KenFM am Set: Resümee der Krim-Reise

KenFM war im April rund 13 Tage auf der Krim, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen. Wie hat sich die Region seit seiner Sezession von Kiew entwickelt, wie sieht es mit den Freiheiten der Minderheiten auf der Halbinsel aus und welche Wirkung haben die westlichen Sanktionen?

Ermöglicht hatte den Krim-Besuch der Kommunalpolitiker Andreas Maurer (Die Linke), der während der gesamten Rundreise als Dolmetscher zur Verfügung stand.

Die KenFM-Redaktion kam nicht allein, sondern hatte bewusst den ehemaligen Staatssekretär und CDU-Mitglied Willy Wimmer sowie den österreichischen Unternehmer Erwin Thoma mit auf die Krim genommen.

Während Maurer, Thoma und Jebsen die ersten drei Tage auf der Krim das Wirtschaftsforum Forum in Jalta besuchten, um sich über die Entwicklung der Region zu informieren, Anregungen bezüglich des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit einzubringen, war der Rest des Aufenthaltes ein sehr intensives Kulturprogramm, bei dem es gelang, in Vollkontakt mit Land und Leuten zu kommen.

Wir erlebten eine unfassbar abwechslungsreiche und bezaubernde Landschaft. Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die man uns überall entgegenbrachte und uns tief beeindruckte, zumal Deutsche die Krim zwischen 1941 und 1944 besetzt und ethnisch gesäubert hatten. So wurden bewusst auch ein ehemaliges KZ sowie ein russischer und ein deutscher Soldatenfriedhof besucht, um Kränze niederzulegen.

Die Geschichte darf sich nicht wiederholen, lautet die Botschaft.

Wir erlebten während unseres gesamten Aufenthaltes eine Region, deren Bewohner realisiert haben, dass die Unabhängigkeit von Kiew, erreicht durch freie Wahlen in 2014, sie vor einem Bürgerkrieg bewahrt haben, wie er aktuell in der Region Donbass anhält.

Das Resümee der Rundreise wurde in Bachtschyssaraj, einer tatarische Stadt etwa 30 km von Simferopol entfernt, aufgenommen.

Inhaltsübersicht:

00:33 Jugendeinrichtung Artek, Tschechow-Haus, Stadtrat, Pressekonferenz – Das Programm von KenFM auf der Krim

16:54 Die Minderheiten auf der Krim

21:12 Vielfalt vs. Monokultur – Landschaftlich und Gesellschaftlich

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29 Kommentare zu: “KenFM am Set: Resümee der Krim-Reise

  1. Tschechow, Dostojewski, Tolstoi, Turgenjew … um nur einige der großen russischen Schriftsteller zu nennen, sollten Pflichtlektüre in Schulen werden. Sie sind so wunderbar wie es in Jalta zu sein scheint. Ich war noch nie da.
    Ich finde Besuche bei allen möglichen Nachbarn und auch weiter entfernten Menschen dieser Erde sinnvoll und schön.
    Allerding ist gerade das Fliegen einer absoluter Klimakiller. Wenn ich meinen ökoloigschen Fußabdruck berechne, dann ist immer alles ganz ok bis ich angebe, dass ich in den letzten 5 Jahren geflogen bin. Das macht dann vieles wieder zunichte.
    Busfahren ist laut einer Auswertung am klimafreundlichsten. Mit dem Bus nach Jalta? 🙂

  2. Eine tolle Idee! Die Reise war nicht nur aufschlussreich für die Teilnehmer (nehme ich an), sondern auch für Menschen für die es ein Weltbild jenseits des Mainstreams gibt.

    Leider sind es immer noch viel zu wenige. Und so fallen die Umfragen immer noch so aus, wie es den Transatlantikern und Kriegstreibern ins Geschäftsmodell passt. Selbst in s.g. Linken Tageszeitungen wird im Politikteil von Annexion der Krim geschrieben. Lediglich im Feuilleton traut man sich von einer Sezession zu berichten. Es ist ein Trauerspiel. Man kann nur hoffen, dass es Putin noch recht lange macht. Denn er scheint ein Garant für Frieden und Deeskalation nicht nur auf eurpäischen Boden zu sein. Ich bewundere Herrn Wimmer, wie er trotz seiner CDU-Prägung zu einer solch regierungskritischen Haltung gelangen konnte. Respekt.

    Ich wünsche, man wäre als Arbeiter nicht so ohnmächtig. Es ist fürchterlich mit anschauen zu müssen, wie die Republik an Konzerne verramscht wird, die Umwelt und Nachhaltigkeit kaum noch eine Rolle spielen und dem Imperium so blind gefolgt wird, wie einst dem Führer. Es ist eine Schande. Ich schäme mich für so eine Politik, eine Politik der sozialen Auslese und Ausgrenzung, eine Politik, die das Grundgesetz schleift und Konzerninteressen in Gesetzesform gießt, so dass jede Schweinerei legal wird. Wir sind wieder so weit, dass nur noch das Recht des Stärkeren gilt.

    Ich frage mich nur, was ist mit der Partei Die Linke los? Warum gelingt es nicht die Menschen, die unter der aktuellen Politik leiden, zu überzeugen und mitzunehmen? In Schleswig-Holstein und NRW fehlt nicht viel zu einer Splitterpartei. Eine starke Bewegung ist auch auf Mitglieder angewiesen, viele Mitglieder! Das scheint DER LINKEN aber ungeheuerlich zu sein. Die sind möglicherweise lieber unter sich. Mitgliedsbeiträge von bis zu 4% des Montatseinkommen schrecken viele Interessenten ab. Diese Forderung kommt meiner Meinung nach aus einer Zeit, als die Partei immer recht hatte.

    Und während das Kapital längst seine Gewerkschaft hat, hat die Gewerkschaft ihr Kapital. Was bleibt da dem Arbeiter noch?

    Es gäbe da noch eine Theorie: Die Gemeinwohlökonomie. Aber wer nimmt sich dieser Idee an?

    • Die Linke hat sich verkauft ans System, einerseits wirtschafts- und sozialpolitisch gegen den Neoliberalismus, so unterstützt sie andererseits neoliberale Machtinteressen durch ihre Haltung in der Migrationspolitik und ihr Engagement in der Flüchtlingsindustrie.
      Wie habe ich doch noch Katja Kippings Spruch in den Ohren: Wenn alle ein bisschen zusammenrücken ist doch Platz für alle (und noch mehr) da oder Gregor Gysi: Es wird den Sozialschwachen (Deutschen) nichts weggenommen, die Aufwendungen (Geld) für Flüchtlinge (und Flüchtlingsindustrie) waren und würden nie für Sozialschwache eingesetzt werden. (Anderer Geldtopf).
      (Kein wörtliches Zitat von Gysi, sondern eine Zusammenfassung und Deutung seiner Position meinerseits)
      Dazu kommt noch der Widerstand gegen Kontrolle und der Durchsetzung von Gesetzen im Bereich der Migration.
      Einzige allein Sahra Wagenknecht, scheint den Restverstand in der Führungsebene der Linken noch zu besitzen. Am liebsten würde die Linke (Parteiführung) sie politisch meucheln, aber ohne sie wäre die Linke noch unattraktiver, sowohl in politischer als auch in ästhetischer Hinsicht.

      Andreas Maurers Position zur Migrationspolitik ist mir nicht bekannt.
      Seine Weitsicht und sein Einsatz in der Beziehung zu Russland und den Frieden allgemein sind jedenfalls bewundernswert. Ich hoffe, dass er zum Thema Flüchtlinge und Migration eine ebenso weitsichtige Haltung vertritt, denn seine Bemühungen wären hinfällig wenn der Frieden in unserer Gesellschaft endgültig zusammenbricht.

      Mit ideologischen Auslegungen und Überzeugungen, dass Asylrecht kenne keine Obergrenze und Asyl und Migration ist das selbe blendet man die Realität zu seiner moralischen oder auch wirtschaftlichen Selbstbefriedigung aus.

      Alleine die Tatsache, dass wir TAFELN brauchen auch ohne jegliche Migration oder Flüchtlingsbelastungen zeigt, dass es eine Obergrenze gibt und das Deutschland eben kein „reiches“ Land ist.

    • Einspruch:
      Die Tatsache, dass wir Tafeln haben auch ohne jegliche Migration oder Flüchtlingsbelastungen zeigt, dass im reichen Land Deutschland künstlich mutwillig Armut erzeugt wird. Das ist gewollt!

    • Der Einspruch klingt wie ein Widerspruch.

      Wo ist der Widerspruch zur einer Obergrenze bzw. Kontrolle der Migration ?
      Bedeuten die Migrations\Flüchtlingsbelastungen nicht noch mehr gewollte Armut ?

      Oder ist gemeint, dass Deutschland doch reich ist und die Armut „künstlich“ ?
      Jedenfalls werden die Menschen die zur Tafel gehen müssen Deutschland nicht unbedingt als „reiches“ Land bezeichnen.

    • Ich rede über den Fakt, dass der Reichtum in Größenordnungen ungleich in der Welt verteilt ist.
      Die Migrations- und Flüchtlingsthematik hat direkt damit zu tun.
      S. Wagenknecht in die Nähe der AfD zu rücken ist lächerlich.
      Das haben ja Teile der MSM, aus anderen Gründen, auch schon versucht.

    • Wenn Sie Geld verdienen würden mit Krieg und den daraus resultierenden Folgen, wären Sie dann für Frieden ?

      Man kann von Leuten kein „friedliches“ Gewissen erwarten, dessen Gehalt davon abhängt, ob sie überhaupt ein solches haben.

      Ein menschliches Leben oder auch gerade ein tierisches Leben hat in der neoliberalisierten Globalisierung kein reellen Wert mehr. Der Wert ist eine immaterielle abstrakte Größe und lediglich nur eine Zahl. Ihr Leben hat in verschiedenen Orten auf der Welt einen unterschiedlichen Wert, abgesehen von Stellung, Beruf, Kultur, Ethnie oder Religion und dieser wird in Dollar bemessen.

  3. Welch eine Freude euch 4 Kerlen zuzuschauen und zuzuhören!
    Welch ein Kontrast zum westlichen Kriegs- und Ökonomiewahn.
    Mag ein Land auch noch so schön sein, zum Juwel wird es erst durch seine Bewohner und Bewahrer.
    Ja Ken, exakt! Nur durch das Eingreifen von Russland blieb der Welt dieses Juwel an Land und Leute erhalten.
    Vielen Dank euch allen und herzlichste Grüße!

  4. Ich fand diese Krim-Reise eine gute Idee, aber man hätte das medial viel besser rüberbringen können aus meiner Sicht.
    So war das doch etwas abstrakt als Zuschauer, ich persönlich habe deswegen keine Menschen von dort kennengelernt und kann leider so schnell auch nicht hinreisen. Wieso gab es keine Berichte über die Gespräche mit den Menschen von der Krim? Und vielleicht auch eine Reportage auf der Straße über das Alltagsleben der Bevölkerung?

    So ähnlich wie im „Weltspiegel“ der ARD – klar, da kommt auch viel Schrott, aber das Format an sich finde ich von der Idee her gut.

    Vielleicht beim nächsten Mal, mich würde es freuen. Und Ken Jebsen und Kollegen tut es ja sicher auch gut mal aus diesem Kellerloch von Studio herauszukommen. 🙂

    • Das, werter Benjamin, sehe ich genauso. Habe vergeblich nach weiterführenden Links zum Thema Krim gesucht (nur noch eines war mittels Archivsuche hier zu finden- das, welches im Hafen Sewastapol mit W. Wimmer gedreht worden ist. Aber, ehrlich gesagt, mochte ich W. Wimmer mit der monotonen Sprechweise nicht die ganze Zeit zuhören, so wertvoll sein geschichtlicher Rückblick in die jüngere und vergangene Zeit auch ist).
      Ich hätte auch gerne eine Zusammenfassung der Reise in Bildern und Worten in einem von KenFM besprochenen Video, schließlich war die Reisegruppe 13 Tage auf der Krim, besuchte das Wirtschaftsforum in Jalta (war es erfolgreich?) und hatte „Vollkontakt mit Land und Leuten“. Es gibt kaum Material über die Krim, in den Medien wird eher vor einer Reise gewarnt. Natürlich soll das kein Reisebericht im herkömmlichen Sinne sein, der politische Hintergrund muss immer mit im Fokus sein. Aber es kann doch ruhig für eine Reise dorthin geworben werden, der geBILDete Deutsche denkt nämlich, vor jeder Haustür auf der Krim steht ein bis an die Zähne bewaffneter Russe.

  5. Ich las viele Bücher uber den Zweiten Weltkrieg, noch nie etwas über etnische Säuberung der Krim durch Deutsche gelesen.
    Alfred M. de Zayas, ´Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle, Dokumentation allierter Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg’ , 1979, 2001, München
    beschreibt wie die Massaker in Kiev durch Russen begangen sind, aber Deutsche Truppen angehängt wurden.
    War es auf der Krim dasselbe?
    De Zaya’s war UN Menschenrechten Experte.
    Können die Quellen genannt werden ?

    • Würde mich auch interessieren… habe noch keine Bücher über den 2. Weltkrieg gelesen weil ich kein Buch der „Sieger“ lesen möchte. Woher kam Geld, Stahl, Sprit für die Kriegsmaschine? Kennt jemand ein wahres Buch über die Zeit?

    • Richard Overy, ‘Why the allies won’, New York, London, 1995
      Geld, auf einmal war Keynesian Finanzierung möglich, wie Keynes schon 1933 in ein offenen Brief an Roosevelt schrieb, ‚die Bereitheit mit Darlehen die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen kommt wahrscheinlich nur durch Krieg‘.
      Wer wissen will wieviel die Amerikaner durch den Krieg armer wurden:
      Peter H. Nicoll, ´Englands Krieg gegen Deutschland, Ursachen, Methoden und Folgen des Zweiten Weltkriegs’, 1963, 2001, Tübingen ( Britain’s Blunder, 1953)

    • Ich finde es ganz wichtig auch die Geschichte Russlands bzw. der Sowjetunion im zweiten Weltkrieg nicht mit der rosa roten Brille zu betrachten, Stichwort Holodomor.

      Ob nun bis zu 17,6 Millionen Menschen in der Ukraine mit Absicht dem Hungertot überlassen wurden oder nicht, ob diese Zahl überhaupt stimmt kann ich nicht beurteilen.

      Mittlerweile kann ich mir aber leider so etwas vorstellen. Kriegsverbrechen aller Beteiligten sind eher die Regel als die Ausnahme – einen „sauberen“ Krieg gibt es nicht.

      Die russischen Streitkräfte wie auch die der Alliierten waren in erster Linie auch Besatzer und Besatzungstruppen gehen mit der „feindlichen“ Zivilbevölkerung nicht gerade zimperlich um.

      Diese Geschichte darf sich nicht wiederholen.

      Hier spielt das „neue“ Russland eine entscheidende Rolle. Russland ist nicht mehr die Sowjetunion und Putin ist nicht Stalin, obwohl der eine oder andere hier einen gerne einen Vergleich ziehen möchte. Außenpolitisch agierte und agiert Russland unter Putins Führung stehts diplomatisch und deeskalierend. Diejenigen , die dagegen die Krim-Annexion \ Sezession als Negativbeispiel anführen, entgegne ich wie hätte wohl Stalin und die Sowjetunion reagiert ?
      Meine These wir würden dann über eine Annexion der gesamten Ukraine sprechen.

      Auch sonst wenn man z.B. die Äußerungen von offiziellen Stellen Russlands und EU \USA \ Nato vergleicht erkennt man einen signifikanten Unterschied in der Zielrichtung.

      Hier leistet KenFm, Willy Wimmer, Ken Jebsen und alle die dieses Projekt unterstützen einen sehr wichtigen Beitrag, in dem wir dem russischen Volk und der russischen Regierung deutlich zeigen, dass wir mit der Zielrichtung der Nato nicht einverstanden sind, reduzieren wir das Droh- und Konfliktpotential um einen Krieg unwahrscheinlicher zu machen. Leider arbeitet die Nato und unsere Regierung weiterhin mit Nachdruck gegen unsere Interesse für Frieden und Verständigung.

      Für die Friedensbewegung habe noch einen Tipp: Jeder der gegen die Politik unsere Regierung im Bezug auf Russland ist ein Verbündeter. Der AfD wird nachgesagt vom Mainstream als Kritik Pro-Russland zu seien, die AfD selber kritisiert die Russlandsanktionen, man findet Positionen wie Reformation der Nato und einsetze nur unter UN-Mandat und Abzug der Atomwaffen. Wie passt das mit der Kritik unter anderem von Ken Jebsen zusammen, die AfD wäre Pro-jetzige-Nato und damit gegen Russland und den Frieden ???

    • Kleine Zusatzinfo:

      Auch Friedensforscher Daniele Ganser ist der Überzeugung, dass man über Frieden unabhängig von Parteizugehörigkeit und Nationalität diskutieren sollte.
      Er wollte diesbezüglich auf einer Veranstaltung der AfD zum Thema Frieden und NATO sprechen. Leider sagte er den Termin aus Angst ab. Er begrüße zwar, dass Positionen vertreten werden, die nicht dem Mainstream entsprechen, aber er möchte nicht wie die AfD in die rechte Ecke gestellt werden.

      Auch wenn Herrn Ganser wohl der Mut auf halber Strecke verlassen hat, so zeigt er den richtigen Weg.

    • Andre
      Die Ukraine Hungertod war etwa 1933.
      Morgan Philips Price (edited Tania Rose), ‘Dispatches from the Weimar Republic, Versailles and German Fascism’, London 1999
      Dieser Journalist fuhr mit den Zug durch die Ukraine und beschreibt hoffnunglose Bauernfamiliën

    • @ Johannes Niehsen

      Wahres Buch? Muß jeder selbst entscheiden.

      :PRESCOTT BUSH AND THE NAZIS
      http://www.uni-muenster.de/PeaCon/global-texte/g-a/g-ss/AmericanEmpire/nazis.htm

      WALL STREET AND THE RISE OF HITLER
      http://www.reformed-theology.org/html/books/wall_street/index.html

      TRADING WITH THE ENEMY
      THE NAZI -AMERICAN MONEY PLOT 1933-1949
      by Charles Higham
      http://www.thirdworldtraveler.com/Fascism/Trading_Enemy_excerpts.html

      THE BUSINESS PLOT TO OVERTHROW ROOSEVELT
      http://www.huppi.com/kangaroo/Coup.htm

      GEORGE BUSH: THE UNAUTHORIZED BIOGRAPHY
      http://tarpley.net/online-books/george-bush-the-unauthorized-biography/

      THE LEGACY OF FRIEDRICH VON HAYEK
      FASCISM DIDN’T DIE WITH HITLER
      http://schillerinstitute.org/educ/hist/1995/von_hayek.html?redirect=false

      THE DEVIL’S CHESSBOARD: ALLEN DULLES, THE CIA, AND THE RISE OF AMERICA’S SECRET GOVERNMENT
      https://www.goodreads.com/book/show/24723229-the-devil-s-chessboard

      Rockefeller: A Traitor for Vice-President
      http://www.maxstandridge.net/rocky.htm

      Rockefeller Associates
      http://coat.ncf.ca/our_magazine/links/53/rockefeller.html

      Wall Street’s Plot to Seize the White House:
      Facing the Corporate Roots of American Fascism
      http://coat.ncf.ca/our_magazine/links/53/53-index.html

      Nazis in the CIA closet:
      The Origins of Fascism
      in the United States
      http://archive.democrats.com/view.cfm?id=9099

      Toward a Global Realignment
      ZBIGNIEW BRZEZINSKI
      As its era of global dominance ends, the United States needs to take the lead in realigning the global power architecture.
      https://www.the-american-interest.com/2016/04/17/toward-a-global-realignment/

      Mafia, Geheimdienste und Politik der USA
      http://www.us-politik.ch/index.htm

    • Andre
      Die Ukraine Hungertod war etwa 1933.
      Morgan Philips Price (edited Tania Rose), ‘Dispatches from the Weimar Republic, Versailles and German Fascism’, London 1999
      Dieser Journalist fuhr mit den Zug durch die Ukraine und beschreibt hoffnunglose Bauernfamiliën an den Bahnhöfen die versuchten was sie noch mitnehmen konnten von ihren Höfen zu verkaufen, um Esssen kaufen zu können.
      Lange her als ich das Buch las, aber habe die Erinnerung das Price Kommunist war.
      Kan jetzt nicht nachschauen.
      Wieviele Ukrainer durch Hunger starben, genaue Daten fehlen, wie bei Dresden.
      Die offiziëlle Zahl ist, meine ich, drei Millionen.

    • Peter Kamp
      Danke für die richtige Einordnung und die zusätzlichen Informationen.
      Hoffen wir mal, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

      Wenn wir uns nicht endlich mal alle die den Frieden wollen zusammenfinden, führt uns unsere Regierung in den nächsten Krieg. Das Beispiel Daniele Ganser zeigt ja, dass selbst der Frieden in „links“ und „rechts“ eingeteilt wird. Herr Gansers Befürchtung ist ja jetzt schon eingetreten, obwohl er nicht den Vortrag gehalten hat. Allein die Tatsache, dass er den Vortrag bei einer AfD-Veranstaltung halten wollte reicht schon aus für eine Stigmatisierung. Er ist bestimmt jetzt ein „rechter Verschwörungstheoretiker“.

      Beim Resümee der Krim-Reise wurde außerdem die bunte Vielfalt gepriesen… Sorry die Parteien im Bundestag haben das Konzepte „bunte Vielfalt“ und Multikulti ad absurdum
      geführt – auch die Linke. Multikulti funktioniert nur wenn es etwas gibt was die bunte Vielfalt zusammenhält, in der Fall Krim vermute ich mal, dass sie keine Problem mit einer Leitkultur haben bzw. eine sehr starke Leitkultur, die mit der starken russischen nationalen Identität zusammenhängt. Tja in Deutschland sieht das anders aus und wäre ja voll 1933.

    • Na bravo, in letzter Zeit ist hier viel Affirmation von „Nation“ und Kolportage der Welterklärung des Modernen Ensembles unterwegs. Wie ich hier schon seit jeher anmerke, spielt in diesem Zusammenhang die „Geschichte“, die Rolle, die ihre eigentliche und leitende im verallgemeinerten Subjektivismus ist: Legitimation und Anordnung von Vergangenheit auf die Art und Weise, die jede vorangegangene menschliche und soziale Übereinkunft unkenntlich macht, durchstreicht und bloß als Vorläufer der jetzigen Verhältnisse – uminterpretiert – zulässt. Das verhindert selbstverständlich auch, dass sich die Heutigen überhaupt noch trauen, eine andere Welt für möglich zu halten, wiewohl andere Welten – und jede davon ist an sich selbst zu Grunde gegangen wie unsere jetzt gerade auch – existierten (bis vor ca. 300 Jahren).
      In diesem Zusammenhang hat mir die hier geführte Rede zum „Cholodomor“ erst einmal des Atems beraubt. Was redet Ihr da eigentlich und was sind Eure Quellen jenseits der Propaganda, die Ihr hier andererseits beklagt.
      Die Vergangenheit (nicht die Geschichte) ist die, dass es erhebliche Widerstände seitens des Privatbesitzes (Kulaken wie Kirche) gegen die Kollektivierung der Landwirtschaft gab. Selbstverständlich ist auf soziologischer Ebene der Staatskapitalismus östlicher Prägung nicht wirklich verschieden von den Aktionen westlicher Privatbesitzer zu Anfang der Moderne mitsamt deren gewalttätiger Auflösungen der Allmende, Vertreibung der Leute von der Scholle usw. usf. – aber das Vorgehen der zuvor bezeichneten Privatbesitzer war dennoch grauenhaft extrem. Mein Großvater mütterlicherseits begann seine Erzählungen immer mit „Я жил в такие времена“.
      Kulaken und ukrainisch-katholische Kirchenobere verfügten über Besitzlose bis Ende der 20-er Jahre wie über Vieh (Sklavendasein war dagegen Leben im Honigtopf). Leute, wie mein Großvater, empfanden die Enteignung und die Gründung von Kolchosen als Befreiung, die ihnen ermöglichte, ohne die immer unzureichenden Gnadengaben von Großbauern und Kirche selbst überleben zu können. Bevor die Kulaken und ihr G’scherr abzogen, richteten sie noch den maximalen Schaden an, töteten alles Vieh und alle Pferde. Meine Mutter beweinte bis an ihr Lebensende im Jahre 2012 „ihr“ Kälbchen, dass damals einfach so getötet und verbrannt wurde (ohne Nutzen für irgendwen) – es stand weder als Nahrung noch als Zugtier zur Verfügung – jenseits der Traumatisierung einer damals 7-jährigen – war es der von den Kulaken gewünschte Schlag gegen die sowjetische Landwirtschaft. Ohne Zugtiere ließ sich seinerzeit kein Ackerbau betreiben – mal so als Hinweis, warum ein „Traktorist“ später Gegenstand so vieler gemalter Sujets wurde.
      Die ukrainisch-katholische Kirch rief weiterhin dazu auf, nur für sich selbst und weder für die ehemals Leibeigenen, noch für die neue Staatsmacht zu ernten. Etliche Kulaken flüchteten als „Bekehrte“ in die Kolchosen und betrieben dort Sabotage in der Hinsicht, dass die Abgaben an die hungernden Stadtbewohner nicht geleistet wurden. Zwei Schwestern meiner Mutter verstarben seinerzeit an der Typhus-Epidemie, die selbst in USA-Quellen offen benannt wird.
      Ich habe wirklich gerade einen ziemlichen Zorn auf die hier geäußerte Sicht, die sich einen Teufel darum schert, was Vergangenheit ist.

    • Petra

      Da ich das Thema zuerst angesprochen hatte, bin wohl ich gemeint.

      Mein Wissen über „Cholodomor“ hätte bis vor kurzem nur für den Inhalt eines Glückskeks-Spruches gereicht. Eine Quellenangabe erübrigt sich da. Umso dankbarer bin ich, dass Sie sich die Mühe gemacht haben die Zusammenhänge näher zu erläutern .

      Was ihrer Familie widerfahren ist, bedauere ich sehr.

    • Tony Hill
      never found any evidence of Wall Street cooperation with Hitler.
      On the contrary, the USA would have been unable to wage war without the IG Farben method of producing synthetic rubber, after the Japanese overran SE Asia they were in possession of all natural rubber.
      Had USA industrialists wanted to help Hitler, they might have tried to keep secret the method, what was also used at Auschwitz.

      For USA bankers the same, Schacht’s financial genius made is possible to import most of the food minerals and natural products, not using bank credit, to the great chagrin of Wall Street.

      On the other hand, beginning in 1933, when Roosdvelt diplomatically the USSR, industrial USA cooperation with the USSR began:
      Franz Kurowski, ‚Balkenkreuz und Roter Stern, Der Luftkrieg über Russland 1941 – 1944‘, 1984, Friedberg

      There also was close cooperation between Hitler Germany and Russia, this began already before Hitler came to power, for example German military planes were partly built, and tested, in the USSR, the allies forbade development of any military planes.
      This cooperation even went on right to the moment Hitler attacked the USSR in 1941.

    • @ Pieter Kamp

      Birds of a feather flock together, or mutually beneficial cooperation.
      Standard IG Farben HQ USA, PRESIDENT William Farish

      NB: „America First“ in the article below.
      http://www.gabyweber.com/dwnld/artikel/eichmann/german/Standard_Oil_und_Nazis.pdf

      2. „Mit ihrem eigenem Geschäft fortzufahren …“ Der geheime Pakt der Erdölindustrie mit den Nazis und warum Adolf Eichmann zum Schweigen gebracht werden musste Gaby Weber Die russische Oktoberrevolution hatte die Welt neu geordnet. Bis 1917 hatten die Europäer das Weltgeschehen bestimmt. Nun wollten US-Unternehmen mitmischen, vor allem John. D. Rockefeller, der 1870 Standard Oil gegründet hatte. 1879 übernahm er die Vacuum Company und viele andere, bis die US-Regierung seinen Trust 1911 zerschlug. Das Imperium zerfiel in Einzelunternehmen, Standard Oil of New York (SOCONY), Vacuum Oil usw. Aber die Rockefellers zogen weiter die Fäden. Der Nahe Osten war damals kaum erschlossen, Erdöl wurde an zwei Orten gefördert: In Texas und in Baku, im Kaukasus. Die russischen Erdölfelder waren von den Familien Nobel und Rothschild beherrscht, bis zur Oktoberrevolution, als die Sowjets die Anlagen übernahmen, und sich die Besitzverhältnisse änderten. „Im Sommer 1918 floh der Nobel vor den Sowjets und flehte Kaiser Wilhelm auf Knien an, ihm zu helfen, alles wiederzuerobern“ – so der Berliner Historiker Dietrich Eichholtz. Aber an ein „Wiedererobern“ war mit einer entwaffneten Republik nicht zu denken. Die Interessen Rockefellers deckten sich mit denen der Deutschen Bank. Nach dem Ersten Weltkrieg waren ihre Anteile an der „Türkischen Petroleum Gesellschaft“ als „Feindvermögen“ beschlagnahmt und den Franzosen übergeben worden. Sie verlor damit auch ihre Rechte auf die Bodenschätze beiderseits der Bagdad-Bahn. Jahrelang klagte sie erfolglos, bis sie einsah, dass sie an der juristischen Front nicht weiterkam und auf eine andere Front umsatteln musste. Sie suchte Verbündete in der amerikanischen Erdölindustrie. Um 1927 muss er geschmiedet worden sein, der Pakt von Standard Oil mit der Deutschen Bank: Adolf Hitler sollte an die Macht, um das Erdöl von Baku zu erobern. Den Treibstoff für diesen Krieg wollte Standard Oil bereitstellen. Tatsache ist, dass 1927 Standard Oil und die IG Farben das Unternehmen „Standard IG Farben“ mit Sitz in den USA gründeten. Präsident wurde der texanische Ölhändler William Farish. Standard überließ der IG Farben die weltweiten Rechte für die Verflüssigung von Kohle zu Öl. Im Gegenzug erteilte der deutsche Konzern den Amerikanern das Patent für die Herstellung von Buna, synthetischem Gummi. 1927 wurde der junge Adolf Eichmann, Freund von Ernst Kaltenbrunner, bei der österreichischen Niederlassung der Vacuum Oil Company, Teil des Rockefeller Imperiums, eingestellt. Eine Verbindung mit Zukunft. Während die europäischen Grossmächte ein Erstarken der deutschen Industrie verhindern wollten, schlossen die USA mit der Weimarer Republik Handelsverträge ab. Den Versailler Vertrag hat Washington nie ratifiziert. US-Investmentunternehmen pumpten Kapital an Rhein und Ruhr, indem sie deutsche Anleihen auf dem US-Markt verkauften. Einer der wichtigsten war die „Union Banking Corporation“ von George H. Walker. Er nahm seinen Schwiegersohn, Prescott Bush, Grossvater des derzeitigen US-Präsidenten, in das Direktorium auf. Und der sollte glänzende Geschäfte mit den Deutschen machen, vor und nach 1933. Im Vorstand seiner „Walkers American Shipping und Commerce“ mit ihrer Nordatlantik-Route der Hamburg-America Linie saß Emil Helfferich, Mitglied im „Freundeskreis Reichsführer- SS“ und bis Kriegsende Präsident der Deutsch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft, der späteren ESSO, sowie der Vacuum Oil Company in Hamburg. Tragfähige Netzwerke also. Dass in Deutschland nach der Machtergreifung Juden verfolgt wurden, störte bei ihren Geschäften nicht. „Die Vereinigten Staaten waren tief gespalten, was unsere Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus anging“, so Professor Christopher Simpson von der American University in Washington DC, „die rechtsgerichtete Organisation ‚America First’ sympathisierte offen mit den Nazis. Sie stellte die Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung als „internes deutsches Problem“ dar und plädierte für NichtEinmischung.“ Bei „America First“ gaben die Dulles-Brüder den Ton an: John Foster Dulles, der spätere USAußenminister, und Allan Dulles, der die CIA aufgebaut hatte. „America First“ verteidigte die Interessen der Firmen, die in Deutschland investiert hatten. Eine Kriegserklärung hätte deren Kapital gefährdet. „Mehrere US-Investmentfonds hatten sich auf Kapitalanlagen in Deutschland spezialisiert“, so Simpson, „sie kauften jüdisches, „arisiertes“ Eigentum, denn dies versprach astronomische Gewinne und sie beauftragten dieselben Anwälte, die sich um die im 1. Weltkrieg beschlagnahmten Güter gekümmert hatten und wussten, wie Kapitalanlagen in Kriegszeiten mit Strohmännern zu tarnen waren.“ Nach 1933 lief alles nach Plan. Die Deutsche Bank mischte sich über ihre Petroleum AG wieder ins Erdölgeschäft ein. Da sie aber in diesem Metier wenig erfahren waren, brauchten sie Partner mit Know How. Ein Aktenvermerk der Bank vom 15. März 1935 hält fest: „Die Deutsche Petroleum AG (hat) Konzessionen für Erölbohrungen erworben und (will) ölhöffige Gebiete mit Staatszuschuß erbohren. Sie (will) noch die Royal Dutch Shell und die Vacuum Oil Company unterbeteiligen und zwar gegen Beteiligung an den eventuell entfallenden Ölen, so daß sich ihr Risiko hieraus ausserordentlich verringert, allerdings auch der Gewinn bei Fündigwerden.“ Anteile an der Royal Dutch Shell halten das britische und niederländische Königshaus und Vacuum Oil Company bedeutet: Standard Oil. Der geheime Pakt teilte also Risiken und Gewinne der neuen Erdölvorkommen. Diese Verbindung brach nicht mit dem Kriegseintritt der USA ab. Die Vacuum Oil Company wollte sogar bei der Einnahme von Irak und Iran behilflich sein. „Ziel unseres Vormarsches wird neben der Besetzung der Länder Irak, Syrien und Palästina der Suez-Kanal und der Persische Golf sein“, vermerkte der „Bevollmächtigte für die arabischen Länder“ im Berliner „Auswärtigen Amt“ am 5. Februar 1942, „vorbereitet werden muß die Übernahme der Erdölanlagen Arabiens und Irans. Ein Stab aus Fachleuten unter Leitung des Geologen Dr. Schmidt, von der Vakuum-Oil-Company in Hamburg, wird zusammengestellt und die erforderlichen Materialien, insbesondere Bohrgeräte, bereitgestellt.“ Das Hauptproblem der Wehrmacht für den Vorstoss im Kaukasus war, wie schon im Ersten Weltkrieg, der Treibstoff für Panzer und Flugzeuge. Zwar konnte man dank der Patente von Standard Oil aus heimischer Kohle Benzin gewinnen. Doch der Bedarf war bei weitem größer. Der US-Regierung bereitete die Allianz von Standard Oil mit den Nazis Sorgen, vor allem nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, dem Grund für die Kriegserklärung im Dezember 1941. Washington griff auf das Gesetz über den verbotenen „Handel mit dem Feind“ zurück und eröffnete gegen Standard Oil ein Ermittlungsverfahren. Die Firma soll der US-Navy Patente für Buna und Aluminium vorenthalten und deutsche U-Boote und Flugzeuge betankt haben. John D. Rockefeller wollte davon nichts gewusst haben und Farish verweigerte die Aussage, wies den Staatsanwalt aber darauf hin, dass Standard Oil auch die US-Streitkräfte mit Treibstoff versorge…. Im März 1942 bat das Pentagon Präsident Roosevelt, die Ermittlungen gegen Standard Oil auszusetzen, um die Kriegsproduktion nicht zu gefährden. Roosevelt stimmte zu. Gegen Zahlung einer Geldstrafe von 5.000 Dollar und dem Versprechen, die Nazis nicht weiter zu beliefern, wurde das Verfahren eingestellt. Farish musste sich jedoch vor einem Hearing im US-Senat verantworten, das der spätere US-Präsident Truman leitete, der von „Verrat“ sprach. Farish in der Anhörung: „Unsere Verträge (mit der IG Farben) sollten von 1929 bis 1947 gelten. Sie, Gentlemen, werden verstehen, dass Verträge wie diese nicht unwirksam werden, nur weil die Regierungen der Vertragsparteien gegeneinander Krieg führen. Die Vertragspartner müssen statt dessen einen Weg finden, um mit ihrem eigenem Geschäft fortzufahren.“ Während sich auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkriegs die Soldaten gegenseitig umbrachten, suchte die Industrie also einen Weg, um „mit ihren eigenen Geschäften fortzufahren.“ Keine einfache Sache, denn der US-Kongreß beschloss gegen den Widerstand der Konzerne den Kriegseintritt und vereitelte den Pakt der Erdölindustrie mit den Nazis. Für Standard Oil eine herbe Niederlage. Wie nun mit den „eigenen Geschäften fortzufahren“? Einen eigenen Geheimdienst gründen? Einen Dienst, bei dem nicht so sehr die nationale Sicherheit im Vordergrund stand, sondern das Geschäft? Bisher ist über einen solchen „Dienst“ nicht bekannt geworden. Aber vor kurzem sind in einer Scheune in Virginia Akten aufgetaucht, die der CIA übergeben wurden. Sie lassen auf die Existenz eines „Dienstes“, eines Kommunikations- bzw. Nachrichtendienstes, namens „the pond“ schließen. Gegründet wurde „the pond“ 1942, also just in dem Jahr der Ermittlungen gegen Standard Oil. Noch sind die Akten von „the pond“ nicht geordnet, so die CIA, die mir aber Auskunft über mögliche Verbindungen von Mosetti zu „the pond“ für 2.880 Dollar überlassen wollte. Der Kaukasus-Feldzug dauerte fünfeinhalb Monate. Ab Mitte 1942, als Standard Oil in den USA das Ermittlungsverfahren und das Senatshearing über sich ergehen lassen musste, kam der Treibstoffnachschub ins Stocken. Im Januar 1943 war die Niederlage besiegelt. Standard Oil wollte über neutrale Länder Treibstoff an die Nazis liefern. Standard Oil of New Jersey schickte ihren jungen Juristen William Negley aus ihrer Rechtsabteilung nach Venezuela, das schon damals vor Öl nur strotzte. Und die SOCONY-Vacuum Oil Company kommandierte 1940 nach Argentinien ab: William Mosetti, 1914 in Triest als Sohn des Direktors der Reederei Lloyd Trestino geboren. Er war Offizier im Abessinienkrieg Mussolinis, danach bei General Motors, bei Ford in Köln und ab November 39 fing er bei SOCONY an. Argentinien hatte eigenes Erdöl und war weder am Ex- noch am Import interessiert. Und die im Dezember 1942 in den USA gegründete „Petroleum Administration of War“ rationierte Benzin und verhinderte, dass Erdöl in feindliche Hände geriet. Sie musste jeden Export genehmigen. Mosetti machte Druck. Am 25. März 1942 kabelte die US-Botschaft in Buenos Aires nach Washington: „Große Mengen Rohöls werden von den argentinischen Niederlassungen von Standard Oil of New Jersey und Socony Vacuum importiert. Ein Einschnitt würde sie gegenüber der Konkurrenz benachteiligen, die Rohöl vor Ort einkaufen.“ Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Alliierten kontrollierten die Seewege, und nur wenige Tanker kamen nach Franco-Spanien durch. Standard Oil schaltete auf Schadensbegrenzung um. Mosettis traf im März 1943 in Los Angeles ein und erklärte der Einwanderungsbehörde, dass er fortan für die Alliierten kämpfen wolle. Ein „prominent businessman“, wie es in den Akten heißt, setzte sich für ihn ein. Innerhalb weniger Wochen bekam Mosetti die US-Staatsbürgerschaft. Am 18. Mai 1943 zog ihn die US-Army ein und bildete ihn in Camp Crowder im Nachrichtenwesen aus. Er wurde in Nordafrika stationiert und bereitete die Invasion Italiens vor. Konnte Mosetti, wie er später erzählen wird, Daimler Benz vor der Zerschlagung retten? Eine Liste des militärischen Geheimdienstes mit dem Titel „For Destruction“ führt Rüstungsbetriebe, darunter Daimler Benz, auf, die zerstört werden sollten. Doch weder Daimler noch die Raffinerien von Standard Oil in Deutschland wurden zerstört. Lediglich 20 Prozent seiner Maschinen seien zerstört worden, schreibt Daimler in seiner Firmengeschichte. Und die Hamburger Vacuum Oil gibt „eine gehörige Portion Glück“ dafür an, dass sie von alliierten Bomben kaum getroffen wurde. Von einer schützenden Hand in den Schaltstellen der Alliierten, die größere Zerstörungen verhinderte, ist nicht die Rede. Im Juni 1946 wurde Mosetti aus dem aktiven Dienst der US-Army entlassen und kehrte zur SoconyVacuum (inzwischen Mobil Overseas Oil Company) zurück. In Leopoldville, Belgisch Kongo, heuerte ihn Daimler-Benz an und schickte ihn nach Buenos Aires. Am 29. April 1960 ernannte die Aktionärsversammlung Mosetti zum Generaldirektor von Mercedes Benz Argentina. Und zwölf Tage später verschwand Adolf Eichmann, Arbeiter bei Mercedes Benz und vormals Angestellter von Vacuum Oil. Am 23. Mai gab Premierminister David Ben Gurion bekannt, dass sich der Kriegsverbrecher in israelischer Haft befand. Über seinen früheren Arbeitgeber Standard Oil schwieg sich Eichmann aus, zumindest wurde darüber nichts bekannt. Mosetti schied 1975 bei Mercedes Benz aus. Seine letzte Anstellung war die US-Botschaft in Bern. Er starb 1992 in der Schweiz. Exxon_Mobil erklärten auf meine Anfrage, dass sie Mosetti in ihren Archiven leider nicht finden konnten, und DaimlerChrysler behauptete jahrelang, seinen Namen nicht zu kennen. Die Konzerne können sich diesen Zynismus erlauben. Die Informations-Zugangsgesetze gelten nur für staatliche Stellen, nicht für Privatunternehmen. Aber die Frage, heute wie 1942, steht im Raum, wie die demokratischen Kräfte mit der Raffgier der Corporates umgehen, vor allem wenn sie gegen Gesetze und gegen die Nationale Sicherheit verstösst. 1942 beging die US-Regierung den historischen Fehler, die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Standard Oil einzustellen und auch nach dem Krieg nicht mehr aufzunehmen. Der Fehler wurde fortgesetzt bei der Geldwäsche. Zweimal hat die Regierung der Vereinigten Staaten begonnen, dem Verbleib des während des Zweiten Weltkriegs versteckten Nazi-„Goldes“ auf die Spur zu kommen. Mit der Operation „Safehaven“ suchten die Alliierten nach deutschen Firmen, die ein Konto in der Schweiz unterhielten. Doch „Safehaven“ schlief 1947 ein. Im Kalten Krieg wollte man künftige Verbündete nicht verprellen. Und in den neunziger Jahren unternahm der USStaatssekretär Stuart Eizenstat einen zweiten Versuch. Alle Behörden, auch CIA und FBI, mussten für seinen umfangreichen Bericht mit dem Titel „Geldwäsche von Nazigold“ ihre Archive öffnen. Doch Eizenstat ermittelte nichts, was nicht schon bekannt gewesen war. Weder ein Hinweis auf die „Geldwäsche“ von Daimler Benz in Argentinien, noch ein Hinweis auf William Mosetti, obwohl die Beschlagnahmung des Imperiums von Jorge Antonio über Jahre die Schlagzeilen beherrscht hatte und auch der CIA nicht entgangen sein kann. Die deutsche Industrie zahlte zehn Milliarden Mark für die Zwangsarbeiter. Das Thema war vom Tisch und wurde wieder zum Tabu. Im Moment werden in den USA die Karten neu gemischt, der von den Demokraten kontrollierte Kongress versucht, den Irakkrieg zu beenden und die Bedingungen dafür zu schaffen, Ermittlungen gegen George W. Bush in die Wege zu leiten. Doch wahrscheinlich wird hinter den Kulissen, fern der Öffentlichkeit und der demokratischen Kontrolle, doch wieder nur geschachert und die Verbrechen unter den Teppich gekehrt.

  6. Freundschaft unter den Menschen sichert den Frieden auf der Welt.
    In der DDR gab es die Brieffreundschaft zwischen den deutschen und sowjetischen Kindern.
    Obwohl es damals auch staatlich iniziiert wurde hat es einen positiven Erfolg gehabt, man konnte sich kennenlernen.
    Soetwas müsste heute auch wieder in den Schulen angeregt werden, nicht nur mit russischen Kindern sondern mit Kindern aus der ganzen Welt. Über die digitalen Medien ist es einfacher denn je, jedes Kind sucht sich einen Freund und tauscht sich aus, so werden Vorurteile abgebaut und auch Einblicke in andere Lebensweisen gewährt. Dieses kann dann auch in der Schule thematisiert werden.

    Gleichgültigkeit ist der Treibstoff des Bösen auf der Welt.
    Was daraus entsteht, wird einem im Film „Komm und sieh“ vor Augen geführt.
    Auch wenn ich beim Thema Klima… immer Kritik üben muss, war das eine tolle Aktion von euch.
    Gruß Stolli.

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