Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Sebastian Rost (Earthship Tempelhof) und Bilbo Calvez

Während der Sommer Tour der Bärensuppe 2017 haben wir auf dem Weg einigen spannenden Projekten einen Besuch abgestattet. Unter anderem das Earthship Tempelhof.

Basti, Sebastian Rost, lebt dort und unterrichtet in der freien Schule mit Schwerpunkt „Film“.

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Weiterführende Links: http://www.earthship-tempelhof.de http://earthship.com http://earthship-deutschland.de https://ecovillage.org

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Dieses Gespräch ist Teil des Kunstprojektes „Die Bärensuppe“.

Die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft, genauer beschrieben einer dezentralen, nicht monetären Open-Source-Anarchie, bildet den Kern des Projektes, aber nicht nur. Alternative Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle werden auch präsentiert.

Die Suppe, der Topf, das Zusammenkommen an einer sozialen Feuerstelle ist dabei die Metapher für eine Gesellschaft, die wieder Empathie statt Ellbogen zum Ziel hat. In die Bärensuppe gibt man, was man will und kann. Herausnehmen darf man, was man braucht und möchte. Gezählt, verglichen oder bewertet wird nicht. Alle „essen“ von der gleichen Suppe, also soll sie schmecken und sie soll für alle ausreichend hergeben. Es geht um das Wiederentdecken des Urvertrauens und um das Erfahren, dass wir alle in unserem tiefsten Inneren miteinander verbunden sind, auch wenn wir es vergessen haben.

Das Projekt „Die Bärensuppe“ besteht zuerst aus einem visuellen Anteil, Interviews mit Menschen, die anders mit Geld umgehen als gewöhnlich. Pioniere dieser in den Augen vieler dringend notwendigen Wende, oder Menschen, die durch ihr Handeln diese Transition ankündigen, vorbereiten, einleiten oder schon leben.

Der andere, analoge Teil in Form einer Kunstausstellung, ist erstmalig im September 2016 in Berlin in der Galerie Lite-Haus präsentiert worden. Den Besuchern wurde durch das Agieren in zwei interaktiven Installationen ermöglicht, sich dem Impact des Geldes in ihrem eigenen Leben bewusst zu werden. Die Zuschauer brachten täglich „mehr als zuviel“ Zutaten für die Bärensuppe, und die hat offensichtlich allen geschmeckt!

Die Bärensuppe ist im Sommer 2017 durch den deutschsprachigen Raum gereist. Menschen wurden dazu eingeladen sich in geschütztem Rahmen einem Thema, welches oft allergische Reaktionen hervorruft –das einer geldlosen Gesellschaft – anzunähern.

https://www.baerensuppe.berlin/auf-tour

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Weitere Infos über den Werdegang der Bärensuppe findet ihr hier:

http://:baerensuppe.berlin https://youtu.be/JoilktFNafk

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Der Kanal zum Abonnieren, um auf dem Laufenden zu bleiben: https://www.youtube.com/c/bilbocalvez

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Spendekonto
Bilbo Calvez
TRIODOS BANK
IBAN DE61 5003 1000 1042 8230 03
BIC TRODDEF1XXX

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Bitcoins: 1Dr36Wm8Ai5fVtVNkxzCV4KxynJKwAUPam

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Paypal https://paypal.me/bilboc

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© Bilbo Calvez 2017
http://www.bilbo.calvez.info

8 Kommentare zu: “Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Sebastian Rost (Earthship Tempelhof) und Bilbo Calvez

  1. @unaussprechlich, @skycolors
    Gebt den Dingen doch bitte etwas Zeit und die Möglichkeit zu wachsen.

    Ich wünsche mir auch den Wechsel am besten auf allen Ebenen und am liebsten gestern. Alles auf einmal können wir jedoch nicht verändern. Wir können aber doch sehen, dass an vielen Stellen schon gebastelt wird. Wenn man gleich alles will, wird man immer wieder etwas zu bemängeln haben, bevor eine gute Sache Früchte tragen kann.

    Das ist es, was ich bei vielen guten Dingen beobachte. Die Ungeduld ist so groß und der Drang nach besseren Situationen, sicherlich auch durch die drängende Situation in der wir uns gerade befinden, dass nicht ein Thema mal einfach so für gut befunden oder konsequent zu Ende gebracht wird, sondern immer gleich die allumfassende Lösung herbeigefordert wird.

    Es fängt doch vieles erst an, also gebt den Dingen etwas Zeit. Der Rest wird noch kommen. Und beim Verständnis für eine gute/sinnvolle Ernährung wird eben heute noch jeder sich selbst überlassen.

    Ich habe Bilbo auf der Tour kennenlernen dürfen und ich finde Ihren Ansatz wunderbar. Sie hat dieses eine Thema, welches sie voran treibt. Und, entscheidend ist, dass sie zwar über viele andere gute Dinge berichtet, aber diese nicht auch noch vorantreiben will. Denn, dann würde sie das eine Thema sicherlich nicht so gut vorantreiben können. Sie würde sich in den vielen anderen Themen verlieren und nichts würde fertig werden.

    Meines Erachtens nach ist es auch dieses eine Thema (Geld), welches wenn gelöst, die anderen Dinge viel stärker möglich machen wird. Bilbo zeigt auf, dass es viele positive Dinge gibt, an denen andere bereits arbeiten. Ihr Arbeiten und Ihr Berichten ist also komplett positiv ausgerichtet.

    Wenn wir das Problem mit dem bescheuerten Tauschen mal loswerden, einfach auch, um es mal bewiesen zu haben, dass es auch so geht, dann werden die ganzen Symptome, die wir heute wahrnehmen können sich von alleine erledigen. Wenn ich mit Nahrung keinen Profit mehr erwirtschaften muss, besteht keine Notwendigkeit mehr zur Massentierhaltung und allem anderen, was mit Fleischproduktion o.ä. zu tun hat. Wenn man keinen Nachteil mehr hat, wenn man einen aufwändigen Lebensmittelherstellungsprozess betreibt, kann man alle Energie und Zeit darin setzen nachhaltig zu produzieren. Man könnte jedweden Aufwand betreiben, um eine rein vegetarische Nahrungsmittelkette aufzustellen oder was auch immer, sofern die Menschen es verstanden haben.

    Dass allerdings alle Menschen den Fleischkonsum einstellen, wird m.E.n. noch sehr lange dauern. Wenn wir alle die Tiere selbst töten und zerlegen müssten, wäre das sicher schneller anders. Aber da man mit den Auswirkungen und dem Leid nicht direkt in Verbindung kommt, tut es auch nicht weh, im Supermarkt über den Preis von 1,99 EUR für 2 kg Fleisch zu motzen.

    Wenn wir uns alle mal damit anfreunden würden, dass das Prinzip mit dem Geld und dem dahinterliegenden direkten Tausch es ist, was unsere Welt so vernichtend ausrichtet, dann müssten wir nicht an tausend Fronten kämpfen, um lediglich die Symptome in den Griff zu bekommen, sondern dann könnten wir mal an der Wurzel ansetzen. Welche Probleme wir uns dann einkaufen brauchen wir doch jetzt auch nicht zu diskutieren, denn vom drüber reden werden wir sie sowieso niemals zu Gesicht bekommen und einen Beweis, wie eine solche Gesellschaft laufen würde, gibt es nicht, da seit ca. 5000 Jahren irgendwie getauscht/bezahlt wird.

    Ich glaube, und eine Glaubenssache wird es immer bleiben, dass es ohne Geld funktionieren kann. Und zwar mindestens genauso beschissen wie jetzt. Sollte es tatsächlich so beschissen bleiben, was ich nicht glaube, da das Projekt Bärensuppe, bei dem ich war und die Geschichten von dort mir auch zeigen, dass es eben schon anders geht, sollte es also tatsächlich so beschissen bleiben, dann haben wir es zumindest mal auf andere Weise versucht. Erfahrungen sammelt man nur beim Machen und nicht beim drüber spekulieren.

    Leider ist das mit dem Machen in einer über den ganzen Globus gespannten Tauschmentalität ziemlich schwierig.

    Ich gehe aber eher davon aus, dass es durch das Wegfallen dieses großen Angstfaktors (Geld) um einiges besser werden wird, als es heute ist.

    Bleibt friedlich…

    Ich

    • Hans Dampf, ich danke Ihnen, daß Sie sich die Zeit genommen haben, Je m’en vais und mir eine so ausführliche Antwort zu schreiben.
      Die Sache mit dem Geld und dem Tauschen ist zweifelsohne sehr wichtig und hat zurecht seinen festen Platz hier bei KenFM. Bilbos Arbeit ist positiv ausgerichtet, keine Frage. Ich hab sie auch persönlich erlebt, in Ramstein.
      Ebenso wichtig ist aber, daß gerade jetzt in diesem Augenblick Milliarden von Tiere leiden müssen, nur weil so viele Menschen glauben, daß sie Fleisch, Eier, Milch, Leder etc. zum Leben brauchen, was objektiv nicht stimmt. Wir weisen lediglich nur immer wieder darauf hin. Es ist eines der Probleme, zu deren Lösung jeder Mensch ohne großen Aufwand beitragen kann. Warum wir deswegen immer wieder angegriffen werden, ist mir unverständlich.
      Bilbo treibt die Geld-Thematik voran, wir die Tierleid-Problematik. So macht jede(r) auf seinem/ihrem Gebiet das Notwendige und Hilfreiche. Ist doch gut so, und so kann es doch auch bleiben.

    • Wir weisen lediglich nur immer wieder darauf hin. Es ist eines der Probleme, zu deren Lösung jeder Mensch ohne großen Aufwand beitragen kann. Warum wir deswegen immer wieder angegriffen werden, ist mir unverständlich.
      Bilbo treibt die Geld-Thematik voran, wir die Tierleid-Problematik. So macht jede(r) auf seinem/ihrem Gebiet das Notwendige und Hilfreiche. Ist doch gut so, und so kann es doch auch bleiben.

      Ich wollte Sie beide auf keinen Fall angreifen. Die viele Anfeindungen gehen mir in den Kommentaren immer am meisten auf den Geist.

      Leben und leben lassen.

      Ich habe allerdings auch verstanden, dass Leben und leben lassen bestimmte Grenzen hat, z.B. wenn das Leben der Einen, Leid bei anderen verursacht. Ob die anderen nun Menschen oder Tiere sind, spielt für jeden eine eigene Rolle. In Ihrem Fall ist das Leid der anderen eben das Leid der Tiere.

      Ich gebe zu, dass ich auch (noch) vereinzelt Fleisch in Form von Wurstwaren esse, habe aber aus ähnlichen Gründen meinen Konsum drastisch zurückgefahren. Es gibt so viele wunderbar leckere Dinge, die man sich aufs Brot legen kann, die eben nicht auf Kosten der Lebensweise von Tieren gehen.

      Ich teile ihre Ansichten insofern, dass wir heute an einem Punkt stehen, an dem wir vieles garnicht mehr machen müssten. Und wenn man bedenkt, dass ein Großteil der angebauten Lebensmittel an Tiere verfüttert wird anstatt sie selbst zu essen, nur damit wir die Tiere hinterher schlachten können, dann ist da schon eine ordentliche Portion Irsinn enthalten.

      Allerdings kann man niemanden zwingen etwas zu verändern. Der Antrieb zur Veränderung muss aus den Menschen selbst kommen, andernfalls erntet man nur Widerstand. Diese Themen Ernährung und Geld sind Themen, bei denen die angesprochenen oft einen Würgereflex bekommen. Wenn man Ihnen zugesteht, dass sie einfach noch nicht so weit im Denken sind, wie man selbst und vielleicht einfach noch nicht die Ruhe und die Zeit hatten sich damit auseinander zu setzen, dann relativiert sich manches schon wieder.

      Bei dem Thema Geld ist das allerdings nicht direkt mit dem Töten von Lebewesen verbunden, wenn man dies noch etwas länger so betreibt, was bei Ihrem Thema allerdings schon der Fall ist.

      Vielleicht ist es die Art und Weise mit der man den anderen ein Thema näher bringen möchte. Wenn Menschen sich bedrängt fühlen, reagieren sie oft mit Abwehr.

      Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen, aber probieren Sie sich selbst immer wieder neu darin aus IHr Thema an den Mann/die Frau zu bringen.

      Bei mir bleibt die Ansicht, dass sich nahezu alle Problemthemen verdünnisieren werden, wenn sich das mit der Abhängigkeit vom Geld mal erledigt hat.

      Denn (auch wenn ich mich wiederhole):
      Die Menschen haben zu wenig Zeit, weil sie sich in Jobs aufopfern, die sie nicht gerne machen, damit sie an das liebe Geld kommen. Die gefühlte Erschöpfung die daraus resultiert gipfelt dann in beschissener Ernährung, unnützen Urlauben und unnütz langer Zeit vor dem Fernseher oder dem Smartphone. Wenn wir nicht mehr so abhängig wären von diesem behinderten Mittel, hätten wir mehr Zeit fürs tatsächliche Verstehen und vor Allem fürs voneinander Lernen. Oder sogar für das Zubereiten von Mahlzeiten, die eben nicht aus dem schnellen Schnitzel bestehen. Wir könnten alle so viel voneinander Lernen, wenn wir uns nur die Zeit nehmen würden.

      Aber Zeit ist ja leider Geld.

      Danke für Ihre Rückmeldung.

      Grüße

      Ich

  2. Hoffentlich sehen dieses spannende Gespräch viele Schüler, Lehrer und Studenten und bekommen Lust sich aus dem Würgegriff der Wirtschaftsverbildung zu befreien. Das kann man nur jedem Menschen wünschen, dass er sich wie in dieser Gemeinschaft wirklich bilden kann nach seinen mitgebrachten Fähigkeiten und Wünschen. Ich glaube auch, dass alle Menschen wirklich lernen wollen, wenn man es ihnen nicht verdirbt mit Notendruck und Aufgezwungenem. Mann zerstört so viel, wenn man versucht Menschen zu dressieren, wie das an Schulen und Unis leider immer mehr alltäglich ist. Danke für diese sehr hoffnungsvollen Einblicke in eine Gemeinschaft, die wirklich neue Richtungen einschlägt, die wieder Mut machen können.
    Wieder einmal ein sehr kräftigenden Schluck Bärensuppe!

    • Das kann ich nur bestätigen! Ich wundere mich, dass hier bis jetzt sonst niemand kommentiert. Sind so wenige hier an guten Lebensalternativen interessiert?

  3. Sehr interessantes und informatives Interview! Ganz großen herzlichen Dank an Bilbo. Die Aufnahmen vom Innen-Bereich sind so schön, dass mir fast die Tränen kamen! Ich muss das alles erst einmal sacken lassen.Ach ja, die deutschen VORSCHRIFTEN, wie immer ein sinnentleertes Hindernis für alles, was nicht im niederträchtigen Mainstream mit schwimmt.

    • Schade nur, dass das traditionelle Tiere-Vernutzen und Fleisch-Essen auch hier nicht in Frage gestellt wird. Noch nicht einmal eine Diskussion ist es wert. Warum wird bei einem so gut durchdachten Alternativ-Konzept nicht auch die alternative Ernährungsfrage gestellt? Wissen diese Leute noch nicht, dass das tierliche Protein gar nicht gut für uns ist und dass wir tierliche Nahrung gar nicht benötigen? Dass diese Tiervernutz-Kultur zu einem großen Teil für die Naturzerstörung auf der Erde verantwortlich ist ? Sind ihnen die Schlachttiere außerdem genauso egal wie den üblichen Mainstream- Mitschwimmern? Dabei sieht Sebastian Rost sogar wie ein Veganer aus….

    • Ja, ich denke auch, daß das Fleischessen das einzig Traurige an diesem ansonsten beeindruckenden und hoffnungsstiftenden Projekt darstellt.
      Vielleicht erkennt man das dort ja eines Tages … ?

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