KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld

Wenn es einer sehr kleinen und übersichtlichen Gruppe von Menschen gelingt, die Massen global und über Jahrzehnte für die eigenen Ziele arbeiten zu lassen, kann das nur dann erfolgreich bewerkstelligt werden, wenn diese Eliten die Techniken der Gehirnwäsche auf allen Ebenen konsequent zur Anwendung bringen. Schon der Umstand, dass Völker sich für Krieg begeistern lassen, zeigt die Macht dieser Technik.

Seit dem römischen Prinzip „Teile und Herrsche“ haben sich die Werkzeuge der Gehirnwäsche extrem verfeinert. Ein großer Teil der sogenannten Sozialforschung wurde im Auftrag der Eliten finanziert, um den Menschen als Wesen, das nur im Kollektiv überleben kann, im Anschluss in seine Bestandteile zerlegen zu können, ihn gefügig zu machen.

Der Grad der Manipulation ist viel größer, als die meisten von uns auch nur ahnen. Aber gerade darin liegt die Macht dieser Elitentechnik. Massenmedien sind dabei eines der wichtigsten Werkzeuge, um die Realität zu verschleiern und unsichtbar zu machen. Wer darauf aufmerksam macht, wird vom System gnadenlos attackiert, lächerlich gemacht und ausgegrenzt. Das finale Ziel ist immer die Vernichtung derer, die die Tarnung der Eliten auffliegen lassen.

Der Soziologe Prof. Rainer Mausfeld hat sich intensiv mit den Techniken der Verschleierung und des Gefügigmachens auseinandergesetzt. Seine auch im Netz veröffentlichen Vorträge, u. a. mit dem Titel „Warum schweigen die Lämmer“, wurden zu Blockbustern in Netz.

KenFM sprach mit Rainer Mausfeld über den Status Quo einer auf den neoliberalen Kurs eingeschworenen Gesellschaft, die sich in gegenseitigen Lagerkämpfen an die Gurgel geht, während die Geldeliten weiter die Strippen ziehen. Die Manipulation ist extrem perfide, denn sie beleidigt den Menschen an sich, der nicht wahrhaben will, dass er wie Vieh zur Schlachtbank geführt werden kann und wird, indem man ihn mit den pervertierten Techniken der Demokratie davon abhält zu sehen, in welcher Situation er sich tatsächlich befindet.

Die Zeit des Erwachens steht unmittelbar bevor. Sie wird nicht ohne Schmerzen zu haben sein. Die Medienrevolution ist wie eine Geburt. Wir müssen da durch, um ein autarkes Leben wirklich beginnen zu können.

Inhaltsverzeichnis in Stichworten:

ab 00:03:24 Die Natur des Neoliberalismus
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=3m24s

ab 00:11:40 Das Verschwinden des Elitenspektrums
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=11m40s

ab 00:14:20 Vom Selbstbild des Menschen
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=14m20s

ab 00:19:26 Demokratie als Herrschaftsinstrument der Eliten
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=19m26s

ab 00:30:50 Die Atomisierung des Selbst: seine Zerlegung in ein Bündel von Kompetenzen
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=30m50s

ab 00:41:01 Lügenpresse, Querfront, Antiamerikanismus – die Pervertierung von Begriffen
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=41m1s

ab 00:50:04 Die Asymmetrie in der Deutsch-Amerikanischen Beziehung
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=50m4s

ab 00:56:12 Feudalismus oder: als der Gegner noch sichtbar war
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=56m12s

ab 01:02:21 Folgenloses Aufaddieren von Empörungsfällen, um Widerstandspotential zu schwächen
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h2m21s

ab 01:03:43 Das Menschenbild des Neoliberalismus und seine Nähe zum Behaviorismus
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h3m43s

ab 01:14:49 Wahlen im Kontext einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h14m49s

ab 01:16:36 Von Orwell und Huxley: „Wir amüsieren uns zu Tode“
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h16m36s

ab 01:19:17 Bargeldabschaffung und die Aufrechterhaltung unsers Mikrokosmos
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h19m17s

ab 01:35:53 Fehlinterpretationen der Aufklärung: Selbstbild-Rhetorik
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h35m53s

ab 01:41:36 Wie der Neoliberalismus unsere „dunkle“ Seite nährt und die „helle“ verleugnet
https://youtu.be/OwRNpeWj5Cs?t=1h41m36s

136 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld

  1. Herr Prof. Rainer Mausfeld ist ein sehr begabter Lehrer, Wissenschaftler und Professor. Sehr empfehlenswert, dennoch sollte man meiner Meinung nach in seinem (eigenen) Wortschatz das Wort Neoliberalismus durch Neokapitalismus ersetzen, denn das bezeichnet zumindest meinem empfinden nach dieses menschenverachtende Finanz- und Staatssystem in dem wir Leben, treffender! Nebenbei bemerkt, gefällt mir Herr Jebsens Krawatte, obwohl ich selber so gut wie nie eine Trage. „So gut wie nie“, ist sogar noch übertrieben, ich kann mich gerade mal an zwei „Auftritte“ damit erinnern.^

  2. Herr Prof. Rainer Mausfeld ist ein sehr begabter Lehrer, wie mir scheint. Sehr empfehlenswert, dennoch sollte, man meiner Meinung nach, in seinem (eigenen) Wortschatz das Wort Neoliberalismus durch Neokapitalismus ersetzen, denn das bezeichnet, zumindest meinem empfinden nach, dieses menschenverachtende Finanz- und Staatssystem in dem wir Leben, treffender! Nebenbei bemerkt, gefällt mir Herr Jebsens Krawatte, obwoh ich selber so gut wie nie eine Trage. „So gut wie nie“, ist eigentlich noch übertrieben, ich kann mich gerade mal an zwei „Auftritte“ damit erinnern.^

  3. über den Mausfeld Vortrag „Machteliten“ und das KenFM-Gespräch mit ihm bin ich wieder auf das Thema der Mikronationen gestossen – he „nudged“ me – aber ohne „Freunde“ kann ich’s ja gar nicht loswerden/absenden. Ich suche eine Mitarbeit zum Thema, im weitesten Sinn, und da Mausfeld seine Mail-Beiträge zu viel werden, versuche ich hier:

    Ich suche eine Mitarbeit zum Thema Mikronationen, weil das einfach sehr komplex ist, I need a helping hand.
    seit Mai 2014 versuche ich da, auf eine Aussage zu kommen – ich kann keinen bezahlen, aber das Thema reicht allemal für eine Hausarbeit. Mikronationen gibt es viele, selbst auf wiki bekommt man da eine weit gestreuten Überblick. https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_micronations.
    Die Reichsbürger sind nur das ausklammernde und abschreckende Beispiel – aber durch diese Art von Berichterstattung, werden alle anderen Optionen gleich mit ausgeklammert und in den Orkus geschickt.

    Da haben mir die Beiträge mit Rainer Mausfeld aktuell noch mal die Augen geöffnet.

    Angeschubst wurde ich über die seasteading.org Beiträge in 2014, einem elitären silicon-valley-getriebenen Extrem, fand ich als Sci-Fi-Fan ziemlich geil, als politisch kritischer Mensch doch bedenklich – ich selbst kann mit den dargestellten Reichsbürgern nicht viel anfangen, aber die stattfindende Reichsbürgerverdammung finde ich auch krass einseitig. höre Mausfeld Argumentation.

    Reichsbürger sind Mikronationen, aber dazwischen gibt es eine Vielzahl von anderen Mikronationen. Republik Wendland oder Christiania z.B., um nur mal ein 2 lokale zu nennen. Mikronationen sind Ausweichmechanismen, sind Subkultur, und denen begegne ich in meinem Bekanntenkreis ständig auf unterschiedlichen Ebenen. oft auch total unpolitisch.

    Ich finde das ein spannendes Thema – gesellschafltich, philosophisch, zwischenmenschlich.
    Viktor Turner, Ritual, Theater und Grenzüberschreitungen … ausufernd ist das.

    Dafür kann ich wirklich Hilfe gebrauchen. Interessiert das jemanden?

  4. Spät aber doch. Jemand schrieb einer der wichtigsten Vorträge. Kann ich mich nur anschließen. Aber bei aller Analyse die Prof. Mausfeld hier vorträgt, der intensiven Denk-Arbeit die er geleistet hat, eines bleibt ihm noch zu tun. Das ist der Begriff WIR. Mir geht das schon sehr auf die Nerven, wenn „wir“ dieses oder jenes tun oder nicht tun. Ich bin sicher nicht der einzige, der nicht unter dieses WIR fällt. Viele, sehr viele, fast alle, aber nicht WIR. Ich beute nicht aus, ich wähle nicht, Ich bin mir über sehr vieles im klaren und nutze das für mich, uns und „meine“ und andere Tiere.
    Erwin Heller

    • Ich will hier nicht hoch stapeln, aber ich hätte das auch von mir gesagt.

      Dummerweise bin ich mir auch bewusst, dass diese vielen Beiträge von all diesen klugen Menschen mich doch auch in meinem Denken verändert haben.

      Obwohl ich natürlich den Grundtenor schon drinn hatte.
      1. Zum Beispiel die Erkenntnis, dass vom einfachen Volke noch nie ein erfolgreicher Umsturz ausging.
      2. Das ich generell Radikale Umstürze mit Gewalt ablehne, weil sie nicht funktionieren.
      3. Das Herr Jebsen irgendwie immer nach dem Aufschrei der Massen sucht. Diesen Aufschrei gibt es natürlich zuhause im Wohnzimmer, aber die Organisation eines Umsturzes ist damit noch lange nicht gemacht. Die Organisation eines Umsturzes, das bedeutet nicht nur die Mobilisation der Massen, sondern auch einen Plan zu haben, was ich konkret wie verändern will. Und das haben wir noch lange nicht. Oder anders gesagt, das zu finden ist eigentlich Jebsens Aufgabe.
      Mir kommt es so vor, als ob Jebsen, weil er dieses höhere Ziel, den Umsturz, hat uns eine Super motivierte Arbeit abliefert und aus Versehen das Richtige macht, einfache freie Presse, einfach einen Guten Job. Ich habe Angst, wenn er Begreift, der Umsturz wird nie so in der Form kommen, sondern ein Schleichender Prozess in der Gesellschaft sein, er seinen Job nicht mehr so gut machen wird.

      Und auch für mich war dieses Interview eines der wichtigsten bis jetzt. Und genau hier knüpfen wir an Dutschke an. Aber ohne Umsturz, sondern einfach nur mit Bildung.

  5. Habe – infolge Misstrauens (und auch infolge vehementer Ungeduld) – wirklich MEHRERE „Anläufe“ gebraucht, um mir dieses Interview „im Ganzen“ anzuhören.
    Inzwischen habe ich das MEHRMALS wiederholt – und empfinde dabei INZWISCHEN eine derartige Tiefe, an die ich mich bisher bloß noch aus „Kindertagen“ erinnern kann.

  6. Mich würde jetzt ein reiner Philosophie-Vortrag von Rainer Mausfeld sehr interessieren, der z.B. auch Glaubens-und Religionsfragen anspricht. Mich würde z.B. interessieren, wie er genau zum bestehenden Patriarchat mit dem Verdinglichkeitswahn in der Wissenschaft steht. Ein bisschen ist ja schon was angeklungen mit Aristoteles, der einfach behauptet hat, Frauen hätten weniger Zähne! Das fand ich ja sehr lustig, dass der noch nicht einmal bei seiner Frau wirklich nachgezählt hatte! Dabei war er meines Wissens Sohn eines Arztes!

  7. ich habe das Video über einen you tuber gesehen und da eine Disskussion eingeleitet, die dort sicher nicht gesehen wird…aber ich möchte es gerne hier reinkopieren:

    Nachdem ich das Video nun 2 mal gesehen habe und mir nicht verständliche Begrifflichkeiten angeeignet habe…ein guter Beitrag. Das Bargeld soll abgeschafft werden…was, wenn WIR das GELD ABSCHAFFEN ?? Wer Wohneigentum hat vermietet gegen Brot oder selbst genähte Kleidung…wer kochen kann, bekommt das Gemüse oder Fleisch…kein Plan wie man die Wertigkeit aufteilt…aber jeder von uns hat Fähigkeiten, die ein anderer sehr schätzt…wenn wir anfangen das Geld zu ignorieren, sind die Eliten machtlos.Ich hatte einen Freund, der nicht schreiben konnte, aber handwerklich sehr begabt war..wenn ich für ihn ein Schriftstück für eine Behörde verfasst habe, war mir das ein Leichtes- er hingegen war unendlich dankbar..andersherum, hat er mir im Haushalt Dinge repariert und ich hatte das Gefühl, das kann ich nie wieder gut machen, obwohl er meinte es sei nur eine Kleinigkeit gewesen…das meine ich mit der Wertigkeit und der Einschätzung ..ein Generalstreik schaffen unsere trägen und/oder ängtlichen Gemüter scheinbar nicht…aber ein handel ohne Geld wäre doch ein Anfang?
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    Freiheit für Deutschland
    Freiheit für Deutschlandvor 6 Stunden
    Nein Geld ist ein gutes Tauschmittel, das Menschen ermöglicht, das zu bekommen, was sie brauchen und/oder haben möchten (das ist Freiheit!), und nicht das, was der andere Dir gerade geben kann, unabhängig davon, ob es Dir nützt oder nicht. Am Geld selber ist also nichts falsches, es ist allein falsch, in welcher Weise es entsteht (Kredite) und dadurch schuldbeladen wird. Und es ist natürlich völlig falsch verteilt, wenn man sieht, dass alleine die 80 reichsten Menschen genauso viel besitzen wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Aber man muss nicht ein geldloses System schaffen um dieses Unrecht zu beseitigen.
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    melitta graf
    melitta grafvor 4 Stunden
    sondern? Was meinst Du wie man die Elite besser stoppen kann?
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    Freiheit für Deutschland
    Freiheit für Deutschlandvor 4 Stunden
    Professor Mausfeld führt uns ja brutal vor Augen, wie es aussieht. Die Menschen werden indoktriniert und sympathisieren sogar noch mit ihren Unterdrückern, eben weil es in der Psychologie des Menschen liegt, Machtstrukturen, die er nicht effektiv bekämpfen kann, als gutartige Machtstrukturen anzunehmen.

    Mittlerweile glaube ich, dass die Mehrheit der Menschen gar nicht dazu in der Lage ist, geordneten Denkstrukturen zu folgen, gesamtheitlich zu denken oder abstrakte Konzepte ohne verzerrende Vorraussetzungen (Indoktrination) von Grund auf zu durchdenken, sondern jede ihrer Gedanken auf bestehenden, nicht reflektierten Zuständen aufbauen. Unsere Spezies ist also so naiv und ignorant, dass wir es nicht schaffen differenziert zu denken, einen ethisch und sozialen hohen Konsens zu finden und ein glückliches Leben zu führen.

    Und genauso wie die Schafe verfügen wir auch über keine Schwarmintelligenz. Es geschieht sogar eher das genaue Gegenteill denn das Niveau einer Diskussion nimmt umgekehrt proportional mit der Zahl der Teilnehmer ab. Deshalb werden wir weiterhin als Banken- und Industriesklaven leben und Kriege führen, unsere Umwelt zerstören usw., bis wir uns vollständig ausgerottet haben. Das Projekt „intelligente Primaten auf der Erde“ ist gescheitert. Wenn man dabei selber nicht mitmachen möchte kann man natürlich in das eine oder andere Land auswandern, das die NWO nicht unterstützt. Ob man in den Ländern insgesamt freier und selbstbestimmter lebt, ist aber freilich eine andere Frage.
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    melitta graf
    melitta grafvor 4 Stunden
    wenn ich Dich zitieren darf: „Nein Geld ist ein gutes Tauschmittel, das Menschen ermöglicht, das zu bekommen, was sie brauchen und/oder haben möchten (das ist Freiheit!), und nicht das, was der andere Dir gerade geben kann, unabhängig davon, ob es Dir nützt oder nicht“….ist nicht genau da ein egoistisches Denken? Komfort und Bequemlichkeit, wenn man überall immer Alles bekommen kann ? Abgesehen davon gibt es auch die Möglichkeit eines Dreiertausches, der eine gibt Etwas, der nächste tut Etwas und der dritte bekommt ein Produkt…jeder der 3 Personen wird irgendetwas haben oder können, was einer der anderen gebrauchen kann..
    Um eben diese 1% Elite auszurotten,muss man sie bei ihrer Wurzel aushungern..und da sagt auch Herr Prof. Dr. Mausfeld nichts anderes…wir müssen erkennen WO ist das eigentliche Übel…nicht das offensichtliche, sondern das, was sich geschickt verborgen hat, damit es keine Angriffsfläche bieten kann..
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    Freiheit für Deutschland
    Freiheit für Deutschlandvor 3 Stunden
    Ich finde das nicht egoistisch, aber ich weiß, dass Kommunisten das so sehen 😉
    Und es muss auch ein Instrument geben, mit dem sich Besitzverhältnisse abbilden lassen. Besitz ist auch nichts böses, denn es ist in Ordnung, dass jemand mehr besitzt, wenn er oder sie fleißiger oder auch innovativer ist, denn nur eine Innovation, die der Gemeinschaft Nutzen bringt, wird sich auch finanziell auszahlen. Das ist also alles nichts böses und Geld hat es schon vor 1.000 Jahren gegeben, lange bevor Banken überhaupt existierten. Wir sollten also nicht den Fehler machen, in Extremismus zu verfallen, weil derzeit einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Dann schaffen wir nämlich ein System, in dem Leistung gar nicht mehr honoriert wird, was im Endeffekt nur in totaler Anarchie enden kann. Und ich meine hier nicht Anarchie im Sinne von selbstbestimmten Leben, sondern von gesellschaftlichem Totalchaos, bei dem Mord und Totschlag an der Tagesordnung sind. Das ist nämlich die unumgängliche Folge, wenn man Menschen verbieten möchte, dass ihr Fleiß oder ihre Innovation Früchte trägt.
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    melitta graf
    melitta grafvor 3 Stunden
    Nun bin ich auch kein Anhänger des Kommunismus, allerdings schliesst ein Tauschhandel nicht aus, daß besonders fleißige Bauern mehr tauschen können , als faule…und auch Schutz geben wäre ein Handelsgut..eine alte Frau kann sich marodierender Gewalt nicht erwehren, aber einem gesunden jungen Mann dafür Wissen geben, wie man Kräuter bestimmt, falls es knapp an Lebensmitteln ist…und natürlich muss eine gewisse Ordnung aufrechterhalten bleiben.meine Beispiele sind vielleicht nicht so gescheit, aber etwas besseres fällt mir gerade nicht ein…
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    melitta graf
    melitta grafvor 6 Minuten
    In Fort Knox/USA lagerten in den 30er Jahren drei Viertel des Goldbestandes
    der Welt. Das internationale Finanzsystem gründete auf dem »Goldstandard«.
    Deutschland durchbrach dieses System in den 30er Jahren mit
    seiner Tauschhandelsmethode (Ware gegen Ware), wodurch das Goldmonopol
    und der Einfluß mächtiger Finanzkreise in Gefahr geriet. 1940 wies
    US-Schriftsteller Carleton Beals in seinem in New York erschienenen Werk
    Pan-America auf das Goldsystem als kriegsverursachenden Faktor hin: »Der
    Goldaufkauf erwies sich als Waffe gegen die goldarmen Länder Deutschland
    und, in nicht ganz so weitem Umfang, auch Japan lange vor dem Ausbruch
    der Feindseligkeiten in anderen Kontinenten. Mit ihm versetzten wir
    Deutschland den härtesten Schlag seit Versailles … Unsere Goldpolitik wirkte
    sich für Frankreich und England als ständige Subvention aus. Damit aber
    machten wir den neuen Krieg nur um so unvermeidlicher … Nichts anderes
    in den internationalen Angelegenheiten verursachte den Krieg so direkt wie
    die amerikanische Politik des Aufkaufs von Gold.«
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    • Damit man überhaupt Lust hat deinen Beitrag zu lesen, solltest Du ihn evtl. nochmals überarbeitet einstellen, so dass man die unterschiedllichen Beiträge überhaupt auseinander halten kann. Anscheind kann man hier seine eigenen Beiträge im nachhinein nicht mehr korrigieren, was ich einerseits auch sehr gut finde, da man so zu seinem Wort stehen muß und nichts verfälscht werden kann, andererseits bin ich mit der Zeit auch irgendwie ein pedantischer Orthographie-Fetischist geworden, seit dem ich im Internet unterwegs bin. Vielleicht versuche ich damit auch nur meine schulischen Leistungen in dem Bereich zu kompensieren. 🙂

  8. Die Frage ist, was machen wir nun mit dieser Erkenntnis. Wir schauen zu, wie die Bundeswehr im Inneren ermächtigt wird, das ist im Gebilder der EU und NATO eine gefährliche Angelegenheit.

    Wollten wir uns empören, wie es das Grundgesetz Art. 20(4) bestimmt,

    wird dies durch die europäische Menschenrechtskonvention in Frage gestellt, denn oberes Recht sticht unteres Recht, im Klartext, wer sich unrechtmäßig empört, ist zum Abschuß freigegeben:

    Wir bäuchten also Mätyrer. 🙂

  9. Danke für das hervorragende Interview. Eine Anmerkung finde ich allerdings unausweichlich:

    Wenn ich das Ende vernehme, dass wir auf das Zentrum der Macht zielen müssen und Reparaturen am System nicht reichen, dann fehlt mir an dieser Stelle natürlich etwas von Herrn Mausfeld. Der Maßstab für mich als Bürger, der in der Mittelstufe zufälligerweise noch Newtons Gesetze gelernt hat, ist da ziemlich einfach: ‚Sagt Rainer Mausfeld etwas zu 9/11?‘ Nein, tut er nicht. Da kneift er.
    Da kneift auch er – das soll kein Angriff sein. Nur eine Feststellung.

    Jaja. Dieses Zentrum anzugreifen wird ungemütlich. Herr Jebsen kann da ein Lied von singen.
    Wie kommen unsere armen Eliten da bloß wieder raus?
    Aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit…

    In den frühen 70ern gab es ja mal diese Selbstanklage auf dem Stern-Cover: „Wir haben abgetrieben.“
    So müsste man es nochmal organisieren. 1000 Professoren, Journalisten, Promis, die gestehen:
    „Wir haben fünfzehn Jahre geschwiegen, geheuchelt und gelogen. In Wahrheit können wir Newton.“

    • Herzlich Dank für dieses erhellende Interview. Wir müssen also auf das Zentrum der Macht zielen und das ganze wird extrem ungemütlich für uns werden. Das sagt einem aber auch bereits der gesunde Menschenverstand. Das Problem ist wie macht man das im Detail.
      Man muss sich untereinander vernetzen. Soviel ist klar. Das Internet bietet dazu ja genügend Möglichkeiten. Das entscheidende Problem ist jedoch wie organisiert man die Masse, so dass diese in eine richtige Richtung läuft? Man bäuchte eine übergeordnete Verwaltungsstruktur die uneigennützig tätig wird. Da jeder Mensch aber in erster Linie an sich denkt, kann es so eine Instanz, die nicht manipuliert werden kann, niemals geben.
      Die Eliten haben zudem die Möglichkeit sich in kleinen Gruppen zu treffen und sich auf etwas zu einigen. Das mit ein paar Millionen Menschen hinzubekommen dürfte auch nicht möglich sein…

  10. Ich hatte hier heute Morgen einen Kommentar hinterlassen, der leider verschwunden ist. Wie ist das möglich? Es handelte sich um einen sachlichen, in keiner Weise gegen die üblichen Regeln einer konstruktiven Debatte verstoßenden Beitrag.

    An Zensur wil ich freilich nicht glauben. Dürfte ich bitte deshalb erfahren, was da schief gegangen ist? Herzlichen Dank!
    Solche Ungereimtheiten müssen nachvollzienbar sein, gerade auch einer Seite wie dieser.

  11. So eben bei „Wikibu“ gefunden:
    Eben habe ich gesehen das der Link zu dem Video mit Ken Jebsen (KenFM) mit der Begründung ‚Unwissenschaftliche Medien entfernt‘ entfernt wurde. Ich bin zwar definitiv kein Fan von Ken Jebson, aber ich frage mich was das für eine Begründung sein soll! War das etwa nicht Herr Mausfeld der sich da mit Herr Jebson unterhalten hat? War es eine umgestaltete Gummipuppe? Ich wollte auch einen Link mit einen Interview mit Rainer Mausfeld (Audio) einstellen, befürchte aber das das wohl auch zu unwissenschaftlich ist… –Ravenbird (Diskussion) 19:30, 6. Aug. 2016 (CEST)

    Tja, so viel zu Wikipedia…und zu dem, was Prof. Dr. Mausfeld sagt: Informationen werden einfach weggelassen…schließlich geht es nicht an, dass ein renommierter Professor zum Verschwörungstheoretiker „mutiert“…

    Jedenfalls gibt auf der momentanen Seite von Wikipedia zu Rainer Mausfeld keinen Hinweis bzgl. KenFm oder Jens Wernicke: https://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Mausfeld

    Doch wer weiß, vielleicht saß ja bei Ken Jebsen ein „Double“ von Rainer Mausfeld und Jens Wernicke hat dieses „Double“ dann auch interviewt 🙂

  12. Wieder einmal ein phantastisches Gespräch. Danke Ken und Prof. Mausfeld!
    Ich kann Deinen Frust darüber verstehen, wenn man im eigenen Umfeld immer nur Schulterzucken erntet und vielleicht ein tröstendes „Naja, wird schon irgendwie weitergehen und so schlimm ist es ja nun auch wieder nicht“ zu hören bekommt. Es ist wirklich zum aus der Haut fahren.

  13. „Alternative Medien“

    Als Anmerkung möchte ich machen: Diese „alternativen Medien“ gehen auch nicht an die Wurzel. Die Wurzel heißt: Priesterschaft. Von der Priesterschaft geht die Macht über die ganze Welt aus. Natürlich: Die Priesterschaft ist BÖSE! Das Zentrum der Priesterschaft ist der Vatikan. Daran wagen sich auch die alternativen Medien nicht

    • Anmerkung: Die Wurzel vom Bösen – Priesterschaft / Vatikan – sprechen die alternativen Medien nicht an. Sind die alternativen Medien dann eigentlich auch nur ein Fake?

    • @Veganislove,
      Ich glaube nicht, daß Holger diese Information aus Büchern hat.

      Wer sollte sich getrauen derartiges zu schreiben? Da würde der Vatikan ja sofort eine Fatwa über ihn verhängen und die erfahrenen Inquisitoren der Iberischen Halbinsel würden den Delinquenten bei lebendigem Leib auf dem Scheiterhaufen verbrennen.

      Ich denke um zu derartigen Einsichten zu kommen bedarf es eines originellen autonomen Denkprozesses.

    • @W.Schürer

      Man kann einfach mal päpstliche Bullen lesen: Klick -> http://www.atx-netzteile.de/files/images/bulle.png

      Auf der Grundlage dieser päpstlichen Gesetze sind die Menschen abgeschafft worden. Plötzlich bekamen alle Menschen einen Namen (zum Beispiel „Bauer“) = Firmenname und geboren am = Firmengründung und wohnhaft = Firmensitz

      Das war es dann mit der Menschheit – nun sind alle nur noch Personen / Sachen / Stiftungen / Leibeigene vom Vatikan.

      Mehr als 1 + 1 = 2 ist nicht notwendig, um zu wissen, dass der Vatikan die Welt beherrscht und jeder ein Leibeigener vom Vatikan ist

    • Hallo Holger!
      Schwieriges Thema das Sie da anschneiden. Bin auch extrem vorsichtig, wenn wer einen Schuldigen ausgemacht hat der für alle Missstände verantwortlich sein soll. Ich kann natürlich die Möglichkeit das es so ist nicht Belegen, weil ich(Persönlich) es schlicht ergreifend nicht wissen kann. Generell gilt für mich das Verschwörungen extrem schwer zu beweisen sind. Aber wenn Sie meine Meinung dazu wissen möchten, dann würde ich diese These eher nicht befürworten. Eher könnte ich mir vorstellen das einige wenige(wenn überhaupt), vom Vatikan, mit den sogenannten Eliten mit mischen. Wie gesagt nur meine persönliche Meinung.

      lg
      ein Ösi

    • @Armin Richter

      Der Vatikan hortet den größten privaten Goldschatz der Welt. Ca. 20 Millionen südamerikanische Ureinwohner sind dafür auf grauenvollste Weise umgebracht worden. Den Kollegen aus Nordamerika ging es später auch nicht besser. Der Vatikan ist der größte Grundbesitzer und Immobilienbesitzer der Welt. Dem Vatikan gehört jede Geburtsurkunde der Welt – und damit ist der Vatikan Eigentümer jeder Seele. Man kann fortführen. Es reicht aber schon aus: Natürlich ist der Vatikan das Zentrum vom Bösen dieser Welt. Hervorgegangen aus den alten Priesterschaften mit Start in Sumer -> Babylon -> Ägypten -> Jerusalem -> Rom / Vatikan. Es handelt sich dabei um ein und die gleiche Priesterschaft. Im alten Ägypten bekannt als „Amen Priesterschaft“ – wobei die Gottheit Amen dem biblischen Satan entspricht. Und Satan / Luzifer ist natürlich die höchste Gottheit im Vatikan

    • @Holger,

      Ich vermute Ihr „Informations“gebaren fällt gemäß den von Herrn Mausfeld aufgedeckten Manipulationsmethoden in die Kategorie: Wiederholung unbewiesener und unbelegter Behauptungen ohne Quellenangaben bis zur Erschöpfung der Adressaten.

      Disclaimer: Ich bin schon vor ca. 30 Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten und auch ansonsten kein Anhänger von Luzifer

    • Hallo Holger,
      da muss ich dem Herrn(?)W. Schürer schon zustimmen. Anschuldigungen ohne irgendwelche seriöse Quellenangaben, ist nicht gerade förderlich, um den vorgebrachten Argumente/Anschuldigungen mehr Glauben zu verhelfen.

      Auch wenn ich dem gesagten/geschriebenen von Holger nicht viel Glauben schenke, muss ich einen meiner spontanen Gedanken vorbringen.

      Wenn man davon ausgeht, dass es Gott(das Gute) und Satan(das Böse) gibt, dann würde ich als Satan strategisch auf alle Fälle die Kirche unterwandern wollen. Denn wenn die Kirche im Namen von Gott den Menschen das Gute(oder den Glauben) vermitteln sollte, dann muss doch Satan dieses zu verhinder versuchen. Naja egal war ja nur so ein Gedanke.

      lg
      ein Ösi

    • @Armin Richter,

      oje – da ist was schief gelaufen: also noch ein Versuch:

      im Gegensatz zu Holger kenne ich mich mit Gott nicht so gut aus und habe mit Luzifer nichts im Sinn.

      Ich finde aber ihren Gedankengang sehr interessant. Und da ich mich – wie gesagt – mit den beiden nicht so gut auskenne möchte ich mal ihren Gedankengang in die aktuelle Politik übersetzten:
      >> „Wenn man davon ausgeht, dass es und gibt, dann würde ich als strategisch auf alle Fälle unterwandern wollen. Denn wenn Menschen das Gute(oder den Glauben) vermitteln sollte, dann muss doch dieses zu verhinder versuchen.“

      Ich glaube damit treffen Sie den Nagel auf den Kopf.

      Das nennt man: Unterwanderung der (linken) Parteien.

    • @W. Schürer
      Natürlich kann man diesen Gedankengang ebenso auf die Politik anwenden. Und ja, wenn man der Linken-Bewegung Böses will, wäre es natürlich strategisch wichtig sie zu unterwandert. Aber sie wird ja nicht nur Unterwandert. Nein, es ist noch viel gerissener. Man pervertiert den Humanismus und verwendet ihm um Abweichler zu sanktionieren. Bin über diesen exzellenten Schachzug gegen die Linke-Bewegung einerseits wirklich beeindruckt und andererseits bis ins Mark erschüttert.
      Das Erschütterndste daran ist die Konsequenz was sich daraus ergibt. Denn, es muss also Menschen geben die das geplant haben. Und all die daraus entstehenden sozialen Missstände in kaufnehmen. Damit meine ich speziell den ökologischen Zusammenbruch durch die Ausbeutung der Erde und die daraus aufkommenden Ressourcenkriege. Natürlich nicht zu vergessen die große Armut und das enorme Maß an Leid, was damit einhergeht. Da stellt sich ja die Frage ob das noch Menschen sind die dieses zu verantworten haben. Denn ich spreche diesen die menschliche Empathie ab und diese ist aber unabdingbar mit Mensch zu sein verknüpft.
      Naja bin mal gespannt wie lange ich noch hinter meinen PC sitze und solche Texte schreibe bis ich die Kraft habe endlich aufzustehen.
      lg
      ein Ösi

  14. Ich diskutiere schon seit vielen Jahren mit guten Freunden aus meiner laienhaften Sicht über unser aktuelles Wirtschaftssystem. Das Thema begann mich zu interessieren nachdem ich schon in relativ jungen Jahren einen sehr gut bezahlten Job an den Nagel gehängt hatte um noch was anderes als die Tretmühle zu erleben.

    Zu Zeiten der Internetblase und der damit verbundenen sagenhaften Gewinnmöglichkeiten ohne Arbeitsaufwand (an der Börse) begann ich mich dann mehr und mehr über die Eigenheiten und Ungerechtigkeiten unseres Wirtschafts- und insbesondere Geldsystems zu wundern. Deswegen begann ich mich mit diesem Thema zu beschäftigen, das mich bis dahin überhaupt nicht interessiert hatte. So wurde ich zu einem Anhänger der „Wiener Schule“. Auch Hayek wird zu den geistigen Vätern dieser Denkschule gerechnet.

    Mit Neoliberalismus hatte ich nie was am Hut. Zumindest nicht im Kontext eines Fiatmoneysystems. Für mich ist essentieller Bestandteil der „Wiener Schule“ die Verwendung eines ehrlichen Geldsystems und die Ablehnung von Fiatmoney.

    In diesem Geiste schrieb ich vor ca. 2 Jahren folgenden „Essay“ an einen guten Freund mit dem ich mich über den Kapitalismus stritt. Und verteidigte in dieser Diskussion die Rolle eines längst der Geschichte angehörigen Kapitalismus (in dessen zentraler Rolle der eigenverantwortlich handelnde Unternehmer stand) gegenüber seiner heutigen Ausprägung als effizientes Betrugssystem und Raubtierkapitalismus.

    Heute – 2 Jahre später – sehe ich manche Dinge etwas anders. Grade diese offenbare Nähe der „Wiener Schule“ zum Neoliberalismus hat mich nachdenklich gemacht. Wenngleich ich weiterhin das Gedankengebäude der „Wiener Schule“ als in sich konsistent und nachvollziehbar betrachte. Seit gut einem Jahr bin ich eifriger Leser der flassbeck-economics (seit neuestem makroskop.eu). Heiner Flassbeck – ich hoffe es gibt auch mal ein Interview mit ihm bei Ken – vertritt ja eine ganz andere Sichtweise: den Keynesianismus. Und meines Erachtens sehr überzeugend. Falls sich jemand die Mühe machen möchte mein „Essay“ zu lesen (22 WORD-Seiten), den/die bitte ich zu berücksichtigen, daß es sich bei mir nach wie vor um einen Suchenden handelt, der aber gerne seine Gedanken zur Diskussion stellt.

    Der Begriff „Markt“ hat übrigens meines Erachtens – soweit allen Beteiligten durch entsprechende Regelungen eine faire Teilnahme möglich ist – durchaus positive Eigenschaften und demokratische Elemente. Dies nur am Rande, da ja heutzutage großer Mißbrauch mit diesem Begriff betrieben wird.

    • Und nach dieser Vorrede nun hier mein „Essay“:
      Lieber xy,
      ich kann deine Unzufriedenheit mit den real existierenden Verhältnissen 100%ig nachvollziehen. Nur bei der Ursachenforschung kommen wir auf unterschiedliche Ergebnisse.
      Nun gut, jeder von uns beiden denkt wohl dass er Recht hat. Dass ich es denke weiß ich ja. Dass du es denkst vermute ich. Dein Versuch mich in die Ecke der weltfremden Theoretiker zu stellen deutet stark darauf hin.
      Ich habe aber meine begründeten Zweifel dass du damit richtig liegst.
      Meiner Meinung nach hat die Diskrepanz unserer Urteile eine andere Ursache. Ich bezweifle nicht deine Fähigkeit korrekte Schlussfolgerungen zu ziehen. Aber auch die korrekteste Beweisführung führt notwendiger Weise zu falschen Ergebnissen wenn sie von falschen Prämissen ausgeht. Und genau das ist – mit Verlaub – meiner Meinung nach der Grund warum du zu einer falschen Lageeinschätzung kommst.
      Deine Prämisse: wir leben in einer kapitalistischen Wirtschaftsform mit unreguliertem freiem Markt.
      Deine Lagebeurteilung: die Verhältnisse unter unserem aktuellen Wirtschaftssystem sind absolut ungerecht und für große Teile der Bevölkerung lebensbedrohend und ruinös.
      Deine Schlussfolgerung: die kapitalistische Wirtschaftsform mit unreguliertem freiem Markt führt notwendiger Weise zu solch katastrophalen Verhältnissen.
      Dein Denkfehler: Du gehst von einer falschen Prämisse aus. Wir leben nicht in einer kapitalistischen Wirtschaftsform mit unreguliertem freiem Mark! Ja, wir leben in einer kapitalistischen Wirtschaftsform! Aber die real existierende Regulierung des Marktes könnte extremer und ungerechter nicht sein als sie es tatsächlich ist! Man muß den Regulierern (ich nenne sie lieber Manipulateure) zugestehen, dass ihre Methode sehr ausgereift und auf den ersten Blick nicht so ohne weiteres zu durchschauen ist. Ein weltweit von interessierter Seite gesponsertes Heer an so genannten „Wissenschaftlern“ der Disziplin Volkswirtschaftslehre trägt das ihrige dazu bei dass sich Otto-Normalverbraucher angesichts der geballten vermeintlichen Kompetenz dieser „Elite“ gar nicht zutraut da mitzureden.( Mal ganz davon abgesehen, dass es ihn eh nicht interessiert. Fußball ist viel wichtiger!).
      Mit dem Begriff „theoretischer Kapitalismus“ hast du jetzt noch mal einen neuen Begriff gebracht, den ich bisher gar nicht kannte. Damit
      wir nicht endlos aneinander vorbeireden deshalb erst mal ein paar Begriffsdefinitionen:
      Geld: universelles Tauschmittel
      E-Geld: echtes Geld = ein von freien Menschen in freier Entscheidung auf einem freien Markt als Geld gewähltes Medium. In diesem Umfeld können sich durchaus mehrere Formen von E-Geld herauskristallisieren. Zwangsläufig durchsetzen werden sich diejenigen Medien welche die (freien!) Marktteilnehmer aufgrund ihrer Eigenschaften als am besten für diesen Zweck (als universelles Tauschmittel zu dienen) geeignet halten.
      F-Geld: (f wie falsch) so genanntes Geld, das den Menschen untergejubelt wird unter Vortäuschung der Tatsache es besäße die Eigenschaften die essentiell sind um sich als Geld zu eignen
      Man kann im Wesentlichen zwei Spielformen von F-Geld unterscheiden:
      Falschgeld: In betrügerischer Absicht hergestelltes, in seiner Erscheinungsform E-Geld imitierendes Medium, das von E-Geld nur schwer zu unterscheiden ist. Hersteller von Falschgeld werden strafrechtlich verfolgt.
      Fiatmoney: Spezialfall von Falschgeld. Die Hersteller werden nicht strafrechtlich verfolgt da entweder identisch mit dem Gesetzgeber oder von diesem zur Schaffung von Fiatmoney autorisiert (im aktuell implementierten System beinhaltet eine Banklizenz diese Autorisierung). Man kann sich als Marktteilnehmer der Annahme dieser Art von Falschgeld nicht entziehen, da es eine Annahmepflicht gibt (gesetzliches Zahlungsmittel). Letztere ist der einzige Grund dafür dass Fiatmoney überhaupt von den Marktteilnehmern akzeptiert wird. Ohne diese Annahmepflicht würde kein rational denkender Mensch freiwillig irgendetwas Werthaltiges gegen Fiatmoney eintauschen. Um exakt zu bleiben: gesetzliche Zahlungsmittel sind nur Münzen und Banknoten aber nicht Giralgeld. In der täglichen Praxis kommt diese Unterscheidung aber nicht zum Tragen. Da wird (bei größeren Geschäftstransaktionen) aus Bequemlichkeit Giralgeld sogar den Banknoten und Münzen in der Regel vorgezogen. Diese Praxis ändert sich schlagartig wenn sich ein Großteil der Bevölkerung (kritische Maße) des hinter dem Fiatmoney stehenden Betrugs bewusst wird. Dann kommt es unweigerlich zum Bankrun (Die Leute wollen nur noch Banknoten und Münzen aber kein Giralgeld mehr). Das liegt nicht etwa daran, dass diese Variante des Fiatmoneys werthaltig wäre sondern an seiner Eigenschaft gesetzliches Zahlungsmittel zu sein. Das bedeutet: solange das politische Machtsystem nicht zusammenbricht kann man damit einkaufen gehen. Wenn u.U. auch nur unter Inkaufnahme gallopierender Kaufkraftverluste. Beim Bankrun kommt es ja erst mal nur zum Zusammenbruch des Bankensystems (oder einzelner Banken). Ob das politische Machtsystem dies übersteht ist eine andere Frage die dann in den Tagen nach dem Bankrun auf mehr oder weniger friedliche Art und Weise beantwortet wird.
      T-Kapitalismus: theoretischer Kapitalismus = Wirtschaftsform, die dadurch charakterisiert ist, dass die erwirtschafteten Erträge nicht (nur) verkonsumiert und/oder in Form von gehortetem Geld aufbewahrt sondern (von jedermann) auch in Form von Produktionsmitteln zur Erwerbswirtschaft eingesetzt werden (können). Produkte und Dienstleistungen werden auf einem freien (weitgehend unreguliertem) Markt gehandelt. Die erforderlichen Regulierungen beschränken sich darauf strafrechtlich sanktionierbares Verhalten zu unterbinden.
      E-Kapitalismus: (E wie echt) T-Kapitalismus in die Praxis umgesetzt basierend auf E-Geld. Alle Betrachtungen der Wiener Schule basieren auf diesem Modell. Auch die des unsäglichen Herrn Baader.
      B-Kapitalismus: (B wie Betrug) T-Kapitalismus in die Praxis umgesetzt basierend auf F-Geld. Aktuell weltweit ausschließlich installierte Form des Kapitalismus. Das war nicht immer so. Alle heutzutage an offiziellen Bildungsinstitutionen gelehrten VWL-Theorien basieren entweder auf diesem Modell oder aber erachten eine Unterscheidung zwischen E-Kapitalismus und B-Kapitalismus nicht für erforderlich (ohne das schlüssig begründen zu können) indem sie davon ausgehen, dass F-Geld dieselben (oder sogar bessere!) Eigenschaften habe wie E-Geld.

      In deiner Email hattest du folgendes geschrieben:
      „Was mich am sogar am idealen, theoretischen Kapitalismus aus ethischen und ästhetischen Gründen abstößt, ist die Erhöhung des individuellen Egoismus zur Quasi-Religion, weil ihn die Unsichtbare Hand des Marktmechanismus ja letztendlich zum Segen für alle geraten läßt.“

      Damit tust du meiner Meinung nach dem Urheber dieses Begriffes, Adam Smith, sehr großes Unrecht an. Der war ja kein skrupelloser egoistischer Gierschlund sondern durchaus ein Mann mit hohem ethischem Anspruch, ein Moralphilosoph, der sich intensiv mit Fragen der Ethik beschäftigte. Du hattest mir dankenswerter Weise mal vor Jahren Auszüge aus einem Buch über bedeutende Wirtschaftswissenschaftler der letzten Jahrhunderte kopiert. Darin steht im Kapitel über Adam Smith u.a. Folgendes:
      „Der Ökonom, der die Wirtschaft vor allem aus der Perspektive des Konsumenten sah, betrachtete Fabrikanten und Kaufleute mit wacher Skepsis. Er beklagte sich über die „gemeinsame Raubgier und den Monopolgeist der Fabrikanten“. Und er hegte den Verdacht, dass sie wie „Verschwörer“ beratschlagen, wie sie die Preise hoch und die Löhne niedrig halten können. Deshalb auch Smiths Forderung nach Gewerkschaften, denn der einzelne Arbeiter habe gegen diese Kaste keine Chance.“

      Ich weiß ja nun nicht genau, was du unter „theoretischem Kapitalismus“ verstehst und habe deswegen weiter oben meine Begriffsdefinition aufgeschrieben damit wir wissen worüber wir reden. Wenn du etwas anderes meinst musst du mich diesbezüglich aufklären. Aufgrund deines Hinweises auf den berühmten, von Adam Smith geprägtem Begriff (unsichtbare Hand) nehme ich an du meinst damit u.a. (oder etwa ausschließlich?) auch die Wirtschaftsphilosophie von Adam Smith.

      Was den menschlichen Egoismus und Adam Smith betrifft so halte ich gerade seine diesbezüglichen Ausführungen für genial. Jeder Gesellschaftskritiker muss sich dem Thema individueller Egoismus stellen. Es handelt sich dabei ja nicht um ein theoretisches Konzept sondern um ein flächendeckend zu beobachtendes Phänomen. Und Adam Smith hat meiner Meinung nach die beste Lösung gefunden wie man dieses nicht zu leugnende Phänomen in friedliche, ja sogar nützliche Bahnen lenken kann. Jeder Gesellschaftstheoretiker, der ein Gesellschaftsmodell für ethisch tadellose Menschen entwirft leistet damit überhaupt nichts was sich in der Praxis bewähren könnte. Wenn wir alle ethisch tadellos wären würden sich eh alle Probleme von selbst auflösen.

      Ein praxistaugliches Gesellschaftsmodell muß sich meiner Meinung nach in erster Linie daran messen lassen wie sich die ethisch nicht ganz so tadellosen, mit größeren und kleineren Lastern belasteten Gesellschaftsmitglieder möglichst reibungslos in das Modell integrieren können ohne den anderen zu schaden. Und diesbezüglich ist die Leistung Adam Smiths genial und beispiellos. Er liefert nicht nur ein Konzept, wie dieser individuelle Egoismus der einzelnen Mitglieder der Gesellschaft neutralisiert und in friedliche Bahnen gelenkt werden kann (ihre Egoismen treten am freien Markt in gegenseitigen Wettbewerb und die entstehenden Konflikte werden durch die unsichtbare Hand des Marktes gelöst). [Exkurs: unser aktuelles System bietet diese Voraussetzung nicht, mehr dazu später] Er liefert auch noch einen Leitfaden, wie diese tendenziell negative Eigenschaft (individueller Egoismus) in für das Wohlergehen der Gesamtgesellschaft nützliche Bahnen gelenkt werden kann! (Produktion dringend benötigter Güter nicht aus Nächstenliebe sondern wegen privatem Profitstreben). Also: ein tendentiell negativer Charakterzug wird vom System so eingespannt dass die egoistische Absicht zum Wohlergehen der Gemeinschaft führt: es werden dringend benötigte Güter produziert. Es ist äußerst wichtig, sich diese Leistung des Systems bewusst zu machen. Denn ohne diesen Impuls wäre der Wohlstand der Gesamtgesellschaft geringer. Einfach deswegen weil dringend benötigte Güter nicht produziert würden. Als Alternativen zu der genialen Idee die Egoisten für diesen Zweck zu instrumentalisieren fallen mir nur zwei Möglichkeiten ein. Entweder man muß die Egoisten ausrotten damit sie nicht anderweitig Schaden anrichten. Damit wäre aber immer noch nicht das Problem gelöst wer die Produktion dringend benötigter Produkte initiiert. Das müssen dann die verbleibenden Guten dann alle aus reiner Nächstenliebe machen. Oder aber ein Teil muß versklavt und gezwungen werden den Job zu erledigen.

      Natürlich muß in dem System dafür gesorgt werden dass der Eigennutz nicht dazu führt dass die Kapitalisten zwar effizient arbeiten aber nicht zum Nutzen sondern zum Schaden der Gesellschaft. Eine Regulierung die strafrechtlich sanktioniertes Verhalten bestraft sollte hierfür ausreichend sein. Eine darüber hinaus reichende Regulierung führt nur zu Vorteilen für etablierte Monopolisten und erschwert den Markteintritt für andere. Denn die Monopolisten finanzieren den damit verbundenen Verwaltungsaufwand und Investitionen aus der Portokasse während Neueinsteigern wegen notorischem Kapitalmangel der Einstieg durch überflüssige Regulierungen noch zusätzlich erschwert würde oder ganz verwehrt bliebe. Deswegen fördert meiner Meinung nach jegliche Regulierung, die über Sanktionierung strafrechtswidrigen Verhaltens hinausgeht nur den Hang zur Monopolisierung. Ich hör dich jetzt schon aufschreien: NEIN! Und der Aufstieg von Uber ist der Beweis! Ein wenig Geduld. Auf diesen Einwand komme ich noch ausführlich zurück.

      Ich räume ein, dass es viel schöner wäre wenn wir alle uns gegenseitig aus reiner Nächstenliebe nur Gutes antun würden! Aber da das aufgrund der menschlichen Natur eine rein theoretische Betrachtung ist bleibt das Problem: was machen wir mit den Anderen?

      Ich kenne kein anderes Gesellschaftssystem, dass diesen Knackpunkt auch nur ansatzweise lösen würde. Am harmlosesten sind diesbezüglich noch die wohlmeinenden theoretischen Sozialisten die meinen es wird alles gut, wenn wir nur alle schön selbstlos handeln. Wenn das nicht klappt, dann müssen nur ein paar moralisch Integere mit ein wenig Zwang nachhelfen. Wie gut das klappt kann man schön in Orwells „Animalfarm“ bewundern.

      Diverse Gesellschaftsmodelle die bisher versucht wurden in die Praxis zu überführen scheiterten im Umgang mit den nicht modell-konformen Individuen kläglich. Sei es Mao Tse-tung der Millionen von Intellektuellen per Zwang modellkonform umerziehen wollte, sei es Pol Pot der auf seinen „killing fields“ lieber gleich mit dem Rasenmäher nicht modell-konforme Köpfe häckseln ließ oder sei es Adolf Hitler, der in Verquickung mit Rassismus gleich eine ganze Gesellschaftsgruppe für alles Unheil dieser Welt verantwortlich machte und der Massenvernichtung zuführte. Stalins Gulags stechen angesichts dieser Konkurrenz schon fast positiv hervor.

      Wenn du also „die Erhöhung des individuellen Egoismus zur Quasi-Religion“ kritisierst, dann darfst du diese jedenfalls nicht dem „theoretischem Kapitalismus“, also den Vordenkern dieser Wirtschaftsform, vorwerfen. Ich sehe jedenfalls keine inquisitorische Institutionen, die uns diese Religion aufzwingen wollen. Höchstens Verführer, die uns vom rechten Weg des E-Kapitalismus abbringen und auf den Pfad des F-Kapitalismus verführen wollen weil dort der Egoismus viel hemmungsloser ausgelebt werden kann (wenn man über die richtigen Lobbyisten als Einflüsterer bei den Machthabern verfügt).

      Ich sehe übrigens die Erhöhung des individuellen Egoismus in unserer heutigen Gesellschaft genau so negativ wie du. Aber ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass diese Geisteshaltung als Ideal im „theoretischen Kapitalismus“ gelehrt würde. Ganz im Gegenteil. In Wirklichkeit ist der Grund für die Erhöhung, ja systematische Bevorzugung der rücksichtslosen Egoisten, die man heute beobachten kann darin zu finden, dass wir nicht wachsam genug waren die „Unsichtbare Hand des Marktes“ vor diesen Egoisten zu schützen. Denn, wie weiter oben erwähnt ist es ja grade die Funktion dieser unsichtbaren Hand die konkurrierenden Egoismen auszugleichen. Das ist natürlich lästig für ausgesprochene Egoisten. Und deswegen haben Turbo-Egoisten einen Weg gefunden um diesen lästigen Mechanismus auszuhebeln.

      Mit anderen Worten: der zur Zügelung des individuellen Egoismus vorgesehene Mechanismus (die unsichtbare Hand) wurde von interessierter Seite ausser Betrieb genommen. Aber dazu gleich mehr.

      Für mich ist dieses beklagenswerte Phänomen eher ein Anlaß unser aktuelles politisches System in Frage zu stellen. Die Demokratie heutiger Coleur (Parteiendemokratie) jedenfalls erscheint mir sehr fragwürdig. Da besteht meiner Meinung nach echter Reformbedarf. Wenn der individuelle Egoismus heutzutage kollektiv überhöht wird, dann ist das einem rein demokratischen Prozeß entsprungen. Soll heißen: wenn das so ist, dann deswegen weil die Mehrheit es so will. Aber das ist nicht weiter verwunderlich. Denn, wie du gleich sehen wirst: das System stinkt vom Kopf her. Und wenn die Elite versaut ist, die eigentlich ein Vorbild sein sollte, dann muß man sich nicht wundern wenn das Gleiche für die große Mehrheit des Fußvolkes gilt.

      Damit sind wir endlich soweit uns mit dem Übel des F-Kapitalismus zu beschäftigen, der heute in der ganzen westlichen Welt installiert ist. Die Außer-Kraft-Setzung der Unsichtbaren Hand ging folgendermaßen vonstatten. Sie wurde erreicht durch folgende VIER REGULIERUNGEN, die jedes freie Marktgeschehen unterbinden:

      ERSTENS: Die freien Marktteilnehmer können nicht frei entscheiden was sie als Tauschmittel für ihre Transaktionen auf dem freien Markt verwenden möchten. Ihnen wird für diesen Zweck ein gesetzliches Zahlungsmittel aufoktroyiert (finanzielle Repression). Damit wird dem freien Markt quasi die Basis entzogen. Das ist ungefähr so als würde man uns vorschreiben zur Fortbewegung ausschließlich auf Rehen reiten zu dürfen während alle anderen Transportmittel (Kamel, Pferd, Auto, Roller, Flugzeug, U-Bahn, Eisenbahn, Fahrrad etc. verboten sind). Das ist schlimm genug wäre aber noch vertretbar, wenn alle Marktteilnehmer gleichermaßen Zugang zu diesen vorgeschriebenen Tauschmitteln hätten. Sie also z.B. durch Erwerbsarbeit erwerben müßten. Dies trifft aber nur für einen Teil der Bevölkerung zu (zugegeben für die überwältigende Mehrheit). Verschlimmert wird die Regulierung dadurch, dass

      ZWEITENS: eine privilegierte Gruppe (Bänkster) sich zum Erwerb dieser Zahlungsmittel nicht den Mühen der Erwerbsarbeit unterwerfen muß sondern es praktisch unbegrenzt zu absolut vernachlässigbaren Kosten aus dem Nichts hervorzaubern und in Umlauf bringen kann. Ich nehme an um einen vernunftbegabten Zeitgenossen davon zu überzeugen, dass es sich hierbei NICHT um einen unerhörten, ungerechten Vorteil handelt bedarf es hochtheoretischer wissenschaftlich verbrämter Theorien die niemand nachvollziehen kann. Und so ist es auch. Jeder Mensch, der noch genug Selbstvertrauen hat um nicht auf derartiges Brimborium hereinzufallen wird unmittelbar einsehen, dass dieses Privileg unbezahlbar ist. Und wird auch einsehen, dass die realen Werte, die dem mit diesem Privileg verbundenen finanziellen Gewinn entsprechen von anderen geschaffen werden müssen (und diesen dann nicht zur Verfügung stehen – was zwangsläufig zu Verarmung führt). Aber damit noch nicht genug. Ein Konzept, dass bei E-Geld als Tauschmittel noch durchaus moralisch und wirtschaftstheoretisch begründbar ist wird einfach mir-nichts-dir-nichts auf F-Geld übertragen. Ich rede vom Zins. Bei E-Geld kann man dies zurecht mit dem Hinweis rechtfertigen dass der Verleiher des E-Geldes hiermit für seinen (zeitweisen) Konsumverzicht belohnt werden muß um überhaupt dazu bereit zu sein was zu verleihen.

      DRITTENS: Die Zauberer, die F-Geld zum Nulltarif aus dem Nichts hervorzaubern verlangen mit dem gleichen Argument für diese tolle Leistung auch noch Zinsen. Diese Chuzpe ist wirklich unglaublich! Und keinen scheint es zu stören. Man könnte es nicht glauben, wenn man nicht in einer Welt leben würde in der das Realität ist.
      Aber es kommt noch Besser! Im E-Kapitalismus wird der Preis des E-Geldes (also der Zins, zu dem man es leihen kann) auf dem freien Markt unter den freien Marktteilnehmern ausgehandelt.

      VIERTENS: Im F-Kapitalismus wird der Preis des F-Geldes (Zins) von Zentralplanern festgesetzt. Angeblich um die Teilnehmer am Wirtschaftsgeschehen in die richtige Richtung zu lenken.

      Im weiter oben erwähnten Kapitel zu Adam Smith steht hierzu folgendes:
      „Der Nachweis, dass der Markt sich selber reguliert, war das stärkste Argument für den liberalen Kapitalismus und gegen die Eingriffe des Staates. Smith: „Gibt man daher alle Systeme der Begünstigung und Beschränkung auf, so stellt sich ganz von selbst das einsichtige und einfache System der natürlichen Freiheit her. Solange der einzelne nicht die Gesetze verletzt, lässt man ihm völlige Freiheit, damit er das eigene Interesse auf seine Weise verfolgen kann und seinen Erwerbsfleiß und sein Kapital im Wettbewerb mit jedem anderen oder einem anderen Stand entwickeln oder einsetzen kann. Der Herrscher wird daher vollständig von einer Pflicht entbunden, bei deren Ausübung er stets unzähligen Täuschungen ausgesetzt sein muß und zu deren Erfüllung keine menschliche Weisheit oder Kenntnis jemals ausreichen könnte, nämlich der Pflicht oder Aufgabe, den Erwerb privater Leute zu überwachen und ihn in Wirtschaftszweige zu lenken, die für das Land am nützlichsten sind.“

      Ich zitiere das hier aus zwei Gründen. Erstens steht es in direktem Bezug zu Regulierung Nummer VIER, nämlich der Hybris mit der ein paar windige Zentralplaner in den Zentralbanken sich anmaßen die Geschicke der Wirtschaft zu lenken. Entweder kennen sie Adam Smith nicht, oder aber sie halten seine diesbezüglichen Ausführungen für verfehlt und sich selbst darüber erhaben. Für am wahrscheinlichsten halte ich es, dass sie diese Aussage von Adam Smith sehr wohl kennen und auch deren Richtigkeit akzeptieren. Aber sie denken sich vermutlich: wenn wir gewiß überfordert sein werden die Wirtschaftszweige optimal für das Gesamtsystem zu lenken so werden wir es zumindest doch schaffen es ein wenig zu unseren Gunsten zu beeinflussen.
      Der zweite Grund aus dem ich das zitiere: die Unterstreichung (siehe oben) stammt von dir. In der Kopie des Artikels sieht man, dass die Zeilen im Original mit Bleistift unterstrichen waren und der ganze Absatz (er ist noch länger) am Rande mit dem Bleistift markiert war.
      Ich nehme also an, dass dir diese Aussage zumindest damals als du es gelesen hattest als sehr wichtig erschien und wollte sie dir deswegen hiermit in Erinnerung bringen. Im Rest des seitlich markierten Absatzes steht:
      „Im System der natürlichen Freiheit hat der Souverän lediglich drei Aufgaben zu erfüllen, die von höchster Wichtigkeit sind, aber einfach und dem normalen Verstand zugänglich sind: Erstens die Pflicht, das Land gegen Gewalttätigkeit und Angriffe anderer unabhängiger Staaten zu schützen, zweitens die Aufgabe, jedes Mitglied der Gesellschaft so weit wie möglich vor Ungerechtigkeit oder Unterdrückung durch einen Mitbürger in Schutz zu nehmen oder ein zuverlässiges Justizwesen einzurichten, und drittens die Pflicht, bestimmte öffentliche Anstalten und Einrichtungen zu gründen und zu erhalten, die ein einzelner oder eine kleine Gruppe aus eigenem Interesse nicht betreiben kann, weil der Gewinn ihre Kosten niemals decken könnte.“

      Stell dir mal vor wie niedrig der Steuersatz in einem Staat sein könnte, der sich auf diese wesentlichen Aufgaben beschränken würde! Da gäbe es gar keinen Anreiz zur Steuerflucht! Aber das nur nebenbei.

      Meiner Meinung nach sind diese VIER Regulierungen des freien Marktes so gravierend, dass sie alle denkbaren sonstigen Regulierungen bei weitem in den Schatten stellen. Sie sind der Sündenfall des Kapitalismus der bewirkt hat, dass wir aus dem E-Kapitalismus vertrieben und in den B-Kapitalismus verbannt wurden. Sie waren der Tod der Unsichtbaren Hand, deren Rolle im E-Kapitalismus es ist die individuellen Egoismen im Zaum zu halten indem sie sich gegenseitig neutralisieren. Sie haben das Tor für alle hemmungslosen Egoisten geöffnet sich grenzenlos auf Kosten anderer zu bereichern und lassen dem Rest in unterschiedlichem Ausmaß nur die Rolle der Zahlmeister.

      Von großer Bedeutung hierbei ist, dass es den Rest mit unterschiedlicher Intensität trifft. Das Prinzip „Teile und Herrsche“ ist seit den Römern das A und O von Hegemonialmächten (und sonstigen maßlosen Egoisten). Man muß das Heer derjenigen, die man beherrschen will in unterschiedliche Gruppen teilen um sie beherrschen zu können. Träfe sie alle das gleiche Schicksal würden sie sich sofort zusammentun und sich gegen die Herrschaft erheben.

      Drum sorgt man dafür die Gruppen möglichst unterschiedlich zu behandeln. Indem man z.B. Löhne und Gehälter rigoros an der Quelle besteuert und Finanzeinkünfte nicht. Außerdem gewährt man den Reichen die Möglichkeit durch den Erwerb von Staatsanleihen eine sichere Rendite einzufahren (solange das System nicht zusammenbricht), die oberhalb der Inflation liegt. So kann denen die Inflation wurst sein, die betrifft ja nur die Armen, die sich keine Staatsanleihen kaufen können und die in zähen Verhandlungen versuchen müssen wenigstens zu erreichen, dass ihre Lohnerhöhungen mit der Inflation Schritt halten. Wofür sie sich dann auch noch als Inflationstreiber beschimpfen lassen müssen.

      Ein anderer Effekt der oben beschriebenen VIER REGULIERUNGEN ist derjenige, dass damit ein (finanzielles) Schneeballsystem etabliert wurde. Schneeballsysteme sind auf Dauer nicht funktionsfähig und tragen den Keim ihrer schlußendlichen Selbstzerstörung von Anfang an in sich. Das ist der Grund warum die Etablierung von Schneeballsystemen für Normalsterbliche genau so unter Strafe steht wie die Fälschung von Geld. Der Anreiz zur Etablierung von Schneeballsystemen liegt ja darin, dass deren Gründer enorme Vorteile haben. Auch Früheinsteiger profitieren noch erheblich von so einem Betrugssystem. Wenn dann der unvermeidliche Zusammenbruch kommt haben diese Leute ihre Schäfchen längst im Trockenen. Ein ideales Tummelfeld für grenzenlose, skrupellose Egoisten.

      In dem durch die VIER REGULIEUNGEN geschaffenen System gibt es kein echtes Geld, dem die Marktteilnehmer einen Eigenwert beimessen könnten. Alles Geld, das in diesem System in die Welt gesetzt wird ist Schuldgeld. Und diese Schulden verschwinden erst mit dem Zusammenbruch dieses Systems wieder. Bis dahin türmt sich ein gigantischer Schuldenberg auf unter dessen Last das System letztendlich zusammenkrachen wird.

      2008 wäre es ja beinahe so weit gewesen. Und alle sogenannten Rettungsaktionen die in großem Aktionismus angestoßen wurden sind in keiner Weise geeignet die Krise zu beheben. Es geht jetzt nur noch darum den Tag des Zusammenbruchs so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben und sich in der Zwischenzeit noch so viele Realwerte wie möglich in die eigene Tasche zu stopfen.

      (Exkurs: Auch 1998 stand das System mit dem Zusammenbruch des LTCM vor dem unmittelbaren Zusammenbruch. Hat bloß keiner gemerkt und damals war das Gesamtsystem zumindest noch so weit intakt, dass dieser von vermeintlich genialen Wirtschaftsnobelpreisträgern geführte Investmentfond von der restlichen finanziellen Mischpocke gerettet werden konnte.
      2008 war die Schieflage des Gesamtsystems schon so groß, daß die finanzielle Mischpocke dazu nicht mehr in der Lage war. Da mussten die Regierungen her und das Geld ihrer Steuerzahler verpfänden (Frau Merkel: „Ich garantiere ihnen: ihre Bankeinlagen sind sicher!“ gemeint hat sie „Ich garantiere ihnen, dass sie diese Rechnung zu begleichen haben“). Nur so konnte der Zusammenbruch noch mal in die Zukunft verschoben werden. Beim nächsten großen finanziellen GAU sind auch die Staatskassen nicht mehr zur Rettung imstande. Der Steuerzahler hat dann schon alles an die Profiteure der VIER REGULIERUNGEN abgedrückt. Dann kann uns nur noch der Liebe Gott bailouten. Oder heißt es outbailen? Falls er grad nichts anderes zu tun hat.)

      Die „Rettungsaktionen“ bestanden ja in nichts anderem als in einer skandalösen Instant-Aufblähung der Schuldenblase. Alle Zentralbanken haben ihre Bilanzen in historisch nicht gesehenem Ausmaß verlängert. Und der Zins wurde weltweit auf nahezu Null heruntergedrückt. Angeblich um die Realwirtschaft zum Laufen zu bringen. Aber von diesem neu geschaffenen Geld kommt kaum etwas in der Realwirtschaft an. Wer wird bei solchen Mickerzinsen einem Unternehmer Geld leihen der den Risiken der Realwirtschaft ausgesetzt ist?

      Da hat sich die privilegierte Clique schon längst was viel Tolleres ausgedacht. Bedanken darf sie sich hierfür bei dem demokratischen US-Präsidenten Bill Clinton, der das seit 1933 geltende System der Trennbanken (Glass-Steagall-Act) aufhob. Dieses für die Finanzelite lästige Gesetz schrieb eine Trennung von Normalbanken (Einlagen- und Kreditgeschäft) und Investmentbanken (Wertpapiergeschäft) vor. Lästig deswegen weil es daran hinderte auf eigene Rechnung mit den Geldern der Einleger zu spekulieren. Aber auch eine Investmentbank ist noch eine Bank. Und es gibt selbst für Banken bestimmte Vorschriften, an die sie sich zu halten haben. Deswegen gründen Banken heutzutage sogenannte Zweckgesellschaften, die außerhalb der Bankbilanz agieren und für die deswegen die Vorschriften für Banken nicht gelten. Die meisten Hedge-Fonds sind solche Zweckgesellschaften.

      Ja wie gesagt: wer wird bei so mickrigen Zinsen Geld an die Realwirtschaft verleihen? Und abgesehen davon: was würde passieren, wenn all diese gigantischen Geld(schulden)berge, die in den letzten paar Jahren aus dem Ärmel geschüttelt wurden in der Realwirtschaft landeten? Das gäbe eine schöne gallopierende Inflation. Und so was könnte dann doch zu öffentlichen Unruhen und womöglich einem Bankrun führen. Das muß natürlich möglichst weit hinausgezögert werden. Da sind unsere Extremegositen sehr fürsorglich! Deswegen wurden Vorkehrungen getroffen wohin man all dieses viele neu entstandene Geld schaufeln kann. Nämlich in diese ausgelagerten Zweckgesellschaften! Und die haben ganz tolle Investmentideen. Natürlich nicht traditionell produzierendes Gewerbe. Viel zu langweilig. Viel zu riskant. Viel zu mickrige Renditen. Da muß schon was peppiges her. Etwas womit man einen schönen Hype entfachen und anschließend mit einem IPO bei der dummen Masse Kasse machen kann.

      Und damit wären wir unter anderem bei Uber.

      Ein kleiner Exkurs zu Uber:

      Uber ist ein Produkt des B-Kapitalismus.

      Im E-Kapitalismus wäre Uber nicht möglich. Im E-Kapitalismus hätte es die VIER REGULIERUNGEN nicht gegeben. Und auch ansonsten wäre am freien Markt nur kriminelles Verhalten untersagt. Drum gäbe es im E-Kapitalismus vermutlich gar kein Taxi-Gewerbe in der heutigen Form weil vermutlich spätestens während der Ölkrise der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts (dies ist nur eine theoretische Überlegung, denn diese Ölkrise hätte es im E-Kapitalismus auch nicht gegeben) findige Autofahrer auf die Idee gekommen wären gegen ein kleines Geld ihre freien Plätze an Mitfahrer zu vermieten wenn es ihnen niemand verboten hätte (und im E-Kapitalismus hätte es ihnen niemand verboten). Nun vermutlich gäbe es trotzdem ein dem heutigen ähnliches Taxi-System da es nicht jedermanns Sache ist bei Hinz und Kunz in die Kiste zu steigen. In diesem System würde allerdings niemand den Taxifahrern Obergrenzen für ihre Dienstleistung vorschreiben. Wozu auch? Wer sich’s nicht leisten kann fährt halt mit den Privattaxis. Und diese sorgen auch gleichzeitig dafür dass die Taxi-Tarife der Profis auch ohne (überflüssige) Regulierung nicht in den Himmel schießen.

      Es ist meines Erachtens offensichtlich, dass ein in dieser Art deregulierter Markt vor allem dem Kleinen Mann zugute käme. Der könnte statt mit leerem Auto durch die Gegend zu fahren zumindest seine Kosten senken wenn nicht gar ein kleines Zubrot verdienen. Und könnte sich gleichzeitig jederzeit ein (Privat)Taxi leisten wenn schon nicht das von Profis. Die einzige Regulierung die hier erforderlich wäre ist wohl, dass die Profis ein „TAXI“-Symbol am Auto haben müssten und die Amateure immer dann wenn sie bereit sind jemanden mitzunehmen ein „PRIVATTAXI“-Symbol damit den potentiellen Benutzern nicht in krimineller Absicht falsche Tatsachen vorgespiegelt werden können. (Wobei ich jetzt unterstelle, dass der professionelle Taxidienst von höherer Qualität wäre als der von den Anbietern einer Mitfahrgelegenheit)

      Ich bin 100%ig überzeugt, dass es ohne überflüssige Regulierungen Uber schon seit über 40 Jahren gäbe und niemand davon profitieren würde außer diejenigen, die es anbieten. Diese Geschäftsidee benötigte kein Internet. Und auch kein Risikokapital für überständiges Schuldgeld dessen Eigentümer nicht mehr wissen wohin damit.

      Soviel zu Uber. Verlassen wir diesen Exkurs wieder und kommen zurück auf den B-Kapitalismus.

      Was ist so schlimm daran?

      Der ungeheuere Vorteil der denjenigen erwächst die ohne Aufwand nach Belieben Geld schöpfen können gegenüber all jenen, die das nicht können ist ja wohl offensichtlich. Es bedarf keinerlei volkswirtschaftlicher Theorie um das zu belegen. Soweit sind wir uns ja hoffentlich einig. Genau wegen dieses immensen Vorteils hat die Geldfälschung für Gauner so eine große Anziehungskraft und genau deswegen steht sie (für Normalsterbliche) unter Strafe.

      Es liegt auch auf der Hand, dass sich freie Marktteilnehmer in einem freien Markt niemals darauf einigen würden ein Medium als allgemeines Tauschmittel zu akzeptieren, das von einer privilegierten Gruppe nach Belieben und ohne Anstrengung hervorgezaubert werden kann während alle anderen eine von dritten honorierte Leistung erbringen müssen um es zu erwerben.

      Also liegt hier eindeutig eine finanzielle Repression durch den Staat vor. Mehr noch: die oben skizzierten REGULIERUNGEN ERSTENS bis VIERTENS haben unser modernes Finanzwesen zu einem alles beherrschenden Moloch gemacht. Das moderne Finanzwesen ist ein Krebsgeschwür, das die Realwirtschaft befallen hat und sie vollkommen zugrunde richten wird wenn nicht bald eine radikale Therapie angewendet wird.

      Ich fürchte es ist bereits zu spät für so eine Therapie und die „Lösung“ des Problems wird, wie immer wenn es zu großen Verschuldungskrisen kam, Krieg sein. Die Tatsache, dass die Amerikaner seit Jahrzehnten ein Land nach dem anderen völkerrechtswidrig überfallen (Jugoslawien – war vermutlich nur ein Testfall wie so was in Europa ankommt, vier Mal Irak, Afghanistan, Libyen, Ukraine (bisher nur von der CIA), Syrien) haben würde meines Erachtens ohnehin längst die Bezeichnung Weltkrieg verdienen. Wie stecken bereits mitten drin
      . Und Russland wird uns als nächster Feind schmackhaft gemacht, weil die dort einen durchgedrehten Präsidenten haben, der alle bereits mit dem Suffkopf Jelzin ausgehandelten Verträge storniert hatte, die den Amerikanern 25 Jahre lang entgeltlose Ausbeutung der russischen Rohstoffvorkommen zugesichert hatten.

      Wie ist all das möglich?

      Wie verblödet müssen wir sein um uns das gefallen zu lassen?

      Nun, es funktioniert bis auf Weiteres und in unseren Breiten ist man bisher vergleichsweise (noch) gar nicht so schlecht damit gefahren. Ohne Gerichtsverfahren per Knopfdruck vom Hegemon ermordet wird man bislang noch nur in anderen Weltgegenden. Vorwiegend solchen mit hohen Rohstoffreserven. Deswegen – und weil eh keiner durchblickt – gibt es (bei uns noch) kaum Widerstand dagegen.

      Nun fragt man sich: ist das alles zufällig entstanden? Sozusagen aus Versehen? Ich glaube nicht. Ich glaube, das ist von bestimmten Kreisen ganz bewusst so realisiert worden. Zum Beispiel der neueste Weltbelzebub (da kriegt sogar Putin wieder eine Verschnaufspause) IS (so wird er momentan genannt, morgen gibt es vielleicht schon wieder ein neues Wort dafür damit wir den Überblick verlieren – es ist nämlich immer noch die Al Quaida, die seinerzeit von Amerika in Zusammenarbeit mit dem Saudi bin Laden in Afghanistan gegen Russland in Stellung gebracht und der nach 9/11 durch die USA der Weg im Irak freigeschossen wurde). Diesen „Islamischen Staat“ hat sich die USA im Irak und in Syrien selbst herangezüchtet. Ich vermute absichtlich. Das ist der nächste Grund warum Geld in die Taschen von Mickey Mouse sprudeln muß!

      Apropos Mickey Mouse: Also wenn du es bis hierher ausgehalten hast, dann offenbare ich dir jetzt noch meine Vermutung wer hinter all dem steckt: Mickey Mouse!

      Der harte Kern, der dahinter steckt heißt MIK (Militärisch-industrieller-Komplex). Ich nenne die jetzt Mal zur Gaudi Mickey Mouse damit wir nicht zu viel Respekt vor dieser illustren Gruppe entwickeln.

      Vor dem unkontrollierten Machtzuwachs von Mickey Mouse hat schon Eisenhower in seiner Abschiedsrede als US-Präsient gewarnt. Der musste es wohl wissen! Er war vermutlich der letzte aus dieser Kategorie von Amtsträgern, der sich das noch erlauben konnte. Allerdings ist seine Warnung ungehört verhallt.

      Sein Nachfolger ist vermutlich an dem Versuch sich gegen MICKEY MOUSE zu stellen verstorben. Kennedy hatte nach der Kuba-Krise den Plan verlauten lassen, dass er in seiner zweiten Amtsperiode einen Friedensvertrag mit der UdSSR abschließen wolle. Das hätte zweifelsohne das Geschäftmodell von MICKEY MOUSE ruiniert. Zur zweiten Amtsperiode kam es nicht, da er leider von einem irren Einzeltäter während einer Wahlkampftournee in Dallas ermordet wurde.

      Sein Nachfolger Johnson war dann ganz nach dem Geschmack von MICKEY MOUSE. Er perfektionierte das Geschäftsmodell Vietnamkrieg.

      Auch die letzten vier US-Präsidenten dürften ganz nach dem Geschmack von MICKEY MOUSE sein. Jeder einzelne von ihnen hat den Irak mit Krieg überzogen. Sogar der Friedensnobelpreisträger!

      Ich frage mich übrigens wann genau diese ehrenwerten Männer erfahren dass POTUS (Präsident Of The United States) nicht der mächtigste Mann der Welt sondern nur ein von Mickey Mouse gesteuerter Hampelmann ist. Einige wussten es sicher schon lange vorher. Bush-Vater und –Sohn gehören vermutlich in diese Kategorie. Den anderen wurde es vermutlich im Rahmen der Amtseinführung zu verstehen gegeben. Mit allen Konsequenzen.

      Wie sonst könnte man erklären dass ein POTUS wie Obama null-komma-garnichts von seinen großspurigen Versprechungen aus dem Wahlkampf umsetzte? Wahrscheinlich hat er eingesehen dass ihn das Kopf und Kragen kosten würde.

      Bush-Sohn wusste vermutlich schon von Papi was gespielt wird. Ein POTUS Al Gore wäre vermutlich ein schlimmer Betriebsunfall gewesen. Drum mussten die Wahlurnen im Bush-Staat Florida herhalten um das gewünschte Wahlergebnis abzusichern. Wäre interessant gewesen zu sehen ob ein POTUS Al Gore auch sofort freiwillig alle viere von sich gestreckt und sämtliche eigenen Pläne ad acta gelegt hätte.

      Vermutlich wissen ja nicht alle US-Präsidentschaftskandidaten was sie erwartet. Ron Paul weiß es wahrscheinlich schon. Trotzdem bewarb er sich vier Mal. Zu seinem Glück hat er es nie geschafft. Denn der wäre garantiert nicht von alleine umgefallen. Da hätten schon Scharfschützen nachhelfen und ein verwirrter Einzeltäter die Schuld übernehmen müssen.

      MICKEY MOUSE ist glänzend ausgestattet! Seine wichtigsten Institutionen sind (1) FED, (2) Goldman Sucks, (3) IWF, (4)CIA, (5) NSA, (6)NATO und (7) die eingebettete Presse.

      (1) Die 1913 verfassungswidrig gegründete FED sorgt für unerschöpflichen Nachschub an Geld.

      (2) Dito Goldman Sucks. Goldman Sucks fällt außerdem noch die Rolle der Casting-Bühne für talentierte Politiker und des Gnadenbrotgebers für verdiente, ausgediente Politiker zu. Eine richtige Drehscheibe damit der Austausch zwischen Finanzelite und politischer Machtelite reibungslos funktioniert.

      (3) Der IWF ist dafür zuständig den Rest der Welt von geliehenen Dollars abhängig zu machen in einer Art, dass sie nie mehr aus der Schuldenfalle rauskommen. Man vergleiche durch den IWF erzwungene Austeritätsprogramme für Otto-Normal-Land mit jenem für die USA selbst. Ah, geht ja gar nicht. Für die USA hat der IWF noch keine Notwendigkeit für ein Austeritätsprogramm gesehen. Beim weltgrößten Schuldner sind die Schulden offenbar noch nicht hoch genug. Kein Wunder: die Stimmrechtsstruktur beim IWF ist so demokratisch gestaltet, dass die USA alles im Alleingang entscheiden kann.

      (4) Die CIA ist dafür zuständig weltweit Aufruhr anzustiften (beziehungsweise wenn das nicht gelingt als False-Flag-Operation selbst durchzuführen) und somit dafür zu sorgen, dass MICKEY MOUSE zu Hilfe kommen muß. Entweder direkt oder zumindest mit Waffenlieferungen.

      (5) Die Augen und Ohren von MICKEY MOUSE sind riesengroß und heißen NSA. Gestapo und Stasi würden vor Neid erblassen wenn sie sehen würden welche Erfolgsgeschichte die NSA vorzuweisen hat.

      (6) Und die NATO, einstmals ein Verteidigungsbündnis, wird noch gebraucht um möglichst alle Vasallen in die Angriffskriege auf unschuldige Länder zur Ressourcensicherung einzuspannen.

      (7) Zu guter letzt wäre noch die Verflechtung zwischen Rüstungs- und Medienkonzernen zu erwähnen. Die ist in den USA inzwischen flächendeckend verwirklicht. Und wenn man sich z.B. anschaut was aus dem ehemaligen Nachrichtenmagazin SPIEGEL geworden ist so drängt sich die Vermutung auf, dass die Deutsche Presse inzwischen zum NATO-Pressesprecher umfunktioniert wurde. Pressezensur ist out und altmodisch. Die können es besser: embedded journalism heißt die neue Mode. Und kaum einer hat es gemerkt!

      Schönstes Beispiel grad dieser Tage zu beobachten: Die Bundesrepublik entsendet 6 Soldaten in den Nahen Osten! Das ist so schamhaft wenig dass kaum zu übersehen ist, dass es sich hier um einen Versuchsballon handelt mit dem getestet werden kann ob die Deutschen jetzt endlich (wieder) mit der Teilnahme an Angriffskriegen belastet werden können. Scheint von Erfolg gekrönt zu sein. Denn wer wird sich schon zum Deppen machen und wegen 6 Soldaten groß Rambazamba machen? Da würde man sich ja nur lächerlich machen.

      Und wenn dann beim nächsten Einsatz schon mal ein ganzes Bataillon mitmarschiert kann man auf den Präzedenzfall verweisen.

      Und der allerschönste Effekt für Mickey Mouse: es hat sich herausgestellt, dass die Bundeswehr nicht mal imstande ist sich mit solch einem Minikontingent zu engagieren. Die NATO-Pressesprecher verkünden es aller Orten: wir müssen dringend unseren Rüstungshaushalt erhöhen! Noch Fragen?

      Ich würde jedenfalls jedem der nach den Schuldigen für die Missstände in unserem aktuellen System sucht raten nicht bei den theoretischen Kapitalisten zu suchen sondern bei MICKEY MOUSE anzufangen.

      Epilog:

      Noch ein paar Worte zum E-Kapitalismus. Ein ganz entscheidender Unterschied zum F-Kapitalismus besteht darin, dass in diesem System auch mal ab und zu Zahltag ist und nicht nur immer (bis zum Zusammenbruch) Schulden um- und aufgehäuft werden. Das heißt, da werden zwischen den diversen Marktteilnehmern Leistungsunterschiede in echtem Geld beglichen. (Der Differenzwert der getauschten Waren wir in echtem Geld beglichen). Das ist im F-Kapitalismus nicht möglich. Denn da gibt es kein echtes Geld sondern nur Schuldscheine bei denen sich dereinst herausstellen wird, dass sie wertlos sind. Bis dahin wird die Reise nach Jerusalem gespielt.
      Diese Begleichung der Leistungsunterschiede nennt man Clearing. Clearingstelle war seinerzeit, als noch in den meisten Ländern E-Kapitalismus versucht wurde, London. Dort konnten Real Bills bei Fälligkeit (nach 91 Tagen) gegen Gold eingetauscht werden. Real Bills (vergleichbar unseren Wechseln) waren auch Schuldgeld. Aber mit Verfallsdatum und gedeckt durch eine Zahlungsverpflichtung des Ausstellers zum Verfallstermin. Mit Real Bills konnte jeder Marktteilnehmer kurzfristig (für 91 Tage) Geld kreeieren und sofort mit einem Abschlag (Diskont) als Zahlungsmittel verwenden. Da gab es dieses exorbitante Privileg noch nicht für Banken. Und es funktionierte bestens zu einer Zeit in der die Wirtschaft in unseren Breitengraden Wachstumsraten aufwies wie wir sie in den letzten Jahren nur in China gesehen haben (industrielle Revolution). So viel zum Thema es gäbe nicht genügend echtes Geld um eine schnell wachsende Wirtschaft ausreichend damit zu versorgen. Diese Schwachsinnsthese ist in der Praxis bereits eindrücklich widerlegt worden. Das echte Geld wird nur zum Clearing für Leistungsunterschiede der Handelspartner benötigt. Also nur für einen verschwindend geringen Teil der Zahlungsströme. Das meiste wird nach wie vor direkt durch Warentausch ausgeglichen. (Heutzutage ist es umgekehrt: im Krebsgeschwür Finanzsystem und seinen Metastasen wird jeden Tag ein zigfaches des Wertes der weltweit gehandelten Warenströme an Spielzeuggeld diversester Formen (Derivate) hin- und hertransferiert. Das nennt man dann: man lässt sein Geld arbeiten. Und ja richtig: so viel echtes Geld gibt es auch nicht, dass man derartig damit rumspielen kann. Es stünde nur für seinen eigentlichen Zweck zur Verfügung: Clearing der Leistungsunterschiede)

      Wofür es niemals genügend echtes Geld geben wird ist zur Finanzierung von Angriffskriegen. Und das gefällt Mickey Mouse gar nicht. Deswegen musste es abgeschafft werden (zumindest aus dem Blickfeld von Otto Normalverbraucher entfernt werden).
      Für das Clearing wirklich essentiell wichtiger Handelsgüter ist es (hinter den Kulissen) weiterhin notwendig. Ein entsprechender Deal zwischen der Vorzeigedemokratie und obersten globalen Demokratie- und Moralwächter USA und dem Despotenhaus Saud beendete seinerzeit (70er Jahre) die Ölkrise. (Quelle: http://fofoa.blogspot.com.es/ – sehr umfangreich, müsstest du dir mehrere Wochen Zeit nehmen um das durchzuarbeiten).

      Deswegen muß auch bis heute den Saudis nicht aus ethischen und moralischen Gründen dabei geholfen werden sich vom Joch ihrer Unterdrücker zu befreien, so wie das in Afghanistan, Irak, Libyen, Syrien, Ukraine der Fall ist.

      Man fragt sich schließlich wieso die Zentralbanken heutzutage noch Gold halten, wenn dieses archaische Relikt in diesen modernen Zeiten doch gar kein Geld mehr ist. Und auch Ron Paul hat diese Frage bei einer Anhörung im Repräsentantenhaus Ben Bernanke gestellt. Er wollte wissen warum die FED Gold aber keine Diamanten hält. Und Herr Bernanke wusste nur zu antworten das sei so aus Tradition. Ganz schön teuer so ein Traditionsbewusstsein. Könnte man doch eine Menge schönes Fiatmoney dafür bekommen, wenn man diesen archaischen Relikt-Balast endlich auf den Markt werfen würde.
      Aber ja ich vergaß: Fiatmoney kann Mickey Mouse ja selber beliebig viel zum Nulltarif herstellen (lassen).

    • @W. Schürer

      Im Interview wird deutlich gesagt, dass der WAHRE Feind nicht ausgemacht werden kann und sich perfekt tarnt. Der WAHRE Feind macht es auch perfekt: Der schafft Schubladen ohne Ende – und alle Menschen der Welt sind dann in Schubladen und schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Der echte Feind jedoch ist: DIE PRIESTERSCHAFT! Die treibt ihr Unwesen seit Sumer -> Babylon -> Ägypten -> Jerusalem -> Rom / Vatikan. Die offizielle Geschichtsschreibung behauptet, dass das römische Imperium untergegangen ist. Das ist eine Lüge! Die Priesterschaft mit Hauptsitz Vatikan beherrscht die Welt! Die Priesterschaft ist = Judentum, Christentum, Islam, Atheismus und alle weiteren Schubladen in Person. Die Priesterschaft hat alles erfunden

    • Lieber W. Schürer,
      sagten Sie „laienhafte Sicht“, wie sie diese als die ihrige beschreiben? Nachdem ich Ihr Essay gelesen habe, bin ich da anderer Meinung: es ist hervorragend analysiert.
      Angesichts der Ernsthaftigkeit, Gründlichkeit, und vor allem der schlüssigen Beweisführung der „Anklage“ in den, wie Sie es nennen, „Gedanken“, bin ich zum wiederholten Mal erschüttert, nämlich darüber, dass mein Verdacht der Unreife der Menschheit (was mich selbst natürlich einschließt) sich zu bewahrheiten droht?
      Das Fragezeichen ist bewusst gesetzt. Vielleicht bin ich vorschnell. Zumindest teilweise.

      WO ist der kleinste gemeinsame Nenner, der diese eventuelle Unreife fördert? Genauer: Wo ist der Haken, mit was kommen wir nicht klar? Ist es eine grundsätzlich kriegerische, besitzergreifende Eigenschaft?
      Gestern las ich von einem interessanten Experiment: Säuglinge sind in der Lage, moralisch richtig zu entscheiden, sprich, sie sind in der Lage -so das Experiment- ein Verhalten an den Tag zu legen, was wir als „gerecht“ bezeichnen. Das ändert sich schlagartig, wenn sie selbst betroffen sind !! Nach dem Motto: „Alles zu mir, nichts zu dir“
      Das kennen wir unter dem Begriff „Doppelmoral“.

      Unstrittig scheint mir die Unmöglichkeit eines Zinses(-zins) zu sein.
      Unstrittig ist wohl auch die Verurteilung des Privilegs privater Bankster zur Geldschöpfung aus Luft.

      Das Dumme: Milliarden von Menschen wurden Jahrzehnte auf diese beiden Punkte quasi als Naturgesetz darauf konditioniert. Immerhin: Beim Zins hat wohl der Banken-Verein allmählich gemerkt, dass das so nicht geht. Siehe derzeitiger Null-, bzw. Negativzins.

      Eine Brücke zu schlagen, zu dem was Prof. Mausfeld aus psycholgischer Sicht zum Zustand der Eliten beschreibt, will mir nicht so recht gelingen. Zu viele lose Enden. Trotzdem muss es da Zusammenhänge geben: GELD regiert ja bekanntlich die Welt. Ich halte es sogar für möglich, dass im Kreis der von Prof. Mausfeld beschriebenen Eliten über einige Strecken durchaus lautere Absichten für Verbesserungen bestehen, die uns alle betreffen könnten. Wie wir aber wissen, misslang das bisher.

    • Lieber Ron B.,

      vielen Dank für ihre Einschätzung.

      Ich habe mich ausführlich mit der Materie beschäftigt. Bin aber trotzdem ein Laie. Ich habe nie Wirtschaftswissenschaften studiert. Wobei – angesichts dessen was in den dafür etablierten Studiengängen heutzutage gelehrt wird – dies von Vorteil sein dürfte: dort wird den Studierenden hauptsächlich das Gehirn (mit neoliberalem Gedankengut basierend auf unrealistischen Annahmen) gewaschen.

      Die „Wiener Schule“ hat für mich viele Fragen befriedigend beantwortet. Aber mir blieben trotzdem immer Zweifel, ob ich das schon alles richtig verstanden habe. Und wie gesagt, die Nähe (oder Vereinnahmung?) Hayeks durch den Neoliberalismus hat mich doch sehr verunsichert. Also bin ich weiter auf der Suche. Und mit flassbeck-economics hat sich mir eine ganz neue Gedankenwelt aufgetan.

      Herr Flassbeck war Staatssekretär im Wirtschaftsministerium (oder war es das Finanzministerium?) unter Oscar Lafontaine. Nach der neoliberalen Machtergreifung in der SPD durch Schröder war damit natürlich Schluß. Herr Prof. Flassbeck war dann anschließend über ein Jahrzehnt Chef-Ökonom bei UNCTAD. Das ist eine UN-Organisation die sich mit dem Welthandel beschäftigt.

      Vor ein paar Monaten wurden flassbeck-economics durch makroskop.eu abgelöst. Dieses Portal ist zahlungspflichtig (ca. 90 Euro/Jahr). Es steht allerdings das ganze Archiv von flassbeck-economics zur Verfügung. Eine wahre Fundgrube. Auf makroskop.eu schreiben neben Flassbeck zahlreiche andere Wirtschaftswissenschaftler und Journalisten mit Wirtschaftskenntnissen. Die Zielsetzung von makroskop.eu ist es makro-ökonomisches Wissen einer breiten Bevölkerungsschicht nahe zu bringen und verständlich zu machen. In der Mainstreampresse geschieht ja exakt das Gegenteil.

      Ich kann dieses Portal nur bestes empfehlen und hoffe schwer, daß es Ken gelingt auch Herrn Flassbeck mal zu interviewen oder für eine Positionen-Ausgabe zu gewinnen. Herr Flassbeck ist wirklich ein messerscharfer Analytiker mit dem Herz am richtigen Fleck und enormen makroökonomischen Durchblick.

      >> „WO ist der kleinste gemeinsame Nenner, der diese eventuelle Unreife fördert?“

      Ich vermute es ist in der Tat das Ego.

      Falls ein Joschka Fischer oder seine damalige Widersacherin Jutta Ditfurth jemals ein altruistisches Anliegen hatten – beider Ego war stärker und hat aus diesen einstigen „Lichtfiguren“ (wenn sie es denn jemals waren) erbärmliche Kreaturen werden lassen, die viel Schaden anrichten.

      Und der Neoliberalismus setzt aufs Ego. Ein leichtes Spiel. Denn diejenigen, die da sich selbst und der Gemeinschaft schaden merken nichts davon.

      An der Bezwingung seines überbordenden Egos muß jeder selbst arbeiten.

      >> „Immerhin: Beim Zins hat wohl der Banken-Verein allmählich gemerkt, dass das so nicht geht. Siehe derzeitiger Null-, bzw. Negativzins.“

      Ich glaube nicht, daß dahinter eine prinzipielle Einsicht der Art „Zinseszins kann nicht funktionieren“ steckt. Natürlich kann er nicht funktionieren. Aber die aktuelle Zinspolitik hat nur damit zu tun, daß andernfalls das System sofort zusammenkrachen würde. Jetzt muß nur noch das Bargeld (gesetzliches Zahlungsmittel) abgeschafft werden, damit die arbeitende Bevölkerung über Negativzinsen zur Aufrechterhaltung des Systems geschröpft werden kann. Daran wird hart gearbeitet.

      >> „Ich halte es sogar für möglich, dass im Kreis der von Prof. Mausfeld beschriebenen Eliten über einige Strecken durchaus lautere Absichten für Verbesserungen bestehen, die uns alle betreffen könnten.“

      Ich fürchte jedes Mitglied der „Eliten“ mit einem solchen Anliegen wäre die längste Zeit Mitglied gewesen. Von der Seite sollten wir uns keine allzu große Hilfestellung erwarten.

    • Lieber W. Schürer! Ich muss gestehen, dass ich ihren sehr gut geschriebenen Brief, bzw. Essay nicht bis zum Ende durchgelesen habe, möchte es aber dennoch wagen, etwas zu der Geld-Problematik an dieser Stelle zu sagen, einen ganz anderen Gedanken reinbringen aus meinem Erfahrungsbereich über die Psychologie des gegenwärtigen Durchschnitts-oder Mehrheitsmenschen: Nehmen wir einmal an, das ganze Geld würde einfach jetzt mal komplett abgeschafft, was würde dann passieren? Dann würde meiner Ansicht nach in der gegenwärtigen Menschheit sofort wieder ein neues, genauso korruptes und gewalttätiges Wirtschaftssystem versucht, wieder aufzubauen, wie gehabt, nur mit anderen Mitteln. Will sagen, dass es also nicht um die MITTEL geht, sondern um die gegenwärtige PSYCHE. Ein anderes Beispiel: Angenommen, Jesus von Nazareth würde morgen plötzlich wiedergekehrt sein und überall öffentlich seine Wahrheit predigen und mehr und mehr Menschen damit um sich versammeln können, die ihm fasziniert zuhören. Was würde dann passieren? Ich vermute, dass er bald durch einen „Verrückten“ ermordet würde, der sich dann vor der Festnahme wiederum selbst ins Jenseits befördert oder dabei „aus Versehen“ erschossen wird!

    • >> „Also bin ich weiter auf der Suche“.
      Das dürfte vielen von uns so gehen.
      Danke für Ihre Hinweise z.B. Flassbeck. Da gibt es wieder Lesestoff.

    • Lieber Veganislove,

      was die Geldproblematik anbetrifft, da halte ich es mit Franz Hörmann: was Geld ist, das können wir selbst bestimmen!

      Das ist meines Erachtens die dringlichste Aufgabe unserer Demokratie ein Geldsystem zu schaffen, daß den Menschen dient und nicht einer kleinen Elite. Denn von der Wahl des Geldsystems hängt unser aller Wohlergehen in extrem hohem Maße ab.

      Ich höre mir alle Interviews aus der Reihe „Bärensuppe“ an. Da lernt man wirklich sehr interessante Leute kennen. Aber von der Abschaffung von Geld halte ich nichts. Man muß es nur so gestalten, daß es hilft humanitäre Ziele zu erreichen.

      Das ist grad so als ob man für die Abschaffung des Rades plädieren würde. Nur weil auch Panzer auf Rädern fahren. Da empfiehlt sich als richtige Vorgehensweise schädliche Verwendungen des Rades zu verbieten. Aber nicht das Kind mit dem Bad auszuschütten und damit alle positiven Errungenschaften zu kappen, die nur durch die Erfindung des Rades möglich wurden.

      Mit dem Geld verhält es sich genauso. Es erleichtert uns das Leben enorm. Daß extremer Mißbrauch damit getrieben wurde und heutzutage in Perfektion getrieben wird – das ist eine andere Sache. Und die gehört dringend beseitigt! Auf diesem Auge scheint mir die Linke leider blind zu sein. Wer zu dem Thema was sagt, der läuft sofort Gefahr auch aus den Reihen der Linken als Antisemit gebrandmarkt zu werden. Das sagt wesentlich mehr über die Denkstrukturen derjenigen aus die solche Vorwürfe erheben als über diejenigen, die das Geldsystem kritisieren.

      >> „Dann würde meiner Ansicht nach in der gegenwärtigen Menschheit sofort wieder ein neues, genauso korruptes und gewalttätiges Wirtschaftssystem versucht, wieder aufzubauen, wie gehabt, nur mit anderen Mitteln. Will sagen, dass es also nicht um die MITTEL geht, sondern um die gegenwärtige PSYCHE.“

      Nicht nur um die Psyche. In erster Linie um das Wissen. Leider sind die Kenntnisse bzgl. unseres Geldsystems ungefähr auf dem Stand eines Dreijährigen bezüglich Christkind und Osterhase. Dieser Kenntnisstand muß natürlich enorm erhöht werden: ich empfehle hierzu makroskop.eu. Jede/r mit ein wenig makroökonomischen Grundkenntnissen wird sich verwundert die Augen reiben: ein Anhänger der „Wiener Schule“ empfiehlt zur makroökonomischen Fortbildung eine Denkschule, die so ziemlich das Gegenteil vertritt: den Keynesianismus. Dieser scheinbare Widerspruch ist leicht zu erklären: ich bin selber noch auf der Suche.

      Henry Ford wird folgendes Zitat zugeschrieben: “It is well enough that people of the nation do not understand our banking and monetary system, for if they did, I believe there would be a revolution before tomorrow morning.”

      Ich denke damit hat er recht. Aber ich denke es wäre sehr hilfreich (damit nicht das passiert, was sie – veganislove – da prophezeihen) wenn die Revolutionäre nicht nur verstünden unter welchem Betrugssystem sie aktuell zu leiden haben sondern wenn sie auch wüßten, wie man ein Geldsystem etabliert, das der Allgemeinheit dient. Die Revolutionäre der französischen Revolution wußten es jedenfalls nicht. Ihr neues Geldsystem – die „Assignaten“ – krachte in Rekordzeit in sich zusammen.

    • Hallo Herr Schürer,
      neugierig geworden auf Heiner Flassbeck, hörte ich mir heute einige Vorträge von ihm an. Abgerundet wurde mein Eindruck durch ein Überfliegen seines bisherigen Werdegangs undTätigkeit.
      Hochinteressant. Einige Punkte will ich herausgreifen, wo man ihm aus meiner Sicht zustimmen muss:
      1.) Die unter Schröder verteilten Steuergeschenke an Unternehmen waren nicht nur nicht notwendig, sondern auch in einer SPD-geführten Regierung völlig widersinnig.

      2.) „Sparen“ (Griechenland) kann fatale Folgen haben und ist im wirtschaftlichen Gesamtzusammenhang sinnlos.

      3.) Gleiches gilt für die oft gepriesene „Wettbewerbsfähigkeit“. Wenn ALLE „wettbewerbsfähig“ sind (was man ja als Idealfall annehmen sollte), dann…… tja, das geht nicht. Wettbewerbsfähig ist immer in einer Relation zu anderen zu sehen, bzw. die Definition eines Ungleichgewichts zwischen mehreren. Wenn man das auf den gesamten Globus ausdehnt, wird es noch abstruser. Dann muss nämlich ein anderer Planet her, gegenüber DEM man dann günstiger produzieren kann.

      4.) Staats-Schulden im Hinblick auf folgende Generationen als Argument zu benutzen, ist ein Zirkelschluss und somit sinnlos.

      5.) Flassbeck sprach das Thema Kooperation an. Da wurde ich hellhörig. Und das leitet mich gleichzeitig zur Kritik über.
      ———————-
      1.) Er verwendet Kooperation in Verbindung mit einer (sinngemäß) „Beteiligung der Arbeitnehmer an Unternehmensgewinnen“
      Da machte es das erste mal „Klick“ bei mir. Tiefrotes Stopschild. Nicht etwa, weil ich es den Arbeitnehmern nicht gönnen würde, sondern weil das Thema verfehlt wird.

      2.) Einen Schlag in meine Magengrube erzeugte ein Gespräch, wo Flassbeck argumentiert: „Wir müssen den Griechen eine Chance geben […] flexibel […] damit sie „WACHSEN“(Wirtschaft!!) können“.

      3.) Sehr enttäuschend war die Analyse des Nachkriegs-Wirtschaftswunders, die einfach nur fehlerhaft ist (Es ist nämlich völlig egal, unter welcher Wirtschaftsform ein Aufbau nach einem derart zerstörerischen Krieg erfolgt. Es KANN nur aufwärts gehen. Keynes hat damit NICHTS zu tun)

      4.) Die fragwürdige Rolle der Geldverleiher (ich nenne die Banken so) finde ich nirgends.

      Was ich stattdessen finde, ist eine gefärbte Ideologie, die mich beklemmend an kommunistisches Denken erinnert: Der Arbeitgeber ist böse und die Arbeiter sind gut. Der Mann ist WIRTSCHAFTS-WISSENSCHAFTLER! Aber gerade deshalb muss ich Nachsicht üben, was mich zu einem möglicherweise entscheidenden Punkt bringt:

      Sie, Herr Schürer sprechen oben Franz Hörmann an. Sie kennen also seine Standpunkte. Ich hatte vor dem Beschäftigen mit Hörmann keine Vorstellung davon, dass Wirtschafts-(und auch Rechts-)Wissenschaften sog. „normative“ Wissenschaften sind. Sie unterliegen also einem designtem Regelwerk. Flassbeck ist tüchtig, ABER er bewegt sich in diesem normativen Bereich ohne auch nur eine einzige „Regel“ zu hinterfragen!! (prominentes Beispiel Angebot/Nachfrage)
      Hörmann hat diese Ebene verlassen und beschreibt das auch entsprechend als „…auf eine höhere META-Ebene vordringen“ was mir sehr sinnvoll erscheint. Sogar Einstein scheint ihm recht zu geben „Probleme können nicht auf der Ebene gelöst werden, wo sie entstanden“.
      Das bringt mich zwangsläufig zu einem Ausflug in die Empirie. (Astro-)Physik ist wunderbar. Wer würde die Beobachtung in Frage stellen, dass ein Stern im Universum an einer bestimmten Stelle durch natürliche Kräfte entstanden ist und auch an gleicher Stelle wieder durch natürliche Kräfte vernichtet wird?
      Die Analogie zum Geld in einem Wirtschafts-System ist leicht. Es wird dort erzeugt, wo es gebraucht wird und an gleicher Stelle durch Konsum wieder vernichtet.

      Eine weitere Analogie kann man der Medizin/Biologie entlehnen: Es ist unstrittig, dass ein schnelles Krebs-Wachstum höchst unnatürlich und zerstörerisch wirkt. Dass wir -übertragen auf ein Wirtschafts“Wachstum“- genau das anstreben, ist doch hirnrissig! Nicht Wachstum halte ich für sinnvoll, sondern VERSORGUNG. Auch dazu hält Hörmann Ansätze bereit, über die man diskutieren könnte.
      Es war geradezu eine Bestätigung dessen, als ich heute zufällig einen Kommentar fand, der besagte „Hörmann ist ein Verschwörungstheoretiker(!) […] hochgradig absurd“ was an Ereignisse vergangener Jahrhunderte erinnert, wo man die Erkenntnis, dass sich die Erde um die Sonne dreht und eben nicht Mittelpunkt ist, mit dem Tod bestrafte…

    • Lieber Ron B.

      Freut mich, daß ich sie dazu animiert habe sich mit den Ansichten von Herrn Flassbeck auseinanderzusetzen.

      Sie fangen mit ihren Numerierungen zwei Mal bei 1 an. Um mich auf ihre Anmerkungen zu beziehen verwende ich als Bezug A1-A5 für die erste Serie und B1-B4 für die zweite.

      Ad A1) Aus linker Sicht: völlig widersinnig. Genau so wie die Agenda 2010. Da gebe ich ihnen recht. Das war ein neoliberales Projekt. Wie gesagt: die neoliberale Machtergreifung durch Schröder.

      Ad A2) Genau.

      Ad A3) Hier entlarvt Herr Flassbeck Deutschland als den eigentlichen Sünder der Währungsunion. Deutschland exportiert mit seiner Wirtschaftspolitik („Lohnzurückhaltung“) Arbeitslosigkeit in den Rest der Eurozone. Und zwar ungestraft, obwohl Deutschland damit gegen die festgeschriebenen Regeln der Währungsunion verstößt. Da gibt es nämlich nicht nur Regeln für eine Obergrenze der Staatsverschuldung (für deren Überschreitung jetzt ja Spanien als erster Präzedenzfall fast abgestraft worden wäre, wenn man sich nicht in letzter Minute überlegt hätte, daß man dadurch der PP schadet und deswegen die Strafmaßnahmen zurück gezogen hat). Es gibt auch Regelungen für eine Obergrenze des Leistungsbilanzüberschusses. Und Deutschland überschreitet – und mit jedem Jahr mehr – diese Obergrenze. Wird dafür aber (selbstverständlich!) nicht bestraft. Denn innerhalb der Eurozone ist Deutschland der Hegemon, der die Gesetzmäßigkeiten einer Währungsunion systematisch vertragswidrig zu seinen eigenen Gunsten und auf Kosten der restlichen Teilnehmer zu Nutze macht. Sie haben es hier sehr gut wieder gegeben: wenn wirtschaftspolitische Geistesgrößen vom Format einer Angela Merkel oder eines Sigmar Gabriels recht hätten (Schäuble nicht zu vergessen) und die Lösung der Probleme darin läge, daß alle dem deutschen Vorbild der überlegenen Wettbewerbsfähigkeit nacheifern und Handelsbilanzüberschüsse anhäufen würden, dann bräuchten wir tatsächlich einen anderen Planeten, der die Handelsbilanzdefizite anhäuft. Denn das ganze ist ein Nullsummenspiel. Und innerhalb einer Währungsunion spielt Deutschland mit seiner Lohnzurückhaltung eindeutig faul. Zum Schaden der restlichen Währungsunion. Und zum Schaden der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands. Das war mir auch schon klar bevor ich auf Flassbeck gestoßen bin. Ich hätte es nur nicht so fundiert begründen können wie er.

      Ad A4) Ich weiß nicht was genau Sie jetzt damit meinen. Inkaufnahme des Verfalls der Infrastruktur um die geheiligte Schwarze Null zu erreichen? Und das zu Gunsten künftiger Generationen? Damit sie sich mit einer verkommenen Infrastruktur herumplagen können? Diese „alternativlose“ Haltung ist wirklich an Schwachsinnigkeit schwer zu übertreffen wenn man auch noch berücksichtigt, daß die unterlassene Instandhaltung der Infrastruktur die Arbeitslosenquote erhöht.

      Ad A5/B1) Keine Ahnung wovon Sie da reden.

      Ad B2) Natürlich müssen wir einer über beide Ohren verschuldeten Nation die Möglichkeit geben wirtschaftlich wachsen zu können. Wie sonst sollen sie denn ihre Schulden bezahlen können. Das hat nichts mit unbegrenztem (und insofern utopischem) Wachstum zu tun. Da müssen halt wir (Deutschen) auf ein wenig Wachstum zugunsten der Griechen verzichten indem wir ausnahmsweise auch mal ein wenig über unsere Verhältnisse leben statt ständig darunter.

      Ad B3) Fragen Sie mal die Leute in Somalia, Libyen, Irak, Afghanistan, Deutschland nach dem 1. Weltkrieg ob es nach einem zerstörerischen Krieg nur aufwärts gehen kann. Sie werden sich wundern.

      Ad B4) Herr Flassbeck ist – soweit ich das beurteilen kann – durchaus kein Kritiker von Fiatmoney. Allerdings empfiehlt er die Schöpfung von Geld aus dem Nichts ausschließlich im Zusammenhang mit der Erzeugung von realen Werten. Und da kann ich ihm nicht widersprechen. Das entspricht der Philosophie der „Real Bills“. Wobei die Haftenden hierbei die Unterzeichner der „Real Bills“ waren – also private Unternehmer. Herr Flassbeck plädiert – wenn ich ihn richtig verstehe – ganz im Sinne von Keynes für die Verschuldung des Staates zugunsten der Ankurbelung der Wirtschaft genau dann, wenn sich alle anderen Marktteilnehmer (Unternehmer und Private) der Verschuldung enthalten. Und damit hat er vollkommen recht. Es können nicht alle gleichzeitig sparen (Unternehmen, Private, Staat). In Deutschland passiert im Moment grad dies. Aber wo einer spart muß sich ein anderer verschulden. Und da in Deutschland alle sparen muß sich das Ausland gegenüber Deutschland verschulden. Und uns wird weiß gemacht, daß die dann im Lauf der Zeit hoffnungslos überschuldeten und auf diese Weise wirtschaftlich platt gemachten Nationen (siehe Griechenland) dann später unsere Renten bezahlen sollen. Das ist wirklich ein Lacher aus der untersten Schublade.
      Ich bin ein absoluter Feind von Fiatmoney. Aber ich weiß selbstverständlich, daß eine Wirtschaft ohne Verschuldung (und damit Schuldgeld) nicht funktionieren kann. Herr Flassbeck verurteilt – soweit ich das beurteilen kann – Fiatmoney nicht generell. Aber er plädiert dafür, daß es nur im Kontext der Erzeugung echter Werte generiert werden darf (und nicht zum Zocken für Bänkster). Zum Beispiel zur Verbesserung der Infrastruktur. An dieser Art des Umgangs mit Kredit/Schuldgeld kann ich nichts kritisieren.

      Wo Herr Flassbeck Arbeitgeber als böse und Arbeiter als gut klassifiziert ist meiner Aufmerksamkeit in meiner umfangreichen Sichtung der Veröffentlichung von Herrn Flassbeck entgangen.

      Ich schätze Herrn Hörmann sehr. Ich halte ihn auch für seriös und würde mir wirklich wünschen, daß seine Ideen auf fruchtbaren Boden in der Bevölkerung fallen. Bisher ist dem allerdings nicht so. Um dies zu verifizieren müssen sie nur auf diese Seite gehen: https://osbeee.com/
      Das ist die Umsetzung der Hörmannschen Ideen von Geld in die Praxis. Seit Entstehung vor mehr als einem Jahr: absolut tote Hose. Leider.

      Im Vergleich zu Herrn Flassbeck ist Herr Hörmann (meiner bescheidenen Meinung nach) ein Phantast. Vielleicht hat er trotzdem recht? Wer weiß?
      Ich würde mir wirklich eine Positionen-Sendung wünschen mit Beteiligung der Herren Heiner Flassbeck, Franz Hörmann, Ernst Wolff und wahlweise Wolfgang Schäuble (wenn es um die Wirtschaftspolitik der EU ginge) oder Götz Werner (wenn es um bedingungsloses Grundeinkommen ginge).

      >> „Die Analogie zum Geld in einem Wirtschafts-System ist leicht. Es wird dort erzeugt, wo es gebraucht wird und an gleicher Stelle durch Konsum wieder vernichtet.“

      Da haben Sie meiner Meinung nach was grundsätzlich mißverstanden. (Schuld)Geld wird mit Sicherheit nicht durch Konsum vernichtet. Durch Konsum wird es höchstens in andere Hände weiter gereicht (wenn es vorher schon vorhanden war). Oder aber es entsteht erst durch den Konsum (wenn er kreditfinanziert ist). (Schuld)Geld wird nur durch Rückzahlung der Schuld oder durch bankrott vernichtet. In letzterem Fall hat der Gläubiger das Nachsehen.

      >> „Es ist unstrittig, dass ein schnelles Krebs-Wachstum höchst unnatürlich und zerstörerisch wirkt. Dass wir -übertragen auf ein Wirtschafts“Wachstum“- genau das anstreben, ist doch hirnrissig!“

      Wenn Sie glauben, daß Herr Flassbeck diese Hirnrissigkeit anstrebt, dann würde ich Sie bitten mir die Quellen zu benennen auf die Sie sich dabei stützen. Ich lese nun seit fast einem Jahr Veröffentlichungen von Herrn Flassbeck – aber derartige Hirnrissigkeiten seinerseits sind mir dabei kein einziges Mal untergekommen

    • @Herrn Schürer,
      Nochmal zum Thema Wachstum: Mit „Hirnrissig“ möchte ich die Idee eines (Wirtschafts-)Wachstums PER SE kritisieren.

      Weil Sie die Rückzahlung der Staats-Schulden (durch Wachstum) ansprechen: das geht doch gar nicht! Von den USA wollen wir erst gar nicht reden.
      Bereits wir in DE haben keine Möglichkeit das jemals zu schaffen. Um unsere Schulden glattzustellen müssten wir was tun? Mehr Knete einnehmen als wir ausgeben. Wir bräuchten also ein Ungleichgewicht zwischen uns und einem oder mehr Staaten, in denen keine Schulden existieren sondern ÜBERSCHUSS, der dann zu uns fließt. Jetzt nennen Sie mal ein Land wo es das gibt ?! Wir SIND doch alle(Länder) verschuldet bis zum Abwinken. Da nun alle dieses Allheilmittel Wachstum gleichermaßen anstreben, was mehr oder weniger gut gelingt, hat ein solches Wachstum auch keinen nennenswerten Effekt.

      Das ist so wie bei den Teenagern, wo jemand ein eigenes Telefon bekommt. Alle sind begeistert und besuchen sie/ihn um das neue Telefon zu bewundern. Aber oh Schreck. Es ruft ja niemand an! Richtig. Alle die anrufen könnten, sind ja versammelt und warten for nothing.

    • @Ron B.

      So lange sich ein Staat nicht in Fremdwährung verschuldet hat er nie Probleme seine Schulden zurück zu zahlen. Denn die eigene Währung kann er ja in beliebiger Menge herstellen (Fiatmoney). Dazu braucht es kein Wirtschaftswachstum.

      Eine besonders schlaue Idee ist natürlich der Euro. Die teilnehmenden Staaten haben diese Souveränität abgegeben und sind somit von der EZB erpressbar. Diese Erpressung hat auch schon konkret – und statutenwidrig – stattgefunden. Gegenüber Griechenland und Zypern.

      Gegen ein großes Land wie Italien werden nicht einmal die von den Eurostaaten vor kurzem erst selbst beschlossenen Regeln angewendet. Andernfalls müßte ja die ins Straucheln geratene Bank Monte die Paschei (oder so ähnlich) per Bail-In gerettet werden. Das trauen sich die Euro-Gremien inklusive EZB aber nicht. Italien ist halt doch zu groß. Da möchte man lieber keinen Volksaufstand initiieren. Man muß also gar nicht darüber theoretisieren. Die Praxis hat es bereits erwiesen: kleine Länder werden erpreßt – sogar unter Verstoß gegen die eigenen Statuten. Die großen Länder werden geschont – ebenfalls sogar unter Verstoß gegen die eigenen gerade beschlossenen Statuten.

      Natürlich können die Griechen ihre Schulden niemals mehr zurück zahlen. Das weiß jeder. Experten hätten es auch 2010 schon wissen können und müssen. Varoufakis wußte es und hat schon damals darauf hingewiesen. Bei Griechenland geht’s jetzt nur noch darum, wie man es am besten ausplündern kann.

      Ein anderes Land – der größte Schuldner der Welt – wird nie Probleme haben seine Schulden zurück zu zahlen. Die sind so gut wie alle in Dollar denominiert und da haben die USA nun mal das Monopol drauf, die in beliebiger Menge aus dünner Luft herzustellen.

      Ich habe dieses verrückte System bei anderer Gelegenheit mal „Atombombenstandard“ genannt. In Anspielung auf den bis zum Zusammenbruch des Bretton-Woods-Währungssystems noch rudimentär existierenden Goldstandard. Damals konnten Staaten noch bankrott gehen, wenn ihnen das Gold ausging mit dem zu guter letzt die Leistungsunterschiede beglichen werden mußten (Clearing). Dank Vietnamkrieg waren die USA damals pleite. Und was war die Konsequenz daraus? Gürtel enger schnallen und langsam abstottern? Hahaha – selten so gelacht.

      Seitdem sind die US-Schulden durch die (Androhung mit der) Atombombe gedeckt. Der wertlose Dollar wurde in den internationalen Handelsbeziehungen einfach an die Stelle des Goldes gesetzt. Damit kann die USA nicht mal mehr theoretisch pleite gehen. Begleitet wurde das mit einem speziellen Deal zur Beendigung der Ölkrise in den 70er Jahren. Der bestand – ganz kurz gesagt – darin, daß die Saudis (und damit die ganze OPEC) sich verpflichteten ihr Öl nur noch gegen Dollars zu verkaufen. Jedes Land – außer den USA – muß diese erst mit harter Arbeit erwerben. Im Gegenzug dürfen die Saudis dafür bis auf den heutigen Tag unbehelligt von der „westlichen Wertegemeinschaft“ regieren wie der „Islamische Staat“ mit regelmäßigem öffentliche Kopf-rollen-lassen zur Volksbelustigung.

      Zwischen ehrlichen Handelspartnern müßte es natürlich selbstverständlich sein, seine Schulden zurück zu bezahlen. In unserem Betrugssystem ist das gar nicht vorgesehen. Da erpressen die Großen die Kleinen. Weltweit die USA alle. Und innerhalb der EU Deutschland den Rest. Weltweit und auf nationaler Ebene die „Eliten“ die „Lämmer“.

      Deswegen: dringendster Handlungsbedarf ist die Umstellung unseres Weltwährungssystems auf eine ehrliche Basis.

    • Danke Herr Schürer für Ihre ausführliche Antwort.
      Ihren zahlreich genannten Zusammenhängen bes. was USA betrifft, muss ich weitgehend zustimmen, auch wenn es mir nicht schmeckt, dass auf die eine oder andere Art Schulden Ihrer Meinung nach eben doch zurückbezahlt werden könnten(warum tut man es dann nicht). Ich denke eine Diskussion darüber wäre aber müßig und Streit um des Kaisers Bart.

      Die Zusammenhänge, die Sie erwähnen können immer schwerer unter den Teppich gekehrt werden. Der Kabarettist V.Pispers meinte schon vor Jahren scherzhaft bezüglich der Kreditwürdigkeit der USA: „Die haben eine Armee, die kommen sich das holen“

      Wir sind uns darüber einig, was Sie im letzen Satz formulieren:
      „dringendster Handlungsbedarf ist die Umstellung unseres Weltwährungssystems auf eine ehrliche Basis“
      DAS kann nie falsch sein.

      Ich möchte einen Szenenwechsel machen und Franz Hörmann erneut aufgreifen. Übrigens war er der erste, der meine Unsicherheit über „was ist Geld“ (danke an das KenFm Team für das Gespräch mit ihm) ein für allemal beseitigen konnte.

      Da habe ich heute -erneut zufällig, ich wollte etwas anderes suchen- einen Vortrag von ihm gefundern, der sowas von abgefahren ist… Das „Problem“, was ich dabei habe, besteht darin, dass die Argumentations-Kette derart plausibel ist, dass ich machtlos bin (Ich bin extrem allergisch gegen Unplausibilitäten). Es geht dabei über weite Strecken um Außerirdische(kein Witz!). Was Hörmann da ausführt ist ein Hammer. Allerdings betont er selbst ausdrücklich den hochspekulativen Charakter seiner Gedanken. Das wiederum gefällt mir. Es ist redlich.

      Wenn man dem folgt, was Hörmann ausführt, und es als Gedankenexperiment für bare Münze nimmt, würde das sämtliche Unstimmigkeiten von: Geld, Politiker, Rassismus usw. schlagartig erklären. Wer sich das antun möchte, bei youtube unter „Wissen hinter den Kulissen“ (2 Folgen) zu finden.

  15. „Der Trick ist, die Empörung zu lenken und von den Zentren der Macht abzulenken“ – so ähnlich war eine Aussage im Interview. Nun gut: Mich kann niemand ablenken: Der Vatikan ist das Machtzentrum dieser Welt – und sehr sehr böse….

  16. Tolles und sehr wichtiges Gespraech, vielen Dank dafuer.
    Dass wir zurueckkehren muessen zum radikalen Kern der Aufklaerung und dass die Abkehr von der Kant’schen universellen Perspektive hin zu „identity politics“ den Weg fuer Faschismus und Totalitarismus ebnet, ist die Aussage, der Zeev Sternhell https://en.wikipedia.org/wiki/Zeev_Sternhell
    sein Lebenswerk gewidmet hat. Sein Buch „The Anti-Enlightenment Tradition“ ist fuer mich eines der grossartigsten und radikalsten historischen Studien ueberhaupt und bestaetigt genau die Aussagen von Prof. Mausfeld.

  17. Ergänzend zu dem glänzenden Gespräch, hinsichtlich der Betrachtungsweise einer Veränderung eines unbekannten bzw. bekannten Ziels ( dem Neoliberalismus z.B.) kann es erhellend sein, folgende Links in dem Glauben zu schauen, es würde über die Lösungskompetenz, Vernetzungsgedanken und die Möglichkeit gehen, miteinander und füreinander nach einer besseren Lösung zu suchen:

    X Change Gemeinsam voneinander lernen Zwischengespräch 2
    https://www.youtube.com/watch?v=b0KFpfKt4iU

    sowie :

    X Change Gemeinsam voneinander lernen Zwischengespräch 3
    https://www.youtube.com/watch?v=d1hX1ZyKF3w

    Der Vorteil der Referenten ist: es sind 5 verschiedene Personen, die alle unterschiedliche Konzepte andeuten, mit welchen sie Dinge betrachten und auch eine Lösungsmöglichkeit anstreben.

    In Bezug auf den Neoliberalismus kann es z.B. für die Betrachter der Links bedeuten, dass es noch ganz andere Möglichkeiten gibt, dieses Thema gemeinsam zu erarbeiten und aufzubereiten.

    Da sind viele gute Ansätze, die inspirierend wirken können, aus meiner Sicht.

    • Ist natürlich ein subjektiver Ansatz – aber für Freunde von Prof. Peter Kruse und dessen Ansichten, wird dies sicherlich eine lohnenswerte Zeitinvestition sein, sich die Links ( gerne auch noch Teil 1 und Teil 4 hab ich noch nicht hinzugefügt) mit dem Fokus anzusehen “ Wie könnte meine persönliche Wahrnehmung, meine Arbeit mit anderen zum Thema Neoliberalismus – die Wechselwirkung von gegenseitigen „Übertragungen“ in der Kommunikation der Sache dienlich sein?“

      Stellt sich Jemand diese Fragestellung, so wird er einige Bausteine ( durch die Links) an die Hand bekommen, die er so vielleicht noch nicht gehabt hat.

    • Ergänzend zu den Links:

      Insa Sparrer / Matthias Varga von Kibéd – Ziele, Zeit, Lösungen (Ausschnitt)
      https://www.youtube.com/watch?v=3Ix0EoBvwCE

      Was bei diesem kurzen Ausschnitt bemerkenswert ist: der Umgang mit Sprache. Diese Verdeutlichung kann z.B. vor Augen führen, wie wichtig es ist, häufig verwendte Begriffe mit historischem Bezug zu analysieren – was den Neoliberalismus mit seinen „Widerhaken“ des „Antiamerikanismus“, „Querfront“ usw. angeht, ist es z.B. sehr anschaulich, dort frühere Bedeutungen und aktuelle Nutzungen sich bewusst zu machen.

      Der Link spricht von einer Arbeit mit „Zeitkanälen“, die auch möglich ist, um Veränderungen zu erfahren.

      p.s.: es wär natürlich mal interessant, das Thema „Neoliberalismus“ aufzustellen – in Form einer „Aufstellungsarbeit“ – vielleicht frage ich dort mal dazu nach.

  18. Das Interview war sehr interessant. Aber ich dachte mir zwischendurch folgendes:
    Solange wir nur das existierende System kritisieren und keine Lösungsansätze liefern, dienen solche Interviews auch nur (wie alle anderen Talkshows) bestenfalls ein wenig dem Frustabbau.

    Für mich gibt es nur einen Lösungsansatz auf globaler Ebene. Eugen Drewermann hat das in seinem Interview angesprochen. Diese Welt ist inzwischen derart miteinander verflochten, dass nationale Alleingänge kaum von Nutzen sind.

    Die meisten Probleme können nur noch global gelöst werden. Die einzige Hoffnung für die Menschheit ist die Schaffung eines Weltüberstaates, der aus Vertretern aller Nationen entsprechend ihrer Einwohnerzahl zusammengesetzt ist und seine Beschlüsse im Stande ist, auch durchzusetzen. Weltmachtstreben ist das genaue Gegenteil davon. Ist die Menschheit erst einmal auf diese Weise vereint, lassen sich die meisten Probleme lösen, inklusive einer Reformierung des heutigen Wirtschaftssystems. Da die sogenannte Elite wohl nicht bereit sein wird, ihre Vormachtstellung aufzugeben, wird sich wohl erst etwas ändern, wenn das gegenwärtige Wirtschaftssystem zusammengebrochen ist.

    Warum brauchen wir eigentlich immer erst unvorstellbare Not, bevor wir bereit sind, etwas zu ändern???

    • @joschi56

      Die Welt ist jetzt miteinander völlig miteinander verflochten. Das ist richtig. Aber: Welche Absichten stecken dahinter? Zum Beispiel sind die Menschen hier bei uns in Europa schon im Mittelalter abgeschafft worden. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wurden die Menschen hier bei uns gegen Personen ausgetauscht. Jetzt ist das System weltweit durchgesetzt. Alle Staaten der Welt sind jetzt nur noch Firmenkonstrukte und dienen im Grunde nur als nachträgliche Rechtfertigung für das Besitzen von Menschen. Der Mensch wird durch Geburtsurkunde eine Person bzw. eine Stiftung. Diese Urkunden lassen sich sogar an der Börse handeln. Eigentümer aller Geburtsurkunden ist der Vatikan. Echt übel…

    • Solange wir nur das existierende System kritisieren und keine Lösungsansätze liefern, dienen solche Interviews auch nur (wie alle anderen Talkshows) bestenfalls ein wenig dem Frustabbau.

      Diese Positionierung, wie anteilige Kritik kann ich nachvollziehen. Es stellt die Frage der Machbarkeit und Selbstwirksamkeit in den Raum.

      Was kann ich als Einzelner tun? Das wird gegen Ende des Vortrages ja angedeutet: Werkzeugkasten – Aufarbeitung historisch und auf verschiedenen Ebenen präsentieren und verständlich machen.

      Die Hauptthematik ist der Neoliberalismus, der als Begriff und Konstrukt aber schwer zu fassen ist, wie Rainer Mausfeld sagte. Um diesen besser fassen zu können, sowie seine Symptome zu erkennen, bedarf es der Aufarbeitung und Studie der Wirkweisen.

      Alleine wird es schwierig und es besteht die Tendenz kurzfristig wieder in ein persönliches Gefühl von Ohnmacht zu fallen. Wenn allerdings sich mehrere Menschen vernetzen – ich bin z.B. in Anfängen dabei – dann kann es zu einer Aufgabenteilung führen.

      Aufgabenteilung heisst z.B. : einer geht historisch sämtliche Vorkomnisse durch, wo der Begriff Antisemitismus aufkam – wie er verwendet wurde – in welchem Kontext und wie die damaligen wie heutigen Medien ihn verwendet haben – oder den Begriff Antiamerikanismus.

      Ein andere Person arbeitet z.B. die Entstehung und Vorläufer des Neoliberalismus auf – wie der von der Sichtbarkeit in die Unsichtbarkeit kam – ein anderer Mensch: wie heutige Systeme immer noch über den Neoliberalismus auf bestimmten Rechtskonstrukten wie der EU oder einzelnen Ländern, oder auch dem einzelnen Menschen wirkt, usw…

      also es lässt sich Aufgabentechnisch durchaus aufteilen – es bekommt eine Machbarkeit, wenn die Beteiligten sich gemeinsam zu einem größeren, definierbaren Präsentationsrahmen einigen können – ich habe da, wie schon teils erwähnt, durchaus einige Ideen zu.

      -> was die Herangehensweise, bzw. auch die Ermutigung betrifft, so habe ich gerade 2 Links gepostet, die aus der Sichtweise einer Metaebene ( also mit dem Gedanken es geht um die Lösung, Behandlung / Aufklärung des Neoliberalismus) sehr erhellend und motivierend wirken können, da die persönliche ( also Ihre oder Meine etc..) Herangehensweise, betreffend der Aufarbeitung eines verdeckten Begriffs, hierbei hilfreiche Unterstützung bekommt.

      Warum brauchen wir eigentlich immer erst unvorstellbare Not, bevor wir bereit sind, etwas zu ändern???

      Das ist aus meiner Sicht ganz ähnlich der Beschreibung von Herrn Mausfeld im Gespräch mit Ken Jebsen: die persönliche Betroffenheit, der persönliche Mikrokosmos ist nicht betroffen. Wenn Sie kein Extremkonsument ( = „Erfüllung sofort!“) sind, dann betrifft Sie persönlich evtl. ein Ausläufer des Neoliberalismus nicht.

      Wenn Sie hingegen global sehen ( ich bleib im Beispiel des Gesprächs mit Ken Jebsen und Rainer Mausfeld), dass z.B. Ihre Hose bei KIK so und so günstig ist, sie immer noch bei ALDI günstig einkaufen können – betrifft sie das zwar nicht in ihrem persönlichen Empfinden…aber im empathischen Empfinden für die Menschen in Bangladesh etc.. .wird sie das sehr wohl betreffen. Denn diese Menschen werden ja durch die extreme Gewinnmaximierung in Zustände vor Ort gezwungen, die Menschen- und Lebensunwürdig sind, bzw. stark daran grenzen.

      Die Menschen hier vor Ort, fühlen sich aber nicht betroffen.

      Deswegen: der Weg ist ( aus meiner Sicht) : Aufklärung und Information – aber nicht nur allein von KenFM, sondern von den Menschen wie z.B. Ihnen oder mir und anderen, die sich selber sagen: sie möchten a) Klarheit über den Neoliberalismus haben, sowie b) Ihre Einsichten und ihr Erarbeitetes einem großen Publikum zur Verfügung stellen, damit ein Großteil der Gesellschaft leichter aufwachen kann und somit emotionale Betroffenheit fühlen kann, betreffend des Neoliberalismus mit seinen Ausläufern im Privatleben wie in der globalen Marktwirtschaft wie auch der Bildung und Politik.

      Im Grunde gilt es ( so aus meiner Sicht): Aufräumarbeiten zu leisten, die Hayek 20 Jahre im Dunkeln aufgebaut. Den Nebel zu entfernen, der die Sichtweise auf die Wirtschaftswirkweise behindert.

      Ich kann mir auch vorstellen, wenn sich viele Mitglieder/ User / Interessenten hier als Gruppe finden lassen, dass Herr Prof. Rainer Mausfeld oder Ken Jebsen noch einige Buchtipps betreffend des Neoliberalismus zur Verfügung stellen könnten, so dass die Gruppe an Menschen, die wirklich etwas für sich und die Allgemeinheit zur besseren Aufklärung tun will, auch Unterstützung erhält.

      Ich persönlich bewerte das Gespräch mit Herrn Jebsen und Herrn Mausfeld nicht mehr nach dem Maßstab „oh..die Frage hätte Herr Jebsen noch stellen müssen – oder : oh… da hat Herr Mausfeld aber noch etwas übersehen, in seiner Antwort“

      Ich sehe das Gespräch als einen Appetizer darauf, dass wir als Summe von Interessenten uns vernetzen können, um für die Allgemeinheit wie für uns selbst, etwas zu erarbeiten, was zum Ziel hat, den Neoliberalismus transparenter zu machen.

      Ist der Neoliberalismus erstmal demaskiert, können wir wissen, gegen wen wir unsere Empörung richten müssen – darum geht es.

      So verstehe ich das Gespräch zwischen Herrn Jebsen und Rainer Mausfeld.

    • Dazu, @joschi56, fällt mir der einsichtige und einsehbare Hinweis von Albert Einstein ein, dass ein Problem nicht auf der selben Bewusstseinsstufe gelöst werden kann, auf der es entstanden ist. Mit einer derart oberflächlich personaltechnischen Umverteilung kann sich heute überhaupt nichts mehr verbessern!
      Die Menschheit an sich, jede(r) einzelne, muss sich verändern! Es muss eine tiefenpsychologische Umwälzung geben, wie es sie seit zigtausend Jahren nicht gegeben hat! Die Veränderungsmöglichkeit in Richtung Heilung liegt erst einmal allein im seelischen Bereich! Wir müssen uns dazu z.B. auch der größten und reinsten Geister der Menschheitsgeschichte erinnern und alle verstehen lernen, was sie uns mit ihrem gelebten Leben heute noch zu sagen haben! Ich wünsche mir deshalb hier auch einmal ein philosophisches Gespräch. Erst wenn eine Umwandlung von innen her im gesamten Menschenbewusstsein stattgefunden hat, könnte man vielleicht an solche Lösungsansätze herangehen. Ich weiß nicht, was genau Eugen Drewermann da vorgeschlagen hat. Das müsste hier genau im Wortlaut zitiert sein, um etwas damit anzufangen.

  19. Ein sehr gutes Gespräch, mit einigen wenigen, aber leider typischen Schwachstellen.
    Thema „links“:
    „Die Linken“ sind ja ein moderner, schwammiger Begriff, der von der Arbeiterbewegung als Schoß des Sozialismus wegführt. Die Identität „links“ ist ja eben ein solcher tendenziöser und machtkonform besetzter Begriff, als dass er gar nicht mehr für eine widerständige soziale Bewegung genutzt werden kann.
    Das Linke muss genauso bekämpft werden, wie das Rechte wenn es um den universalistischen Anspruch geht, den „links“ ja nicht darstellt. Links, das sind bolschewistische Massenmörder, Stalinisten wie Sahra Wagenknecht usw. die sich anmaßen Vertreter zu sein, von etwas, das nicht vertreten werden kann: Das Selbst und das stellt der Gast ja auch dar!
    Also Linke gehören zu dem erdrückenden Wust aus Pseudo-Identitäten und Aristokraten auf den Schultern der Arbeiterklasse.
    Wer das bestreitet gehört dazu und hat ein vitales Interesse, dass man ihm / ihr Geld gibt, dafür, dass er uns dieses „links“ richtig toll aufbereitet und verkauft.
    Wem was ich schreibe spanisch vorkommt, kann sich die Rolle der Linken zu Revolutionszeiten anschauen, als sie gegen die befreienden Kräfte der anarchistischen Arbeiterbewegungen zu Felde zogen und durch Zentralisierung die Prozesse anstießen, von denen wir im Beitrag hören. Dazu empfehle ich folgende Quellen:
    1. Rudolf Rocker „Die spanische Tragödie“
    2. Abel Paz „Durruti – Leben und Tod des spanischen Anarchisten“
    3. Tim Wätzold „Konflikte innerhalb der antifaschistischen Allianz im Spanischen Bürgerkrieg am Beispiel der Front in Aragonien“
    Was wir von „links“ bisher gesehen haben ist genau, was der Professor beschreibt: kapitalistischer Bolschewismus. Staatskapitalismus. Es gibt keine „Diktatur des Proletariats“ wie Karl Marx (bürgerlicher Intellektueller) es behauptet hat, sondern nur eine Diktatur über das Proletariat. Hier kann also kein Weg für die Befreiung des menschlichen Selbst liegen.
    Überhaupt: Wieso sollte die Befreiung eines so universalen und vielseitigen Dings wie es das menschliche Selbst ist, nur über Politik möglich sein? Denn „links“ bezieht sich ja nur auf eine politische Richtung. Da stimmt also das ganze Denken dahinter nicht.
    Die Befreiung muss genauso universell sein, wie das Leben selbst. Kanalisierung in links usw. brauchen wir Arbeiter nicht.
    Die Befreiung muss wirtschaftlicher Natur sein. Der Grund: Auf Wirtschaft, also der Produktion von zwingend Notwendigem bzw. kulturell Annehmlichen basiert unser biologisches und soziales Dasein. Das sagt der Jebsen ja auch: 62 Personen haben so viel wie…. usw. Dann aber kommt er wieder mit „links“ – was ich nicht verstehe, weil links ja Teil der Strategie ist – der Leninismus ist ja so angelegt Macht aufzubauen und zu erobern und sie gegen die Entmachteten zu richten – die Neoliberalen haben den Marxismus Leninismus ja nicht „missbraucht“, sondern gebraucht – das bezeugt auch die Geschichte dieser Bewegungen. Was Jebsen nicht sieht / sehen will, ist, dass der Grund für das Scheitern der südamerikanischen linken Bewegungen nicht nur außen zu suchen ist, sondern auch in ihrer linken Doktrin selbst begründet ist.

    Thema „Demo“
    Es kotzt mich langsam an, mit welcher Hörigkeit die Menschen manchen fetischisierten Praktiken huldigen.
    „Demo“ – wenn ich das schon höre.
    Was ist eine Demo? Menschen stehen in einer Reihe und skandieren in die Luft, was ihnen nicht passt, bzw. was sie lieber hätten…. in der Zeit, die so ein Unsinn frisst, kann man viel bessere Sachen machen.
    Zum Beispiel mit Freunden, Bekannten, Unbekannten saufen und ihnen dabei aufmerksam zuhören. Lenkt man das Thema auf den persönlichen Lebenslauf, auf die Umstände der Lohnarbeit usw. wird man feststellen, was das Zentrum der Macht im echten Leben eines jeden ist. Für Lohn arbeiten zu gehen, weil der gesetzliche Käfig drumherum alles andere zunichte macht.
    Und dann kommen die traurigen Geschichten, denen der Alkohol freie Bahn bereitet, wo sonst zu viel Eitelkeit und Scham alle Wege blockiert und man kann sich erstmal anhören, wieviel Leid hier herumstolziert. Dann merkt man erstmal, wie sehr gepeinigt die Menschen sind: Überall nur Betrug und Schufterei für die Reichen.
    Und das wollen die mit Demos regeln…. Meeeeep Geschichte sagt „Nein!“
    Das mit dem Saufen ist übrigens gar nicht so schlecht, um neue Kontakte zu knüpfen und mit denen dann irgendwann was Konstruktives zu unternehmen. Gruppen zur sportlichen Betätigung zu gründen zB. Alle wollen Sport machen und geil aussehen und fit und gesund sein. Aber auch hier bestätigt sich wieder das herrschaftliche Prinzip. Die Sklaven wenden sich aus erlernter Unterwürfigkeit heraus immer wieder an Gurus und Trainer. Viel cooler und pädagogischer wäre eine Sportgruppe, die ohne Vorsitzenden funktioniert und wo sich alle einbringen müssen. Wo Zeiten spontan abgesprochen werden usw. und die Bedürfnisse der Trainierenden analysiert werden und wo die dann ins Programm einfließen.
    Dadurch kann man einiges lernen: Eigenverantwortung, Selbstorganisation, den eigenen Körper, das eigene Wohlbefinden, aber auch das der anderen zu respektieren, weil die sonst ja nicht mitmachen usw.
    Der Politgruppe würde ich persönlich die politische Gewerkschaft entgegensetzen.
    Die Aufspaltung der Arbeiterbewegung in Partei und Gewerkschaft bedeutet nichts anderes, als den Arbeitern die Entscheidungsfähigkeit zu rauben und sie marxistischen Eliten zu übertragen. Denn nichts anderes ist Soziale Marktwirtschaft und nichts anderes ist Sozialdemokratie.
    Der Schritt zur Befreiung würde also bedeuten kämpferische Gewerkschaften auf basisdemokratischer Grundlage zu begründen, die sich föderalistisch organisieren. Das wäre die Speerspitze aller Unterdrückten-Organisationen, denn die Unterdrückung wirtschaftlich abzuschütteln, wäre gleichbedeutend damit das Zentrum der Macht zu zerstören.
    Ich sage Gewerkschaften und meine damit NICHT den DGB oder andere Zentralgewerkschaften, sondern bspw. Organisationen wie die des französischen Syndikalismus um 1900 herum, die nicht nur kämpferisch waren, also zerstörerisch auf die Macht der Unternehmer zielten, sondern die auch konstruktiv verwalteten, was ja die Basis einer neuen Gesellschaftsordnung ohne Unterdrückung sein kann. Die französischen Bourses du travaille sind hier wichtig. Auch hier gibt es Beispiele aus der spanischen Revolution, die nichts mit „Anarcho-Kapitalismus“ oder „Libertären“ zu tun hatte, wie Ken Jebsen es am Anfang falsch einwirft, sondern dagegen gerichtet war.
    Na gut – soweit zur Perspektive, bzw. zur Betätigung der Unterdrückten selbst. Ich empfehle hier die folgenden Titel:
    Eugen Naef „Zur Geschichte des französischen Syndikalismus“ bzw. Rudolf Rocker „Die Prinzipienerklärung des Syndikalismus“, „Parlamentarismus und Arbeiterbewegung“, „Absolutistische Gedankengänge im Sozialismus“ bzw. Martin Veith „Die anarchosyndikalistische Gewerkschaft“

    Sonst super Beitrag! Ken FM entwickelt sich und hat wirklich klasse Gäste. Ich hoffe, dass KenFM auch noch mehr Dinge zeigt, die wirklich getan werden können. Ich finde bei der Bärensuppe sind studentische Nebenbeschäftigungen überrepräsentiert. KenFM muss letztendlich in die Betriebe rein und von Streiks berichten, die zeigen, wie die Lohnabhängigen ihre politischen Forderungen im Alltag durch Verweigerung von Gehorsam und Arbeitskraft umzusetzen versuchen. Erst dann hat KenFM auch die Schlagkraft für die Arbeiter und Ausgebeutetenklasse spezifische Abwerhmethoden zu pushen und deren Erfolg durch Publicity zu unterstützen.
    Ganz bewusst muss dabei dokumentiert werden, wie DGB-Gewerkschaftsbonzen den Kampf für Arbeiterrechte boykottieren und an die Reichen verkaufen – das Vertrauen in DGB-Gewerkschaften muss vollkommen zerrüttet werden – da darf keiner mehr eintreten wollen. Der Weg zur Freiheit für die Unterdrückten führt über die eigene Betätigung in eigenhändig ohne Aristokratie aufgebauten Gewerkschaften, die den Streik als Mittel der Politik einsetzen. Wenn Preise steigen: streiken; wenn es zum Manöver an die Grenzen Russlands geht: streiken; wenn es um Erhöhung von Steuern und Krankenkassenbeiträgen geht: streiken!!!
    Für eine solche Offensive von Unten braucht man Organe wie KenFM die den Kampf dokumentieren und in die Breite ihrer Zuschauerschaft tragen.

    • @ nuevo1
      Die Verweigerung der Arbeitskraft – also Streik – habe ich schon im Sept. 15 als einen Weg gesehen, Politik und Wirtschaft aufzurütteln. Leider musste ich mich eines besseren belehren lassen. Man hat gesetzesmäßig vorgebaut und solche Wege unter Strafe gestellt. Kann als Staatsstreich gewertet werden. Ich fürchte, dieses heißes Eisen packt niemand an. Gewerkschaften sind doch eigentlich ihren Mitgliedern verpflichtet, da von ihnen finanziert. In Wirklichkeit sehe ich da nur Kunkelei mit Wirtschaft und Politik. Sie alle haben ihre Schäfchen im Trocknen, Geld und Haus im Ausland.

  20. Hallo Ken (gemeint ist natürlich Euer ganzes Team).

    vielen, vielen Dank für dieses fantastische Interview! Ich habe jede Sekunde genossen! Professor Mausfeld kannte ich von seinem Vortrag an der Uni in Kiel, aber Eure Intervievs sind ein Format (was ist sehr wertvoll finde), das einen völlig anderen Zugang zu der interviewten Person bieten.

    Ken, ein Kompiment an Dich, dass Du diesen Mann hast ohne Zwischeneinwürfe ausreden lassen… ;))

    Danke nochmals für Eure Arbeit. Ich wüsche Euch und uns allen, dass Ihr möglichst vielen Menschen die Augen öffen werdet!

    Nochmals vielen lieben Dank für Alles

    Roland

  21. Es kommt ja immer die Frage auf: wie kann man Widerstand organisieren.
    Es gab ja früher mal die RAF, die hat ja wohl auch gegen irgendetwas gekämpft. Heute gibt es den IS-Terror, das ist auch ein Kampf gegen etwas.
    Und obwohl RAF und ISIS extreme Dinge getan haben und sehr starke Medienpräsenz hatten, kam nie rüber, um was es diesen Leuten eigentlich geht. Also da wird von der RAF mit viel Aufwand ein Banker mitsamt Chauffeur in die Luft gejagt, die Zeitungen und Fernsehen berichten auf allen Kanälen darüber, aber kein Wort davon: warum?
    Da macht die ISIS einen brutalen Anschlag in Paris, aber niemand erklärt es. Wie kommt das? War die RAF „zu dumm“ um zu ihren Anschlägen eine Erklärung mitzuliefern? War der ISIS nicht in der Lage zu sagen: wir haben den Anschlag in Paris gemacht weil Frankreich seit 100 Jahren Syrien unterdrückt und kaputt macht? Welchen Sinn hat Widerstand, wenn man den Leuten nicht erklärt, was man tut?
    Oder werden die Begründungen für diese Attentate von den Medien gezielt unterdrückt? Sind das wieder die gleichen Mechanismen, die Mausfeld beschreibt?

    • Ich hab bisher noch kein Interesse, oder keine Notwendigkeit erkannt, meinen richtigen Namen hier öffentlich zu nennen. Ihr Profilfoto ähnelt dem User J-m.s bei Wikipedia. ( https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:J-m.s) Dieser User hatte den Eintrag von Rainer Mausfeld im Zusammenhang mit Verschwörungstheorie „verbessern“ wollen – kann jeder nachprüfen, der die Wikipediahistorie zum Eintrag von Mausfeld nachprüfen möchte.

      zu Ihren inhaltichen Nachfragen hier:

      Es gilt, wie übrigens auch im Bereich „Data Warehouses der Großindustrie“, sowie bei „Banken“ eine bestimmte Prämisse für Begrifflichkeiten und Verständlichkeiten vorab zu setzen, unter der sich ein gemeinsamer Nenner finden lässt.

      Es lässt sich z.B. bei Data Warehouses und Banken die Frage stellen, welches Ziel verfolgen diese?

      Im Rahmen der anzunehmenden Zielsetzung, wird dies Gewinnmaximierung sein.

      -> ich persönlich habe aber wirklich keine Motivation ausgiebig hier erklären zu wollen, wie die Zusammenhänge sind -da ich einigermaßen gesichert davon ausgehen möchte, dass Sie genau für die Zielsetzung von „Data Warehouses“ und „Banken“ stehen – und es geht hier zunächst um Gleichgesinnte. Und nicht um die Menschen, die mit vielen Fragezeichen erstmal das Grundsätzliche anzweifeln möchten. Die Vorträge von Rainer Mausfeld, sowie das Gespräch bei KenFM sind ja schon aussagekräftig. Wenn Sie die einmal inhaltlich erfasst haben, wäre schon viel gewonnen.

    • @Guten Abend Herr Martin (Jens Martin Schlatter?),
      sind Sie möglicherweise der Wikipedia-User J-m.s (https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:J-m.s bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Jensmartinschlatter.jpg), der direkt nach dem Interview von Professor Mausfeld mit Ken Jebsen in Wikipedia zur Person Professor Mausfeld folgendes geschrieben:

      „Vertreter einer Verschwörungstheorie“
      https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Rainer_Mausfeld&diff=156753409&oldid=156250482

      und die Links zu dem Beitrag „warum schweigen die Lämmer“ und dem Interview mit Ken Jebsen gelöscht und damit keiner seine Änderung rückgängig machen kann folgenden Hinweis eingefügt hat: „Ich werde hier eine Teilsperrung des Artikels wegen Editwar beantragen.“ (23:41, 13. Aug. 2016 )?

      Wenn ja, können Sie mir bitte Ihre Beweggründe nennen:
      – Weshalb Sie Professor Mausfeld für einen Vertreter einer Verschwörungstheorie halten?
      – Weshalb Sie die Links zu dem Kenfm-Interview und dem Beitrag „warum schweigen die Lämmer“ in der Wikipedia gelöscht haben?
      – Weshalb Sie sich auf diesem Portal aufhalten und die Interviews, deren Veröffentlichung Sie zu verhindern versuchen, kommentieren?

  22. Ich neige sonst nicht zu Superlativen aber dieses Gespräch ist wirklich unglaublich gut, jedenfalls in meiner Wahrnehmung. Unverzichtbar für jeden der auch nur ansatzweise eine Ahnung dafür bekommen möchte, was sich bei den meisten Medien, Think-Tanks und sonstigen „Dienstleistern“ orchestriert abspielt … und in wessen Interesse !

    Sprachlich klar und präzise, mit umwerfender Kompetenz, mit einer Fülle an Anregungen und angedeutetem multidisziplinären Detailwissen (kein Wunder nach 25 Jahren als Psychologie-Prof.).

    Eines der besten Interviews überhaupt, seit es kenfm im Gespräch gibt. Wo findet man sonst solche exzellenten Sendungen, die dem Gast jede Menge Zeit geben auch komplexere Gedanken und Erklärungssequenzen zu entwickeln.
    Vorbildlich ! Genau das ist Journalismus !!!

    kenfm hat sich über die Jahre geradezu zum politischen Bildungsportal entwickelt.
    Größten Dank dem Team für das Konzept und für euer Standing !!!

  23. Manche Dinge stören mich. Beispielsweise die Sache mit Jakob Augstein, man sollte das wirklich mal im Kontext sehen. Ganz sicher meint er nicht, dass das Wohlergehen der Leute in der Hand der City of London liegen soll, wie es hier aber mMn rüberkommt. Wer den Freitag mal gelesen hat oder sich auf youtube über Augstein schlau macht, sollte wohl wissen, dass der Herr eher unrümlich über Banken und Hochfinanz spricht. Vielmehr sollte man sehen wie ernst er die AfD nimmt (wie gesagt, wenn man die Person Augstein verfolgt, stellt man das leicht fest). Das ist viel eher der Grund weshalb er die parlamentarische Demokratie für sinnvoll hält und Volksentscheide ablehnt (in der Schweiz wird damit nicht nur gutes getan, viele Abstimmungen enden pro-rechts). Man muss der parlamentarischen Demokratie einfach lassen, dass sie kurzfristigen Stimmungen in der Tat den Wind aus den Segeln nehmen kann. Dass er nicht einseitig die Regierung unterstützt ist auch ganz klar, obwohl er lange Merkels Politik abgelehnt hat, ist er dennoch ein Freund ihrer Flüchtlingspolitik. Das beweist auch Haltung und Wandlungsfähigkeit. Ich will hier nun nicht bloß die Person Jakob Augstein verteidigen, ist bloß ein Beispiel. Ich denke Ken zieht viel zu oft zu einfache Schlüsse, weshalb er sich auch so gut als Zielscheibe für den Begriff „Verschwörungstheoretiker“ eignet. Das Macht einerseits angreifbar und ist auch generell nichts Wünschenswertes auf einem Portal, das Mainstreamjournalismus derart scharf kritisiert.

    • Zitat „Beispielsweise die Sache mit Jakob Augstein, man sollte das wirklich mal im Kontext sehen. Ganz sicher meint er nicht, dass das Wohlergehen der Leute in der Hand der City of London liegen soll, wie es hier aber mMn rüberkommt“
      Nach den Äußerungen, die ich von ihm mitbekommen habe, läuft es aber darauf hinaus, auch wenn er vielleicht zu wenig drüber weiß, dass die Machtinhaber darüber regieren, was ich aber bezweifle.
      Zitat „dass der Herr eher unrümlich über Banken und Hochfinanz spricht.“
      Das könnte reine Immagepflege sein,
      Zitat „Vielmehr sollte man sehen wie ernst er die AfD nimmt…“
      Wenn der die wirklich bekämpfen wollte, würde er nicht mirt diesen Kinkerlitzuchen kommen, die der AfD noch Zulauf bringt (in Verbindung mit der Panikmache vor der Überfremdung, die auch in seinen Medien geschickt und unterschwellig geschürt wird), sondern ihre neoliberal-finanzfaschistischen Positionen offenlegen.

    • Schau Euch mal die Sendung „Augstein und Blome“ auf Phoenix an. (Freitags)
      Wenn das Linke Politik ist, dann fällt mir auch nichts mehr ein.
      Kindergarten!
      Das der Mann sich für so etwas hergibt.
      Das beleidigt mich – Fremdschähmen!
      Hällt man die Zuschauer für so unterbelichtet?

  24. Absolut Begeistert.
    Ein KenFM im Gespräch der oberen Klasse für mich.

    Mein Vorschlag (was ich mir vom KenFM-Team wünschen würde)

    —***Ken-FM im Dialog: Prof. Dr. Rainer Mausfeld und Prof. Dr. Gerald Hüther ***—

    Das wäre ein Gaumenschmaus für die kleinen Robs auf der Sinnesautobahn meines Gehirns

    • Das könnte ich mir auch gut vorstellen. Gerald Hüther ist sowieso noch ein Kandidat für ein ausführliches Interview.

  25. Das ist eines der besten Interviews hier auf KenFM. Ich bin komplett begeistert.
    Ich werde mir den Vortrag noch ein paar Mal anhören müssen, bis ich da alles verstanden habe.

    Die Frage drängt sich auf: „Wie kann man sich organisieren, um da dagegen zu halten?“ Notwendig ist es ja ohne Frage.

    Grüsse aus der Schweiz,
    Claus

  26. Ich kann mich den positiven Kommentaren nur anschliessen. Fuer mich ist es hauptsächlich eine Frage der Moral, des Wertesystems. Ich bin nicht religiös und betrachte die Katholische Kirche zum Beispiel sehr skeptisch. Was ich jedoch feststelle ist dass die Menschen Vorbilder brauchen um sich zu identifizieren mit einer Sache. Konsum und Materialismus ist leider immer mehr das einzige was Menschen verfolgen. Fragt mal Bekannte nach dem Sinn des Lebens. Ich glaube die meisten Menschen beschäftigen sich mit diesen Fragen oft erst im Alter und sind dann oft resigniert und werden depressiv oder versuchen zu verdrängen dass sie 40 Jahre ihres Lebens in irgendeiner Firma gearbeitet haben und irgendwelche Zahlen in den Computer eingegeben haben. Für was denn? Was war der Sinn all dessen? Um in die Ferien zu fahren nach Santorini während in Athen Leute verhungern? Wie kann man das mit sich selbst verteidigen? Weil es alle machen? Ich weiss es nicht, aber was ich glaube ist dass es ein „Wertevakuum“ gibt. In Europa nimmt die Bedeutung der Familie und der Religionen/Kirchen ab (womit ich ansich kein Problem habe, ich bin aus der Kirche ausgetreten), nichts jedoch ersetzt diesen Moralkompass ausser Materialismus und Konsum. Ich denke dass die Mehrheit der Menschen einen gesellschaftlichen Wertekompass brauchen um sich nicht erst im Alter mit Werten und dem Lebensinn zu befassen wenn es zu spät ist.

  27. Schon der erste Blick des Herrn Mausfeld auf dem stillen Videobild verrät die tiefe Menschlichkeit und Weisheit und auch das gute und völlig entspannte Verhältnis zum Gesprächspartner Ken Jebsen. Insofern treffen hier als Glücksfall zwei Menschen aufeinander, deren Herzensbildung genauso groß ist, wie ihr faktisches Wissen. Was könnte ermunternder sein in diesen Tagen?! Es gab tatsächlich meines Wissens noch nie so viele frohe Kommentare wie jetzt hier!

  28. Und jetzt? Wer konkret bastelt denn den Werkzeugkasten? Es soll natürlich nicht die Konsum-Mentalität des ‚es muss sich sofort alles so ändern wie ICH will‘ herrschen und trotzdem müssen die Schritte gegangen werden, auch wenn noch so klein. Wir sollten uns nicht selbst den Wind aus den Segeln nehmen, da die Situation ‚dringendes‘ Handeln erfordert und es ‚kurz vor zwölf‘ ist. Laufen wir nicht eben wieder Gefahr uns Talkshow-mäßig hier kurz zu empören und weiterzuschlafen? Warum nicht wirklich von den Eliten lernen und eine Art ‚Think Tank‘ gründen mit dem Thema „Definition eines Rahmenwerks für friedliches Miteinander“ um ein gemeinsames konkretes Ziel zu definieren und dann eine Arbeitsteilung zu organisieren um dort hinzukommen?! Bspw. mit Sahra Wagenknecht, Willy Wimmer, Franz Hörmann, Gerald Hüther, Eugen Drewermann, Rainer Mausfeld u.a. als Werkzeugkastenbauer!? Wir haben doch geniale Köpfe dazu, die wir ’nur‘ zusammenbringen dürfen. Dabei finden wir eine konkrete Strategie wie wir wieder das Bewusstsein eines positiven Menschenbilds, geprägt von Liebe, Frieden, Kooperation u gegenseitiger Hilfe schaffen, um ein Gemeinschaftsgefühl einer ‚Kooperationsklasse‘ zu schaffen. Damit kommen wir von der ICH-Selfie-Generation zu einem der Gemeinschaft zugehörigen Selbst. Herr Jebsen?

    • Ausgehend davon, dass z.B. Hayek ( wie im Interview von Prof. Mausfeld erwähnt) etwa 20 Jahre ausserhalb der Öffentlichkeit gearbeitet hat, sollten wir uns schon eine größere „Spannungstoleranz“ einräumen. Mit „wir“ meine ich die Personen, die an der Idee eines Werkzeugkastens arbeiten möchten.

      Kleine Schritte, die gegangen werden könnten, könnten die Aufarbeitung vieler Schlagwörter der Medien beinhalten, mit denen die MSM gerne um sich werfen, wenn es in Richtung der Zentren der Macht geht.

      Es ist ein ganzes Alphabet an Begriffen, was sorgsam von den Eliten erdacht worden ist und was in den Medien gerne verwendet wird, ohne auf historische Bezüge oder Umkehrung der ehemaligen Wortbedeutungen zu verweisen.

      Diese Trickkiste müsste enttarnt werden und veröffentlicht werden – ebenso ist es wichtig, die Kontexte herzustellen unter welchen bestimmte Medien ihre Meinung äußern – es braucht dazu viele verschiedene Menschen, die sich alle Teilberichten der Weltgeschehen widmen, umso im Laufe der Zeit einen gesamtes Bild zu zeichnen, was immer stärker die Maskerade des angewandten Neoliberalismus durch die Medien öffentlich macht.

      KenFM leistet wichtige Arbeit, Intellektuelle der Öffentlichkeit zu präsentieren. Deren Ideen sind oft in den Ansätzen wegweisend. Aber: es fehlt die Vernetzung mit vielen anderen Menschen, um die Aufarbeitung des Werkzeugkoffers in Angriff zu nehmen.

      Dazu reicht auf dieser Seite, oder auf anderen Seiten das Empören nicht aus. Wir ( damit sind wieder die Interessenten der Idee eines Werkzeugkoffers gemeint) müssten uns auch ausserhalb von KenFM vernetzen, treffen, besprechen – an einer Umsetzung und Idee arbeiten, die Transparenz schafft.

      Ein neues Projekt braucht es – keine Konkurrenz zu KenFM oder anderen alternativen Formaten, sondern nur eine Bereicherung im Sinne der Aufklärung.

      Ich habe dazu einige Ideen, aber bei der Fülle an Umsetzungsaufgaben schaffe ich es ganz bestimmt nicht in Kürze alleine.

      Ausserdem, stelle ich eben oft fest – die Gesprächsgäste werden gelobt, teils bewundert – was z.T. seine Berechtigung haben mag, aber die Eigeninitiative versiegt.

      Es gibt, ich möchte wetten, hier sicher auch irgendwelche Menschen, die sofort vieles zwar gut finden; was Herr Mausfeld nun geäußert hat :“… aber in Punkt xy…Herr Mausfeld – da muss ich Ihnen widersprechen, weil…“

      Das ist die Kommentationskultur der aktuellen, heutigen Zeit in vielen Netzwerken, Presseportalen oder sozialen Medien.

      Fast Jeder lässt sich, ganz als „unbewusste“ Person des Neoliberalismus, im Bedürfnis sofortiger Erfüllung, sofortiger Empörung und Lösungssuche sofort zu Schnellstatements hinreissen.

      Wie sehr die politischen Strukturen sich etabliert haben, wie viele Jahre politische Veränderungen durchdacht worden sind – was möglicherweise an Ereignissen bereit stehen, um möglichst viel Unruhe zu stiften, damit das System später selbst Lösungen auf der Ebene von mehr Überwachung und Polizeigewalt wie Bundeswehr im Innern anbieten wird, wissen wir noch nicht.

      Es sollte uns ( = die, welche an dem Werkzeugkasten Interesse haben) aber nicht abhalten, egal welchen Status der Kontrolle ( durch Medien, oder Polizeigewalt, Unruhen) die Eliten gerade zum Machterhalt gewählt haben, an dem Werkzeugkasten weiter zu arbeiten.

      Wird die ganze Situation historisch betrachtet, so ist die Aussage von Herrn Mausfeld insofern bereichernd, da hier klar wird, dass selbst zu Dutschke-Zeiten eine gesellschaftliche Bewusstlosigkeit geherrscht hat, die heutzutage durch immer mehr Ablenkungen gezielter in die Bewusstlosigkeit geführt hat.

      Es lässt sich eine Reihe von vielen Ablenkungsmöglichkeiten der Medien nennen – ohne allerdings diese in einen geeigneten Rahmen zu bringen und so den Zusammenhang der Kontrolle und Meinungsmache darzustellen, wird die Kritik an sozialen Medien verpuffen.

      Es braucht diesen Werkzeugkasten – dazu bräuchte es aber auch hier in der Community Leute, die sich über den Zustand ihres positiven oder negativen Kommentars zu einem KenFM-Gesprächsgast erheben können und länger an der Idee des Werkzeugkasten festhalten möchten und sich begeistern können, langfristig gemeinsam an einer Verbesserung sozialer Zustände mitzuwirken.

      Ideen habe ich, wie geschrieben, einige.

      Aber: der Rahmen der Kommentarfunktion ist dafür unzureichend und zu klein, um die Umsetzung davon transparent zu machen.

    • Zitat „Warum nicht wirklich von den Eliten lernen und eine Art ‚Think Tank‘ gründen mit dem Thema „Definition eines Rahmenwerks für friedliches Miteinander“ um ein gemeinsames konkretes Ziel zu definieren und dann eine Arbeitsteilung zu organisieren um dort hinzukommen?“
      Das läuft doch wieder darauf hinaus, dass die Verantwortung für das Handeln delegiert wird (an einen Thinktank), dabei ist es wichtig, dass JEDE*R für sich nach Wegen des Widerstands sucht und auch handelt, soweit es ihm möglich ist. Nicht immer auf andere warten, selber was tun.
      Man darf auch nicht vergessen, dass eine Bewegung, die sich auf die Führung von einigen genialen Menschen verlässt, eben auch ganz leicht geköpft werden kann, indem man diese Führer neutralisiert, also beseitigt, isoliert, denunziert, besticht, bedroht und damit die Bewegung in die Irre führen oder unschädlich machen kann.
      Wir werden nur Erfolg haben, wenn wir uns emanzipieren von irgendwelchem Führungspersonal, was aber nicht heißt, dass man keine Vorbilder haben soll. Nur, denken sollte man niemand anderem überlassen.

    • @ kurzerLichtblick
      Wenn Sie das wirklich ernst meinen und eine erste Etage der Werkzeugkiste entstehen lassen wollen, würde ich mich gerne zu Verfügung stellen. Rein Intellektuell bin ich wahrscheinlich nur im geringen eine Hilfe, jedoch sehr Intuitiv und Empathisch. Bei meinen letzten Satz musste ich lachen, da sich dieser wie eine Bewerbung liest. Habe mich trotzdem für diesen „Bewerbungssatz“ entschieden, weil Sie wissen sollen wer sich hinter dem PC verbirgt.

      Einen ersten Vorschlag würde ich gerne unterbreiten. Um überhaupt einmal starten zu können sollte man sich auf mehrere Medien einigen. Zu priorisieren wäre TeamSpeak oder auch Skype.

      lg
      ein Ösi

    • @vizero, zum Thema Thinktank-Gründung und Ihr Argument, dass es dann wieder deligiert wird:

      das kommt auf die Größe des Thinktanks an – und wie der Begriff „Deligieren“ verstanden und mit Inhalt gefüllt wird.

      Arbeitet z.B. Jemand ganz gezielt die Geschichte des Neoliberalismus auf, wie er von der Sichtbarkeit zur Unsichtbarkeit gelangen konnte und ein anderer arbeitet gezielt an der Geschichtsentwicklung der Umdeutung vieler Wörter und deren Gebrauch in Zusammenhängen, so ist das A) sicher Arbeitsteilung, aber B) die Personen sind sich im Idealfall vorher darüber einig, wer was recherchiert und wie das in etwa als Gesamtkonzept zusammengeführt und präsentiert werden kann.

      Je unabhängiger die Personen miteinander etwas erarbeiten und ihr Wissen austauschen, umso geringer wird die Wahrscheinlich mal zufällig „geköpft“ , „entsorgt“ oder sonstwie unter die Räder zu kommen.

      Der Vorteil des Netzes ist die Möglichkeit, Wissen zu veröffentlichen, welches viele Kanäle anbietet.

      Je größer der Radius der Veröffentlichung, umso wahrscheinlicher ist die Wirksamkeit die Adressaten ( ca. 3,7 Milliarden Menschen) zu erreichen.

      @ Armin Richter:

      die Idee meine ich ernst – finde Ihren Gedanken sehr gut – bin demnächst zwar erstmal unterwegs… aber ich werde mich vielleicht gerne die Tage vorher noch bei Ihnen direkt melden.

      Es geht für mich und ich denke auch für die allermeisten Menschen nicht darum, dass Jemand ein perfekt gebildeter Intellektueller ist, sondern am Ehesten die moralische Empfindung, welche ähnlich ist.

      Das der Mensch, der an einem Werkzeugkoffer arbeiten möchte, sich mit anderen Menschen vernetzt, die auch das Gefühl haben etwas stimmt moralisch und ethisch nicht.

      Wenn diese Grundstimmung ähnlich ist und sich bestimmte Strukturierung und Erarbeitung gedanklicher Ansätze geeinigt werden kann, wird das Projekt zu einem Selbstläufer werden.

      Weil es dann dazu führt, dass bestimmte Menschen mit bestimmter Sichtweise gezielt Inhalte aufarbeiten, um sie später mit anderen Vernetzen und zu zeigen.

      Die Idee der Vernetzung ist nicht neu – meistens bleibt es ( so mein Eindruck) hier und an anderen Stellen an der persönlichen Empörung von bestimmten Umständen, aber nicht der Aufarbeitung und Präsentation von größeren Inhalten in Zusammenhang.

    • @ kurzerLichtblick
      Wenn ich ehrlich bin, muss ich gestehen, dass es mir schon lange nicht mehr darum geht was Spezielles, besonders Geistreiches, oder auch extrem Wichtiges für die Gesellschaft zu tun. Ich möchte endlich anfangen und was „TUN“. Wichtig ist nur, nicht vom Neoliberalismus instrumentalisiert zu werden. Was schwer genug ist.

      lg
      ein Ösi

    • Ich bin auf jeden Fall dabei meinen Beitrag für einen Think Tank anzubieten, der es schafft, Menschen wieder Mut zu machen im Bewusstsein kleinkindlicher Unschuld den Neo-Liberalismus mit der stärksten Waffe zu erledigen, die wir zur Verfügung haben. Unser Werkzeugkasten ?

  29. Das Rainer Mausfeld heute so große Aufmerksamkeit erfährt, gehört zu den wirklich freudigen Überraschungen dieses Jahres. Der Vortrag „Warum schweigen die Lämmer“ hatte dies damals nicht vermuten lassen. Das erinnert an Jean Zieglers Erklärung wie es zur franz. Revolution kam. Was streng genommen, niemand wirklich erklären kann. Eine sehr wichtige Spur, denn das der Neoliberalismus und dessen methodische Durchsetzung in all seiner subtilen, ja diabolischen Niederträchtigkeit, ein Werk äußerst genialer Strategen und Think Tanks sein soll, ist nicht wirklich schlüssig. Es erinnert an die Rückbetrachtung des dritten Reichs und des Nationalsozialismus. Mögen sie auch noch so verschlagen gewesen sein, aber wirklich helle Köpfe und brilliante Strategen waren auch sie nicht. Die sich zunehmend manifestierende, erschreckende Programmatik trägt keine Signatur bewussten Denkens. Unser bewusstes Denken gleicht einem Ölfleck auf einem tiefen Teich, den wir Unterbewusstsein nennen und welcher der wahre, machtvolle Erfüllungsgehilfe unserer tiefsitzenden Begierde ist. Neoliberalismus und Nationalsozialismus stammen also vom gleichen Koch.

    • Ich sag es mal mit anderen Worten: Es ist auch nach meiner Wahrnehmung keine hohe Intelligenz, die hier mit der sog. „Neoliberalität“ am Werke ist, sondern es wurde eine raffinierte Trickkiste gebastelt mit viel Geld und Gewalt, nur, um den primitivsten aller menschlichen Triebe zu befriedigen: Die Machtgier!

    • Veganislove: Ja. Wobei die eigentliche Entfaltung und Realisierung der Machtgier auf der unterbewussten Ebene erfolgt. Über die schier unglaubliche Raffinesse des Unterbewusstseins und seiner unergründlichen Einflussmöglichkeiten. Verborgen und fast völlig unserer bewussten Wahrnehmung entzogen. Der „Wunsch ist der Vater des Gedankens“ so die allgemein bekannte Mahnung. Und hier liegt auch der Schlüssel zur Gegenwehr. Je mehr der Wunsch nach Frieden und Selbstbestimmung in den Menschen aufkommt, und zum Ausdruck gebracht wird, sich festigt, je mehr werden die unterbewussten Kräfte ihre Macht auch in dieser Richtung entfalten. Triebgesteuerte Menschen sind da klar im Vorteil, alle anderen brauchen erst die Erfahrung von Leid und Schmerz, als Antrieb. Wohlstand macht auch wunschlos.

    • Ist klar, bis auf den letzten Satz. Wieso sind triebgesteuerte Menschen im Vorteil und wieso soll Reichtum wunschlos machen? Ich finde eher beides im Gegenteil. Oder ist das Ironie?
      Was mir bei politischen Debatten immer zu kurz kommt, ist die Philosophie und die Psychologie unserer gesamten bisherigen Menschheitsgeschichte. Buddhismus z.B. ist heilsame Tiefenpsychologie und mir hat die von Plato verfasste Lebensgeschichte und Zitatensammlung über Sokrates in meinem Leben auch sehr geholfen. Ebenso die beispielhafte Lebensgeschichte von Jesus von Nazareth und die Bergpredigt. Auf dieser tiefliegenden Ebene muss angesetzt werden. Oberflächlicher geht gar nichts mehr! Oder Nietzsche! Das waren alles „große Warner“ und hoch empfindsame Wissende. Ich wünschte mir hier auch einmal ein Gespräch über Philosophie.

    • Veganislove:
      Nein, keine Ironie. Es geht um das, was uns antreibt, oder nicht. Der Hunrige jagt und beißt, der Satte stöhnt und kaut.
      P.S. Ghandi nicht vergessen 🙂

  30. Zum Selbst: Meiner Meinung nach ist die Identifikation mit Dingen im Menschen angelegt. Sonst würden sich nicht schon alte Schriften aus Indien,… damit befassen. (Siehe Krishnamurti, Tolle) Nur in der heutigen Zeit tritt das einfach augenscheinlich zu Tage, weil das so richtig mit dem „Höher,schneller,weiter“ also mit diesem “ jedes Jahr ein neues Handy oder auch 2″ harmoniert und sich gegenseitig anheizt. Die Eigenschaft des Menschen , sich mit Dingen zu identifizieren fördert von Natur aus die Sache.

    • Zitat „Meiner Meinung nach ist die Identifikation mit Dingen im Menschen angelegt. Sonst würden sich nicht schon alte Schriften aus Indien,… damit befassen.“
      Das könnte aber auch die Folge von der schon seit sehr langer Zeit existierenden Destruktion des Selbstwertes durch die Herrschenden (als ein Herrschaftsinstrument) sein. Muss nicht Anlage sein, sondern kann auch Ersatz für die Bedürfnisse sein, die durch die von den Herrschenden geschaffenen Gesellschaftsstrukturen unterdrückt werden. Und wird ja durch die Medien dieser Herrschenden und die Mechanismen in unserer Gesellschaft regelrecht gezüchtet.

    • So habe ich das noch gar nicht betrachtet. Stimmt! Herrschende gibt es ja schon immer! Vielleicht ist es zusätzlich auch eine Flucht der Menschen aus der Realität, aus dem harten Leben, in eine eigene Welt von Glück. Und dies wurde von Generationen zu Generationen weitergetragen. Wie es natürlich in der Steinzeit war, muß ich mal überlegen…..

  31. Es ist, für mich, wie eine frischzellenkur, wenn ich mir solche Vorträge zu Gemüte führe. Jeder von uns hat, so glaube ich, ein sogenanntes „Bauchgefühl“ und gesunden Menschenverstand. Es ist nicht greifbar, nicht nennbar, aber irgendwie ist es doch da und man weiß instinktiv, das man recht hat, mit dem was man denkt/glaubt.
    Heute ist so ein Tag und ich könnte mir einen runterholen, weil ich mal wieder recht hatte, mit dem, was ich mir so dachte.
    So, genug mit der Selbstbeweihräucherung. Seit ca. drei Wochen schaue ich mir kein „Fernsehen“ mehr an, da ich nicht mehr verarscht werden will. Denn lieber kaufe ich mir ’ne Kiste Bier, als mir noch länger von irgendwelchen Kariereidioten mein Gehirn wegrösten zu lassen. Denn dann weiß ich wovon ich blöd in der Birne bin! (ich bitte um Entschuldigung, für meine Saloppheit)
    Das Schlusswort von Prof. Mausfeld hat mich erschüttert, denn die Hoffnung stirbt zuletzt und man hofft ja doch noch, dass es nicht so hässlich kommt, wie man denkt. In meiner Interpretation, sehe ich kriegerische Auseinandersetzungen, da das „Kapital“ nicht im Traum daran denkt auch nur einen Schritt zurückzutreten.
    Die Erkenntnis, dass man für solche Leute, wie die des Kapitals, nur ein Spielball ist, ist nun nicht neu. Nur stellt sich, in unserem Fall (Deutschland/deutsches Volk), die Existenzfrage und nicht nur für uns, sondern für ganz Europa.

    An dieser Stelle, bitte ich das Griechische Volk um Entschuldigung, für die, ihnen, aufgezwungene Knechtschaft, die es ,auch mit der Hilfe oder nur durch deutsche Lobbyisten, erleiden muss!
    Es dauert noch eine Weile, bis wir euch wirklich helfen können, da wir noch „Hausaufgaben“ zu erledigen haben.
    Ich bin deutscher! Ich kenne unsere Geschichte und ich schäme mich nicht für sie, denn ich habe meine Lehren daraus gezogen.
    Aber wofür ich mich schäme, ist unsere Regierung, ja der ganze Bundestag!
    Das was ihr tut, ist Hochverrat des Mammons wegen, oder der fehlenden Courage, und das ist der absolute Tiefpunkt, den man als Mensch nur erreichen kann.
    SCHÄMT EUCH, wenn ihr überhaupt zu solch einer Gefühlsregung fähig seit!

    Danke Herr Mausfeld und danke Herr Jebsen dafür, das es doch noch Menschen gibt, die sich für etwas richtiges einsetzen.

    • Lieber Karsten! Brauchst Dich für „Deine Saloppheit“ nicht entschuldigen: Ich fand Dein Kommentar jetzt sehr nett und erfrischend in seiner Aufrichtigkeit! Uns allen hier hat dieses Interview anscheinend viel gegeben. Ich für mein Teil würde da sagen: Echte Weisheit erweitert unser Bewusstsein!

  32. Prof. Mausfeld ist für mich (schon länger) DER Intellektuelle des Jahrzents.

    Ken Jebsen, vielen vielen Dank für dieses Gespräch! Historische Dimension! Grandiose Gesellschaftsanalyse, die einen (trotz allem) nicht resignieren lässt. Und einen großen Dank an Professor Mausfeld, der sich mit diesem Interview der Meute ausgesetzt hat, die ihn ab sofort ächten wird. Herr Mausfeld, Sie haben vielleicht nicht die Medien, aber die Menschen auf Ihrer Seite.

  33. Wie groß war meine Freude heute, als ich sah, dass Ken Jebsen mit Prof. Dr. Mausfeld im Gespräch ist. Jetzt habe ich mir das Gespräch angehört und ja, ich finde es großartig, einfach großartig!

    Lieber Herr Mausfeld, wie wunderbar, dass Sie sich trotz ihrer vielen Arbeit an der Uni die Zeit nehmen, uns an Ihrem komplexen Wissen von Zusammenhängen, die derart verborgen sind, dass Sie von den meisten Menschen – mich eingeschlossen -, überhaupt nicht durchschaut, geschweige denn durchdacht werden können, teilhaben lassen!

    Vielen Dank an Sie und an Ken Jebsen
    Birgit Assel

    • P.S. Was ich mir jetzt noch wünschen würde, dass auch Gerald Hüther einmal zu einem Gespräch eingeladen wird…
      Jetzt ist mir auch klar, warum folgender Artikel bei Zeit-Online erschienen ist, der mich maßlos geärgert hat:
      http://www.zeit.de/2013/36/bildung-schulrevolution-bestsellerautoren

      Ich weiß nicht, ob ich überhaupt noch in der Lage bin, etwas vom Mainstream zu hören oder zu lesen…mir kommt es so vor, als „vergifte“ er meine Gedanke…
      Denn auch wenn ich es inzwischen besser weiß, bleibt doch immer ein wenig hängen…ähnlich wie bei der Werbung, der man sich kaum entziehen kann, weil die überall ist…auch wenn ich versuche sie zu meiden, so gut, wie es mir gelingt!

    • Den Artikel aus der ZEIT habe ich angelesen, mehr brauchte es nicht, um festzustellen, was das für hirnrissige Propaganda ist. Der Schreiberling hat entweder keine Ahnung oder gehört zu den Soldaten der Herrschaftsklicke.
      Für mich ist der Artikel auch der Hinweis, dass die Herrschenden offenbar glauben, dass sie ihre Kontrolle verlieren könnten.

  34. Herzlichen Dank!
    Ganz wichtiges Interview!
    Ken darf, bei allem respekt, insgesammt aber noch etwas ruhiger werden, den Gegenüber mehr ausreden lassen und sich weniger des „Mh’s“ bedienen 😉
    Dennoch ganz große Klasse!
    Sie leisten enorm wichtige Beiträge zur Entwicklung unserer Gesellschaft!

    Übersetzungen in andere Sprachen per sup oder dub, auch schon nur in Englisch,
    wären international und gesammtmenschlich von großer Bedeutung und Wichtigkeit.
    Falls das jemand liest der fließend verschiedene Sprachen neben Deutsch spricht oder Jemanden kennt, möge er oder sie sich bitte beim KenFM Team melden…
    Ich werde mir auch selber Gedanken machen…
    Und norchmals möchte ich mich an alle Beteiligten für ihre Arbeit bedanken!

  35. Anregung:

    Ich empfehle jedem mal zumindest den Wikipedia Eintrag zur Verfassung von Venezuela durch zu gehen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Bolivarische_Verfassung

    – Schon die Entstehung fand ich bemerkenswert; u.A. unter ECHTER Teilnahme des Volkes! (Nicht so wie nach all den Farbenrevolutionen, wo maßgebend von Aussen (EU/USA) einfach eine Verfassung vorgelegt und dann symbolisch von den Völkern abgesegnet wurde. Meist innert weniger Monate!)

    – Ein Wahl/Abstimmungsverfahren, welches an Transparenz und Sicherheit ihresgleichen weltweit sucht. (Wahl-PC der nen Analogen Beleg ausdruckt und somit überprüfbar ist. Der Wähler kann online einsehen, ob seine Stimme korrekt gewertet wurde. Etc)

    – 5 Gewalten und nicht nur 3 wie sonst üblich – Neben: Legislative, Exekutive, Judikative auch noch: Bürgergewalt (Kontrolle der öffentlichen Verwaltung hinsichtlich Korruptionsbekämpfung und Einhaltung der Machtbefugnisse) und Wahlgewalt (unabhängig, via Internet transparent und beaufsichtigt von allen Parteien)

    Im Sozialen zB:
    – Recht auf kostenlose Bildung und medizinische Versorgung.
    – Verbot der Privatisierung des Gesundheitswesens, der Bildung und der Sozialversicherungen.
    – Hausarbeit und Arbeiten im informellen Sektor berechtigen zu Leistungen aus den Sozialversicherungen.
    – Gerichtskostenfreiheit

    …usw

    (Aktuelle Wirren um dieses Land dabei erst mal ausblenden. Die Geschichte wird zeigen, ob diese Wirren nicht erneut maßgeblich ins Land hin eingetragen wurden.)

  36. Großes Lob an Kenfm. Hoch interessantes und sehr informatives Interview. Ich hoffe so viele Menschen wie möglich werden es sehen um endlich aus ihrer Bewusstlosigkeit zu erwachen. Ich werds fleißig teilen. Das macht gleich noch mehr Mut am 1.10.nach Berlin zu fahren.

  37. Ein absolutes Jahrhundertgespräch !!! 😀

    Was für ein GENIALER Gast! Genau, solche wunderbaren, geistig brillanten Menschen und Aufklärer, wie Prof. Mausfeld, sind es, die unsere kranke Welt jetzt braucht! Das Tüpfelchen zu den anderen Vorträgen v. Prof. Mausfeld!

    Ausgezeichnete Fragen und einfach nur sensationelle Gesprächsführung von Ken!!!
    VIELEN VIELEN DANK!!! Echte Freude, Begeisterung, aber v.a. Dankbarkeit!!!

    Wir sollten es schaffen hier die „Klick-Millionenmarke“ für KenFM zu überschreiten.
    Bitte dieses Interview noch lange auf Seite 1 prominent platzieren, damit es jeder sofort findet!
    Dieses Interview darf nicht verschwinden!

    Vielleicht besteht ja sogar eine Chance Hrn. Prof. Mausfeld für die DEMO im Oktober als Redner zu gewinnen?
    Das wäre ja was! Mit diesem Gespräch im Vorfeld, könnte man sicher enorm mobilisieren vors Kanzleramt zu kommen!

    u.v.a. bitte fleißig weiterverbreiten!

    ABSOLUT TOP KenFM!!!

    Ich sags gerne nochmal! einfach nur D A N K E !!! 🙂

  38. Interessantes Gespräch bei dem ich viel Neues gehört und gelernt habe. Über Vieles muss ich weiter nachdenken und recherchieren, muss mich tiefer informieren.
    Eine Veränderung der bestehenden Situation in welcher wir, die Welt, sich quasi am Abgrund befindet muss aber, wie Prof. Rainer Mausfeld richtig sagt, sofort und jetzt gehandelt werden. Da kann man nicht noch lange warten und studieren und abwägen, auf höhere Eingebungen warten etc. Derweil geht die Welt und die Menschheit flöten.
    Deshalb auch an dieser Stelle meine Forderung: Deutschland muss sofort raus aus der EU und aus der NATO. Aus einer NATO, einer Angriffsorganisation, die der systematischen und überschnellen Osterweiterung der EU nachfolgt und Russland bedroht. Die Fronten zwischen Ost und West verhärten sich wieder und aus einem neuen Kalten Krieg kann ganz schnell, auch durch ein Missverständnis, ein alles zerstörender heißer Krieg werden.
    Es muss jetzt zügig gehandelt werden. Jetzt kann man nicht mehr darauf warten was die nächsten Wahlen bringen oder ob bei der Kundgebung gegen Ramstein im nächsten Jahr vielleicht doch 10 oder 20000 Leute sich einfinden und ihren Unmut über den Drohnenkrieg äußern.
    Nein, wir müssen jetzt sofort raus aus diesen Strukturen der EU und der NATO. Fremde Soldaten raus und kein TTIP und CETA rein. Dexit jetzt!
    Deutschland wird danach erst einmal n e u t r a l eigenständig und selbstbestimmt sein. Vielleicht wird es auch da und dort weh tun: ich denke es könnte sich lohnen und anderen ein Beispiel geben für Frieden und Freiheit in der Welt.

    • Im Prinzip hast du recht, aber in erster Linie soll das SOFORT jedoch heißen (jedenfalls realitätsbezogen): tu was du selbst tun kannst, sei die Veränderung, die du dir wünschst, nutze deine Macht als Konsument, entziehe dem System möglichst viel deiner Energie.

    • @Josef Kand und @vizero

      Im Prinzip habt ihr beide recht, aber wir müßten wirklich SOFORT handeln, um das anrollende Unheil noch aufzuhalten. Wir haben gehört, daß es nicht 5 vor 12 ist, sondern … (ich habe den genauen Wortlaut nicht im Kopf) … wenige Sekunden vor 12! Eigentlich ist es schon zu spät. Wir haben gar nicht mehr genug Zeit, um mit unserer „Macht als Konsument“ noch irgendwas rechtzeitig zu bewirken. Es geht um die wirkliche Macht im Staat!

      Wir müßten SOFORT handeln, haben aber nicht im entferntesten die Mittel dazu. Das gemeinsame Handeln müßte organisiert werden, es gibt aber keinen Organisator, keine „Partei“ oder sonstwas. Selbst wenn es einen Organisator gäbe, würde die Masse der Schlafschafe ihm nicht folgen, weil sie die Notwendigkeit zum Handeln gar nicht erkennt, solange sie nur genug grünes Gras zum Grasen hat. Die Machtmittel der Herrschenden, ihre Manipulations- und Propagandamethoden sind dermaßen erdrückend und weltumspannend geworden, daß eine Revolution kaum noch durchzuführen wäre. Ich glaube, das unterscheidet die heutige Situation von allen Zuständen in den letzten hunderttausend Jahren.

      Zweifellos wird auch das jetzige Herrschaftssystem zusammenbrechen, aber wahrscheinlich reißt es uns alle mit in den Untergang. Ich bin relativ alt, vielleicht entkomme ich dem Untergang noch rechtzeitig, es wird aber knapp. Jung möchte ich in dieser Zeit nicht sein.

      Tut mir leid, daß ich so viel Pessimismus ausströme. Meine bescheidene „Macht als Konsument“ versuche ich trotzdem anzuwenden, solange es noch geht.

    • Das eigentliche Imperium muss zusammenbrechen. Diejenigen, die die Bevölkerung der USA benutzen, um dem Rest der Welt Angst einzujagen. Solange das amerikanische Volk dazu mißbraucht werden kann, wird sich nicht viel ändern. Selbst wenn Deutschland ausscheren könnte, was sie niemals tun wird, würde das nichts bringen. Es wird immer so getan, als ob Deutschland irgendwie bedroht sei durch irgendetwas. ( Russen, Islamismus oder Bevormundung durch Amis). Dabei spielt Deutschland genauso mit in diesem globalem Roulettespiel. Beim Roulette gewinnt zuletzt immer die Bank. Die Bank ist wie Herr Mausfeldt aber sagt unsichtbar. Kein Feind keine Ehr. Wenn man sich nun ganz rationel mit den Lehren von Widerständen geschäftigt, nützt es nichts, die Hülle der Unsichtbaren anzukratzen. Diese kleinen Wunden, vermögen Sie wieder schnell zu verschließen. Was ist also das beste, was man machen kann. Wenn man sich die Geschichte anschaut sieht man, das jedes Imperium sich selber ausgelöscht hat und so Platz machen konnte für das nächste Imperium. Die Gründe waren innerlicher morlischer Verfall, Mißgunst und die nachlassende Organisation der Unterdrückungsmechanismen. Nun hat Herr Mausfeldt uns ja erklärt, dass wir uns ja mittlerweile selber unterdrücken. Es schwingt heutzutage niemand eine Peitsche. So geschickt und perfekt sind wir schon Opfer der Manipulationen. Mit WIR ist vorallem das Abendland und seine Vasallenstaaten gemeint, wie sich Herr Mausfeldt ausgedrückt hat. Der Rest der Welt steht doch schon vor der Apokalypse. Wenn wir es schaffen sollten, unsere Unterdrücker zu überwinden, was glaubt ihr, würde der Teil der Welt mit uns veranstalten, die jetzt schon traumatisert und bar jeder Hoffnung existieren. Das traue ich mir gar nicht auszumalen. Ich glaube, das dieser Aspekt sehr gerne ausgelassen wird. Wir Abendländler haben uns schon so eine große Schuld gegenüber der restlichen Welt aufgeladen, dass eine Widergutmachung schier unmöglich ist. Ein Versöhnungsprojekt wie in Südafrika versucht wird und auf dem Weg des Scheitern sich befindet, kann ich mir global noch weniger vorstellen. Diese unsere Globalschuld steckt meiner Meinung nach in uns drin. Wir wissen glaube ich instinktiv, wenn wir jetzt diese globale Megamaschine ausschalten könnten und würden, dass alles uns bekannte und angenehme in unserem Mikrokosmos verloren gehen könnte. Keiner von uns Abendländlern hat sich freiwillig diese Schuld aufgeladen. Wir wurden in diese hineingeboren. Als Baby hatten wir noch Moral und soziales Empfinden laut der Ergebnisse der Forschung. Diese wurden dann uns wegmanipuliert und wir wurden Blind gemacht gegenüber allem, was eingentlich nicht sein dürfte. Diese Angst vor der Eingestehung dieser Megaschuld ist mit ein Faktor, warum viele Menschen sich nicht trauen, den Stecker aus unserem System zu ziehen. Wie groß dieser Faktor ist, kann ich nicht beurteilen, weil selbst wenn ich mein eigenes Gewissen dazu befrage, wie oft ich daran denke, ich eingestehen muss, dass es kaum an die Oberfläche durchdringt. Psychologisch ist das aber erklärbar, weil, wenn unser Unterbewusstsein das Unterdrücken nicht machen würde, wir keinen Schritt nach draussen tun könnten ohne Schuldgefühle zu bekommen, wenn man im Supermarkt Bananen aus Monokulturanbau aus ausgeraubten Ländern kauft. Mein erster Satz war, das eigentliche Imperium muss zusammenbrechen. Wer ist nun dieses Imperium, wer steckt dahinter. DAS SIND WIR SELBER !!!!!!!!!
      Lasst uns lernen, wieder uns selber zu lieben, indem wir daran denken, wie wir geboren worden sind. Wir müssen uns zuerst selber verzeihen, ansonsten verzeiht uns niemand. Und danach sehen wir weiter.

    • pooler1970 sagt: 6. August 2016 at 12:43
      „Diese Angst vor der Eingestehung dieser Megaschuld ist mit ein Faktor, warum viele Menschen sich nicht trauen, den Stecker aus unserem System zu ziehen“.
      Also das hört sich an wie nach Erbsünde.

      Ja, jetzt aber aktiv werden und bei der EU und bei der NATO den Stecker ziehen. Mal sehen was passiert. Eigentlich geht’s um die Frage wer nun den Stecker zieht. Den Stecker zieht eine demonstrierende Masse von Leuten auf allen Plätzen der Republik, montags hatten wir schon, also an jedem Dienstag 18.00 Uhr, überall auf jedem Platz in Deutschland, mit Anmeldung. Die Versammlungsfreiheit haben wir ja.
      Es muss schon ein deutliches Zeichen gesetzt werden; friedlich und mit dem festen Willen einen Neuanfang zu machen. Wir können doch nicht warten wie das Kaninchen vor der Schlange, ohnmächtig und erstarrt, bis uns der Teufel holt.

    • @pooler Zitat „Wenn wir es schaffen sollten, unsere Unterdrücker zu überwinden, was glaubt ihr, würde der Teil der Welt mit uns veranstalten, die jetzt schon traumatisert und bar jeder Hoffnung existieren. Das traue ich mir gar nicht auszumalen.“
      Dies ist Teil der Angstmacherei, mit der uns der Schneid abgekauft werden soll. Sicher gibt es bei denen Menschen, vor denen man Angst haben muss, aber es ist eine Minderheit. Und die gefährlichsten von denen sind aber die Guantanamo- Gehirngewaschenen, CIA- Gesteurten, die bei uns die Terroranschläge verüben im Glauben,dass sie gegen das Übel kämpfen, diesem aber in Wirklichkeit in die Hände spielen.
      Die,vor denen du jetzt Angst hast, sind gar nicht willens und in der Lage, uns groß was anzutun.

    • Ich denke wir könnten noch heute aus der NATO austreten ohne die geringste Gefahr, daß uns Rußland, der IS oder sonstwer angreifen würde. Der einzige, dessen (verdeckte) Operationen wir dann befürchten müssen ist unser Big Brother, der nicht amüsiert darüber wenn ihm da einer seiner Vasallen aus der Schnur ginge. Vonwegen Präzedenzfall.

  39. Dieses Gespräch hat meine Erwartungen nach Mausfelds Vorträgen in Kiel und Aachen noch übertroffen. Da stecken so viele Informationen drin, das muss ich noch ein paar mal anhören.
    Mein Dank an Kenfm.
    Ich lese z. Z. ein Buch das zu einigem an Tehmatik hier sehr gut auch ergänzend passt und das ich hiermit empfehlen möchte: David Graeber, „Schulden, die ersten 5 000 Jahre“. Der Blick eines Anthropologen auf Mensch und Herrschafts- und Wirtschaftsstrukturen.

    • Noch eine Ergänzung zu dem Teil bei ca. 1h 44: Graeber versucht in seinem Buch unter Anderem aufzuzeigen, dass unsere Neoliberale Gesellschaft ohne kommunistisch-anarchistische Elemente (Nachbarschaftshilfe, Ehrenämter z. B.) gar nicht funktionieren könnte. D. h., wir sind von einer alternativen Gesellschaft gar nicht so weit weg, wie uns immer vorgemacht wird und wir müssen uns (bis auf einige Ausnahmen, ca 0,001%) gar nicht so viel ändern.

    • Noch eine Ergänzung: Graeber sagt auch, dass der erste und wichtigste Schritt zur Versklavung ist, das Opfer aus seinem sozialen Gefüge zu reißen und zu isolieren. In einem künstlichen oder fremden Umfeld hat der Sklave nur noch wenige Möglichkeiten, sich zu wehren und die einzige alternative, die er sehen kann, ist halt noch, Sklaventreiber zu werden.

  40. Ich hatte schon lange gehofft, dass Prof. Mausfeld zum Gespräch kommt, weil ich seine beiden Vorträge, die im Netz zu finden sind, sehr, sehr gut finde. Er hat eine wunderbare Gabe, die Dinge aufzuschlüsseln und übergeordnete Zusammenhänge darzustellen, die sich nicht nur durch sein Fachgebiet ergeben, sondern auch persönliches Zeugnis davon sind, wie sich in einer „ver-rückten“ Welt Autonomie und Aufrichtigkeit bewahren lassen, bzw. ein erstrebenswertes Ziel darstellen, um dadurch eine Gemeinschaft aufzubauen, die auf echten Werten basiert.

    • Ich hatte ja auch den Link von den NDS und das Video bei youtube gesehen. Aber es stand in nicht auf der KenFM Homepage und auch nicht auf KenFM-youtube. Da ist es erst jetzt. Bei Google: KenFM Mausfeld eingeben, wird das Video JETZT angezeigt, vor 2 Stunden noch nicht. Ich will das Rätsel lösen, warum die NDS es am 03.08. schon hatten und Mausfeld interviewen konnten, es bei KenFM erst heute ab ca. 16:16 auf der Homepage und KenFM-youtube erschien. Jedenfalls auf meinem Rechner war es so. Liegt es an dem? Ich will es einfach wissen!

  41. Frage: Wie kommt es, dass hier als Erscheinungsdatum des Gesprächs der 05.08.2016 genannt wird – dass ich aber von dem Gespräch in den NachDenkSeiten erfahren habe und dort wird als Erscheinungstag der 03.08.2016 genannt. Jens Wernicke hat inzwischen den Herrn Mausfeld nochmals interviewt. Warum berichten die NDS und die Propagandaschau davon, aber die treuen Besucher der KenFM-Homepage und des KenFM-youtube-Kanals erfahren es erst jetzt? Ich habe schon geglaubt mein Rechner sei kaputt.
    Ich bitte um Aufklärung.
    Schöne Grüße
    BM

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