Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Dada Madhuvidyananda und Bilbo Calvez

Wenn man die Welt verändern möchte, muss man mit sich selbst anfangen. Das betrifft auch meinen Traum einer geldlosen Gesellschaft. Also eine Gesellschaft, in der man nicht zählt. Jeder tut in die Suppe, was er kann und nimmt, was er braucht. Gezählt wird nicht. Hauptsache, die Suppe schmeckt, weil alle aus der gleiche Suppe essen.

Unsere Grundwerte müssen also verlagert werden. Vom „ich“ zum „wir“. Vom Verfolgen egozentrischer Ziele hin zur Achtung vor dem Leben.

In Friedensbewegungen hört man auch immer wieder Anregungen dazu: „Man muss mit sich selbst anfangen“ und „Man sollte spiritueller werden“. Einige finden solche Parolen erschreckend und halten sie für Esoterik-Geplapper, andere verstehen es zwar akustisch, aber mehr auch nicht. Manche gar, die für Spiritualität werben, haben selber noch nie meditiert. Gut, vielleicht reden sie, um sich selbst zum Anfangen zu motivieren. Manche sind auch tatsächlich schon auf dem Weg.

Bei der 50. Mahnwache in Berlin sprach und sang Dada Madhuvidyananda für den Frieden. Dada Madhuvidyananda ist Mönch. Seine Name bedeutet: „Derjenige, der in Glückseligkeit ist, durch die süße Erkenntnis der Allgegenwart des Höchsten Bewusstseins“. Er lebt in einem Ashram in der Nähe des Bodensees und ist Mitbegründer der politischen Vereinigung MENSCHLICHE WELT.

MENSCHLICHE WELT nimmt an der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 13. März 2016 teil. Mehr Infos findet man hier: http://menschlichewelt.de/

„Ich bin der Meinung, dass die notwendige Änderungen für eine bessere Welt von Unten, und nicht von Oben geschehen sollen. Deshalb bin ich mit Politik skeptisch. Und es sieht so aus, dass wenn ein Politiker gute Absichten hat, er sowieso irgendwann ersetzt wird. Deshalb musste ich Dada fragen, wie er denkt, mit politischer Arbeit etwas verändern zu können.

Natürlich wollte ich auch wissen, wie sein Leben, das der Spiritualität gewidmet ist, aussieht, wie seine Vision einer besseren Welt aussieht, und auch, wie ein Mönch, der im Grunde keinen Besitz haben darf, mit Geld umgeht.“ – Bilbo Calvez

Dada Madhuvidyananda hat darum gebeten, diese Worte zu dem Interview hinzuzufügen:

„Durch Meditation kannst du eins und im Frieden mit dir sein. Beständig glücklich sein. Meditation hilft dir, deine Liebe, Willenskraft, Intelligenz und Kreativität zu entfalten. Meditation zu erlernen, ist eine der besten Schritte, die du tun kannst, dich zu entfalten und deine Welt zu verbessern. Dazu lade ich dich ein. Wenn du daran Interesse hast, kannst du mir gerne schreiben.“
Dada Madhuvidyananda, Yoga-Mönch und -Lehrer
www.menschlichewelt.de

Das Interview ist am 22. September 2015 in Berlin aufgezeichnet worden.

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Dieses Gespräch ist Teil des Kunstprojektes „Die Bärensuppe“.

Die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft, genauer beschrieben einer dezentralen, nicht monetären Open-Source-Anarchie, bildet den Kern des Projektes.

Die Suppe, der Topf, das Zusammenkommen an einer sozialen Feuerstelle ist dabei die Metapher für eine Gesellschaft, die wieder Empathie statt Ellbogen zum Ziel hat. In die Bärensuppe gibt man, was man will und kann. Herausnehmen darf man, was man braucht und möchte. Gezählt, verglichen oder bewertet wird nicht. Alle „essen“ von der gleichen Suppe, also soll sie schmecken und sie soll für alle ausreichend hergeben. Es geht um das Wiederentdecken des Urvertrauens und um das Erfahren, dass wir alle in unserem tiefsten Inneren miteinander verbunden sind, auch wenn wir es vergessen haben.

Das Projekt „Die Bärensuppe“ besteht zuerst aus einem visuellen Anteil, Interviews mit Menschen, die anders mit Geld umgehen als gewöhnlich. Pioniere dieser in den Augen vieler dringend notwendigen Wende, oder Menschen, die durch ihr Handeln diese Transition ankündigen, vorbereiten, einleiten oder schon leben.

Der andere, analoge Teil, in Form einer Kunstausstellung, ist für September 2016 in der Planung. Die Besucher werden durch das Agieren in zwei interaktiven Installationen dazu geführt, sich dem Impact des Geldes in ihrem eigenen Leben bewusst zu werden. Die interaktive Hauptinstallation, in dem geldlosen Bereich des Ausstellungsortes, wird den Besuchern die Möglichkeit geben, gegenseitiges Vertrauen zu beobachten und dieses auch selbst zu üben.

Die Ausstellung soll darüber hinaus einen schützenden Rahmen bieten, wo man sich mit diesem Thema, was allergische Reaktionen bei den meisten Menschen auslöst, in Ruhe annähern kann.

Andere Interviews der Bärensuppe:
https://www.youtube.com/watch?v=ci0Uz…
https://www.youtube.com/watch?v=vGyDf…

Weiterführende Links:
http://www.baerensuppe.berlin
https://www.facebook.com/groups/14326…
http://www.bilbo.calvez.info/publik_p…
https://www.youtube.com/watch?v=2i36j…
https://www.youtube.com/watch?v=3QjhY…

50 Kommentare zu: “Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Dada Madhuvidyananda und Bilbo Calvez

  1. Ich finde es schade, dass hier unter anderen so zahlreiche vorurteilshafte Kommentare zu sehen sind. Ich muss zugeben, dass ich selber mich auch immer wieder mal bei Vorurteilen erwische. Ich bin mir da aber (hoffe ich!) immer wieder selber auf die Schliche gekommen. Seltsamerweise ist diese orangene Kluft für viele von uns so etwas ähnliches wie ein „rotes Tuch“. Ich weiß nicht genau, woher das rührt. Vielleicht, weil so viele damalige „Sanjassins“(heute „Oshos“) damit hier überall rumgelaufen sind und damit eine inflationären Eindruck verbreitet hatten- ich weiß es nicht.
    Jedenfalls ist wohl davon auch etwas an mir hängen geblieben, sodass ich lange das Gespräch mit diesem Guru mir gar nicht angesehen hatte. Und nun hat vorgestern Meiner sich dafür interessiert und wir haben uns das zusammen angeschaut und waren beide davon tief angeregt und begeistert! Mir ist dabei und dadurch auch einmal mehr klar geworden, wie wichtig die tiefe Kontemplation für uns Menschen ist – die Versenkung in unser innerstes Selbst bis zum Urgrund unseres Denkens. Das, was man heute „Spiritualität“ nennt und was leider auch wieder durch die verbreitete gedankenarme Oberflächlichkeit so sehr zu unrecht in Misskredit geraten ist. Genauso, wie z.B. das Wort „Liebe“, das für viele gar keine Bedeutung mehr hat, oder sogar eine negative, wie etwa das Wort „Gutmensch“.
    Dabei ist gerade in der heutigen Zeit, wo die Meinungsmanipulationstechnik durch die selbst ernannten Machthaber und „Weltenregler“ einen derart hohen Pegel und eine derartige Dünnflüssigkeit erreicht hat, die in alle Poren unseres Lebens einzudringen droht, es so eminent wichtig, dass jeder einzelne Mensch sich auf sein wahres Selbst besinnt und auf den Urgrund unseres geistigen Lebens und des Lebens des gesamten Universums. Alles, was geboren wird, möchte von Anfang an Liebe und Glück erfahren und es ist erstaunlich, welche Formen dieses Streben mitunter annehmen kann, wenn wir an die ganzen Schrecken denken, die Menschen in dieser Welt verursachen und die sie anderen antun.
    Von da her kann man das Ausmaß an Irrtum ermessen, das sich in unserer Welt ausgebreitet hat.

    Ich möchte hier auch meine große Anerkennung für Bilbo ausdrücken, die mit einer wahrhaft bewunderswerten Innigkeit und Aufrichtigkeit zuhört und ihre Fragen stellt. Diese Haltung ist beispielhaft und man trifft noch selten auf Vergleichbares.
    Mich interessiert nun Dada Madhu.. und seine Partei und ich will darüber recherchieren. Ich bin nämlich auch tief und fest davon überzeugt, dass der Mensch mit Einverleibung von Getötetem und den gewaltsam erbeuteten Körpersekreten vergewaltigter Lebewesen niemals Glückseligkeit erlangen kann.

  2. Hallo ihr alle Ich bin hier, auszusagen, wie ich meinen Kredit von HARRY CLARK FIRM nach mehreren Zeiten von mehreren Darlehen Kreditgeber Anwendung, die auch in diesem Forum den Grund behauptet, fand ich die Aussage, wo Waren und beantragt, aber er hat mir nie ein Darlehen . Ich war in der Notwendigkeit einer dringenden Darlehen ein Unternehmen zu gründen und ich mehrere Darlehen Kreditgeber angewendet, die helfen versprochen, aber nie gab mir loan.Until einem Freund von mir, mich zu HARRY CLARK FIRM vorgestellt, und helfen, versprach, tat tatsächlich, was es versprach, ohne nie delay.I gedacht, dass es immer noch Kreditgeber zuverlässige Darlehen sind, bis ich HARRY CLARK FIRM getroffen, die in der Tat sind mit dem Darlehen geholfen und änderte meine belief.I nicht wissen, ob es in der Notwendigkeit einer echten von keiner Weise und dringende Darlehen, Gott zu bitten Sie und Ihre Familie mich zu machen, was ich heute bin segnen, bitte HARRY CLARK FIRM durch seine E-Mail-Kontakt; harryclark353@gmail.com

  3. Ein sehr interessantes Gespräch – wichtige Fragen – gründliche Antworten. Dada Madhuvidyananda scheint einer von den Menschen zu sein, die den mystischen Weg mit praktischen Schritten gehen.

    Ohne Vergeistigung der Menschheit wird es keinen Fortschritt und keinen Weltfrieden geben. Yoga ist aber nur EIN Weg zur Vergeistigung der Menschen, nicht der einzige.

    Einige Dinge sehe ich allerdings etwas kritisch:

    1. Ich finde, die Zeiten des Mönchtums und der Priesterschaft sind vorbei. Jeder Einzelne ist heute aufgerufen, selbständig nach der Wahrheit zu suchen, Verantwortung für seine spirituelle Entwicklung zu nehmen und sich dem Leben zu stellen, anstatt sich auf Dauer in ein Kloster oder Ashram zurückzuziehen und auf die Gründung einer Familie zu verzichten. Sicherlich ist es gut und lobenswert, die Menschen in spirituellen Praktiken zu unterrichten und die Mönche leisten ja auch viele humanitäre Dienste. Aber gerade im täglichen Lebenskampf, in der Familie und am Arbeitsplatz ist die Herausforderung besonders groß und bedeutsam, um seine spirituelle Ausrichtung unter Beweis stellen zu können.

    2. Eine Partei wie „Menschliche Welt“ ins Leben zu rufen, halte ich für wenig sinnvoll, denn das gesamte politische System ist auf Kampf, Streit und Spaltung ausgerichtet. Sich – mit welchen guten Vorsätzen auch immer – dort hinein zu begeben, halte ich für selbstzerstörerisch und kontraproduktiv. Das Parteiensystem ist nämlich das genaue Gegenteil von Einheit, Wahrhaftigkeit und Geistigkeit. Dieses korrupte, streitbare und heuchlerische System kann man nicht überwinden, in dem man Teil davon wird.

    3. Auch wenn es gelänge, die politische Verantwortung in Deutschland zu übernehmen, wäre dies zum Scheitern verurteilt, weil wir nicht auf einer Insel leben und der Rest der kapitalistischen und materialistischen Welt uns wirtschaftlich zermalen würde. Was geschieht wohl, wenn ein Friedenslamm sich in einen Raubtierkäfig begibt?

    Was wir brauchen, ist eine neue Weltordnung. Es nützt nicht viel, wenn einzelne Staaten etwas verändern, weil die globale Abhängigkeit inzwischen viel zu groß ist. Was die Menschheit wirklich verändern würde, auch geistig, wäre die Schaffung eines Weltüberstaates, paritätitisch zusammengesetzt aus allen Nationen dieser Erde. Alle Herrscher dieser Welt müssten an dessen Umsetzung teilnehmen und ein für alle Mal die Grenzen der Staaten festlegen. Ein internationaler Schiedsgerichtshof und eine internationale Exekutivgewalt, müsste diese vereinbarten Grenzen schützen. Das würde Kriege im Laufe der Zeit unnötig machen, denn wenn sich ein Land über das andere erhebt, würde die gesamte Welt dies verhindern und die jeweilige Regierung sofort stürzen. Das wäre ein heilsames Mittel. Man kann sich gar nicht vorstellen, welche Ressourcen für Erziehung, Vergeistigung, Forschung und Armutsbekämpfung freigesetzt würden, wenn das Geld, das heute in die Rüstung fließt, zum größten Teil entfällt.

  4. Äh sorry, aber in einem Punkt ist mir der Mann zu 100% unglaubwürdig.

    Ich habe keine Frau weil ich in verschiedene Länder reise und dort helfen möchte. Ja ne, ist klar.

    Die wahre Aussage wäre: Ich weiß mit Frauen nicht umzugehen. Oder: Sie lenkt mich mit allzu weltlichen Problemen von meinem spirituellen weg ab. Sex ist so körperlich primitiv…. Soetwas in der Richtung.

    Wenn man das wirklich will geht das. Und der natürliche Umgang mit seinem Körper ist es sein Barthaar lang wachsen zu lassen… ahja…aber den Sexuellen Trieb nicht auszuleben sondern irgendwie zu sublimieren ist natürlich? Manchmal muss man es sich eben selbst so hinbiegen, dass man selbst an seine eigenen edlen Motive glauben kann…nit wahr

    Wenn jeder so drauf wäre, gäbs keine Menschen mehr. Für den Planeten vielleicht gut…

    Aber wenn jeder so ein enthaltsamer super Buddhi wäre…wäre schluss mit Wiedergeburt oder? Zumindest als Mensch und Mönch.

    • @ DaniWhite: “ Aber wenn jeder so ein enthaltsamer super Buddhi wäre…wäre schluss mit Wiedergeburt oder ?“

      Ja, dann wäre Schluss mit Lustig. Diese Wickelmütze sollte nicht vergessen, wem er die Tatsache verdankt, dass er hier auf Erden in Fleisch und Blut umherlaufen kann. Sein irdisches Dasein verdankt der nämlich nicht anderen Keuschheitsaposteln. Und wenn nur noch solche Keuschheitsapostel auf der Erde rumkaspern wollten, würde die Menschheit vergreisen und aussterben. Aber vielleicht wollen das diese Wickelmützen ja erreichen.
      Auf mich wirkt der unwahrhaftig und lebensfremd. Nicht wie ein Vollmensch, nicht wie ein Faustischer Mensch, der mit sich zu ringen hat. Lauwarm…

  5. Ich danke Euch von Herzen für diese Begegnung.
    Dada Madhuvidyananda strahlt eine so offene und liebevolle Ruhe aus und legt seine Sicht auf die Welt so klar und behutsam dar.
    Euer Gespräch hat mich beruhigt, gestärkt und fasziniert.
    Ich denke viel und tue wenig.Ich will meine Gedanken öfter zu Taten werden lassen.Und eine Begegnung, wie diese zwischen Bilbo Calvez und Dada Madhuvidyananda inspiriert und macht Mut weiter daran zu glauben, das sich die Menschheit irgendwann in Zukunft in Liebe begegnen könnte und nicht mehr in Krieg, Mord und Vertreibung.

    Danke Kenfm für Eure Arbeit, Eure immer weiter aufblühende Vielfalt und die fortwährende Bereicherung meines Hirns und meines Herzens.Ihr seid wichtig für das Erwachen von vielen Menschen.

  6. Wir haben in Europa ureigene esoterische Schulungsmethoden. Wir müssen nicht mehr bei den Indern spirituelle Anleihen machen, sondern es gibt Methoden, welche dem allgemeinen Europäer angemessen sind. Rudolf Steiner hat diese Methoden beschrieben. Die Bücher „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“ und „Anweisungen für eine esoterische Schulung“ geben Aufschluss betreffs dieser europäischen, westlichen Methoden.
    Was manche Menschen daran hindert, diese Methoden anzuwenden, ist, dass dafür unbedingt notwendig ist, Alkohol absolut zu meiden.

  7. Danke für das Interview mit Dada Madhuvidyananda und den Vorschlägen für eine bessere Welt!
    Möchte es noch mit den Vorschlägen von besserewelt ergänzen:

    EINE BESSERE WELT MIT EINEM BESSEREN WIRTSCHAFTS-UND FINANZSYSTEM IST MÖGLICH UND NÖTIG – SO KANN ES UMGESETZT WERDEN:

    Für das neue System, jenseits vom real existierendem wirtschaftlichen Faschismus aus dem Westen, jenseits vom real existierenden Sozialismus im Osten und jenseits anderer, unguter Systeme!

    Zum Glück: Im neuen System können durchschnittliche MitgliederInnen der Gesellschaft ihr Leben weitgehend so weiterleben wie bisher und es kann besser und freier werden!

    Nachdem das globale Experiment der Anarchie in der Wirtschaft in dieser Form gescheitert ist, ist es an der Zeit für eine freiheitlich demokratische und ökologische Grundordnung.
    Die Anarchie in der Wirtschaft führte zu einer Oligarchie und der Diktatur der Konzerne und Finanzmärkte in der Wirtschaft und einer Abhängigkeit der Menschen von ihr. Unsere Diktatoren waren nicht in der Lage adäquate Antworten auf die wachsenden sozialen und ökologischen Probleme der Menschheit zu liefern und es war auch nicht ihr Anliegen, denn ihr Anliegen war der Profit.

    Vorschlag für ein neues System:

    – Regionale Wirtschaftskreisläufe durch Steuer auf unnötigen Produkttransport, Steuer zur Förderung von Produktrecyclingkreisläufen(Ziel: Produkte zu 100% recycelbar), Steuer zur Förderung von Dezentralität, Warentauschwährung mit Besteuerung von Ungleichgewicht bei Export- oder Importüberschuss zwischen Regionen(entsprechend Bancormodell)

    – Eigentumsobergrenze und Gemeinwohlbodennutzung, Haus und Auto – ok, 10 Häuser oder ähnliches – nicht mehr ok; Verfügung über Boden z.B. nur bis 1000m² ohne Auflagen, mehr kann nur gepachtet werden und nur bei Gemeinwohlzweck

    – Geld inklusive Buchgeld darf nur noch von der Gemeinschaft geschöpft werden, nur noch fließendes Geld, wenn Geld verwendet wird, und Verbot von Zinsprofit beim Verleihen von Geld

    – Banken, Konzerne und unnötige Bereiche des Finanzsystems begrenzen:
    Obergrenze für die Größe von Banken und Konzernen (small enough to fail), Verbot von Derivaten und sonstigen Elementen des Kasinokapitalismus, Sparen über mehrere Jahre nur in Sachwerten statt in Giralgeld oder Finanzwetten

    – Grundeinkommen, auch als Ausgleich für Einkommen aus Maschinen- und Computerarbeit

    – Demokratisierung voranbringen(Banken und Finanzmärkte sollen nicht mehr über die Gesellschaft bestimmen; Wasser, Strom, usw. in Bürgerhand; Repräsentanten statt Parteien wählen; Bürgerentscheide auch zu wirtschaftlichen Fragen, Krieg, usw.; Arbeitszeitverkürzung – auch damit die Menschen mehr zu Demokraten werden können; unabhängige Presse(Dabei sollen zu diskutablen Meinungen auch die Veröffentlichung von Gegenmeinungen Pflicht sein)

    – Gemeinwohlbesteuerung für Produkte und Firmen (Wirtschaften soll Mensch und Planet nicht schädigen)
    Erläuterungen zu den einzelnen Punkten:

    Sowohl zwischen Menschen in einer Gesellschaft als auch zwischen Regionen kann ein Ungleichgewicht entstehen. Die eine Person oder Region hat schon viel und bekommt dadurch immer mehr, eine andere Person oder Region kommt immer mehr ins Defizit(Schulden, usw.) und kommt immer schwerer in den ‚grünen Bereich‘. Dadurch entstehen auch immer ungleichere Macht- und Chancenverhältnisse und eine Abhängigkeit von denen, die viel haben. Man kann es am Beispiel Griechenland betrachten oder auch bei jemand, der in der Gesellschaft nie wirklich eine Chance hatte, und der/die dann ins Harz-IV-System gerät. Freiheit, Demokratie/Mitbestimmung über das eigene Leben können so bei den ins Defizit Geratenen nicht erhalten bleiben. Es entsteht eine Negativspirale. Die Schere zwischen Arm und Reich wächst dann exponentiell.
    Im neuen System soll wachsende Ungleichheit begrenzt werden, eine Rückverteilung gewährleistet und ein Gleichgewicht ermöglicht werden.
    Auf der Ebene zwischen Regionen sollen freie und demokratische Regionen u.a. durch regionale Wirtschaftskreisläufe angestrebt werden. Wenn die Wertschöpfung in der eigenen Region stattfindet, ist man in diesem Bereich bereits nicht mehr von anderen Regionen abhängig und kann sich dann eher für eine soziale und ökologische Gesellschaft entscheiden.
    Auch soll eine regionale Kreislaufwirtschaft angestrebt werden. Dabei sollen möglichst viele Bestandteile der Produkte recycelt werden, so dass am Ende die Produkte aus bereits in der Region durch Recycling gewonnenen Rohstoffen erzeugt werden können und dafür keine neuen Rohstoffe mehr irgendwo in der Welt für die Produkte abgebaut werden müssen.
    Durch Steuern soll es dann belohnt werden, wenn ein Produkt nicht mehr unnötig weit angeliefert wird und in einem gewissen Umkreis erzeugt wurde. Z.B. für den Kauf von Kochgeschirr, das im Umkreis von 200km erzeugt wurde oder ein Elektroauto, das im Umkreis von 800km erzeugt wurde wird dann weniger Mehrwertsteuer verlangt, als wenn man das Gleiche aus einer Produktion, die 10000km entfernt liegt, kauft.
    Innerhalb der Regionen soll die Dezentralität gefördert werden da die Macht über eine Produktgruppe in ganz wenigen Händen auch ein Ungleichgewicht darstellt und eine Umverteilungsmaschinerie von unten nach oben entsteht. Die Übergänge zwischen Regionen sind dabei fließend, da für jeden eine Fabrik für Elektroautos im Umkreis von 100km dann die Herstellung unnötig verteuern würde. Nahrungsmittel können dagegen eher im Umkreis von 50km angebaut und steuerlich belohnt werden, so natürlich die Gegebenheiten geeignet für den Anbau sind.
    Der Warenaustausch zwischen Regionen kann mit einer Warentauschwährung mit Besteuerung von Ungleichgewicht bei Export- oder Importüberschuss zwischen Regionen, entsprechend dem Bancormodell von Keynes, abgewickelt werden.

    Innerhalb der Gesellschaft soll materielles Ungleichheit durch eine Eigentumsobergrenze begrenzt werden. In Studien wurde z.B. untersucht bis zu welchem Einkommenszuwachs der Mensch durch mehr Einkommen glücklicher wird. Das Ergebnis war, dass die Grenze bei ca. 70000€ pro Jahr Einkommen liegt. Wenn man mehr Einkommen als 70000€ pro Jahr hat, wird man dadurch nicht mehr glücklicher. Viele Superreiche haben mehr Geld, Aktien die verkauft werden könnten, usw. als sie benötigen und diese Vermögen wachsen dann normalerweise ohne Eigenleistung weiter. Das, was die einen zu viel haben, ist an anderer Stelle dann jedoch zu wenig. Andere Menschen haben dadurch nicht mehr genug, um auf einen ‚grünen Zweig‘ zu kommen oder auch um überhaupt zu überleben. Riesenvermögen, z.B. über 10 000 000€, sind strukturelle Gewalt gegen andere in der Gesellschaft, da man anderen dadurch Chancen wegnimmt. Auch sind diese Riesenvermögen Mord an anderen Menschen, da man dadurch auch dafür sorgt, dass Menschen nicht genug zu Essen bekommen können und sterben, obwohl genug Nahrung da ist.
    Der Mensch in der neuen Wirtschaft kann ein Haus, Elektroauto, Ferienwohnung, Produktionsmittel, um diesen Standard halten zu können, usw. haben und gut leben aber wenn das Vermögen eine bestimmt Gösse übersteigt, z.B. wenn jemand dann 10 Häuser oder mehr hat, ist es dann so geregelt, dass er das, was er mehr als die Obergrenze hat, abgibt und es kann dann anderen Menschen, die es benötigen, zu gute kommen. Dass der Mensch in der Gesellschaft selber unabhängiger werden kann, soll gefördert werden, so dass es jemand eher zu einem eigenen Haus mit eigener Energieversorgung und eigenem Garten zum Gemüseanbau, eigenem Brunnen, usw. schaffen kann. Der Mensch kann so auch unabhängiger vom Staat sein.
    Boden soll der Mensch dafür bis 1000m² ohne Auflagen und Steuern haben dürfen. Mehr Land soll man jedoch nur pachten können, und nur wenn es für einen Gemeinwohlzweck genutzt wird. Wenn auf gepachtetem Boden Gewinn erwirtschaftet wird, soll davon dann etwas an die Gemeinschaft abgegeben werden.

    Geld soll vergesellschaftet werden und soll dem Allgemeinwohl dienen. Gewinne, z.B. aus Gelschöpfung, sollen an die Gemeinschaft gehen und nur noch Institutionen der Gemeinschaft sollen Geld schöpfen dürfen. Zu hohe Ansammlung von Schulden(Schulden, die nie zurückbezahlt werden können) und Vermögen soll verhindert werden.

    Alle Menschen in der Gesellschaft sollen ein Grundeinkommen bekommen, so dass mehr Sicherheit für den/die Einzelne/n in der Gesellschaft vorhanden ist und Benachteiligte auch nicht mehr dadurch diskriminiert werden können. Viel davon, was wir heute in einer Gesellschaft bekommen können, können wir nur haben, weil andere Menschen in der geschichtlichen Entwicklung die Gesellschaft und Produktion bis dahin aufgebaut haben. Auch können wir vieles nur haben, weil Maschinen und Computerprogramme für uns arbeiten und auch weil die Natur vieles für uns unentgeltlich bereit gestellt hat. Auch die Energie für die Maschinen kommt von der Natur. Auch Kosten von Umweltschäden durch Herstellung, Verwendung und Entsorgung eines Produkts sind in Produkten häufig nicht enthalten.
    Wenn man in einem Laden heute etwas von seinem Arbeitsentgelt kauft, bezahlt man für das meiste, was dazu geführt hat, dass man das Produkt jetzt bekommt, nichts. Somit gibt es bereits ein Grundeinkommen, das dann jedoch nur von Menschen mit Geldmitteln für sich erschlossen werden kann, obwohl dieses Grundeinkommen kein persönlicher Verdienst ist.
    Dieses vorhandene Grundeinkommen soll jedem in der Gesellschaft in einem gesellschaftlich vereinbarten Bereich zugänglich gemacht werden.
    Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann sein, kleine Wohnung, Essen, medizinische Versorgung, Benutzung der örtlichen öffentlichen Verkehrsmittel. Wer mehr will, was nach einem Blick auf die derzeitige Gesellschaft fast jeder ist, müsste dann etwas dafür tun. In erster Linie Arbeiten gehen. Wer sich bildet oder ehrenamtlich etwas für die Gesellschaft tut, kann auch etwas mehr Grundeinkommen bekommen. Kranke und Behinderte sollen zusätzlich zum Grundeinkommen unterstützt werden. Der Mensch kann durch das Grundeinkommen wieder freier und unabhängiger werden.

    Durch eine Gemeinwohlbesteuerung für Produkte soll belohnt werden Produkte sozial und umweltverträglich herzustellen.

    Der Weg zu einer neuen Wirtschaft, die diese sieben Punkte enthält, kann durch eine demokratische Diskussionen und demokratische Entscheidung für die neue Wirtschaft erreicht werden. Sinnvolle, bestehende gesellschaftliche Regelungen können dabei weiter bestehen. Der halbwegs funktionierende Rechtsstaat, Gewaltenteilung, usw. kann beibehalten werden und ggf. noch verbessert werden und die Menschenrechte können mit den Änderungen besser umgesetzt werden. Neben diesen sieben Punkten gibt es natürlich noch viel mehr gesellschaftliche Aspekte, auf die hier nicht eingegangen wurde und bei denen es auch noch einiges zu verbessern gibt. Eine wichtige Grundlage dafür können die genannten Punkte sein.

    Ziel dieser Vorschläge ist ein gutes Leben für alle Lebewesen auf dem Planeten. Deshalb richtet sich dieser Beitrag auch gegen Rassismus und rassistische Hetze, gegen Faschismus, gegen Antisemitismus, gegen Homosexuellenfeindlichkeit, gegen Nationalismus und ähnliches!

    Für die Veränderung sind auch die Menschen wichtig, die es demokratisch unterstützen und umsetzen und auch die Selbstveränderung ist hilfreich.

    Unterstützt die neue Wirtschaft!

    https://besserewelt.wordpress.com

  8. Michaela @ Spooky:“Bald gebe ich hier auf und lösche mich komplett.Die Menschheit ist einfach zu blöd in Deutschland, um eine Veränderung zu wollen.“

    Bitte nicht aufgeben. Zumindest ich will eine Veränderung. Weil es zur Freiheit keine Alternative gibt. Manche Menschen lernen erst dadurch die Freiheit wertzuschätzen, dass sie die Freiheit für eine Zeit lang entbehren müssen. Diese Diagnose, der allgemeine Deutsche sei zu blöd, um Veränderung zu wollen, die halte auch ich für richtig.
    Wenn der Irrsinn so weiter geht, haben wir bald die Helm-Pflicht im Eigenheim, falls Teppiche da liegen. Da tarnt sich die Dummheit als „Vernunft“ und „erklärt“ uns, warum wir nun im Wohnzimmer Helme tragen müssen: Weil es ja sein könnte, dass jemand über die Teppichkante stolpert und sich den Kopf stösst.

    Ich will hier mal sagen, warum ich Warnhinweise auf Tabakartikeln für mindestens genauso gefährlich halte, wie angeblich allgemein das Rauchen sein soll. Es gibt einen Hausarzt namens Dr.med.Schneidrzik, der das Buch „Hausarzt“ schrieb, das beim Lechner-Verlag erschienen ist.
    Da gibt es ein Kapitel über den „Plazeboeffekt“. Die Plazeboforschung lässt zuerst täuschend echt aussehende Mogelpackungen herstellen. Die Lüge besteht darin, zu suggerieren, es seien reale Wirkstoffe in den Pillen enthalten. In Wahrheit sind gar keine realen Wirkstoffe drin enthalten, nur Milchzucker o.ä. unwirksame Stoffe. Durch die Warnhinweise in den Beipackzetteln wird suggeriert, es seien bestimmte „Neben“wirkungen möglich. Und nun hat man anhand von breit angelegten Doppelblindversuchen-ohne Einweihung von Hausärzten- empirisch belegt, dass genau gemäss der bloss geistig suggerierten „Neben“wirkungen diese real auftraten. Bis hin zur Messbarkeit der realen Symptome und gemäss statistischer Auswertungen der Dinge. Deklarierte man „Gewebeschwellungen“, traten diese real auf. Deklarierte man „Sucht“, traten reale Symptome auf, welche eine „Entwöhnungskur“ notwendig machten.

    Um den Plazeboeffekt beweisen zu können, mussten alle realen Wirkstoffe ausgeschlossen werden. Nun meine ich: Um die Wirkung realer Stoffe nachweisen zu können, müssten alle Suggestionen ausgeschlossen werden. Ansonsten läuft man Gefahr, dass beim individuellen Raucher ein Symptom real wird, das durch die Suggestion bzw. den Warnhinweis auftritt.
    Materialisten gehen dann „automatisch“ davon aus, dass das Symptom vom materiellen Rauch ausgehen „müsse“. Das ist ein Trugschluss. Denn der Plazeboeffekt beweist: Durch den Geist entsteht Wirkung. Und es ist doch generell in der Medizin so, dass der individuelle Mensch der Mass-Stab ist. Der eine verträgt dies, der andere ist genau darauf allergisch.

    Diese Politik erzwingt Suggestionen auf Tabak und nicht auf Produkten der Schnapsnasen-Insustrie. Und die dumm gehaltene Bevölkerung akzeptiert Rauchverbote am Bahnsteig.
    Es ist verboten, am Bahnsteig einen Zug zu nehmen.

    • Michaela sagt:
      5. März 2016 at 17:34

      Michaela @ Spooky:“Bald gebe ich hier auf und lösche mich komplett.Die Menschheit ist einfach zu blöd in Deutschland, um eine Veränderung zu wollen.“

      Bitte nicht aufgeben. Zumindest ich will eine Veränderung. Weil es zur Freiheit keine Alternative gibt. Manche Menschen lernen erst dadurch die Freiheit wertzuschätzen, dass sie die Freiheit für eine Zeit lang entbehren müssen. Diese Diagnose, der allgemeine Deutsche sei zu blöd, um Veränderung zu wollen, die halte auch ich für richtig.
      Wenn der Irrsinn so weiter geht, haben wir bald die Helm-Pflicht im Eigenheim, falls Teppiche da liegen. Da tarnt sich die Dummheit als „Vernunft“ und „erklärt“ uns, warum wir nun im Wohnzimmer Helme tragen müssen: Weil es ja sein könnte, dass jemand über die Teppichkante stolpert und sich den Kopf stösst.

      @ Michaela: freut mich, dass Du vieles ähnlich siehst.

  9. Wo bleibt die kollektive Kreativität von unten?

    Wirtschaftsunternehmen investieren in Innovation und folglich in Kreativität. Sie setzen Kreativitätstechniken ein, um neue Güter und Dienstleistungen auf dem Markt zu bringen (viele davon äußerst fragwürdig) und Lösungen für Probleme zu finden. Sie gehen bei der Realisierung ihrer Innovationen strategisch vor. Und da sich diese bewährten Techniken auch auf andere Anwendungsbereiche übertragen lassen, werden sie ebenso für politische Entscheidungsfindungen genutzt. Leider in erster Linie von „denen da oben“. Dabei ist das Wissen leicht für alle verfügbar.

    Warum nicht gemeinsam ein Online-Instrument kreieren (zum Nachahmen, Vervielfältigen und Variieren empfohlen), das kollektive Kreativität generiert, mit deren Hilfe sich in vielen kleinen Einzelschritten eine wünschenswerte Gesellschaft „gestalten“ lässt?

    Warum die gesellschaftlichen Gestaltungsinstrumente nur den „autorisierten Profis“ überlassen und nicht selbst in die Hand nehmen, um bessere Gesellschaftsalternativen zu realisieren?

    • Das wollte ich oben mit Selbstbewusstwerdung ansprechen:

      Es werden andere (und entfernte) interviewt, kollektive Kreativität gefordert – daweil ist das längst vorhanden und im Gange.
      Und auch das Selbstbewusstsein – im doppelten Wortsinn – bildet sich bereits heraus, z.B. wenn ein Herr Dr. Ganser von einem Vollzug der Medienrevoludtion spricht, nicht mehr sich verteidigt, sondern das etablierte als Etabliertes eingrenzt, indem er darauf hinweist, wie wenig Menschen die etablierten Medien konsumieren – im Vergleich zum deutschsprachigen Raum, und dass etwa KenFM davon auch gar nicht mehr weit entfernt ist.

      Und auch der Ruf „wir sind das Volk“ ist letztlich nichts anderes, als ein Selbstbezug (und damit unabhängig zum Etablierten) Wenn diesen Rufen nun klar wird, dass sie nicht mehr den fütternden Schnabel anschreien, sondern selbständig agieren können, und zwar auch außerhalb von Demos, dann ist es eh schon im Rollen.

      Man sieht das im Negativen auch daran, dass die Staatsgewalt als ausschließliche Macht desktruktiv untergraben wird, etwa wenn Flüchtlingsheime brennen. (und hier zeigt sich, dass auch Unten nicht nur das Heil kreativ zu ‚blühen‘ beginnt.)

      Der Ruf nach kollektive Kreativität oder notwendige Änderungen von Unten umfasst alle Menschen, und insofern leider, weil auch das von Unten selbständig wird, was ‚wir‘ hier verabscheuen.

      Nebenan bildet sich PeacePoint, ein Netzwerk, das all die abertausenden Kleinstgruppierungen – die es ja bereits seit Jahrzehnten gibt – ebenso vereinen möchte, wie etablierte Gruppen, Vereine, und Strukturen.

      Aber damit kann man nicht im Entferntesten mit der umfassenden Ausstattung von Sgesellscahftlichen und staatlichen Strukturen mithalten. Allein die Geheimdienste haben hundertausende Mitarbeitern, klügstes, skrupellosestes Personal, besten technisch, rechtsstaatlich und finanziell ausgestattet. Nur ist es meiner Meinung nach naiv zu glauben, dass das Etablierte sich unbewaffnet vereinnahmen lassen wird.

      Und auch hier sollten wir aufhören, uns dominieren zu lassen, und aufhören, die Schuld im Kollektiv zu suchen.

    • @Bert

      „…Es werden andere (und entfernte) interviewt, kollektive Kreativität gefordert…“

      Es ging mir um mehr als nur eine mehr oder weniger zufällig entstehende „kollektive Kreativität“, nämlich um den gezielten kollektiven Einsatz von bereits bewährten Techniken zur Beschleunigung des kreativen Gesellschaftsgestaltungsprozesses. Wenn die Gegner der 99% so schnell planen und Fakten schaffen wie Jebsen spricht, haben wir leider keine Zeit, auf den Zufall zu warten. Wir müssen ihm auf die Sprünge helfen.

      „…Der Ruf nach kollektive Kreativität oder notwendige Änderungen von Unten umfasst alle Menschen, und insofern leider, weil auch das von Unten selbständig wird, was ‚wir‘ hier verabscheuen…“

      Damit hätte ich kein Problem. Da durch die freiwillige Entscheidung jedes Einzelnen, für welche der vielen vorgeschlagenen Aufgabenstellungen er seine Kreativität spielen lässt, ein demokratischer Abstimmungsprozess stattfinden würde, hätten verabscheuungswürdige Projekte kaum Unterstützung und somit kaum Input.

    • „Es ging mir […] um den gezielten kollektiven Einsatz von bereits bewährten Techniken zur Beschleunigung des kreativen Gesellschaftsgestaltungsprozesses.“

      Wie könnte das konkret aussehen?

    • Bert sagt:
      1. März 2016 at 22:22

      „Es ging mir […] um den gezielten kollektiven Einsatz von bereits bewährten Techniken zur Beschleunigung des kreativen Gesellschaftsgestaltungsprozesses.“

      Wie könnte das konkret aussehen?

      Deutschland hat 2 oder 4 Millionen Arbeitslose etwa ( kenne die Zahlen nicht aktuell) – die Arbeitslosen können nicht gekündigt werden, wenn Sie zu einer Demo sich zusammenschließen würden.

      Die Arbeitslosen erfüllen fast schon den Aspekt „Geldlose Gesellschaft“ – was auf makabre Weise zu Bilbos künstlerischem Thema passt.

      Wenn jetzt jemand dafür sorgt, dass nur die Hälfte ( 2 Millionen, wenn meine Zahlenangaben stimmen) der Arbeitslosen sich zusammenschließen und vor dem Reichstag für bessere Arbeitsbedinungen / Sozialleistungen – für Beendigung von Kriegen und Beendigung von Aufrüstungsprogrammen in Milliardenhöhe demonstrieren…

      2 Millionen… das ist ne unglaubliche Zahl – und den Job können die Menschen nicht verlieren.

      Wohl aber im Kollektiv als friedliche Masse der Regierung zeigen, was sie produziert, wenn sie weiterhin Ungleichgewichte im Sozialbereich fortführt…

      Art. 20

      (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

      (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

      (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

      (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

      http://dejure.org/gesetze/GG/20.html

      Ich denke, so eine Demonstration ist realistisch. Jetzt müssten nur Verdi, oder andere Gewerkschaften sich mit den Arbeitslosen kurz schließen, um es zu einer gesammelten Demonstration zu organisieren.

      Und welche, die wie ich z.B. in Beschäftigung sind, könnten sich auch solchen Demonstrationen friedlich anschließen…

      das fänd ich gut und konkret…

    • @Spooky
      Gute Idee. (Nur muss man eines verstehen: Gewerkschaften vertreten Arbeitnehmer, und nicht die Konkurrenz Arbeitslose – zuletzt sind Gewerkschaften selbst zu nahe am Establishment)

      Allerdings glaube ich nicht, dass Freiherr_von_Irgendwo eine derartige (wiederholbare) Einzelaktion meinte. Aber mal sehen.
      —-
      Zu den Arbeitslosen und zu Demos, oder auch zu den Interviewten, damit es nicht völlig OT wird:

      Sie alle leiden mehr oder weniger auch unter ihrer unbewusst/bewusst vollzogenen gesellschaftlichen Verortung. Wer sich schuldig, schlecht, unwert, ausgestoßen, arbeitslos, alternativ, nicht_etabliert ist fühlt und ist, der verhält sich auch so.

      Z.B. ist bei Demos immer wieder zu beobachten, dass alleine die Form für den Bürger ‚abstoßend‘ und nicht anschlussfähig ist. Da werden Bettlaken benutzt, um Botschaften draufzukritzeln, die Leute sind alternativ-schlecht-schlampig gekleidet: Man will sich im Lebensstil, in Art und Weise, mit Kleidung ja auch selbst absetzen. Warum nicht anschlussfähig-etabliert mit Anzug und Krawatte demonstrieren? Warum nicht Plakate ästhetisch drucken lassen, ohne rückgriffige Faustsymbole im knallharten rot und schwarz?

      Mir jedenfalls geht es so, dass ich inhaltlich oft zustimme, (meist sind es ja empathisch-sensible-besonnene Themen) und angewidert bin, wie unästhetisch die Leute ihre Botschaften (wie Kinder) hinkritzeln, wie grobschlächtig sie mit Farben umgehen, usw. Adäquater Selbstausdruck.

      Obdachlose: Viele wollen gar nicht mehr in einer Wohnung (mit anderen gemeinsam) ein Leben führen, welches der innere Verlorenheit nicht mehr entspricht. Sie fühlen sich derart entwertet und wertlos, dass sie wie Müll im Müll liegen. Adäquater Selbstausdruck.

      Arbeitslose: Ausgestoßen von einem selbständig und mündigen Leben, spielen keine gesellschaftlich e oder Familiäre Rolle mehr. Fühlen sich schuldig. Wie sollen die selbstbewusst auftreten, wenn persönliche Schicksale real zerstört wurden, und auch erst einmal faktisch auf die Reihe bekommen und dann auch verarbeitet werden muss. Die haben sich ja auch in ihrer Jugend und dem Leben auf etwas anderes fokussiert, und keine Ausbildung und Ausrichtung mit Lebenssinn Arbeitslosigkeit sich vorgestellt. Dieser Biographiebruch ist auch ein innerer Bruch. So jemand steht mit seinen Schuld-Schamgefühlen nicht mehr so leicht aufrecht-fordern. Adäquater Selbstausdruck.

      Und wenn hier jemand von Bilderbuch-Mönch spricht, oder ich davon spreche, dass die Interviewpartner ebenfalls schon Extrembeispiele aus der Ferne gewählt sind, wodurch eine gewisse Abgrenzung gegeben ist: Adäquater Selbstausdruck.

      Was ich meine ist: alle diese Gruppen beziehen mit ihrer inneren Einstellung relativ zum Etablierten einen Ort, an dem sie sich wohlfühlen, der ihr inneres behütet und adäquat beantwortet. Dazu zählt der orange Mönchskittel mit friedlichem Gesichtsausdruck ebenso, wie der Schlafplatz eines Obdachlosen mit dreckig-verwahrloster Kleidung, oder der Businessanzug mit geschwollener Brust.

      Wenn man wollte, dass Arbeitslose, HartzIVler etc. aufstehen, dann müsste gesellschaftlich allerhand emanzipatorische Arbeit geleistet werden, damit sie sich nicht hauptsächlich schuldig als Opfer ihrer eigenen Verantwortung fühlen (was ja immer gegeben ist, weil man für das eigene Leben nicht mehr mündig-aktiv eintreten kann, und wer sich nicht für sich selbst kümmern kann, fühlt sich allein deswegen schuldig vor sich), sondern dass sie _wirklich_ verstehen, dass sie Opfer von gesellschaftlicher Diskriminierung und systembedingter wirtschaftlicher Diskriminierungsbereitschaft geworden sind.
      Wir haben aber keine Arbeitslosengewerkschaft.

      Der Vorteil von KenFM ist ja auch, dass die ganzen kritischen Interviews optisch (und damit trotz aller Kritik am Etablierten nach wie vor sich etabliert fühlen) auch mit etabliert-anschlussfähigem Anzug und Krawatte durchgeführt und präsentiert werden.

    • Heute Morgen sprang mir in einer Bahnhofsbuchhandlung „Tumult“ ins Auge, die „Vierteljahresschrift für Konsensstörung“. Der Titel selbst ist nicht nur kreativ, er beinhaltet darüber hinaus eine Kreativitätstechnik:

      Die Konsensstörung.
      Sie soll dafür sorgen, dass der „Denkzug“ von den Geleisen springt und abseits der Schienen weiterfährt. Vor diesem Hintergrund kann man auch mutmaßen, ob es sich bei manchen provokanten Äußerungen von Jebsen um seine persönliche Meinung handelt oder um eine gezielte Konsensstörung.

      Doch dies nur als Einstieg.
      Ebenfalls in fast jeder Bahnhofsbuchhandlung findet man diese Haufe Taschenguides in orange-pink. U.a. von Matthias Nöllke „Kreativitätstechniken“. Bereits in diesem dünnen Heft (126 Seiten) sind 11 Techniken aufgelistet.

      Wenn man es etwas umfassender möchte (272 Seiten): „Denkwerkzeuge“ von Florian Rustler. 13 Kreativitätstechniken, die sich teilweise mit denen im dünnen Heft überschneiden, aber auch etliche neue. Darüber hinaus viele weitere Denkwerkzeuge (z.B. zur Auswertung der Ideen).

      „Kribbeln im Kopf“ von Pricken & Klell. 100 sechseckige Karten mit Fragen und Bildern, die das kreative Denken fördern. Zwar speziell für die Werbebranche konzipiert, lassen sie sich dennoch auf andere Bereiche übertragen.

      Und im Netz wird man sicher noch weitere Techniken finden.

      Sie alle bilden die Werkzeuge, mit denen man gemeinsam Aufgaben zu Leibe rückt, die die User selbst formulieren, weil sie sie als lösenswert erachten.
      Um optimale Ergebnisse zu erzielen, bräuchte es hierfür eine geeignete Plattform, die eine möglichst ergonomische Struktur aufweist.

      Neben der Generierung von Lösungsideen hätte die Plattform aber auch noch einen Nebeneffekt: Die eigen- und gruppeninitiative Arbeit an dem gemeinsamen Projekt „Lebenswerte Gesellschaft“. Sollte an einer solchen Plattform nicht ein reges Interesse bestehen?

      Um es zu verdeutlichen:
      Die Plattform solle bewusst frei bleiben von allen Aufgabenstellungen, die nur das bestehende System zementieren. Und sie sollte fokussiert sein auf Beiträge zur Gestaltung einer besseren Gesellschaftsalternative. Und schließlich sollte sie von möglichst vielen nachgeahmt und die Inhalte „abgekupfert“ werden.

      Vielleicht besteht ja so etwas in irgeneiner Form bereits und ich bin nur zu blind, um es zu finden.

    • @ bert
      Zu den Arbeitslosen und zu Demos, oder auch zu den Interviewten, damit es nicht völlig OT wird:

      Sie alle leiden mehr oder weniger auch unter ihrer unbewusst/bewusst vollzogenen gesellschaftlichen Verortung. Wer sich schuldig, schlecht, unwert, ausgestoßen, arbeitslos, alternativ, nicht_etabliert ist fühlt und ist, der verhält sich auch so.

      Ok. Berechtigtes Argument – einerseits stimmt es: Tendenz Offtopic – andererseits würde ich das gerne fortführen… wie es da auch eine Lösung geben kann, denn das Potenzial als Gruppe sich zu versammeln… als „Menschenmasse“ haben die Personen ohne Arbeit enorm. …

      ich bin jetzt mal beim Freiherr von Irgendwo:
      „Tumult“ ins Auge, die „Vierteljahresschrift für Konsensstörung“. Der Titel selbst ist nicht nur kreativ, er beinhaltet darüber hinaus eine Kreativitätstechnik:

      Die Konsensstörung.
      Sie soll dafür sorgen, dass der „Denkzug“ von den Geleisen springt und abseits der Schienen weiterfährt. Vor diesem Hintergrund kann man auch mutmaßen, ob es sich bei manchen provokanten Äußerungen von Jebsen um seine persönliche Meinung handelt oder um eine gezielte Konsensstörung.

      Naja. Nehmen wir an, Ken Jebsen würde diese Technik verwenden – welches Ziel verfolgt er damit?

      Ich mein, wieviel größer muss ein Schadensfaktor mit alternativen Denktechniken sein, um unsere Wirtschafts- und Politikverschmelzung im negativen Sinne für die Menschen zu steigern? Kann ich mir kaum vorstellen – oder doch : Nordkorea und deren Menschenrechte?

      Ich bin dankbar dafür, dass es ein Format zur Diskussion wie dieses gibt – auch wenn ich mir unklar bin, wer hier alles liest und schreibt – und ob das irgendwas nützt…

      Um es zu verdeutlichen:
      Die Plattform solle bewusst frei bleiben von allen Aufgabenstellungen, die nur das bestehende System zementieren. Und sie sollte fokussiert sein auf Beiträge zur Gestaltung einer besseren Gesellschaftsalternative. Und schließlich sollte sie von möglichst vielen nachgeahmt und die Inhalte „abgekupfert“ werden.

      Vielleicht besteht ja so etwas in irgeneiner Form bereits und ich bin nur zu blind, um es zu finden.

      Wenn Sie/ Du mit dieser Plattforum z.B. diese Seite meinen; was meinen Sie dann mit „Frei bleiben von Aufgabenstellungen?“

      Ich mein, vielleicht verstehe ich auch einfach die subliminalen Botschaften nicht, welche latent vorhanden sein könnten, in der zitierten Erklärung: betreffend „Plattform“ und „Aufgabenstellungen“?

      Wenn hier irgendwo mystische Geheimsprache, oder Techniken der Manipulation am Werke sind, bin ich ziemlich schnell wieder komplett verschwunden. Sollte ich das irgendwo bemerken.

      Denn eine Zusammenkunft von Menschen zu ermöglichen, um auch wieder über 7 Ecken irgendwelche Verhaltensmuster zu analysieren, Edward Bernays Technik in wohlduftend, sprachlichen Worthülsen zu schnuppern…

      das alles würde mir nur zeigen, dass ich ebenso mit Foto und Anschrift mich bei Facebook registrieren könnte, wo ja systemisch auch wie die Weltmeister analysiert wird, was wer wie wann wo und warum geschrieben hat.

      http://www.spiegel.de/netzwelt/web/facebook-experiment-aerger-um-manipulierte-newsfeeds-a-978147.html

      und das ist nur ein Beispiel.

      @ Freiherr von Irgendwo:
      Also: gibt es irgendwelche Belege, dass hier irgendwas unterirdisch gesteuert wird: und nur ich bin zu blöd, es zu merken?

    • @ bert und Freiherr von Irgendwo:

      Neben der Generierung von Lösungsideen hätte die Plattform aber auch noch einen Nebeneffekt: Die eigen- und gruppeninitiative Arbeit an dem gemeinsamen Projekt „Lebenswerte Gesellschaft“. Sollte an einer solchen Plattform nicht ein reges Interesse bestehen?

      Um es zu verdeutlichen:
      Die Plattform solle bewusst frei bleiben von allen Aufgabenstellungen, die nur das bestehende System zementieren. Und sie sollte fokussiert sein auf Beiträge zur Gestaltung einer besseren Gesellschaftsalternative. Und schließlich sollte sie von möglichst vielen nachgeahmt und die Inhalte „abgekupfert“ werden.

      Vielleicht besteht ja so etwas in irgeneiner Form bereits und ich bin nur zu blind, um es zu finden.
      ( jetzt mal eine alternative Interpretation der zitierten Worte):

      Ich bin z.B. der Meinung eine Massendemonstration für mehr soziale Gerechtigkeit, keine ( oder als Anfang erstmal „wenige“) Rüstungsausgaben und Friedensdemo ist sinnvoll und Konsensfähig bei vielen Menschen.

      Wenn Motive und Gründe zu einer Demonstration gegeben sind.

      Ich vernetze die Argumentation „Friedensdemo“ zu manch anderen Themen, wie beim Interview von Karin Leukefeld zu Syrien.

      Ich halte dies für einen kreativen Lösungsansatz, wenn ich immer wieder das Argument Friedensdemo mit anderen Argumente belegen und erweitern kann.

      Aber @ bert:

      Die Tendenz zu einem Thema wie z.B. Dada Madhuvidyananda abzuschweifen, oder bei dem Thema Syrien und Karin Leukefeld – diese Tendenz besteht immer.

      Es ist eben die Frage, Freiherr von Irgendwo: wo können Sie erkennen welchen „Trend“ zur Lösungsfindung hier User Posten , oder posten möchten?

      KenFM kann das sicher viel eher, wenn er Einblick in alle Beiträge und Daten von Usern hat: wann die welche Kommentare gepostet haben – wieviele Folgeantworten Bezug zu den Themen genommen haben.

      Ich finde es einerseits interessant, dieses Thema : „Lösungsfindung“ immer weiter auszudiskutieren und finde auch Ihre Anmerkungen, Bert und Freiherr von Irgendwo gut – aber:

      gefühlsmäßig sehe ich die Diskussion mit Ihnen beiden Gefahr laufen, Off-Topic zu werden, da es ja eigentlich nur um das Interview mit Dada gegangen ist – oder?

      Nun geht es um „Lösungstechniken“ ( Freiherr von Irgendwo) oder das Thema „Arbeitslose, welche sich diskriminiert fühlen und daher kaum zu Demos motiviert sind“ ( Bert) – beides aber Off-Topic, wenn die Funktion hier Antworten zu schreiben, sich ausschließlich auf die Wertschätzung und Anerkennung von Bilbos Interview zum Thema „Geldlose Gesellschaft“ beziehen sollte…

    • @ bert:

      was die Arbeitlosen angeht, so gibt es bei Gerald Hüther’s Seite ein ganz tolles Beispiel:

      Der Straßenchor Berlin

      Wenn aus einer Idee ein Projekt, aus dem Projekt ein Netzwerk und aus dem Netzwerk ein Verein und eine Hoffnungsquelle wird, dann ist die Idee richtig gut! Der Straßenchor lebt von einer guten Idee. Chorleiter Stefan Schmidt begab sich im Sommer 2009 auf eine ungewöhnliche Mission: Aus Obdachlosen, Drogensüchtigen und Unterstützern stellte er einen Chor zusammen, der in wenigen Wochen den Sprung von der Straße auf die Bühne schaffte. Das Unvorstellbare funktionierte: Im Herbst 2009 erschien eine CD.

      http://www.akademiefuerpotentialentfaltung.org/vorzeigeprojekte/

      Es gibt also Möglichkeiten, Reintegration zu leisten – für eine Demo bräuchte es bei Arbeitslosen (übertrieben formuliert) nur 2 Dinge:

      – 1) das Bewusstsein, dass die eigene Situation schlecht ist und was geändert werden sollte

      – 2) das Gefühl, mit anderen Gemeinsam für bessere Rechte demonstrieren zu wollen.

      Wenn das allen anderen zu Off-Topic ist, werde ich mich nun mit diesem Kommentar zu diesem Thema zurückziehen.

    • „…gefühlsmäßig sehe ich die Diskussion mit Ihnen beiden Gefahr laufen, Off-Topic zu werden, da es ja eigentlich nur um das Interview mit Dada gegangen ist – oder?…“

      Diese Off-Topic-Gefahr sehe ich nicht, da ein meditierender Mönch u.a. Introspektion betreibt, um mittels Selbsterkenntnis sein Inneres zu transformieren. Und das, was wir hier tun, ist dasselbe. Die Community ist „Der Mönch“, der Introspektion betreibt, um sich zu transformieren.

      „…Naja. Nehmen wir an, Ken Jebsen würde diese Technik verwenden – welches Ziel verfolgt er damit?…“

      Wie wär’s mit: Provokation einer Auseinandersetzung?
      Darin steckt: aus-ein(em)-ander(en)
      Aber auch: etwas aus-ein-ander nehmen (um es dann wieder am besten neu zusammen zu bauen)

      Es handelt sich übrigens nicht um „alternative Denktechniken“, sondern Denktechniken, die bereits mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger häufig angewendet werden. Da der Mensch dazu neigt, auf ihm bekannte Methoden zurückzugreifen, sitzt er in seiner Wahrnehmungsblase und benutzt immer wieder dieselben Werkzeuge und produziert suboptimale Ergebnisse.

      Lass es mich anhand eines Bildes erklären – denn ich habe den Eindruck, wir reden aneinander vorbei:

      Herr X läutet bei seinem Nachbarn und sagt: „Ich will im Badezimmer den Siphon wechseln, hab aber nur eine Kneifzange. Würdest du mir vielleicht eine Rohrzange leihen?“
      Der Nachbar antwortet: „Ich hab keine Rohrzange. Hilft dir eine Flachzange weiter?“
      Herr X: „Flachzange? Bist du bescheuert? Ne, lass mal, ich frag mal bei Herrn Y.“
      Herr Y hat dann eine Rohrzange, aber die ist leider zu klein.
      Hätten sie einen gemeinsamen Werkzeugkasten, in dem alle Werkzeuge drin sind, die der Otto-Normal-Bürger so hin und wieder braucht, gäbe es die Probleme nicht …
      1. erst lange nach dem richtigen Werkzeug suchen zu müssen und …
      2. aus Mangel am geeigneten Werkzeug ein anderes zweckzuentfremden.
      Nicht ohne Grund bekommt der Meister einen Tobsuchtsanfall, wenn der Lehrling ein Werkzeug verlegt oder zweckentfremdet.

      „…Wenn Sie/ Du mit dieser Plattforum z.B. diese Seite meinen; …“

      Nein, meine ich nicht. Mit Plattform meine ich einfach eine Basis, auf der dieser Gestaltungsprozess stattfindet. Du kannst es auch „Daten-Träger“ nennen. Oder einfach: Ein Internet-Tool, das ergonomisch genug ist, optimale Ergebnisse zu erzielen.

      „…was meinen Sie dann mit „Frei bleiben von Aufgabenstellungen?“…“

      Da ja jeder eine Aufgabe formulieren (vorschlagen) kann, die er gelöst haben möchte, könnte die Plattform auch Unternehmer verleiten, die Community zu missbrauchen, um sich bspw. neue Finanzprodukte ausdenken zu lassen oder ein optimiertes Unterdrückungssystem oder eine effizientere Waffentechnik etc..
      Das wäre nicht im Sinne dieses „Kreativwerkzeugkastens“.

      „…Wenn hier irgendwo mystische Geheimsprache, oder Techniken der Manipulation am Werke sind …“

      Am besten googelst du mal nach Kreativitätstechniken wie Scamper, Brainwriting, Morphologischer Kasten, Reizwortanalyse, Denkhüte, Osborn-Checkliste, Bisoziation, Mentale Provokation. etc.. Diese Techniken sind so mystisch, geheim und manipulierend wie eine Rohrzange.
      Letztere übrigens – die Mentale Provokation – ist im Grunde nichts anderes als eine „vorsätzliche Konsensstörung“.

      Übrigens: Der Straßenchor Berlin: War er das Ergebnis eines gezielten, kollektiven Einsatzes von Kreativitätstechniken oder ein zufälliger Geistesblitz?

      Noch mal übrigens: Was du dich hinsichtlich der Arbeitslosen gefragt hast, das frage ich mich auch seit es Hartz4 gibt.

      Gäbe es einen „Online-Kreativwerkzeugkasten“ mit einer starken Community, hättest du dort folgende Frage bzw. Aufgabenstellung formulieren können:

      „Wie schaffen wir es, bei den Arbeitslosen ein Bewusstsein für ihr eigenes Machtpotenzial zu erzeugen (im Gegensatz zu ihrem momentanen Ohnmachtsgefühl) und sie zu mobilisieren, um für ihre Rechte auf die Straße zu gehen?“

    • „…gefühlsmäßig sehe ich die Diskussion mit Ihnen beiden Gefahr laufen, Off-Topic zu werden, da es ja eigentlich nur um das Interview mit Dada gegangen ist – oder?…“

      Diese Off-Topic-Gefahr sehe ich nicht, da ein meditierender Mönch u.a. Introspektion betreibt, um mittels Selbsterkenntnis sein Inneres zu transformieren. Und das, was wir hier tun, ist dasselbe. Die Community ist „Der Mönch“, der Introspektion betreibt, um sich zu transformieren.

      Okay. Das ist ein sehr plausibles Argument, wie ich finde.

      „…Naja. Nehmen wir an, Ken Jebsen würde diese Technik verwenden – welches Ziel verfolgt er damit?…“

      Wie wär’s mit: Provokation einer Auseinandersetzung?
      Darin steckt: aus-ein(em)-ander(en)
      Aber auch: etwas aus-ein-ander nehmen (um es dann wieder am besten neu zusammen zu bauen)

      Es handelt sich übrigens nicht um „alternative Denktechniken“, sondern Denktechniken, die bereits mehr oder weniger bewusst, mehr oder weniger häufig angewendet werden. Da der Mensch dazu neigt, auf ihm bekannte Methoden zurückzugreifen, sitzt er in seiner Wahrnehmungsblase und benutzt immer wieder dieselben Werkzeuge und produziert suboptimale Ergebnisse.

      Das jemand provoziert, um über die Grenzen zu treten und um neues möglich zu machen, ist jetzt nicht so neu. In meiner ersten Art der Interpretation dachte ich, sie meinten: wir würden hier alle gezielt manipuliert und Herr Jebsen würde mit seiner Art den Anfang machen – das kam mir sehr komisch vor – deswegen meine skeptische Frage dazu.

      Lass es mich anhand eines Bildes erklären – denn ich habe den Eindruck, wir reden aneinander vorbei:

      Herr X läutet bei seinem Nachbarn und sagt: „Ich will im Badezimmer den Siphon wechseln, hab aber nur eine Kneifzange. Würdest du mir vielleicht eine Rohrzange leihen?“
      Der Nachbar antwortet: „Ich hab keine Rohrzange. Hilft dir eine Flachzange weiter?“
      Herr X: „Flachzange? Bist du bescheuert? Ne, lass mal, ich frag mal bei Herrn Y.“
      Herr Y hat dann eine Rohrzange, aber die ist leider zu klein.
      Hätten sie einen gemeinsamen Werkzeugkasten, in dem alle Werkzeuge drin sind, die der Otto-Normal-Bürger so hin und wieder braucht, gäbe es die Probleme nicht …
      1. erst lange nach dem richtigen Werkzeug suchen zu müssen und …
      2. aus Mangel am geeigneten Werkzeug ein anderes zweckzuentfremden.
      Nicht ohne Grund bekommt der Meister einen Tobsuchtsanfall, wenn der Lehrling ein Werkzeug verlegt oder zweckentfremdet.

      Das ist zwar eine Beschreibung eines Bildes / einer Situation. Löst für mich aber nicht wirklich auf, wo wir genau aneinander vorbei reden könnten/ sollten. Denn das Schlußwort der Beschreibung ist zweckentfremdetes Werkzeug und wir haben alle nicht denselben Werkzeugkasten. Schon klar, dass Tobsucht / Missverständnisse entstehen, bei Missverständissen / Zweckentfremdung.

      „…Wenn Sie/ Du mit dieser Plattforum z.B. diese Seite meinen; …“

      Nein, meine ich nicht. Mit Plattform meine ich einfach eine Basis, auf der dieser Gestaltungsprozess stattfindet. Du kannst es auch „Daten-Träger“ nennen. Oder einfach: Ein Internet-Tool, das ergonomisch genug ist, optimale Ergebnisse zu erzielen.
      Ich möchte lieber hier bei der Seite KenFM bleiben – abstrakt über „Datenträger“ zu schreiben, mag die Berechtigung haben – für mich ist es jedoch so nicht nachvollziehbar.

      „…was meinen Sie dann mit „Frei bleiben von Aufgabenstellungen?“…“

      Da ja jeder eine Aufgabe formulieren (vorschlagen) kann, die er gelöst haben möchte, könnte die Plattform auch Unternehmer verleiten, die Community zu missbrauchen, um sich bspw. neue Finanzprodukte ausdenken zu lassen oder ein optimiertes Unterdrückungssystem oder eine effizientere Waffentechnik etc..
      Das wäre nicht im Sinne dieses „Kreativwerkzeugkastens“.

      Ich bin sicher, dass es hier schon aktiv passiert. Wenn ich zwischen den Zeilen mancher Schreiber ( nicht Sie oder Bert z.B.) lese, denke ich mir auch : denken die wirklich so, oder könnte es einen anderen Sinn haben, genauso zu schreiben??

      „…Wenn hier irgendwo mystische Geheimsprache, oder Techniken der Manipulation am Werke sind …“

      Am besten googelst du mal nach Kreativitätstechniken wie Scamper, Brainwriting, Morphologischer Kasten, Reizwortanalyse, Denkhüte, Osborn-Checkliste, Bisoziation, Mentale Provokation. etc.. Diese Techniken sind so mystisch, geheim und manipulierend wie eine Rohrzange.
      Letztere übrigens – die Mentale Provokation – ist im Grunde nichts anderes als eine „vorsätzliche Konsensstörung“.

      Mentale Provokation: damit könnte ich ganz prima leben – weniger allerdings, wenn jemand dies bewusst macht, um dann zu sagen : „siehst Du wie schlau ich bin? wie toll ich dich manipulieren konnte? ohne das du ruhig geblieben bist?“

      Ich habe einige Begriffe nachgeschaut – aber konkret, was hier angewendet wird, haben Sie nicht genannt.

      Ich könnte auch sagen, schauen Sie mit Hilfe von google ( oder auch anderen Suchmaschinen) 333, 1773, 1861, 1914, 1939, 1945, 1955, 1999, 2001 als bestimmte Jahresergebnisse an. Loten Sie dann selbstständig aus, was davon hier im Forum missbräuchlich genutzt oder verschwiegen worden ist, um anschließend herauszufinden, welche Nutzer der Gefahr von Geschichtsklitterung anheim gefallen sind.

      Dann können wir uns darauf einigen, dass wir in Vielzahl sicher Missverständnisse im Forum produzieren, welche wir nicht hätten, hätten wir alle denselben Werkzeugkasten.

      So ähnlich klar ist für mich Ihre Ausführung des Beispiels mit dem Lehrling, der Flachzange und den Möglichkeiten von Kreativitätstechniken.

      Den Vorwurf, welchen ich jenen machen möchte, die bewusst solche Techniken anwenden (müssen?) ist : sie können nicht Ihre Meinung äußern, ohne zu manipulieren. Es ist für jene nicht möglich, ehrliche Worte zu finden, ohne zu verführen zu suchen mit gekünsteltem Verhalten ( = denn wer muss sich verstellen, wenn sein Vorhaben ehrlich und human ist? )

      Da können Sie mir zig Beispiele von Flachzange schreiben, oder was ich googlen soll an Begriffen – da kann ich Ihnen auch einen Buchtitel suchen, den ich für passend finde und schreiben : „Lesen Sie dies..“ z.B. „Mind Control“ von Heiner Gehring – wir brauchen dann hier nicht mehr mit Worten zu schreiben… weil das Buch erklärt ja alles – auch das wir evtl. unterschiedliche Werkzeugkästen haben.

      Merken Sie was? In dem Moment, wo ich Ihnen oder Sie mir Allgemeinplätze zum Googlen, Lesen oder nachforschen anbieten, entfernen Sie oder Ich ( wer denn dem Anderen gerade schreibt: googlen/ lesen sie mal Folgendes:) uns von einem Gespräch.

      In dem Moment, wo mein Gegenüber immer erst sich Wissen aneignen muss, damit ich ( nach seiner Vorstelllung) auf Augenhöhe bin, kommt keine echte Diskussion um wirkliche Inhalte zustande.

      Weil ein Gespräch davon lebt, dass sich ausgetauscht wird – ist fast so ähnlich; ich würd ja gerne hier schreiben mit Ihnen, Freiherr von Irgendwo… aber ich muss erstmal diese Smartphone-Nachricht beantworten- vielleicht finde ich später wieder zurück zum Gespräch mit Ihnen…aber keine Sorge..ich nehme das Gespräch sehr ernst mit Ihnen…

      Verstehen Sie? Distraktor könnte auch ein Stichwort sein. In der Art, wie manchmal im Forum agiert wird, durch Worte.

      Übrigens: Der Straßenchor Berlin: War er das Ergebnis eines gezielten, kollektiven Einsatzes von Kreativitätstechniken oder ein zufälliger Geistesblitz?

      Da kann ich Ihnen theoretisch auch 2-3 Links zu posten, wenn Sie das interessiert. Gerald Hüther spricht verschiedentlich in Videos immer wieder diesen Chor an.

      Um das exakt zu beantworten, empfehle ich Ihnen den Kontakt mit dem Dirigenten zu suchen. Ich möchte ungern für andere sprechen.

      Noch mal übrigens: Was du dich hinsichtlich der Arbeitslosen gefragt hast, das frage ich mich auch seit es Hartz4 gibt.

      Gäbe es einen „Online-Kreativwerkzeugkasten“ mit einer starken Community, hättest du dort folgende Frage bzw. Aufgabenstellung formulieren können:

      „Wie schaffen wir es, bei den Arbeitslosen ein Bewusstsein für ihr eigenes Machtpotenzial zu erzeugen (im Gegensatz zu ihrem momentanen Ohnmachtsgefühl) und sie zu mobilisieren, um für ihre Rechte auf die Straße zu gehen?

      Die letzte Frage verstehe ich zu 100% so, wie ich sie formulieren würde.

      Neben dem Straßenchor gibt es auch:

      http://www.arbeitslosennetz.de/forum/

      oder

      http://ralph-boes.de/

      Aber es scheint sich keiner wirklich dafür zu interiessieren, wie man eine gewaltige Zahl von Menschen auf die Strasse mobilisieren könnte.

      Ich bin anscheinend alleine so dumm oder naiv, der irrigen Annahme verfallen zu sein, dass die Menschen mit untersten Lebensbedingungen gerne bessere Lebensbedingungen hätten.

      Bald gebe ich hier auf und lösche mich komplett. Die Menschheit ist einfach zu blöd in Deutschland, um eine Veränderung zu wollen. Ich kann mir auch eine eigene Website bauen und da weiter „rumheulen“… aber letztlich, um den (oft) missverstandenen Prinz Chaos-Charme aufzugreifen:

      „Ich freue mich auf TTIP, den 3.Weltkrieg, Anschläge auf Atomkraftwerke, eine Regierung die ohne Zensur nicht mehr Lebensfähig ist, auf Rechtsradikale die sich Linksradikal nennen, Auf Menschen die kein Gefühl mehr für das Leid anderer oder sich selbst haben… auf eine moderne Gesellschaft, wo Babys mit dem Smartphone schon die Wischbewegung lernen, damit sie möglichst früh ihre Gehirnleistung auslagern können und dumm auf der Welt aufwachsen…

      bald sind wir endlich in Gänze bei Brave New World… und wir können endlich die Alpha, Beta, Gamma, Delta und Epsilon-Kasten aufbauen…herrlich … und lustig, dass die Begriffe Alpha etc.. aus dem griechischen kommen…“

      und um es final zu fassen ( und mich bald hier zu löschen) :

      „Ja. Wir brauchen die kollektive Dummheit. Wir schaffen wir das!“

  10. „…Also eine Gesellschaft, in der man nicht zählt. Jeder tut in die Suppe, was er kann und nimmt, was er braucht. Gezählt wird nicht. Hauptsache, die Suppe schmeckt, weil alle aus der gleiche Suppe essen…“

    Das ist zwar unter begrenzter Perspektive eine schöne Utopie, aber auch ein zweischneidiges Schwert. Wenn jeder in die Suppe tut, was er kann (nicht, was er muss) und herausnimmt, was er braucht (nicht, was man ihm zuteilt), ist das Endergebnis dem Zufall überlassen. Es kann auch so aussehen, dass alle Menschen auf dem selben Niveau Ressourcen verbrauchen wie wir es tun.

    „…Unsere Grundwerte müssen also verlagert werden. Vom „ich“ zum „wir“. Vom Verfolgen egozentrischer Ziele hin zur Achtung vor dem Leben…“

    „Wir“ bedeutet nicht gleichzeitig „Achtung vor dem Leben“. Unter dem Nazi-Regime bspw. verlagerte sich der Grundwert auch vom Ich zum Wir. Es geht also u. U. nach hinten losgehen, weil das Wir auch ein kollektives Ich sein kann, das nicht die ganze Menschheit umspannt.

    „..Ich bin der Meinung, dass die notwendige Änderungen für eine bessere Welt von Unten, und nicht von Oben geschehen sollen…“

    Dem stimme ich voll zu, denke aber auch, dass eine Haltung im Sinne „also macht mal irgendwas“ – dezentral, jeder für sich – zu viel Orientierungslosigkeit beinhaltet, um in der uns verfügbaren Zeit eine Zukunft zu gestalten, die humaner, fairer und ressourcenschonender ist als die Gegenwart.

  11. Als Gegengewicht zu den harten Bandagen von Ken Jebsen schätze ich die Beiträge von Bilbo Calvez, da ihre Impulse andere seelische Regionen ansprechen. Von diesem Video kann ich das jedoch nicht behaupten und schließe mich in vielen Kritikpunkten Bert an.
    Dada Madhuvidyananda macht auf mich weniger den Eindruck einer tieferen Spiritualität als vielmehr den eines unglaubwürdigen lebenden Klischees.

    Zwar kann ich der Auffassung zustimmen, dass sich der Einzelne mittels bspw. Raja-Yoga (und vergleichbare spirituelle Übungen) so weit transformieren kann, dass er seine Bedürfnisse auf ein Minimum herunterschraubt. Jedoch dürfte es in absehbarer Zeit keine Mehrheit geben, die diesem Weg so weit folgen kann, dass er nennenswerte Gesellschaftliche Veränderungen zeitigt. Man denke nur an die Esoterik-Industrie oder an Figuren wie den Lifestyle-Tütensuppen-Zenmeister H… aber lassen wir das.

    Im Gegenteil:
    Würden sehr viele Menschen Dada Madhuvidyananda folgen, würden sie ihre persönlichen Bedürfnisse derart reduzieren, dass sie frei wie die Vögel per Flieger um den Globus jetteten, um irgendwo auf der Welt irgend jemandem unter die Arme zu greifen. Eine ausgesprochen „klimafreundliche“ Lebensweise, bei der man gerne zwei Augen zudrückt – vor allem angesichts der hilfsbedürftigen Obdachlosen in der unmittelbaren Nachbarschaft.

    Mein Fazit:
    Durch spirituelle Transformation die Konsumbedürfnisse auf ihre zugrundeliegenden seelischen Bedürfnisse zurückführen: Ja.
    Dada Madhuvidyananda als Vorbild wählen: Nein.

    • Dada Madhuvidyananda macht auf mich weniger den Eindruck einer tieferen Spiritualität als vielmehr den eines unglaubwürdigen lebenden Klischees.


      Mein Fazit:
      Durch spirituelle Transformation die Konsumbedürfnisse auf ihre zugrundeliegenden seelischen Bedürfnisse zurückführen: Ja.
      Dada Madhuvidyananda als Vorbild wählen: Nein.

      Ich sehe, dass Dada Madhuvidyananda selbst noch im Werden, im Transformationsprozess ist. Das merke ich an dem Umfang wie deutlich, klar und umfassend seine Antworten sind.

      Er hat sich aber auf den inneren Weg gemacht, das möchte ich ihm anrechnen.

      Thich Nhat Hanh hat mal in einem Buch geschrieben ( ich meine, er war es, wenn ich mich recht erinnere), dass jeder, der sich z.B. dem Buddhismus oder anderen Religionen geöffnet hat, es sinngemäß probieren sollte, bei seiner eigenen Religion, seinem Ursprung zu bleiben und dort die Widersprüche aufzulösen und friedlich zu werden.

      Die Worte, die Thich Nhat Hanh geschrieben hat, sind andere gewesen, als ich nun sinngemäß wiedergegeben habe. Es geht darum, dass jeder bei seinem religiösen Ursprung den Frieden zunächst finden sollte; so habe ich jedenfalls Thich Nhat Hanh verstanden.

      Thich Nhat Han – Achtsamkeit – Der mittlere Weg
      https://www.youtube.com/watch?v=OhPs5wxwGIE

  12. Hallo Phill, du sprichst mir aus dem Herzen mit,
    „… Mein Instinkt wehrt sich,…“
    Bei einer Zeit von „1:27:46“ ist er nicht in der Lage
    seine tranceähnliche Manipulation zu unterdrücken.
    Gruß Frank

  13. Bei allem Respeckt,
    aber ein Abendländer der sich in eine indische Mönchskutte wirft, hat meiner Meinung nach, noch keine 5 Schritte weit in der Erkenntnis getan. Mein Instinkt wehrt sich, diesem Bilderbuch-Buddha auch nur 5min zuzöhren.

  14. Hallo,
    ich kucke am Abend normalerweise am Liebsten irgendwelche Spielfilme auf Youtube an, um zu entspannen bzw. den Tag ausklingen zu lassen.
    Das Problem ist allerdings, dass da meistens auch in kleinerem oder größerem Umfang Gewaltszenen dabei sind. Und die begleiten einen dann auch in die Nacht bzw. ins Unterbewußtsein.
    Ich habe schon ein paar mal versucht lustige, fröhliche Filme zu finden, aber dann landet man eher bei so einfachen Klamauk-Sachen wie Jerry Lewis oder Disney-Produktionen. Wenn ich Kinder hätte würde ich natürlich Sandmännchen oder sowas kucken. 😉 Aber das Beste für das Kind ist sicher eine schöne Geschichte zum Einschlafen vorlesen.

    Heute gegen Nachmittag machte sich auf einmal das Lied „Piece of my heart“ von Janis Joplin in meinem Kopf breit, das ich dann die ganze Zeit vor mich hin gesummt habe während ich draussen im Schnee und bei starkem Wind die Natur genossen habe. Den Text und geschweige denn die Bedeutung des Textes kenne ich bis heute nicht, aber die Melodie finde ich einfach klasse. Das gehr mir bei praktisch allen englischen Liedern so.

    Die folgende Version ist die ruhigste, die ich auf die Schnelle bei YT gefunden habe und sie gefällt mir dadurch am Besten:

    JANIS JOPLIN – PIECE OF MY HEART
    https://www.youtube.com/watch?v=CIHny7QEf7o

    Es sind viele verschiedene Aufnahmen von Janis Joplin zusammengeschnitten, die aber alle nicht mit ihrem Singen synchronisiert sind.
    Bei der Suche nach dem Lied „Piece of my heart“ stieß ich auf eine alte Aufnahme von Joe Cocker vom Woodstock-Konzert von 1969. Ich hätte ihn nicht erkannt.

    Gerade habe ich dann noch dieses Duett gefunden:

    Joan Baez – Nana Mouskouri – Duo – Sag Mir, Wo Die Blumen Sind
    https://www.youtube.com/watch?v=i9jqKgqfIWo

    Joan Baez, die us-amerikanische Folk-Sängerin und Pazifisten, deren Stimme immer besser zu werden scheint, singt zusammen mit der griechischen Sängerin und(!) Politikerin ein deutsch-amerikanisches Anti-Kriegslied.

    Und jetzt werde ich mir das Interview von Bilbo mit Dada Madhuvidyananda anschauen.

  15. Bisher habe ich dieses und das Interview mit Alicia gesehen und ich stelle bei mir eine Gemeinsamkeit beim zuhören fest, gute Stimmung. Ich fand beide Gespräche interessant und anregend für meine eigenen Gedanken, und das durchweg positiv. Ich beschäftige mich gern mit mir selbst, reflektiere häufig mein tun und handeln ( schon von Berufswegen her) und das was der Mönch gesagt hat spricht mich an, was nicht bedeutet das ich meditieren oder Yoga lernen möchte, aber wenn ich einem Menschen zuhöre der so ausgeglichen und freundlich kommuniziert, dann löst es in mir Frieden aus… Klingt vielleicht albern, aber so beschreibt es meine Wahrnehmung am besten. Auch die Art und Weise wie Alicia von der Kommune, in der sie lebt, erzählt hat, hat in mir dieses Gefühl ausgelöst. Zwei völlig unterschiedliche Menschen , die völlig verschiedene Leben leben, und damit glücklich wirken, obwohl sie Teil dieses „Irrenhauses“ sind…das beeindruckt mich sehr und gibt mir Hoffnung, dass es für die nächsten Generationen besser werden kann, vielleicht auch ohne Geld…

  16. Der Mensch Dada Madhuvidyananda hat mich schon sehr beeindruckt!
    Seine Kernaussagen werfen schon grundsätzliche Fragen für das eigene Leben auf, wie ich finde!
    Für mich das tiefgründigste Gespräch bisher! Ein tolles Projekt!
    Danke Bilbo Calvez, danke KENFM!
    Mehr davon….,ich brauche mehr Input…….

    Euer gewogener
    Jim Lefroy

  17. Hallo Bilbo,

    tolles Interview.

    Es zeigt mir, wie sehr Du mit Leidenschaft erfahren möchtest, welche alternativen Lebenskonzepte ohne Geld, oder mit wenig Geld möglich sind.

    Wieder mal hatte ich mehrere Assoziationen zu Deinem Thema:

    – Andreas Altmann

    http://www.andreas-altmann.com/leseproben/34-tage-33-naechte-von-paris-nach-berlin-zu-fuss-und-ohne-geld

    Das Buch habe ich selbst mal gelesen. Kann ich empfehlen.

    Um zu wissen, wie Herr Altmann so spricht:
    Andreas Altmann liest im Goldbeker aus Sucht nach Leben (Langassung)
    https://www.youtube.com/watch?v=BGMj4VVe9L8

    Wär ein Traum, wenn Du ihn zu seinem Thema „zu Fuss und ohne Geld“ befragen könntest, denn der könnte Dir viel und gut darüber erzählen.

    Weitere Assoziationen waren :

    OSHO:

    OSHO: Being In Love
    https://www.youtube.com/watch?v=8LfUvi1bof8

    und Karlfried Graf Dürckheim:
    Karlfried Graf Dürckheim – „Der Weg ist das Ziel“ (Gespräch)
    https://www.youtube.com/watch?v=AtqQSSHmMy0

    Lieben Gruß
    André

  18. Ich bin begeistert wie vielseitig KenFM sich präsentiert. Ich mag die Bilbo Calves. Auch schon ihre Reden bei den Mahnwachen fand ich sehr interessant. Dieses Projekt Bärensuppe zeigt für mich ganz unterschiedliche Ideen wie man sein Leben gestalten kann und natürlich auch wie unterschiedlich die Zukunftsaussichten und Lösungsansätze sind. Zur Sendung will ich keine inhaltliche Wertung abgeben. Ich halte es immer frei nach Birkenbihl:“ Alles ist ein Geistiger Supermarkt, was mir gefällt nehme ich runter vom Regal und den Rest lass ich einfach liegen.“ Obwohl ich schon zugeben muss das ich hier öfters Shoppen komm 🙂

    Ich will Euch allen einfach mal mein Lob und meine Anerkennung aussprechen und hoffe wirklich das Euer innerer Kompass immer auf Kurs bleibt.

  19. Zu 10:30

    Hier zeigt der Bart als Ausdruck für wachsen gelassene Natur den scheinbaren Widerspruch zur Sexualität auf, die der Mönch ‚Gott‘ oder seiner Spiritualität weiht.

    Es wird dann so aufgelöst, dass man die Energie (willentlich, durch freien Entschluss) partnerschaftlicher oder familiärer Energie sublimiert dem Guten, Gott zuwendet.

    Ich denke aber, dass es kausal gerade andersherum verläuft. Neben der sexuellen Libido steht eine andere Kraft auf, z.B. der Drang nach Spiritualität, welche Exklusivität einfordert, und erst dadurch, also durch diese ebenfalls-menschlich-biologisch-matterielle Tatsache an exklusiver Hinwendungsaufforderung einer ‚Spiritualitäts-Libido‘, entsteht die Entscheidungnotwendigkeit.

    Ein Unterschied ist in etwa die Verortung von Spiritualität. Es klingt leicht so, als wäre Spiritualität und das Bedürfnis nach Spiritualität ebenfalls rein geistig-mentaler-emotionaler Natur, während das Lustgefühl und Sexualität viel weniger geistig-mental-emotional wäre, also viel biologistischer gedacht wird, passsend zum Begriff Libido.

    Ich möchte behaupten, dass für ’nichtspirituelle Menschen‘ Spiritualität einem rein geistigen-mentalen Entschluss zu entspringt scheint, der dann etwa durch Meditation von dort aus die Wurzeln bis zur materiellen Biologie hinabtreibt – während für spirituelle Menschen, die dann sogar Mönch werden und einer gewissen Form von Sexualität entsagen (bzw. sich dazu aufgefordert/genötigt sehen) den Entschluss in dieser Exklusivität fassen (müssen), weil Spiritualität bei Ihnen derart ‚verwachsen‘ ist, wie man es bei Sexualität mit Libido umschreibt.

    Auch wirkt Bilbo auf mich ebenfalls wie gerufen, auch gegen Ihre natürliche Erstveranlagung zu opponieren, Alternativen zu suchen bzw. sich gezwungen zu sehen, das eigene ‚Heil‘ woanders zu suchen.

    Während Dada einen extremen Alternativweg gewählt hat, um seiner Veranlagung bzw. seiner Natur zu entsprechen, ist dies doch ein etabliert und tradierter Weg. Bilbo hingegen scheint ebenso ihrer Natur dadurch zu entsprechen, Alternativen zu suchen, hat aber leider nicht das ‚Glück‘ in vorgetretene Pfade wandeln zu können, sondern muss den Weg selbst zur Wegsuche machen.

    Man hat etwas den Eindruck, als wäre Bilbo das gar nicht so klar. Natürlich ist das Projekt als ein Kunstprojekt ‚implementiert‘, dennoch kommt sie mir einsamer und suchender vor.


    Unter dem Gesichtspunkt von Kunst, als einer verarbeitenden, finde ich, müsste ihre Schaffensnotwendigkeit mehr reflektiert und zum Selbstausdruck gesteigert reflektiert werden. Sonst ist es vorbewusstes Denken und Rühren, ohne zu wissen, warum das ganze (im künstlerischen Sinne). Intellektuell ist das natürlich schnell erklärt.

    • Ergänzend zum Gedanken eines Kunstprojektes:

      Die Intervies haben ja nicht das Setting von scharfsinnig Hinterfragen, wie bei einem Krimi, verbogene Strukturen aufzudecken.
      Genausowenig wird hier nachgefragt, um Geheimnisse (Der Pharaonen, Aliens, Tempelritter) aufzudecken, die ein bestimmtes geheimnisumwittertes Flair erzeugen.

      Auch sind die Fragen nicht wirklich in die Tiefe gehend, von Kenner zu Kenner, auch nicht fachsimpelnd.

      Was also wird in diesem Interview (im Sinne von Kunst) gestaltet?

      Die Fragen sind eher ’naiv‘ gehalten, in dem Sinne, jemand kommt zum ersten-zweiten Mal in Kontakt mit jemandem, und frägt wie einer ‚Anfänger‘ oder ‚Einsteiger‘. Dadurch entsteht der Eindruck einer Asymmetrie. Hier eine Fragende, die sich als unwissend gibt, (wobei doch viele Fragen eigentlich schon vor oder mit de rFrage klar sind. Also wirklich Unbekanntes wird da ja nicht erfragt.)

      Auf mich wirkt das so, als würde Bilbo sich als Fragende klein machen, um dann voller Überraschung und Neugierde auf den Interviewpartner und seine Antworten als etwas ehrwürdig-respektvolles schauen zu können.
      Das wirkt auf mich allerdings auch so, dass da eine Distanz und Grenze aufgebaut wird, um eine ambivalente Spannung zu erzeugen. Dort das so heilvolle, was wirklich erstrebenswert vorgegeben wird, aber doch dort verortet ist, wo sie selbst nicht ist. So als würde man im Konjunktiv einen Imperativ aussprechen. Einerseits die Kraft des Hindrängen oder Hingedrängtseins, andrerseits im Konjunktiv, welch aufzeigt, dass das dort ankommen nicht angedacht wird.

      Fazit: Als Kunstaktion betrachtet, wirken die Interviews (bzw. die darin erzeugte Ambivalenz) auf mich momentan so, als müsste es zu einer Emanzipation von all diesen vorbildlichen Lebensweisen anderer kommen.

      Ich hoffe, dass es nicht nur bei den Interviwes bleibt, denn sonst haben wir viele Farben, aber kein Bild.

    • Ergänzung zur Ergänzung:

      Es wirkt weiter auf mich so, als ginge es um den Emanzipationsprozess, dass man eben gerade nicht alternative (extreme) Lebensweisen führen muss, um selbst (in der Mitte der Gesellschaft) alternativ (ausreichend alternativ) zu leben.

      Eine Selbstbewusstwerdung (im doppelten Wortsinn) und Emanzipation der Mitte der Gesellschaft von den krassen alternativen Lebensweisen, als eine selbst-gültige alternative Lebensweise (z.B. ohne Mönch werden zu müssen).

    • Bert. Kurze Antwort:
      Bei dem Interview mit Dada, habe ich tatsächlich auf komplett offen bei mir geschaltet, kann man auch gern als naiv bezeichnen.
      Die Interviews sind in der Tat nur ein Teil des Projektes. Das „analoge“ Teil, also die Ausstellung mit interaktiven Installationen, soll in Berlin im Herbst präsentiert werden.
      Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.
      Lg, Bilbo

    • @bilbo
      „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“

      Jetzt bin ich bisher der einzige, der deine Arbeit unter dem Gesichtspunkt _Kunst_ betrachtet, und damit genau genommen deiner Arbeit mehr Wertschätzung entgegenbringt, als bloßes Lobhudeln; ich schreibe von Wirkung – was dir als Künstler ja mehr am Herzen liegen dürfte – und nehme das Interview nicht einfach als ein Interview, sondern ich betrachte die Inszenierung, das Setting, und letztlich deine künstlerisch-schöpferische Botschaft, die sich in deinem Werk äußert, durch die Art, wie du interviewst. Kann man einen Künstler mehr Ernst und Respekt entgegen bringen?

      „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“

      Wenn dem so wäre, dann ist es keine Kunst. Schade. Dann ist Kunst für Dich bloßer Vorwand von politischer Installation?

      Wirklich?

      Dann entschuldige ich mich, Dich bzw. dein Kunst ernster genommen zu haben als Du es offenbar selbst tust. Sorry für Kritik, die du nicht anders einzuordnen weißt.

    • „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“
      Es war überhaupt nicht ablehnend gemeint. Nur so wie es ist. Es geht mir um Fokus.
      Ich nehme auch deine Bemerkungen ernst und habe sonst niemand beantwortet. Nun mit, in der Tat, wenig Zeit. Deshalb am Anfang geschrieben „Kurze Antwort:“

    • @ bert: Das Thema Geldlose Gesellschaft ist der rote Pfaden in dem Projekt.

      Wenn es darum geht, möglichst offen die Motivationen und Intentionen der Personen ans Tageslicht zu fördern, welche sich für einen geldlosen, oder fast geldlosen Weg entschieden haben, verstehe ich die Herangehensweise von Bilbo durchaus.

      So wie die Fragen auch sehr offen bei Alicia, oder Elias Tsolakidis gewesen sind.

      Was ein Argument ist, kritischer zu sein, ist der Begriff „Kunst“ in Zusammenhang mit geldloser Gesellschaft.

      – Ist es künstlerisch, wie Bilbo fragt?
      – Sind die Interviewpartner alle „Lebenskünstler“?
      – ist es die Kunst, viele Aspekte zum Thema Geldlos zu verweben?

      Mir fällt dazu Jonathan Meese ein:

      Jonathan Meese: Die Diktatur der Kunst
      https://www.youtube.com/watch?v=3LjHCwWJpv0

      Oder Peter Kruse über Oubey:

      OUBEY – Encounter 3 – Prof. Dr. Peter Kruse (Deutsch)
      https://www.youtube.com/watch?v=WN4zicRv-uk

      Ich verstehe die Arbeit von Bilbo als ein Gesamtwerk – auch wenn noch längst nicht alle Beiträge zum Thema Bärensuppe veröffentlicht wurden.

      Jonathan Meese sieht Kunst schon nah an der Politik, wenn ich sein Video sehe und verstehe.

      In der Schule habe ich erstmals die Definition kennengelernt, dass selbst ein Presslufthammer auf der Baustelle Musik ist, wenn die Abfolge seiner Betägigung gezielt gewollt ist und in einen größeren Kontext eingebaut wird.

      Unter diesem Verständnis kann ich auch Bilbos Projekt verstehen.
      Das also Dinge in einem größeren Gesamtkontext als Kunst verstanden werden können. Wobei die Lebensmodelle ( der Interviewpartner) Wechselspiele im Sinne freier Entscheidungen sind, die parallel in Abhängigkeit sozialer Kontexte ablaufen.

      Wenn ich z.B. die Begegnung mit Alicia sehe, so hat diese ja erwähnt, dass dort schon noch gearbeitet werden muss. Also ganz abgeschottet von der Gesellschaft ist diese Kommune dort nicht.

      Tamera ist mit eigener Stromversorgung wieder etwas ganz anderes.
      Z.B. das Stichwort : WASSER IST LEBEN – Die Wasserretentionslandschaft von Tamera (deutsch)

      WASSER IST LEBEN – Die Wasserretentionslandschaft von Tamera (deutsch)
      https://www.youtube.com/watch?v=2MJllVO3tLI

      Im Gesamtkontext, den Bilbo mit Ihren Interviews ja irgendwann zu einem Rahmen bringen wird ( wenn alle Videos und Beiträge zu Ihrem Thema veröffentlicht wurden) , wird es leichter zu sein, Ihr Projekt als Kunst zu begreifen.

      Weil dann thematisch alle Punkte vorhanden sind, nach denen sie ihr Projekt als Kunst ausgewiesen hat.

      Ich bleibe gespannt und warte mit der endgültigen, persönlichen Beurteilung zum Projekt Bärensuppe so lange, bis alle Aspekte vorliegen.

      p.s.:
      „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“

      Wenn dem so wäre, dann ist es keine Kunst. Schade. Dann ist Kunst für Dich bloßer Vorwand von politischer Installation?

      Wirklich?

      Dann entschuldige ich mich, Dich bzw. dein Kunst ernster genommen zu haben als Du es offenbar selbst tust. Sorry für Kritik, die du nicht anders einzuordnen weißt.
      Es war überhaupt nicht ablehnend gemeint. Nur so wie es ist. Es geht mir um Fokus.

      Meine Meinung dazu: Kunst kann im Sinne von Jonathan Meese z.B. mit Politik verglichen werden. Es kann auch im Sinne des geordneten Themas „Geldlose Gesellschaft“ verstanden werden.

      Es ist eben am Schluß die Frage, wie jeder für sich das Wort „Kunst“ inhaltlich füllen kann.

      Manche mögen z.B. Kandinsky. Ich konnte damit früher wenig anfangen. Heute gefällt mir mehreres von ihm. Dennoch erfüllt auch er die Kriterien für Kunst. Da er diesen Stil seiner grafischen Gestaltung als „Gesamtthema“ in seinen Bildern durchgehend hat.

    • @Spooky
      Das leidige und oft ungewollt-intime bei Kunst, unabhängig aller Definition, ist doch, dass das Werk den Künstler übersteigt bzw. etwas ganz speziell-eigenes des Künstlers mitverwirklicht wird.

      Nun mag Jonathan Meese in ihrem verlinkten Video sehr dringlich über Kunst und Kultur vortragen – und dies ordne ich persönlich selbst als Kunst’performance‘ ein – aber recht hat er damit mitnichten, wenn er tatsächlich eine absolute Aussage wirklich total verstanden wissen wollte, wovon ich aber eigentlich gar nicht ausgehe. Ich verstehe seine Worte als Künstlerausdruck, und da haben absolute Aussagen eine ganz andere (schaffend-klärende-explizierende) Funktion. (Z.B. macht seine Kulturdefinition nur in seiner künstlich geschaffenen Gegenüberstellung Sinn, aber darüberhinaus, wird ihm selbst klar sein, dass Kultur weit mehr umfasst, als er es gerade für seinen künstlerlischen Gedanken gebraucht.)

      Aber was sagen Sie selbst: „dass selbst ein Presslufthammer auf der Baustelle Musik ist, wenn die Abfolge seiner Betägigung gezielt gewollt ist und in einen größeren Kontext eingebaut wird.“

      Dass ein größerer Kontext (zunächst rein quantitativ oder ergänzend, qualitativ wäre dann ja das Glück von gelungener Kunst) gegeben sein wird, ist angekündigt. Daneben aber schreiben Sie selbst: „Betägigung gezielt gewollt“

      Und daran knüpfe ich an. Es muss eine Richtung (im Interview) gegeben sein, und darin drückt sich dann die ureigenste schöpferisch-intimste Betrachtung und Werkschöpfung des Künstlers aus. Denn auch der Presslufthammer aus ihrem Beispiel steht dann ja unbewusst bis kalkuliert an eben dieser Stelle, mit eben dieser Neigung,., bzw. wurde eben dieser Presslufthammer und nicht eine Bohrmaschine gewählt, etc.

      Z.B. wählt Bilbo keine PR-Clips zu Klöster, oder keine Dokumentationen zum Mönchstum, sie wählt nicht die Ausstrahlung der Räumlichkeiten, sondern sie wählt die ganz ungekünstelte Form eines einfachen angenehmen Interviews, bei dem sie selbst als Interviewpartner (aber eben auch als ‚Kunstkoordinator‘) auftritt.
      Und die Unterhaltung ist in einer bestimmten ‚Tonart‘ geführt. Nicht sensationslüstern, nicht skandalisierend, nicht Missstände aufdeckend, nicht düster-geheimnisvoll verklärend, nicht abweisend, sondern eben so wie sie es tut.

      Ich denke, es wäre beleidigend, dies als eine bedeutunglose Schraube des Presslufthammers ab zu tun, die nichts zur Situation beizutragen hat, sondern, ich denke wer Kunst installiert, hat eine (bewusst bis unbewusste) Richtung, oder eben auch Ambivalenz, Wertung, Haltung, Kritik, Zuneigung, Hoffnung, die nicht nur in der Zusammenstellung und (im optimalen Falle) in der Qualitätssteigerung zum Ausdruck kommt, sonder bei der Werkherstellung, eben auch im Interview.

      Das schlimmste was einem Künstler passieren kann, ist doch, dass bei aller Zusammenstellung die urintimste Botschaft verloren geht, bzw. gar nicht erst zum Tragen kommt.

      Wenn nun ein Künstler sagt, dass Kunst Politik sei, dann hat solch eine absolute Aussage eine ganz andere Bedeutung: eine schöpferische, konstituierende Bedeutung, einen selbstdefinierenden Imperativ, auf diese Einstimmung angehört, verstanden und ebenbürtig ernstgenommen werden zu wollen.

      Außerhalb gilt natürlich:
      Kunst ist natürlich nicht Politik, sondern Kunst. Politik ist nicht Kunst, sondern Politik.
      Und was Kultur noch alles sein kann, etwa dem Lebendigen dienlich, oder lebensstiftend, wird kein ernstzunehmender Künstler bestreiten, außer man will einen verengt-institutionlisierten oder tod-ritualisierten Kulturbegriff beibehalten, und spaltet alles Lebendige in eine andere Begrifflichkeit ab.

      Allein dass immer noch CDs für die ein und selbe Symphonie eingespielt werden, kann auch als Aktualisierungsdrang, und damit als Eingebundenheit in aktuelles Leben betrachtet werden, und somit selbstverständlich höchst lebendig und lebensstiftend. Aber das wird auch Herr Meese nicht bestreiten (das ist das höchste, was ich ihm unterstellen möchte.)

    • Aber was sagen Sie selbst: „dass selbst ein Presslufthammer auf der Baustelle Musik ist, wenn die Abfolge seiner Betägigung gezielt gewollt ist und in einen größeren Kontext eingebaut wird.“

      Damit meine ich nicht, dass Baustellenlärm Musik ist, sondern Jemand einen Presslufthammer mit einer bestimmten Absicht einsetzt, um ein Gesamtkonzept zu verwirklichen. Der Presslufthammer selber ist nur ein kleines Teil – sowie dieses Interview von Bilbo auch nur ein kleines Teil Ihres Gesamtwerkes ist.

      Dass ein größerer Kontext (zunächst rein quantitativ oder ergänzend, qualitativ wäre dann ja das Glück von gelungener Kunst) gegeben sein wird, ist angekündigt. Daneben aber schreiben Sie selbst: „Betägigung gezielt gewollt“

      Verstehe den Sinn dieses „Gezielt gewollt“ bei Ihnen nicht – vielleicht wird das im nächsten Abschnitt deutlich, wenn Sie es weiter ausführen sollten.

      Und daran knüpfe ich an. Es muss eine Richtung (im Interview) gegeben sein, und darin drückt sich dann die ureigenste schöpferisch-intimste Betrachtung und Werkschöpfung des Künstlers aus. Denn auch der Presslufthammer aus ihrem Beispiel steht dann ja unbewusst bis kalkuliert an eben dieser Stelle, mit eben dieser Neigung,., bzw. wurde eben dieser Presslufthammer und nicht eine Bohrmaschine gewählt, etc.

      Die Richtung, welche Bilbo wählt ist, aus meiner Sicht, eine unvoreingenommene, offene Sichtweise auf Ihre Interviewpartner. Das stimmt schon der Vergleich mit dem Presslufthammer, dieser wird dann ( im musikalischen Gedanken) gezielt eingesetzt.

      Und Bilbo setzt ihre Offenheit und Unvoreingenommenheit in den Interviews ein – so sehe ich den Zusammenhang.

      Z.B. wählt Bilbo keine PR-Clips zu Klöster, oder keine Dokumentationen zum Mönchstum, sie wählt nicht die Ausstrahlung der Räumlichkeiten, sondern sie wählt die ganz ungekünstelte Form eines einfachen angenehmen Interviews, bei dem sie selbst als Interviewpartner (aber eben auch als ‚Kunstkoordinator‘) auftritt.
      Und die Unterhaltung ist in einer bestimmten ‚Tonart‘ geführt. Nicht sensationslüstern, nicht skandalisierend, nicht Missstände aufdeckend, nicht düster-geheimnisvoll verklärend, nicht abweisend, sondern eben so wie sie es tut.

      Sehen Sie: das meine ich auch. Natürlichkeit ist in den Gesprächen die Richtung, welche Bilbo einschlägt – kein Widerspruch zum Presslufthammerbeispiel.

      Ich denke, es wäre beleidigend, dies als eine bedeutunglose Schraube des Presslufthammers ab zu tun, die nichts zur Situation beizutragen hat, sondern, ich denke wer Kunst installiert, hat eine (bewusst bis unbewusste) Richtung, oder eben auch Ambivalenz, Wertung, Haltung, Kritik, Zuneigung, Hoffnung, die nicht nur in der Zusammenstellung und (im optimalen Falle) in der Qualitätssteigerung zum Ausdruck kommt, sonder bei der Werkherstellung, eben auch im Interview.

      Es ist keine Beleidigung mit dem Presslufthammer gewesen, sondern ein extremes Beispiel dafür, dass Kunst auch allein dadurch zu Kunst wird, wenn es vom Kreativen einen bestimmten Rahmen bekommt.

      Ich habe das Presslufthammerbeispiel deswegen gewählt, da Sie Bilbo geschrieben haben, dass Ihre Interviews keine Kunst für sie sind:
      „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“

      Wenn dem so wäre, dann ist es keine Kunst. Schade. Dann ist Kunst für Dich bloßer Vorwand von politischer Installation?

      Wirklich?

      Dann entschuldige ich mich, Dich bzw. dein Kunst ernster genommen zu haben als Du es offenbar selbst tust. Sorry für Kritik, die du nicht anders einzuordnen weißt.

      Genau deswegen habe ich das extremste Beispiel von Kunst gewählt, um Ihnen dies zu verdeutlichen.

      Schauen sie z.B. die BlueMan Group an. Die machen auch Musik, aber mit ganz anderen Instrumenten… ist das deswegen auch beleidigend?

      Oder schauen Sie sich das Mülltonnenkonzert an: das ist keine Beleidigung:

      https://www.youtube.com/watch?v=3af38dbMKLs

      Aber wie gesagt. Jeder entscheidet letztlich selbst, was für ihn Kunst ist. So auch Sie – so auch ich.

    • @Spooky
      Ich denke, wir widersprechen uns kaum.

      Nochmal eine kurze Zusammenfassung.
      Den Inhalt des Interviews finde ich nicht besonders spannend oder originell oder nue, und zwar nicht deswegen, weil irgend etwas schlecht daran ist, sondern weil ‚man‘ doch im Prinzip weiß, wie ein Mönch lebt, abgesehen von kleinere Variationen. Also beginne ich meine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken, und bemerke, dass Dada auf mich etwas ’stoned‘ und ansonsten wenig interessant (außer eben mental friedlich) wirkt.
      Viel interessanter allerdings ist Bilbo, bzw. ihre Art, das Interview zu führen. Und dazu habe ich mich eben mit viel Text beschäftigt. Als Verdeutlichung und zur Abgrenzung bzw zur Freilegung von dem was mir auffällt, habe ich ein paar ‚Filter‘ bzw. verschiedene Arten von Interviews aufgezählt, die alle einen bestimmten Tonfall, eine bestimmte Art des Blickes haben, nämlich Interviews/Dokumentationen über Alien, Tempelritter, Pharaonen.
      Darauf bekam ich von Bilbo eine auf mich ‚patzig‘ (offenbar war das aber der Kürze wegen ein Missverständnis) wirkende Antwort: „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“ welche meine Intention völlig verdreht, als hätte ich mit den Veranschaulichungen derart verdreht behauptet, es ginge oder solle um Aliens gehen, und gleichzeitig wird mit diesem Satz auch alles andere Nachsinnen meinerseits weggewischt, und zwar mit der Nennung des Themas.

      Darauf Bezug nehmend, dass diese meine Ausführungen mit der bloßen Nennung des Themas weggewischt werden soll (so habe ich diese Antwort jedenfalls zu diesem Zeitpunkt verstanden) und interpretierendes Nachsinnen auf dieses Kunstprojekt-Interview nicht ‚zulässig‘ sein soll, habe ich meine Aussage getätigt „Wenn dem so wäre, dann ist es keine Kunst.“

      Und tatsächlich bin ich der Meinung, wenn Kunstobjekte selbst (wie dieses Interview) von Interpretierbarkeit ausgeschlossen sein sollen, und erst die Zusammenstellung unter einem Thema ‚Kunst‘ sein soll, dann mag das als Kunst durchgehen, dient aber in der ganzen Veranlagung mit dem Grad an Interpretationsunzulässigkeit um so mehr einer politischen Aussage.

      Jetzt noch einmal eine derbe Überspitzung: Auch musikalische Untermalung von schlechten Pornos mag man als Komposition und Kunst durchgehen lassen, aber wenn es nur zweckdienlich für den Porno geschaffen wurde, und somit keiner eigenständigen Interpretation oder Analyse standzuhalten braucht und auch nicht soll, weil es eben doch nur zweckdienliche Hintergrundkulisse ohne große Bedeutung zu sein hat, dann ist es eben auch genau das: Mittel zu einem anderen Zweck.

      Und deswegen habe ich durchaus den Ehrgeiz herausfordern _gefragt_: „Dann ist Kunst für Dich bloßer Vorwand von politischer Installation?“

      Im Grunde aber wollte ich Bilbo mitteilen, dass meiner Meinung nach das Kunstprojekt auf sie selbst zurückwirken könnte. In etwa so, dass sie sich selbst interviewen könnte, weil meiner Einschätzung nach sie es ist, die mustergültiger für das stehen könnte, was mit den Interviews bisher an Eindrücken und alternativen Lebensentscheidungen eingefangen wurde.

      Und ich wüsste für einen Künstler keine größeres Kompliment.

    • @ Bert:

      Darauf Bezug nehmend, dass diese meine Ausführungen mit der bloßen Nennung des Themas weggewischt werden soll (so habe ich diese Antwort jedenfalls zu diesem Zeitpunkt verstanden) und interpretierendes Nachsinnen auf dieses Kunstprojekt-Interview nicht ‚zulässig‘ sein soll, habe ich meine Aussage getätigt „Wenn dem so wäre, dann ist es keine Kunst.“

      Und tatsächlich bin ich der Meinung, wenn Kunstobjekte selbst (wie dieses Interview) von Interpretierbarkeit ausgeschlossen sein sollen, und erst die Zusammenstellung unter einem Thema ‚Kunst‘ sein soll, dann mag das als Kunst durchgehen, dient aber in der ganzen Veranlagung mit dem Grad an Interpretationsunzulässigkeit um so mehr einer politischen Aussage.

      Da stimme ich Ihnen, Bert, gedanklich zu. Sollte Bilbo mit den Aussagen ähnliches gemeint haben (?):

      Die Interviews sind in der Tat nur ein Teil des Projektes. Das „analoge“ Teil, also die Ausstellung mit interaktiven Installationen, soll in Berlin im Herbst präsentiert werden.

      „Das Thema ist geldlose Gesellschaft, nicht Pharaonen oder Aliens.“
      Es war überhaupt nicht ablehnend gemeint. Nur so wie es ist. Es geht mir um Fokus.

      Denn die Interpretierbarkeit, Bewertbarkeit eines Interviews als Teil eines künstlerischen Gesamtkonzepts bleibt dann so umfassend, wie Jemand, der ein Puzzleteil in Händen hält, aber über das gesamte Bild sprechen soll.

      Der Gedanke, dass ( vielleicht auch ungewollt durch Bilbo) politische Installation eine Interpretationsmöglichkeit sein könnte, kann zumindest entstehen.

      Was im Grunde aber jeder Mensch und Künstler möchte: Anerkennung seines Schaffens.

      Auf Basis dieses Interviews, verstehe ich nun auch Ihre Interpretation ( Bert), dass Sie eher die Art wie Bilbo gefragt hat, in den Fokus Ihrer Betrachtung gestellt haben.

      Um ein Puzzleteil zumindest erstmals einordnen zu können, schaut sich der Mensch gerne alle Seiten und Farben wie Formen an:

      Da gibt es den künstlerischen Gesamtaspekt, der sich im Puzzleteil in Miniatur verbirgt.
      Da gibt es den Gedanken, dass ein Puzzleteil allein, abgetrennt vom Gesamtwerk in Summe für etwas stehen kann.
      Oder auch die Art wie das Interview geführt worden ist.

      Da spielen viele Aspekte herein.

      Grundsätzlich finde ich es einen ganz hervorragenden Gedanken, das Thema „Geldlose Gesellschaft“ künstlerisch zu portraitieren.

      Das automatisch das Thema „Geldlose Gesellschaft“ auch politischen Charakter hat, wo Bankenrettung höher hängt, als sozialer Standard, wo der Hartz IV-Beitragssatz weniger Interesse in der Politik bekommt, als die Aufrüstung der Bundeswehr:

      http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/7975540/milliardenprogramm-fuer-bundeswehr.html

      Da ist Geldlose Gesellschaft auch ein „Sprengstoff“ im friedlichen Sinne.

      Mich stört es aber nicht, sollte bewusst oder unbewusst, politische Installation eine Rolle spielen, Bert.

      Das schadet dem Werk nicht ( finde ich), sondern gibt diesem Werk nur den leuchtenden Anstrich, den es braucht um gesehen zu werden von denen, die politisch und gesellschaftlich nur auf das Geld fokussiert sind.

  20. Zu 1:09:++ Bilbo spricht hier über die zwei Gehirnhemisphären.

    Dabei wird in etwa ‚Gefühl‘, ‚Weltverbundenheit‘, ‚Empathie‘ als ein Allheilmittel für Friede gesehen (rechte Hemisphäre), gerne auch als Gegensatz zu Kontrolle, Regel, Gesetz (linke Hemisphäre).

    Die Kritik an totem Regelwerk, purer Gesetzestreue ist modern und bekannt. Dagegen wird nun Empathie, Verbundenheit aufgerichtet, mit dem Irrglauben, dies für sich allein wäre eine bessere Wahl und Chance für mehr Frieden.

    Ich glaube das nicht. Ich greife das von Bilbo aufgeführte Beispiel der Frau auf, die sich mit der Luft und der Umgebung eins fühlte.

    Das klingt nun ganz nett, aber was kann es ebenfalls bedeuten? Ich nenne einfach mal als Beispiel den erweiterten Selbstmord, also Mütter, die sich so eins fühlen, die ihre Kinder nicht für eigenständige Objekte/Subjekte von sich abtrennen und diese nicht aus sich selbst und nicht für ich selbst wahrnehmen können, töten mit sich eben auch ihre Kinder (und halten das für stimmig, richtig und gut für das Kind)

    Weiteres Beispiel: Odenwaldschule. Hinter dem Kitsch (und der tiefen Einheitssehnsucht) enger Lebens-Lern-formen, in denen Scham und Abgrenzung als etwas irrational-rechtfertigungsbedürftiges und komisches umgedeutet wurden, ist die mangelnde Abgrenzungsfähigkeit im Alter, im Gegenüber oder in einer Asymmetrie eben gerade nicht Hort des Friedens, sondern die (‚totale‘) Verschmelzung von ich und du, von Lehrer und Schüler, von Reife und Unreife, und ist ein großes Problem.

    Und zwar muss man sich klar machen, dass Empathiefähigkeit immer auch bedeutet, dass sie willkürlich ist und im Grunde sein will, und dass sie ohne Selbstbegrenzung oder Selbstermahnung auch nicht einsehen will, trotzdem empathisch zu handeln, falls keine Empathie (sondern etwa Hass) gefühlt wird. Und im Grunde will man doch nicht Regeln oder Gesetze, sondern die Empathie als Maßstab gelten lassen, und am besten ohne Einmischung von Aufforderungen durch Verstand, Vernunft, also unbeeinflusst von Gesetze oder Regeln.
    Aber was bedeutet das auch? Dass bei mangelnder Empathie es aber auch keinen Damm mehr gibt, der wenigstens gefühlslose Minimalhandlungen zulässt, die wenigsten kaltherzige Gerechtigkeit oder Ansprüche zulassen, und zwar die nicht durch ein eigenes Gefühl als gerechtfertigt bestimmt sind, sondern durch sich heraus, als eigenständige Ansprüche, oder gesellschaftliche Regeln.

    Sowenig das nackte-empathielose Gesetz taugt, sowenig taugt bloße gesetzungebundene Empathie.

  21. Wollte nur mal kurz reinschauen, ob der lustige Onkel in orange etwas wichtiges zu sagen hat…
    Hab das Interview dann ganz gesehen und bin ebenfalls begeistert!!!

    Dada Madhudvidyananda hat wirklich etwas zu sagen und zeigt eine Tiefe und Unaufgeregtheit der Spiritualität die beachtlich ist. Ich bin mir nicht so sicher, ob der mönchische Aufzug heute wirklich angemessen und dem Ziel dienlich ist, aber die Farbe ist ja ganz nett.

    Die Befriedigung des natürlichen Bedürfnisses nach immer „mehr“ durch die Entfaltung des unendlichen kreativen Potentials.. das ist wirklich gut!

    Bisher, meiner Meinung nach, das beste Interview von Bilbo – Respekt!
    Und auch Respekt und Lob an KenFm für den Mut dieses Thema anzugehen bzw. den Themenkomplex um die Spiritualität zu erweitern!

    Ein spannender Interviewpartner wäre bestimmt auch mal Harald Walach.
    WALACH, HARALD: Spiritualität. Warum wir die Aufklärung weiterführen müssen. Klein Jasedow 2011.

  22. Herzlichen Dank für diesen grandiosen Beitrag an Bilbo und das ganze Team !
    Höchstes Lob und Anerkennung !

    Tiefgründige Themen und überraschende Antworten haben mich begeistert.

    Hier wird der Bogen von der Spiritualität bis zur Politik gespannt und hinterlässt bei mir ein Gefühl der wahren Erkenntnis.

    Super ! macht weiter so !

    DANKE !
    🙂

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