KenFM im Gespräch: mit Rolf Verleger („Hundert Jahre Heimatland?“)

Prof. Rolf Verleger kommt aus einer jüdischen Familie, studierte Psychologe, lehrte an der Universität Lübeck und war vier Jahre lang Mitglied im Zentralrat der Juden.

Seine Eltern überlebten den Holocaust und lehrten ihrem Sohn, dass Judentum und Zionismus nicht ein und dasselbe sind. Der Zionismus hat das Judentum gekapert, so Rolf Verleger, und dadurch die jüdische Tradition der Nächstenliebe durch Nationalismus und Rassismus ersetzt.

Deutschland, so der Autor Rolf Verleger, hat gegenüber den Juden in Israel eine historische Verantwortung, diese beinhaltet aber eben auch, Menschenrechtsverletzungen offen und ehrlich auszusprechen.

Rolf Verleger war dabei, als im November 2015 fünf Leute an Rupert Neudecks Küchentisch die Gründung eines „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ beschlossen. Heute ist er Vorsitzender des Vereins. www.bib-jetzt.de

Anlass des Gespräches mit KenFM ist das aktuelle Buch des Professors für Psychologie: „Hundert Jahre Heimatland? Judentum und Israel zwischen Nächstenliebe und Nationalismus“

Inhaltsübersicht:

00:00:23 Der Autor Rolf Verleger, Biografie und Werdegang

00:04:00 Das Kernthema Israel: die Balfour-Erklärung

00:08:41 Die Balfour-Erklärung – eine geopolitische Strategie?

00:14:01 Die jüdische Flüchtlingswelle um 1900

00:17:36 Juden Anfang des 20. Jahrhunderts – heimatlos?

00:24:23 Jüdisches Emanzipationsbestreben – Anfänge des Zionismus

00:33:17 Zionismus – Definitionsprobleme

00:40:21 Ausbleibende Solidarität mit Juden in den 1930er Jahren

00:48:06 Das jüdisch-arabische Problem in der Gegenwart

00:56:00 Wilhelminische Traditionen bei den Linken

01:04:22 Formen des Antisemitismus

01:08:11 Schafft der Zionismus Israel ab?

01:19:09 Das Elternhaus, jüdische Wurzeln

01:25:55 Israel – Betrachtungen von innen und außen

01:33:22 Gibt es jüdisch-islamische Werte?

01:36:52 Deutsche und Juden – ein schwieriges Verhältnis?

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34 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch: mit Rolf Verleger („Hundert Jahre Heimatland?“)

  1. Und zack… das nächste israel-kritische Gespräch… immer die gleiche Leier, die selben Themen von den selben sich feiernden und jetzt auch sich Preise gebenden handvoll von Akteuren… immer die gleiche Suppe!! Wer zeigt mir ein kritische Wort zu Putin, Russland… der Hamas oder z.B. der AfD… scheinbar ist nicht nur der Papst unfehlbar und nicht zu kritisieren… ich kann nicht sehr schnell sprechen… ich denke schneller… daher mein Fazit: Der Rubel rolltfür Ken Jebsen 😉

    • „immer die gleiche Leier, die selben Themen.“?
      Das sagt mir das sie nicht viel weiter als über die Überschrift hinaus waren.
      Denn wäre es anders würden sie die Unterschiede der einzelnen Artikel oder Gespräche erkennen.

    • Was meinen Sie? Hier wurde einAutor zu seinem Buch befragt. Und das hat ein Thema. Stört Sie Kritik an Israel? Weshalb? Ich meine es werden aus humanistischer Sichtweise objektiv negative Erscheinungen kritisiert, wo ist da das Problem? Die Sowjetunion hatte übrigens bei Weitem die meisten Kriegsopfer. Deshalb darf man natürlich Kritik an russischen Politikern üben, aber eben dann wenn es thematisiert ist. Wenn Sie Böses über Putin hören, sehen, lesen wollen, dann vergnügen Sie sich doch mit der überall vorzufindenden Propaganda. Ich will den nicht als Chef haben, allerdings auch keinen der deutschen Politiker, die sich in ihren Parteien mit Speichelleckerei, Bosheiten und Narzismus an die Spitze geschafft haben, um dann ihr mickriges Emporkömmlingsfähnchen in den Furz der Macht zu halten.

      Schreiben Sie doch ein Buch über eines der von Ihnen favorisierten Themen. Vielleicht werden Sie ja dann auch mal interviewt.

  2. na, ja hat nichts gebracht!
    nach einer stunde bin ich immer noch nicht schlauer geworden. wenig geschichte rübergebracht! dafür ein haufen Klischees bedient. dabei schwirren so viele fragen zu diesen Thema herum.

    bleit also mein bisheriger eindruck bestehen: jude, Israel ist ein haufen Ideologie, nichts weiter!

    • ja, natürlich, denn sobald der Glaube in irgendeiner Form ins Spiel kommt, und sei es vor allem, Glaube in Form von Wissen, denn nichts anderes als der Glaube stellt das Wissen dar, wirds brenzlich. Glaube unterscheidet sich von Wissen lediglich in der Form, dass der Glaube für einen geringeren Kreis der Menschheit Gültigkeit besitzt.

      z.B.: als Wissen gilt: Die Erdbeschleunigung sei konstant: Quatsch
      Die Lichtgeschwindigkeit sei konstant: Quatsch
      Das Geld liesse sich als Wertmassstab verwenden: Quatsch

      glaubt, wisst, macht was ihr wollt, es ist ohnehin genau das selbe Spiel, und lasst es bei jedem anderen zu. das ist es was uns dauerhaft Glück bringt…

    • Großartig, das gefällt mir: „… sobald der Glaube in irgendeiner Form ins Spiel kommt, und sei es vor allem, Glaube in Form von Wissen, denn nichts anderes als der Glaube stellt das Wissen dar, wirds brenzlich. Glaube unterscheidet sich von Wissen lediglich in der Form, dass der Glaube für einen geringeren Kreis der Menschheit Gültigkeit besitzt.“

      Das materialistische Weltbild beruht nicht weniger auf Glauben als die spirituellen Disziplinen.
      Rupert Sheldrake: „Der Wissenschaftswahn – warum der Materialismus ausgedient hat“

      Wissen? Grabsteinformate!!!!!

      Sheldrake fordert ein neues, grenzüberschreitendes Denken und plädiert für mehr Offenheit und Neugier in den Naturwissenschaften.

      New Scientist:
      „Sheldrake ist ein herausragender Wissenschaftler. Er gehört zu jenen echten, visionären Entdeckern, die in früheren Zeiten neue Kontinente fanden.“

      http://www.gesundheitlicheaufklaerung.de/rupert-sheldrake-der-wissenschaftswahn-warum-der-materialismus-ausgedient-hat

  3. Das Schächten von Tieren und die Beschneidung Neugeborener , bzw. von Knaben, werden hier zuletzt als Beispiele für Gemeinsamkeiten genannt. Ich finde das Schächten von Tieren so schrecklich wie das Beschneiden von Geschlechtsteilen. Auch von der sog. „Reproduktionsmedizin“, die von dem jüdischen und dem muslimischen Vertreter angeblich gemeinsam locker akzeptiert, von den christlichen Vertretern aber kritisiert wurde, halte ich nichts. Ich finde das alles nur abstoßend, unsinnig und bedrückend. Aber nicht, weil ich irgendeiner andersgläubigen Kirchenreligion oder Sekte angehöre, sondern nur, weil ich das so von Anfang der Kenntnis darum so empfunden habe und überhaupt keinen vernünftigen Grund dafür sehe. . Es ist der Natur ins Handwerk gepfuscht, wie alles, was unsere Welt in diesen jetzigen oberkritischen Zustand gebracht hat.
    Es ist gewalttätig und Gewalt kann sich niemals gut auswirken. Blut sollte nicht absichtlich vergossen werden und Menschenskinder nicht künstlich produziert werden.
    Was die Antideutschen betrifft, kann ich mir nicht vorstellen, dass dies eine echte, aus dem Volk geborene Bewegung sein könnte, sondern glaube, dass es etwas künstliches, extra angeschobenes ist, das bestimmte Zwecke verfolgt. Welcher normale Mensch aus der Bevölkerung könnte denn von sich aus auf solche Sprüche kommen, wie sie die Antideutschen schon bei Demos auf Transparenten vor sich her getragen haben wie „Bomber Harris, do it again!“ oder „Deutschland, verrecke!“ ?

  4. Sowohl die gewaltige Themenbreite als auch die Besetzung mit wahrhaft interessanten Gesprächspartnern/Innen imponiert und überzeugt immer wieder!
    KenFM und sein Team bieten ein ums andere Mal wirklich erstklassigen Journalismus.
    Es muss sehr arbeitsintensiv sein, Interviews mit einer Länge von manchmal annähernd 180 Minuten so informativ und interessant zu gestalten, dass die Zeit beim Betrachter verfliegt wie im Fluge. Kein einziges Medium des Mainstreams könnte im Vergleich dazu eine auch nur ansatzweise Qualität bieten!
    Die Plattform von KenFM hat sich zu einer konstanten Prime-Adresse im gesamten deutschsprachigen Raum entwickelt. Ich wünsche dem Journalisten KenFM und seinem Team weiterhin diese großen Erfolge und natürlich auch starke Unterstützungen durch das sicher zahlreiche (im wahrsten Sinne des Wortes) Publikum.

  5. Ich hätte in diesem Gespräch gern noch mehr über die Psyche und den Glauben des jüdischen Volkes erfahren,denn ich habe in meinem Leben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Juden in jeder Beziehung, zumindest die westliche Welt, geistig sehr stark – vielleicht sogar am stärksten- beeinflusst und geprägt haben. In allen Bereichen unseres Lebens finden sich diese hoch begabte Jüdische Köpfe. Und mir ist irgendwann einmal aufgefallen, dass meine „Lieblinge“ im Bereich der westlichen Kultur meistens Juden waren. Es waren also vor allem Juden, die mich am tiefsten beeindruckt und am meisten erhellt haben in der westlichen Kultur, begonnen bei Jesus von Nazareth. Und gerade auch im Bereich Psychologie, dem zu widmen es sich in dieser Zeit der hoch komplexen Verwirrungen, der ganz offensichtlich gewordenen Irrgänge der Menschheit, dringend empfiehlt.
    Es ist aber gut und wichtig, dass hier noch einmal in der Öffentlichkeit zwischen den Begriffen „Juden“ und „Zionisten“ differenziert wird. Die Verquickung dieser beiden Begriffe allein, hat glaub ich schon viel Unsinn in den Köpfen und Unglück in den Gemütern hervorgerufen. Dass der natürliche Jüdische Volksglaube auf der Weisung zum tiefsten Mitgefühl basierte, passt auch mit meiner Erfahrung mit den Werken der jüdischen Denker und Kulturschaffenden zusammen.
    Die zionistische Israel-Politik steht da auf einem ganz anderen Blatt. Dennoch sollte auch nicht vergessen werden, wodurch der Zionismus damals ursprünglich hervorgerufen wurde. Das Schwarz- Weiß-Denken entspricht nicht der Wirklichkeit und führt auch immer nur wieder in Zerwürfnisse und Kriege. „Schuld“ an allen „Unmenschlichkeiten“ ist der grundsätzliche Fehlglaube, die Welt könne unter profitablen, egoistischen Vorgaben und unter Anwendung aller Formen von Gewalt ausgerechnet, umgebaut und kontrolliert werden. Und dieser Fehlglaube hat wie ein Krebsgeschwür im ganzen Menschheitskörper gestreut. Deshalb sollte jetzt auch nicht der Fehler begangen werden, die Politik der östlichen und asiatischen Länder aufgrund der furchbaren Imperialpolitik der USA nur noch als rosarote Morgendämmerung anzusehen. So viel ich weiß, stammen die schlimmsten, raffiniertesten und „hochentwickeltsten“ Foltermethoden schon von Alters her z.B. aus China. Berichte aus chinesischen Gefängnissen von politischen Häftlingen sind zu lesen mental sehr schwer zu verkraften. Ich muss immer wieder Lisa Fitz zitieren:“Jede neue Recherche öffnet ein neues Höllentor.“

    • Folgender Aufsatz könnte Sie interessieren:

      Goethe und die Juden
      von Klaus-Peter Lehmann

      Allgemeines
      Die Frage nach dem Verhältnis von Johann Wolfgang von Goethe (1750-1832) zu den Juden erscheint von besonderer Bedeutung, weil er als sog. Dichterfürst die am meisten anerkannte und bewunderte Person der deutschen Kulturgeschichte ist. Er lebte in einer Zeit mannigfacher Umbrüche und Neuanfänge, die auch das jüdische Leben ergriffen. Der Optimismus der Aufklärung, politische Reformen, feudale Reaktion und erste Auswüchse eines säkularisierten politischen Antisemitismus prägten jene Epoche. Der Wunsch nach Gleichberechtigung und Assimilation, Emanzipationsedikte und ihre teilweise Rücknahme veränderten das jüdische Leben in Mitteleuropa z.T. tiefgreifend.

      Mitleidloser Blick in die Frankfurter Judengasse
      Wie er als junger Mann die Judengasse in Frankfurt besuchte, beschreibt Goethe viele Jahre später. Sie gehörte zu den ahnungsvollen Dingen, die den Knaben bedrängten… Die Enge, der Schmutz, das Gewimmel machte den unangenehmsten Eindruck, wenn man auch nur am Tor vorbeigehend hineinsah. Goethe notiert die menschliche Zuvorkommenheit der Ghettobewohner, die ihn überall wohl aufgenommen hatten. Seine Beschreibung ist ein Stenogramm seiner Gefühle und Eindrücke. Alles steht ohne abzuwägen nebeneinander. Nur einmal nimmt er Stellung: Das große Spott- und Schandgemälde, welches unter dem Brückenturm zu sehen war, sprach außerordentlich gegen sie. Denn es war nicht durch einen Privatwillen, sondern aus öffentlicher Anstalt verfertigt worden. Verunglimpfung von Juden durch die Obrigkeit ist für Goethe glaubwürdig.
      Weiter heißt es: Außerdem waren sie ja auch Menschen, tätig, gefällig und selbst dem Eigensinn, womit sie an ihren Gebräuchen hingen, konnte man seine Achtung nicht versagen, Deutlich spürte Goethe ein Gefühl der Achtung, aber gegen das allgemeine Vorurteil vom verqueren Eigensinn jüdischer Frömmigkeit kommt es nicht an.
      Goethe besuchte eine Beschneidung, eine Hochzeit, ein Laubhüttenfest. Obwohl er vermerkt äußerst neugierig gewesen zu sein, erfährt der Leser nicht mehr. Die Bemerkung, dass er sich ein Bild gemacht habe, versteht sich quasi photographisch. Zu diesem Bild gehören auch die Märchen von der Grausamkeit der Juden gegen die Christenkinder, die die Phantasie des Jungen bedrängten. Goethes Stellung dazu bleibt in der Schwebe. Mitgefühl kommt nicht auf.
      Wenig später berichtet Goethe über seine Betrachtung der verschiedenen Lebensweisen und Tätigkeiten der Menschen. Sie bestärkte in mir das Gefühl der Gleichheit, wo nicht aller Menschen, doch aller menschlichen Zustände, indem mir das nackte Dasein als die Hauptbedingung, das übrige alles aber als gleichgültig und zufällig erschien. (1)

      Ablehnende Haltung zur rechtlichen Emanzipation der Juden
      In einem Brief an Bettina von Brentano bespöttelte Goethe die philanthropische Christen- und Judenschaft, wie er die Bemühungen um eine neue Schutzordnung für Juden 1807 in Frankfurt nannte, und kommentierte ironisch: Es ist recht verwunderlich, daß man eben zur Zeit, da so viele Menschen todtgeschlagen werden, die übrigen aufs beste und zierlichste auszuputzen sucht. (2) Dabei freute er sich über eine anonyme Replik, die dem braunschweigischen Judenheiland mit seinem Humanitätssalbader… so tüchtig nach Hause geleuchtet hat. (3)
      Dem für alle Juden enttäuschenden Reformgesetz des Fürstprimas des Rheinbundes von 1808 zollte Goethe seinen Beifall: Daß es dieses Geschlecht behandelt, wie es ist und noch eine Weile bleiben wird, sei angemessen, da Juden wie Frauen keinen point d’honneur, kein Ehrgefühl, besitzen würden. Dementsprechend betrachtete er das Übernachtungsverbot für Juden in Jena als eine löbliche Anordnung. (4)
      Die Weimarer Judenordnung von 1823, die die Ehe zwischen Juden und Christen erlaubte, war für Goethe ein skandalöses Gesetz. Es untergrabe alle sittlichen Gefühle… Das Ausland müsse durchaus an Bestechung glauben, um die Adoption dieses Gesetzes begreiflich zu finden, wer wisse, ob nicht der allmächtige Rothschild dahinterstecke. (5) Das klingt nach dem Vorurteil von der heimlichen Weltherrschaft des Finanzjudentums. Goethe sah die bürgerliche Verfassung bedroht, als man neue Duldsamkeit gegen die Juden… anzuempfehlen bemüht war. (7)

      Goethe als „Erlöser“ jüdischer Frauen
      Goethe pflegte viele Kontakte mit kulturell emanzipierten Juden wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, dem Maler Daniel Oppenheim, Henriette Herz oder Rahel Varnhagen. Von letzterer ging der Goethe-Kult aus, der in eine von jüdischen Philologen getragene Goethe-Wissenschaft mündete. Goethe wirkte anziehend auf jüdische Frauen, die sich aus ihrer beengend empfundenen Tradition befreien wollten. Sara Grotthuss schildert das in einem Brief an den abgöttisch verehrten Goethe. (7) Ihr Vater hatte ein Schreiben an ihren Geliebten abgefangen. Dem hatte sie ein Exemplar des Werther mit tausend unterstrichenen Stellen und einem sehr glühenden Billet beigelegt. Der Vater bestrafte die 13jährige mit Stubenarrest und überschüttete sie mit Vorwürfen, wie sie Gott und die jüdische Religion vergessen könne. Sie selber sprach von Goethe als „Erlöser“, weil er für die freie Entscheidung aus Liebe stand. S. Grotthuss wurde mit 15 Jahren an einen ungeliebten Mann verheiratet.
      Goethe verkehrte gern in den Salons der intellektuellen jüdischen Kreise. Seine Haltung gegenüber „den Juden“ oder dem jüdischen Emanzipationsbegehren haben diese Begegnungen aber nicht verändert. Sie mehrten seinen Ruhm, aber ihre gesellschaftlichen Nöte bewegten ihn nicht. Gleichberechtigung gab es für ihn nur auf der Ebene des Kulturadels. Hier vermied er Herablassungen. Seine Welt aber blieb aristokratisch und feudal.

      Die Juden in Goethes Schriften
      Wie selbstverständlich bezeichnet Goethe Juden als Wucherer, Händler, Wechsler und Betrüger. Er nennt sie in einem Atemzug mit Huren, Pfaffen oder anderen Bösewichtern. Im 1. Akt des Faust lesen wir: Nun soll ich zahlen, alle lohnen. Der Jude wird mich nicht verschonen. An Christiane schreibt Goethe von einem Juden, der ihn betrügen wollte und meint, dieser habe als ein wahrer Jude gehandelt. (8)
      Im Jahre 1806 besprach Goethe die Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“ mit dem Gedicht „Die Juden von Passau“. Dieses erzählt, die Juden hätten Hostien geschändet (>Hostienfrevel), sie seien festgenommen, verurteilt und schließlich geköpft, verbrennet und auch mit heißen Zangen gestraft worden. (9) Goethe kommentiert ohne auf den Inhalt einzugehen nur den ästhetischen Aspekt: bänkelsängerisch, aber lobenswert. (10) Im Strom der allgemeinen Vorurteile mitschwimmend, waren solche grausamen Exekutionen für Goethe kein Problem. Hin und wieder rechtfertigte er die Ausgrenzung der Juden. In diesem Sinne dulden wir keinen Juden unter uns; denn wie sollen wir ihm den Anteil an der höchsten Kultur vergönnen, deren Ursprung und Herkommen er verleugnet. (11)

      Goethe und das Alte Testament
      Goethes Urteil über das jüdische Volk ist ambivalent. Einerseits hat das israelitische Volk niemals viel getaugt, andererseits ist es das beharrlichste Volk der Erde, es ist, es war, es wird sein, um den Namen Jehovah durch die Zeiten zu verherrlichen. (12) Goethe unterscheidet zwischen natürlicher und offenbarter Religion. Erstere leite die Annahme einer allgemeinen Vorsehung, die den Kosmos durchwalte, letztere die einer besonderen Vorsehung, die gewisse Menschen, Stämme oder Völker begünstige. Goethes Hochschätzung des Alten Testamentes bezieht sich auf die menschliche, schöne und heitere Religion der Erzväter. Ihre unendlichen Prüfungen haben ihre Glaubensfähigkeit ins Licht gesetzt. Seine Unerschütterlichkeit mache Jakob zu einem würdigen Stammvater. Ein pädagogischer Sinn, ein Beitrag zu menschlicher Erbauung und Charakterbildung interessiert Goethe an den Erzvätererzählungen.
      Für Goethe besteht der Erwählungsglaube in dem unerschütterlichen Charakter seiner Protagonisten. Von den Geboten ist bei ihm keine Rede, auch nicht von einer göttlichen Beauftragung Israels. Die theologisch klingende Rede vom beharrlichen Volk, das ewig sein werde, löst sich in Psychologie auf. Denn für Goethe gilt: Wie der Mann, so sein Gott. (13)

      Goethes Pantheismus
      Für Goethe ist der Gott Israels identisch mit Pan: Die Natur ist immer Jehovah / Was sie ist, was sie war, und was sie seyn wird. (14) Er verwischt Gottes Namen in der Unpersönlichkeit der Naturwelt. Die Personalität des Menschen, seine ethische Gottesbeziehung und der geschichtliche Horizont seines Lebens gehen unter in der Ewigkeit der Natur.
      Heinrich Heine nannte Goethe den Spinoza der Poesie und den Pantheismus die verborgene Religion Deutschlands. Pantheisten sagen: Wir kämpfen nicht für die Menschenrechte des Volkes, sondern für die Gottesrechte des Menschen… wir stiften eine Demokratie gleichberechtigter Götter. (15) Ein pantheistischer Menschheitsglaube, der sich aus allen Religionen speist, war Goethe das Höchste. Für die Reformationsfeier 1817 schlug er vor, sie auf den 18. Oktober, den Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht, zu legen und interreligiös zu gestalten. Denn alle erheben den Geist, an jenem Tag gedenkend, der seine Glorie nicht etwa nur Christen, sondern auch Juden, Mohammedanern und Heiden zu danken hat.
      In Goethes pantheistischer Vereinheitlichung gibt es keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Religionen. Denn alle haben dasselbe Ziel: Daß der Mensch ins Unvermeidliche sich füge, darauf dringen alle Religionen, jede sucht auf ihre Weise mit dieser Aufgabe fertig zu werden. (16) Für die Besonderheit des biblisch-jüdischen Glaubens ist in Goethes Denken kein Platz.

      (1) J. W. v. Goethe, Dichtung und Wahrheit, Werke, Hamburger Ausgabe, Bd. 9, S. 149ff
      (2) Brief an B. v. Brentano, 3.4.1808
      (3) Es handelt sich um den Braunschweiger Finanzrat Israel Jacobsohn, der sich für die Emanzipation der Juden einsetzte.
      (4) Brief an Sulpiz Boisseree, 24.6.1816
      (5) Brief an Kanzler von Müller, 23.9.1823
      (6) Dichtung und Wahrheit, 13. Buch
      (7) Brief vom März 1797; für die Zitate aus Briefen s. U. Homann, Goethe und das Judentum, Materialdienst Ev. AK Kirche und Israel Hessen-Nassau, 2/01, S. 2-17
      (8) Brief vom 3.1.1797
      (9) A. v. Arnim, C. v. Brentano, Des Knaben Wunderhorn, Reclamausgabe, 1987, S. 88
      (10) Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung, Januar, 1806
      (11) J. W. v. Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, Hamburger Ausgabe, Bd. 8, S. 405
      (12) a.a.O; Hrg. H. J. Simm, Goethe und die Religion, S. 267
      (13) West-östlicher Diwan; a.a.O., S. 264
      (14) Aus dem Nachlass; a.a.O., S. 268
      (15) H. Heine, Religion und Philosophie in Deutschland, Hanser-Werkausgabe, Bd. 5, S. 618, 570
      (16) Wilhelm Meisters Wanderjahre, Hamburger Ausgabe, S. 404

      Goethe:

      „Die christliche Religion ist eine intentionierte politische Revolution, die, verfehlt, nachher moralisch geworden ist.“

      „Das Christentum steht mit dem Judentum in einem weit stärkeren Gegensatz als mit dem Heidentum.“

      „Das gefährlichste aller Bücher in weltgeschichtlicher Hinsicht, wenn durchaus einmal von Gefährlichkeit die Rede sein sollte, ist doch wohl unstreitig die Bibel, weil wohl leicht kein anderes Buch so viel Gutes und Böses im Menschengeschlecht zur Entwicklung gebracht hat.“

      „Die Religion, sagt man, sei nur ein prächtiger Teppich, hinter dem man jeden gefährlichen Anschlag nur desto leichter ausdenkt. Das Volk liegt auf den Knien, betet die heiligen gewirkten Zeichen an, und hinten lauscht der Vogelsteller, der sie berücken will.“

      Die Vogelsteller lauschen und berücken im Osten natürlich ebenso mit Hilfe von Religionen und Ideologien. Und das Ergebnis ist immer dasselbe. Der Mensch ist Mensch, auch wenn er ein buddhistischer Mönch ist (nicht nur z. Zt. in Myanmar).

    • Ich habe z.B. – mit immer wieder dringend notwendigen Erholungspausen für mein Gemüt- das Buch:
      „FÜR EIN LIED UND HUNDERT LIEDER“ (ein Zeugenbericht aus Chinesischen Gefängnissen)“ von dem bewundernswerten Liao Yiwu gelesen.

      „Bis zum 4.Juni 1989 kümmerte sich die Geschichte nicht um Liao Yiwu, also kümmerte er sich auch nicht um die Geschichte. Doch mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schlagartig alles anders…..
      Er beschreibt, wie er und seine Mithäftlinge zu Halbmenschen degradiert werden und dabei manchmal selbst vergessen, was es heißt. Mensch zu sein…..“ steht u.a. im Klappentext.

      Ich habe das Buch nur aus Solidarität mit einem Mitglied meiner Spezies bis zum Ende durchlesen können. Ich wollte die Geständnisse einer so unvorstellbar gequälten Menschenseele nicht unerhört lassen. Ich möchte meinen Blick nicht gegen Teile unserer Realität verschließen, wie es so viele andere tun, die dadurch den menschlichen Wahnsinn nur noch weiter befeuern. „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“.

    • Ja, diese Ausführung über Goethe -Texten in Bezug auf das Judentum finde ich wirklich sehr interessant. Sie zeigen auch, dass ein „Dichterfürst“, der mit gesellschaftlicher Macht ausgestattet war, sich damit ausstatten ließ, so klug er auch war, immer auch nur „Kind seiner Zeit“ sein konnte. Besonders in jüngeren Jahren, wo sein relativ feudales Leben noch vor ihm lag. Mit seinem immer wieder erstaunlich klaren Tief-und Weitblick in Kombination mit seinem doch auch weltlich eigennützigen Denken und Handeln, ist Goethe für mich ein interessantes Phänomen. Ich glaube, dass sein FAUST ein ehrliches Bekenntnis seiner eigenen tiefen inneren Gespaltenheit ist.

      Ich möchte noch anmerken, dass ich mit meinen positiven Erfahrungen mit der Geistesarbeit von Juden keinen „Positiven Rassismus“ hier statuieren wollte. Immer, wenn ich darüber nachdenke, komme ich u.a. auch immer wieder zu dem Schluss, dass die besondere Bedrohungssituation, in der sich in der Geschichte die Angehörigen dieses Volkes immer überall befanden, auch eine besondere Entwicklung zur Lebensklugheit erforderte und eine besondere Leidensfähigkeit entwickelt haben mag, die wiederum immer wieder zu tieferen Einsichten führte.
      Dass sich dies nicht bei allen in eine Bereitschaft zu noch mehr Friedfertigkeit entwickelt, sieht man ja an der Entstehung des Zionismus und der heutigen Israelpolitik.
      Aber dies ist nur ein Erklärungsversuch und keine wirkliche Erklärung. Alles hat sein Schicksal, wovon immer etwas ein Geheimnis bleibt.

    • @Enttäuschung
      Lies doch mal das Buch von Naomi Klein – Die Schock Strategie- dann weißt du wer heute die Folterknechte sind und was das dann auch noch mit Neoliberalismus zu tun hat.

    • Uwe Jacob: Ich kenne doch das von Naomi Klein beschriebene Prinzip der Schock-Therapie und wir erleben es ja auch immer wieder mit den Inszenierungen der Terrpor-Anschläge. Wir können aber die verschiedenen Schrecklichkeiten, die von der menschlichen Machtbesessenheit überall ersonnen wurden, nicht gegeneinander in Konkurrenz setzen. Wenn ich mir z.B. aussuchen müsste, ob ich lieber so ein inszeniertes Attentat durchleben möchte, oder was LIao Yiwu wegen nur eines einzigen veröffentlichten Gedichtes durchzumachen hatte, dann würde ich das erstere wählen.

  6. Vielleicht ist es sehr schwer zu verstehen warum diese Geschichte so chaotisch war bzw. noch ist, hat wahrscheinlich den Grund, dass hier die Terminologie der Begrifflichkeiten nicht eindeutig erklärt sind. Für junge Menschen wäre es sehr hilfreich „Fußnoten“ im Gespräch anzuführen.
    Was sind Juden, Christen, Muslime, Hindus und Buddhisten? Volk oder Religionsgemeinschaft? Was ist der Unterschied zwischen Volk und Religionsgemeinschaft? Sind Juden gleich Semiten und, oder ad versa?
    Gab bzw. gibt es jemals ein Land „der Christen, Juden, Muslime, Hindus, Buddhisten“?

    Was das Bild mit der Schicksalsgemeinschaft und der daraus erforderlichen Versöhnung gewünscht ist, ist auch nur eine Seite der Medaille. Die andere Seite, da schließe ich mich Petra Wild an, ist die Gerechtigkeit und die damit verbundene Wiedergutmachung des verbrochene Unrechts. Aber darin bewahrheitet sich wiederum ein Widerspruch was zum Dilemma führt. Gerechtigkeitsempfinden haben alle Menschen inne, aber die Aussübung darin ist sehr bescheiden. Weiterhin kann niemals absolute Gerechtigkeit sowie Gutmachung wiederhergestellt werden, den ermordeten Menschen sind diese entzogen worden.
    Klingt jetzt wahrscheinlich sehr makaber, aber nur die Natur kann absolute Gerechtigkeit für die Menschenwelt ausführen. Wenn es keine Menschen mehr gibt, dann kann sich auch keiner über Ungerechtigkeit beschweren oder nach Gerechtigkeit fordern.
    Dann hat man den Zustand absoluter Gerechtigkeit. Ich weiß, es ist nihilistisch, aber logisch.

  7. Ehrliche Worte.
    Aber ich frage mich ob Prof Verleger las:
    ‘From prejudice to destruction’, Jacob Katz, 1980, Cambridge MA
    Alexander Solschenizyn, ´Die russisch- jüdische Geschichte 1795- 1916, >> Zweihundert Jahre zusammen <<´, Moskau 2001, München 2002
    Israel Shahak, ‘Jewish History, Jewish Religion, The Weight of Three Thousand Years’, 1994, 2002, London.
    Das letzte Buch, die jüdische Nächstenliebe waer sehr begrenst.
    Auch frage ich mich ob er weiss vom jüdischen Kriegserklärung 1933 an Deutschland, diese Kriegserklärung endete damit das Deutschland eine andere Regierung bekommen muss.
    Das gelang, es kostete etwa zehn Millionen Deutsche das Leben, und verwüstete das Land.

    • Sehr geehrter Herr Kamp, ich finde Ihre Kommentare sowie Buchtipps immer sehr bereichernd. Ich halte jeden Tag Ausschau nach ihnen. Vielen Dank.
      Sie sagen es: Kein Wort wird über die jüdische Kriegserklärung an Deutschland von 1933 erwähnt……Ist die Wahrheit unaussprechbar?

    • Eine völkerrechtlich verbindliche Kriegserklärung kann nur von einer Regierung ausgesprochen werden, der auch die Machtmittel – nach innen wie nach außen – zur Verfügung stehen, diese Erklärung in kriegerische Handlungen umzusetzen. Diese Umstände waren 1933 nicht gegeben. Es gab keine jüdische Regierung, es gab keinen jüdischen Staat, und es gab erst recht keine jüdischen Truppen, die für einen Angriff auf Deutschland mobilisiert worden wären.
      In keiner nationalsozialistischen Veröffentlichung aus der damaligen Zeit ist von jüdischer „Kriegserklärung“ oder „Kriegszustand“ die Rede. Ich verstehe nicht wie man auf dieses dünne Brett der Täter-Oper Umkehr kommen kann.

    • passant
      Sie wissen doch das Deep State zum grossten Teil jüdisch ist ?
      Sie wissen doch das die Neocons zum grossten Teil jüdisch sind ?
      Ich hoffe das sie wissen das PNAC, Plan New American Century, von AEI, 1993, ein ’neues Pearl Harbour fragte‘, um Krieg gegen Russland und China möglich zu machen, diese Länder zu unterwerfen, bevor sie militärisch zu stark werden.
      AEI ist eine jüdische Think Tank, ich definiere Think Tank als Propaganda und Manipulation Institut.
      Der Mann der 1932 Franklin Roosevelt in die Politik brachte war Bernard Baruch.
      Schon 1928 oder 1929, er war befreundet mit Churchill, sagte er zu Churchill als diese ausrangiert war im Politik, und in Wirtschaft eintreten wollte ‚das er grosse Dinge sah für Churchill in die Zukunft‘.
      Bernard M. Baruch, ‘Die Jahre des Dienens’, München 1962 (The public years, New York, 1960)
      Bernard M. Baruch, Gute 88 Jahre, Autobiographie, München 1963 (New York)
      Erinnere mich nicht mehr in welches Buch es steht.
      Der jüdische Kriegserklärung 1933 war durch World Jewish Congress, was beisammen war in Amsterdam.
      Vorsitzender war Samuel Untermeyer, obwohl er alt war reiste er danach einige Male nach Moskou.
      Hans Heinrich Dieckhoff, ´Roosevelt auf Kriegskurs, Amerikas Kreuzzug gegen den Frieden 1933-1941’, Kiel 2003, (´Zur Vorgeschichte des Roosevelt-Krieges’, 1943)
      Bin mir nicht ganz sicher ob dieses Buch die Reisen erwähnt, und kann es jetzt nicht nachschauen.
      Wenn sie englisch lesen können, suchen sie die letzte Rede des USA Senator Hollings, 2004.
      Er sagt unumwunden das Bush jr AIPAC, der jüdische Lobby, Krieg gegen Irak versprach, wenn er gewählt wurde.
      ‚Das ist Politik‘, sagt Hollings.
      Auch, wenn sie englisch lesen können, suchen sie Karin Kwiatskovski, sie war Colonel, Hauptmann, so etwas, im Pentagon, für Informationen, Intelligence, über das Mittlere Osten.
      Sie wurde gezwungen Lügen zu schreiben, wollte das nicht.
      Jetzt ist sie Bauerin.
      Was sie über Juden sagt ‚ sie sind cowards‘, das deutsche Wort erinnere ich mich jetzt nicht, ’sie lassen Andere ihre Kriege führen‘.
      1946, wenn deutlich was das Roosevelt’s Absicht die Welt zu regieren in VN Sicherheitsrat, mit junior Partner Kleineres Brittanniën, Russland und China, gescheitert war, Stalin und Mao machten nicht mit, versuchte Baruch doch noch eine Weltregierung zu stiften.
      Sehe Wiki.

    • passant
      Noch etwas.
      Francois de Wendel, ‚Unterkönig‘ in Frankreich, eng befreundet mit der Französische Rothschildt, sagt das ‚Hitlers grosse Fehler war die Macht des internationalen Judentums zu unterschätzen‘.
      Jean-Noël Jeanneney, ‚Francois de Wendel en République, L’Argent et le Pouvoir 1914-1940, Paris 1976

  8. Hallo Ken! Herr Kopp hat übrigens mit der Verlegung der Bücher des investigativen Wirtschaftsjournalisten F. William Engdahl auch dafür gesorgt, dass diese ganze Geostrategie, über die hier gesprochen wird und noch viel mehr , Interessierten schon lange und ständig in gut übersichtlicher Form erfahrbar war und ist. Ich weiß das alles im Prinzip schon seit über 10 Jahren. Engdahl schreibt laufend über „die dunkle Seite der Macht“. Für diese hier diskutierte Zeit sind die beiden Bücher: „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ und „Saat der Zerstörung“ besonders informativ. Hier einmal der Brief, den Arthur Balfour an Walter Lord Rothschild, einen Repräsentanten der Vereinigung englischer Zionisten, schrieb, der in erstgenanntem Buch von Engdahl zu finden ist:

    „Ich habe das große Vergnügen, Ihnen im Namen der Regierung Ihrer Majestät folgende Sympathieerklärung für die jüdisch-zionistischen Vorhaben anzugeben. Sie hat dem Kabinett vorgelegen und seine Zustimmung gefunden. Die Regierung seiner Majestät betrachtet mit Wohlgefallen die Errichtung einer nationalen Heimstatt für das jüdische Volk und will alle Anstrengungen unternehmen, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei gibt sie klar zu verstehen, dass sie nichts unternehmen wird, was die religiösen und zivilen Rechte der bereits in Palästina lebenden nicht-jüdischen Gemeinden oder die Rechte und den politischen Status, den Juden in irgend einem anderen Land genießen, einschränkend vorwegbestimmt. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung der zionistischen Vereinigung zur Kenntnis bringen würden.“

    Engdahl schreibt dann : Auf die in diesem Brief angedeutete Erklärung stützte sich das Mandat des Völkerbundes über Palästina. Der Völkerbund wurde damals auf ganzer Linie von den Briten kontrolliert. Er lieferte den Vorwand,um territoriale Verschiebungen mit weltweiten Auswirkungen zu erzwingen. Die in dem Schreiben fast beiläufig gemachte Bemerkung über die „bereits in Palästina lebenden nicht -jüdischen Gemeinden“ bezog sich auf 85% der dort lebenden Bevölkerung. Es handelte sich um arabische Palästinenser. 1917 gab es in Palästina weniger Juden pro Kopf der Bevölkerung als in Deutschland, nämlich weniger als 1%.

    • Man kann sich mit Meinungen nur dann auseinandersetzen, wenn sie auch ausgesprochen werden (dürfen).

    • Was ich nicht lese ist das die Balfour erklärung erpresst wurde.
      England hätte November 1917 kapitulieren müssen, ohne auch USA militärische Hilfe war es nötig gewesen, Hunger, durch U Boote.
      1938 begann USA Senator Nye seine Untersuchung warum die USA militärisch eingegriffen hatte, er entdeckte die diplomatische Korrespondenz zwischen USA und GB über die Balfour Deklaration.
      Donald McCormick, ‘The mask of Merlin, A Critical Study of David Lloyd George’, London, 1963
      Harold L Ickes, ‘The secret diaries of Harold L Ickes, I, The first thousand days’, New York, 1954
      Harold L Ickes, ‘The secret diaries of Harold L Ickes, II, The inside struggle’, New York, 1954
      Harold L Ickes, ‘The secret diaries of Harold L Ickes, III, The lowering clouds’, New York, 1954
      In welches der drei Bände die Konsternation in Washington über die Balfour Erklärung steht, kann es jetzt nicht nachschauen.
      Ickes war Mitglied der Roosevelt Regierung.
      Nye tat nichts mit seine Entdeckungen, nach der Japanischer Angriff trat er aus der Senat, und wurde wieder Anwalt.
      Einige Andeutungen über die Nye Untersuchung stehen in
      Charles Callan Tansill, ‚Amerika geht in den Krieg‘, Stuttgart 1939 (America goes to War, 1938)

  9. Ob der Lederer und seine sonstige Antideutschen Linken sich diesen Beitrag anschauen?
    Ich glaube nicht, das würde zu sehr schmerzen.
    Für mich das beste Zitat:
    Zionismus geht über Menschenrechte – Zitat der amtierenden stellvertretenden israelischen Außenministerin Tzipi Hotovely
    Was dem ein oder anderen vielleicht an dieser Aussage nicht gefällt, ist die Tatsache das ist: aggressiv, psychopathisch, rassistisch und unbelehrbar.

    • Wenn sie das lesen würden, schrieen sie ganz laut Fakenews und Antisemisch! Die „Solidarität“ ist durch nichts zu erschüttern, nicht Mal durch nachweisbare Fakten, von denen kommt dann nur noch Mimimimimi…
      Das ist halt ihre Religion und nichts ist schlimmer als unerschütterliche Überzeugung wider jeder Vernunft.

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