KenFM im Gespräch mit: Reza Abadi (451 Grad)

Reza Abadi ist das Gesicht von 451 Grad, einem beliebten Politmagazin auf RT Deutsch. Der Name der Sendung ist an den Roman „451 Fahrenheit“ von Ray Bradbury angelehnt. Bei 451 Grad Fahrenheit beginnt Papier zu brennen und symbolisiert somit eine der ältesten Formen der Zensur – das Verbrennen von Büchern.

Doch bis Reza Abadi ausgerechnet bei einem russischen Sender ein medienkritisches Format an den Start bringen kann, ist es ein langer Weg. Dieser beginnt zunächst im Iran und führt von dort aus in ein kleines Dorf in NRW, wo die aus politischen Gründen geflüchtete Familie des damals 5-jährigen Abadi sich ein neues Leben aufbaute.

„Danke“ ist das erste deutsche Wort, was dem kleinen Jungen über die Lippen kommt. In der Jugend folgt dann der Traum, Fußballprofi zu werden. Dieser scheint auch in greifbarer Nähe, doch ein Knorpelschaden im Knie macht ihm einen Strich durch die Rechnung und setzt seiner Karriere ein Ende, bevor diese überhaupt richtig begonnen hatte.

Abadi verdaute diesen herben Rückschlag und fand seine berufliche Zukunft schließlich im Journalismus. Nach einem ersten Stopp bei der Deutschen Welle verschlägt es ihn zu RT Deutsch. Vieles verändert sich damit. Die Frage, ob er denn nun „Kreml-nah“ sei, häuft sich. Ob er „Regierungs-nah“ sei, hatte man ihn in seiner Zeit bei der Deutschen Welle hingegen nie gefragt. Warum eigentlich nicht? Dieser und vielen weiteren Fragen geht KenFM in einem ausführlichen Gespräch auf den Grund. Dabei wird eine Charaktereigenschaft Abadis schon früh offensichtlich: Seine Hartnäckigkeit. Schnell unterkriegen lässt sich dieser Mann gewiss nicht. Und damit ist er im harten Mediengeschäft genau an der richtigen Stelle.

Inhaltsübersicht:

0:05:42 Vorurteile: der Kreml-Sender RT Deutsch

0:18:20 Die Idee zu 451 Grad

0:31:33 Reza Abadis eigener Medienkonsum

0:40:54 Aus Teheran über die DDR nach Hamburg

1:02:48 Wahlheimat Deutschland, Wahlstadt Hamburg

1:11:24 Ein Geflüchteter beurteilt deutsche Flüchtlingspolitik

1:31:16 Doppelstandards in der deutschen Presselandschaft

1:37:52 Upload-Filter bei YouTube, Art. 13 Urheberrecht

1:44:19 Das Projekt Europa, die Zukunft Chinas, der Einfluss der USA

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26 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Reza Abadi (451 Grad)

  1. 451° war eine witzige Alternative mit seinem sympathischen blitzgescheiten Moderator ….und natürlich auch „Herr Komissar“ mit der signifikanten Kaufhausmusik im Hintergrund durfte niemals fehlen. 🙂 Bleibt zu hoffen, dass andere Formate mit demselben Weckruf-Impuls folgen werden.
    Danke für dieses erfrischend wache Interview hier bei KenFM.

  2. Reza, das Interview ist überholt. Trotzdem sage ich was dazu. Ich bin traurig, sehr traurig Du hinterläßt eine gewaltige Lücke. Jeden Monat hab ich auf den letzten Freitag gefiebert. Wir linken Ratten brauchen Dich. Denk drüber nach.

  3. Ein interessanter Austausch mental fitter Journalisten.
    Angesichts des Endes dieser Sendereihe (jedenfalss in bisheriger Form) stellen sich ein paar interessante Fragen:
    1.
    wussten beide bei der Aufzeichnung vom Ende dieses RT-Formats?
    2.
    War das Interview der Anlass zu einer Kuendigung bei RT und von wessen Seite?
    3.
    Was wird der Jounalist wo machen ab jetzt? Noch habe ich nichs Brauchbares finden koennen.

    • 1.Zur Zeit der Aufzeichnung wusste KenFM nichts vom Wusch des Gastes 451 zu beenden.
      2. Nein. Das Gespräch erschien nachdem Abadi sich entschlossen hatte zu gehen.
      3. Wir wissen das nicht.Was wir wissen; Abadi hat grosses Talent als Regisseur.

    • Guten Morgen Herr Jebsen,

      ich möchte Sie auch noch etwas fragen. An welchem Tag haben Sie das Gespräch aufgezeichnet?
      Ob diese Frage letztlich Relevanz für irgendetwas hat, sei dahingestellt. Ich schätze Ihr Format und das von 451°! Die Sendung geht ja weiter, eben nur mit neuer Besetzung.
      Wie Oscar Wilde schon sagte, „Nichts ist jemals völlig wahr“, wäre ein Hinweis am Ende des Interviews schön gewesen, dass Herr Abadi neue Wege geht.

      Ich wünsche Ihnen eine ereignisreiche Woche

    • Nehme an, Abadi wusste zum Zeitpunkt des Gesprächs, dass er RT verlässt. Ob freiwillig oder auf Druck von RT sei dahingestellt. Das Gespräch war also von Abadi inszeniert und somit ein Bewerbungsgespräch, vor allem für die Mainstream-Medien, für neue Aufgaben.

    • @Ursprung – Ken Jebsen Ich glaube Ken Jebsen, dass ihm bei der Aufzeichnung des Gespräches noch nichts von den Plänen von Reza Abadi bekannt war. Ich gehe aber davon aus, dass Reza Abadi schon zum damaligen Zeitpunkt wusste, dass er RT deutsch verlassen würde. Nur so ist seine Zurückhaltung auf Fragen zu RT deutsch zu erklären. Für mich ist RT deutsch nach KenFM, den Nachdenkseiten, NuoViso das wichtigste Informationsportal. Die Sendung „Der fehlende Part“ und die Reportagen sind klasse. Auch die Moderatoren machen auf mich einen sehr seriösen und kompetenten Eindruck. Dass dieser Sendung von der russischen Förderation unterstützt wird, stört mich nicht.

  4. Über was kaum gesprochen wird wenn über die Flüchtlingspolitik gesprochen wird ist: Haben eigentlich die Menschen die in Deutschland leben auch noch ein Recht auf Selbstverwirklichung? Diese Recht auf Selbstverwirklichung wird ja jedem auf dieser Welt gegeben, er darf nach Deutschland kommen und sich hier dann verwirklichen. Bezahlt von den Menschen die in Deutschland noch Steuern zahlen. Wie geht Deutschland da eigentlich mit den eigenen Menschen in Deutschland um? Harz IV, die müssen bevor sie mal Hilfe bekommen ihr Eigentum auf brauchen. Wie sieht es umgekehrt aus, können die Deutschen im gleichen Maße auch in die anderen Länder gehen und haben dort die gleichen Rechte wie die Menschen die nach Deutschland kommen? Da wird sehr schnell klar das Menschen dieses Recht auf Selbstverwirklichung nur haben wenn sie es selber bezahlen und in muslimischen Ländern diese Rechte überhaupt nicht bestehen. Trotzdem gibt es sehr viele Deutsche die Deutschland verlassen weil sie sich in Deutschland nicht mehr verwirklichen können. Insofern sehe ich es als problematisch an so selbstverständlich zu behaupten das jeder Mensch, egal ob er vor Krieg flüchtet oder sich nur verwirklichen will nach Deutschland kommen kann. Bei Rechten und Gesetzen ist es eben so das Rechte und Gesetze entweder für alle gültig sein müssen, sprich jeder Deutsche dann auch das Recht haben müsste in jedes andere Land dieser Erde zu gehen und dort das Recht haben müsste auf Versorgung, Integration und Selbstverwirklichung und das ist eben überhaupt nicht der Fall.

    Es ist eine Pflicht das Menschen die in Not geraten sind oder vor Krieg flüchten geholfen wird. Nur waren die Kriegsflüchtlinge aus Syrien in der Türkei in Sicherheit und auch in der Nähe zu ihren Heimatland untergebracht. Die UN hat dort die Hilfen gestrichen und gekürzt. Wie passt das zum Migrationspakt? Warum wurde der Migrationspakt schon seit 2010 federführend Angela Merkel und der Deutschen Industrie geschrieben? Vor allem die Migration aus Afrika zeigt das es darum auch überhaupt nicht geht.

    Zur den „Kriegsgeilen“ AfDlern möchte ich mal anmerken das alle AfD Politiker alle 3 Monate gegen den Kriegseinsatz in Afghanistan stimmen und trotzdem wird dieser immer wieder verlängert, warum nur? Weil die AfD dagegen stimmt oder die anderen (bis auf ein paar LINKE) dafür stimmen?

    Also ich glaube dass die Abneigung gegen die AfD bei dem Interviewten daher kommt das die AfD eben die Selbstverwirklichung in Deutschland zuerst mal den in Deutschland lebenden Menschen ermöglichen möchte und nicht und jeden auf dieser Welt der eben glaubt das er sich nur in Deutschland verwirklichen kann. Da er in in jeden Menschen der nach Deutschland flüchtet sich selbst sieht, betrachtet er die AfD als Bedrohung. Gleichzeitig wird aber das was die AfD macht in allen anderen Ländern dieser Welt und auch für alle anderen Länder dieser Welt als normal betrachtet. Da hat man nicht wirklich ein Problem damit nicht jeden Menschen auf dieser Welt die Selbstverwirklichung zu ermöglichen, weil das eben auch ein Land gar nicht leisten kann und auch Europa kann es nicht leisten. Die Menschen in Afrika müssen sich in Afrika selbst verwirklichen können. Dazu müssen sie in ihren eigenen Ländern selbst das Recht haben zu bestimmen. Aber da kann ich auch wieder ein Beispiel anbringen, ein Afrikaner hat sich über die bösen Europäer beklagt weil er in (ich glaube es war Nigeria) nicht studieren durfte. Dann ging er ins Nachbarland aber dort ermöglichte man ihm auch kein Studium. Darauf hin begab er sich auf eine lebensgefährliche Reise durch die Wüste und über das Mittelmeer nach Spanien wo er schließlich studieren durfte. Und die Europäer sind nun böse weil sie nicht jeden aus Afrika aufnehmen und auf ungefährliche Weise nach Europa bringen und um hier zu studieren. Ja aber das er in seinen zwei afrikanischen Heimatländern nicht studieren durfte und in Spanien dann aber schon, darüber hat er sich nicht bedankt. Eigentlich müsste er sich doch fragen warum kann ich in Afrika nicht studieren, was läuft denn da schief?
    Also soviel zur Selbstverständlichkeit der Selbstverwirklichung in Europa.

    Das Herr Abadi sich in Deutschland nicht mehr so willkommen fühlt nur aufgrund seines Aussehens ist sehr traurig.
    Wobei es sicher nicht um das Aussehen geht. Das war den Deutschen ja vorher auch egal. Es ist auch egal das er Iraner ist. Das war vorher auch egal. Und niemand wird es stören wenn er sich auch als Iraner fühlt. Für mich ist jeder ein Deutscher der in Deutschland leben möchte und das auch allen anderen Menschen in Deutschland zugesteht ohne dabei Deutschland verändern zu wollen. Das bedeutet auch nicht das man sich nicht mit seiner Kultur hier einbringen kann, aber das hat Herr Abadi selbst sehr gut erkannt. Also das Problem ist das sich auch für die Deutschen was verändert hat. Die Unbeschwertheit ist weg. Und die Ursache ist das es eben nicht nur eine schlechte Erfahrung gegeben hat sondern sehr sehr viele und es ist nicht so das die in den Medien auf den Schlagseiten landen sondern es ist oft so das sie klein geredet werden. Es war eben früher nicht so das man Angst haben musste abgestochen zu werden.

    Ich kann mich noch Erinnern wie man Frauke Petry als rechte Nazifrau die an der Grenze auf kleine Kinder schießen will, bezeichnet hat, nur weil sie Grenzkontrollen forderte. Möglicherweise hätte man ja zu Kriegsflüchtlingen aus Syrien sagen können, ok ihr bekommt hier Asyl. Aber wie Herr Hofbauer auch schon festgestellt hat waren die meisten Flüchtlinge 20-30 jährige Männer. Da hätte man auch ablehnen können. Familien, Frauen Kinder ältere Menschen ja. Die jungen Männer aber einer genaueren Kontrolle unterziehen. Wirklich aus Syrien ? Ungefährlich oder islamisch radikalisiert ? Dann Nein ? Angaben über Alter und Herkunft überprüfen, bei unrichtigen Angaben, NEIN. So wie sich Deutschland, Merkel aber vor allem die Grünen, LINKEn und SPD und alle Medien benommen haben darf man sich nicht wundern wenn alle Terroristen und Verbrecher kommen und zwar nicht weil sie sich in den anderen Ländern nicht verwirklichen können sondern weil es in Deutschland einfach geht, es hält sie ja niemand auf, sie können sich alles erlauben, es passiert nichts und das ist auch das EU Recht. Die Polizei und Justiz hat kaum Möglichkeiten das zu unterbinden. Der muss hier nur die Hand heben und Asyl sagen und es kann ihm nicht passieren. Amri hat 7 mal die Hilfsleistungen kassiert. Und nicht nur Amri, wenn das so geht wird jeder in Afrika nach Deutschland wollen. Wo das endet sehen wir eh jetzt. Nicht nur die Deutschen fühlen sich nicht mehr sicher Herr Abadi fühlt sich auch nicht mehr gleichwertig, sondern abgewertet und ausgegrenzt. Wegen einer idiotischen Ideologie. Warum kann den nicht eine Obergrenze genannt werden. Warum kann den nicht gesagt werden, ok wir nehmen mal die Menschen aus dem Krieg auf, die hätte man dann auch mit der Bahn aus der Türkei nach Deutschland reisen lassen können ohne Fussmarsch, Familien, Frauen, Kinder und ältere Menschen. Und zu allen anderen Nein. Eine Obergrenze ist ja bis heute nicht möglich und wer die UN Dokumente dazu gelesen hat, weiß warum, weil man 80 Millionen Menschen nach Deutschland bringen möchte. 80 Millionen Wähler für Grüne und SPD und Linke und Merkel, für einfältige Menschen die nur ihren eigenen Profit sehen. Die Rechnung wird nur nicht aufgehen, die werden sehr schnell ihre eigene Partei haben und die einheimische Bevölkerung entmachten. Ich glaube Herrn Jebsen dämmert langsam das es nicht gut ausgehen soll. Möglicherweise gibt es Kräfte die ein Chaos und Anarchie und Bürgerkrieg wollen um dann Deutschland auflösen zu können und die Anarchie wird der Nährboden sein wo das Kapital dann die Konzerne besitzt, die Polizei bezahlt, die Gesetze schreibt und wer dagegen auch nur ein Wort sagt wird ausgelöscht. Freiheit wird wird nur so sein das die Menschen im Rahmen der vorgegebenen Gesetze leben dürfen. Es wird nicht die Freiheit sein das sich die Menschen ihre Gesetze selber schreiben können. Der Friede wird nicht bedeuten das es eine gerechte Verteilung und Möglichkeiten geben wird. Entweder als Sklaven zu arbeiten und sich an die Gesetze zu halten oder verhungern.

    Wie wir aus der Nummer raus kommen. Rückführungen nach Afrika und vor allem in die muslimischen Länder müssen möglich gemacht werden. Wer sich hier daneben benimmt soll sein Glück dann eben wo anders versuchen. Gleichzeitig muss jede Kriegshetze, und Kriegsbeteiligung vom Herzen und in der Realität abgelehnt werden. Keine Beteiligung an irgend einem Krieg. Dazu wäre aber auch ein Friedensbündnis mit Russland notwendig. Europa aber vor allem auch Deutschland darf dann auch von außen in keinen Krieg rein gezogen werden. Auch das Geldsystem muss abgelehnt werden und in eine Staatliche Bank übergeführt werden wo Zinsen als Sozialausgaben wieder in Umlauf kommen. Ein demokratisches Geldsystem wird es nur geben wenn auch der Staat wirklich demokratisch ist. Dazu müssten vor allem Einigungen gefunden werden. Das Parteiensystem hat ausgedient. Freiheit sollte definiert werden. Freiheit ist das Recht sich seine Gesetze selber zu schreiben. Wobei aber ein Gesetz für alle gelten muss. Darum funktioniert Anarchie nicht. Man kann sich nicht selbst ein Gesetz definieren das dann für andere nicht gilt. Dies funktioniert vermutlich in sehr kleinen Einheiten nicht sehr gut und international auch nicht. Ich könnte nicht sagen wer für Frankreich gut ist. Die Nationalstaaten sind dabei meiner Meinung nach nicht die schlechteste Lösung, von Größe. Nur müssten sie echte demokratische Staaten werden. Wir haben eine gute Unterteilung in Ländern, Bezirke, Orte. Also die Machtverteilung und Struktur ist gegeben. Hier müssen verschiedene Schalen betrachtet werden. Selbstbestimmtheit muss schon auch regional sein, manche Interessen lassen sich aber nur noch auf einen größeren Bereich Lösen und andere auf einen noch größeren. Wir sollten Acht geben, das alles in irgend einem ideologischen Wahn nicht aufzugeben um dann festzustellen das wir gar keine Möglichkeiten mehr haben, selbstbestimmt zu leben. Selbstbestimmt heißt ja auch das die Deutschen (Menschen die in Deutschland leben) selbst mal bestimmen dürfen wie viele Menschen sie aufnehmen. Ja das wäre doch mal die Selbstverwirklichung. Aber die Menschen in Deutschland werden ja gar nicht gefragt, es wird ja medial vorgegeben was richtig und falsch ist. Da dürfte Herr Abadi auch mal über sich selbst nachdenken, obwohl er wirklich ein lieber Mensch ist. Aber vor allem gibt es die UNO und Brüssel und ein paar LINKE, Grüne und Rotschwarze Politiker und die Medien vor was richtig und gut ist. Hat Merkel die Menschen gefragt ob sie das schaffen ? Nein, sie fährt mit einer gepanzerten Mercedes herum und hat 10 Leibwächter und nimmt sich heraus für alle Menschen in Deutschland zu sprechen, wir schaffen das. Und was macht sie? Nichts.
    Also Freiheit sollte bedeuten die Gesetze (Selbstbestimmtheit) dort zu machen so das dem Individuum aber auch dem Allgemeinwohl entsprochen wird. Mehrere Ebenen sind gut. Auf den unteren Ebenen funktioniert das auch noch. Also Ebene raus nehmen ist keine gute Idee, weil damit die Möglichkeit der Freiheit abgebaut wird. Auch die Staatliche Ebene sollte nicht raus genommen werden. Da sollte man eher über die Schnittstellen zwischen den einzelnen Ebenen nachdenken. Also diese Freiheit sollten wir einfordern. Auch im Geldsystem, Militär usw.
    Weiters sollten Friede definiert sein und meiner Meinung nach sollte er so definiert sein das es ein sozialer Friede ist der eine Gleichberechtigung schafft. Dabei können aber dann auch wieder globale Interessen eine Rolle spielen. Auch wenn man einen Staat hat so ist es so das man mit den Resourcen durchaus anderen Staaten, Menschen helfen kann und auch die nachkommenden Generationen die gleichen Lebensbedingungen vorfinden die wir haben wollen. Wie weit haben Milliardäre und Großkonzerne da noch eine Berechtigung ? Die stellen ja eine globale Planwirtschaft dar die ausschließlich zur Bereicherung einiger weniger dient? Also Friede sollte nicht so definiert sein das es keinen Krieg mehr gibt weil die Sklaven diese Möglichkeit nicht mehr haben und sich nicht mehr wehren können.

    • Beeindruckend, Selbstverwirklichung, tatsächlich? Und das im Kapitalismus? Also dann so etwas, das man vom Wühltisch und abhängig vom Kontostand erwirbt. Und dies unter freundlicher Mitwirkung der aktuellsten Knobelbecherfraktion. Als Satire wär’s genial.

      So ist’s nur Aneignung und Pervertierung ursprünglich egalitärer Gedanken.

    • Selbstverwirklichung verboten!

      Ja leben wir schon wieder in so finsteren Zeiten, dass ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist und der verdächtig, der ruhig über die Straße geht?

    • @Buddashi

      Too looong. In England heißt es: Tell easygoing stories. Easygoing = short. Ansonsten: Der deutsche Sozialstaat geht auf Bismarck zurück. Er schafft eine „emotionale“ Bindung zwischen Herrschenden und Beherrschten: „Komm, brav Fiffi, schönes Freßchen!“ Diese Bindung war vor allem militärisch von Bedeutung; opferbereite Kämpfer. Das Problem ist nicht, daß Afrikaner unsere „Kultur“ ausnutzen. Das Problem ist unsere Kultur. (Hinweis: Es gibt keine Polizeikatzen.)

    • @loup

      Es geht mir nicht darum das Afrikaner uns ausnützen ? Sondern darum das Herr Abadi mit einer Selbstverständlichkeit sagt und fordert das jeder Afrikaner oder Muslim oder andere Mensch auf diesen Planeten das Recht hat sich in Deutschland oder der EU verwirklichen zu können.
      Dabei fragt er nicht wie es eigentlich umgekehrt aussieht. Versuchen sie sich doch mal in einem muslimischen Land zu verwirklichen und noch dazu mit der Forderung dort versorgt zu werden und ihre eigene Kultur dort ausleben zu können sprich dort Kirchen zu bauen ? Oder machen sie das in einen afrikanischen Land.
      Das Problem ist sicher nicht unsere Kultur, unsere Kultur war eine der letzten Hoffnungen. Sogar Herr Abadi hat sich hier wohlgefühlt. Das Problem ist im Gegenteil einen Kultur wo die jungen Migranten herkommen die hier dann straffällig werden. Begehen sie doch mal in muslimischen Ländern eine Straftat, werden abgeschoben und reisen dann nochmals 3 mal dorthin, mal davon abgesehen dass bei umgekehrter Betrachtung ganz sicher schon alle umgebracht worden wären.
      Hinzu kommt eine Ideologie die von UN, Brüssel, internationaler Finanzmafia (man könnte auch Zionisten schreiben) den Europäern aufgezwungen wird.

      Wenn Herr Abadi schon die Forderung nach Selbstverwirklichung stellt dann sollte er mal mit dem Iran anfangen das sich die Menschen dort verwirklichen können unabhängig von ihrem Glauben oder Hautfarbe, dann müssten nicht alle nach D kommen. Dann darf er mit Pakistan, Afghanistan, Saudi Arabien usw weiter machen. Und wenn er damit fertig ist dann hat er sicher noch genug in Afrika zu tun.

    • @Buddahshi
      Ja, genau so, wie Sie es hier obenstehend verdeutlichen, hatte ich Sie zuvor bereits verstanden. Und mein Subkommentar zu Ihrem Kommentar nahm eben auf Ihre ja durchaus nicht unrichtige Beobachtung Bezug: Es ist so, wie Sie es hier oben sagen, weil Deutschland ein sehr modernes bzw. entwickelt kapitalistisches Land ist, und weil solche Länder eine Sozialversicherung BRAUCHEN, damit die Arbeitskraft ausreichend an die machtlichen und ökonomischen Erfordernisse angepaßt gehalten werden kann. Hier darf und soll jeder die Möglichkeit haben, sich unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und religiösem oder weltanschaulichem Bekenntnis ausbeuten oder umbringen zu lassen. Dazu muß „emotionale“ Anhänglichkeit der Hunde an ihre ständig wechselnden und letztlich virtuellen Herren hergestellt werden (Apersonalität der Herrschaft des Kapitals).

      Für Menschen aus Ländern mit Selbstversorgungsökonomien sind diese Hintergründe selbstverständlich nicht nachvollziehbar, und so verstehen sie den Deal hinter dem Sozialstaat nicht: Ich verhindere, daß du hungers stirbst, und dafür gibst du mir dein Leben bzw. gibst du dafür alles her, was Menschen gewöhnlich lieb und teuer ist! Auf platt deutsch: Arbeit! Arbeit! Arbeit! Das würden die so wahnsinnig finden, daß sie es nicht glauben könnten. (Wenn die wüßten, WIE wahnsinnig wir tatsächlich sind, würden die kaum hierherkommen wollen.)

      Wer in ein unmodernes Land geht, kann sich dort SELBSTVERSTÄNDLICH nicht „verwirklichen“, da Menschen dort nicht auf allein ihr Arbeitsvermögen reduziert sind, sondern auf Wegen außerhalb von Arbeit Zugang zu Ressourcen finden: (Gegebenenfalls spirituelle) Verwandtschaftsverhältnisse oder Stammeszugehörigkeiten, sowie Sitte, Tradition und Gebräuche. Sich dort als Fremder integrieren zu können, ist offenkundig schwierig bis unmöglich, es sei denn ein Häuptling oder Schamane entdeckt in jemandem Eigenschaften, die ihn begehrt machen.

      P.S.: Welche drei deutschen Wörter sind beinahe überall auf der Welt bekannt? Jawoll, Arbeit und Scheiße.

  5. Lieber Reza Abadi,
    Neben der Politik und Wirtschaft, vielleicht auch vor der Politik und Wirtschaft, sagen den Lämmern die Geheimdienste wo es politisch langgeht. Die Flüchtlingsflut 2015 war sicher nicht Merkels Idee. Sie hat wenige Monate vorher in einer TV-Sendung bedauert nicht mehr Migranten, bzw Flüchtlinge aufnehmen zu können. Das wurde vom Kapital (Soros) und den Geheimdiensten eingetütet. Frau Merkel ist ja über „IM Erika“ erpressbar. Die Akten hat sich nach der Wende ja der CIA gekrallt.
    Deutschland und die EU werden doch auch im Wesentlichen aus den USA gestaltet. Siehe Dieselskandal oder den Monsanto Kauf von Bayer, (beide Konzerne gehören mehrheitlich Black-Rock), oder Freihandelsabkommen, die nur den USA nützen, Strafzölle, usw…usw,

    • Wollte damit sagen, Deutschland hat, ähnlich wie der Iran, auf der politischen Weltbühne schlechte Karten. Der „öffentliche Debattenraum“ wird vom Kapital mit ihren Mainstream- Medien begrenzt und gestaltet. Und da sind für unsere beiden Länder in den kommenden Kriegen wohl die Opferrollen vorgesehen. Die Bürger D, und des Irans sind einfach zu klug für die Amis. Mit friedfertigen Mitteln von Ihnen nicht schlagbar.

  6. Ich empfinde Herrn Abadi als einen sehr angenehmen Menschen, und ich höre und sehe ihm gerne zu. Allerdings habe ich den Eindruck, dass seine Analysen sehr oft zu sehr an der Oberfläche bleiben und gängige Analysen aus den alternativen Medien nachbeten. Mir fehlt da die glaubhafte eigene Analyse. Deshalb würde ich dieses Gespräch heute zwar als sehr unterhaltsam, aber analytisch doch eher in die Kategorie „Leichtgewicht“ einordnen.

    Schade.

    • Finde ich auch. Zu oberflächlich verglichen mit anderen Gästen und phasenweise zu biografisch angehaucht die Folge. Leider keine eigenen Ideen oder Theorien angebracht.

  7. Guter Mann, der Herr Abadi! Schade, dass es mit 451 Grad nun vorbei ist.

    Seine Einschätzung, dass in Deutschland jeder alles werden kann, würde ich allerdings nicht unterschreiben. Sicher, es ist nicht verboten, trotz widriger Lebensumstände erfolgreich zu werden und es gibt auch immer wieder einzelne, – wie ihn selbst – die das schaffen. Das sind dann aber bewundernswerte Individuen, die wohl auch einiges Glück hatten, man sollte das aber nicht verallgemeinern. Und schon gar nicht zu dem Umkehrschluss gelangen, dass die Erfolglosen an Ihrer Situation selbst schuld sind.

    • Ich habe nur den Anfang der letzten Sendung von „451 Grad“ gesehen. Und da sagt Herr Abadi, dass das die letzte Sendung sei von ihm bei RT. Das Gespräch hier mit Ken ist sicher schon einige Monate alt.

    • Es ist doch nichts gegen ein „buergerliches“ System einzuwenden.
      Solange es fuer alle auf gegenseitigen und moeglicherweise demokratischem Konsens beruht. Das ist moeglich, es gibt historische und oekonomische Modelle dazu.

    • Lexikon: Bourgeoisie

      Das Wort Bourgeoisie stammt aus dem Französischen und bedeutet übersetzt Bürgertum. Der Begriff wird heute in zwei verschiedenen Bedeutungen verwendet. Zum einen wird damit seit der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts das wohlhabende Bürgertum bezeichnet. Zum anderen hat der Philosoph und Gesellschaftstheoretiker Karl Marx (1818-1883) die Unternehmer abwertend als Angehörige der „Bourgeoisie“ bezeichnet, die seiner Ansicht nach auf Kosten der hart schuftenden Arbeiter leben und diese ausbeuten.

      Die Unternehmer waren Eigentümer der Produktionsmittel – also der Mittel, die man zur Herstellung von Gütern benötigt, wie zum Beispiel Geld, Maschinen oder Fabriken. Marx kritisierte die bürgerliche Gesellschaft scharf. Ihm zufolge war die Gesellschaft in verschiedene Klassen eingeteilt – der Besitz war ungleich verteilt und einige Menschen hatten viel mehr Macht als andere. So herrschte die Bourgeoisie als Teil der „kapitalistischen“ Klasse über diejenige der Arbeiter, die Marx das „Proletariat“ nannte. Während die wohlhabenden Unternehmer immer größere Gewinne erzielten, lebten unzählige Arbeiter in Armut und die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößerte sich zur Zeit der Industrialisierung immer weiter.

      Das Bürgertum entwickelte sich aus dem ehemals dritten Stand. Ursprünglich wurden als Bürger die Bewohner der Kaufmannssiedlungen bezeichnet, die vor den Stadtmauern lagen. Diese Siedlungen nannte man auf mittellateinisch „burgus“ oder „burgum“, was so viel wie „Vorburg“ bedeutet. Diese Bewohner unterschieden sich in der Gesellschaft von den Geistlichen und dem Adel einerseits sowie von dem städtischen Arbeitervolk (dem Proletariat) und der unfreien Landbevölkerung anderseits.
      (…)
      Seit dem 20. Jahrhundert kann von einem Bürgertum im ursprünglichen Sinn nicht mehr gesprochen werden. Mittlerweile spricht man von einer „Mittelschicht“ – damit ist die Gesamtheit der sozialen Schichten zwischen der Arbeiterschaft und der wirtschaftlichen Oberschicht gemeint. Das heißt jedoch nicht, dass es keine „bürgerlichen“ Lebensstile und Ideale im ursprünglichen Sinn mehr gäbe. In besonders traditionsbewussten, konservativen und meist auch wohlhabenden Schichten werden die oben genannten Tugenden auch heute noch gepflegt und es wird viel Wert auf Förmlichkeiten, vornehme Sitten und Äußerlichkeiten gelegt, durch die sich solche „gutbürgerlichen“ Kreise von anderen abheben möchten.

      In der kommunistischen Theorie nach Karl Marx wurde die wohlhabende Bourgeoisie, das Besitzbürgertum, zum Klassenfeind der verarmten Arbeiterschaft erklärt, während die Kleinbürger für Marx zwischen den Klassen hin und her schwankten. Doch auch von „intellektuellen“ Bürgern aus gebildeten Kreisen wurde Kritik geübt – vor allem an den vorherrschenden bürgerlichen Tugenden, die immer wieder als erstarrt und scheinheilig entlarvt wurden. Auch der Begriff des „Spießbürgers“ (umgangssprachlich „Spießer“) bringt die starke Angepasstheit an gesellschaftliche Sitten und Regeln zum Ausdruck. Kritisiert wird daran, dass gängige Ansichten und Vorgaben der Gesellschaft nicht hinterfragt, sondern unkritisch angenommen werden, weil es die Tradition vorschreibt. Die Bezeichnung „Spießbürger“ kommt daher, weil die mittelalterlichen Bürger sich mit Spießen verteidigten.

      Komplett hier:
      https://www.helles-koepfchen.de/artikel/3215.html

      Welche Modelle und in welchem hierarchischen Unterdrückungs- und Ausbeutungsapparat kann man von einem demokratischen Konsens sprechen?

    • Wirklich eine gute Leistung, sie beherrschen schon Kopieren und Einfügen, gratuliere ihnen sie, sie haben ihr erstes Diplom für Windows Anwender wohl bestanden. Nun, sehr viel ist ja nicht übrig geblieben von den ehemals kleinen spießigen Bürgern. Sie lassen sich von Marx in Klassen einteilen und einreden das ihre Mitmenschen ihre Feinde sind. Da ist Kopieren und Einfügen schon eine erstaunliche Leistung. Ist heute Fasching ?

    • Strg+c und Strg+v … na hoppla, schon wieder geschehen:

      „Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung“
      02. Oktober 2018 Paul Schreyer

      Der Psychologe Rainer Mausfeld über die Illusion des Informiertseins, eine „Verachtung des Volkes“ und Journalisten und Intellektuelle, „die sich wie Eisenspäne in den Kraftfeldern der Macht ausrichten“

      Rainer Mausfeld: Wir müssen natürlich Kritik und Diffamierung unterscheiden. Kritik zielt auf die Sache, Diffamierung auf die Person. Kritik beruht auf Argumenten, Diffamierung arbeitet mit einem Diffamierungsvokabular. Worum geht es mir in meinen politischen Beiträgen in der Sache? In meinen Vorträgen geht es mir weniger um Vermittlungen konkreter Inhalte und Positionen. Denn hier gibt es wie stets bei der Betrachtung komplexer Systeme einen großen Spielraum für unterschiedliche Perspektiven; ich lege jedoch in meinen Beiträgen stets offen, dass meine Perspektive durch die radikaldemokratische Tradition der Aufklärung geprägt ist.

      Mir geht es in meinen Vorträgen vor allem um die Vermittlung einer Denkmethodologie, also gleichsam um das Handwerk des Denkens, mit der wir unsere alltäglichen politischen Erfahrungen wieder in einen Sinnzusammenhang einordnen können. Denn nur so können wir wieder ein Stück Autonomie gewinnen und angemessene Handlungskonsequenzen aus unseren Erfahrungen ziehen.
      (…)
      Rainer Mausfeld: Da meine Vorträge darauf zielen, Denkmethoden aufzuzeigen, mit denen sich die Diskrepanz zwischen Ideologie und Realität besser sichtbar machen lässt, und da die Machtausübenden gerade darauf angewiesen sind, politischen Dissens in Bahnen zu halten, die für sie risikofrei sind, überrascht es mich nicht, zum Ziel von Diffamierungsbemühungen zu werden.

      Da sich ihre Urheber in den von Ihnen genannten Fällen nicht einmal die Mühe machen, etwas anzuführen, das sie als Argumente oder Belege ansehen, haben diese Anwürfe mit mir und den Inhalten, die ich zu vermitteln suche, nichts zu tun. Das ist eigentlich für jeden, der sich ernsthaft mit meinen Beiträgen beschäftigt, klar erkennbar. Wer nun dennoch meint, eine ernsthafte Auseinandersetzung durch ein paar hingeworfene Schmähwörter ersetzen zu können, wird mit einer solchen intellektuellen Selbstauskunft leben müssen.
      https://www.heise.de/tp/features/Wir-leben-in-einer-Zeit-der-Gegenaufklaerung-4178715.html?seite=all

      Sie sehen ihre Phrasendrescherei bleibt auch in Wiederholung nur Phrasendrescherei, ebenso wie weiter oben.

      P.S.: Der Einsatz von Ablenkzielen, der Aufbau alternativer Feindbilder, siehe auch weiter oben, ist mehr ihr Metier, im Auftrag ihrer Mäzene. Das klassische nach oben buckeln, nach unten treten.

    • Beipflichtend zum 1. Abschnitt von box am 06.03., 07:51

      Quelle des hier folgenden aus der Erinnerung (wahrscheinlich aus dem Bildband jenes britischen Fotographen, der eine Zeitlang mit am Plaudertisch von Hitler und dessen engerem persönlichen Umfeld sitzen durfte).

      Die Journalisten zensieren sich gegenseitig selbst, war eine der vielen interessanten Beobachtungen von Herrn Abadi. Das erinnert an den Nationalsozialismus. Auch der hatte den damaligen Mainstream-Medien gegenüber Zensuranstrengungen nicht aufzuwenden.

      Propagandaminister Goebbels führte einen offenen Pressesalon, heute hieße das im Mediensprech *Hintergrundgespräch in größerer Runde*. Die Presse war geladen, einmal wöchentlich einen Redaktionsvertreter in das Pressehaus am Berliner Stern zu entsenden (eine große Rundkreuzung, die bis heute hin den Namen Stern trägt), wo Goebbels locker vortrug, wie das Regime die aktuelle Situation einschätzte und wie es zu reagieren gedachte.

      Goebbels forderte keineswegs zu einer bestimmten Berichterstattung auf, alles verlief in den gewohnten bürgerlich-liberalen Formen. (Tatsächlich war Hitlers NSdAP demokratisch an die Macht gewählt worden; die Abschaffung der bürgerlichen Freiheiten war vom gewählten Parlament mittels seines Votums für das sogenannte *Ermächtigungsgesetz* legitimiert worden!) Die Redaktionen kamen selbstverständlich gern zum Stern, um zu wissen, welcher politischen Linie sie folgen müßten, um weiterhin geladen zu werden bzw. ihren Lesern berichten zu können, wohin die Reise aktuell geht.

      Man war unter Freunden. Die Runde muß so angenehm verlaufen sein, daß eines ihrer Mitglieder später sein Magazin in der neugegründeten BRD *Stern* taufte, Henri Nannen.

      Goebbels Sternenrunde ist heute ein Netzwerk sich gegenseitig zensierender Journalisten. Was Runde und Netz offenkundig gemeinsam haben, ist der hoch informelle Charakter moderner Medienzensur: Sie findet nicht statt, weil Zensur ohne eine Zensur so schön glatt funktioniert.

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