Rezension: „Die Eroberung Europas durch die USA“

Strategie der Destabilisierung, Eskalation und Militarisierung.

Zum Buch: „Die Eroberung Europas durch die USA“ von Wolfgang Bittner.

Eine Rezension von Winfried Wolk.

Die Demokratie voranzubringen und den Menschenrechten immer breitere Geltung zu verschaffen ist, Zbigniew Brzezinski zufolge, Aufgabe und Ziel aller außenpolitischen Initiativen der USA. Brzezinski war von 1977 bis 1981 Sicherheitsberater von US-Präsident Carter, später Professor für Amerikanische Außenpolitik an der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore und Berater am »Zentrum für Strategische und Internationale Studien« (CSIS) in Washington D.C..

Nun erleben wir zwar seit Jahren ganz aktuell, wie sich das in der Realität darstellt, im Irak, in Libyen, in Syrien und der Ukraine, dennoch verhalten sich Politiker der westlichen Welt und Journalisten von ARDBildFAZWeltZDFSpiegel usw. so, als ob die so wunderschön klingenden Worte die Wahrheit wären. So ist es manchmal schwierig, sich in der Flut der Informationen ein stimmiges Bild vom dem zu machen, was auf der Welt passiert, warum es passiert und wohin der Weg führen wird. Im Dickicht der Interpretationen ist die Suche nach der Wahrheit oft eine unsichere Sache. Wer tatsächlich seine Fragen beantwortet, Hintergründe erfahren und wissen will, wohin sich unsere Welt zwangsläufig bewegen wird, der muss Wolfgang Bittners Buch »Die Eroberung Europas durch die USA « lesen.

Auf 252 Seiten gibt uns der Autor wichtige Einblicke in die Machstrukturen und die Strategien der „einzigen Weltmacht“. Bittner analysiert das Vorgehen des großen Hegemons, enttarnt die Hintermänner, entlarvt die Triebkräfte und öffnet uns die Augen für das, was schon seit langem mit großer Beharrlichkeit in vielen Teilen der Welt umgesetzt wird.

Die Nato-Osterweiterung, die Ukrainekrise, der Krieg in Syrien, die immer weiter betriebene Aufrüstung des Westens, die Rolle der Medien, die Lügen, mit denen Aktionen begründet, Aggressionen verübt, Schuldige gefunden und angeprangert werden, all das benennt Wolfgang Bittner in seinem Buch.

Er hat gründlich recherchiert, lässt wichtige Zeitzeugen zu Wort kommen und verdichtet alles zu Erkenntnissen, die uns eine klarere Sicht ermöglichen. Die Lektüre macht allerdings nicht fröhlich, dokumentiert sie doch auch unser Ausgeliefertsein und die Ausweglosigkeit, in die wir durch dieses planvolle Agieren gebracht sind.

Das dichte, alles umschließende Netz, mit dem die USA die gesellschaftlichen Strukturen mindestens der halben Welt in ihre geopolitischen Strategien verstrickt hat, unterbindet eine notwendige, von den Interessen der USA unabhängige Politik auch in unserem Land. In den wichtigen internationalen Fragen reagieren unsere politischen Eliten zuverlässig und längst schon in vorauseilendem Gehorsam den Interessen des großen Bruders folgend.

Sicher wissen sie, wie es Politikern ergeht, die nicht den Vorgaben aus den USA folgen. Die Schicksale von Olof Palme oder Strauß-Kahn, Milosevic oder Gaddafi. Wir erfahren in Wolfgang Bittners Buch die Gründe und mit welchen Intrigen und Machenschaften die US-Geheimdienste sie zu Fall brachten. Wie eine solche Politik „die Demokratie voranbringt und den Menschenrechten immer breitere Geltung verschafft“, wird wohl auf immer ein Geheimnis der Mächtigen in Washington bleiben. Kurt Tucholskys Erkenntnis aber, dass „derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher gilt als der, der den Schmutz macht“, ist kein Geheimnis, sondern verbreitete Praxis.

Das Zitat von Tucholsky hat er seinem Buch vorangestellt, denn Wolfgang Bittner weiß um die Gefahr, in die er sich mit der Veröffentlichung über die Schmutzmacher bringt. Doch alle, die die für die eigene Orientierung wichtigen Wahrheiten suchen, werden es ihm danken, dass er die „Schmutzecken“ dieser Gesellschaft für sie kenntlich macht.

Wolfgang Bittner
Die Eroberung Europas durch die USA – Eine Strategie der Destabilisierung,
Eskalation und Militarisierung; komplett überarbeitete und erweiterte Neuausgabe;
Westend Verlag, Frankfurt am Main 2017, 18,– Euro.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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2 Kommentare zu: “Rezension: „Die Eroberung Europas durch die USA“

  1. @ Winfried Wolk: „Auf 252 Seiten gibt uns der Autor wichtige Einblicke in die Machstrukturen und die Strategien der ‚einzigen Weltmacht‘. Bittner analysiert das Vorgehen des großen Hegemons, enttarnt die Hintermänner, entlarvt die Triebkräfte und öffnet uns die Augen für das, was schon seit langem mit großer Beharrlichkeit in vielen Teilen der Welt umgesetzt wird.“

    Ich stimme mit dem Rezensenten in allem überein, habe das Buch mit großem Interesse von vorn bis hinten gelesen. Es ist sowohl dokumentarisch als auch analytisch von großem Wert. Leider könnte so eine Rezension in keinem der sogenannten Leitmedien erscheinen, was natürlich kein Wunder ist, denn der Autor nimmt kein Blatt vor den Mund, deckt auf und leuchtet hinter die Kulissen. Das Buch ist eine wahre Fundgrube, wird deshalb nicht veralten. Meines Wissens wird es nach wie vor boykottiert, was aber nicht gelungen ist, dank der alternativen Medien wie KenFM. Dank auch an den Rezensenten.

  2. Bei den Menschenrechten denken wir häufig zu allererst
    an die Universalität und die Egalität.
    Die Menschenrechte als Oberbegriff umfassen aber auch
    die Sozialen Menschenrechteund die Bürgerlichen und
    Politischen Menschenrechte.
    Letztere sind Voraussetzung für Privateigentum und die
    Veräußerung von Privateigentum.
    Diese sind es letztlich, die man den Menschen bringen muss, wenn man ihr
    Staatswesen passend zum Markt und Kapitalismus transformieren will.
    Sie sind auch Voraussetzung für die Eroberung neuer Märkte, also dafür
    dass sich bislang regionale Märkte öffnen für die bekannten Strategien
    von WTO, IWF, Weltbank (so u.a. auch in den Assoziierungsabkommen).
    https://www.netzwerk-menschenrechte.de/buergerliche-und-politische-menschenrechte-1131/

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