KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld („Warum schweigen die Lämmer?“)

Dass Professor Rainer Mausfeld es im Alter von 68 Jahren mit seinen Vorträgen noch zu einem Millionenpublikum bringen würde, hätte er selbst vermutlich als Letzter vermutet. Doch ganz offensichtlich trifft er mit seinen Inhalten, verbildlicht durch die inzwischen weitläufig bekannte politische Metapher der „schweigenden Lämmer“, den Nerv der Zeit. Es ist, als hätten wir jahrelang eine dunkle Vermutung gehegt und endlich spricht sie einmal jemand aus – Unsere Demokratie ist bei weitem nicht so demokratisch, wie sie uns verkauft wird.

Nun ist der Kaiser also nackt. Dennoch hält sich die gesellschaftliche Empörung in Grenzen. Wie lässt sich das erklären? Professor Mausfeld ist überzeugt: Es liegt an der Beschaffenheit des Kaisers, der nicht mehr in schicker, feudaler Tenue, sondern in Form unpersönlicher, intransparenter und abstrakter Machtstrukturen daherkommt. Genannte Strukturen, man kann sie auch als Elitenetzwerke bezeichnen, bedienen sich des Begriffes der Demokratie, weil er sich für sie als ideale Revolutionsprophylaxe in Zeiten zunehmend feudal anmutender sozialer Ungleichheit herausgestellt hat. Da diese Verschleierungstaktik, bei der ideologisch aufgeladene Begriffe inhaltlich in ihr Gegenteil verkehrt werden, sich zu Indoktrinationszwecken als besonders effektiv erwiesen hat, kommt sie auch in aller Regelmäßigkeit zur Anwendung. So z.B. bei Wörtern wie „Globalisierung“ oder „freie Märkte“, welche der desorientierten Bevölkerung als naturgegebene Phänomene verkauft werden, um über das in ihrer neoliberalen Interpretation verankerte Recht des Stärkeren hinwegzutäuschen.

Hieraus ergibt sich die Aufgabe, die Kluft zwischen dem vorgegaukeltem und dem eigentlichen Wortsinn, zwischen PR und Realität, zu überwinden, mit dem Ziel sich dabei Schritt für Schritt an das Ideal demokratischer Verhältnisse im Sinne der Aufklärung anzunähern. Dafür bedarf es nicht nur der intellektuellen Bewaffnung und Bewusstwerdung über die subtilen Techniken der Meinungskontrolle des Einzelnen, sondern vor allem auch des Eingeständnisses, dass man einem gigantischen Betrug aufgesessen ist.

Professor Mausfelds Buch „Warum schweigen die Lämmer?“, welches die Inhalte des beliebten gleichnamigen Vortrages weiter vertieft, kann diesen kollektiven Aufwachprozess mit anschieben. Ins Handeln kommen müssen wir dann aber schon selber.

Inhaltsübersicht:

0:04:56 Der Kaiser ist nackt – wir wissen es alle

0:13:15 Der „Feind“ ist abstrakt

0:21:50 Aber wir haben doch eine Demokratie…

0:31:16 Wie wichtig ist Repräsentation in einer Demokratie?

0:40:43 Meinungsmanagement

0:57:29 Definition von Links und Rechts: ein „Haufen Spaghetti“

1:03:02 Chemnitz aktuell – Ablenken von den wahren Problemen

1:13:25 Programme zur Angst-Induktion

1:20:37 Für das Warten auf bessere Zeiten ist keine Zeit

1:34:08 Feedback aus der Bevölkerung

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61 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld („Warum schweigen die Lämmer?“)

  1. Weltkulturerbe ist das Buch
    Nun müsste das Buch „Das Blöcken der Lämmer „ folgen, mit konkreten Handlungsmöglichkeiten.
    z. B. Ich überlege mir erst mal was ich brauch, dann schreibe ich es auf, dann rechne ich mir aus wieviel Geld ich benötige und erst dann arbeite ich x Stunden dafür
    —das stellt unser Denken und Handeln auf den Kopf— brandgefählich

    • Eine praktische Methode (von Vera Birkenbihl)
      Man schafft sich täglich ein Zeitraum den man erst mal leer lässt
      Erst wenn man sich daran konsequent gewöhnt hat
      Dann füllt man diese Zeitspanne mit neuen Ideen und setzt diese um.
      Mal sehen wer das schafft!

  2. I.Ahold:Habe am Samstag bei MMnews Fakten zum Zustand der USA eingestellt,heute Sonntag Artikel verschwunden(Arbeitslosigkeit bei ca.20% statt offiziell 4%,fast 50 Millionen sind auf Lebensmittelkarten angewiesen)im Mainstream komplett verschwiegen.Die Zensur ist längst Realität!

    • Ich mache Milliardäre ja für vieles verantwortlich, aber eines muss man ihm lassen, dem einzigen Quandt der sich vor die Kamera traute. Er hat damals wirklich noch nicht gelebt. Ich selbst würde mir an seiner Stelle auch keine Schuld geben, und möglicherweise auch nicht zu genau nachdenken wollen über die Sünden meiner Vorfahren.
      Was bei dem Reichtum gegen eine Entschädigung der Leute spricht ist natürlich nicht verständlich. Eigentlich müsste man sich doch drüber freuen so für die Vorfahren was gut machen zu können, und wahrscheinlich würde es nicht groß auffallen, und wäre noch steuerlich absetzbar.
      Unterm Strich kam er für mich nicht empathisch, aber doch irgendwie menschlich rüber. Und immerhin, ein Gespräch war möglich, und würde man häufiger miteinander reden können…

      Aber warum bitte lief sowas jetzt auf dem NDR? Soll damit nachgeholfen werden dahingehend, dass auch wir uns schuldig fühlen müssen? Eigentlich keine Lust mehr auf dieses Thema, aber war jetzt der einzige Grund der mir einfiel.

  3. Von Schafen, Fröschen, Regierungen und dem Pöbel (Populismus)

    „Und auf vorgeschriebenen Bahnen / zieht die Menge durch die Flur; / den entrollten Lügenfahnen / folgen alle! – Schafsnatur!“ (Goethe)

    „Ein großer Teich war zugefroren. / Die Fröschlein, in der Tiefe verloren. / durften nicht ferner quaken noch springen, / versprachen sich aber, im halben Traum: / Fänden sie nur da oben Raum, / wie Nachtigallen wollten sie singen. / Der Tauwind kam, das Eis zerschmolz, / nun ruderten sie und landeten stolz / und saßen am Ufer weit und breit / und quakten wie von alter Zeit.“ (Goethe)

    „Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.“ (Goethe)

    „Sage, tun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen. / Sieh nur, wie ungeschickt, wild, sieh nur, wie dumm er sich zeigt!“ / Ungeschickt scheint er und dumm, weil ihr ihn eben betrüget. / Seid nur redlich, und er, glaubt mir, ist redlich und klug. (Goethe)

    „Auch war ich vollkommen überzeugt, daß irgendeine große Revolution nie Schuld des Volkes ist, sondern der Regierung. Revolutionen sind ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend gerecht und fortwährend wach sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Verbesserungen entgegenkommen.“ (Goethe)

    • Danke für die Goethe-Gedichte – in welchem Zyklus findet man die?

      Ich habe den Rhythmus von meinem Gedicht etwas verbessert:

      Deutsch im Jahr 2018

      Sie lockten dich mit hohem Preis
      Und führten dich aufs glatte Eis.
      Sie kommen her, erwerben Land
      mit dicken Scheinen in der Hand.

      Seit mehr als siebzig Jahrn entmündigt,
      auch wenn man Freiheit dir verkündigt.
      Dreist fordern sie, dein Leben
      für ihre Schlacht zu geben.

      Die einstige Kultur zerstört,
      darfst nicht mehr sagen, was dir ghört.
      Was einst geleuchtet, ist vergangen.
      Ward je ein Volk so lang gefangen?

      Angelika Eberl

    • Zitate beim Lesen (über die Jahre) auf Papier notiert – dann in den PC – eben dorthin, wo alles heute landet.

      Wo alles heute landet… mein Anknüpfungspunkt zu Ihrem Gedicht.
      Das Glatteis, auf das wir uns locken liessen, das ist die Technologie, die das Versprechen einzulösen schien, uns die Erde untertan und uns frei zu machen. Das Mittel wurde zum Zweck gemacht; Natur, Kultur und uns darin zu Gefangenen: Mittel mit angehängtem Zweck.
      „Macht euch die Erde untertan“: der Zweck; der Mensch und die Technologie: die Mittel. Macht über Zweck und Mittel dürfen nicht in den Händen einer Minderheit sein. Mitteln dürfen nicht willkürlich „gute Zwecke“ angehängt werden.

      Günther Anders, 1956:

      „Der Glaube, dass es Stücke unserer Welt gebe, die nichts als ‚Mittel‘ – seien, denen ad lib. ‚gute Zwecke‘ – angehängt werden können, ist reine Illusion. Die Einrichtungen selbst sind Fakten; und zwar solche, die uns prägen. Und diese Tatsache, dass sie uns, gleich welchem Zwecke wir sie dienstbar machen, prägen, wird nicht dadurch, dass wir sie verbal zu ‚Mitteln‘ – degradieren, aus der Welt geschafft. In der Tat hat die grobe Zerspaltung unseres Lebens in ‚Mittel‘ – und ‚Zwecke‘, wie sie in diesem Argument vollzogen wird, mit der Wirklichkeit nichts zu tun. Unser von Technik erfülltes Dasein zerfällt nicht in einzelne, säuberlich gegeneinander abgegrenzte, Wegstücke, von denen sich die einen durch das Straßenschild ‚Mittel‘, die anderen durch das ‚Zwecke‘ – ausweisen. Legitim ist diese Aufteilung nur bei Einzelhandlungen und isolierten maschinellen Prozeduren. Dort, wo es ums ‚Ganze‘ – geht, in der Politik oder in der Philosophie, nicht.“

  4. [Deutsch] im Jahr 2018

    Sie lockten dich mit hohem Preis
    und führten dich aufs glatte Eis.
    Sie kommen nun und kaufn dein Land
    mit dicken Scheinen in der Hand.

    Seit mehr als siebzig Jahrn entmündigt,
    auch wenn man Freiheit dir verdkündigt.
    Dreist fordern sie, dein Leben
    für ihre Schlachten zu geben.

    Die frühere Kultur zerstört.
    Darfst nimmer sagn, zu wem du ghörst.
    Was einst geleuchtet, ist vergangen.
    Ward je ein Volk so lang gefangen?

    Angelika Eberl

    • Ach? Darum ist Ihr Kommentar so ungemein tiefschürfend und strotzt geradezu von politisch denkender Brillianz?!
      Sie sind doch der „REDteamleader“, geben sich selbst diesen Namen… also… „leaden“ Sie mal oder ist da nicht mehr als der sich selbst verpasste „SuperheldenNickName“?
      Der naive Kinderglaube allein schon, dass sich Ken Jebsen jeden einzelnen Kommentar auf dieser Seite durchliest spricht schon Bände.

  5. Ich finde es mittlerweile schwer, etwas zu kritisieren.

    Das liegt daran, dass meine Sichtweise Herrn Prof. Mausfeld als eigenen Menschen mit eigenen Ansichten sieht.

    Klar könnte ich jetzt sagen, wie manche schon geschrieben haben “ Ich kann es nicht mehr hören, was dort im Gespräch gesagt wurde“, aber die grundsätzliche Arbeit beginnt bei jedem selbst.

    Es ist eben immer ein Gespräch zwischen Herrn Jebsen und einem Gesprächsgast.

    Selten gibt es einen Gesprächspartner, der den nächsten Schritt im Kopf hat und direkt die Zuschauer anspricht.

    So bleibt es immerhin ein gutes, individuelles Gespräch mit Herrn Mausfeld und Herrn Jebsen.

    Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

    • @Kodohama

      Spaltung hier und da – ein Phänomen das uns das ganze Leben begleitet.

      Jede Spaltung, jeder Bruch erzeugt eine Wunde die es zu heilen gillt. (-> Joseph Beuys) .Dies geschieht nur durch Beewusstwerdung über die Notwendigkeit für das was fehlt und ersetzt werden muss.
      Um eine Spaltung, einen Riss oder Bruch zu überwinden, sollte die Situation von allen Seiten verstanden werden. Hier findet die eigentliche Berührung mit sich selbst statt. Den mündigen Bürger muss jeder für sich selbst erarbeiten.

      Jeder wünscht sich gerne ein Feinbild, sei es die Reichen, Politiker etc., der Tag hätte eine klare Ausrichtung und unsere eigene innere Arbeit könnte vernachlässigt werden. Diese Suche nach „Schein“Entlastung ist eine Form der Abhängigkeit.

      Das Schweigen der Lämmer ist eine Ohnmachtsgefühl, die nur durch das Denken über Möglichkeiten zur Positionierung und letztendlich zum Handeln eines freien Menschen führt.

  6. Ich denke, es gibt eine Lösung.
    Und die liegt darin, dass wir uns an die eigene Nase fassen. So oft, wie ich mir in letzter Zeit daran gefasst habe, tut sie mir schon ein wenig weh. Denn meistens sind es Ausreden, wenn man mal ehrlich mit sich selbst ist, die man hat, um sich ein wenig im Opfer- und Ohnmächtigsein bestätigt zu wissen.

    Klar, haben wir nicht entschieden, dass nur die geraden Gurken in die Pakete für den Supermarkt kommen und wir haben auch nicht den Befehl gegeben, dass die Luftwaffe in Syrien „Einsätze“ fliegt.

    Aber,

    – wir haben uns entschieden die Regeln des „Systems“ selbst anzuwenden und es damit zu bestätigen und selbst zu betreiben.
    – wir haben uns entschieden mit dem Auto zum Supermarkt zu fahren, statt zu Fuß zum letzten Tante-Emma-Laden im Ort zu gehen.
    – wir haben uns entschieden, den Kasten mit den leichteren PET-Flaschen zu kaufen statt den mit den Glasflaschen.
    – wir haben uns entschieden das dritte Handy anzuschaffen, damit man up-to-date ist, statt den Leuten beim Kommunizieren ins Gesicht zu schauen.
    – wir haben uns entschieden etwas vom anderen zu erwarten, wenn wir etwas geben.
    – wir haben uns entschieden den Fehler bei einem anderen zu suchen, anstatt bei uns selbst anzufangen.

    Und nun würde ich gerne mal festhalten, dass man nur sich selbst verändern kann.

    Ich kann den anderen nicht vorschreiben, was sie denken sollen.
    Ich kann das Verhalten der anderen nicht verändern.

    Aber ich kann mein Denken beobachten und ggf. verändern und ich kann damit mein Handeln beeinflussen und auch verändern. Und durch mein Handeln kann ich andere inspirieren selbst ins Handeln zu kommen.

    Wir motzen alle (zu recht) über die vielen Dinge rum. Aber wir entscheiden uns, vielleicht aus Mangel an Möglichkeiten oder aufgrund von Ausreden, dafür zu meckern anstatt selbst etwas in die Hand zu nehmen.

    Sicherlich kann man den Jebsens, Mausfelds, Nachdenkseitens und wie sie alle heißen mögen vorwerfen, dass sie sich zu Tode analysieren, wie hier in den Kommentaren schon geschehen. Vielleicht könnte man sich aber auch auf den Weg machen selbst mal was zu reißen. Einfach mal anfangen.

    Nicht missionieren, sondern vormachen!

    Ich war und bin zum Teil selbst noch so. Die Misstände aufzeigen und sich darüber empören. Ich stelle mir selbst dann jedesmal die Fragen: „Was machst Du eigentlich?“

    Fang doch selbst mal an!

    Das Ohnmachtsgefühl ist scheinbar so stark und die Einbindung in den beruflichen vielleicht zudem noch familiären Alltag so groß, dass man einfach keine Kraft auch noch dafür aufbringen kann oder möchte. Es ist ja auch bequemer abends bei nem Gläschen Wein oder Bier einfach nur zu konsumieren, was andere so erarbeitet haben anstatt mal selber aus dem Quark zu kommen. Und rummeckern über die anderen bringt schon Erschöpfung genug, wie soll man da noch was auf die Beine stellen.

    Ausreden gibt es genug.
    Seid daher erstmal bei Euch selbst. Erkennt Eure eigenen Ausreden fürs Selbst-Nicht-Handeln. Wenn ihr da ein Stück weiter kommt, dann ist der Grundstein gelegt für etwas größeres.

    Und ich glaube eine kritische Masse, die etwas bewegen möchte und bereit ist, dafür etwas zu tun und auch Dinge dafür aufzugeben, die ist schon längst überschritten. Wir sitzen nur alle da und warten auf den Messias, der Vorangeht und uns zeigt, was wir tun können.

    Die Analysen des Interviews gehen darauf ein, wie man scheinbar von langer Hand geplant hat, uns alle in Schach zu halten. Jetzt können wir viel dahinter kommen, welche Mittel von „denen“ eingesetzt werden, und fragen uns dabei nicht, welche Mittel wir selbst jeden Tag einsetzen, um das Ganze am Leben zu halten.

    Wir alle gehen uns jeden Tag gegenseitig damit auf den Sack, immer etwas vom anderen zu erwarten, damit wir etwas geben können. Stellt Euch mal vor, wir würden dieses einfache und zugleich auch mächtige Prinzip einfach mal aufheben. Nur mal als Gedankenexperiment…

    Nicht mehr Tauschen. Sondern beitragen.
    Warum? Weil wir es können!

    Wer schreibt den mir und meinen Mitmenschen in unserer Stadt vor, wie wir unser Zusammenleben organisieren?

    Was wäre dann möglich??? Vielleicht alles?

    Ihr fragt Euch wie? Indem einer oder einige einfach anfangen! Wer soll Euch denn aufhalten?

    So etwas kann man nur mit Gewalt aufhalten oder sehe ich das falsch?
    Würde man versuchen das mit Gewalt niederzuschlagen, dann würden sich unsere Machteliten ja in eine Reihe stellen mit denen, die sie ja so streng verurteilen, oder etwa nicht? Wenn hier im Land Gewalt gegen das eigene Volk eingesetzt würde, dann wären unsere Machteliten nach ihrem Verständnis doch gleichwertig mit Hussein, Assad, Gaddafi usw.

    Und, ich meine physische Gewalt. Keine Gewalt in Form von Kontosperren o.ä.

    Ich bin der Ansicht, dass dieser Stein ins Rollen gebracht werden kann. Und wer jetzt meckern will und sagt, „Das wird eh nicht klappen!“, der hat eben wieder nur Ausreden. Ob es klappen kann, werden wir ohnehin erst wissen, wenn wir es ausprobiert haben.

    Gegenseitig bedingungslos helfen ist für mich die Lösung. Und das auch dann, wenn es mal knirscht oder erstmal nicht so gut läuft. Es wird sich auszahlen.

    Also, befreit Euch von Euren Ausreden die Euch im Nicht-Handeln halten.
    Hört auf zu meckern, denn das ändert rein garnichts.
    Organisiert Euch lokal in Gruppen und erkennt was es bedeutet nicht alleine zu sein.
    Schmeißt nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn es mal nicht oder auch länger mal nicht funktioniert – habt Geduld mit Euch und den anderen!

    Wir sind die vielen!!!

    Bleibt friedlich…

    Ich

    • Zumindest Assad und Gaddafi, dessen Sozialpolitik für die Welt vorbildlich war, haben, bzw. setzen nicht mehr Gewalt gegen das eigene Volk ein, als die USA oder Deutschland. Sie sind da den Lügen der Mainstream- Medien aufgesessen.
      Vorteilhaft, vielleicht nicht notwendig, wäre es, sich erstmal ehrlich zu machen. Das erleichtert die Kommunikation.
      Nicht alle sind Führerfiguren wie Merkel, die, nach Kohl, dem Volker Rühe sagte: „Ich werde Parteivorsitzende“, es auch wurde und später Kanzlerin. Hätte Oliver Kahn im Bundestag gesessen, hätte er Rühe und Merz zugerufen, „Eier braucht ihr, Eier“. Merkel hatte die.

      Aber zum Thema: Wie kriegen wir die Strukturen gebacken, die wirkliche Mitsprache Jedermanns zulassen? Mit Hilfe des Computers müsste das doch möglich sein, ein sicheres Abstimmungsverfahren zu erstellen. Das Thema wird totgeschwiegen.
      Und die „Macher“ im Netz schweigen leider mit. Wie der „Staatsterror, ein Tabuthema.

    • @Hans Dampf: bleiben Sie doch bitte bei sich selbst!
      Wer hat Ihnen gesagt, dass ich die Reglen des Systems anwende und nicht schon lange einen System/Steuer/GEZ Boykott betreibe?
      Wer hat Ihnen gesagt dass ich überhaupt in einen Supermarkt gehe? (gehört nicht zu meinen Lebensgewohnheiten, dort gibt es in der Haupsache Dreck)
      Warum denken Sie, dass ich Wasser aus PET-Flaschen trinke?! Freiwillig?!?! Ich trinke Quellwasser oder Wasser aus der Leitung. Ihnen wünsche ich viel Freude mit ihrem (schönen, leichten) PET-Flaschen Wasser und gehen Sie mal klar davon aus, dass das was Sie da in sich hineintrinken ziemlicher chemisch verseuchter Dreck ist, (wird aber vom System billigend in Kauf genommen, sorgt es doch für viele einträgliche Krankheiten und evtl. für gemindertes Denk- und Entscheidungsvermögen)? Wasser aus PET-Flaschen? Nein Danke. Und übrigens es giebt Umkehrosmose-Filter, mit einer angeschlossenen Belebung des Wassers erhalten Sie reinstes Quellwasserähnliches Premiumwasser. Kostet übrigens nicht mehr als der PET-Flaschen-Dreck…
      Wer hat ihnen gesagt dass ich das dritte Handy habe?! Ich habe immer noch mein erstes (SmartePhone) und es reicht mir.
      Ich lebe insgesamt recht gut von all den Dingen die für den „durchschnittlichen“ Deutschen nicht mehr gut bzw. Müll sind und auch so behandelt werden. Dabei sind diese Dinge wesentlich besser als das was sich diese Menschen neu kaufen, Sie erkennen es einfach nicht mehr… (Völlig verdreht, völlig verballert).
      Das liegt wohl daran, dass die Masse von Werbung und Medien zugeballert ist. Ich hatte noch nie im Leben einen Fernseher, bei Werbung wird das evtl. in der Nähe laufende Radio sofort abgestellt. So mache ich das schon Jahrzehnte…
      Ich bin Minimalist, jedes Ding was ich mir anschaffe ist wohlüberlegt und normalerweise kaufe ich das dann gebraucht und vorzugsweise antik. Meine Nähmaschine ist eine der ersten Singer Elektronähmaschinen (50er Jahre). Vollmetall in Grau, die läuft und meine Tochter kann sie noch an ihre Tochter weitervererben (das war mal eine Ökobilanz… deutsche Wertarbeit…
      Meine Musikanlage ist eine Pioneer, blaue Serie (70er) Vollmetall, wenn ein Bauteil defekt ist (was nach 50 Jahren noch nie der Fall war) wird es ausgewechselt. Die Boxen sind Canton (gehobene Mittelklasse, fast schon das Beste was sich ein Normalsterblicher besorgen kann). Die Anlage hat mich knapp 150€ gekostet und steht da wie neu…
      Ich schüttel immer nur den Kopf wie sich Menschen verarschen lassen und sie sich freiwillig (neue) Dinge kaufen die nach 9 Monaten defekt sind (den Kassenzettel haben Sie eh meißt nicht mehr).
      Das kann man über jegliches meterielle Ding stellen, Möbel, alle Vollholz, antik, schön, kein Pressspan Ikea-Dreck.
      Kaum Dinge aus Plastik usw…
      Leider werden heutzutage auch keine schönen Dinge mehr hergestellt, die Ästetik ist verloren gegangen (auf Kosten von möglichst schnell und billig)…
      Ist ein Ding dann mal ästhetisch und nachhaltik, kostet es ein Vermögen (Manufaktum zB)…
      Ach und übrigens, mein Hygeneartikel ist eine Alepposeife. Damit wasche ich meine Haare, meinen Körper, meine Hände.
      Dann gibt es noch ein Wasch- und ein Spülmittel. Das wars. Geputzt wird mit Spülmittel.
      Zum Waschen benutze ich zwei gestrichene Löffel Waschmittel…
      Es gibt doch tatsächlich Menschen die für eine Wäsche so viel Waschmittel reiballern wie auf der Packung empfohlen wird, dann noch Weichspüler und sonstigen Dreck dazu, da gibt es auch noch so Platik-Stink-Kugeln, die kann man auch noch je Wäsche eine dazuschmeißen und dann ab dafür. In den gewaschenen Kleidungsstücken hängt dann noch so viel Waschmittel, dass die Kleidung deutlich geradezu danach stinkt. Dann wundert man sich über Neurodermitis usw… Ein Bett mit kaum Waschmittel wird aber auch rein und wenn man es an der Luft trocknen lässt, evtl sogar in der Sonne… ich glaube ich muss nichts weiter dazu sagen…
      In der Küche (nicht Einbau, sondern schöne antike Stücke) steht ein Gasherd, 50er Jahre, der läuft auch noch Jahrzehnte. Emailliertes Metall…
      Usw. usf…
      Evtl habe ich jemanden inspiriert?…
      Und ja, auch ich habe noch so einigen Optimierungsspielraum.

      In diesem Sinne,
      bleibt friedlich…
      Zerb

    • Ich möchte hier nachträglich noch kurz auf die Kommentare eingehen.

      @Zerberus,
      ich denke, ich bin recht gut bei mir selbst. Aber es ist immer gut, nochmal drüber nachzudenken und auch mal die eigenen Kommentare zu überdenken. Danke für die Anregung.

      Ich habe das alles in Wir-Form geschrieben, damit jeder sich angesprochen fühlen kann, an den Stellen, wo es ihm/ihr passt. Da ich die Dinge ansprechen wollte, die nicht von mir ausgehen sondern von uns allen (in Summe). Ich kann von den angesprochenen Dingen den Großteil für mich ausschließen. Dies ist allerdings mit Aufwand verbunden. Wenn man aber bereit ist den Aufwand zu betreiben wie bspw. zu versuchen plastikfrei zu leben, möglichst schonend mit vorhandenen Dingen umzugehen und möglichst lokale Kreisläufe zu unterstützen, dann ist das schon der Anfang einer Veränderung.

      Ich wollte mit meinem Kommentar ein Nachdenken darüber anregen, dass es nicht die „Anderen“ sind, die immer alles falsch machen. Ich wollte jedoch auch nicht allen unterstellen, dass sie zu den „Anderen“ gehören. Sicherlich gibt es eine Vielzahl an Menschen, die auch vielleicht nie anders gelebt haben, als sie es von sich beschreiben. Ich stelle nur fest, dass überall versucht wird die nächste Intrige aufzudecken, die Mitmenschen sich über alles aufregen, aber wenn man sie mal fragt, was sie denn selbst machen, damit es besser wird, dann wirds oft sehr dünn.

      Die Motivation hinter meinem Kommentar ist für mich, dass wir alle an einem System mitwirken, dass davon ausgeht, dass wir tauschen müssen. Das Prinzip Leistung gegen Leistung. Genau dieses Handeln hält uns meiner Ansicht nach in der Abhängigkeit in der wir uns befinden. Wenn wir uns davon frei machen wollen, müssen wir selbst ins Handeln kommen. Und zwar in ein Miteinander handeln.

      Gefreut habe ich mich von Ihnen und allen anderen zu lesen. Die Punkte die sie, lieber Zerb, mit leben füllen sind mit Sicherheit eine Inspiration für andere.

      Vielen Dank für Ihren Kommentar.

      @blauersalamander,
      Meine Ausführungen über Assad oder Gaddafi waren im Teil über die theroetisch mögliche Gewalt angesiedelt, sollten wir tatsächlich etwas bewegen können. Die Politik der „Wir-sind-die-Guten“ schimpft doch eben über diejenigen, und betitelt diese als die gewalttätigen Diktatoren. Ich wollte damit ausführen, dass sie bei Anwendung von Gewalt in unserem Land ihrer eigenen Rethorik widersprechen würden und es deshalb recht unwahrscheinlich sein wird, dass dieses Mittel eingesetzt wird. Aber hey, man soll niemals nie sagen. Sog. Mainstream Medien konsumiere ich schon seeehr lange nicht mehr, um mich zu informieren. Diese halten wenn dann nur zur Meinungsvielfalt bei. Denn nichts anderes wird über jegliche Medien verbereitet. Meinung.

      Bleibt friedlich…

      Ich

  7. Obwohl ich finde dass Rainer Mausfeld, Ken Jebsen, und viele weitere Analytiker gute Arbeit leisten, denke ich fehlt ihnen ein zusammenführendes Puzzlestück in ihrer Analyse: das Ego des Menschen.

    Herr Mausfeld analysiert prächtig die vorherrschenden Machtstrukturen, und die verzweiflte Lethargie des Menschen. Das sind aber alles bloß Manifestatiuonen unseres Egos. Ego = ICH vor allen Anderen. Das führt dazu dass diese Machtstrukturen überhaupt erst entstehen können. Genauso ist es mit den Ängsten der Menschen. Unser Ego erschafft unsere Ängste: ICH habe Angst vor Veränerung weil ICH dadurch umdenken müsste und mit MEINEN inneren Themen konfrontiert würde. Wie zB dass ICH nicht will dass Flüchtlinge MIR MEINEN Arbeitsplatz/Sozialhilfe wegnehmen oder mir MEINEN Lebensraum streitig machen. (das geht so weiter bis man im tiefsten seiner unbewussten Ängste angelangt ist)

    Also meine Ergänzung zur Analyse von Mausfeld: wir haben die Machtstrukturen und alles damit zusammenhängende analysiert und entdeckt, doch wir müssen den tiefgreifenden gemeinsamen Ursprung dieser Systeme erkennen: das menschliche Ego.

    Sobald der Mensch beginnt nicht mehr sich selbst im Zentrum der Welt zu sehen, sondern zuerst an seinen Mitmenschen denkt bevor er handelt (=nicht egoistisch), lösen sich die meisten unserer Weltprobleme in Luft auf.
    Dies aber bedarf einer globalen geisteigen/spirituellen Emanzipation des Menschen. (Und damit meine ich keine religiöse Entwicklung, denn Religion ist genauso ein Instrument von Machteliten, die eine gewisse Bevölkerungsgruppe zu ihren eigenen Vorteilen manipulieren wollen = Ego)

    Allein die intellektuelle Auseinandersetzung mit dem Thema wird die Probleme nicht lösen können. Das beweist wohl unsere ganze moderne Weltgeschichte. Nur eine persönliche/geistige/spirituelle Auseinandersetzung mit uns selbst kann auf lange Sicht etwas ändern.
    Wie Mausfeld schon sehr treffend sagt: die Machtstrukturen sind systemisch – es bringt nichts die Spieler auszutauschen, denn die Strukturen bleiben bestehen. Und die Strukturen sind ein Phänomen bzw eine Ausprägung des menschlichen Egos. Und das Ego können wir nur zügeln durch eine Auseinandersetzung mit unserer inneren, persönlichen, geistigen Welt: in dem wir unsere Ängste beseitigen, und das Wohlbefinden unserer Mitmenschen in den Vordergrund stellen, nicht unser Eigenes.

    • Ist in seiner Analyse in dem vorherigen Gespräch angesprochen worden. „Der Mensch kommt mit einer Doppelmoral zur Welt“; was die Egosichtweise des Menschen aussagt. Ist ja auch logisch und verständlich, dass die Natur dieses Konzept auch beim Menschen eingebaut hat, sonst hätten wir ein Werkzeug weniger für das Überleben, wenn es wirklich rau und hart zugeht.
      Viele scheinen vergessen zu haben oder wollen es ausblenden, dass Menschen trotz des weit entwickelten Intellekts immer noch Tiere sind, nur halt zur Gattung der Menschen zugeordnet sind. In der freien Natur gilt immer noch das Gesetz „Fressen oder gefressen werden“, da kommt das Ego je nach Angebot an Nahrung mehr oder minder heftig zum Vorschein. Eine Besonderheit gibt es jedoch beim Menschen, er hat im Laufe seiner Evolution irgendwie Erfahrungen gesammelt bzw. eine neue Fähigkeit entwickelt dieses „Ego“ unter seiner Kontrolle zu bringen, also er kann dieses bewusst steuern. Aber diese Fähigkeit oder Erfahrung kann er nicht genetisch vererben, sondern immer nur erlernen.
      Was man unbedingt hierbei nicht außer Acht lassen darf, ist, dass Menschen sowohl individuell als auch im Kollektiv der Menschenfamilie in der Evolution von „Überleben“ zu „Leben“ übergegangen ist, ergo sind weder Einzelne noch die Gesamtheit in ständiger Gefahr der Aussetzung erhöhter Wahrscheinlichkeit „auszusterben“.

      Die Art der Doppelmoral andere für seine Zwecke zu benutzen, oder Resourcen zu seinem Gunsten zu verteilen, ist kein Alleinstellungsmerkmal von Menschen, haben andere Tiere auch. Jedoch kenne ich keine Studie die aufzeigt, dass andere Tiere diese Doppelmoral so extrem ausleben, dass sie mit Vorsatz Artgenossen ins Verdeben stürzen. Das führt zu der Schlussfolgerung, dass Menschen im Laufe der Evolution diese Art von Doppelmoral exeptionell weiterentwickelt haben; zum Negativen.

    • @ Son_Snow:
      OK, dankefür die Info.

      Zum Thema des Vererbens von Verhalten: sagt dir der Begriff Epigenetik etwas? Meines Wissens nach ist es doch möglich Verhaltensmuster genetisch zu vererben. Das kann man auch in der Natur ganz gut erkennen: Menschen haben zB eine genetische Veranlagung, die uns vor Schlangen und Spinnen „fürchten“ lässt – eine evolutionäre Furcht, die das Überleben in solchen Situationen sichert.

      LG

  8. Gebt mir die Kontrolle über das Geldsystem und mir ist egal wer das Land regiert.
    Die Teilung in Links und Rechts war der erste Schachzug derer die tatsächlich die Schalthebeln bedienen und denen ist es egal ob ein „Linker“ oder ein“Rechter“ gewählt wird. Die moralische Überhebung des Linken und die Verteufelung des Rechten ist fehl am Platz. Es war bei der französischen Revolution nur ein Trick und ist bis heute nur ein Trick.
    Es geht darum das die Menschen gespalten werden und sie dann mit ihren Grabenkämpfen beschäftigt sind.
    Ob die SPD Harz IV einführt, ob die Grünen in den Krieg ziehen oder ob die Linken Griechen alle Wünsche der Reichen gegen das eigene Volk umsetzen oder ob der Kommunismus in einer völligen Parteiendiktatur endet.

  9. Guten Morgen , Gestern war ich zur Stadt und hab in der Buchhandlung Prof. Mausfelds Buch durchgelesen. Kann es sein , daß die Hauptquelle seines Erfolges nicht genannt wird? Meist wenn ich auf Buchlesungen oder öffentlichen Diskussionen als einzelner mit Herzklopfen was sage , wird mir schnell nachgewiesen, daß ich mich irre und mit murren im Raum erkenne ich dann das ich besserer den Mund halten sollte. Bei einer Buchvorstellung über die weiße Rose konnte ich immerhin in Erfahrung bringen, daß die Nachkommen der Familie Scholl wohl zerstritten wären. Ich hab dann brav ablaudiert – wie alle Anderen – und hab am Ende des Vortrags den Veranstaltungsort verlassen. In A 3 Format drucke ich mir jeweils 20 Kärtchen aus mit denen ich Leuten , die mir begegnen alternative Medien empfehle, meist beim joggen – ich bin eh zu langsam. Konstantin Wecker hab ich eins gegeben.

  10. Sehr schönes Interview und ich mag auch die Vorträge von Rainer Mausfeld.

    Nur eine Sache sehe ich etwas anders:
    Die Analogie zu zu dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ finde ich zwar passend, aber meiner Meinung nach werden die Rollen falsch zugeordnet. Der Kaiser sind nicht die „Eliten“ und ihre Helfershelfer, sondern der Souverän in seinen verschiedenen Rollen (z. B. Bürger/Wähler, Kunde, Patient, etc.) . Er ist es, dem permanent etwas vorgemacht wird und aus Eitelkeit, Unsicherheit (Angst) und/oder Unwissenheit lässt er es mit sich geschehen.
    Die Rolle der Schneider fällt dem System zu, welches ein Konglomerat aus (Finanz-)Konzernen, Medien, Politik ist. Hier einzelne Akteure zu nennen wäre sinnlos, da sie beliebig austauschbar sind.
    Die Rolle des Kindes sind einzelne Akteure wie KenFM, Rubikon oder auch die vielen einzelnen Personen, die das System beleuchten, zum Teil aufdecken oder etwas dagegen unternehmen wollen, aber zu wenig Gehör bekommen oder angegriffen bzw. ganz ignoriert werden.
    Die Zuschauer sind dann wieder wir, die dem Treiben zusehen, dem Kind vielleicht beipflichten und uns über das Schauspiel aufregen, aber nicht wahr haben wollen, das wir es selbst sind, die tagtäglich vorgeführt werden.

    Ich sehe die Menschen also eher in unterschiedlichen Rollen, je nachdem in welcher Position wir uns befinden. Und ich befürchte, so lange wir das System als gegeben und alternativlos hinnehmen wird sich daran nichts ändern.
    Das Problem sind meiner Meinung aber nicht die Analysen. Davon gibt es genug und vielleicht sogar zu viele. Ich glaube, hier kann man Mussolini’s Spruch etwas abwandeln: Lasst sie analysieren bis zur Erschöpfung, bis zur Verblödung.
    Ein Problem ist, was Herr Mausfeld in einem seiner Vorträge oder in einem Interview einmal benannt hat: die Analysen bleiben in einem verhältnismäßig kleinem Raum und dringen nicht zu einer kritischen Masse vor. Und daran werden wahrscheinlich auch die besten Bücher und die tollsten Vorträge nichts ändern, weil die Verbreitung zu gering bleibt (was wahrscheinlich auch ein Problem der Sprache ist, wie Herr Mausfeld an der Stelle betonte).

  11. Hallo, ich kann es nicht mehr hören. Wir haben es auch hier bei Ken schon 100 mal gehört. Unsere gesellschaftlichen Probleme liegen an der Verteilung des Geldes. Wenige haben alles, die Mehrheit hat wenig, so wenig, dass es zu Leben und zum Gestalten nicht reicht. Man verdient durch Arbeit kein Geld mehr.
    Die Reichen sind wenige, diese müssen ihr Geld wieder abgeben oder komplett aus unserer Gesellschaft raus.
    Ich will jetzt nicht sagen die weniger Intellektuellen ( was keine Wertung sein soll), hauen auf die Flüchtlinge ein, die noch weniger haben. DIe besser Gebildeten wie Ken analysieren sich zu tode.
    Reicht es nicht langsam. Wo sind die Perspektiven, über die wir reden müssen.
    Wenn ich z.B. die Menschen in Sachsen oder sonstwo im ehemaligen Osten höre: die glauben immer noch, das Ihre Demonstrationen der Grund für den Fall der Mauer waren………Ihr wart pleite, und Eure Mätzchen haben die Mächtigen nicht interessiert, die waren schon dabei die Beute aufzuteilen Oder die Oma die sagt, sie hätte 40 gearbeitet und kriegt keine Rente sondern sonst wer. Sie hat auch nicht in unsere Rentensysteme eingezahlt. Haben die alle die Spiegel zugehängt. Der Vater meines Mannes ist über 96, hat seid dem er 12 war gearbeitet. Er sagt seine Eltern hätte die Lebensversicherungen verloren, und er auch schon nach dem Krieg,……es ist immer das selbe. Die Menschen machen sich zu Affen, wenn sie die schwächeren angreifen, sieht das niemand Aber es wird immer nur analysiert

    • Hallo Tanja,
      Deinen Unmut kann ich verstehen, auf der anderen Seite aber auch nicht.

      KenFM und Mausfeld versuchen doch aufzuzeigen, warum die Menschen, die von der Umverteilung im negativen Sinn betroffen sind, kein Gehör finden und gegen die Wand laufen. Und das noch, weil man diesen Menschen Demokratie und Mitbestimmung vorgaukelt. Ich meine diese Menschen glauben doch noch an das „Gute“ und an die Nachrichten und können sich gar nicht vorstellen, dass sie so betrogen werden.

      Und der Osten ist damals doch von DDR Regime so hintergangen worden. Da darf es doch nicht wundern, wenn diese Menschen als Erste wieder auf die Straße gehen. Die merken ggf. schneller als der Rest, wenn sich das Drama heute auf anderer Ebene zu wiederholen scheint.

    • Genau genommen geht ist es nicht das Geld oder die Umverteilung dessen, daher haben die deutschen das richtige Wort „Geldschein“, das Ganze scheint so zu sein, ist aber nicht real bzw. natürlichen Ursprungs.

      Viel eher ist das Dilemma oder Drama das ein System, welches mittels betrügerischen sowie hinterlistigen Methoden oder Tricks die Schwachstellen des Menschen ausnutzen, um dessen natürlichen Ressourcen sowie Potenziale zu ergaunern. Natürlich muss man dazu sagen, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte immer eine kleine Anzahl darin sehr geschickt bewandt waren das System für sich zu benutzen um auf Kosten der Mehrheit sich das Leben bequem zu machen. Diese Art von Spezialisierung ist hat bis heute so dermaßend verfeinert worden, dass diese wie erwähnt für die meisten nahezu unsichtbar ist.

      Man stelle sich vor, die Staatsdiener (Staatsanwalt, Richter, Verwaltungsbeamter etc.), die ganzen Sicherheitsdiener (Bodyguards, Security-Leute), die Sänftenträger der Wenigen würden das was am aller wichtigstens für diese sog. Spitze verlieren, nämlich Vertrauen sowie Glauben.
      Können deren Milliarden auf dem Konten sie vor dem „Pöbel“ beschützen? Die Luxusanwesen bzw. die Ländereien die deren Familiendynastie ergaunert haben, können sie diese alleine vor dem „Pöbel“ verteidigen?

      Natürlich genießen sie noch das Vertrauen sowie Glauben der Sänftenträger, weil die Traumwelt noch aufrecht erhalten wird, dass der Sänftenträger auch irgendwann eine Sänfte inklusive eigenen Sänftenträger bekommt, wenn er sich furchtbar systemtreu anstrengt.

      Es sind nicht deren (gemeint: die Spitze der Pyramide) Kinder oder Verwandschaft die für deren Sicherheitstatus, Unantassbarkeit und Entziehung von Rechenschaft sorgen, sondern die der Unseren bzw. die der Mehrheit.

      Was passiert aber, wenn diese Traumwelt zusammenbricht?
      Leider sieht es so aus als würde das eine „unendliche Geschichte“ werden.

    • Hi Tanja,

      ja wenn du es nicht zum hundert und ersten mal wieder hören willst 😉 dann kannst du stattdessen selber aktiv werden? Ken Jebsen und Rainer Mausfeld haben sich die Analyse zur Berufung gemacht, als Journalist und Uni Professor. Das ist deren Job, und manche Leute die das Portal hier neu entdecken freuen sich sicherlich über die Analyse.

      Wenn du alle Beiträge eh schon zur Genüge gehört hast, dann überleg dir vielleicht deine Zeit lieber anders zu nutzen? Gibt genug zu tun auf dieser Welt 😉

      LG

  12. Ich denke, unabhängig davon, ob man die Sichtweise von Prof. Mausfeld teilt oder nicht, muss man diesem Menschen doch eine hohe geistige Trennschärfe und Brillianz attestieren.

    Ich persönlich teile diese Sichtweisen, da mir die Herleitung der Dinge sehr plausibel erscheint und ich die Auswirkungen selber ja auch deutlich spüre.

    Mein Eindruck, gerade zum Ende des Gespräches bzw. bei der Frage nach einer Lösung/ bzgl. Hoffnung war, dass hier ein Mensch im höheren Alter spricht, der um eine Wahrheit weiß, welche es sich nicht traut auszusprechen.

    Ein Mensch, der nachvollziehbar auch ein Stück verzweifelt ist.

    Personen, welche sich so intensiv mit diesen Themen befassen, müssen eine klare Vorstellung von den handelnden Personen habe, welche diese Strukturen geschaffen und am Leben halten.

    Die Aussage, das Gegenüber sei nicht greifbar, es wären „die Märkte, die Banken…..“ ist für mich nicht nachvollziehbar. Ich kann mir dies nur mit einem „gewissen Selbstschutz“ erklären.

    Hinter diesen Märkten, Banken, Regierungen, Medienkonzernen usw. stehen am Ende doch handelnde Menschen, die man klar benenen kann. Das sind keine „Automaten“.

    Und wer die Geschichte und Entwicklung der letzen 2.000 Jahre bemüht, stellt doch fest, das diese Dinge nicht von heute auf morgen vom Himmel gefallen sind und erkennt auch die gemeinsame Schnittmenge der Protagonisten, welche hier ihrer „Kernideologie“ folgen. Diese Kernideologie muss es geben,da es sonst unmöglich wäre, solche die Energie zur Schaffung und Bewahrung solcher Strukturen aufzubringen. Hier davon auszugehen, diese Menschen hätten ihren Glaube einzig im Geld/der Macht, halte ich für zu „flach“.

    Davon haben diese Protagonisten schon längst mehr alsgenug.

    Das Drama ist, wenn Personen an diese Umstände und Tatsachen hintefragen und einmal Ross & Reiter benennen, sind es sofort politische Extreme, Verschwörer oder Antisemiten.

    Früher war ein kritisches Hinterfragen und der Austausch, über die gewonnenen Sichtweisen, ein Prozess der freien/öffentlichen Meinungsbildung.

    Dies soll heute augenscheinlich unterbunden werden, da man diese Personen als Verschwörungstheoretiker bezeichnet.

    Wobei ich dies im gewissen Sinne schon wieder gut finde. Derjenige, welcher diesen Vorwurf erhebt und diesen Begrif benutzt und andere damit zu diffamieren, entlarvt sich im gewissen Sinne selbst.

    Er scheint augenscheinilch einer konspirativen Gruppe anzugehören, welche sich ein gemeinsames Ziel gesetzt hat – die Herausbildung einer öffentlichen Meinung zu unterdrücken-

    Und genau dieser Vorgang wird, der klassischen Definition folgend, als Verschwörung bezeichnet.

    Somit hat der „Vorwerfende“ im gewissen Sinne selbst den Beweis dafür erbracht, dass es eine Verschwörung gibt und dies eben nicht eine Theorie ist. Und genau dieser Verschwörung gehört er selber an 🙂

  13. Unaussprechbar ist ein komisches Wort.
    Alles ist ausprechbar ober ausdrückbar, auch wenn man sogar stumm ist.
    Es gibt vielleicht schwer ausprechbar Sachen, wie z.B. Eyjafjallajökull, der Vulkan auf Island, oder man wird physisch mit einem Knebel im Mund davon abgehalten.
    Die psychische Komponente ist wirklich härter, da sowohl die äußere als auch die eigene mentale Selbstzensur schwer zu überwinden ist, bedeutet aber nicht, dass es unmöglich ist.

  14. Eben !
    Wenn die Binsenweisheiten in die Binsen gehen, ist der Intellekt schon mal parallelisiert.
    Egal wie schlau man sich als Opportunist vorkommen mag.
    Um dem Boykott gegen Verständnis und Solidarität nicht zu erliegen, muss man das Selbstverständliche zumindest verstanden haben.
    Daher möchte ich hier bitte,!! zum teilen auffordern.!!

    Ps. Die Antworten waren hier mal deutlich über dem Niveau der Fragen. Dennoch Daumen hoch für das Gespräch. Wenn das nun das Eingemachte ist, weil Leute sich einmachen lassen ,wird es Zeit Grund und Boden wiederzufinden, auf dem sich etwas verändern kann.

  15. Wir müssen das Unaussprechbare aussprechen. Nicht nur bei 9/11.
    Treuhand, Rohwedder, Herrhausen, Buback, dass die dritte RAF- Generation von den Geheimdiensten gesteuert wurde, bzw. aus ihren Mitarbeitern bestand. (Angst verbreiten). Ähnliches auf der rechten Schiene mit der NSU.
    Die freie Meinungsäußerung wird zunehmend eingeschränkt, selbst in den USA, (Alex Jones). In den pol. Talkshows immer die gleichen Gesichter, bzw. Aufpasser. Außer bei KenFM.
    Die Schere im Kopf gibt es nicht nur bei den Mainstream- Journalisten. Sondern auch in den Familien, weil viele es nicht glauben, schon gar nicht aussprechen wollen. Ritualmorde an Kindern, wer will das wissen? Z.B. Staatsterror?
    Auf welchem Fundament lässt sich eine neue, stabile Ordnung gründen?
    Nur auf Wahrheit. Sie ist leider nirgendwo umfassend im Angebot.

    • Wie naiv kann man denn sein. Wenn du den Aufklärer gibst läufst du Gefahr, wie Herrhausen und die anderen entsorgt zu werden. Das ist nicht mutig, sondern übermutig. Mache dir die Machtverhältnisse klar. Wie Mausfeld sagte, in den vom Mainstream vorgegebenen Themen darfst du dich austoben. Das nennt sich Demokratie. Aber Themen, die systemrelevante Strukturen angreifen sind Tabuthemen.
      Ach was, schad‘ drum.

  16. “Beim Aussprechen, was ist, benutzen wir eine bestimmte Sprache, wir benutzen Kategorien…dass jedes Wort, das wir benutzen ein großes Gepäckstück ist, in dem Historisches, Ideologisches… bereits drin steckt.”

    “Die offizielle Ideologie, zu sagen, die Globalisierung ist ein Naturphänomen, die hat sich ereignet…, dass sie aber auf bewussten menschlichen Entscheidungen basiert.”

    Natürlich hat sie sich nicht ereignet und basiert auf bewussten menschlichen Entscheidungen. Es gibt doch diesen Spruch einer prominenten Persönlichkeit, sinngemäss: Nichts, was in der Politik geschieht, geschieht zufällig“.
    Bewusste menschliche Entscheidungen betreffen auch solche, die Sprache als Herrschaftsinstrument zu benutzen.
    Globalisierung ist kein Naturphänomen, und die Sprache stellt uns dabei, je nach Kulturkreis, einige Fallen. Unsere Sprache zwingt uns zu sagen: “Es blitzt.” Was ist das “Es”? Für dieses “ES” gibt es viele Beispiele – von den Titanen, Dämonen und Göttern bis zur “unsichtbaren Hand” des Marktes und der naturwissenschaftlichen Erklärung. In Sprache steckt Geschichte, Kultur, Ethnie, und sehr viel Mystik oder Religion. Schon durch die Sprache fallen wir auf gewisse Dinge herein. “ES” tut gar nichts, wenn “ES” blitzt. In der englischen Sprache ist das schon wieder anders: Hier wird das ES zum Subjekt und blitzen zum Verb: The lightning strikes. In anderen Sprachen und Kulturen, wie in Hopi, einer Indianersprache in Arizona, sind Blitz, Flamme, Meteor Verben, denn Wörter, die Vorgänge von kurzer Dauer ausdrücken, sind dort stets Verben. In der Sprache der Nootka (Provinz Vancouver, Kanada) gibt es überhaupt nur Verben. Eine Sprache, die neben Verben keine Substantive kennt, kann ihre Sätze also nicht nach dem Prinzip Subjekt/Prädikat aufbauen. Dabei kommen “Sätze” zustande, wie “Gekochtes Essende” für “ich lade dich zum Essen ein; ähnlich in Thai: “Essen Reis” ist eine Aufforderung zum Essen, wobei nur aus Situation und Kontext erkennbar ist: wann, wo, wer etc. Sprecher verschiedener Sprachen klassifizieren Farben anders. Der Shona-Sprecher (Rhodesien) teilt das Spektrum ein in drei Hauptklassen. Der Bassa-Sprecher (Liberien) teilt das Spektrum ein in nur zwei Kategorien. Für den Eskimo, der (noch) in Eis und Schnee lebt, ist der Begriff Schnee nicht greifbar. Er hat unzählige Begriffe dafür.
    Das Subjekt-Prädikat-Schema unserer Sprache zwingt uns eine Sehweise auf, die nicht mit der Realität übereinstimmt: ich heiße Peter ist wirklich: sie nennen mich Peter. Ich sehe am Horizont ein Schiff. Ist das wirklich eine Tätigkeit? Nein: Mir erscheint ein Schiff, denn nur der Eindruck, der auf der Netzhaut entsteht, wird ausgedrückt. Der Mensch kann sich die Welt ganz verschieden vorstellen, und der einzelne Angehörige eines Volkes oder einer Sprache kennt, wenn er nicht ein Kenner anderer Kulturen und Sprachen ist, nur eine Vorstellungsweise: die, die ihm seine Sprache liefert. Nun sprechen wir selbst mit der selben Sprache selten dieselbe Sprache.
    Das sich in jedem Moment bewusst zu sein ist nicht leicht – speziell angesichts der massiven Manipulateure der Sprecher.

    Der Kapitalismus, die Globalisierung sind nicht Naturphänomene, die “sich ereignet” haben, sondern beruhen auf bewussten menschlichen Entscheidungen – von Entscheidungsträgern, wie man heute sagt. Das hat nichts mit Religion zu tun.

    Wie Prof. Mausfeld sagt: Eine Binsinwahrheit.

  17. Herr Mausfeld macht eine hervorragende wissenschaftliche Analyse. Er kennt die Gefahren der „Wortklauberei“ und macht sie einerseits sehr deutlich wie diese Methode von „wissenden Zerstörer“ eingesetzt und anderseits von „unwissenden Scheininellektuellen“ und von „Denkgefangenen“ in einer Art Billibigkeit ohne festen Boden benutzt werden.

    Das Denken fängt im sympatischen zuhören an. Eine sogenannte imaginäre Brücke muss aufgebaut werden. Diese Brücke erfordert einerseits seine eigene „Mitteilungsucht“ oder „Kritiksucht“ zurückzuhalten und gleichzeitig darauf zu achten was neben dem Inhaltlichen mit schwingt.

    Die Menschen sind sozusagen ideologisch verseucht oder egoistisch verkabselt und suchen entweder nach gedanklicher oder nach materieller Sicherheit. Wenn beides entzogen wird äußert sich ihr bzw. das gesellschaftliche Problem in Krankheiten. Die Krankheit kann man nals Offenbarung einer Heilungsmöglichkeit sehen, sei es auf der gesellschaftlichen oder persönlichen Ebene.

    Die Arbeit von Ken Jebsen gefällt mir auch sehr gut, gerade weil seine Fragen sehr direkt sind und einfach daher kommen. Der Interviewte hat es damit nicht immer leicht. Manchmal erschrecke ich darüber sogar, weil mir die Worte fehlen würden gescheit und überlegt zu antworten, aber eine von vielen Aufgaben eines Journalisten ist ja die Differenziertheit und Genauigkeit herauszulocken.

    Große Klasse

    • Hallo Freischwimmer,
      für mich hast Du es auch sehr gut auf dem Punkt gebracht. Nun bleibt abzuwarten, wie erfolgreich das Buch wird und ob Prof. Mausfeld auch einmal eine Einladung zu einer TV Gesprächsrunde bekommt.

      Und genau hier könnte er, wie Du selbst oben geschrieben hast, seine geistige Trennschärfe voll ausspielen. Ich denke, wenn jemand sich so intensiv mit einer Sache befasst hat und daraus seine Erkenntnisse abgeleitet hat, ist diese Person durchaus in der Lage, selbst kritische Fragen sofort zu beantworten. Hier besteht keine Notwendigkeit, sich „Zeit zu verschaffen“ um eine Antwort zu finden. Diese Menschen sind in dem was sie machen gefestigt und sicher- man könnte es auch als sehr authentisch bezeichnen.

      Ob sich allerdings einer der bekannten Moderatoren im TV einer solchen Herausforderung gewachsen sieht, wird sich zeigen. Wobei diese Moderatoren im Grund ja eigentlich gar kein Risiko eingehen, da diese ja neutral sein sollten.

      Sollte dies nicht der Fall sein, könnte dies natürlich mehr als „sportlich“ werden und der Grund sein, sich so ein „Kaliber“ besser nicht in die Gesprächsrunde zu holen.

  18. Ich fand das Gespräch meist gut, aber ab 1:03:00, als sie über Chemnitz sprachen, habe ich mich sehr geärgert über etwas, was mir schon bei vielen Debatten von Intellektuellen aufgefallen ist und ich eigentlich von Herrn Mausfeld gerne nicht gehört hätte: Alle die Schlauberger machen einen Unterschied zwischen der Denkfähigkeit des „Volkes“ oder der „Lämmer“ einerseits und der Denkfähigkeit von ihresgleichen. SIE „erkennen“ oder „wissen“, während Otto-Normalbürger immer nur „fühlt“ oder etwas „spürt“. Das hat Mausfeld in der Phase ganz oft wiederholt. Und der Bürger hat auch immer nur „Wut“ niemals „Zorn“, der ist für den Lieben Gott und die Intellektuellen vorbehalten (Könnt ihr euch eine Bibelstelle vorstellen, wo von „Gottes Wut“ die Rede ist ? Niemals, aber es gibt viele mit „Gottes Zorn“). Meist ist „Wut“ mit Adjektiven wie „dumpf“ verbunden.
    Aber die Chemnitzter Bürger (und die anderen Ossies) WISSEN, dass sie abgehängt worden sind! Sie haben es erlebt, wie nach der Vereinigung durch die Treuhand aller Reichtum, den das Land vorher besaß, an die Reichen aus dem Westen verscherbelt worden ist. Das haben sie gesehen und nicht nur „gespürt“ und sie wissen es, weil sie es erlebt und die Folgen am eigenen Leib gespürt haben und weil sie mit anderen darüber gesprochen und so gedanklich, intellektuell verarbeitet haben, also WISSEN sie es noch viel genauer als all die intellektuellen Sesselfurzer!
    Hört endlich auf mit der offenen Diskriminierung der „einfachen“ Bevölkerung und ihrer angeblichen Unfähigkeit zu denken, verbreitet nicht länger das Märchen, sie könnten allenfalls „spüren“ und sollten deshalb das Denken nur den Sesselfurzern überlassen! Das ist so arrogant und widerspricht außerdem allem, was ihr vorher über „radikale Demokratie“ gefaselt habt!

    • Sind in den MSM Postings weitgehend unzensiert ,
      sind die Postings des „postenden Pöbels“ in der Sachanslyse meist besser als die Analysen der Experten und Qualitätsjournalisten .

    • @ Bernhard Meyer

      ca. 12:30 – 12:50

      „sie spüren….ist ja nicht nur ein intellektueller Akt…“.

      Es ist nicht einfach, immer die richtigen Worte zu finden (wie die Videosektion zeigt). Ausserdem ist es doch so, dass Intellekt und Emotionen sich nicht trennen lassen, auch wenn es eine Wissenschaft gibt, die uns das glauben lassen möchte.

      „Das Wissen beruht auf der Kenntnis des zu Unterscheidenden, die Wissenschaft auf der Anerkennung des nicht zu Unterscheidenden. Das Wissen wird durch das Gewahrwerden seiner Lücken, durch das GEFÜHL seiner Mängel zur Wissenschaft geführt, welche vor, mit und nach allem Wissen besteht.“ (Goethe; HERVORHEBUNG VON MIR)

      „Auch die gelesene Wahrheit muß man hinterher erst selber erfinden. Die Gehirnhöhlen sind voll Samen, für welche das GEFÜHL erst die Blumenerde und die Treibscherben bildet.“ (Goethe).

    • Aha ein Lamm das aufmuckt. Gut so.
      Aus kognitiven Impuls, oder dem Gefühl, was macht den Unterschied?
      Wenn etwas mehr Leben dabei ist, verdient es dann nicht um so mehr Respekt?
      Wurde hier nicht erwähnt, das „Denken“ immer angepasster wird, je intensiver ein Individuum in der Gesellschaft sozialisiert wird. Was nützt Denken in dem Sinne überhaupt? Die Frage der betreffenden Relevanz bis hin zur politisch korrekten Spitzfindigkeit wurde hier auch erörtert. Dazu wurde seitens Prof. Mausfeld immer wieder Unbehagen geäussert auf das Niveau der Fragen abzusteigen. Die Analyse ist in dem Fall doch nur so eine Art binsenweise Übersetzung einer komplexeren unausgesprochenen Ahnung, die eben Bedrohung wahrnimmt, in konkrete Kenntnis. Eine, wie von dir wahrgenommene Abwertung kann ich da nicht erkennen. Wohl eher ein Effekt aus dem Sprachgebrauch, wie bei theoretischer Betrachtung leider üblich.

  19. Bei der Rechts-/Links-Debatte finde ich Prof. Mausfelds Erklärung sehr schlüssig – alles Ablenkung, Kanalisierung an den politischen Rändern. Ich frage mich nur, ob die Spaltungsmechanismen komplett uns selbst zuzuordnen sind oder wirklich ein fester Plan der Eliten ist. Vielleicht ist es ein zufälliger Nebeneffekt von Indoktrinierungsmaßnahmen, weil ich mir nicht wirklich vorstellen kann, dass das von höherer Stelle gewollt ist. Es wäre ja kontraproduktiv, die Unmündigen über Umwege auf das Kernproblem zu stoßen, nämlich dass man klammheimlich zum schweigenden Lamm gemacht wird und nicht mal die Bedrohung der Schlachtung im Vorfeld erkennt. Da hat wohl die jahrhunderte lange Erfahrung mit der Macht noch nicht eingeschlossen, dass man das – zumindest psychologisch – lückenlos konstruieren konnte.

    Dazu bringt aber auch der Professor leider keine wirkliche Lösung hervor, das vielleicht als einziger Kritikpunkt an seinen Inhalten. Alles ist im allgemeinen Rahmen gehalten, teils als Gedankenkonstrukt und ohne konkrete, aktuelle Bezüge. Als Denkanstoß sind seine Ausführungen Gold wert, aber mir fehlt es ein wenig an einer echten Beweislast. Zitate, Quellenverweise und akademischer Standard heißt dann letztlich doch nicht, dass man Problem und Lösung parat hat.

  20. Mal eine Frage an dieser Stelle… google findet (im Informationszeitalter!?) das leider nicht:

    – Für Barack Obama gibt es diese Statistik, dass er über 26.000 Bomben auf 7 Länder hab abwerfen lassen in 2016.
    – Gibt es diese Statistik für Trump?
    Ich weiß nur, es sollen ca. 40.000 (?) Bomben sein.

    Wäre für Infos + Quelle dankbar!

  21. Da macht der Hr. Mausfeld gute Analyse und stellt auch die Bedeutungen von Links und Rechts als Wertungsentscheidungen in Frage und fällt dann doch in das billige Feindbildschema „gegen Rechts“ wenn er das Bild „arme Flüchtlinge“ verwendet .
    Es ist offensichtlich dass die unter „arme Flüchtlinge“ betriebene Massenmigration Krieg gegen die europäischen Staaten und Kulturen ist und betrieben durch den globalistischen Neoliberalismus, den der Hr. Mausfeld in anderen Zusammenhängen hervorragend analysiert und kritisiert .

    • Dienstag, 02. Oktober 2018, 14:00 Uhr
      ~23 Minuten Lesezeit
      Demagogie 2.0
      Die AfD schafft sich ihre Bedrohungsszenarien selbst. Exklusivabdruck aus „Rechtspopulisten im Parlament“.
      von Christoph Butterwegge, Gerd Wiegel

      Statt des Motivs und der Prävention beim Thema „Kriminalität“ interessiert die AfD sich vielmehr für die ethnische Herkunft der Täter. Projekte gegen die extreme Rechte werden von der AfD unter „Linksextremismus“-Verdacht gestellt, zivilgesellschaftliche Gruppen, die konträr zur AfD stehen, als Feinde markiert und kriminalisiert. So entpuppt sich die Innenpolitik der AfD als das, was sie für die Ultrarechte immer war: ein Mittel zur innerstaatlichen Feinderklärung, zur Spaltung sowie zur Formierung eines Sicherheits-, Gewalt- und Überwachungsstaates.

      Die Innenpolitik ist ein weiterer thematischer Strang, den die AfD-Fraktionen systematisch behandeln. Bis zur parlamentarischen Sommerpause 2018 hatte die AfD bereits 41 kleine Anfragen und acht Anträge bzw. Gesetzentwürfe aus diesem Themenfeld in den Bundestag eingebracht und damit diesem Politikbereich nach ihrem Schlüsselthema „Migration und Flucht“ die zweitgrößte Aufmerksamkeit gewidmet.

      Vor dem Hintergrund ihrer generellen Ausrichtung auf eine ausgrenzende, nationalistische Politik ist das nicht weiter verwunderlich, bildet die Innenpolitik doch den Ort, an dem Repression und autoritäre Politikvorstellungen am besten umgesetzt werden können. Zudem ist das Migrationsthema eng mit der Innenpolitik verbunden, weil hier die Waffen der nationalen, aber auch der europäischen Abschottungspolitik geschmiedet werden. Da die AfD Flüchtlingsbewegungen und Zuwanderung vor allem als Bedrohung begreift, ist die Innenpolitik ein wichtiges Feld der parlamentarischen Arbeit ihrer Fraktionen.

      Dabei sind vor allem drei Themenkomplexe für die innenpolitischen Initiativen der AfD-Fraktionen in den Landtagen und im Bundestag zentral: Bedrohungsszenarien durch (islamistischen) Terrorismus, die Gefährdung durch allgemeine und besonders migrantische Kriminalität sowie die Diskreditierung aller Projekte bzw. Initiativen gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

      Die gezielte Verstärkung vorhandener Angst- und Bedrohungsgefühle gehört zum Kerngeschäft der Ultrarechten in all ihren Schattierungen. Für die Rechtspopulisten in Europa ist die angebliche Bedrohung ihrer Nationalstaaten durch (Flucht-)Migration aus anderen „Kulturkreisen“ das Kernproblem.

      Angeknüpft wird hier an vorhandene Bedrohungsgefühle in Teilen der Bevölkerung, die jedoch in einem weiten Sinne vor allem sozial begründet sind und mit den durch die Globalisierung bzw. die neoliberale Modernisierung verbundenen Unsicherheiten zusammenhängen. Die Rechte lenkt diese größtenteils berechtigten Ängste und Sorgen gezielt auf die Migrant(inn)en als Personifizierung massiver Veränderungen in den europäischen Gesellschaften.
      https://www.rubikon.news/artikel/demagogie-2-0

    • @ Box
      Warum (schon wieder) AfD Bashing unter meinem Beitrag ?
      Sie scheinen Opfer der Feindbildkonstruktion zu sein .
      Massenmigration als Waffe geht weit über Parteizugehörigkeit hinaus .

    • Besten Dank auch. Passt dann zu ihrer Täterrolle:

      Die gezielte Verstärkung vorhandener Angst- und Bedrohungsgefühle gehört zum Kerngeschäft der Ultrarechten in all ihren Schattierungen. Für die Rechtspopulisten in Europa ist die angebliche Bedrohung ihrer Nationalstaaten durch (Flucht-)Migration aus anderen „Kulturkreisen“ das Kernproblem.

      Angeknüpft wird hier an vorhandene Bedrohungsgefühle in Teilen der Bevölkerung, die jedoch in einem weiten Sinne vor allem sozial begründet sind und mit den durch die Globalisierung bzw. die neoliberale Modernisierung verbundenen Unsicherheiten zusammenhängen. Die Rechte lenkt diese größtenteils berechtigten Ängste und Sorgen gezielt auf die Migrant(inn)en als Personifizierung massiver Veränderungen in den europäischen Gesellschaften.

      Den Faschisten war und ist es auch ein stetes Anliegen, den links/rechts Unterschied vergessen zu machen.

      „Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of the country“

      Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

      Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)

      Faschismus: „weder links noch rechts“

      Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.“
      (28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017)

      Wenn man sich Begriffe nehmen läßt, da diese durch interessierte Kreise vergiftet werden, braucht man nicht in Verwunderung zu geraten wenn das Neusprechdiktionär immer dünner wird.

  22. Mausfeld, Ganser und Wimmer sind Perlen, auf dem Portal kenfm. Im Main-Stream würden diese Personen kaum vorkommen. Warum nur?

    Mausfeld bringt vieles auf den Punkt.

    Das Gespräch ist ein Meilenstein in der Mediengeschichte. Der Interviewer stellt die richtigen Fragen. Die Anonymität der Machteliten, als Konzept, ist völlig einleuchtend. Wer das einmal durchschaut hat, wird sehend. Dafür gebührt Herrn Mausfeld und kenfm Dank.

  23. Danke, aber war schon sehr verkopft, dass Ganze. Um es mal mit zwei Beispielen vom Kopf auf die Füße zu stellen : Wir bleiben in der Abhängigkeit oder Unfreiheit, solange die Mittelschicht nicht solidarisch mit der Unterschicht für einen höheren Mindestlohn kämpft und zweitens, wir brauchen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Das auseinander gehen der Schere bleibt das zentrale Problem.
    Wie ist das machbar?
    Indem es im Netz zum Thema gemacht wird, die unsichtbaren Eliten und ihre Helfer im Netz, (Ablenker, Pessimisten), ignoriert werden.
    Von allen Seiten beleuchtet, bis es von alleine „geboren“, d.h. umgesetzt wird.
    Das mag 9 Monate dauern, aber dann ist es reif für unser Land.
    Die Migranten gehören dazu. Es ist Mord sie mit Bombenteppichen zu überziehen, aus ihren Ländern zu treiben, aber vorne die Grenzen zu schließen, so das viele im Mittelmeer ertrinken. Mensch bleiben.

  24. verblüffend sachlich 🙂 in wikipedia:
    In den zurückliegenden Jahren trat Mausfeld mit zahlreichen Vorträgen zu medien- und kapitalismuskritischen Themen hervor, die dem deutschen Amerikanist Michael Butter zufolge „stark populistische und mitunter auch verschwörungstheoretische Züge“ aufweisen.

    Prof. Michael Butter mit fast 30 jahren weniger Lebenserfahrung als Prof.Rainer Mausfeld muss es wissen als selbsternannter Verschwörungstheroretie-Wissenschaftler. Immerhin steht’s in Anführungsstrichen.

    • Es gibt von ihm auch ein Buch als Herausgeber: „9/11, kein Tag, der die Welt veränderte“. Schöningh, Paderborn; München; Wien; Zürich 2011.“
      Hab`s nicht gelesen. Der Titel ist unglaublich!

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