KenFM im Gespräch mit: Robert Fitzthum („China verstehen“)

China, 22.117 km Außengrenze, Atommacht und ein Staat mit ungefähr 1,4 Milliarden Menschen. Ein Land, so groß, vielseitig, progressiv und gegensätzlich, dass man es unmöglich in einem Menschenleben erfassen kann – geschweige denn in einem einzigen Interview. Versuchen kann man es trotzdem. Vor allem, wenn man einen Gesprächspartner vor sich hat, der seit Jahren in China lebt und Vollkontakt zur Bevölkerung hat.

Robert Fitzthum studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und ist Beobachter der innen- und außenpolitischen Entwicklungen Chinas.

Im Gespräch mit KenFM beschreibt er nicht nur Chinas Status als Weltmacht, sondern auch seine wirtschaftlichen Interessen in anderen Ländern. Ein Kernthema hierbei ist die neue Seidenstraße, die von westlichen Industrien und Politikern weitestgehend ignoriert wird. Diese riesige, wirtschaftliche Verbindung birgt ein enormes Potenzial, um die Weltwirtschaft grundlegend zu verändern. „Made in China“ ist nicht mehr nur ein Symbol für billig gemachtes Handwerk – längst hat der technologische Fortschritt viele westliche Länder um Längen überholt.

Schon allein die nackten Zahlen beeindrucken: Wenn auf dem europäischen Markt mit „peanuts“ gehandelt werden würde, müsste man die Güter, die über die neue Seidenstraße kommen werden, wohl allein aufgrund der Menge als riesige Erdnussplantagen bezeichnen.

Die EU jedoch beteiligt sich an diesem Großprojekt nicht und möchte das sogar anderen Nicht-EU-Mitgliedern untersagen. Das ist Kapitalismus „at its best“: Denn gut ist nach EU-Denke nur, wenn sich der eigene Säckel füllt und niemals der der anderen. Dass diese Rechnung in einer globalisierten, multipolaren Welt nicht aufgeht und sogar der eigenen Bevölkerung schadet, sollte eigentlich jedem klar sein. Dennoch wird weiter am Prinzip der Konkurrenz festgehalten, statt sich zu vernetzen und zu organisieren.

Was hätten wir wohl für eine Welt, in der alle Länder zusammenarbeiten würden, jedes sein eigenes Potenzial zu 100 % ausschöpfen und technologischer Fortschritt mittels Teamwork und Austausch befruchtend wirken würde? Vielleicht eine Welt ohne Mangel, Hunger und Gewalt? Träumen wir uns 111 Minuten ins Reich der Mitte und versuchen wir auch China zu verstehen.

Inhaltsübersicht:

0:04:06 Ein Buch über China

0:12:45 Soziale, wirtschaftliche und innenpolitische Stimmung in China

0:21:31 Alltagssituationen

0:29:32 Die neue und die alte Seidenstraße

0:38:40 Glück, Konfuzius und Alibaba

0:53:37 Geschäfte auf dem afrikanischen Kontinent

1:04:39 Inselstreit und Seerecht

1:14:07 China in seiner Entwicklung stören

1:39:00 China verstehen, Zusammenarbeit stärken

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33 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Robert Fitzthum („China verstehen“)

  1. Das Buch, dass nur eine Seite der Medaille so auffällig beschreibt, ist nicht lesenswert. Es könnte von einem chinesischen Troll stammen. Das Buch ist kein Buch das informiert, sondern eine heuchlerische falsche Darstellung von China und ihrer mafiösen Führungselite. Es ist reine tiefrote kommunistische Propaganda. Dieses „Propagandaheft vom roten Fitzthum“ ist meines Erachtens nicht Wert gelesen zu werden. Der Autor mag sich für ein kommunistisch fragwürdiges System entschieden haben, dass muss er aber mit sich selbst ausmachen. Vergessen werden die aktuellen „Konzentrations- und Umerziehungslager“ in China, an der Führungelite klebt viel Blut und Leid. Man erkennt an den erbitterten Hong Kong Protesten, wie schön es doch auf Festland-China sein muss. Fitzthum ist ein Lügner, er schreibt in seiner Vita, dass er in verschiedenen österreichischen Banken Personalchef gewesen wäre, was überhaupt nicht stimmt. Das Buch vom Schmähbruder wäre nur gut in meinem Ofen.

  2. Ach wie blind und undankbar sind doch die zahlreichen tibetischen Mönche, die sich einfach so aus Protest selbst verbrennen anstatt den wirtschaftlichen Aufschwung durch die Chinesen zu genießen?

    Aber danke für den Überblick über die „Wahrheitssicht“ der chinesischen Propaganda.

    5800 von 6000 Tempeln wurden durch die Chinesen zerstört und die ehemals heimische Kultur verbannt. So zumindest Mathieu Ricard, ein Mensch der neben der rein materiellen Sichtweise auch noch zur Wahrnehmung höherer Dimensionen in der Lage ist und seit über 50 Jahren in der Region lebt. Hier ein m.E. äußerst gelungenes Interview mit ihm: https://www.youtube.com/watch?v=CGlHR9hcb5A

    Aber es geht Ihnen ja jetzt wirtschaftlich besser.
    Dieser Argumentation zufolge sollten also auch die Paläsinenser froh seien, dass ihr Land endlich von den weitaus forschrittlicheren Juden besetzt wurde? In Jerusalem finden sich Anhänger diverser Religionen wieder. Geniale jüdische Ingenieure haben die Negevwüste begrünt. Etwas vergleichbares kann wohl keines dieser rückständigen arabischen Länder von sich behaupten. Es sollten also noch mehr von unserem Standpunkt aus zurückgebliebene Kulturen vernichtet werden und die Landstriche dann endlich dem technischen Fortschritt näher gebracht werden??? (Liebe Araber, entschuldigt bitte meinen zur Veranschaulichung verwendeten grotesken Zynismus.)

    Ich denke, die Analogie ist mehr als deutlich und zutreffend. Aus Gruselgeschichten der Siegermächte über vermeintlich damals von den nativen Kulturen begangene Frevel und Unsitten sollte sich ein umsichtiger Mensch nicht ausschließlich seine Meinung bilden. Es könnte sein, dass dies nur eine gewollte Entmenschlichung des strategischen Ziels à la Vietnamesen = Termiten ist, und die Zufügung unbeschreiblichen Leidens an Teilen der Menschheitsfamilie rechtfertigen soll.

    Die Unterstellung der Vergewaltigung durch tibetische Möche ist dann auch die auf ernormer Ignoranz beruhende größte Frechheit. Für den westlich-animalistich-darwinistischen Geist ist es schwer vorstellbar, das die männliche sexuelle Energie noch für andere Sachen benutzt werden kann als seine Mitmenschen zur Not auch gegen deren Willen damit vollzupumpen. Selbst der breiten Masse in der Kirche ist nicht bewusst, woher ihr Zölibat stammt.
    Mit einer an hundert Prozent grenzenden Wahrscheinlichkeit ist der Dalai Lama noch immer Jungfrau und bereut dies zu keiner Sekunde seines Lebens. Wer wissen möchte warum kann sich gerne mit Karl Gustav Jung beschäftigen und auch versuchen „Das Geheimnis der goldenen Blüte“ zu verstehen. [http://www.zeno.org/Lesesaal/N/9781484098288?page=0]

    Bloß weil wir eine Kultur nicht verstehen und sie nicht hundertprozentig der unsrigen entspricht, ist das kein Grund für dessen Vernichtung und nächträgliche Schmähung.

    Öffne Dein Herzen und wach auf!

    • Sehr gut Anton, das sehe ich ganz genauso.

      Ich erinnere mich noch schmerzlich an eine Reportage über das damals noch nicht lang besetzte Tibet,
      in der man permanent grölende Megaphone (Lautsprecher) an Masten überall in den Straßen sah; über die die chinesische Propaganda verbreitet wurde, egal, ob das jemand hören wollte, oder nicht.
      Ein Mönch sagte damals, daß die Chinesen ihnen als Letztes jetzt auch noch die Stille gestohlen hätten. Man war dieser Dauerbeschallung wehrlos ausgesetzt, und man versuche sich in einen Mönch hineinzuversetzen, der sich vom Leben zurückgezogen hatte, um nach Innen und in die Stille einzutauchen, so tief es eben geht.
      Und dann diese materialistischen Krawallmacher.
      Eine Tortur für diese feinen, offenen Menschen.

      Eine Interpretation aus spiritueller Sicht wird gewiß ganz anders ausfallen, als die materialistische, die in
      diesem Interview vorgetragen wird.

  3. Das größte Problem, warum China im Westen nicht verstanden wird, ist (zumindest bei uns, aber gewiss auch in den USA und allen anderen entsprechenden Ländern) die Tatsache, dass uns in den Schulen absolut nichts über China beigebracht wird. Wobei… wer weiß, ob das nicht sogar besser ist als die Vermittlung eines verlogenen Weltbilds. Aber es ist ja völlig offensichtlich, dass China in seiner ca. 5.000-jährigen Geschichte zu keinem Zeitpunkt eine globale Vormachtsstellung angestrebt hat. Wenn wir die Geschichte der Europäer und sogar in komprimierter Form der USA betrachten, bekommen wir ein völlig anderes Bild. Spanier, Briten, Franzosen, aber auch Niederländer, Belgier, Schweden – da erkennen wir eine Mentalität, die mit der chinesischen völlig unvergleichbar ist.

    Und aufgrund dieser Unkenntnis bei den meisten Menschen und der damit verbundenen Unfähigkeit, die Zusammenhänge und die zu erwartenden Konsequenzen zu erkennen, kann uns dann immer und immer wieder die Mär von einer chinesischen „Aggression“ oder dem chinesischen „Streben nach der Weltmacht“ aufgebunden werden – weiter entfernt von der Realität könnte das gar nicht sein.

    Und so kommt es, dass man sogar immer wieder betonen muss, dass z.B. Chinas Aktivitäten in Afrika nicht vollkommen uneigennützig seien. Ja Herrgott – das ist doch selbstverständlich! Welcher Mensch mit einem auch nur rudimentär entwickelten Verstand käme denn auf die Idee, dass die dort Abermilliarden investieren, nur weil sie die Afrikaner so lieb haben, dass sie davon aber keinerlei Nutzen erwarten würden?

    Im Interview, für das ich mich auch sehr bedanken möchte, klingt ab und zu an, dass in China – trotz des angeblichen „Turbokapitalismus“ (ich kann nur an jeden immer und immer wieder appellieren, nichts, aber auch gar nichts, was unser Mainstream über China schreibt, für voll zu nehmen, es ist so gut wie alles unwahr) immer noch eine Form des Zusammenlebens existiert, die unsere Gesellschaft längst abgestreift hat. Vor 25 Jahren erzählten mir Leute, die in der DDR aufgewachsen waren, dass der westliche Individualismus eine große und schwierige Herausforderung für sie sei, und dass sie nicht verstehen könnten, was wir daran so attraktiv fänden. Ich sagte ihnen dann, dass es keineswegs alle als attraktiv empfänden, dass wir aber aufgrund der Verhältnisse oft gar keine andere Möglichkeit mehr hätten. Nur innerhalb von (Groß-)Familien könne man sowas aufrecht erhalten, was aber vermutlich immer weniger geschieht. In China, wo ich oft war (und immer wieder sehr gerne hinreise), findet gerade in ländlicheren Gegenden einen starken Kontrast dazu.

    Es stimmt auch, was Fitzthum sagt: Zwischenmenschliche Probleme werden selbst dann, wenn die Behörden involviert sind, zumeist wesentlich unbürokratischer erledigt. Das alles muss man natürlich wissen, wenn man Punktesysteme etc. bewerten will. Ich kann dazu ansonsten auch nichts Wesentliches beitragen, da erst die Zukunft zeigen wird, wie das alles zu beurteilen ist, aber die westliche Propaganda dagegen war natürlich zu erwarten. Bei uns selbst werden immer mehr Bürgerrechte abgebaut, schon seit Jahrzehnten, aber darüber wird medial kein großes Aufsehen veranstaltet – China und Russland liegen uns anscheinend näher als unser eigenes Land, jedenfalls könnte man z.B. auf der Tagesschau-Homepage jeden Tag diesen Eindruck bekommen.

    Wichtig sind die Erläuterungen zu Tibet. Hier hat die Propaganda besonders „gute“ Arbeit geleistet, indem sie die brutalen tibetischen Theokraten in bisher unbekannter Weise idealisiert hat.

    Ich kann gut nachvollziehen, dass Fitzthum sich nicht nach Europa sehnt. Ich selbst habe den Schritt, ganz nach China zu ziehen, zwar nie vollzogen (die Möglichkeit hätte ich gehabt), aber es gibt inzwischen vieles, was mir dort besser gefällt. Übrigens fühlt man sich in China sehr sicher. Gegen Europäer haben die Chinesen eher geringe Vorurteile, umgekehrt ist es wesentlich stärker und bei uns gibt es immer noch viele völlig schwachsinnige Klischees. Insbesondere die Deutschen werden in China nach wie vor stark bewundert. Deutschland heißt übersetzt „das Land der Tugend“ – kein Zufall. Wenn die wüssten, wie negativ sie bei uns dargestellt werden, würden sie uns vielleicht umbenennen…

    Zu den Links, die hier schon genannt wurden, möchte ich unbedingt noch CGTN nennen – Chinese Global Television Network. Es gibt einen englischsprachigen Sender, der über Astra zu empfangen ist. Ja, das ist Staats-TV, und dieses bringt uns die Sicht des chinesischen Staats näher. Zum Beispiel wird heute die Frage gestellt, warum es bei den Protesten in Hongkong so viel US-Einfluss gibt, bis hin zu US-Flaggen. Die chinesische Regierung verlangt Antworten von Washington. Bei z.B. der Tagesschau, die insbesondere auf ihrer Website fast täglich nicht etwa über Proteste gegen Ramstein, aber solche in Hongkong und Moskau berichtet, hat man diese Sicht noch nie gehört. Das ist ja typisch, aber hier ist der Blick in den „Feindsender“ genau so wichtig wie im Falle Russlands. Wer also gut genug Englisch versteht, sollte da ab und zu reinschauen. Um sich dann aus allen Infos und Desinfos eine eigene Meinung zu bilden.

    Auf der Website von CGTN ist übrigens momentan folgendes zu lesen:

    „CGTN’s digital content is temporarily unavailable in certain EU countries.
    Our TV channels are broadcasting as usual. The pause in service is not due to technical errors.
    We are sorting out the details to continue providing news about China and the world.“

    Das ist neu. Zu den „certain EU-cpountries“ gehören natürlich wir, wer hätte es gedacht. Ich habe mal per DotVPN mit IP-Adressen aus Holland und Frankreich getestet, geht auch nicht. Eine aus den USA aber hat funktioniert… So viel dazu.

    Offenbar läuft hier irgendwas in Sachen Zensur. Aber den Chinesen vorwerfen, sie würden westliche Websites sperren… Jeder kann ja mal selber die Inhalte von ARD, n-tv, CNN etc. mit denen von CGTN vergleichen und dann beurteilen, wer sachlicher und mit weniger Propaganda berichtet. Negative Berichte über Deutschland oder die USA, und das gar in Dauerschleife, habe ich bei CGTN noch nie erlebt. Umgekehrt wird es immer schlimmer, und weil das meiste über China in den westlichen Medien schlicht gelogen ist, wären Sperrungen solcher Medien durchaus begründet. Die Begründung für die Sperrung chinesischer Medien möchte ich gerne mal hören. Ich will hier nicht einseitig argumentieren und drücke mich daher vorsichtig aus, so lange nicht alle Fakten bekannt sind. Jedenfalls wird hier eine der ganz wenigen Möglichkeiten gesperrt, die chinesische Sicht der Dinge zu erfahren.

    • Dazu kommt die europäische Denkweise, dass wirtschaftliche oder militärische Macht immer missbraucht werden müsse, um andere zu unterdrücken.
      Was aber, wenn Chinesen anders denken als Europäer? 🙂

      (bzw. ist diese Denkweise heute in Nordamerika dominierender als in Europa, aber das sind ja ehemals ausgewanderte Europäer, also deswegen kurz „europäische Denkweise“)

    • Besten Dank für diese wichtigen Hinweise.
      Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass hier Zensur herrschen würde…..tja, naiv wie man ist.

      Um China, und Chinesen zu verstehen, zumindest den „gebildeten“ Teil, Poltiker (soll es auch geben), Wirtschaftler, Akademiker, Wissenschaftler sollte man ein gewisses Verständnis für Spiritualität und – ich wage es fast nicht dieses Wort hier hinzuschreiben – Weisheit haben.
      In dieser alten Kultur haben Männer (und Frauen?) von ungeheurer Weisheit gewirkt. Ich habe von Laotse sein „Tao te King“ wieder einmal seit einiger Zeit auf meinem Tisch liegen. Sich in diese Welt der Gedanken, Sichtweisen und Erkentnisse hineinzufühlen, zu spüren, sich tragen zu lassen ist unserer westlichen vom Materialismus diktierten „Kultur“ einfach ganz fremd.
      Diese Qualität ist im Interview nicht angesprochen worden, vielleicht kommt sie nicht im Buch zu tragen. Man sollte aber davon wissen…

  4. BEIJING,July 24 (Xinhua) —
    Das Informationsbüro des Staatsrates der Volksrepublik China veröffentlichte am Mittwoch ein Weißbuch mit dem Titel „Chinas nationale Verteidigung in der neuen Ära“.
    Das sozialistische System Chinas, trifft die strategische Entscheidung, den Weg der friedlichen Entwicklung zu beschreiten,
    die unabhängige Außenpolitik des Friedens und die besten kulturellen Traditionen – Frieden und Harmonie als Grundpfeiler – bestimmen, dass China eine nationale Verteidigungspolitik betreiben wird, die in der Natur defensiv ist.
    link zu Download als MS.W-file.
    http://www.xinhuanet.com/english/2019-07/24/c_138253389.htm

  5. Ein sehr zahnloses Interview. Wirkt fast wie ein Schaulaufen für den Chinesischen Staat. Wir wissen das die amerikanische Regierung und deren Hinterleute aktuell den größten Unfug auf diesem Planeten anrichten, aber die klammheimliche Schadenfreude, welche oft durchschimmert, das die Chinesen den Amerikanern früher oder später den Rang ablaufen werdern halte ich für pubertär. Wer glaubt den ernsthaft, das der erwachende Riese China, wenn er erst einmal seine volle Macht entfaltet hat, diese gerechter, humanitärer, friedlicher, umweltfreundlicher etc. einsetzt als jetzt die USA????? Insbesondere dann, wenn irgendeine andere Nation in der Zukunft diese Macht wieder in Frage stellt…?!
    Ich hätte mir gewünscht Herrn Fitzthum mit den Thesen von Dirk Müller zum Thema China zu konfrontieren, mich hätte seine Meinung zu den nach wie vor weltweit meisten vollstreckten Todesstrafen interessiert.
    Sicher haben wir hier ein Zerrbild zu China in unseren Medien – aber das klang mir dann doch alles viel zu hübsch und rosig.

    • Hättest du richtig zugehört, wäre dir womöglich aufgefallen, dass genau das nicht erwartet wird, dass nämlich China den USA „den Rang ablaufen“ wird. Weil China das überhaupt nicht will und auch nur könnte, wenn es versuchen würde, das auch auf militärischer Ebene zu tun. Das wird nicht passieren. China will nicht Weltmacht spielen. Wer das nicht versteht, versteht China (immer noch) nicht.

      Die Thesen von Dirk Müller zu diesem Thema sind leider unsinnig. Ich meine, ich hätte das hier schon einmal thematisiert, bei einem anderen Artikel. Müller versteht China auch nicht und argumentiert außerdem völlig faktenfrei, Wer China verstehen will, sollte vielleicht zuerst das Prinzip verstehen, nachdem man nicht das Gesicht verlieren darf. Das gilt für sich selbst wie für das Gegenüber. Das ist eine völlig konträre Einstellung zum westlichen Egoismus. Vielleicht muss man das selbst erleben – ich kann nur dazu raten, China zu besuchen, aber nicht nur zum Sightseeing, sondern um unter die Menschen zu gehen. Danach wird sich einiges verschoben haben und insbesondere wird diese irrationale Angst weg sein, China würde Macht auf uns ausüben wollen. China wird uns seine Gesellschaftsordnung nicht aufzwingen. In China glaubt man, dass wir diese von selber annehmen werden, wenn wir sie als besser erkennen. Wenn wir sie aber nicht als besser erkennen oder gar als schlechter, dann lassen wir es bleiben, und es wird überhaupt nichts passieren.

    • „Wer glaubt den ernsthaft, das der erwachende Riese China, wenn er erst einmal seine volle Macht entfaltet hat, diese gerechter, humanitärer, friedlicher, umweltfreundlicher etc. einsetzt als jetzt die USA????? “

      Ich.
      „Umweltfreundlicher“ müsste rausgenommen werden (obwohl weniger AKWs und wesentlich weniger Atomsprengköpfe, also selbst da…), aber „gerechter, humanitärer, friedlicher“ auf jeden Fall.

      Wer innerhalb von 100 Jahren verglühen will, der mag heutzutage das nächste Imperium nach den USA werden wollen.
      Das Mongolische Reich kam und ging, heute ist die Mongolei ein nettes kleines Land.
      Alexander der Große dehnte Griechenland kurz weit aus, heute ist Griechenland ein nettes kleines Land.
      Das Römische Reich kam und ging, heute stehen im Rom etliche Denkmäler, Tourismus brummt und Italien ist ein nettes kleines Land.
      Portugal und Spanien und Frankreich und Großbritannien hatten Kolonialreiche und sind heute nette kleine Länder, bis auf die komische Insel, wo sie zur Zeit echt spinnen.
      Zwischendurch wollte Deutschland zwei Mal auch Imperium werden, heute ist Deutschland ein mehr oder minder nettes kleines Land; ökonomisch heute stärker als andere, die wirklich irgendwann mal Imperium waren (nicht nur auch mal wollten).
      UdSSR und Warschauer Pakt könnte man auch zu Imperien zählen; Russland hatte 20 Jahre gebraucht, sich zu konsolidieren; in etlichen ehemaligen Sowjetrepubliken und ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten sieht es noch heute ökonomisch düster aus.
      USA ist je nach Betrachtung seit dem Ersten oder seit dem Zweiten Weltkrieg Imperium und seit 2011 kann sich das Imperium nicht mehr wie gewohnt durchsetzten (Syrien).
      Imperien kommen und gehen, haben mittendrin eine schöne Glanzzeit, aber nach dem Untergang als Imperium bleibt wenig davon übrig.
      China hat all die Imperien besser oder schlechter überstanden, China gibt es von den Mongolen bis zu den Briten die ganzen 3000 Jahre.
      Da ist die logische Schlussfolgerung, stabil genug zu sein Imperien besser zu überstehen und zu vermeiden selber Imperium zu werden, um nicht zu verglühen wie alle Imperien.

    • Auch dieser Kommentar ist sinnfrei. Der chinesische Staat hat nirgendwo mehr investiert als in die Bekämpfung des Hungers. Die diesbezüglichen Fortschritte sind kaum in Worte zu fassen. Leider findet das im Westen so gut wie keine Anerkennung, es findet ja kaum Erwähnung. China soll eben für alle Menschen schön werden – ob das gelingt, ist eine andere Frage, aber im Gegensatz zum Westen wird für diejenigen ohne oder mit nur wenig Geld Elementares geleistet. Wir können noch gar nicht einschätzen, was dann folgen wird, wenn dieses erste Ziel – bald – erreicht sein wird. Womöglich kommt dann der zweite Schritt, warten wir es ab.

  6. Beim Thema „Straße von Makala“ sieht man gut, wie weit die transatlantischen Intriganten der Tagespolitik im Voraus sind.
    Natürlich muss China eine Alternative zur Meerenge von Makala entwickeln, um mit sicheren Handelswegen zu planen. Haben sie auch – z.B. mit dem Landweg über Myarmar und Meerhafen, was enorm an Zeit und zum Vorteil von beiden Ländern führen wird.
    Und siehe da, genau da werden die „muslimischen Rohingas“ verfolgt, gefoltert, vertrieben und die Kameras laufen mit.
    Die Intriganten und ihre medialen Hofschranzen sind mit ihren Planungen also mindestens 10 Jahre im voraus um das durchzuziehen. Heute ist es Hongkong, Moskau, nicht aber Paris.

  7. Vielen herzlichen Dank für das interessante, aber auch spannende Gespräch!
    Es ist halt leider in unseren Medien festzustellen, dass seit längerer Zeit schon ganz massiv Russland angegangen wird, aber jetzt leider auch immer mehr China zur Zielscheibe für Negativ-Propaganda wird….wahrscheinlich hat der „Papa“ bzw. der „Chef“ bzw. das Imperium grünes Licht dazu gegeben. Und die braven gehorsamen Kids (Politiker und Medien) folgen selbstverständlich, wie könnte das in Deutschland auch anders sein – sonst könnte man/frau doch die nächste Karriereleitersprosse verfehlen…..mir bleibt irgendwie nur noch Sarkasmus oder eine Kotzschüssel, um dies zu ertragen!
    Und um genau da gegen zu arbeiten, ist dies Buch sehr wichtig – danke Herr Fitzthum! Ich freue mich schon darauf! Hoffentlich stellt Ken es zu den Buchkomplizen!

  8. Das richtige Leben, ich weiß nicht ob es das überhaupt gibt. Es geht vielmehr um eine europ. Gestaltungsaufgabe.

    In China besteht eine Gesellschaftsform, die kann erschauerdern, erstaunen und hoffnungdfroh stimmen. Die Stärken von China sind uns unheimlich und fremd. Ich denke da an das ewige Lächeln und der Höflichkeitsedikette, dass auch verunsichern kann, denn uns bleibt wie was eingeschätzt wird zu großen Teilen verschlossen. Auch der Ergeiz für Chinas gemeinsame große Herausforderung mit der Fähigkeit der Anpassung verursacht bei uns die Angst vor Täuschung. Chinesiche Verhaltensmuster verdecken die dahinterstehende Individualität.

    Der Vergleich beider Großmächte von USA und China fällt sehr unterschiedlich aus. Während die USA von außen (Kontrolle) die Welt in ihrem Sinne beherrschen will, so glaube ich zu erkennen, dass China den Menschen von innen (freiwillige Anpassung) für eigene interessen nutzen möchte. Gewiss gibt es auch gegensätzliche Beispiele, aber als Grundstimmung könnte diese Betrachtung stimmig sein. In den USA wird alle Macht über das Geld geregelt, währen in China z.B. durch die Einführung eines Punktesystems das Verhalten bestimmt werden soll. Es lohnt sich unter diesen Aspekt beide Großmächte anzuschauen.

    In Europa, also Westeuropa, Mitteleuropa und Osteuropa sind diese o.g. Gegensätze auch vorhanden, vieleicht nicht so ausgeprägt. Insbesondere Mitteleuropa hat die Fähigkeit mit diesen Gegensätzen umzugehen, aber leider besteht eine innere und äußere Umklammerung aus der Mitteleuropa sich nicht lösen kann. Die eigene Kraft erkennen und diese im Dienste der Welt als Ausgleich einzusetzen. Diese Kraft besteht darin, Individualität und Gemeinschaft in gleicher Weise anzuerkennen, doch davon ist Europa Meilenweit entfert. Europa als Erfüllungsgehilfe für die Interessen der USA bzw. als ein kommunistisches Bevormundungdessystem nach chinesischen Modell macht Europa zum (geistigen) Kampfplatz.

    • ….. Vielleicht wäre noch anzumerken, dass die Gegensatzkräfte USA und China auch als Ergänzung im Sinne von zwei Seiten einer Medaile wahrgenommen werden können. Dieser gedankliche Zusammenschluss wäre für Europa die Auflösung eigener Geschichts-Individualität, wenn das Finanzkapital zweier Supermächte in oben beschriebener Weise einerseits durch Vereinnahmung des Rechts und anderseits durch Vereinnahmung der Kultur wirkt.

      Europa muss seine Aufgabe finden, damit die globale Welt nicht in Nützlichkeit erstickt.

  9. Interessantes Gespräch!
    Zum Thema Sozialkredit, Punktesystem etc. wird bei uns ja viel gestritten, weil es unserer Denkweise ziemlich widerspricht. Hierzu gibt es auf Weltnetz-TV einen erhellenden Vortrag von Frau Madeleine Genzsch:
    https://weltnetz.tv/video/1886-das-neue-social-scoring-system-china
    Dort wird vor allem deutlich, dass es DAS Sozialkreditsystem noch nicht gibt, sondern 40 verschiedene Versuchsprojekte, wo Wege ausprobiert, verworfen oder laufend verändert werden. Ziel ist nicht bloß den einzelnen Bürger zu sozialverträglichem Verhalten zu bewegen, sondern vor allem auch Firmen, Behörden und Leitungen der verschiedenen Gebietskörperschaften. Deswegen bewertet die Bevölkerung die Versuche um dieses Sozialkreditsystem zu 80% positiv.

    • Zuckerbrot und Peitsche, anwendbar natürlich nur durch Totalüberwachung.

      An anderer Stelle ist man da sehr viel kritischer. Was Zensur betrifft. Auch was den Mangel an demokratischer Legitimation betrifft. Auch was zugehörige „Erhebungen,“ also Statistiken betrifft.

      Nun denn, „Das Hemd ist mir näher als der Rock.“
      (Meine eigenen aktuellen Interessen sind mir wichtiger als alles andere. Rock meint das Jacket, nicht den Damenrock. Neuerdings auch mit Hose im Umlauf.)

      Soll heißen die bürgerlichen Interessen sind doch meist Interessen der Sicherheit, auch vor allem des eigenen Status und Geschäftsinteressen.

      Und wir öffnen die Blende ein wenig:

      Wie bei den meisten Gütern, die blinken, glänzen oder aus Plastik sind, gilt heute auch in der Vaporizer-Industrie China, vor allem die Industriemetropole Shenzhen, als führender Produktionsstandort. Dort geht es anders zu als auf dem Berliner Badeschiff. Ein wenig erinnern die Beschreibungen an die Gründerzeit des Kapitalismus im Europa des 19. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren wuchs Shenzhen von 30.000 auf rund 13 Millionen Einwohner, viele davon aus den ländlichen Gegenden in die Stadt gespülte Proletarier, die in der Sonderwirtschaftszone für den Export – häufig in die Staaten des Westen – produzieren. Niedrige Löhne, sechs bis sieben Tage die Woche Arbeit, überlange Schichten, ärmliche Wohnverhältnisse prägen die soziale Lage großer Teile der etwa 810 Millionen Proletarier im Land.¹ Es sind diese Arbeiterinnen und Arbeiter, die auch die hübschen Vaporizer zusammenschrauben, mit denen man sich am Rand des Badeschiffs ein bisschen Weed gönnt.

      Nun mögen einem Vaporizer egal sein. Mir jedenfalls. Aber es lässt sich Profit mit ihnen machen. Und was für die unnötigen Dampfinstrumente gilt, gilt für eine breite Palette jener Güter, die in den entwickelten imperialistischen Nationen verbraucht werden: Klamotten aus Bangladesch, Elektronik aus China, »exotische« Nahrungsmittel aus Afrika. Sie werden entlang der globalen Produktionsketten hergestellt, meistens von Arbeitern irgendwo im globalen Süden. Am Ende landen sie zur Konsumption in den Kernländern des kapitalistischen Weltsystems.
      (…)
      Das ist zunächst einmal aus der eigenen Lebenswelt nicht schwer nachzuvollziehen, selbst, wenn man nicht zu den oberen Zehntausend gehört. Der Computer, auf dem ich diesen Text schreibe, ist aus China; das in ihm verarbeitete Coltanerz aus dem Kongo. Das T-Shirt, das ich trage, könnte sowohl aus Tunesien als auch aus der Türkei oder Indien kommen. Der Kaffee stammt aus Lateinamerika, die Cashewkerne daneben am Tisch aus Vietnam. Wenn ich gleich aufstehe, um in den Supermarkt zu gehen und den Wocheneinkauf für meine im Durchschnitt auf Hartz-IV-Niveau lebende Wohngemeinschaft zu machen, werde ich von Arbeitssklaven in Spanien produzierte Tomaten, Oliven aus Griechenland und – weil Anfang des Monats ist – eine Packung Schrimps aus jenen Aquakulturen erwerben, für die in Thailand schon 50 Prozent des Mangrovenwaldbestandes gerodet wurden.

      Ulrich Brand schreibt dazu: »Eine Lebensweise, die auf derartigen Voraussetzungen beruht und immer auch die Produktionsweise einschließt, ist imperial. Das alltägliche Leben in den kapitalistischen Zentren wird wesentlich durch die Gestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse und der Naturverhältnisse andernorts ermöglicht. Das geschieht durch den im Prinzip unbegrenzten Zugriff auf das Arbeitsvermögen, die natürlichen Ressourcen und Senken im globalen Maßstab.«⁴
      (…)
      Die Taktik des Opportunismus ist der »Reformismus«, wie Lenin ausführt. Aus einer revolutionären Perspektive sind Reformen kein Selbstzweck – der Kampf um sie ist dem Zweck der Erhöhung des Organisationsgrades der Klasse untergeordnet, um den »Kampf gegen die Lohnsklaverei noch hartnäckiger fortzusetzen«. Der Reformismus dagegen verkauft die Reformen als Verbesserung des Lebens im Kapitalismus, den man ohne revolutionären Bruch zum Wohle aller umgestalten könne. Er ist das Mittel, »die Arbeiter mit Hilfe von Almosen zu spalten, sie zu täuschen, vom Klassenkampf abzulenken«.¹⁰

      Das hatte schon um die Wende zum 20. Jahrhundert eine immense Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Machtverhältnisse, denn selbst damals, so konstatiert Lenin, sei die bürgerliche Demokratie schon so entwickelt gewesen, dass die Massen nicht mehr geführt werden können ohne ein »weitverzweigtes, systematisch angewandtes, solide ausgerüstetes System von Schmeichelei, Lüge, Gaunerei, das mit populären Modeschlagworten jongliert, den Arbeitern alles mögliche, beliebige Reformen und beliebige Wohltaten verspricht – wenn diese nur auf den revolutionären Kampf für den Sturz der Bourgeoisie verzichten«.¹¹

      Opportunismus heute

      Lenins Überlegungen mögen heute sprachlich barock anmuten. Sie sind gut hundert Jahre alt. Und dennoch haben sie bis heute viele Stärken. Der imperialismustheoretische Ansatz verhindert von vornherein jene Verengung auf den nationalstaatlichen Rahmen, die in der Weltsystemtheorie im Gefolge Immanuel Wallersteins und Samir Amins seit den 1970er Jahren so folgerichtig kritisiert wurde. Denn auch im Bereich der Klassenanalyse ist es im Zeitalter globaler Produktions- und Wertschöpfungsketten nicht besonders zielführend, etwa die soziale Situation der Arbeiterklasse in Deutschland getrennt von der der Weltarbeiterklasse zu betrachten.

      Opportunistische Parteien – die offen proimperialistische Sozialdemokratie sowieso, aber etwa auch Die Linke – formulieren ihre Programme auf ebendieser Grundlage. Da wird zwar auch davon geredet, dass es weltweit Kapitalismus, Krisen und Ausbeutung gibt. Aber das steht völlig unverbunden da, ohne jeden Bezug etwa zu den Thesen, die im Unterkapitel »Deutschland – eine Klassengesellschaft« des Programms von Die Linke formuliert werden. Dementsprechend wird den Lohnabhängigen auch nur noch attestiert, dass sie ein objektives Interesse daran haben, »ihre Einkommen, Arbeitsbedingungen und ihre soziale Absicherung durch betriebliche, tarifliche und gesetzliche Regelungen zu verbessern und so die kapitalistische Herrschaft und Ausbeutung zu beschränken« – nicht zu überwinden.¹² Die einzige Funktion, die eine solche Linke hat, ist die Verhandlung um die Verteilung der »Brocken« des Profits, den der Imperialismus abwirft.

      Aus: Ausgabe vom 26.07.2019, Seite 12 / Thema
      Weltarbeiterklasse
      Gespaltenes Weltproletariat
      »Imperiale Lebensweise«, Arbeiteraristokratie und Opportunismus. Ein Beitrag zur Debatte um eine »neue Klassenpolitik«
      Von Peter Schaber
      https://www.jungewelt.de/artikel/359506.weltarbeiterklasse-gespaltenes-weltproletariat.html

    • „In China ist Selbstmord die fünfte führende Todesursache, und (er) ist die führende Todesursache bei jungen Menschen. Es wird geschätzt, dass 287.000 Menschen oder einer alle zwei Minuten – jedes Jahr in China Selbstmord begehen. Zehn Mal so viele versuchen es, sind aber nicht erfolgreich, laut dem chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention.“

      https://www.epochtimes.de/china/china-politik/beaengstigend-hohe-selbstmordrate-von-jugendlichen-in-china-und-japan-a1175617.html

      ++

      Leistungsdruck; zwei rasende Influencer über China: https://youtu.be/N4SwJx4FC8I

    • @ Bernhard Meyer
      „Zum Thema Sozialkredit, Punktesystem etc. wird bei uns ja viel gestritten, weil es unserer Denkweise ziemlich widerspricht.“

      Können Sie zu einem Beispiel verlinken zu so einem Streit über das Punktesystem in Flensburg? 😀

    • @ Box
      Nach der Weimarer Republik kam Hitler, nach Lenin kam Stalin, die Schweizer haben derweil die Hehler gemacht, haben aber heute Demokratie.
      Da kann ich mir auch keinen abschließenden Reim drauf machen, aber so in etwa war es, angeblich 🙂
      Meiner Meinung nach ist es weniger eine Frage des wirtschaftlichen Systems, sondern des Bewusstseins einer Gesellschaft insgesamt.
      Die Fokussierung auf Arbeiter und Bauern mag vor 100 Jahren richtig oder auch da schon falsch gewesen sein (in der Form der Fokussierung auf Arbeit statt auf Einkommen/Auskommen) … heute kommt da aber was dazu.
      Was damals die Dampfmaschine war, ist heute der Roboter und das geht schneller als damals.
      Das könnte einerseits kurzfristig das Gefälle nochmals verschärfen (aus Industriestaaten wird alles ausgelagert, was nicht automatisierbar ist, wodurch Gefälle zwischen den Staaten sowie auch in den Industriestaaten verstärkt werden), andererseits spricht theoretisch auch wenig dagegen, gleich in der „dritten Welt“ Roboter „hinzustellen“.
      So oder so wird erschöpft sich der Bedarf an Arbeitskraft da auf „die drei Spezialisten“.
      Einer der Bereiche, die nicht (komplett) automatisierbar sind, ist Landwirtschaft.
      Der Bereich ist aber unter einem anderen Blickwinkel auch interessant, nämlich die steigende Anzahl Bevölkerung zu ernähren (was bei sinnvoller Arbeitsteilung und Verteilung kein Problem ist, aber mit dem typischen Verständnis von Kapitalismus, dass Spekulationen auf Termingeschäfte mit landwirtschaftlichen Produkten zum allgemeinen freien Wettbewerb gehören würden … okay in „Wettbewerb“ ist schon fast „Wette“ drin (nicht ganz), aber wetten können die Dandies doch auch bei Pferderennen, hätte doch keiner was dagegen, wenn die wetten ohne dass andere geschädigt werden…)
      Frühere kommunistische Versuche (China unter Mao, UdSSR unter Stalin) sind bekannt für Fehler im Umgang mit der Landwirtschaft (im Umgang mit den Bauern), die zu ähnlichen Auswirkungen führten (wie Lebensmittel-Termin-Spekulationen an Börsen).
      Monsanto, BASF und Syngenta haben die Sache auf ihre Weise auch schon lange für sich entdeckt und sollten die Labor-Gene in der freien Natur robust sein, erfüllt sich der Spruch „Erst wenn der weiße Mann den letzten … wird er feststellen, dass man Geld nicht essen kann“. Dann ist sowieso aus. Aber mal gehofft, Kunstprodukte wie Labor-Gene sind glücklicherweise nicht so durchsetzungsfähig wie Natur und kratzen in freier Wildbahn ab …
      Jedenfalls sind die klassischen Industriearbeiter – wie es sie vor 100 Jahren in heute unvorstellbaren Massen gegeben haben muss und heute vielleicht in China gibt, aber auch nur, bis die Chinesen auch automatisieren – immer weniger relevant, aber Landwirtschaft wird auf bestimmte Art zu einem Schlüsselfaktor.
      Was aus alledem wird, das mag die Zukunft zeigen, aber es kann ja vielleicht nicht schaden, das auf dem Schirm zu haben.

  10. Welche Kapitel schrieb die chinesische Staatssicherheit ?

    In dem Projekt der Neuen Seidenstraße sieht der Autor Fitzthum eine die ganze Menschheit beglückende Unternehmung und blendet die machtpolitischen und hegemonialen Ziele aus. Geistiger Diebstahl und Patentklau – was euphemistisch „know-how“-Transfer genannt wird – werden zu einer Art Geschäft erklärt, denn im Gegenzug „gestattet China ausländischen Unternehmen, in China zu investieren, den chinesischen Markt zu beliefern und den Profit, den sie durch die Arbeit chinesischer Arbeiter machen, ins Ausland zu transferieren“. China kauft deutsche Firmen und schlachtet diese aus. Dieser Punkt wird von dem Österreicher Fitzthum überhaupt nicht angesprochen.

    Man stelle sich diese Grundregel für den Welthandel, für eine globalisierte Welt vor, dann würde weder Welthandel, noch eine globalisierte Welt existieren. In diesem Satz führt Robert Fitzthum alles, was er über Chinas positive Rolle, über das Prinzip des gegenseitigen Nutzens sagt, ad absurdum.

    … zu finden unter:

    https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-welt-des-xi-jinping-und-china-verstehen.1270.de.html?dram:article_id=431021

    Wirtschaftsdaten und statistische Werte von Fitzthum stimmen zumeist, nur folgt die Interpretation der Daten nur der chinesischen Propaganda. Der Beitrag und sein Buch wurde aus der Perspektive geschrieben, dass die USA unter Trump einen Wirtschaftskrieg gegen ein unschuldiges und nur seine legitimen Rechte wahrnehmendes China führt. Das ist ein Novum. Man muss nicht immer gleich ein USA-Politik-Freund sein, um dies festzustellen.

    Das Buch, dass nur eine Seite der Medaille so auffällig beschreibt, ist nicht lesenswert.
    Das Buch ist kein Buch das informiert, sondern eine heuchlerische falsche Darstellung von China und ihrer mafiösen Führungselite. Es ist reine tiefrote Propaganda. Dieses „Propagandaheft von Fitzthum“ ist meines Erachtens nicht Wert gelesen zu werden. Der Autor mag sich für ein kommunistisch fragwürdiges System entschieden haben, dass muss er aber mit sich selbst ausmachen. Vergessen werden die aktuellen „Konzentrations- und Umerziehungslager“ in China, an der Führungelite klebt viel Blut und Leid. China wird von ihm als harmloses Investorenland dargestellt. Er ist wie besessen seiner Umwelt immer wieder mitzuteilen, dass die USA ein böser Staat sind. Seine übertriebene einseitige Darstellung der USA-Politik und dem ach so braven China wird regelmäßig auf seine Leinwand produziert. Er merkt nicht, dass wir das USA-China Problem, und die generellen Probleme in den USA, Dank eines Kanales, wie zum Beispiel KENFM, schon längst kennen. Es bedarf keiner weiteren Steigerung.

    Ich bin kein Freund der USA-Politik, aber ein Freund der Natur in den USA, um das mal hier klar zu sagen. Außerdem bin ich für die Freiheit und für eine deutsche Demokratie, auch wenn hier viele Stellschrauben dringend nachjustiert und Politiker ausgetauscht werden müssen. Ich will kein kommunistisches System wie in China oder in der ehemaligen DDR.

    Ich finde, dass es nicht passt, in jedem KENFM-Thema immer wieder gleich auf die USA einzuschlagen, nur weil das gerade Mode ist und gut ankommt. Das legt die Gegenseite dann nur als primitiven, niveaulosen Populismus aus, und entwertet auf Dauer den eigenen Standpunkt.

    • Du beklagst dich über Propaganda und betreibst selber welche.
      Alles Sehen ist perspektivisches Sehen.

      Du schreibst, dass es gerade Mode sei, auf die USA einzuschlagen. Nun, ich habe zur Zeit eher den Eindruck, dass es gerade Mode ist, auf Russland und China einzuschlagen…

    • Sehe ich genauso wie Winzling….und vor allem: wie aggressiv die Propaganda des Herrn Esser ist….ist mir auch schon bei den Kommentaren des Artikels von Herrn Fitzthum aufgefallen…..fast schon abstoßend…..!

    • @ Karl Bernd Esser
      Die Chinesen schauen, wie sie ihr „kommunistisches“ System sinnvoll mit liberalen/kapitalistischen Elementen ergänzen können.
      Die Deutschen hatten 1990 die Chance das liberalen System der BRD sinnvoll mit sozialistischen Elementen des Systems der DDR zu ergänzen.
      Chance vertan, die Karawane zieht weiter.

      Aber wo gibts denn Unterschiede in den Systemen, die der Normalbürger bemerkt?

      Freiheit?
      Im Kommunismus nicht ohne Parteibuch, im Liberalismus nicht ohne Geld, „Freiheit“ nur eben an klitzekleine Bedingungen geknüpft.

      Überwachungsstaat?
      Im Kommunismus das böööse Ministerium für Staatssicherheit, im Liberalismus die herzensguuute National Security Agency.

      Punktesystem?
      Flensburg.

      Demokratie?
      Im Kommunismus SED+Blockparteien, Kader mit Ausbildung in Moskau hatten einen etwas glatteren Karriereweg, im Liberalismus CDU+Blockparteien, Kader von Atlantik-Brücke e.V. und ähnlichem haben einen etwas glatteren Karriereweg.

      Rechtsstaatlichkeit?
      HOOO jetzt aber! Doch doch, Rechtsstaatlichkeit gibts im Liberalismus – wenn der Bürger Geld für Rechtsanwälte und Prozesskosten hat, ansonsten … 😀

      Reisefreiheit?
      NA AAABEEER!!! Wenn der Bürger Geld zum Reisen hat, ansonsten … 😀
      Und wenn der Bürger das Geld erarbeiten muss, hat er wie viele Wochen pro Jahr Zeit, seine tolle Reisefreiheit aber mal so richtig zu genießen? ^^

      Umweltschutz?
      OH ja gerade wir Deutschen; Autobahnen über Autobahnen, Dieselsoftware mit staatlicher Deckung, Glyphosat im Deutsches-Reinheitsgebot-Bier, prost!

      Das wars auch schon bzw. wenn man mit Sozialem, Gesundheitssystem, Bildung u.ä. weitermachen würde, müsste man dem „kommunistischen“ System sogar einige Pluspunkte geben.

    • Nochwas:
      @ Karl Bernd Esser, Sie schreiben:
      „China kauft deutsche Firmen und schlachtet diese aus.“

      Beispiele?

      „Man stelle sich diese Grundregel für den Welthandel, für eine globalisierte Welt vor, dann würde weder Welthandel, noch eine globalisierte Welt existieren.“

      Was jetzt? Das Firmen kaufen und ausschlachten?
      Ja das ist bestimmt was ganz speziell chinesisches, das macht sonst niemand auf der Welt und Westeuropäer schon gleich gar nicht.
      Oder das ist was speziell kommunistisches, Leute mit liberaler Gesinnung wie die Mannschaft der Kohl-Regierung und Birgit Breul würden sowas nie machen. 😀

  11. Man kann ja auch mal die Nachrichten aus China direkt von dort lesen. Ja, viele Seiten gibt es mittlerweile auch auf Deutsch.

    China.org.cn
    Radio China International

    Die Links unten sind auch größtenteils auf Deutsch…

    • Nachtrag:
      Falls hier auch wieder Einwände kommen, dass dies offensichtlich Propaganda sei, den will ich nur daran erinnern, dass die Deutsche Welle in knapp 30 Sprachen sendet, darunter auch Russisch und Chinesisch. Und die sind da schon sehr viel länger dabei.

      Natürlich stellt jeder das eigene Land positiv dar. Propaganda ist nicht nur das, was die anderen machen.

    • DANKE Winzling für die beiden interessanten China-Links….werde ich jetzt öfter mal besuchen! Finde die Entwicklung Chinas total spannend!

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