Richard Wolff über Marxismus, Kapitalismus, Konzerne, Alternativen & Demokratie am Arbeitsplatz

Ein Video-Interview mit Richard Wolff, geführt von Zain Raza von acTVism Munich:

In unserem Interview mit dem emeritierten Wirtschaftsprofessor (University of Massachusetts), Wirtschaftsmarxisten und Gründer von Democracy at Work Richard D. Wolff geht es um Marxismus, die Weltwirtschaft, Konzerne, Alternativen & Lösungen.

  • Was ist Marxismus? Und warum wird er mit dem Kommunismus der Sowjets, Stalinismus und Maoismus in Verbindung gebracht?
  • Warum boomen Finanzsektor und Börsen, während Banken taumeln, Arbeiternehmer immer unzufriedener werden und Wirtschaftskrisen Schlagzeilen machen?
  • Behindern die internen Strukturen von Konzernen demokratische Prozesse, Umweltschutz und humane Bedingungen?
  • Gibt es alternative Geschäftsmodelle, die auf Demokratie, Nachhaltigkeit und menschlichen Umgang abzielen?
  • Müssen Menschen ihre Konsumgewohnheiten umstellen (Bio, Fair-trade, Mülltrennung, usw.) oder sollte ihre Energie in Richtung Reformierung der Produktionsprozesse fließen?

Diese und weitere Fragen werden im Video beantwortet: Video-Interview zwischen Zain Raza von acTVism Munich und Richard Wolff

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

13 Kommentare zu: “Richard Wolff über Marxismus, Kapitalismus, Konzerne, Alternativen & Demokratie am Arbeitsplatz

  1. Ich schaue seine Beiträge auch seit einigen Monaten und mag ihn sehr! Ich finde ihn witzig und auch umgänglich. (Merkt man immer z.B. am Anfang, wenn er seine Danksagungen macht.) Und seine Analysen sind sehr gut und trotzdem anschaulich!

    Passt sehr gut zu KenFM, finde ich – ich freue mich sehr!

  2. „Arbeitnehmergenossenschaften“ als Alternative zum jetzigen Ausbeutersystem.
    Demokratisierung der Arbeitswelt als Ziel – das müsste bei den ach so demokratischen Parteien doch offene Türen einrennen.
    In den USA nennt sich eine Partei sogar „Demokraten“.
    Freundlich ausgedrückt, sind aber diese Parteien Mogelpackungen.
    Sie räumen den Weg frei fürs Großkapital.

    Ich wäre Prof. Richard D. Wolff dankbar, wenn er einen Weg zur „Arbeitnehmergenossenschaft“ zeigen würde.

    Es gibt weltweit bestimmt einige Betriebe, die so arbeiten. Gut so.
    So lange das aber nur in Nischen passiert, ändert sich nicht viel.
    Diese Betriebe müssen in den gesellschaftlich relevanten Industrien und Dienstleistungen tonangebend sein.
    Eine Bäckerei oder ein kleines Lebensmittelgeschäft hat nicht den Einfluss auf die Wirtschaft und die Politik.

    • Er erwähnt z.B. oft Mondragon, was in Spanien sehr groß ist. Natürlich kann man dann wieder kritisieren, dass das Prinzip bei dieser Größe damit ad absurdum geführt wird – ist aber zumindest ein Beweis, dass das nicht nur irgendein absurdes Hirngespinst ist und tatsächlich machbar ist.

      Die Frage ist natürlich, wie man große Industriebetriebe in solche Working Coops „transformiert“. Meistens geht das ja aus meiner Sicht nur, wenn es entweder von Grund auf im Kleinen neugegründet wird – oder wenn sich in der Krise (kurz vor der Insolvenz) niemand außer der Belegschaft bereitfindet, in eine Firma zu investieren. (Und ob dann alle Probleme gelöst wären, ist natürlich auch noch zu bezweifeln – schon aus ökologischer Perspektive.)

      Sehr interessant finde ich übrigens Wolffs Ansatz, dass nicht „nur“ die Eigentumsverhältnisse und Entscheidungsprozesse geändert werden müssen, sondern auch die Aufteilung der täglichen Arbeit. Wenn nach wie vor die Trennung white/blue collar besteht, bildet sich ziemlich schnell wieder eine de-facto-Hierarchie heraus, in der z.B. die Controller über die „mit-der-Hand-am-Arm“-arbeitenden Kollegen bestimmen.

    • Alles richtig.
      Die Frage ist, wo kann ich den Monopolen das Wasser abgraben.
      Das da dann Widerstand kommt – davon gehe ich aus.
      Vielleicht sollte man mal eine Genossenschaftliche Versicherungsgesellschaft gründen?

    • Was ich einfach immer nur lustig finden kann, wenn solch Marxistisches Wunchdenken einer Welrt aufgestülpt werden soll, die mit der Welt von Marx und Engeles nichts mehr zu tun.

      Eigentlich müsste doch jedem ein wenig an solchen Themen Interessierten aufgefallen sein, dass die „Proletarier“ aller Länder mittlerweile etliches mehr als nur ihre Ketten zu verlieren haben und keine Probleme damit haben, die Wahl zwischen Merkel und Schulz für Demokratie zu halten.

      Und was „Arbeitnehmergenossenschaften“ , so nennt man solche Leute heutzutage doch eigentlich Anteilseigner, oder? Und da ja das Sein bekanntlich das Bewusstsein bestimmt, haben solche „Änderungen“ nun mal auch folgen.

    • Die so genannten Anteilseigner sind aber nicht die Arbeiter, sondern die, die das Kapital „bereitstellen“.

      Die Wahl zwischen Merkel und Schulz für Demokratie zu halten, ist Sache von „Erziehung und Bildung“.
      Die Ketten sind für die Masse unsichtbar – uns geht es gut.
      Arbeit, Konsum und der Urlaub bestimmen unser denken.
      Das man auch das verlieren kann, versucht man mehr oder weniger zu verdrängen.
      Wenn man sich unser Bildungssystem + die MSM anschaut, ist das doch kein Wunder.
      Die Denkschablonen sind tief eingebrannt.
      So kommt erst gar nicht der Wunsch auf, andere Sichtweisen zu ergründen.
      Man ist halt mit sich selbst beschäftigt und wie man am besten mit den Umständen zurecht kommt.
      Alles nicht sehr lustig.

    • Ich befürchte nur, dass angesichts der banalen Realität, in der die Habgier zum einzig verbliebenen Wert der Massen geworden ist, dass sich so eine Alternative, die ja Mehrheitsfähig sein müsste, nicht finden lassen wird.

    • Obwohl er prinzipiell in fast allem Recht hat, fielen mir schon auch ein paar Dinge auf, die nur Leute sagen können, die es mit der Realität von 2017 nicht so haben und lieber den Oberlehrer geben. Eine Versuchung der man angesichts der „Qualität“ so mancher gestellten Frage schwer widerstehen kann…
      Ich kann mich daran erinnern, dass mir die erste Hälfte gut gefallen hatte, aber dann ging ich mehr und mehr zum Kopfschütteln über… Ich weiss aber noch, dass ich gerade an dem Morgen ein längeres Gespräch mit Herbert Mercuse gehört hat. Da fällt einem natürlich schon auf, dass es solche Leute seit Jahrzehnten nicht mehr gibt.

  3. Endlich! Endlich!! Ist Prof. Richard D. Wolff auch hier bei KenFM gelandet.
    Ich wollte schon vor über einem Jahr KenFM auf ihn hinweisen, bekam aber keinen Kontakt hin.
    In manchen Kommentaren habe ich den Hinweis dann untergebracht. Habe aber so gut wie keine Resonanz gefunden.
    Besser spät als gar nicht.

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