KenFM im Gespräch mit: Rainer Rothfuß und Owe Schattauer (Freundschaftsfahrt 2017)

„Reisen ist tödlich für Vorurteile“

Diese Aussage stammt vom amerikanischen Schriftsteller Mark Twain. Twain erkannte sehr früh, dass Reisen bildet und Erfahrungen, die man selber auf Reisen gesammelt hatte, immun machen gegen jedwede Form der Propaganda. Twain war rund neun Jahre allein in Europa unterwegs.

Europa geht nahtlos nach Asien über, auch wenn Geostrategen der Bevölkerung ständig weismachen wollen, man müsse, um nach Asien zu kommen, ein Flugzeug oder Schiff benutzen. Ein Blick auf die Landkarte macht klar, Euroasien ist selbst zu Fuß zu durchschreiten. Berlin-Moskau-Peking lassen sich auf normalen Straßen anfahren. Warum besuchen wir nicht einfach unsere Nachbarn und warum fangen wir nicht mit Russland an?

Druschba!

2017 findet zum zweiten Mal die Freundschaftsfahrt Berlin-Moskau statt. Die Reisenden können sich zwischen dem 23. Juli – 13. August auf insgesamt sieben Routen durch 45 russische Städte begeben.

Jeder ist eingeladen, Land und Leute kennenzulernen. Russland ist eine Reise wert. Wer zeitlich nicht in der Lage ist, die vollen drei Wochen mit dabei zu sein, kann sich der Freundschaftsfahrt jederzeit anschließen oder diese wieder verlassen. Das Motiv zählt. Frieden in Europa. Jetzt und in der Zukunft.

Auch hier hatte Mark Twain die richtige Botschaft formuliert: „Natürlich kümmere ich mich um die Zukunft. Ich habe vor, den Rest meines Lebens darin zu verbringen.“

KenFM sprach mit den bekanntesten Organisatoren der Freundschaftsfahrt, Prof. Rainer Rothfuß und Owe Schattauer.

Inhaltsübersicht:

00:01:03 Ablauf der Friedensfahrt 2017

00:10:45 Das Interesse am Krieg und das konstruierte Feindbild Russland

00:28:31 Feindbild Kommunismus (Lyman L. Lemnitzer und Dulles als glühende Antikommunisten)

00:38:40 Was machen unsere Medien für den Frieden?

00:42:40 Kooperenz der Völker

00:47:05 Intellektuelle Blindheit

00:50:00 Do it yourself – Aktiv werden, denn das System schafft keinen Wandel

00:56:07 Das fehlende Niveau der Journalisten – Jan Böhmermann

01:07:04 Der Appell an den Mainstream

01:12:31 Facts und Wissenswertes zur Friedensfahrt

Alle weiterführenden Infos zur Freundschaftsfahrt 2017 findet ihr hier.

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Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

17 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Rainer Rothfuß und Owe Schattauer (Freundschaftsfahrt 2017)

  1. leider habe ich ein verdammtes problem. mir ist klar, dass viele über mich herfallen werden, nehme es aber in kauf.
    ich hätte gern einem gespräch zwischen ken und dr. rothfuß zugehört, aber ich kann den selbstdarsteller uwe schattauer nicht ertragen.
    schon was ich von ihm im vorigen jahr gesehen und gehört habe, hat mich absolut abgestoßen. für mich ein anbiederer, und narziss.
    habe mit mir lange gerungen, ob ich mir das gespräch anhöre, habe es dann gestartet und leider haben sich meine befürchtungen sofort bestätigt.
    „ich habe die längste strecke, ich habe nur 2 std. geschlafen, ich ……. ich ……… ich ……..“
    dieser typ ist so eklig! sehe ich das nur so?
    habe sofort abgeschaltet. werde dem schwätzer sicherlich nicht mehr meine zeit opfern. glaube, der herr schattauer braucht es einfach „im rampenlicht“ zu stehen.
    sehe ich das allein nur so?

    • Mir ist sein Wortspiel negativ aufgefallen, daß die Propaganda des DDR-Oberjournalisten Schnitzler (-> Schnitzel) durch die Propaganda von Wessie-Veganern ersetzt worden sei. Diese Behauptung ist total unqualifiziert, und sie zeigt mir, daß Schattauer den Kern der veganen Idee, Gerechtigkeit und Frieden für alle gutmütigen Lebewesen, noch nicht verstanden hat. Er will mit seiner Russland-Fahrt angeblich den Frieden fördern und grenzt die friedenswilligen Veganer aus, das paßt überhaupt nicht zusammen. Überzeugend wirkt das auf mich nicht. Da kommt Herr Rothfuß überzeugender rüber.

    • klaus, ich muß dir leider mitteilen,
      deine verdammten probleme interessieren niemanden.
      und ringe doch nicht immer so lange mit dir, sondern vertraue deiner intuition:
      wenn du befürchtungen hast, handle sofort.
      glaube mir, du kannst dir selbst vertrauen!

    • Verständlich, wenn sowas als eklig empfunden wird.
      Es hinterlässt in der Tat einen Eindruck.

      Aber davon mal abgesehen…
      Kommt es nicht insgesamt mehr auf die Inhalte an ?
      Denn die sind aus meiner Sicht voll okay.
      Und die ganze Aktion ist einfach eine sehr sehr gute Idee !

      Ich hoffe, dass sie sich fortentwickelt und nächstes Jahr wiederholt.
      Mein Interesse wächst.

      Gute Reise — oder wie Google sagen würde: Хорошей поездки !

      Euch treibt die logische Konsequenz.
      Und das ist auch gut so.

    • Ja klar, die Russland-Fahrt ist hier die Hauptsache, und die ist ja auch gut, keine Frage. Nur, wenn Herr Schattauer gern den coolen Macho spielt, sollten seine Sprüche auch Hand und Fuß haben, und in dem einen Fall hatten sie das nicht. Aber er ist ja vermutlich lernfähig.

  2. „KenFM verbreitet wieder Unsinn!“ habe ich eben im verlinkten Video erfahren! Denn Goldman produziert auch was. (Was, übrigens?) In Bezug auf Völler sollte Herr Jebsen nochmal die Schulbank drücken um den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Aktiv und Passiv zu studieren. Das Schönste aber an Herrn Jebsen ist seine Selbstironie, wenn er am Ende sagt, ich hab ja kaum was gesagt, geredet haben die anderen beiden! PfffPrust!!! :-)))

  3. Für mich sind diese, immer offener geführten Diskussionen ein Hoffnungsanker für die Menschheit. Es mag an meiner Perspektive liegen (ich war – wie Owe Schlattauer – schon immer ein kritisch eingestellter Bürger, er spricht mir übrigens aus der Seele); denn ich sah die Welt, sprich die Menschheit in einem für mich unaufhaltsamen Technokratisierungsprozess, in dem der Leistungsglaube Menschen in Kategorieen einteilt und am Ende gemäß der Rationalisierung und Optimierung den Menschen selbst zu Maschinen degradieren wird. Die Waschmaschinentragödie (Stanislaw Lem) sah ich bereits im vollen Gange. Jetzt, hat das Abklopfen begonnen. Die Frage ist, wer gewinnen wird, das Individuum oder die Maschine… Doch das illustre an diesem Prozess ist, dass die Maschinisierung selbst den Menschen Hilfsmittel gegeben hat, seiner eigenen Falle zu entkommen (Internet solange es noch einigermassen frei bleibt).

  4. Alles richtig, nur eins nicht. Rudi Völler hat nicht gespuckt, er wurde bespuckt. Achtelfinale 1990, WM Italien bei der Partie Deutschland-Holland (2:1). Spucker war ein gewisser Frank Rijkaard. Nur der Vollständigkeit halber..:O)

    • Gute Frage……..wer wird je wissen warum Udo Ulfkotte während er ein Enthüllungsbuch über den BND schreibt, noch vor der Fertigstellung
      so plötzlich verstirbt?…

  5. Tolles, humorvolles (Humor ist ganz wichtig für Frieden!) und auch tiefsinniges Interview :o)

    Friedensfahrt ist eine tolle Idee!
    Ich habe die letzte (erste) versucht mitzuverfolgen. War etwas schwierig, die ganzen Texte und Videostreams zusammenzusuchen..
    Ich wünsche mir, KenFM möge ein Newsaggregator (Informationssammelstelle, Nachrichtenagentur) sein, bei der alle Texte, privaten Handyvideos, oder was auch immer, von denen, die das möchten, zusammenlaufen. KenFM hat inzwischen eine signifikante Medienreichweite. Das Problem ist in der Tat, da gehen Leute hin, gucken was *wirklich los ist (nämlich Friedenswillen) – und keiner bekommt das mit.

    Ergänzend zur Psychologie der kaputten Politik möchte ich drei Videolinks anbringen, die sich anzuschauen wirklich lohnt, und die sind auch im Kontext:

    Eva Hermann weist auf einen Vortrag von Prof. Maaz hin:
    https://www.youtube.com/watch?v=a3j-5CgUgTM

    Daniele Ganser erklärt im Grunde das gleiche, nur deutlich weniger abstrakt und in verständlicheren Worten ;o)
    https://www.youtube.com/watch?v=C4wAOweRQM4

    Ist „Achtsamkeit“ vielleicht das Gegenmittel zu „Normopathie“? (Ich persönlich nenne das Selbstreflektion. Stell dir vor, dein Leben wäre eine Seifenoper, und du könntest dich im Fernsehen selber beobachten. Der WTF?!?!?-Faktor lässt mit zunehmender Selbsterkenntnis nach, und das Leben wird schöner *g*)

    Ein wunderschönes Beispiel der existentiellen Schädlichkeit von Normopathie bringt Herr Steinhövel, am Beispiel des „Meinungsfreiheitsabschaffungsgesetz“es:
    http://www.eva-herman.net/tv-anwalt-steinhoefel-warnt-vor-neuem-zensurgesetz-der-regierung/

    Das es auch anders geht, nämlich mit gesunder Seele die Welt mal von außen zu betrachten, wie ein neutraler Beobachter – diese Friedensfahrt ist ikonisch. Wie gesagt, es wäre schön, wenn mehr Menschen davon erfahren (pun intended) würden.

  6. Es mag sein das Reisen Vorurteile tötet, kann mich nicht erinneren das Reise meine Urteile änderten.
    Nur wurden diese Urteile, Armut, Hunger, soziale Unterschiede, sehr viel realer in vergleichung mit was man aus Bücher lernt.
    Menschen mit deutlich Hunger, wie ich sie in New Delhi zum erstenmal sah, ich vergesse es nie wieder.
    Verbleiben in Türkische Resorts, wir taten das auch, lernte mich das wer das Resort nicht verlässt, oder nur mit Touristen Bus, seine Vorurteile behält.
    Meine Frau und ich waren sehr enttäuscht wie die meiste meiner Landsleute nichts sahen, nichts lernten, nur das gute Türkische Essen kritisierten.
    Briten waren sehr ärgerlich, glaube nicht da sie zu Hause in BH und Short einkaufen gehen.

    • Obwohl ich es weiß, staune ich trotzdem immer wieder, wie informativ und unersetzbar es ist, ein LAnd wirklich kennenzulernen (und das geht eben nur, indem man hinfährt).
      Bei mir haben sich schon einige Überraschungen ergeben, z.B. war ich überrascht, wie sicher islamische Länder in der Regel sind (de facto fast Null Kriminalität, was alleine beweist, wie daneben die Rechtspopulisten in Europa sind, und das sage ich, obwohl ich KEIN Anhänger des Islam bin) und wie gut das Essen in den USA und in Afrika oft ist.

      Immerhin kann man individuell nach Russland reisen, wenn auch mit Visumpflicht, die Fortschritte gegenüber den Zeiten der Sowjetunion sind – für EU-Bürger – enorm. Leider gab es für manche anderen sogar Rückschritte, z.B. wurde der sinnlose Konflikt zwischen Armenien und Aserbeidschan wieder entfacht, mit geschlossener Grenze.

    • Ein wichtiges Plädoyer fürs Lesen und Reisen von Ihnen, Pieter!

      Wenn wir Bücher lesen, dann lernen wir Empathie, indem wir an Leben und Schicksal der Personen teilnehmen; werden wir kreativ, indem wir Handlungsabläufe antizipieren; lernen wir andere Erfahrungswelten und Wirklichkeiten kennen; lernen den Autor kennen und wie er die Welt sieht; lernen uns selbst kennen, wie und was wir denken; lernen, über uns selbst und unsere Außenwelt zu reflektieren: lernen uns in Frage zu stellen; erfahren, daß es andere Welten als unsere gibt. Ein Buch zu lesen ist wie eine Reise, bei der die bekannte Welt neu erfahren und neue Welten erlebt werden. Sich darauf einzulassen, dazu muß man bereit sein. Dann kann Reisen Vorurteile töten. Im konkreten Fall der hier geplanten Reise ist das so.
      Die anderen Fälle, die Sie beschreiben, die nehmen zu in dem Maße wie weniger gelesen und vor allem je mehr gebrowst und gesurft und unreflektiert konsumiert wird.

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