Protestbündnis Campact – Wachsendes Misstrauen gegen die Kampagnenprofis

Die Kampagnenplattform Campact ist der Platzhirsch unter den zivilgesellschaftlichen Protestbündnissen in Deutschland. Doch eine Recherche der NachDenkSeiten trübt nun das Bild der vermeintlich unabhängig arbeitenden Graswurzel-Organisation.

Meinung von Florian Hauschild.

„Ist Campact zu trauen?“, fragte Albrecht Müller, Herausgeber der NachDenkSeiten, schon vor zwei Wochen und bat seine Leser, diese Frage zusammen mit ihm im Dialog zu beantworten. Immerhin kann die durchaus professionell gemanagte Kampagnenplattform einige beachtliche Erfolge ihr Eigen nennen.

So übernahm Campact für die großen Proteste gegen TTIP und CETA einen guten Teil der Mobilisierungsarbeit. Bis zu einer Million Mitglieder hat die Organisation, viele davon unterstützen die Arbeit des Apparats mit Kleinspenden. Neben dem Widerstand gegen die unbeliebten Freihandelsabkommen TTIP, TiSA und CETA streitet Campact auch für ein Verbot der Gentechnik, für eine Steuer auf Wertpapierspekulationen und gegen Massentierhaltung. Der Erfolg von Campact liegt auch darin begründet, dass die Plattform gekonnt auf Themen setzt, die eine breite Mehrheit der Bevölkerung ohnehin unterstützt.

Gerade zivilgesellschaftlichen Bewegungen und außerparlamentarischen Akteuren kommt im politischen Prozess die ureigene Rolle zu, wichtige, aber bis dahin randständig behandelte Themen überhaupt erst auf die Agenda zu setzen. Eine möglicherweise gesteuerte Protestbewegung hat hingegen die Aufgabe, eben diese Themen im Interesse der Mächtigen aus dem Diskurs zu drängen. Besonders gegenüber den Unterstützern und Mitgliedern an der Basis sind dann oft recht plumpe Manipulationen nötig, um die die Bewegung unter Kontrolle zu halten.

Am 17. September 2016 feierte Campact zusammen mit seinen Bündnispartnern einen weiteren Mobilisierungserfolg. Bundesweit kamen rund 320.000 Menschen in insgesamt sieben Städten zusammen. Ein Jahr zuvor zählte eine zentrale Protestaktion in Berlin 250.000 Demonstranten. Schon damals zeigten die Meinungsmacher des Mainstreams, wie wenig sie vom Protest gegen die Freihandelspolitik eigentlich halten. Nicht nur wurde die Teilnehmerzahl der Veranstaltung in den Presseberichten fast halbiert, auch vor und nach der Demonstration erschienen diffamierende Artikel über die Freihandelsgegner. RT Deutsch regierte mit einer Erwiderung auf eine solche Herabwürdigung durch den B.Z.-Kolumnisten Gunnar Schupelius.

Den Vogel schoss in den Augen vieler Demonstranten jedoch Alexander Neubacher auf Spiegel Online ab. Noch am Tag des Protestes diffamierte dieser das Bündnis als Steigbügelhalter für Rechtspopulisten und natürlich als Hort des Antiamerikanismus. Ein weiterer plumper Versuch der Denunziation seitens der interessengeleiteten Mainstreampresse. Allerdings sind diese als solche nun wirklich nicht schwer zu durchschauen.

Campact hätte auf diese Angriffe unter der Gürtellinie selbstbewusst und entschieden reagieren können und eigentlich müssen. Man entschied sich jedoch für den Weg des vorauseilenden Gehorsams, um den zusammenfantasierten Vorhaltungen eines Schupelius oder Neubachers bloß kein Futter zu liefern. Doch wie es so ist: Wenn man es allen Recht machen will und dabei mit dem Rückgrat einer Qualle agiert, wird man – um ein altes Sprichwort von Franz Josef Strauß zu bemühen – nicht wie gewünscht zu „Everybody’s Darling“, sondern am Ende zu „Everybody’s Depp“. Die fortan implementierten und streng umgesetzten Demonstrationsregeln förderten entsprechend nur den Argwohn bisheriger Unterstützer Campacts, die der Plattform kritisch-solidarisch gegenüberstehen.

Die Bedenken, die Albrecht Müller auf den NachDenkSeiten zunächst formulierte und die mittlerweile von zahlreichen Lesern bestätigt wurden, sind entsprechend als direkte Folge des eigenen Opportunismus der Kampagnenplattform zu sehen.

Was war geschehen? Den Demonstrationen am 17. September 2016 sollte nach den Diffamierungsversuchen im Vorjahr keinesfalls erneut „Rassismus, Rechtspopulismus und Antiamerikanismus“ unterstellt werden. Um dies zu unterstreichen, hat die Organisationsleitung sogar eigens Plakate anfertigen lassen:

Gleichzeitig berichteten zahlreiche Demonstrationsteilnehmer, dass sie von Campact-Ordnern recht rabiat am Tragen eigener Plakate gehindert wurden, die eine gewisse bildliche Zuspitzung zeigten. So könne die Darstellung von Politikern mit Marionetten-Fäden als Hinweis auf ein geschlossenes verschwörungstheoretisches Weltbild gedeutet werden. Klarer Fall für Campact: Teils unter der Androhung, die Polizei einzuschalten, wurden derartige Plakate rigoros entfernt.

Eine weitere Maßnahme der Campact-Führung bekam RT Deutsch selbst zu spüren: Obwohl der Sender seit jeher jede TTIP- und CETA-Demonstration dem interessierten Publikum per Livestream zugänglich macht und über eine traditionell kritische Leserschaft verfügt, lehnte Campact es entschieden ab, unseren Reportern ein Interview zu geben. BILD und auch die New York Times, natürlich auch Der Spiegel und die B.Z. wurden hingegen gerne bedient.

Doch Müllers Kritik richtet sich nicht nur gegen die Medienstrategie Campacts beim Protest gegen die Freihandelsabkommen. Dem NachDenkSeiten-Herausgeber ist außerdem aufgefallen, dass Aktionen der Friedensbewegung, wie etwa die durchaus beachtliche Stopp-Ramstein-Kampagne, konsequent von der Campact-Führung abgeschmettert wurden, sobald diese von Mitgliedern als zu unterstützendes Projekt vorgeschlagen wurde. Steckt auch hinter diesem Vorgehen die Angst, anzuecken? Greift auch hier die Strategie, nur gefällige Themen aufzugreifen, oder folgt Campact sogar einer politischen Agenda, die ganz und gar nicht in das Bild der Graswurzel-Organisation im öffentlichen Interesse passen mag?

Müller wollte mehr wissen und lud seine Leser dazu ein, diese Fragen selbst zu recherchieren. Erhalten hat der einstige Vertraute von Willy Brandt rund 50 Zuschriften, die zusammen ein Dokument von 27 Seiten füllen. Das Bild, das darin von Campact gezeichnet wird, ist alles andere als positiv. Jedoch kommen auch Stimmen zu Wort, die den Kurs der Protestprofis billigen. Zur Medienstrategie der Organisation merkt ein Leser etwa an:

Und wie gesagt wartet man dort doch nur darauf, die ganze Bewegung als „Antiamerikanische Kreml-Propaganda“ darzustellen. Wenn man nun mit RT kommuniziert, schreiben gleich fünf Zeitungen sinngemäß „Die Moskau-Connection der TTIP-Gegner“ und die Bewegung ist für viele nicht sehr politisch interessierte Bürger diskreditiert. Man kann NYT und BILD ja mit gutem Grund schlimm finden, bloß muss man als Kampagnenbetreiber immer wissen, was die potentielle Anhängerschaft denkt.

Die NachDenkSeiten (NDS) kommentieren:

Diese Leute haben eine ganz schöne Schere im Kopf. Erschreckend, wie die Kampagnen der „Qualitätsmedien“ funktionieren. Man tut alles, um nur nicht als „anti-amerikanisch“ zu erscheinen. Man darf Kritik nur innerhalb des von den „Qualitätsmedien“ vorgegebenen Rahmens üben. Wenn wir so handeln würden und alles vermeiden, was das bei den Medien vorgefertigte Bild noch bestätigen könnte, könnten wir mit den NDS gleich aufhören.

In der Tat: Im besten Fall hat bei Campact genau jener Geist das Ruder übernommen, den schon Heinrich Mann in seinem Werk „Der Untertan“ so trefflich beschrieb. Es ist der hässliche Teil der deutschen Tugenden, der sich vor allem aus Duckmäusertum, Rückgratlosigkeit und Obrigkeitsgehorsam zusammensetzt. Für eine Organisation, die sich dem Protest verschrieben hat, wäre dies eine geradezu tragische Entwicklung.

Doch nicht alle Einsendungen kritischer NDS-Leser passen in dieses noch wohlwollende Bild. Besonders mit Blick auf einige Personalien der Protestplattform erhärtet sich der Eindruck, dass es sich bei Campact vielmehr um eine Form der „gesteuerten außerparlamentarischen Opposition“ handelt, wie sie bereits weiter oben kurz angerissen wurde. Träger von Campact ist die „Bewegungsstiftung“. Deren geschäftsführender Leiter Matthias Fiedler betreute von 2000 bis ins Jahr 2012 die „Implemetierung der ’neoliberalen Lehre‘ im gesamten irischen Bildungssystem“, wie ein NDS-Leser schreibt.

In einem früheren Aufsatz beschrieb Fiedler das Ziel seiner damaligen Arbeit wie folgt: Die Schaffung eines „dynamischen, systemisch denkenden, sich wertfrei an den Marktgesetzen orientierenden Weltbürger(s)“. Wertfreie Orientierung an den Marktgesetzen – Fiedler dürfte demnach mit TTIP eigentlich keine großen Probleme haben.

Auch der Campact-Mitarbeiter Yves Venedey, zuständig für Themen-Monitoring & Recherche, lässt wenig Zweifel dabei, auf welcher Seite er in den großen geopolitischen Fragen steht. Ein Campact-Mitglied ließ Venedey mit Blick auf den Ukraine-Konflikt wissen:

„Der neue ukrainische Präsident bemüht sich um eine friedliche Lösung, aber Putin lässt ihn auflaufen und verfolgt weiter seinen neoimperialistischen Kurs.“

Eine Unterstützung der Friedensbewegung durch Campact lehnte Venedey entschieden ab, nicht ohne sich dabei zum transatlantischen Hobby-Agitator aufzuschwingen:

„Befremdlich finde ich auch, wie man einen homophoben Autokraten, der gerade ein Stück von einem Nachbarland völkerrechtswidrig annektiert hat, auch noch bejubeln kann. Eine Friedensbewegung, die diesen Namen verdient, müsste dafür eintreten, dass endlich die Stärke des Rechts an die Stelle des Recht des Stärkeren tritt. Diese Demo war ein peinlicher Tiefpunkt in der Geschichte der Friedensbewegung.“

Dass in Campact-Kreisen – anders als beim Thema Antiamerikanismus – hinsichtlich antirussischer Ressentiments keine nennenswerte Sensibilität ausgeprägt ist, belegen weitere Aussagen aus Mails von Campact an die eigenen Unterstützer. So fielen etwa Äußerungen wie

  • Putins zunehmend aggressive Außenpolitik
  • Putins Russland
  • Mafiastaat
  • von innenpolitischen Problemen ablenken
  • versucht Putin außenpolitisch den starken Mann zu spielen
  • russische Politik in Syrien ist absolute Katastrophe
  • Putin trägt große Mitschuld an dem Blutvergießen
  • Kriegsängste zu schüren
  • berechtigte Sanktionen

Campact selbst wollte diese Aussagen nicht unkommentiert lassen und beteuerte in einem Schreiben an die NachDenkSeiten:

„Dabei sind wir weder anti-amerikanisch noch anti-russisch und nicht anfällig für Propaganda jedweder Seite.“

Gleichzeitig stellte man sich jedoch hinter die Aussagen Venedeys:

„Daher ist das Schreiben unseres Kollegen in seiner Argumentation plausibel und legitim. Wir gestehen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eigene Meinungen zu.“

Letztendlich spielt es keine Rolle, ob grenzenloser Opportunismus oder gar eine verdeckte Agenda das Vorgehen Campacts bestimmt. Eine Organisation, die sich schon beim sachtesten medialen Pusten vorauseilend vor dem Mainstream in den Staub wirft, kann langfristig nur zahnlosen Protest anbieten.

Auch Campact folgt damit dem Ehernen Gesetz der Oligarchie, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts von dem deutsch-italienischen Soziologen Roberto Michels formuliert wurde. In seiner Untersuchung beschrieb Michels die interne Verhärtungstendenz politischer Organisationen und Parteien. Im zeitlichen Verlauf neigen diese dazu, zum Selbstzweck zu verkommen. Die Postenverteilung wird wichtiger als die eigentlichen Ziele.

Im Falle Campacts kann aus einer mobilisierungsstarken Protestplattform schnell ein bloßer Dienstleister und nicht zuletzt auch vor allem auch Arbeitgeber in der durchaus einträglichen Empörungsindustrie werden. Mangelnde Haltung öffnet der Instrumentalisierung der Plattform und externer Steuerung schließlich Tür und Tor.

Die teils durchaus berechtigten Vorbehalte Albrecht Müllers konnte Campact letztlich nicht ausräumen. Dem Fazit des NachDenkSeiten-Herausgebers ist daher wenig hinzuzufügen:

„Dass wir über Hintergründe und seltsame Eigenheiten von Campact informieren, bedeutet nicht, dass wir nicht anerkennen, dass es dort auch sehr sinnvolle Aktionen gab und vermutlich auch noch gibt, und wir wollen selbstverständlich niemanden überreden, dabei nicht mehr mitzumachen. Wir selbst werden nicht mehr verlinken. Aber das ist unsere eigene Entscheidung, die wir niemanden sonst aufzwingen wollen.“

Dieser Artikel erschien am 27.10.2016 bei RT-Deutsch.

Hier der link zum Beitrag von Florian Hauschild: Protestbündnis Campact – Wachsendes Misstrauen gegen die Kampagnenprofis

Fotohinweis: wikimedia.commons.org, Urheber: Bernd Schwabe, Lizenz CC BY-SA 4.0

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

13 Kommentare zu: “Protestbündnis Campact – Wachsendes Misstrauen gegen die Kampagnenprofis

  1. Nach den Massendemonstrationen gegen den 2. Irakkrieg/3. Golfkrieg wurde ganz offensichtlich von den Eliten der Parteien, Medien, Gewerkschaften, Kirchen, Universitäten und der übrigen Institutionen und Organisationen, auch „Friedens-„ und „Menschenrechtsorganisationen“ darauf geachtet, dass keine Grossdemonstrationen gegen die Kriege, die Ausbeutungen und Unterdrückungen durch die USA und seiner Verbündeten und Israel durchgeführt wurden. Dies obwohl sich die Bedrohungslage der Welt, verursacht durch das Imperium USA und seiner unterwürfigen Vasallen und Israel, noch wesentlich verschlechtert hat. Grossdemonstrationen wurden bereits in ihrem Keim erstickt. Grossdemonstrationen sind (heute noch) nur unter Mitbeteiligung grösserer Organisationen möglich. Dass unsere, strikte transatlantisch(proNato), proisraelischen und antirussischen ausgerichteten, Eliten Kritik an der eigenen Politik, der Politik der USA und seiner Vasallen und Israel mit allen Mitteln zu verhindern suchen erleben wir ja mit aller Deutlichkeit.

    Das weitgehende Schweigen (Schweigen = Zustimmen) und lediglich punktuelle Nennen der Verbrechen des US-Imperiums, der westlichen Regierungen und besonders Israels durch unsere „Friedens-„ und „Menschenrechtsorganisationen“ und Kirchen erklärt sich unter anderem wohl mit ihrer Angst vor Verlust an Macht, Geld, lukrativen Ämtern, Autorität, Ansehen und dergleichen mehr. Diana Johnstone beschreibt in „Die Chaos Königin“ deren Verfilzung mit der Politik, den Medien, Oligarchen usw. insbesondere am Beispiel von „Amnesty International“ in den USA.

    Der Vorwurf von Antiamerikanismus, das Verbieten von persönlichen Transparenten und ganz besonders die Antwort auf die Anfrage von Herrn Müller von den „Nachdenkseiten“ sind derart krasse Tatbestände, dass man schon sehr leichtgläubig sein muss, um nicht dahinter letztlich die transatlantische, wohl auch proisraelische, Gesinnung zu erkennen. Da ist der Antisemitismus-Vorwurf auch nicht mehr weit.

    Im Westen gibt es wohl kaum eine Institution oder Organisation die nicht von unserer westlichen Propagandamaschinerie instrumentalisiert wird. Die ist ganz besonders in der Schweiz festzustellen. Gerade deshalb gilt es, gegen sie und die dahinter stehenden Eliten anzukämpfen.
    Grossdemonstrationen sind sehr wichtig und noch wichtiger ist die Information. (Mein grosser Dank gilt den „Nachdenkseiten“)

  2. Nach den Massendemonstrationen gegen den 2. Irakkrieg/3. Golfkrieg wurde ganz offensichtlich von den Eliten der Parteien, Medien, Gewerkschaften, Kirchen, Universitäten und der übrigen Institutionen und Organisationen, auch „Friedens-„ und „Menschenrechtsorganisationen“ darauf geachtet, dass keine Grossdemonstrationen gegen die Kriege, die Ausbeutungen und Unterdrückungen durch die USA und seiner Verbündeten und Israel durchgeführt wurden. Dies obwohl sich die Bedrohungslage der Welt, verursacht durch das Imperium USA und seiner unterwürfigen Vasallen und Israel, noch wesentlich verschlechtert hat. Grossdemonstrationen wurden bereits in ihrem Keim erstickt. Grossdemonstrationen sind (heute noch) nur unter Mitbeteiligung grösserer Organisationen möglich. Dass unsere, strikte transatlantisch(proNato), proisraelischen und antirussischen ausgerichteten, Eliten Kritik an der eigenen Politik, der Politik der USA und seiner Vasallen und Israel mit allen Mitteln zu verhindern suchen, erleben wir ja mit aller Deutlichkeit.

    Das weitgehende Schweigen (Schweigen = Zustimmen) und lediglich punktuelle Nennen der Verbrechen des US-Imperiums, der westlichen Regierungen und besonders Israels durch unsere „Friedens-„ und „Menschenrechtsorganisationen“ und Kirchen erklärt sich unter anderem wohl mit ihrer Angst vor Verlust an Macht, Geld, lukrativen Ämtern, Autorität, Ansehen und dergleichen mehr. Diana Johnstone beschreibt in „Die Chaos Königin“ deren Verfilzung mit der Politik, den Medien, Oligarchen usw. insbesondere am Beispiel von „Amnesty International“ in den USA.

    Der Vorwurf von Antiamerikanismus, das Verbieten von persönlichen Transparenten und ganz besonders die Antwort auf die Anfrage von Herrn Müller von den „Nachdenkseiten“ sind derart krasse Tatbestände, dass man schon sehr leichtgläubig sein muss, um nicht dahinter letztlich die transatlantische, wohl auch proisraelische, Gesinnung zu erkennen. Da ist der Antisemitismus-Vorwurf auch nicht mehr weit.

    Im Westen gibt es wohl kaum eine Institution oder Organisation die nicht von unserer westlichen Propagandamaschinerie instrumentalisiert wird. Die ist ganz besonders in der Schweiz festzustellen. Gerade deshalb gilt es, gegen sie und die dahinter stehenden Eliten anzukämpfen.
    Grossdemonstrationen sind sehr wichtig und noch wichtiger ist die Information (Mein grosser Dank gilt den „Nachdenkseiten“).

  3. Keine Mühen scheuen die Nachdenkseite bietet in diesem Fall gerade eine Plattform für Leser..

    Ist Campact zu trauen? – NDS-Leserinnen und Leser meinen mehrheitlich: nein. Und sie belegen das.

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=35545

    Wenn Erlebtes nicht zählt, was dann?

  4. da ich grundsätzlich sehr kritisch und immer wieder hinterfragend den Sachen gegenüber stehe (insbesondere den, an denen ich selbst teilnehme), habe ich diesen Artikel sehr aufmerksam gelesen, um eventuelle pro und kontra darauszufiltern. Ich fand aber die Kritik nicht sachlich genug und den Artikel insgesamt ziemlich polemisch. Die gesamte Kritik basiert auf Annahmen des Autors und Meinungen der Mitglieder – etwas zu dünn.
    Als Campact-Mitglied kann ich sagen, dass mir die Möglichkeit gegeben wird an den Aktionen, die ich persönlich für wichtig erachte, zu beteiligen – die Wahl und die Entscheidung sind dabei mir überlassen.
    Außerdem, kann ich meine Eigene Petition starten, falls ich andere Themen ins Gespräch und zur Abstimmung bringen möchte. Campact hat eigene Profilierung, was ich eher als Vorteil ansehe. Ich finde es fraglich, eine Bewegung dafür zu kritisieren was sie NICHT macht. Es wäre auch verdächtig, wenn alle Bürgerbewegungen immer alles im Gleichschritt mitmachen würden… oder?
    Für mich gab es also noch keine begründeten Ansätze, wo ich anschließen könnte.
    Dennoch, begrüße ich den Versuch auch Campact „unter die Lupe“ zu nehmen – denn je erfolgreiche und mächtige eine Bewegung wird, desto gefährlicher wird deren mögliche Instrumentalisierung.
    Achtsamkeit und Fakten sind dabei gefragt – nicht um den heißen Brei reden – Recherchen, Quellen, Fakten.
    Danke

    • Die AFD ist das Produkt von CDU und FDP.
      Zu behaupten, dass sie eine „Tochter der SPD“ sei, ist reiner Unfug und ich frage mich, was so eine Bemerkung bezwecken soll.
      Dass der fette Januskopf, Hochverräter und Merkel-Jünger Gabriel eine Menge Genossen auch zur AFD scheucht, dürfte hingegen unzweifelhaft sein. In welchem Maße das bislang so war lässt sich ja an den mehr oder minder gefälschten Wahlstatistiken nachverfolgen.

      „Liberal-konservativ“ war das Motto. Lucke wollte raus aus dem Euro.

      Und der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem sie kroch — „Mutti“ Merkel gibt bis zum Verrecken Vollgas!

  5. ..es ist schon sehr wahrscheinlich, dass Campact mittlerweile unterwandert ist. Einige Themen bei denen ein großer Teil der Menschen mobilisiert werden kann fangen das „Protestpotential“ und binden es. Die eigentlich wirklich wichtigen Themen werden dabei bewusst weggelassen (NATO-Angriffskriege, Drohnen, Geldsystem und Konsorten).
    Themen die real den sog. „Eliten“ gefährlich werden können…
    Man muss schon sehr wach sein heute…

  6. In Mecklenburg wollte einer Innenminister werden. Auf der AfD Webseite klickte er wohl auf einem Gefällt mir Button. Seine Karriere in der CDU fand ein jähes Ende. Jetzt kämpft er um noch als Staatsanwalt arbeiten zu dürfen, was er war.

  7. Bin selber Campact Mitglied und Förderer, sehe bislang (noch) keinen Grund das zu ändern, war bisher mit deren thematischen Fokussierungen zufrieden, und habe deswegen an möglichst vielen Kampagnen, Veranstaltungen und Protesten beteiligt.

    Das gegenwärtig wichtigste gesellschaftliche Thema für mich ist aber der Kampf und die Mobilisierung gegen die vollkommen geisteskranke Kriegstreiberei dieser Bundesregierung (inklusive der befremdlich ausufernden russophoben Hetze in den öffentlich-rechtlichen Medien) und gegen die steigende Milititarisierung der Gesellschaft (die ebenfalls diese Horror-Regierung zu verantworten hat) die Europa unweigerlich irgendwann zum Gefechtsfeld werden lässt.

    Aber das Thema Protest, bzw. eine Kampagne GEGEN das ganze fremdgesteuerte Putin-Bashing, die antirussische Kriegspropaganda und die Russland-Provokationen, die vor allem von ihrer Gallionsfigur, der cDU-Kriegskanzlerin im Kampfanzug, auf höchster Ebene betrieben wird, und Deutschland von ihr womöglich in einen Krieg hineingezogen wird (und die jetzt schon mit aller Böswilligkeit einen hochgradig europafeindlichen Keil in die deutsch-russischen Interessen treibt), ist bei Campact tatsächlich nicht ansatzweise zu finden.

    Dieses Thema ist aber schon lange tausendmal wichtiger, als z. B. den Druck gegen die verpeilte Erbschaftssteuer zu machen.

    Scheinbar trauen sich das all die vielen hoch gebildeten und studierten Macher bei Campact aber nicht.
    Sie haben wohl Schiss.
    Oder „dürfen“ sie etwa nicht?
    Dass sie die Wichtigkeit dieses Themas verkennen, ist ausgeschlossen.

    Obwohl sie in den Medien leider schon mehr als schlecht gelitten sind (keine oder negative Berichterstattung über Arbeit und Erfolge; selbst die Grünen machen sich noch nicht einmal stark für sie, auch wenn man bisweilen einzelne grüne Flecken in den Demos erkennen kann), so fragt man sich letztlich doch, ob es nur der kalte Angstschweiß vor dem ganzen üblen MSM-Dreck und den nicht minder schlimm agierenden ÖR-Medien ist, oder nicht andere Motive.

    Okay, Zwischengedanke, zu welchem verantwortlichen „Volksvertreter“ sollten sie überhaupt gehen, um z. B. vier Millionen Unterschriften für Freundschaft und Frieden mit Russland oder einen NATO-Austritt PR-wirksam zu übergeben? Dieses Thema ist auch nicht leicht zu fokussieren. Und die ganze verfluchte feige Kriegstreibermafia in Berlin ist eh nirgends mehr zu packen, die niederträchtige US-Marionette Merkel schon mal gar nicht.

    Campact bezeichnet sich als progressiv, ist also politisch (und soweit ich weiß auch personell) eher links verortet. Warum nun ausgerechnet das absolute linke Kardinalsthema, nämlich der Frieden, dort keinen Einzug findet — das MUSS nachdenklich stimmen.

    Ob sie das – zugegeben – heiße Thema evtl. lieber denjenigen überlassen, die sie zum Start eigener Kampagnen und Petitionen auf WeAct anregen? Das wäre ja praktisch(es) Outsourcing.

    VIELES LÄSST SEHR, SEHR, SEHR TIEF IN DAS CAMPACT SELBSTVERSTÄNDNIS ZUM THEMA PROTEST, WIDERSTAND UND KORREKTIV BLICKEN.

    Da hat Herr Müller schon ABSOLUT Recht.

    Und wie dringend notwendig ein rasch wachsender und entschlossener, innereuropäischer Widerstand gegen die ganzen transatlantischen Kriegstreibereien ist, muss wohl niemandem mehr, der noch einen Funken Verstand und Anstand besitzt, erklärt werden!

    Warum verschließen sie sich also bisher ausgerechnet gegenüber diesem Thema?

  8. Es ist erschreckend, wie doch so ein primitiver Kniff wie der mit dieser Rechts-Links-Schere überall immer noch verheerend gut funktioniert! Es hilft alles nichts, außer der Rückbesinnung jedes einzelnen Menschen auf das, was für ihn ganz persönlich einen echten Lebenswert darstellt. Und dafür muss dann konsequent und mutig eingestanden werden! Nicht dranhängen an diese oder jene Masse Mensch! Ich bin jetzt auch schon lange dafür, endlich diesen Rechts-Links- Begriff abzuschaffen, weil er sich überlebt hat und nur immer wieder manipulativ missbraucht wird, anstatt Klarheit zu schaffen! Besser finde ich Parolen wie „Gewaltfreiheit“, „Aufrichtigkeit“, „Gleichheitlichkeit“ und „Ganzheitlichkei“. One World.

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