Rette sich, wer kann!

Unser Gesundheitssystem macht uns krank. Jens Lehrich im Gespräch mit Sven Böttcher.

von Jens Lehrich.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Ich gebe es zu. Ich bin voreingenommen. Ein Journalist sollte das nicht sein, aber bei diesem Thema bin ich persönlich betroffen.

Fast genau vor acht Jahren erkrankte mein Sohn an Diabetes Typ 1. Für mich der bisher schwerste Schock meines Lebens. Um meine Gesundheit und die meiner Familie hatte ich mir bis zu diesem Zeitpunkt keine Gedanken gemacht. Sie war immer da, die Gesundheit, ich stellte sie nicht in Frage.

Dass es einen von uns treffen könnte: völlig absurd. Von einem Augenblick zum nächsten veränderte sich unser gesamtes Familienleben. Meine Frau und ich begannen, uns auf die Suche nach Heilung zu machen, ignorieren dabei die arrogante Haltung der Schulmediziner, dass es für Diabetes wohl nie eine Lösung geben werde.

Bei 350 Millionen Diabeteskranken weltweit – Typ 1 und Typ 2 zusammengenommen – wundert mich das nicht. Niemand aus der Krankheits-Industrie kann Interesse an Heilung haben; erst vor ein paar Tagen waren wir mit unserem Sohn erneut im Krankenhaus zur vierteljährlichen Kontrolle und wurden – trotz dauerhaft gutem Langzeitblutzucker – ermahnt, in Zukunft keine Kontrolltermine mehr abzusagen. Auf meine erstaunte Frage WARUM? kam blitzschnell eine überraschend ehrliche Antwort (Zitat): „Weil wir hier derzeit finanzielle Schwierigkeiten haben.“

Für den Hamburger Erfolgsautor Sven Böttcher sind solche Geschichten kein emotionaler Aufreger mehr – als er vor 12 Jahren wegen dauerhaft kalter Füße zum Arzt geht und die Diagnose Multiple Sklerose erhält, beginnt für Böttcher eine wahre Ärzte-Odyssee.

Der dreifache Familienvater wird zunächst mit einer Kortison-Therapie behandelt, entscheidet sich aber intuitiv nach einiger Zeit, die von den Ärzten empfohlenen Medikamente abzusetzen und sich selbst auf die Suche nach einer Lösung zu machen. Nach dem Motto: Wieso mag mein Körper mich nicht mehr, warum verliere ich ihn als Verbündeten, wer hat eigentlich festgestellt, dass MS autoimmun ist?

Böttcher, dessen Gesundheitszustand sich mehr und mehr verschlechtert, recherchiert dennoch weiter, liest dutzende Bücher und Studien und stellt fest: einen wissenschaftlichen Beleg für Autoimmunität im Zusammenhang mit Multipler Sklerose gibt es nicht, es ist lediglich eine seit 25 Jahren genutzte Behauptung der Schulmedizin.

Ein Einzelfall? Wohl kaum. Wer die Umsatz-Zahlen in „Rette sich, wer kann!“ liest, der braucht kein großer Wirtschaftsmathematiker zu sein, um zu erkennen, dass Krankheit weltweit ein „Mords“-Geschäft ist.

Heilung dagegen ist für neoliberalen Kapitalismus ein natürlicher Feind – keine Verschwörungstheorie, sondern eine wirtschaftliche Praxis, die wütend machen könnte. Ja könnte, wenn man ihr nicht mit Humor begegnen würde.

Und genau das macht das Interview mit Sven Böttcher so besonders: Es ist nicht anklagend, sondern nimmt dem Zuschauer die Angst davor, bei Krankheit eigenverantwortlich zu handeln, nicht jedem Arzt sofort zu glauben, sondern insbesondere die eigenen Lebensumstände auf Störfaktoren hin zu untersuchen. Dies ist keine Garantie, aber kann, wie im Fall von Sven Böttcher, ein wirklich heilsamer Prozess sein.

Nach zwei Jahren Qual kann der leidenschaftliche Hobbygärtner – weil Garten „Leiden“ schafft – übrigens sogar wieder Tennis spielen und ein ganz normales Leben führen.

Noch ein Einzelfall? Ganz sicher nicht, wenn endlich mehr Menschen den Mut aufbringen würden, ihre Krankheit zu hinterfragen und zu erkennen, dass es nicht die eine Wunderpille gibt, die uns von der Schulmedizin immer versprochen wird. Risiken und Nebenwirkungen eingeschlossen. Und wer jetzt immer noch glaubt, dass uns die Schulmedizin gesund macht, für den habe ich noch ein paar bemerkenswerte Zahlen aus „Rette sich, wer kann!“ zusammengefasst:

  1. Der Deutsche geht im Schnitt 18 Mal im Jahr zum Arzt.
  2. Dennoch sterben Deutsche früher als ihre Nachbarn und das im letzten Lebensabschnitt ab 50 auch noch deutlich kränker.
  3. 99 Prozent aller Vorsorgeuntersuchungen haben keinen positiven Einfluss auf ein längeres Leben (Cochrane-Studie).
  4. 95 Prozent aller medizinischen Fachliteratur erscheint in Englisch, 80 Prozent der deutschen Ärzte können das nicht lesen.

„Rette sich, wer kann!“ erscheint im Januar 2019 im Westend Verlag und ist jedem, dem seine Gesundheit lieb ist, nicht nur ans Herz, sondern vor allem auf den Nachttisch zu legen. Ein großartiges Buch, das erneut das Potenzial zum Bestseller hat.

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Dieser Beitrag inklusive Video-Interview erschien am 08.09.2018 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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8 Kommentare zu: “Rette sich, wer kann!

  1. Wer eine chronische Erkrankung hat, tut gut daran, Experte in eigener Sache
    zu werden.
    2005 hatte ich plötzlich einen körpereigenen Gürtel, eine verfärbte
    harte Haut, glücklicherweise nur als Halbkreis, Sklerodermie (das Collagen der
    Haut wandelt sich um in Kalk, damit verliert die Haut ihre Elastizität).
    Im möglichen Endstadium wäre man relativ unbeweglich im körpereigenen Panzer
    gefangen. Glück im Unglück. es war die nur äußerliche Form, also nicht diejenige,
    die innere Organe befällt.
    In der Uni-Hautklinik erfuhr ich, dass diese Autoimmunerkrankung in Schüben
    fortschreitet.
    Zunächst erhielt ich intensive Bestrahlungen mit UV A1-Licht. Die Strahlung soll
    tief in die Haut eindringen, um die Entzündungsherde zu zerstören.

    Ich fühlte mich nicht krank, außer dass die betroffenen Hautbezirke druckempfindlich
    und verfärbt waren.
    Nach etwa 80 solcher Behandlungen war der körpereigene Gürtel wieder weich,
    ABER jetzt war die Erkrankung 30 cm höher aktiv. Ein weiteres Fortschreiten
    wäre natürlich auch irgendwann für alle sichtbar geworden (hier spielt die Eitelkeit
    mit).
    Ergebnis also: die Erkrankung griff woanders an.
    Alles in allem unbefriedigend.

    Dann der Vorschlag, die Krankheit mittels Chemo-Therapie zurückzuschlagen.
    Also: eine Gesundung ist nicht zu erwarten, aber die in Schüben fortschreitende
    Erkrankung könne mittels massiver „Kriegsführung“ zurückgedrängt werden,
    und zwar immer mal wieder, je nach dem Verlauf der Eroberung der autoimmunen
    Hauterkrankung durch die Häufigkeit und Intensität der Schübe.

    Diese Erkrankung ist Gott sei Dank sehr selten (auf 700.000 Einwohner 1-2
    Neu-Erkrankungen pro Jahr), entsprechend ist die Erfahrung mit dieser Krankheit
    recht bescheiden (zumindest damals bei Krankheitsbeginn 2005).
    Die Gesundheitsexperten zu diesem Krankheitskomplex sind aber weltweit gut
    vernetzt und im ständigen Erfahrungsaustausch.

    Es war mein eigener Wunsch, jetzt massiv vorzugehen.
    Geplant waren 6 Chemotherapien jeweils an einem Wochenende.
    Ich ging also freitagnachmittags in die Klinik und kam montagvormittags raus.
    Ansonsten könne ich arbeiten, wurde mir versichert.
    Das ging auch relativ gut mit den 3 ersten solcher Transfusionstherapien:
    Zuerst eine Flasche zum Schutz der Magenschleimhaut,
    dann ein Gemisch von Cortison plus Zellgift (letzteres aus der Krebstherapie und
    war neu für diesen Zweck und solle die Behandlung aggressiver machen, also
    die Eroberung der Haut massiver zurückschlagen. Ich durfte aber selbst entscheiden,
    ob ich diese aggressivere Zumischung zulassen will. Wenn schon, dann richtig, war
    mein Beweggrund, dem mit meiner Unterschrift zuzustimmen).

    Zwischen den einzelnen Behandlungen
    war eine 14tägige Erholungspause eingefügt, während dieser ich Zellgift in Tabletten-
    form zu mir nehmen musste, um den Level zu erhalten.
    Die 4., 5. und 6. Therapie danach steckte ich nicht mehr so einfach weg.
    Insgesamt brauchte ich ein Jahr, um mich von der Therapie zu erholen, also bis ich
    die die vormalige Fitness zurück gewonnen hatte.

    Die Zurückdrängung war sehr erfolgreich.
    Ich wünschte mir aber einen möglichst großen zeitlichen Abstand zum nächsten
    Rückeroberungsschlag (8-10 Jahre, dachte ich mir, wäre ideal).
    Es kam jetzt also darauf an, dass die Krankheitsschübe möglichst ausbleiben.

    Ich überlegte, was mich am meisten psychisch belastet und kam sehr schnell dazu,
    Menschen in solche einzuteilen, die einem gut tun, und solche Beziehungen, die
    belastend sind. Ich mied also Klatschmäuler, und andere unangenehme Zeitgenossen,
    so gut es geht. Also ‚guten Tag und guten Weg‘ zu solchen, mehr nicht.

    Als nächstes legte ich mir eine gewisse Aggressivität zu.
    Bis dahin war ich immer brav und konnte nicht fassen, dass mir manchmal so grob
    und übel mitgespielt wurde.
    Ich nahm mir vor, mich sofort zu wehren, wenn mir einer „blöd kommt“, und zwar
    in einer wohldosierten Reaktion, die viele Steigerungsstufen kennt.
    M.a.W. ich nahm mir vor, jeder sollte erkennen, dass ich zwar nicht beiße, aber
    beißen könnte, wenn man mir unfair gegenübertritt.
    Das ist sehr gut gelungen.

    2014, also 9 Jahre nach Krankheitsbeginn und 5 Jahre nach der Chemo
    im Jahr 2009 bemerkte ich plötzlich rote Flecken n den Unterarmen (bis
    dahin gesunde Stellen).
    Ich rief sofort bei der Hautklinik an, bekam ganz schnell einen Termin
    und erfuhr: „Diese roten Flecken bedeuten, dass sich die Krankheit
    ausgetobt hat. „Sie können das wie zurückbleibende Asche nach einem Brand
    ansehen“, wurde mir gesgt. Ich konnte mein Glück nicht fassen!
    Meine Hautärztin bestätigte ebenfalls dieses Ergebnis, dass die Krankheit
    ausgebrannt sei.
    Das war vor 4 Jahren.

    Diese „Wehrhaftigkeit“ verhilft mir zu einer gewissen Lockerheit, ebenso die
    Zuversicht, dass ich dem Körper helfen kann, Schaden von ihm abzuhalten.
    Ich bedaure die Chemotherapie nicht, denn ich war damals nicht wehrhaft
    und brauchte eine Unterstützung oder besser: den Abwehrkampf (gut, vielleicht
    gibt es inzwischen bessere Möglichkeiten. In integrierten Teams arbeiten z.B.
    Schulmediziner und Vertreter alternativer Heilmethoden zusammen).

    Aber eine psychosomatische Erkrankung hängt halt auch sehr davon ab,
    wie man sich zu seiner Umgebung verhält.

    Meine Grundstimmung ist heute eine fröhliche bis ausgelassene.
    Was kann mir schon passieren. Meine mindestens 40 Schutzengel passen gut
    auf mich auf, 40 nehme ich an, weil 30 nicht das leisten könnten, was meine
    Schutzengel ständig leisten (müssen) bei meiner Unbekümmertheit.
    (Einer meiner Schutzengel ist eine Person, mein Ehepartner, die anderen sind
    wohl irgendwelche unsichtbaren Wesen).

    Wunderbare Freizeitbeschäftigungen (ein Garten voller Farben zum ‚Malen‘
    und Experimentieren, Orchestermusik (man trägt gemeinsam zu einem
    Klangerlebnis bei, ein Prickeln ist auch dabei, denn es geht ja nicht darum
    jeden Stress zu vermeiden, sondern nur die Negativeinflüsse).
    Ohne politisches Engagement hätte ich inneren Stress, ich muss umsetzen,
    was mir mein Gewissen zu tun eingibt (das hat mit dem sonst negativen
    Selbstbild zu tun). Auch die allabendliche Gewissenserforschung: Wen habe
    ich gekränkt, was habe ich versäumt, was ich hätte tun können, verhilft mir
    zu einem tiefen Entspanntsein, nämlich dem Einklang mit mir selbst, eine
    ebenfalls wichtige Grundlage für die Gesundheit!

  2. Heilung

    Sven Böttcher macht seine Analysen schon sehr überzeugend. Ich meine damit nicht nur seine Gedanken über seinen Körper, der nun anfängt sich selber anzugreifen, sondern auch die Analyse der Gesellschaft, der es ja nicht ganz unähnlich geht.
    Er geht davon aus, dass weder ein Körper noch eine Gesellschaft das mutwillig macht; sich selber anzugreifen. Da müssen Missverständnisse da sein um solche Teufelskreise in Gang zu bringen. Im Körper von Herrn Böttcher haben Stoffwechselprozesse plötzlich angefangen aus dem Ruder zu laufen und haben sich über die Nerven hergemacht, so stark, dass längerfristig sogar das Herz und die Lunge als die zentralen rhythmischen Systeme seines Körpers drohten auszusetzen.
    Er sah nun seine Stoffwechselprozesse nicht als Feinde an, sondern versuchte sie so weit zu bringen, dass sie aufhörten die Nerven anzugreifen. Und das alles gelang Herrn Böttcher wie man sehen konnte sehr gut. So ganzheitlich ging Herr Böttcher auch an das Gesellschaftssystem heran in seiner Analyse. Er sah die Feinde der Gesellschaftsgesundheit nicht bei den Ärzten, nicht bei den Politikern, ja nicht einmal bei den Farmavertretern, sondern bei einer Zahl dem Bruttoinlandsprodukt, also bei einem Missverständnis.
    In unserer Gesellschaft machen sich die Wirtschaftsprozesse über die Bildung her, eine Art MS der ganzen Gesellschaft. Sie vergiften uns immer weiter mit immer noch unnötigeren Produkten bis uns zum Schluss sogar das Geld ausgeht für die Pflegekräfte und den Reparaturen an unserer Infrastrukturen dem Herz und der Lunge unserer Gesellschaft. Von der Rüstungsindustrie jetzt einmal ganz abgesehen als wild gewordenes Immunsystem.
    Jetzt hin gegen und den Kartellen den Krieg zu erklären wird wenig helfen. Mann müsste sich doch viel mehr fragen wieso diese Kartelle in eine dermassen grosse Gier fallen, dass sie sogar anfangen den eigenen Ast auf dem sie sitzen ab zu sägen. Hier treffen wir auf klassische Teufelskreise, wie zum Beispiel die Zahl des Bruttoinlandsproduktes die sich als Leitlinie eingeschlichen hat. Da haben sich aber noch viele mehr solche giftigen Vorstellung eingeschlichen wie zum Beispiel das hoch toxische Wort Qualitätsmanagement. Managen kann man Waren und Arbeitsabläufe aber niemals Qualität. Qualität zeichnet sich ja gerade dadurch aus das sie sich selber bildet, also aus dem inneren entsteht. Qualität kann man höchstens schützen, dass sie weiter Zeit hat sich zu bilden. Niemals kann Qualität gemanagt werden. I Wo entsteht sie dann die Qualität? Sie entsteht in jedem Einzelnen drinnen. Ich kann einem Salatkopf nicht vorschreiben zu wachsen, dass muss er schon selber machen.Wenn jemand sich so weit geschätzt sieht in seiner Tätigkeit, dass er aus selber geschaffener Moral heraus beschliesst seine Arbeit nicht nur zu machen, sondern versucht sie sogar gut zu machen, dann ist das Qualität aus dem inneren eines Menschen gebildete Qualität.
    So ein Nährboden wo Menschen Lust bekommen etwas gut zu machen wäre eine Schule an die sie gerne gehen oder gingen und sich bilden konnten zu ganz selbst entschlossener Verantwortungskräften. Statt dessen frisst die wild gewordene Wirtschaft an unserem Schulsystem und verlangt Management der Lehrpläne, Pisa, Master und Notensysteme, nichts anderes als Korruptions- Katalysatoren. Mit Frühenglisch und Unmengen auswendig zu lernenden Bergen an Wissensmüll verdirbt es noch dem bravsten Schüler die Freude in die Schule zu gehen. Er rebelliert und findet keine freie Minute seine eigenen Verantwortungskräfte überhaupt erst zu entdecken. Und wer könnte die wild gewordene Gier der Kartelle sonst heilen als entstandene Verantwortungskräfte ihrer eigenen Akteure?
    Viele werden nun wütend einwenden Nein!
    Das müssen die Gesetze machen. Doch wer macht diese Gesetze? ebensolche verbitterten Schulabgänger die dann in der Politik ganz ohne Verantwortungskräfte einfach nur noch die vielen erlittenen Blessuren heimgezahlt bekommen wollen, die sie in ihrer Kindheit in den Drillschulen einstecken mussten. Bestechungsgefahr extrem hoch!!
    Was könnte man also machen um diese Gesellschaft zu heilen?
    Man müsste den Wirtschaftskräften verbieten sich in die Schulen einzumischen. Wirtschaftskräfte sind vergleichbar mit Stoffwechselkräfte die einmal aus dem Ruder gelaufen, anfangen die Nerven anzugreifen.
    Und was sind die Nerven im übertragenen Sinne? Unsere Kultur Bildung und unser Geisteswesen. Wir bringen diese Kräfte mit, wenn wir auf die Welt kommen. Wenn sie in den Schulen nicht systematisch zerstört würden, hätten sie das Potenzial die ganz natürlich auch zerstörerisch wirkenden Wirtschaftsprozesse so weit zu geleiten bis sie in eine selbst gewählte Schwester und Brüderlichkeit kommen könnten. Das wäre dann Heilung und keine Verdrängung.

    Ich habe mir dieses sehr tief blickende Gespräch sehr gerne angesehen. Danke.

  3. „95 Prozent aller medizinischen Fachliteratur erscheint in Englisch, 80 Prozent der deutschen Ärzte können das nicht lesen.“
    Der zweite Teilsatz haut mich vom Hocker. Kann das stimmen? Ich habe über Jahrzehnte Publikationen von Professoren in englischer Sprache redigiert oder diese in die englische Sprache übersetzt. Aufgrund meiner Erfahrungen mit redigierten Texten kann ich mir nicht vorstellen, dass das mit den 80 Prozent stimmt. Dazu kommt, dass jeder Medizin-Student während des Studiums diese englische Fachliteratur lesen muss!

    • Sofern die 80-Prozent-These aus dem beworbenen Buch von Bestsellerautor Böttcher stammt, kann man nur hoffen, dass der Rest besser recherchiert ist… Allein die bei Medizinern sehr hohe Promotionsquote reicht schon aus, um die These ad absurdum zu führen, denn ohne die Lektüre und inhaltliche Verarbeitung englischsprachiger Primär-, also Studienliteratur gibt’s keine medizinische Promotion.

      Wobei der Interviewer im Filmbeitrag mir noch deutlich dogmatischer „gegen Schulmedizin“ eingestellt zu sein scheint und der Autor eher noch bremst und zu mehr Differenzierung mahnt. Ihm traue ich auch eine größere Resistenz gegenüber „einfachen Wahrheiten“ zu als dem hier oft etwas heiter-schlicht daher kommenden Interviewer (was aber nicht heißen soll, dass dessen Behandler, bzw. die seines Kindes – um die es partiell auch geht – nicht noch viel schlichter in veralteten schulmedizinischen Konzepten gefangen sein mögen).

      Bedauerlich aber vor allem, dass dieses Werbevideo schon jetzt, Mitte September 2018, erscheint, obwohl man das Buch erst Anfang 2019 wird kaufen können, auch um zu erfahren, wie der Autor seine derzeitige Remissionsphase denn nun konkret erreicht hat, nachdem er zwischenzeitlich ja offenbar unter schulmedizinischer Behandlung schon einmal fast präfinal war. – Dann wird es auch spannend zu sehen, wie übertragbar die Rezepte auf andere Betroffene sein werden.

      Alternativmedizinische Ansätze bei MS gibt es ja wahrlich nicht erst seit gestern oder seit Herrn Böttcher, da publizieren sogar selbst betroffene Doktores oder Professores wie Terry Wahls ihre (für sie erfolgreichen) Konzepte und sogar die „Ernährungsdocs“ im dritten Fernsehprogramm mischen mit Ernährungsratschlägen mit. – Erfolgsbelege via seriöse Statistiken? Fehlanzeige!

      So wunderbar es wäre, wenn bspw. die Wahls-Methode oder die der „Ernährungsdocs“ oder von sonstwem mit einer hohen Erfolgsquote gesegnet wären, so wenig zumutbar ist es, Betroffenen mit immer neuen „alternativen“ Methoden immer neue Heilsversprechungen zu geben, die sich nach erheblichen Anstrengungen dann im Zweifel als wenig erfolgreich erweisen und wieder einmal Hoffnungen zerplatzen lassen.

      Natürlich kann man Methoden wie die von Wahls, die kein relevantes Schadpotenzial aufweisen, keine beteiligten weiteren Parteien haben, die davon profitieren / reich würden, und die maximal „mühsam“ in der Durchführung sind, ausprobieren, und die der „Ernährungsdocs“ evtl. auch (wobei diese kein einheitliches Prinzip anbieten, sondern hier eher fallweise nach telegenen Aspekten konstruiert zu werden scheinen) oder sonstige Alternativmethoden. Aber selbst wenn diese „harmlos“ sind, liegt in dem Frustrationspotenzial wegen etwaiger geringer Erfolgsaussichten ja auch ein relevanter indirekter Schaden, eben durch die Zerstörung von Hoffnungen. Und wir sprechen hier nicht von eher harmlosen Störungen mit zwar langwierigem, aber selbstlimitierendem Verlauf, sondern von überwiegend schwerwiegenden chronisch-neurodegenerativen Erkrankungen.

      Das Interview selbst ist unterhaltsam und informativ, die Akteure sind sympathisch und alles wirkt authentisch. Zum Anfixen allerdings mit recht unglücklichem Timing, wenn das Buch – wie gesagt – erst im Januar zu haben sein wird.

    • Hm, wozu muss man etwas in die englische Sprache übersetzen, wenn der Professor das doch selber könnte…
      Die 80 % mögen stimmen, wenn man davon ausgeht, dass die Publikationen, nicht das Englische, nicht gelesen werden können. Wann denn bitte?

      Und wie oft werden Meta-Studien durchgeführt und überhaupt, wer gibt Studien und Metastudien in Auftrag und bestimmt damit, was herausgefunden werden soll?

      Und mir ist bisher noch kein Arzt begegnet, der bei statistischen Angaben nicht sofort in ein Ursache-Wirkungs-Denken verfällt.

      Dem Arzt und dem Patienten fehlen die Möglichkeiten, zusammen herauszufinden, was im speziellen Fall am geeignetsten erscheint, was dazu führt, dass sehr häufig mit Drohungen gearbeitet wird, wenn der Patient nicht bereit ist, alles frag- und klaglos zu akzeptieren, was der Arzt vorschlägt.
      Das ist doch überhaupt erst die Stunde der „Wunderheiler“ die mit mehr oder weniger großen bzw. fundierten Heilungsversprechen zur Stelle sind.
      Wem so gedroht wird, der braucht, allein um daran nicht zu sterben, tatsächlich mitunter ein Heilsversprechen.
      Das sollte man niemanden zumuten, schon gar nicht wem, der krank ist.

  4. Es gibt noch ein sehr empfehlenswertes Buch zum Thema:
    „Wie Sie ihren Arzt davon abhalten, Sie umzubringen“ von Vernon Coleman

    Und wer sich mal eingehender mit Impfungen befasst hat, dürfte sowieso schon draufgekommen sein. Hierzu sei auch das Buch:
    „Die Pharmastory“ genannt.

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