großes Kino 😉

  49. Glückwunsch an KenFM solche Leute gemeinsam an den Tisch zu bringen und vor allem ausreden zu lassen. Danke dafür! Was die Zukunft bringen wird ist allen so nicht klar. Wir werden sehen. Sicherlich hat dann jeder eine Begründung warum es so und nicht anders gekommen ist. Damit muß der Zuseher eben leben. Jeder Professor oder Doktor hat da halt seine Meinung. Richtig muß sie ja nicht sein. Wo Geld ist, da ist auch Macht. Dass hat diese Sendung mehr als eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Die Diskutanten gehören zu den besser Verdienenden und werden von den täglichen Alltagsproblemen wie sie sich für viele andere Menschen darstellen nie betroffen. Unter diesem Aspekt sollte man ihre Aussagen bewerten. Ob hilfreich oder auch nicht, sollte jeder für sich selbst entscheiden.

  50. Unser Geldsystem funktioniert mit oder ohne Euro nicht.

    Ich lese bei Finanzmarktwelt am 19. August 2019 "Banken-Crash – Markus Krall über das, was man tun kann":
    Markus Krall geht davon aus, dass die Bankenkrise letztlich das Ende des Euros bedeuten wird, daher sollten Anleger tunlichst Investitionen im Euro-Raum meiden und besser kurzlaufende Anleihen von Staaten außerhalb des Euroraums kaufen.

    Hierzu:
    Mit ein wenig Hin- und Herdenken kann man es jedoch schnell herausfinden, dass Geld auch ohne den Fehler der Eurozone gar nicht funktioniert:
    Beim Geld muss man es vielmehr verstanden haben, dass Geld deshalb einen Wert hat, weil es eine Schuld ist.

    Zudem haben wir doch ein System, bei dem die Politik ohne ein richtiges Limit Schulden sozialisieren kann. Sie kann auf diese Weise durchaus immer ihre Ausgaben mit schuldbefreiender Wirkung tätigen, aber bei dieser Praxis wird auch die spätere Schuldenrückzahlung insgesamt betrachtet immer schwieriger, weil eben auch die später (fast gar) nicht mehr abbaubaren Pro-Kopf-Staatsschulden der Einzelbürger immer weiter ansteigen müssen. Schließlich besitzen doch jetzt ausgerechnet wenige Ultrareiche das viele Geld, bei dem wir es doch dachten, dass wir damit unsere immer weiter steigenden Schulden zurückzahlen könnten.

    Ich finde Überschriften wie:
    Markus Krall: Der Crash als Chance für einen Neustart mit freier Marktwirtschaft

    Herr Dr. Krall versteht es insofern nicht hinreichend, dass wir keine Marktwirtschaft haben. Beim Geld gibt es auch keinen Tausch mit Geldwerten. Vielmehr gibt es bei unseren vielen Geldtransaktionen ein Spannungsverhältnis zwischen einer immer schnelleren Schuldenaufnahme für alle Bürger, soweit der Staat für uns Schulden aufnimmt um auf diese Weise an das für den Systemerhalt immer schneller benötigte Geld zu gelangen, und einer immer schnelleren Geldkonzentration bei wenigen Personen (weltweit). Die Geldkonzentration bei den vergleichsweise sehr wenigen ultrareichen Personen muss jedoch auch gleichzeitig die Unmöglichkeit der Einkommenserzielung bzw. des späteren Schuldenabbaus für alle anderen Personen in Höhe des Nichtkonsums (=Geldbesitz) sämtlicher Geldbesitzer beinhalten.

    Hierbei geht es natürlich nicht so sehr um die ohnehin nachvollziehbaren Schulden infolge von nachvollziehbaren Schuldverhältnissen, sondern um die Schulden infolge der fehlerhaften Geldentstehung als Schuld.

    Focus am 27.12.2012, Registerindexnummer 2
    Max Otte: „Die Häuserpreise werden weiter steigen“
    Vorndran: Wir haben in Deutschland immer noch Spielraum für Zinssenkungen – bei Hypothekar-, Firmen- und Privatkrediten. Schon der Wettbewerb der Banken um gute Schuldner sorgt in Zukunft für noch niedrigere Zinsen.

    Hier liegt Max Otte insofern falsch, weil es nicht der Wettbewerb zwischen den Banken ist, weshalb die Zinsen fallen. Vielmehr haben wir ein System, bei dem man sowohl für das Sparen der Einzelpersonen als auch für jede Einkommenserzielung die Schulden anderer Leute benötigt.

    Die expansiven Instrumente der EZB sind vielmehr der Grund für den Niedrigzins. Schließlich kann das System doch nur mit immer schnellerem Gelddrucken am Leben gehalten werden, weil Geld doch als solches eine Schuld ist, aber dummerweise besitzen doch ausgerechnet die Ultrareichen immer schneller das viele Geld, mit dem der Systemerhalt doch allenfalls möglich sein könnte.

    Max Otte (Focus):
    Wenn da nicht schnellstens (bei den steigenden Häuserpreisen) gegengesteuert wird, etwa durch eine höhere Grunderwerbsteuer, bekommen wir in Deutschland genau die gleichen kranken Verwerfungen, unter denen die USA, Frankreich und Spanien leiden.

    Hierzu:
    Das Gegensteuern, etwa mit einer höheren Steuer, ist unmöglich, weil das Defizit in Form der im System immer schneller fehlenden Schulden, die es wegen des ständigen Konsum- bzw. Verschuldungsdefizits insofern geben muss, dadurch nicht beseitigt werden kann.

    Jedenfalls verhindert es der Geldbesitz der Ultrareichen, dass alle anderen Personen in eben gerade dieser (spiegelbildlichen) Höhe ein Einkommen erzielen bzw. dass sie ihre Schulden, insbesondere auch infolge der Geldentstehung als Schuld, tilgen.

    Was die Crash-Prognose von Dr. Krall betrifft, kann ich es wegen zu vieler von ihm vorgetragenen Überlegungen im Moment selbst nicht so richtig nachvollziehen, ob er recht hat.

    Es gibt aber auch durchaus Finanzprofis, die es behaupten, dass es keinen großen Crash gibt.
    Unsere Gesellschaft ist insofern wie der sog. Frosch im Wasser. Wenn man einen Frosch in einen Topf gibt und das Wasser darin langsam zum Kochen bringt, unternimmt der Frosch trotzdem keine Fluchtversuche.
    Wenn die EZB ihr Treiben aber immer weiter fortsetzt, dann wird es uns wie diesem Frosch im Wasser ergehen. Aber die EZB hat auch keine anderen Möglichkeiten als den Schuldenwahnsinn immer weiter voran zu treiben.

    Dann stand Herr Dr. Krall wohl auch schon wiederholt im Dialog mit der AfD.
    Soweit die AfD, ähnlich wie Herr Häring, den Erhalt des Bargelds fordert, kann man sich zwar auf diese Weise vor noch viel mehr Irrsinn seitens der Allianz zwischen Politik und Banken schützen. Eine Antwort auf das viele Gelddrucken der EZB ist der Bargelderhalt aber ganz sicher nicht.

    Die Themenarbeit der AfD wie etwa "Keine Haftung für Banken" etc. ist zwar irgendwo auch nicht völlig falsch, aber sie liefert auch keinerlei Lösungen.

    Vielmehr lassen es die vielen Rezepte der AfD wie etwa "Mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik" vermuten, dass sie das unglaubliche Dilemma unseres Geldes fast gar nicht bemerkt.

    Jedenfalls schreibt die AfD unter Euro | Finanzen | EU:
    Wir wollen für die Wiedereinführung einer neuen nationalen Währung („Deutsche Mark“) rechtzeitige Vorkehrungen treffen.

    Hier versteht die AfD es jedenfalls nicht, dass Geld kein Tauschmittel, sondern eine Schuld ist.
    Mit Geld ist es insofern in keiner Weise möglich, dass man damit die Menge von Gütern oder Dienstleistung auch nur annähernd abbilden kann. Geld ist vielmehr für Politiker sehr bequem, weil sie doch ständig bei den Banken Geld bekommen. Aber ich sehe im Moment keinen einzigen Grund dafür, warum Geld überhaupt funktionieren sollte.

    Mir kommt es vielmehr so vor, als sei Geld eine Art Herrschaftssystem.

    Die AfD wäre daher gut beraten, wenn sie weniger intransparente Geldspenden, etwa auch von Immobilienmogulen einsammelt um damit etwa Facebook-Likes zu bezahlen. Schließlich sind die Geldzuwendungen der Finanzwirtschaft an die Politik eben gerade ein Teil dieses Herrschaftssystems.

  51. Viel zu einseitige Runde!

    Ich finde es erschreckend das nahezu alle Teilnehmer nur in einem Kapitalistischen Rahmen denken können. Nur in wenigen fällen kann man in diesem Gespräch hören das die Scheuklappen auch nur ein bischen auf gehen!

    Da sitzt da ein Marktradikaler der jede Gelegenheit nutzt um über andere ökonomische Formen herzuziehen und sie zu verteufeln und Zeitgleich gibt es nicht einen in der Runde der als Gegenstück gegen ihn argumentiert. Ich hatte mich nach dem Titel wirklich darauf gefreut und jetzt danach bleibt mir nur zu sagen das ich mich mehr aufgeregt habe sowie am liebsten dazwischen gerufen hätte. Leider gab es niemanden in der Runde der dazu in der Lage war. Wirklich schade!

  52. Eine solche Diskussion mit zwei neoliberalen knallharten Von-Hayek-Apologeten, einem Kapitalisten mit Nostalgieanwandlungen in Richtung vorneoliberalem deutschen Kapitalismus und einem „linken Sozialdemokraten“, also ebenfalls kapitalistisch aufgestellten Wirtschaftsjournalisten OHNE mindestens (!) einen kompetenten Vertreter der marxistische Ökonomie zu führen ist sinnlos und die Zeit nicht wert. Das ist wie Dallas oder Denver-Clan.

    Höhepunkt: Otte lobt Jebsen dafür, in Zeiten stark eingeschränkten Meinungsraums solch eine Runde unterschiedlichster politischer Herkünfte (!) zu ermöglichen! Hahaha, einfach köstlich! Man fasst es wirklich nicht.

    Nein, lieber Herr Jebsen, bei aller ehrlichen Sympathie, diese Positionen sind leider ein tiefer Griff ins Klo. Das hätten die Öffentlich-Rechtlichen ja noch besser hinbekommen: Die hätten einfach noch die Kipping mit den roten Haaren als Feigenblatt dazu gesetzt. Ok, einen kompetenten marxistischen Ökonom hätte das auch nicht ersetzt, doch zumindest hätte es formal besser ausgesehen.

    • Genau meine Gedanken! Da sitzt da ein Marktradikaler der jede Gelegenheit nutzt um über andere ökonomische Formen herzuziehen und sie zu verteufeln und Zeitgleich gibt es nicht einen in der Runde der als Gegenstück gegen ihn argumentiert. Ich hatte mich nach dem Titel wirklich darauf gefreut und jetzt danach bleibt mir nur zu sagen das ich mich mehr aufgeregt habe sowie am liebsten dazwischen gerufen hätte. Leider gab es niemanden in der Runde der dazu in der Lage war. Wirklich schade!

    • Es gab schon mal eine Runde, die fast auseinandergeflogen ist (die 8, mit Herles und Grimaldi), insofern ist wohl immer nur eine gewisse Spanne möglich, soll noch ein vernünftiges Gespräch zustande kommen. Vielleicht gibt's ja mal noch ein Gespräch in eine andere Richtung.

  53. Da ist den Wills, Lanzs Plasbergs usw mal wieder gezeigt worden, was in solchen Talk- Runden möglich ist.
    Um gut im Kapitalismus zu sein, genügt es, den Kopf einzusetzen. Egoisten, "Ich"-Menschen, bis hinauf zum Psychopathen, werden in diesem System Erfolg haben, weil sie, auch wenn sie (öfters) scheitern, lernen werden, dass Regelwerk (die Gesetze), zu umgehen.
    Diejenigen, die Kopf UND Herz einbringen, also soziale Verantwortung übernehmen, müssen außergewöhnlich gute Ideen haben um bestehen zu können. (wie KenFM)
    Der Kapitalismus definiert das Ansehen eines Individuums am äußeren Erscheinungsbild und seinen Prothesen, Villa mit Pool, Porsche, etc., da kommt der Mensch, der die Villa oder den Porsche gebaut hat, nicht vor.
    Auswüchse, wie Staatsterror am 11.Sep. um sich die Ressourcen in fremden Erdteilen zu sichern und die Vergewaltigungen, bis zu Altar-Opferungen von Kindern, als Folge dieses asozialen Denkens, wurden leider nicht angesprochen.
    In diese Niederungen der kapitalistischen Gedanken- Welt, wollte sich die Diskussionsrunde nicht begeben.
    Sie haben es lediglich leicht tangiert, als sie von 0,001% der Menschheit sprachen, die mit 80% des (spekulativen) Geldes, (Derivate, also Wetten) spielen, während der Rest der Menschheit sich die restlichen 20% teilen dürfen.
    Aber irgendwann werden diese Zusammenhänge verstanden, das sehe ich ganz optimistisch.

  54. Dreierlei Ergänzung:

    In ihrem Wesenskern und in ihrer Funktionslogik sind Demokratie und real existierender Kapitalismus in fundamentaler Weise unverträglich miteinander. Die kapitalistische Eigentumsordnung verpflichtet alle, die über kein eigenes Kapital verfügen, für fremdes Eigentum zu arbeiten, und überführt damit Arbeit in Lohnarbeit. Arbeit im Kapitalismus bedeutet also Unterwerfung unter die Verwertungsbedingungen des Akkumulationsprozesses und damit unter die Machtverhältnisse, die eine Minderheit von Besitzenden über eine Mehrheit von Nichtbesitzenden ausübt. Der Kapitalismus ist also darauf angewiesen, die Minderheit der Besitzenden strikt vor den Veränderungswünschen der Mehrheit zu schützen. Daher kann er auch aus sich heraus sich niemals eine demokratische Legitimation verschaffen. Das ist eine Binsenwahrheit der politischen Wissenschaften. Schon Aristoteles lehnte die Demokratie ab, weil sie die Möglichkeit beinhaltet, dass „die Armen, weil sie die Mehrheit bildeten, das Vermögen der Reichen unter sich teilten“, was Aristoteles als Unrecht ansah.

    Aus:
    Die verhinderte Demokratie
    Nach der Wiedervereinigung eroberten die Sieger die Deutungshoheit und vereitelten so die historische Chance eines wirklichen Neubeginns.
    von Rainer Mausfeld

    Und:
    „Das BIP misst weder unseren Verstand noch unseren Mut, weder unsere Weisheit, noch unser Mitgefühl […]. Es misst kurz gesagt, alles außer dem, was das Leben lebenswert macht“, und Meinhard Miegel konstatierte am eigentlich längst geschlossenen Grab der teuflischen Nummer, Wohlstand und Wachstum mittels des BIP ermitteln zu wollen entspreche dem Versuch „den Blutdruck mit Hilfe eines Thermometers zu bestimmen“.
    (…)
    Wir könnten uns auch den ganzen Tag honorarpflichtig gegenseitig blau anmalen und danach gegenseitig kärchern. Oder, besser noch für´s BIP: Konsumieren ohne Konsumenten. Denn das BIP interessiert ja nur die wirtschaftliche Aktivität, nicht der Akteur, geschweige denn dessen Befinden.

    Das BIP freut sich also, wenn Sie Ihr komplettes bedingungsloses Grundeinkommen bargeldlos für Gas, Strom, Dauerauftrag-amazon-Bestellungen und Pizzadienste ausgeben, das BIP freut sich auch, wenn die ganzen Pakete und Pizzen, die unberührt vor ihrer Tür stehen, alle 2 Wochen vom Müllroboter abgeholt und entsorgt werden. Denn dass Sie seit 2 Jahren tot in ihrer Wohnung liegen, ist dem BIP ja herzlich egal.

    Weil, eben, das BIP alles für uns Wesentliche bei seiner sinnfreien Zählerei nicht berücksichtigt – was nicht zuletzt daran liegt, dass wir allem Wesentlichen keinen Preis zugeordnet haben. Das BIP erfasst also den Abbau von Ressourcen oder Menschenleben lediglich positiv als Wirtschaftstransaktionen, nicht aber gleichzeitig (mit negativem Vorzeichen) als Verlust an Vorräten, als Vernichtung von Lebensgrundlagen oder von Leben selbst. Auf der anderen Seite der Bilanz erfasst das BIP erfasst konsequent weder ehrenamtliche Tätigkeiten noch Hausarbeit, Kinderbetreuung oder häusliche Pflege, noch Freiwilligkeit oder Mitmenschlichkeit, geschweige denn Dinge wie Glück und Zufriedenheit. Das BIP kennt nur Preise, keine Werte, was nichts kostet, ist folglich auch nichts wert.

    Aus:
    Ruhe in Frieden, Bruttoinlandsprodukt!
    Eine einzelne, unschuldig aussehende Kennzahl zerstört unser aller Wohlergehen, unser Glück und unser friedliches Miteinander. Das BIP gehört verboten. Und zwar sofort.
    von Sven Böttcher

    Schlußendlich:
    Sollte die menschliche Zivilisation überleben, dann wird sie das nicht im Rahmen dessen tun, was wir momentan erleben: eine Zivilisation – errichtet auf dem Blut von Millionen Menschen, basierend auf der Erschöpfung der weltweiten Ressourcen – in der auf den Armen, Verwundbaren und Schwachen herumgetrampelt wird und die alles daran setzt, sich selbst zu vernichten. Dieses Paradigma wird von der Techno-Hyperrealität seiner eigenen Projektion getäuscht: ein utopisches Scheinbild des endlosen Wachstums, das mit allen Mitteln versucht, seinen eigenen dystopischen Kern vor Selbsterkenntnis zu verbergen.
    (Nafeez Ahmed – Das Ende der menschlichen Zivilisation, Die Ökokatastrophe – Den Planeten zu retten, heißt die herrschenden Eliten zu stürzen, Hrsg. Jens Wernicke und Dirk Pohlmann)

  55. So interessant die Diskussion auch sein mag, so habe ich für mich eine wichtige Sache mitgenommen:
    Die Meinungen der vermeintlichen Wirtschafts- bzw. Finanzexperten („Internet-Gurus“) sind schon ziemlich subjektiv. Eine Übereinstimmung gab es nur bei seltenen Fragen/Antworten. Teilweise verfolgen die Gesprächsteilnehmer Dogmen, die durch eigene Tätigkeiten (z. B. Goldman Sachs, Degussa Gold) erzeugt werden.
    Das ist für mich der Beweis und ein Indiz dafür, dass die Voraussagen bzw. Zukunftsdeutungen genauso subjektiv zu betrachten sind und nicht automatisch katastrophische Züge annehmen müssen.

    Wenn selbst Bankinsider zugeben, dass sie sich mit der Herkunft des Geldes die längste Zeit ihrer beruflichen Tätigkeit nicht auseinandergesetzt haben, dann läuten bei mir alle Alarmglocken. Würde ich mich einer Operation unterziehen lassen von einem Arzt, der von der Anatomie des Menschen nichts weiß? Wohl kaum.
    Unser Problem besteht darin, dass wir von Wirtschaft & Finanz so gut wie keine Ahnung haben und glauben, dass die „Experten“ es besser wissen.

    Der Goldman-Sachs-Mayer möchte keinen Rückzug der USA von der Weltbühne, weil sich die anderen Staaten sonst „verlieren“ würden. Bitte was? Eine Abspaltung von der Gangster-Politik der USA würde jedem Land nur guttun.

    Kapitalismus ist gut? Na, das kann nur im neoliberalen Teil des Hirns entstanden sein, sowohl bei Krall als auch bei Mayer.
    Otte habe als einen Fond-Manager mit vielen menschlichen Zügen wahrgenommen, auch wenn ich die Aussage:“erst schauen was uns Vorteile bringt, dann Freundschaften schließen“ absolut nicht teile.
    Schön, dass Häring hier und da dazwischen grätschen konnte.

  56. Eine spannende, wenn auch phasenweise immer wieder zu sehr in Details abgleitende Gesprächsrunde, wie ich finde.

    Leider hat es Ken Jebsen nicht geschafft, die vier Herren dazu zu bringen, eine andere als die ökonomische Perspektive einzunehmen. Es wurde der Macht der unsichtbaren Hand des Marktes – mal mehr mal weniger deutlich – gehuldigt. Auf das negative Menschenbild, das hinter dem Kapitalismus und dem Neoliberalismus steckt, wurde – entgegen der Ankündigung im Begleittext – nicht wirklich eingegangen.

    Ich interpretiere das Gespräch für mich so, dass diese vier Herren ihre ökonomische Perspektive – in verschiedenen Abstufungen – mit der Wirklichkeit verwechseln und meinen, wir alle müssten nur vollständig nach den ökonomischen Prinzipien handeln, damit endlich alles gut wird.

    Die vier Herren verkennen, dass uns gerade diese ökonomische Sichtweise und das dahinter steckende negative Menschenbild in die momentane Lage gebracht haben. Sie führen einen Expertenstreit innerhalb der ökonomischen Wirklichkeitswahrnehmung. Das ist insofern verständlich, als sie in ihrer Weltsicht gefangen sind. Als Experten für die Ökonomie können sie uns nur ein Mehr vom Gleichen empfehlen. Etwas anderes kennen und können sich nicht. Wenn wir ihrem Rat nicht folgen, verlieren sie ihren Expertenstatus und damit unsere Anerkennung für ihre schier magischen Kräfte.

    Es liegt nun aber an uns, ob wir uns von der kapitalistischen oder gar der neoliberalen Ideologie, die mir wie Hirnwürmer anmuten dazu verleiten lassen, weiter in Richtung Abgrund zu marschieren.

    • Ich teile im Wesentlichen diese, Ihre, Beurteilung. Dazu braucht's eine Systemänderung. Ein mögliches Szenario wird hier aufgezeigt:
      https://wikitribunal.org/aufbruch-zum-systemwechsel/

    • Am Ende braucht es sicher auch ein anderes System. Dass es eine Änderung des bestehenden Systems braucht, sehe ich schon nicht. Ich denke, es wäre aussichtsreicher neben dem bestehenden System ein neues aufzubauen und das alte sukzessive auszuhungern.

      Vor allem braucht es aber reales Handeln. Eine Aufzählung, was alles im argen liegt, ersetzt zielgerichtetes Handeln ebenso wenig wie eine Proklamation, was alles zu tun wäre. Alles, was nicht zu massenhaftem realen Handeln führt, frisst am Ende nur wertvolle Energie, die für den tatsächlichen Systemwechsel fehlt, stabilisiert also (ungewollt) das bestehende System.

      Der einzig sinnvolle Indikator für den Erfolg ist die tatsächliche Wirkung: Wieviel Prozent des bestehenden Systems sind bereits durch das neue System hinfällig geworden?

      Um nicht in einer Proklamation stecken zu bleiben, muss man sich mit der Frage beschäftigen, wie massenhaftes reales Handeln erreicht werden kann.

      Für die Extinction Rebellion hat Roger Hallam in seinem Büchlein »Common Sense« recht eindrucksvoll beschrieben, wie man gewaltfrei massenweisen Protest organisieren kann, der auf Wirksamkeit ausgelegt ist.

      Ich denke, dass wir beim Menschenbild anfangen müssen, dass wir andere Erzählungen und andere Utopien brauchen. Solange wir nicht zu dem positiven Menschenbild gefunden haben, das schon so viele Weise vor uns gepredigt haben, werden wir nicht in den Flow kommen, den es braucht, um ein neues System aufzubauen.

  57. Doch, es gibt 100% anonyme Crypto-Währungen. Dafür gibt es verschiedene mathematische Ansätze, zB. Ring-Signaturen oder zK-Snarks.
    Bekannte anonyme Cryptowährungen:
    Monero, ZCash, ZCoin, PivX. Komodo, ZenCash/Horizon.

    • Ja; ist mir auch gleich aufgefallen. Leider verstehen viele Wirtschaftswissenschaftler nicht wie Crypto-Währungen funktionieren. Daher kommt es dann schnell zu falschen Aussagen bzw. Trugschlüssen. Eigentlich sehr schade, denn damit bleibt auch das Potential der Crypto-Währungen für viele unentdeckt. Dabei stellen diese eine echte (R)Evolution dar. Und wenn wir ehrlich sind: diese "Idee" ist auch nicht mehr aufzuhalten.

  58. Wenn sich reiche Menschen über unsere Armut unterhalten….
    Frei nach Orwell:
    «Die Proles, wenn sie sich nur ihrer Macht bewusst werden könnten, hätten es gar nicht nötig, eine Verschwörung anzuzetteln. Sie brauchten nur aufzustehen und sich zu schütteln, wie ein Pferd, das die Fliegen abschüttelt. Wenn sie wollten, könnten sie die Banken morgen in Stücke schlagen.»

    • Aufschlussreiche Gesprächsrunde, aber manchmal gleiten meine Gedanken ab und ich frage mich, was wäre, wenn eines Tages alte Besitzrechte, Geld und Gold keinen Wert mehr hätten? Wenn ein Rothschild oder ein Rockefeller nur Menschen wären wie Du und ich, mit gleichen Eigentumsrechten an allen Ressourcen dieser Welt? Hätten wir dann die totale Glückseligkeit oder das Totale Chaos?

    • Ahoi wolfcgn, weder noch denke ich, nur mehr Gerechtigkeit für jeden seine Möglichkeiten entfalten zu können. Vielleicht.

    • ich neige mehr zu der Auffassung von zB Prof. Dr. Thomas Mayer aus der Gesprächsrunde, dass die "Rechts"-Ansprüche der Rockefellers und Rothschilds letztendlich auch meine kleinen Rechtsansprüche sichern, das ist zwar nicht überaus gerecht, aber Recht ist eben nicht gerecht!

    • Da bin ich ziemlich sicher, daß nicht. Wenn du in's Fadenkreuz der nächsten vielversprechenden Profitgelegenheit gerät's ist vorbei mit den errungenen Privilegien. Aber die erworbenen Besitzrechte gewähren Freiheit und im Fall der Fälle auch ein bequemeres Durchkommen..
      Logisch, die aktuellen Regeln sind stets einzuhalten, sonst haben wir Selbstaufgabe..

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