Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Michael Tellinger (Ubuntu) und Bilbo Calvez

Geld ist mehr als nur ein Zahlungsmittel, Geld hat allem einen Preis verpasst. Geld hat aber auch vieles ersetzt, was man für Geld nicht kaufen kann, zum Beispiel Vertrauen.

Stattdessen vertrauen wir dem Geld. Und wenn uns das Geld ausgeht, werden wir panisch. Angst macht sich breit. Wir haben nie gelernt, ohne Geld zu überleben.

Wo früher vertrauen war, ist heute nur noch Geld. Alles dreht sich darum, immer mehr Geld zu machen. Geld ist das Motiv, um Kriege zu beginnen. Wer Kriege führt, erntet Terror. Terror wie unlängst in Brüssel.

Um diese Spirale zu durchbrechen, muss Vertrauen wieder DIE Währung werden. Eine Währung, die eint, nicht spaltet. Es gibt viele Wege, dahin zu gelangen, das Projekt Ubuntu von Michael Tellinger ist einer davon.

Michael Tellinger ist Musiker, Schriftsteller und Gründer der Ubuntu-Partei in Südafrika und Autor des Buches „Das Ubuntu Prinzip“. http://hesper-verlag.de/bucher/60-das…

Vom 25. März bis 9. April 2016 hält Michael Tellinger Vorträge in Europa und bietet Workshops an: U.a. in Wien, München, Prag, Magdeburg und London. http://michaeltellinger.com/2016/03/u…

Im August 2016 will Michael Tellinger mit seiner Ubuntu-Partei versuchen, die Bürgermeisterwahl in einer kleinen Stadt in Südafrika zu gewinnen und es wäre durchaus spannend, wenn dieses Projekt in die Realität umgesetzt wird, und nicht mehr nur anhand der Theorie diskutiert werden muss, sondern man sieht, wie es in der Praxis funktioniert.

Das Gespräch wurde am 3. Mai 2015 in Saarbrücken aufgezeichnet.

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Dieses Gespräch ist Teil des Kunstprojektes „Die Bärensuppe“. Die Auseinandersetzung mit der Vision einer geldlosen Gesellschaft, genauer beschrieben einer dezentralen, nicht monetären Open-Source-Anarchie, bildet den Kern des Projektes.

Die Suppe, der Topf, das Zusammenkommen an einer sozialen Feuerstelle ist dabei die Metapher für eine Gesellschaft, die wieder Empathie statt Ellbogen zum Ziel hat. In die Bärensuppe gibt man, was man will und kann. Herausnehmen darf man, was man braucht und möchte. Gezählt, verglichen oder bewertet wird nicht. Alle „essen“ von der gleichen Suppe, also soll sie schmecken und sie soll für alle ausreichend hergeben. Es geht um das Wiederentdecken des Urvertrauens und um das Erfahren, dass wir alle in unserem tiefsten Inneren miteinander verbunden sind, auch wenn wir es vergessen haben.

Das Projekt „Die Bärensuppe“ besteht zuerst aus einem visuellen Anteil, Interviews mit Menschen, die anders mit Geld umgehen als gewöhnlich. Pioniere dieser in den Augen vieler dringend notwendigen Wende, oder Menschen, die durch ihr Handeln diese Transition ankündigen, vorbereiten, einleiten oder schon leben.

Der andere, analoge Teil, in Form einer Kunstausstellung, ist für September 2016 in der Planung. Die Besucher werden durch das Agieren in zwei interaktiven Installationen dazu geführt, sich dem Impact des Geldes in ihrem eigenen Leben bewusst zu werden. Die interaktive Hauptinstallation, in dem geldlosen Bereich des Ausstellungsortes, wird den Besuchern die Möglichkeit geben, gegenseitiges Vertrauen zu beobachten und dieses auch selbst zu üben.

Die Ausstellung soll darüber hinaus einen schützenden Rahmen bieten, wo man sich mit diesem Thema, was allergische Reaktionen bei den meisten Menschen auslöst, in Ruhe annähern kann.

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Andere Filme der Bärensuppe:
Dada Madhuvidyananda: https://kenfm.de/projekt-baerensuppe-eine-begegnung-zwischen-dada-madhuvidyananda-und-bilbo-calvez/

Alicia: https://kenfm.de/projekt-baerensuppe-begegnung-alicia-bilbo-calvez/

Elias Tsolakidis: https://kenfm.de/kenfm-zeigt-projekt-baerensuppe-eine-begegnung-zwischen-elias-tsolakidis-und-bilbo-calvez/

Weitere führende Links:
http://www.baerensuppe.berlin
Zeitreisende hält eine Rede vor dem Brandenburger Tor:
https://www.youtube.com/watch?v=j4vtI…
Free Spirit: „Ich komme aus der Zukunft“:
https://www.youtube.com/watch?v=3QjhY…
„Publik-Privat“, das Buch:
http://www.bilbo.calvez.info/publik_p…

18 Kommentare zu: “Projekt „Bärensuppe“: Eine Begegnung zwischen Michael Tellinger (Ubuntu) und Bilbo Calvez

  1. Viel Dank für das Gespräch!
    Ich bin jedesmal froh wenn nach neuen Wegen gesucht wird Geld neu zu denken!
    Aus diesem Grunde bin ich dabei ein Konzept zu schreiben welches als Grundlage zur Gründung einer „Soziel-Kunst-Bank“ dienen soll. Da bin ich begeistert Gedanken von Menschen hören zu können, die ich slebst nicht direkt befragen könnte.
    Das Internet bietet mir hier die Chance Raum- und Zeit- Grenzen zu überwinden 🙂

    An Alle die sich über diverse Aussagen verärgert fühlen, vielleicht sogar entteuscht werden von dem gesagten…den möchte ich sagen: Seid froh über jeder Enteuschung! Nur sie kann die veränderung voranbringen. Es wird zwar erstmal Chaos gestiftet, welches aber das bestreben nach Ordnung steigert!!

    Ich wünsche mir, dass sich jeder in Pflicht nimmt, neben der „Energiewende“ auch die „Geldwende“ einzuleiten.

    „Keiner hat das Recht zu gehorchen“ (Hannah Arendt), diese worte deute ich wie folgt:
    Keiner hat das recht sich aus der Verantwortung nehmen!

    • @ Sozial-Kunst-Bank:“…Geld neu zu denken!“

      Geld als Blut im sozialen Organismus, das zirkulieren sollte, das, wenn es aufgehalten wird, zu einer Art von „Thrombose“ wird. Geld ist beides zugleich: Geist und Materie. Es würde keinen Sinn ergeben, das Geld rein stofflich materiell zu betrachten, weil wesentlich z.B. bei Münzen und Scheinen ist, welche Zahl, welches Bild und welcher Name darauf erscheinen. All das – Zahl, Bild und Name – sind etwas Geistiges.
      Beim Geld erscheint mir primär wesentlich zu sein, wer es kontrolliert.
      Seit Nixon den Dollar von der Golddeckung abzog, beruht der behauptete Wert des Dollar auf Macht.
      Seit Präsident Wilson die Kontrolle des Geldes einem privaten Bankverein übertrug, ist die Politik ausserstande, das Geld selbst zu kontrollieren.

  2. Zum Interview als Kunstausage noch ein Wort:

    Also das Interview ist doch sehr gelungen und geeignet, wenn ergebnisoffen akzeptiert ist, dass damit die Abstraktion der Kunstaussage gecrasht wird.

    „Bärensuppe“ (und die Nachfragen zum gemeinschaftlichen Zusammenleben bestätigen das durch die Künstlerin Bilbo Calvez) rührt als künstler-intuitives Bild an den zentralen Punkt menschlicher Freiheit, der Gefühlsabstraktion, der Entfremdung, der Isolation und Individualisierung hin zur Vereinzelung, mit der Kehrseite der ‚technä‘, und es fehlt ein Schritt, um dort zu landen, wo die offizielle Kirche steht, etwa bei der Eigenverantwortung und Mündigkeit beispielhaft beim Thema Verhütung, und der befürchteten Unmündigkeit und das Dagegenstemmen gegen die durch ‚Verhütungs-technä‘ abstrahierte losgelöste Entfremdung und Verselbständigung, die die Verantwortung und Mündigkeit in ein Mittel, eine Technik, und vom Ursprung(sgefühl) abtrennt, und Unmündig macht durch Abhängigkeit von Verhütungs_Mitteln_, also abstrahierten Techniken, also übersetzt für hier: Geld.
    So verstehe ich Bilbo Calvez, und als Kunstaussage zu fordern ‚kein Geld‘ bedeutet künstler-gefühlslogisch: keine Abstraktion und Lostrennung vom ursprünglichen Menschen. Dass das Bild nicht umsonst Urstammhaftes geimdetopfversammeltes verbundenes (mit der Gemeinde aber zualler erst mit sich) Leben assoziiert, ist wahrscheinlich jedem klar.

    Als Kunstaussage, als Aussage über den Menschen, als symbolische Aussage – solange also ‚Geldlose Gesellschaft‘ nicht zu konkret gemeint als künstlerische Rückführung und Mahnung auf den Menschen und seine Natur und Freiheitsverantwortung und der Schattenseite, der Technik-Abstraktions-Ent-antwortung verweist – ist die Künstler-Abstraktion sinnhaft und der Sinnbezug richtig geführt.

    Losgelöst von diesem Selbstbezug zum Menschen und unkünstlerisch verstanden, wird aus Bärensuppe und geldlose Gesellschaft eine ‚entmenschlichte‘, den Menschen als verantwortlichen Ursprung ausklammernde, Schlussfolgerung, also technä, und landet bei dem Interview mit Herrn Tellinger.

    Solange das Ubuntu-Projekt an dieses gemeinschaftliche Zusammenleben von Bärensuppe anknüpft, ist Ubuntu potentiell beispielhaft für den Kern dessen, was mit Bärensuppe assoziiert ist. Sobald aber die intellektuelle (vom Menschen weg zu ‚göttlichen Ordnungszahlen‘ hin) Durchführung des Herrn Tellinger hinzukommt, bricht diese Gemeinsamkeit beider Projekte, und blättert auf, was Bärensuppe möglicher Wise nicht sein möchte.

    Nun mag Ubuntu in den Augen vieler funktionieren, weil überhaupt Strukturen in Stämmen über Stammesfürsten implementiert werden, und man mag das sehr schnell als Beweis dafür halten, dass aus der künstlerabstraktion ‚Geldlose Gesellschaft‘ sehr wohl eine Realisation gemeint sein kann, und als solche funktioniert – da aber mahne ich doch, genau hinzusehen, was da funktioniert, wie es funktioniert, wie lange, und für wen, und warum.

    Ob das dann wirklich das ist, was da vorgeblich funktioniert, und dieselben Gründe hat, wie es mit Bärensuppe angedacht ist, bezweifle ich. Meiner Meinung nach greift Ubuntu schöne Dinge auf, und gibt sich aus, als würde es funktionierende Strukturen zu implementieren imstande sein, aber ob es tatsächlich das leistet, was unterschwellig assoziiert wird, vor allem, ob es dasselbe Ziel hat…

    Zwischenfazit: Es stellt sich mir die Frage, ob der Künstlerin der eigene Widerspruch/Widerstand/Opposition durch den ‚Spiegel‘ und Begegnung mit der Ubuntu-Durchführung nicht klar werden könnte, dass die eigene „Geldlose Gesellschaft“ noch zu ungenau formuliert ist, oder gar fälschlich weitergedacht wurde.

    Nehme ich die öffentlich gegebene persönliche Komponente des Interviewten dazu: „Wir wurden belogen, vergewaltigt, gefoltert, eingesperrt, und auf unserem eigenen Planet versklavt“, dann werde ich instinktiv sehr misstrausch. Denn er wurde das alles sicherlich nicht, sondern im Gegenteil: er war dadurch priveligiert und will nun den Schweiß und Schmutz als ‚Heilsbringer‘ derer beseitigen, die zu seinem heilgebliebenen Leben herhalten und schwitzen mussten.
    Ich sehe solche Herabsteiger von heilgebliebenen und ‚geheiligten‘ privilegierten Menschen, die vorgeben zum geschundenen Sklavenvolk anzugehören, äußerst kritisch.

    Kritisch wird es dann auch, als es um die grundsätzliche Solidaritätsbereitschaft geht. (3h/Woche) Hier ahnt man, dass auf persönlicher Ebene die Künstlerin ‚Geldlose Gesellschaft‘ als zwanglos (im libertären Sinne?) verstehen möchte, und führt zum nächsten Crash der netten und so sozialen Gemeinschaftsrunde um den Bärensuppentopf. An der Stelle zeigt sich die Gefahr, dass Bärensuppe und ‚Geldlose Gesellschaft‘ künstlerisch und kunstvolle Aufwertung, aufwendige Rechtfertigungen sein kann, getragen von einer ganz primitiv-einfach gestrickten Motivation Egozentrik, infantiler Trotz, Egoismus – der in diesem Moment des Interviews von einer freiwilligen kurzweiligen Unterordnung nichts wissen will. Somit landet die gedankliche Durchführung bei den eigenen Widerständen der Künstlerin:
    Ist es doch gerade Geld, und die Abstraktion, die Aufgabenteilung, die es ermöglichen nicht Kochen, Holzsammeln, Jagen, Stillen etc. zu müssen: sachlich gegebene Lebens-Notwendigkeiten, aus denen gemeinschaftliche Notwendigkeiten werden, sobald persönliche Notdürftigkeiten als Gemeinschaft um einen gemeinsamen Bärensuppentopf herum organisiert werden.

    Selbstgewählte Aufgaben und eigene Maßstäbe die einen zum Arbeiten bringen und aus der Sache heraus und dem eigenen Anspruch gemäß erforderlich sind, zeigen sich als akzeptabel, Arbeit aus soziale Anforderungen werden als ungebührlich und als Zwang erlebt und abgewiesen.

    Ganz so, als wäre die eigene Notdurf, Bedürfnis und innere Veranlagung zur Kunst anders zu interpretieren und anders zu akzeptieren, als die innere Veranlagung und Bedürfnis nach Gemeinschaft.

    Diese Verleugnung sozialer Bedürftigkeit oder Leugnung der selbstbestimmten oder selbstpflegenden Wahl zum gemeinsamen Suppentopf bei gleichzeitigem Nutznießen desselben: Asoziales Verhalten/Denken, Abspaltung eigenen Bedürfnissen, Akzeptanz von Notdürftigkeiten und Konsequenzen: das ist ‚Geld‘ und das funktioniert auch ohne Geld: es reicht der Mensch.

    Und es ist schon ziemlich menschenverachtend – und selbstverlogen – die eigene asoziale Weigerung sich kurzzeitig dem Gemeinwohl zu unterstellen, dadurch gelöst zu sehen und die eigene Haltung _gerechtfertigt_ zu bewerten, weil aus Sozialzwang oder sozialem Gewissen, oder mangelndem Talent durch vorenthaltener Erziehung, weil also ein anderer eine soziale Bereitwilligkeit zeigt, und diese soziale Bereitwilligkeit als selbstbestimmte (schöpferische) Tätigkeit missverstanden wird. Diese Planung und vorherige Vereinnahmung bringt den Übermenschen deutlich hervor. Ich bin es nicht, aber ein anderer wird sich gewiss, also planbar (und damit _für die eigene Rechtfertigung_ vorweggenommen) finden: Bei dieser selbstbezogenen Egozentrischen Rechtfertigung braucht es den Freiwilligen noch gar nicht, der freiwilligen Entschluss ist noch nicht freiwillig gefasst, aber als statistischer ‚Kollateral’mensch vereinnahmt, und zwar all dies in der eigenen Planung für eigene Egozentrik. Selbst wenn es dann später wirklich solche Menschen gäbe, ist doch die egozentrische Kalkül nicht gerechtfertigt, als wäre die Planung nach der Freiwilligkeit des Müllentsorgers herum geplant worden.

    Das ist doch hochkapitalistisch: die Schwäche des anderen gnädiger Weise Dankbarkeit einfordernd (aus) nutzen und für gerechtfertigt halten – bevor derjenige überhaupt seinen Wunsch konkret äußern kann.

    Umgekehrt: wenn der Müllmann oder die Gemeinschaft einen Künstler zur Kunst-Installateur zu 3h/Woche einplant, ohne vorher gefragt zu haben… … Du selbst rebellierst ja schon bei generell vereinnahmten (noch zu befüllenden) 3 Stunden, wo doch eh klar ist, dass du 3 Stunden arbeiten wollen würdest. …

    Wow, Bilbo, wenn Du richtig Geld machen willst, dann empfehle dich mit der Kunstinstallation der Industrie, der Arbeitslosenindustrie. Wenn Menschen wirklich zur Gemeinschaft gehören wollen, dann…

    Da schließt sich jetzt unvermutet der Kreis zu den menschennivellierenden Schattenseiten matriarchalen Denkens.

    Da ist bitte schön aus Gemeinschaftsverpflichtungsethos ein Gnadenakt, bitte schön in freiwilliger Solidarität und am besten mit glücklichem Lächeln zu tun – da wird die Freiwilligkeit durch Sozialzwang vereinnahmt und vorweggedacht – und sei dann ehrlich: das Bildungsystem ist darauf angewiesen Menschen zu produzieren und noch perverser formuliert die ureigensten personenbezogenen Talente zu fördern, die darin liegen Scheiße wegzuräumen als ureigenstes freiwilliges Talent der eigenen Person zu betrachten.

    Und diese Bereitschaft und Unterstellung mangelnder Talente vorwegdenkender Talent-eigenverdächtigter vermögender Vereinnahmer wird doch nicht im Nachhinein dadurch gerechtfertigt, dass man Roboter bauen könnte, um den Skandal im eigenen Denken loszuwerden, welches nachwie vor auf derselben Logik baut.

    Sorry – ich wusste nicht, dass das Interview sich derart entwickelt würde. Aber ein Künstler der den schöpferischen Wert anderer Menschen derart einschätzt, kann kein Künstler sein, der noch auf den Menschen und Menschliches bezogen ist. Der Ausgangsort und Beweggründe mögen Menschlich gewesen sein, aber die Durchführung und diese Aussagen dazu sind es nicht.

    Dass der eingangs geahnte Crash sich als so tiefgründig- verdorben herausstellen würde, wusste ich zu anfangs nicht. Ich empfinde Dich bei dieser Aussage, Motivation hin oder her, als übermenschlich, besser übertalentiert-anmaßend und die Konsequenz als abstoßend.

    • Sorry, ich bin wirklich verärgert:

      Solche Aussagen bei KenFM!

      Das ist doch ein hervorragendes Beispiel wie arrogant, verblendet, vereinnahmend Menschen in einer Euphorie über andere Menschen sprechen und sich auch noch begeistern können. (57:35)

      Zeigt das Interview Merkel und Frau von der Leyen: Aus Solidaritätsgründen werden Mensch sich finden die freiwillig und zwar euphorisch freiwillig Scheiß-Probleme lösen – ach sind wir berrauscht von den Möglichkeiten, die totale Freiwilligkeit eines Scheißjobes zu unterstellen, dass da möglicherweise jemand dann wirklich mit Scheiße zu tun haben wird blenden wir in unserer Selbstbesoffenheit utopischer Phantasmen des glücklichen Scheißdreckarbeiters aus, der voller Elan seiner Scheiß-Bestimmung folgen wird.

      Ach – da spritzt in der Realität tatsächlich Scheiße – wie widerlich. Aber bedenke die Freiwilligkeit und Begeisterung von diesen Menschen, deren Bestimmung wir hier in der Scheiße bei denen erkennen, es möge Ostern werden! Es war seine Scheißbestimmung, freiwillig im Auftrag Gottes zu sterben! Amen- für unsere Sünden, och wie nett! Hat der nur kurz Schmerzen gehabt, der ach so verklärte glückliche Scheiß-Mensch. Tat dann wahrscheinlich gar nicht weh. Wo ist der nächste, der Scheiße zu seiner Bestimmung bestimmen lässt?

      Opferlämmer auf die Schlachtbank, und ans Kreuz, für unsere Sünden, her damit für und zu unserer neuen Menschlichkeit, der Neue Mensch sei geboren – in Scheiße!

      Frohe Ostern!

  3. Das Interview ist sehr Interessant, da es mehr Fragen aufwirft, als beantwortet. Die für mich und schon oft diskutierte aber eben nicht beantworte: Welchen Wert hat meine Arbeit bzw die anderer Menschen?

    Demnach müsste der Bauer, der die Grundlage für Nahrung schafft das höchste Ansehen genießen. Eben jeder Beruf der die Grundversorgung sichert.
    Dann kommen m. E. nach Ärzte und Lehrer (Kindergärtner etc) und dann an 3. Stelle die Dienstleistungsberufe.
    Auch der Arzt etc. kann ohne Essen nicht arbeiten!

    Ingenieure etc werden sich übergangen fühlen…doch einkaufen, essen, Bildung ist tagtäglich notwendig. Eine Brücke ist es einmal.

    Demokratie ist auch nur eine Form der Diktatur. Dörfer, Kommunen etc sollten Autarkie anstreben und Handel (Mehrproduktion) nur dann anstreben, wenn es Anlass dafür gibt. Heutzutage werden mehr Bananen weggeworfen, als Konsumiert, sonst würde man sie ja nicht wegwerfen.

    Die Gier und das Ego des Menschen sind das Problem, nicht der Kapitalismus, nicht die Medien usw…

  4. Das „Argument“, dass die Menschheit viel länger ohne Geld existierte als mit, ist so stumpf, wie der Hintern eines Pavians. Und der Pavian, ein naher Verwandter von uns, lebt auch ohne Geld. Allerdings nicht ohne Macht- und Konkurrenzkämpfe und Unterdrückung.

  5. Ich finde wenn Michael Tellinger sein Projekt umsetzt und eine ganze Ortschaft dem kapitalistischem System entreißt, dann ist das ein großartiger Erfolg. Ich wünsche ihm alles Gute und gutes Gelingen. Hoffentlich ergeht es seinem Projekt nicht so wie dem Betriebssystem Ubuntu, dass die Ubuntu Idee meiner Meinung nach nicht umsetzen konnte.
    Es freut mich das weltweit das Geldsystem als Problem erkannt wird, es besteht vielleicht doch noch Hoffnung.

  6. Es ist wirklich erstaunlich..
    Da kommt ein – zugegeben charismatischer – Mensch daher, namens Michael Tellinger, und der hat eine Idee.
    Eine sehr schöne Idee, und hier im Forum werden dann zwei sehr lange Texte geschrieben. Einer von „Bert“, dem nix besseres einfällt als der Versuch, verallgemeinernt diese Idee irgendwie mit Gender-Mainstreaming zu reframen.
    Und dann eine „Petra“, die irgendwas von „das war schon immer so, schaut euch nur mal das mit den Göttern an“ – oder so, ich habe nicht recht verstanden, weder bei „Bert“, noch bei „Petra“, was das mit dem ursprünglichen Thema zu tun haben soll.
    Können selbst denkende Menschen solche Texte verfassen? Wenn ja, warum? *bg*
    Ein Leben außerhalb der Matrix? Undenkbar für solche Leute. Da muss alles auf bekannte Begriffe und Meme projeziert werden, denn ansonsten könnte ja das Weltbild wackeln. Neue Ideen outside the Matrix? Böse! Ketzerei! Die Erde ist Flach, und im Zentrum des Universums! Wer wagt es, etwas anderes zu denken!
    Das ist mir alles zu wirr, Da versuchen welche, in die Suppe zu spucken. Ich gehe darauf nicht ein.

    Ok, hier ist also ein offener Leserbrief, direkt adressiert an Bilbo Calvez. Ich hoffe, er wird gelesen, und über eine Antwort würde ich mich sehr freuen :o)

    Liebe Bilbo Calvez,
    ich habe lange überlegt, wie ich jetzt von Ubuntu zu Parteipolitik komme. Die Überleitung spare ich mir, ich komme gleich auf den Punkt: Man muss den Menschen das irgendwie begreiflich machen, wenn man eine neue Idee hat.
    Ich habe mir das Video sehr aufmerksam angesehen (die Untertitel sind ok, aber spiegeln nicht die Lebhaftigkeit des Diskurses wider ;o) ). und mir kam spontan in den Sinn ein Christoph Hörstel, mit seiner Partei „Deusche Mitte“. Die fordert „Ethik in der Politik“. Da habe ich auch erstmal lachen müssen, über dieses wunderschöne Oxymoron „ethische Politik“, denn Politik ist doch, so wie wir sie kennen, das Ende jeder Ethik. Politik ist Vetternwirtschaft, Egozentrik und Machterhalt um jeden Preis.
    Also es braucht schon sehr viel Phantasie, um in Deutschland eine Partei zu gründen, die Ethik in der Politik fordert. Auf den ersten Blick ein Widerspruch in sich. *vbg*
    Was aber jetzt sehr interessant ist, ist das Parteiprogramm in Bezug auf das Geldsystem. Zinsen sind des Teufels Erfindung. Geld als notwendiges Übel für eine Übergangszeit. Sehr interressante Gedanken. Was ist Geld? Was ist ein Zollstock? Ein Fuß sind ein Dutzend Inch. Drei Fuß sind ein Yard. Geld ist eine Maßeinheit für Wert. Vielleicht ist das ja ein nützliches Werkzeug? Wie alle Werkzeuge (z.B. einen Hammer) kann man es sinnvoll und kreativ einsetzen, oder, wie es derzeit geschieht, zerstörerisch.
    Eine Gsellschaft ohne Geld – ist das nicht wie eine Gesellschaft ohne Zollstock? Die „gefühlte Länge“ eines Bungee-Seiles ist besser, als wenn man das mal kurz durchrechnet, so frei nach Newton und so? ;o)
    Liebe Bilbo, wenn Du in Deinem Projekt so jemanden wie Michael Tellinger zu Wort kommen lässt – also jemanden, der ganz konkret etwas vor hat, und auch umsetzen will – so möchte ich mal die Idee in den Raum stellen, ob nicht auch ein Christoph Hörstel in die Reihe der Interviewpartner gehören müsste. So in meiner Phantasie:
    Hörstel am Telefon.
    Bilbo: „Sag mal, meinst du nicht auch, es ginge auch ganz ohne Geld?“
    Christoph: „..wie soll man sagen .. “
    Einen Erkenntnisgewinn gäbe es in jedem Fall. ;o)
    Ich bin sehr gespannt auf Dein Gesamtkonzept „Bärensuppe“. Ein paar Puzzlesteine kann ich hier ja mitverfolgen, sehr interessant, aber – wo ist Der Rote Faden?

    Viele liebe Grüße vom
    waldbaer
    (Nein, ich will so wenig in die Suppe wie Hänsel in den Ofen!)

  7. Dieses Interview ist leider etwas in die Hose gegangen. Das hartnäckige Herumreiten von Bilbo zu den 3 Stunden Gemeinschaftsarbeit und diese Gemeinschaftsarbeit als Diktatur auszulegen war mühsam zum Ansehen. Ich bin mir nicht mehr sicher ob Bilbo überhaupt versteht was eine Gemeinschaft ausmacht. In einer Gemeinschaft wird man sich immer etwas sagen lassen müssen, genauso wie man anderen auch mal etwas sagen muss.
    Die Aussage von Bilbo dass sich immer jemand findet der gerne und freiwillig das Klo putzt nur weil er nicht an der UNI studiert hat und das man darum selbst das Klo nicht putzen braucht, bringt mich zu der Frage ob Bilbo alleine lebt und ob Sie ihr Klo selber putzt, oder ob Sie in einer Gemeinschaft lebt und wer dort das Klo putzt. Genau diese Einstellung ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. An den UNIs werden die jungen Menschen zu asozialen rassistischen Arschlöchern geformt, für die es selbstverständlich ist das zB eine Verkäuferin an der Kasse für minimales Gehalt im Akkord arbeiten muss damit ihre Kinder etwas zu Essen habe, die Studierten Frauen wollen ja keine Kinder bekommen, weil das können sie ihren Körper ja nicht zumuten, oder anders gesagt, man ist nicht bereit für einen anderen Menschen etwas zu machen.
    @Bert
    „Sehr genau gewusst wird aber, dass jeder satt werden soll. Das ist der Hausfrauen-Narrativ oder Vermögenden-Narrativ schlechthin.“
    Hausfrauen-Narrativ ist zu einen Großteil hier sicher falsch am Platz. Gerade viele Hausfrauen machen alles für die Familie und die Kinder, gerade für Mütter ist es selbstverständlich etwas für andere Menschen zu machen.

    • @Eiszeit
      Ich kenne den müßigen Reflex mutterhaftes zu heiligen – langweilt das nicht ein wenig?

      Den ‚Hausfrauen-Narrativ‘ habe ich nicht erwähnt, um die Minderleistung mütterlicher Arbeit im Vergleich zu Väterlicher herauszustellen, sondern um die Strukturierung und einhergehende Anschauungswelten, Anspruchshaltungen und unbekümmerte Vereinnahmungen zu betonen, und habe dazu den Zusammenhang mit ‚Vermögens-Narrativ‘ gebraucht, (wodurch die gender-Ebene erweitert wird) von meist verwöhnten Menschen, die Arbeit und Leistung auch nivellieren.
      Es geht bei den Konstrukten „Hausfrauen-Narrtativ“ und „Vermögens-Narrativ“ um die ausgeblendete aber implizite Ausbeutungsbereitschaft.
      Beispiel 1: Herr Hoeness wähnt sich edelmütig (und wird auch von anderen so betrachtet – das wäre dann eine reale Situation um den Bärensuppeneintopf) mit seiner Spendenbereitschaft, ohne sich groß darüber Rechenschaft abzugeben, dass das von dem Geld gespendet wurde, was er vorher nicht in die Suppe geben wollte, sondern ‚gestohlen‘ hat.
      In der Bärenfamilienlogik wäre das Spenden keine Erwähnung mehr wert, weil eben alles irgendwie eine ‚Spenden’suppe ist, aber es wäre eben auch nicht einmal mehr das Stehlen als solches heraustellbar, sondern nivelliert.
      Beispiel 2: Mütter tun alles für Ihre Kinder, das muss erwähnt bleiben, Männerarbeit aber kann nivelliert werden, hauptsache das Mütterliche obsiegt. In der Bärenfamilienlogik wäre ebenfalls beides nivelliert, und keiner könnte mehr berechtigten Anspruch Klage oder sonstiges erheben.
      Beispiel 3: Erben. Jeder Erbe verteidigt sein Geschenk, als selbst irgendwie erarbeitet, und Eigenleistung wird mit Fremdleistung vermischt und das Geschenk als solche nivelliert. Dumm sieht der Nichterbe drein, der nun den Vorwurf des Nichtleistenden ertragen muss. In der Bärenfamilienlogik gäbe es kein Erbe, gäbe es keinen Leistungsvergleich.

      Aber! Die Bärenfamilien-Nivellierungs-Logik funktioniert immer nur vor dem Hintergrund, dass die Suppe bereitgestellt ist.

      Tja, da können Mütter gerne die Suppe Kochen und alles für Ihre Kinder tun, da kann ein Herr Tellinger wunderbar eine Welt kreieren – Woher das Öl, der Strom, die Wissenschaft, das Eisen herkommt – ausgeblendet. Ein Lob auf die leistungsnivellierte Gesellschaft – sie übersieht gerne die Grundlagen, die außerdem noch gerne in Anspruch genommen werden. Wie Ihr Beispiel der Mütterheiligung zeigt, ist der Blick aufs Private oder Inner-Bärenfamiliäre gerne bereit, alles äußere auszublenden, solange der Topf schon irgendwie voll ist, und andere sich ausbeuten lassen – braucht einen dann ja nicht zu kümmern.
      (Diese Unbekümmertheit scheint hier ja nur so unbedenklich zu sein, weil man angeblich viel weniger arbeiten müsste als jetzt, was aber in Wirklichkeit nichts über die Ausbeutung bei Bärensuppe/Ubuntu aussagen kann.)

      Denn Eines ist doch bei aller edlen Vision klar: Letztlich geht und funktioniert Gemeinschaft immer nur, wenn soziales Gewissen und Egoismus in eine gute Balance gebracht werden kann. Sobald asoziales Verhalten und egozentrische Optimierungen als menschliche Potenz nicht durch Erziehung eingegrenzt werden kann, wird auch die Bärensuppe/Ubuntu sehr schnell an menschliche Grenzen kommen.

  8. Zwischeneinwurf:
    Der Beitrag von Bert benennt zwei der mittlerweile katastrophisch verwildernden Grundlegungen unserer heutigen Verrgesellschaftung: das Wert-Abspaltungsverhältnis, welches Öffentlichkeit und Privatheit, verallgemeinerte konkurrente Subjektivität und Gehorsam, das sexistische bürgerliche Geschlechterverhältnis herstellt und die elende Legitimation durch Universalgeschichte. So wird der Kupferbatzen früherer Epochen leicht zum „selben“ wie das heutige Wertgeld, das mittels objektivierter Zeit „Leistungen“ misst. Besonders die für die bürgerliche Formation einmalige, aber auch sehr essentielle Denkform der conditio humana wird mehrfach bemüht,

    „Die Menschheit“ ist empirisch nicht fassbar, ist ein Schemen, ein Gespenst. Worauf bezieht sich dieser Begriff? Auf die Art homo sapiens oder die Gattung homo? Bezieht sich dieser Begriff auf allgemeine äußere Merkmale wie aufrechter Gang, arbeitsteiliges, organisiertes und reflektiertes Sozialverhalten und kulturelle Evolution neben der biologischen? Dann ist damit nichts gewonnen außer einer naturgeschichtlichen Beschreibung, wie sie unzählige Monographien über unzählige Arten an die Hand geben. Oder bezieht sich dieser Begriff vielmehr auf eine bestimmte Art, sich selbst zu sehen und zu reflektieren? Bezieht sich „Menschheit“ auf Zuschreibungen, die wir gern für uns in Anspruch nehmen, um uns und unser Tun zu rechtfertigen? Dann bezieht sich das Tätigsein der Menschheit auf unsere subjektiven Unternehmungen bis hin zur Gestaltung der so genannten internationalen Staatengemeinschaft, dann verlängern wir unsere spezifische, aktuelle, gleichzeitig historische Art der Tätigkeiten als menschheitlich in die Vergangenheit und behaupten, was wir tun, tun wir mit dem Segen der Geschichte der Menschheit und der Geschichte von Entwicklung, Evolution und Fortschritt. Ich sage in diesem Zusammenhang „aktuell, gleichzeitig historisch“, weil mit „historisch“ nicht Vergangenes bezeichnet wird, sondern Gegenwärtiges, das sich mit Vergangenem legitimiert, es nicht ruhen oder sterben lassen kann, sondern zu unserer Rechtfertigung seiner bedarf. So halten wir diese Leichname künstlich am Leben, damit sie uns stützen und uns willfährig dienen. Dieser Art, sich auf Vergangenheiten zu beziehen, setzen wir Denkmäler, die auf uns verweisen und uns immer daran gemahnen, dass wir Verwalter und Fortführer des menschlichen Erbes sind. Der Gedanke, Altes, Kaputtes oder Verbrauchtes entsprechend zu behandeln, ist uns widerwärtig und erscheint uns als barbarisch. Wir bemerken gar nicht mehr die Ungeheuerlichkeiten, die wir begehen, wenn wir darauf bestehen, durch weltweite Verträge gebunden, das „Erbe der Menschheit“ – immateriell oder nicht, kulturell oder natürlich – zu bewahren. Wir verschließen uns die Zukunft, die Neuerung, die tabula rasa, die Möglichkeit, mit dem Erinnern aufzuhören.
    Eine Gesellschaft wie die des Modernen Ensembles, die auf ursprünglicher Rechtlosigkeit und zu Grunde liegender Gewalt beruht, die um ihres Fortschritts willen, den sie ja doch nur als abstraktes Wachstum begreifen kann, die Vergangenheit als einziges Maß von Wachstum und Entwicklung willkürlich am Leben erhalten muss, um „aus der Geschichte zu lernen“, braucht die Menschheit, auf die sie sich berufen kann, deren kulturelle und natürliche und immaterielle Güter sie bewahren will, auch wenn diese jede Praktikabilität verloren haben und wir Tempeltanz oder Küferhandwerk nicht verstehen und nicht brauchen und uns Zeugnisse der ägyptischen Religion nicht weiter anrühren als durch ihre tote Monumentalität – ihre lebendige Bedeutung ist für uns ja längst geschwunden. Wir finden keinen Zugang außer dem archäologischen und musealen, aber verweigern ihnen den Untergang im Assuan-Stausee oder im Vergessen. Wir bauen unseren Städte keine Hochhäuser und Türme ins Zentrum, nur an den Rand, um die alten Stadtkerne im Ensemble zu schützen. Wir verzichten darauf, den Turm als lebendiges Zeichen und Mal der Stadtbevölkerung und ihrer Größe noch einmal aufzurichten, weil wir uns der Bewahrung verschrieben haben, nicht der Erneuerung. Bewahrt aber wird im Namen der Menschheit, ungeachtet dessen, ob die realen Menschen diese Bewahrung brauchen oder ob sie nicht sogar zu deren Lasten geht.
    Ich schlage vor, wenn wir über Tätigsein und über Tun uns unterhalten, von den Leuten zu sprechen. Dieses Wort klingt vertrauter, intimer und nicht so großspurig wie „die Menschheit“. Es ist auch eher dazu angetan, Klarheit zu schaffen, worüber wir reden. Die Leute der Antike, die Leute der religiösen Formation, die Leute der neolithischen Revolution, die Leute der Steinzeit, die Leute der magischen Formation, die Leute der Neuzeit, die Leute der bürgerlichen Moderne, die Leute der wissenschaftlichen Formation – dies alles ist eindeutiger, bezieht sich eben inhaltlich auf ein Tätigsein und Tun von Menschen, die aber als Leute einer bestimmten Formation oder einer bestimmten Epoche nun gesellschaftlich mit ihren Beziehungen und Vorstellungen fassbar werden. Und so wird es auch möglich, ein Gemeinsames herzustellen, dass nicht aus den eitlen Ansprüchen einer gegebenen Formation abgeleitet wird und die Leute früherer Welten im Nachhinein zwingt, so zu sein, wie wir es sind, so zu denken, wie wir es tun, so zu handeln wie wir. Diese Gemeinsame ist nun nicht, dass sie wie wir sind, nur noch nicht so entwickelt, noch mit mehr Irrtümern über sich und die Welt behaftet, sondern dass sie wie wir es schaffen, sich die Welt einzurichten und zu erklären, und zwar so, dass sie wie wir davon ausgehen, dass ihr Werk Bestand hat, weil es von Außen abgesichert ist. So wie wir (also die Leute des Modernen Ensembles) von der toten Natur der selbst organisierten Materie und vom vernünftigen Handeln, Tun und Agieren der Menschheit uns gesichert fühlen und in der Wissenschaft ihre Erklärung und Anleitung finden, so fühlten sich andere vom Wirken Gottes gesichert und fanden ihre Erklärung in der Religion. Und alle zusammen dachten, es müsse immer so sein, und alle konnten sich darauf verlassen, dass sie die Befähigung hatten, mit dieser Erklärung umzugehen und sie zu praktizieren.
    Dazwischen, zwischen den großen Formationen, in den Zeiten der Brüche, Katastrophen, Kontingenzen und Unsicherheiten und Neubeginne lebten auch Leute, die ihre Befähigung, sich die Welt zu erklären und mit der Welt umzugehen, auf dem Prüfstand sahen. Wie mit einer Welt leben, wie eine Welt gebrauchen, die nicht mehr gilt, die sich auflöst? Das, was für uns (also die Leute des Modernen Ensembles) in der historischen Rückschau als Krise, als Einbruch, als Umbruch erscheint, war in den Biographien der Leute vor allem pragmatischer Umgang. Das bedeutet nicht, dass diese Zeiten nicht blutig und gewaltsam gewesen sein müssen. Wir wissen nicht, wieviele Sippen oder Horden umgekommen sind, die die Sesshaftwerdung im wahrsten Sinne des Wortes nicht mitgemacht haben, die angesichts neuer gesellschaftlicher und technologischer Bezugssysteme, von denen sie ausgeschlossen waren oder die sie sich nicht aneignen wollten, von der Entwicklung überrollt wurden. Wir wissen auch nicht, ob sie nur allmählich verschwunden sind und sanft in die neue Zeit gezwungen wurden oder plötzlich brutal von ihrer Lebensweise des Suchens und Findens abgeschnitten wurden, wenn gefundene Tiere und Pflanzen nun über einen züchtenden Eigentümer verfügten. Wir können die Katastrophen nur erahnen, wenn wir etwa die Theomachien betrachten, in denen, quer durch alle religiösen Überlieferungen hindurch, wir die Erzählungen von Göttern finden, die sich gegen ältere Götter auflehnen (die wir als die nun vergöttlichten alten magischen Geister der belebten Natur erkennen wollen), sie besiegen und dann an die Neuordnung der Welt und die Erschaffung von Menschen schreiten. Wir wissen aber sicher, dass der Übergang von der Religion zur Wissenschaft kein friedlicher war, dass die Entwicklung des humanistischen Menschenbildes mit den Verfolgungen und Verbrennungen der sogenannten Hexen einherging, die Entwicklung der landwirtschaftlichen und industriellen Produktion auf wissenschaftlicher Grundlage (auch der Ökonomie als Wissenschaft) mit Hungersnöten und Landvertreibungen, die bis heute nicht aufgehört haben. Doch mitten in diesen Katastrophen gab es das pragmatische Überleben.
    Das Pragmatische der Leute erstreckt sich aber auch auf ihr Verhältnis zur jeweils gültigen Erklärung, das umso stärker zum Vorschein kommt, je schwächer die Erklärung wird. Aber auch bei uneingeschränkter Gültigkeit bleibt das pragmatische Verhältnis erhalten, quasi als Hintergrundstrahlung davon, dass die Erklärung ursprünglich aber unbewusst von den Leuten ihrer Epoche, ihrer Formation stammt. So lassen sich die verschiedenen Gottesvorstellungen in der Antike von den nahezu gottlosen Mysterien bis hin zum Pantheon und dessen Interpretationen und Übertragungen erklären. Ein produktiver Umgang mit der Erklärung zeigt sich auch am Umgang mit Verwandtschaftssystemen, Geschlechtergenealogien und deren Konstruktionen, von uns Aufgeklärten als Fälschung bezeichnet, und den verschiedenen Freiheiten, ihrem Erringen, ihren Abstufungen und Gewährungen. Ist also die Erklärung gültig, das heißt aufrecht, lässt sich innerhalb ihrer noch immer bequem manövrieren, lassen sich gesellschaftliche Neuerungen durchsetzen und gestalten, ist Raum für Epochenbrüche innerhalb der Formationen, die an Gewalt und Dramatik den katastrophischen Zusammenbrüchen einer Formation und ihrer Ersetzung durch eine andere in nichts nachstrehen. Nehmen wir als Beispiele den Zusammenbruch des weströmischen Reiches und die Entstehung der germanischen Königreiche mit dem dominanten fränkischen Reich, ein Epochenbruch innerhalb der religiösen Formation, einerseits und die Entstehung der bürgerlichen revolutionären Weltordnung, ein Vorgang, der zur Ablösung der religiösen Formation durch die wissenschaftliche führte, andrerseits; in der historischen Erinnerung und Überlieferung erscheinen beide gleich als gesellschaftliche Verwerfung und Katastrophe, wobei der Untergang Roms fast noch als das schlimmere Ereignis ist, weil wir ja der Entstehung des Modernen Ensembles affirmativer und positiver gegenüberstehen.
    Das pragmatische Verhältnis der Leute der jeweiligen Gesellschaftsformation zu den Umbrüchen und Schwankungen (und zur – fallweise – sich abschwächenden Erklärung) zeigt sich im gesellschaftlichen Überleben, also in der Potenz, angepasste Strategien zu entwickeln, im Rahmen der gültigen Erklärung, im gegebenen Fall auch über sie hinaus. Das pragmatische Handeln wird von der Erklärung immer wieder auf den Prüfstand gestellt, doch gilt dies auch umgekehrt. Am pragmatischen Handeln entfalten sich die Widersprüche einer Formation, also ihre fetischstische Verfasstheit, und wir können mit dieser Sicht darauf Umschreibungen, wie die bekannte, dass die Produktivkräfte die Produktionsverhältnisse sprengen, leicht verstehen als eine Darstellung von Widerspruchsbearbeitung. Die Erklärung gibt den Rahmen, die Sicherheit und die Berechtigung für das Handeln der Leute vor, die Leute wiederum beziehen ihr Handeln aber auf sich und betrachten es als etwas von sich Ausgehendes, das die Gesellschaft verändert und verändern kann bis zur Ungültigkeit der Erklärung.
    Insofern ist die Bärensuppe ein pragmatischer Umgang mit den Widersprüchen unserer zu Ende gehenden Epoche, der weder theoretisch korrekt im Rahmen wissenschaftlicher Ansprüche formuliert werden muss noch sonstige vorgeblich „unhintergehbaren“ Bedingungen erfüllen muss. In unserer Welt ist „Bärensuppe“ ex-zentrisch und schon allein die Existenz einer solchen Wirklichkeitsbewältigung, ihre Denkbarkeit, zeigt, dass die Bürgerliche Epoche in Auflösung begriffen ist. Ob Bärensuppe in der gegenwärtigen Kontingenzsituation, im Epochenbruch, zum Tragen kommt, kann niemand voraussagen. Es gibt keine Kausalität, nur sehr viele Möglichkeiten des bisher „un-erhörten“.
    Ein Satz noch zum Sex: ausschließlich die bürgerliche Epoche betrachtet die leibliche Verbindung von Leuten als naturwissenschaftlich erkannte notwendige „Triebabfuhr“, eine körperliche intime Turnübung ohne Sinn und Bewandtniszusammenhang. Wie das in der nächsten Epoche gehandhabt wird, weiß ich nicht. Sicher ist nur, nicht so wie heute.

    • @ Petra: “ intime Turnübung ohne Sinn“

      Wer das so sieht, sieht natürlich am Sinn vorbei. Wie ich schonmal erwähnte, ist die Sichtweise der „Leute“, wie Sie das formulieren wollen, die zur Zeit des A.T. lebten und es tradierten, der sexuelle Akt einer, mkit dem sie Erkenntniskräfte verbanden. Sie erkannte ihren Mann und gebar…Und:Er erkannte sein Weib und sie gebar…
      Die deutsche Sprache kennt noch das Wort: Freien für Hochzeithalten. Da ist der Begriff der Freiheit mit dem der Erkenntniskraft noch verbunden.
      jeder Erdenmensch verdankt doch sein irdisches Dasein der Tatsache, dass ihre/seine biologischen Eltern solche „intime Turnübung“ vollzogen haben, deren Sinn darin u.a. -abgesehen vom Lustgewinn – doch auch darin besteht, einem anderen Menschen sein Dasein auf Erden zu ermöglichen. Wie „bürgerlich“ müsste man sein, um nicht das Sinnhafte mit diesem Akt gedanklich zu verbinden ?

      Selbst der allerkeuscheste aller Keuschheitsapostel verdankt sein irdisches Daseindürfen nicht Seinesgleichen !
      Diese Freiheit, hier auf Erden keusch leben zu dürfen, die verdankt er eben gerade NICHT anderen Keuschen. Sondern diese Freiheit, als Erdenmensch keusch sein zu dürfen, verdankt er der Tatsache, dass zwei biologische Eltern unkeusch genug waren, um ihn zur Welt zu bringen.

      Wir hier im Okzident sind allgemein stolz auf die Tatsache, dass bei uns ein Mensch beides zugleich sein darf: Atheist UND Hochschulprofessor. In manchen orientalischen Ländern ist das undenkbar, beides zugleich zu sein:Lehrer UND bekennender Atheist. Nun frage ich mich: Wem veerdankt der westliche bekennende Atheist seine Freiheit, beides zugleich sein zu dürfen ? Verdankt er seine Freiheit, hier als Hochschulprofessor sich zum Atheismus bekennen zu dürfen, etwa Seinesgleichen ? Verdankt er diese Freiheit etwa anderen Atheisten ? Oder verdankt er sie etwa denjenigen Christen, welche -historisch betrachtet – die Mauren bekriegten und so ihre Erdenleben dafür opferten, dass Europa nicht den Islam annehmen musste, in dem mancherorts noch heute Atheismus als Verbrechen gilt ?

      Wem verdankt – so gesehen – der bekennende Pazifist seine Freiheit, hier seinen Pazifismus leben zu dürfen ‚
      Verdankt er diese Freiheit etwa anderen Pazifisten ? oder verdankt auch er diese Freiheit, Pazifist sein zu dürfen, denjenigen, welche Krieg für die Freiheit Europas führten ? In manchen orientalischen Kulturen ist Pazifismus verpönt. Da wird keiner, der sich zum Pazifismus bekennt, ein höheres Amt bekleiden dürfen.

      Indem wir hinterfragen, wer wem welche Freiheit verdankt, kommen wir doch zu erstaunlichen Ergebnissen.
      Und was das Erinnern betrifft, so kann das doch wertvoll sein. Denn wenn ich vorgestern Senf säte, weiss ich heute, was in der Zukunft an dem Ort keimen, wachsen und fruchten wird.
      Ich danke Christus für die Freiheit.

  9. Darf man es Scharlatanerie nennen?

    Das beharrliche Nachfragen in Bezug zu (Gemeinderats-) Strukturen und potentiellen Machtmissbrauch als ein Nebenthema zur geldlosen Gesellschaft, zeigt sehr schön Widersprüche bereits auf semantischer Ebene auf.
    An der Stelle könnte ich persönlich ein Interview nicht mehr weiterführen, weil Behauptungen zu Beschwörungen werden, und daran muss man dann wohl glauben.

    Kurz, nicht Geld, sondern menschliche Veranlagung sind Grund all unserer Probleme, und Geld ist nicht Ursache sondern Ausdruck des Menschen, sowie die Art und Weise mit Geld umzugehen nicht Ursache, sondern Ausdruck menschlichen Vermögens ist. Und Abstraktion, Verselbständigung von Geld findet ebenfalls seinen Grund und Ausdruck im Menschen, und seiner eigenen Loslösung und Abstraktionsfähigkeit.

    Wer Geld bekämpft, bekämpft eigentlich den Menschen bzw. das ‚Böse‘ oder ‚Schlechte‘ oder eine Potenz im Menschen. Die Ubuntu-Utopie oder auch das Bärensuppe-Idyll funktioniert ebenfalls (und zwar bereits semantisch) nur von der Grundannahme friedlicher und begnügsamer Menschen, die „aufhören zu zählen“, die den Eigennutz aufgeben.

    _Um es nun einmal zu pointieren_, gilt das und die satte Befriedigung an der vergemeinschafteter Bärensuppe individueller unaufgerechneter und damit nivellierter individueller Arbeitsleistung dann auch für die individuelle persönliche Liebe, Sex, Treue?

    Wir sind ja gewohnt ‚männliche ‚konnotierte‘ Anteile, Techniken, Erfindungen, Bedürfnisse in den Fokus der Kritik zu bringen und nur solches überhaupt einer Kritik preiszugeben und nur dort bereit, eine Umgestaltung zugunsten des Kollektivs über das Individuelle zu fordern und ebenso unterzuordnen.

    Wenn nicht mehr gezählt und gerechnet wird, und faktischer Ausbeutungsnutzen durch ‚Solidarität‘ des Gemeinwohls keine Beachtung mehr findet, mein Nutzen und dein Nutzen unaufgerechnet verschwinden und unbedeutsam werden sollen, und es kein extra erwähneswerte Leistung sein soll, kein erwähnenswerter Umstand werden soll, und Wettbewerb und Vergleichungen aufhören sollen, und kein Skandal darin gesehen werden soll, dass da einer 10h arbeitet während ein anderer von dessen Arbeitsfreude löffelt – wie sieht es mit den Vorlieben bei der Sexualpartnerwahl und dem Treueversprechen aus?

    Soll sich hier das Weiblich-Individuelle ebenfalls zugunsten des verschmelzenden Gemeinlebens umgestalten, derart, dass Unattraktivität gar Abneigung nicht mehr aufgerechnet und überhaupt gar nicht mehr als beachtenswert wahrgenommen werden können soll, weil es diese aufrechnende Betrachtung auch für Frauen nicht mehr geben soll?

    Das nur mal als eine Verständnishilfe (die immer so lapidar mit Angst als einer unbegründeten ‚belächelt‘ wird) gegen berechtigte Abneigung gegen den Gedanken, Individuelles für das Gemeinwohl zu nivellieren und unterzuordnen.

    Würdest Du, Bilbo Calvez selbst, zugunsten einer Bärensuppe dich dahingehend umerziehen (falls überhaupt notwendig), und mit jedem Bärensuppenteilnehmer zu teilen unbesehen der Leistung, der Vorzüge, persönlicher Aufrechnungen – und würdest du die Nivellierung für alle anderen Frauen als ein generelles Modell fordern?

    Oder aber würdest du diesen Bereich dem unanzutastenden Individuellen Bereich zuordnen, wo das Allgemeinwohl keinen Sattwerd-Anspruch für andere aufbauen, und individuelle Leistungen/Ansprüche/Einbildungen bitte schön nicht nivellieren darf?

    Statistisch betrachtet ist es immer noch so, dass alle Drecksarbeit, die gefährlich ist, von Männern erledigt werden muss. Zudem ist es so, dass nach wie vor Frauen nicht zur 95% arbeiten, sondern erheblich weniger.

    So wie Herr Tellinger seine Ubuntu-Idee auf seine gelebte Kindheit zurückführt, in der alles umsonst war (und die Tatsache verschwimmt, dass irgendjemand dafür schuften musste und zwar real geschuftet hat, und zwar nicht freiwillig, was aber auch durch seinen Gerechtigkeitssinn für Hautfarbenunterschiede nicht gegengeleistet wurde), so basiert das Bild der Bärensuppe aus der Tatsache, dass wieder die dahinterstehende Arbeit einfach voraussetzbar scheint. Man identifiziert sich gar nicht mit der Arbeit, der Arbeitsleistung, weswegen dieses Feld und diese diffusbleibende Arbeit wunderbar nivelliert und vereinnahmt werden können.

    Man, Du, auch Herr Tellinger: Ihr sagt nicht, hei _ich_ hab Bock zu arbeiten, und _ich_ rechne nicht mit Gegenleistung, _ich_ will mich nicht beklagen, dass jemand weniger arbeitet – und belasse die Entscheidung bei jedem persönlich. Nein Ihr fordert, dass auch andere in eurer Utopie so sein sollen. Ihr könntet doch jetzt schon eure Suppe von öffentlichen Ausgabestellen beziehen, und weil ihr bock drauf habt, arbeiten wie es euch gefällt, Bücher kostenlos veröffentlichen, ohne euch zu beschweren. (Es gäbe auch Klöster) … … die kollektive Suppe gäbe es schon.

    Soll heißen: Wer in seiner Kindheit und tradierte Erziehung verwöhnt umsorgt aufwächst, und den arbeitenden Part schon irgendwie als gegeben voraussetzt, dem keine individuelle Anerkennung/Aufrechnung zugesprochen werden braucht, sondern nur kollektive Anerkennung bei Nivellierung persönlicher arbeitender Leistung, der beschreibt doch haargenau die Einstellung der derzeitigen herrschenden Vermögenden und haargenau die Einstellung von Frauen.
    Sehr genau gewusst wird aber, dass jeder satt werden soll. Das ist der Hausfrauen-Narrativ oder Vermögenden-Narrativ schlechthin. Verlässt der Mann die Familie wegen einer anderen – böse, schafft er aber irgendwie das Geld ran, dann ist das nicht von persönlich zu achtender Bedeutung, das ist schließlich eine Funktion. Macht man Gewinne baut man auf die Funktion Arbeiter, will man den Gewinn maximieren, wird persönliche Anteilhabe gekündigt.

    Deswegen: die pointiert aber argumentativ sehr ernst gemeine Frage: Wie wäre es mit einer BärenSexSuppe. Schnell ließe sich eine kausal einleuchtende Logik aufbauen, wodurch Männer keinen Status mehr bräuchten, keine Finanzkraft zur Familiensuppe sein müssten, keinen Wettbewerb um Umwerbung mehr leisten müssten, keine Arbeitsausbeutung eingehen müssten; Frauen bräuchten nicht mehr das Umwerben finanz-attraktiver Umsorger durch Schönheitswettbewerbe besorgen, etc. Geld und seine Macht auf Frauen spielte keine Rolle mehr:
    Wärest Du, Bilbo Calvez, dazu bereit, oder würdest du in dem Falle am Begriff (sexuelle) Ausbeutung festhalten wollen? Und wenn Du für ‚Liebe für alle‘ eintreten könntest, würdest du ein allgemeine Forderung akzeptieren und argumentativ durchgehen lassen? Würdest du Widerstand gegen die BärenSexSuppe als abzutuende Angst beiseite schieben?
    Oder würdest du argumentativ flüchten, das hätte nichts miteinander zu tun, und es ginge nur um Geld? (Was man natürlich als Angst auslegen würde, die nicht wirklich zählt, im Angesichte des künftigen Allgemeinwohls?)

    • Zitat:
      „Kurz, nicht Geld, sondern menschliche Veranlagung sind Grund all unserer Probleme, und Geld ist nicht Ursache sondern Ausdruck des Menschen, sowie die Art und Weise mit Geld umzugehen nicht Ursache, sondern Ausdruck menschlichen Vermögens ist. Und Abstraktion, Verselbständigung von Geld findet ebenfalls seinen Grund und Ausdruck im Menschen, und seiner eigenen Loslösung und Abstraktionsfähigkeit.“

      In diesem Absatz steckt m. E. der Kern des „Geldproblems“. Es ist nicht das Geld, was uns Probleme bereitet, sondern das Nichtwissen, was Geld im Wesentlichen ist und was es mit uns tut. Geld ist der Sack, nicht der Esel. Der Esel sind wir. Deshalb kann die Lösung des Geldproblems nur in einem kollektiven Erkenntnisgewinn liegen, der zu einer Befreiung aus den Fesseln unserer Unwissenheit führt.

    • Ja, fand es sehr toll das mal etwas „Gegenwind´´ kam. Hoffentlich gibt es mal eine Art „Positionen´´ zum Projekt Bärensuppe.

      Einen Landwirt, Soziologen, einen Arzt und einen Handwerker an einem Tisch, um mal direkt faktisch die Machbarkeit eines solchen Systems zu prüfen. Und vor allem um den „Wert´´ der eigenen Arbeit mal irgendwie zu ermitteln bzw. um ein Feedback aus der „Mitte´´ zu bekommen.

      Würde mich sehr Interessieren, ob ein Arzt bereit wäre ein Klo zu putzen, wenn Ihm dafür eine Torte von einem Bäcker zugesichert werden würde, oder ob da doch Generationen erforderlich wären, dieses „Ich bin wichtiger als andere´´ Denken zu überwinden. Zum Beispiel wie wichtig der Arzt an sich in einer gesunden Gesellschaft noch wäre, würden sich alle innerhalb der Gemeinde gesund ernähren?

      Oder welche Rolle die Emanzipation hat, in Anbetracht dessen, dass bald viele Roboter/Androiden arbeiten verrichten werden? oder Geschlechterrollen im allgemeinen? Werden diese sich dann vermutlich natürlicher oder traditioneller oder gänzlich anders entwickeln oder bleiben sie gleich?

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