Schlammschlacht

Der Sozialabbauer und Transatlantiker Klaus Lederer betätigt sich als Meinungszensor im Interesse der Mächtigen.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Die Vorstandsmehrheit der Linkspartei will partout Recht behalten und bemerkt gar nicht, wie sie die Partei zerlegt und eine immer offensichtlichere Ost-West-Spaltung zu Tage tritt. Die Herrschaftsparteien und ihre Medien können sich dabei ins Fäustchen lachen und amüsiert zuschauen.

Fest steht, diese Partei wird nie wieder meine Stimme erhalten. Ich hatte sie ihr immer gegeben, obwohl ich seit Jahrzehnten fundamentale Vorbehalte gegen die parteienbasierte „parlamentarische Demokratie“ hege. Meine Beteiligung an Wahlen ist jetzt definitiv aus und vorbei.

Die dummen substanzlosen Plattitüden, dieser hirnrissige geistige Dünnpfiff — man mag es schon gar nicht mehr hören — „Antisemit, Antiamerikaner, Querfrontler, Verschwörungstheoretiker“, grenzen schon an Schwachsinn. Begründungen und Diskussionen werden generell verweigert bzw. „Beweise“ herangezogen, die keine sind.

Auch werden alle Menschen, die das Programm von Ken Jebsen für eine gelungene Alternative zum neoliberalen und kriegstreiberischen NATO-konformen medialen Einheitsbrei halten, gleich mit in Sippenhaft genommen. Die Rechtsausleger in der Linkspartei, die Jebsen hassen wie die Pest, hassen ihn vor allem deshalb, weil er ihnen die eigene Verlogenheit, den eigenen grenzenlosen Opportunismus vorhält, insbesondere die Feigheit, sich gegen die NATO und ihre angezettelten Terrorkriege sowie gegen die Mordkoordinationszentrale Ramstein zu positionieren.

Die alte Feindnummer zieht sich wie eine eklige Schmierspur durch die Menschheitsgeschichte: Die Hatz auf Jebsen und seine Anhänger ist lediglich deren Verlängerung und weist Parallelen zur Inquisition, der Hexen- und Ketzerverbrennung längst vergangen geglaubter Zeiten auf.

Vor allem das Verfolgungsmuster der beweisfreien Denunziation und Stigmatisierung sticht hier hervor: das schreierisch-hysterische, verblödete und autoritätshörige Denunziantentum, das gar nicht genug Holz auf dem Scheiterhaufen zusammentragen kann, um die Gebranntmarkten brennen zu sehen. Es hallt nach, das Jubelgeschrei alter Zeiten, wenn die Köpfe in den Korb fallen.

Die Mehrheitsfraktion der Linkspartei kann es offensichtlich nicht mehr erwarten, die neuen Interventionskriege der NATO gutzuheißen und damit den ganz großen Kotau vor dem marktradikallen Kapitalismus als totalitärem, alternativlosen Herrschaftskonzept zu vollziehen.

Und weil in Deutschland der Diskursnotstand eingetreten ist, muss Ken Jebsen den Karlspreis der Neuen Rheinischen Zeitung gegen alle Widerstände bekommen.

Auch daher:

Auf zur Verteidigung der Presse- und Meinungsfreiheit nach Berlin!

Am Donnerstag, den 14. Dezember um 16:00h am Rosa-Luxemburg-Platz!

+++

Dieser Beitrag erschien am 06.12.2017 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Alle Beiträge von KenFM sind ab sofort auch auf der KenFM App verfügbar: https://kenfm.de/kenfm-app/

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

13 Kommentare zu: “Schlammschlacht

  1. Die Linkspartei ist tot. Ich gehe davon aus, dass sich die Partei spalten wird.

    Wie auch immer: So oder so brauchen wir eine neue, kraftvolle Bewegung mit klarem Konzept! Und nicht so eine ziellose, unattraktive, von bürokratischen Opportunisten wie Ramelow und Lederer verseuchte Organisation.

  2. Das alte Spiel; korrumpiert sie, dann unterwandert sie, wenn das nichts nützt, erpresst sie.
    Jeder hat irgendwas, wenn nicht – erfinden wir was.
    Es ist unvorstellbar das nach 100 Jahren Konterrevolution auf den roten Oktober es offensichtlich noch wenige der LINKEN geschnallt haben. „Die“ geben keine Ruhe, die werden uns immer bekämpfen und diffamieren, gemein, dreckig und hinterfotzig und dann wieder von vorn.

    Sie wissen, wenn der Sozialismus nochmal ne Chance bekommt, wird es schwerer ihn wieder zu besiegen als dieses Mal.
    Ein kluger Mann hat mir mal gesagt: denk daran, die Janusköpfe die mit den 2 Gesichtern, die sind gefährlich.
    Darum bleibt wachsam!

  3. Gerade habe mich gefragt, wie denn jetzt ein ehrlicher, aufrechter Linker überhaupt noch Parteimitglied bleiben kann.
    Zumindest LaFontaine könnte doch locker austreten, er ist doch schon im Rentenalter. Das kann ja nun seine Partei nicht mehr sein!

    • Wegen so einer letzlich Lapalie – ausgelöst von so einem kleinen geistigen Licht wie Lederer – wird ein hochgeistiger, welt-erfahrener Lafontaine ganz sicher nirgendwo austreten.

      Das er sich überhaupt dazu geäußert hat, ist schon was.

    • Ich halte den Vorgang nicht für eine Lapalie.
      Achtzehn verwirrte Spinner im Parteivorstand drücken mal eben einen Beschluss durch, um einem kleingeistigen Verleumder den Rücken zu stärken ?!
      In der Partei DIE LINKE ?
      Für mich ist das knüppelharter Shit, den ich offen gestanden so nicht erwartet hätte.

      Zuerst die Äxte im Rücken von Wagenknecht, jetzt dieser lächerliche Quatsch !

      Demnächst werben sie für Flexiblisierung, Privatrente und Vorwärtspräsenz… bis sich irgend’n CSU-Pfosten dazu veranlasst sieht, die Linken zu loben für ihre fortschrittlicher werdende Gesinnung… und das ist dann der Zeitpunkt, wo sich diese 18 lustigen Menschen gegenseitig auf die Schulter klopfen und endlich von Regierungsverantwortung träumen können.
      Nur wird’s dazu nicht kommen, weil sie dann nicht mehr gewählt werden.

    • Ich sehe das auch nicht als Lappalie, sondern als einen Zusammensturz, der schon lange vorbereitet wurde. Ich habe leider so eine Horror-Vision, als ob jetzt überall die Nullen nach vorn geschoben werden von der geheimen Macht. Genauso, wie die wissenschaftliche Studie es beweist, die Trautvetter vorgestellt hat, dass sich Revolutionen in der Geschichte am ehesten durchsetzen ließen, wenn ihre Ideale in der Bevölkerung möglichst breit gestreut waren, also quer durch alle Alters-und Gesellschaftsstufen und politischen Couleurs, lässt sich eine Diktatur so auch am besten installieren.

    • Ob Lappalie oder lächerlicher Quatsch, ist (mir) letzlich egal. Gemessen was sonst für Knaller in der Politik ablaufen – worüber sich niemand groß aufregt – möchte ich noch mal einen draufsetzen und sage – Nichtigkeit.

    • P.S.
      Gleichwohl finde ich richtig, das das Thema hochgehalten und wenn nötig auch aufgebauscht wird. Wenn sich denn schon mal – äußerst selten – eine generelle Einigkeit findet, dann sollte man diese auch nicht einfach so von der Leine lassen.

  4. „Der Sozialabbauer und Transatlantiker Klaus Lederer betätigt sich als Meinungszensor im Interesse der Mächtigen.“

    So ist das halt mit der Macht. Mann macht mit Macht Sachen das es nur so kracht – und das Wahlvieh hat’s vollbracht.

    Das gibt sicher ein paar Pluspünktchen bei seinem Freundeskreis. Und jeder Pluspunkt ist bares Geld wert – für die Zeit danach…

  5. Bravo Ulrich Mies, ich bin stolz darauf, ein Namensvetter zu sein, genauso wie mit dem geschätzten Herrn Teusch.
    Sie finden genau die richtigen Worte und ich bin stolz darauf, dass ich dieses Jahr meine Stimme nicht gegeben habe, auch nicht der Linken.
    Also: Auf nach Berlin, am 14. Dezember, wir sehen uns!

Hinterlasse eine Antwort