Rainer Mausfeld über Anarchismus, Wikileaks, Prinzipien der Demokratie & die Rolle der Wirtschaft

Ein Beitrag von acTVism Munich.

In diesem exklusiven Interview sprechen wir mit Rainer Mausfeld, Professor an der Universität Kiel, der bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für für Wahrnehmungs- und Kognitionsforschung inne hatte und Autor des Buches „Warum schweigen die Lämmer“ ist. In Teil 1 des Interviews sprechen wir über seinen Werdegang und darüber, wie sich seine Ansichten und Ideen über die Zeit entwickelt haben. Wir nehmen auch den Begriff Anarchismus genauer unter die Lupe, betrachten seinen historischen Kontext und was man heute darunter verstehen sollte. Daneben sprechen wir über das Verständnis von Demokratie, was die Grundvoraussetzungen dafür sind und wie Wirtschaft in einer Demokratie aussehen sollte. Schließlich reden wir auch über die Rolle der Medien und des Finanzsektors in unserer Gesellschaft und was der Fall Julian Assange & Wikileaks für unsere Demokratie bedeutet. Teil 2 dieses Interviews folgt bald! Spenden Sie heute, um unsere Postproduktion zu unterstützen!

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Dieser Beitrag erschien am 13.05.2019 bei acTVism.org

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3 Kommentare zu: “Rainer Mausfeld über Anarchismus, Wikileaks, Prinzipien der Demokratie & die Rolle der Wirtschaft

  1. Bei uns in Österreich gab es bei der letzten Nationalratswahl eine Partei namens Gilt, welche eine neue Form der direkten Demokratie (offene Demokratie) ausgearbeitet hat. Dies wird mit so genannten Bürgerparlamenten umgesetzt. Am besten erklärt es dieses kurze Video: https://youtu.be/9Qk4OAPv088 oder auf gilt.at
    Ich hätte das gerne einmal ausprobiert, aber leider haben Sie nur 1% geschafft.
    Aber wir haben im September wieder Neuwahlen.

  2. Ein sehr gutes Interview. Prof. Rainer Maus hat seinen Titel wirklich verdient.

    Die Demokratie ist ein schwieriges und großes Feld. Als Staatsform kann ich mir kein besseres Modell vorstellen, denn eine gut funktionierende Demokratie könnte Veränderungsprozesse hervorbringen. Dies reicht nach meiner Ansicht nicht aus, da im „lebendigen Organismus noch andere Faktoren eine Rolle spielen.

    Grobe und skizenhafte Dastellung des Plan B (Wissenschaftsmanufaktur) im Sinne einer sozialen Dreigliederung:

    Die Demokratie gehört zu den Rechtsfragen, wie auch die Geldordnung und birgt den Grundsatz der Gleichheit in sich, während die Wirtschaft im Bewusstseinszentrum die Geschwisterlichkeit, d.h. die Lage und Situation des Anderen zu verstehen. Hierfür bedarf es eine Organisatzunsform, z.B. eine Assoziationform des Austausches zwischen Rohstoffwirtschaft, Landwirtschaft, Hersteller, Handel und Bedarfgemeinschaft. Um dies zu gewährleisten müsste Bildung, Wissenschaft und Medien frei sein, ohne in Existenzbeugehaft zu geraten. Das könnte dadurch geschehen, dass ein Teil des erwirtschaften Kapitals durch Entwertung in diese Bereiche fließt und nur dort wieder als Wert erblühen kann.

    Ein anderes schwieriges Kapitel ist die Frage nach Grund und Boden. Es müsste Gemeinschaftseigentum sein, die Nutzungsrechte vergibt. Die Nutzer müssten von der Gemeinschaft erwünscht sein und je nach dem ob es für den Eigenbedarf (wohnen), für Gemeinschaftszwecke (z.B. Schule, Kindergarten) oder auch für Produktion etc. verwendet wird, müssten unterschiedliche Grundabgaben an die Gemeinde gezahlt werden. Die Gemeinde legt individuell die Grundsteuer fest. Der Kaufpreis ist ein einmaliger Preis für das Nutzungsrecht, da das Grundstück für viele Jahre der Gemeinde verloren geht. Eine Vererbung ist nur durch weitere Nutzung im Sinne der Gemeinschaft möglich.

    Eine differenzierte Ausgestaltung lässt sich nicht als fertiges Modell konzipieren, sondern unterliegt einer prozessorientierten Entwicklung. Die Dinge müssen von Innen heraus verstanden werden, aber das Fundament dazu könnte heute schon geschaffen werden. Dazu gehört mit Sicherheit eine Direkte Demokratie.

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