KenFM im Gespräch mit: Rüdiger Lenz („Das Nichtkampf-Prinzip“)

Rüdiger Lenz ist Opfer- und Täter-Therapeut. Für die Menschen, die vom Staatsanwalt zu ihm geschickt werden, ist der Psychologe die letzte Chance, um einen Gefängnisaufenthalt noch abwenden zu können. Bevor Rüdiger Lenz sich mit den unterschiedlichsten Mechaniken der Gewalt auseinandersetzte, war er erfolgreicher Kampfsportler. Lenz, der Autor der Bücher „Das Nichtkampf-Prinzip“ sowie „Die Fratze der Gewalt“, wendete sich vor Jahren vom Kampfsport ab, da er erkannte, dass auch diese körperliche Betätigung ohne das Muster der Gewalt nicht auskommt. Sport als Wettkampf produziert Sieger, indem es Verlierer billigend in Kauf nimmt.

Identische Muster findet man im Wirtschaftssystem Kapitalismus. Die sogenannte Strukturelle Gewalt. Sie wird auf ganze Staaten übertragen. Das, was wir im Moment in der Ukraine erleben, ist eine 1:1-Kopie des Modells, Macht durchzusetzen, wie Lenz das von unzähligen Straßenkämpfern kennt. Die Macht des Stärkeren.

Im Gespräch mit KenFM überträgt Rüdiger Lenz das Analyse-Modell „Täter / Opfer“, bekannt aus der klassischen Kriminalität, auf die beiden Gegner NATO und Russland. Wer ist hier Aggressor, wer verteidigt?

Das Gespräch zeigt auf, dass eine Lösung des aktuellen Konflikts nur dann gelingen kann, wenn wir global die Art, miteinander umzugehen, vollkommen überdenken. Wie es kein richtiges Leben im falschen gibt, kommt der Kapitalismus nicht ohne mutwillige Zerstörung aus. Krieg. Es ist eine Illusion, zu glauben, die Krim-Krise sei „irgendwie neu“. Sie folgt den üblichen imperialen Mustern. Die Welt ist inzwischen zu klein geworden und zu schwer bewaffnet, um dieses Wirtschaftssystem auf Dauer weiterführen zu können, ohne dass die Menschheit ausstirbt.

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4 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Rüdiger Lenz („Das Nichtkampf-Prinzip“)

  1. Sehr interessant, aber meiner Zeit weit voraus, muss ich sagen. Zwei Erwähnungen aus dem Beitrag wollte ich gerne verlinken:

    bei 38:34
    Franz Alt – http://www.sonnenseite.com
    Holger Strohm – bei Ken https://www.youtube.com/watch?v=inWzvB7Qg0Y

    bei 34:45
    Gerald Hüter – https://www.youtube.com/results?search_query=Gerald+H%C3%BCter
    Manfred Spitzer – https://www.youtube.com/watch?v=u4RIqeGnVtw

  2. Schönes Interview,
    aber bitte stellen sie sich in Gesprächen nicht in den Schatten (von der Beleuchtung her).
    Das wirkt geheimnisstuerisch und befremdlich.
    Leuchten sie sich bitte genausogut aus wie ihren Gesprächspartner, das schafft ein angenehmeres Bild.

    Danke

    Ulrich Pfeifer

  3. Es fällt mir sehr schwer diese Friedensgesellschaft zu denken, wohl weil es, vielleicht von regionalen Urvölkern abgesehen, keine Beispiele gibt.
    Andererseits halte ich alles für möglich.
    Können wir innerhalb des Systems dasselbige in seiner Komplexität wirklich lesen und deuten? Selbst wenn wir verschiedene Perspektiven einnehmen, reicht ein Leben, ausreichend genügend anzuschauen, um Wege aus dem System zu finden? Oder besteht die Chance nur nach einer riesengroßen Katastrophe?
    Hoffe das nicht.

  4. wunderbares gespräch, vielen dank dafür! zum bild: leider werden beim neuen format oft die köpfe teilabgeschnitten, das alte format fand ich angenehmer… ist natürlich geschmackssache….
    liebe grüße
    willhelm

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