Schlechter Verlierer

US-Präsident Trump fügt seinem Land erheblichen Schaden zu, weil er die Wirtschaftskraft Chinas noch immer unterschätzt.

Von Rubikons Weltredaktion.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

Das Team des Präsidenten liegt, was China betrifft, in allen Punkten falsch und steht auf verlorenem Posten. Nun sollen die Folgen jahrzehntelanger neoliberaler Ausblutungspolitik durch Zölle „geheilt“ werden. Die USA weigern sich, den fulminanten Aufstieg des Riesen im Osten zur Kenntnis zu nehmen. So verlieren sie in einem Konflikt, den sie, wären sie klug, gar nicht erst begonnen hätten. Eine besonnene Wirtschaftspolitik könnte nämlich zum beiderseitigen Nutzen im Sinne einer Win-Win-Situation sein. Was sind die Gründe dafür, dass Trump und sein Team nicht erkennen, dass der Handelskrieg mit China ein einziges großes Eigentor für die USA ist? George Koo geht dieser Frage nach.

Von George Koo.

Mit der Resonanz auf die Eröffnung von Costcos (Costco ist eine US-amerikanische Großhandelskette; Anmerkung der Übersetzerin) erstem Fachmarkt in China letzte Woche hatte man nicht gerechnet. Wie in den Massenmedien, unter anderem in der Asia Times, berichtet wurde, warteten die Menschenschlangen drei Stunden lang, bevor sie Zutritt bekamen, und zwei weitere Stunden bei der Kassenabfertigung. Das Unternehmen musste die Türen am ersten Tag um 13.30 Uhr schließen und beeilte sich, den Ansturm am zweiten Tag zu regulieren. Diese Resonanz bei den einfachen, normalen Leuten widerlegte deutlich die Behauptung Trumps, Chinas Wirtschaft sei am Scheitern. Zudem belegt sie auf traurige Weise die Unkenntnis und Fehleinschätzung seines China-Teams.

Man muss Costco dafür Anerkennung zollen, dass es den Markt in China gut analysiert und den Nerv der Käufer in Shanghai genau getroffen hat. Und dieser Nerv ist vielversprechend, beträgt die Kaufkraft von Haushalten mittleren Einkommens in China doch ein Dreifaches der US-amerikanischen. Wie kann sich Trumps China-Team so sehr bei der Einschätzung der Wirtschaft Chinas täuschen? Weil es sich dem selbstgefälligen Gefühl hingibt, dass die USA weiterhin einzigartig bleiben, dass China nur weiß, wie man stiehlt und kopiert und zudem, dass China um Gnade winseln wird, wenn ihm mit Zöllen gedroht wird. Doch dieses Team liegt in jeder Hinsicht falsch.

Trump wird von seinen Beratern in die Irre geführt

Robert Lighthizer, Handelsbeauftragter und gelernter Jurist, hat nicht viel Ahnung von Wirtschaftswissenschaften. Er ist der Auffassung, dass das Handelsdefizit mit China einzig durch Zölle auf Importe aus China reduziert werden könne. Trumps China-Berater Peter Navarro wusste noch nie viel über China und gab bereitwillig zu, auch nicht viel über Ökonomie zu wissen — genauso wie sein Chef. So kann er Trumps Ego schmeicheln — mit der unsinnigen Aussage, ein Handelskrieg mit China sei leicht zu gewinnen.

Das China-Team Trumps machte sich nie die Mühe herauszufinden, was in China los ist. Hätten sie dies getan, hätten sie festgestellt, dass die Summe der ausländischen Direktinvestitionen in China in der ersten Hälfte des Jahres 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,5 Prozent gestiegen ist.

In anderen Worten: Unternehmen ziehen sich nicht zurück, sondern investieren weiter in China, weil sie — im Gegensatz zu Trump — das Land als einen attraktiven Geschäftsstandort empfinden. Chinas BIP stieg im letzten Jahr um 6,5 Prozent. Davon waren nur 1,5 Prozent auf Exporte zurückzuführen und Exporte in die USA betrugen offensichtlich nur einen Bruchteil davon. Diese Exporte in die USA waren für die chinesische Wirtschaft also nicht so bedeutend, wie Trump sich das vorgestellt hatte. In den letzten Jahren bestand die Politik Chinas darin, den inländischen Konsum zu steigern — heute tragen chinesische Verbraucherausgaben zu mehr als 50 Prozent des BIP bei.

Das Trump´sche Weiße Haus verstand einfach nicht, dass die Konsumwirtschaft Chinas bereits viel größer ist als die der USA. Erst kürzlich hat Peking zwanzig neue politische Verordnungen verkündet, die die Konsumausgaben weiter anregen sollen. Die neuen Verordnungen fördern beispielsweise neue, durchgehend geöffnete Minimärkte sowie Autoverkaufs- und Shoppingmöglichkeiten und unterstützen neue Ferien- und Unterhaltungsoptionen und ähnliches.

China hat offensichtlich einen Plan, wie es mit den negativen Folgen des Handelskrieges umzugehen hat. Es zählt auf den Binnenkonsum, durch den Chinas Wirtschaft dynamisch und widerstandsfähig bleiben soll.

Trumps einzige Antwort: Zölle

Trumps einzige Strategie China entgegenzutreten besteht darin, mehr Zölle zu erheben und mit noch mehr Zöllen zu drohen. Er hat wiederholt öffentlich erklärt, dass erhobene Zölle „freies“, von China bezahltes Geld seien. Irgendjemand muss ihm sagen, dass dieses freie Geld dem US-amerikanischen Konsumenten schadet, weil es die Güter verteuert und die Portemonnaies leert. Das Geld ist nicht umsonst und es kommt auch nicht aus China.

US-amerikanische Einzelhändler wie Best Buy wehklagen schon ängstlich in Erwartung einer neuen Trump‘schen Runde von Zöllen auf Konsumgüter am 1. September. Sie wissen, dass die Einfuhrzölle auf in China produzierte Güter ihre Gewinnspannen vermindern, die Preise für ihre Kunden in die Höhe schnellen und das Kundenaufkommen in ihren Läden sinken lassen.

Costco in China hat dieses Problem nicht. Es bietet Made-in-China-Produkte für seine Kunden in China an. US-amerikanische Einzelhandelsgeschäfte sind dagegen auf billige, in China hergestellte Produkte angewiesen, um ihre Regale zu füllen.

Indem es die Zölle für Importe aus anderen Ländern senkt, kann China die erhöhten Zölle auf US-amerikanische Importe mehr als ausgleichen. So bleibt der chinesische Konsument vom Handelskrieg unbehelligt. Gleichzeitig wird dem US-amerikanischen Farmer großer Schaden zugefügt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres sind die Insolvenzen um 13 Prozent gestiegen. Trumps Angebot, die Farmer aus dem Zollaufkommen finanziell zu unterstützen, kommt einem Pflaster auf einer klaffenden Wunden gleich. Wer aus dem Weißen Haus kann sie beraten, was sie im nächsten Jahr anpflanzen sollen — zeichnen sich doch für mehr und mehr Haushalte Konkurse ab?

Kein Respekt vor Chinas Technologie

Führende US-Politiker auf beiden Seiten des politischen Spektrums hängen dem Glauben an, Chinas Technologie-Kompetenz basiere auf Diebstahl. Selbst Huaweis 5G-Technologie muss illegal und von irgendwoher gestohlen worden sein — obwohl niemand sonst die Technologie besitzt, die Huawei gestohlen haben soll. Washington mag sich damit trösten, Chinas technologisches Können abzuqualifizieren, aber die USA werden so leider in die Irre geführt.

Den jüngsten Statistiken zufolge hält Samsung beispielsweise den ersten Platz bei den Marktanteilen von Handys. Huawei ist jedoch mit 15,8 Prozent auf den zweiten Platz geklettert, während Apple mit 10,5 Prozent auf den dritten Platz gerutscht ist. Bezeichnenderweise haben sich die Positionen umgekehrt und die Verkäufe von Huawei sind um 16,5 Prozent gestiegen, während Apple einen Rückgang von 13,8 Prozent zu verzeichnen hat. Da kann man noch so sehr schimpfen — die tatsächlichen Verkaufszahlen werden sich dadurch nicht ändern. Vor etwa zehn Jahren kaufte China Technologie für Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens. Damals dachten manche der deutschen Experten im Geheimen, dass China Jahrzehnte brauchen würde, um alle Aspekte dieser Technologie zu durchdenken und aufzunehmen.

China hat jedoch innerhalb eines Jahrzehnts die deutsche Technologie übertroffen und wurde weltweit führend. Chinas Hochgeschwindigkeitszüge sind schneller und kostengünstiger als die japanischen oder europäischen. Und dies ist nur ein Indikator dafür, wie schnell China technologische Spitzenleistungen entwickeln kann, wenn es diesen Schwerpunkt setzt.

CRRC, ein Teil des chinesischen Hochgeschwindigkeitszug-Konsortiums, hat den Zuschlag für die Herstellung von Metrowaggons für US-amerikanische Städte bekommen. Es schlug vor, die Bahnwagen in neuen Fabriken in den USA zusammenzubauen — einerseits würde dies Beschäftigung für US-Arbeiter schaffen, andererseits ein hochmodernes Design zu einem günstigeren Preis als alle konkurrierenden Angebote bieten. Indem innere Bauteile der Waggons in den USA hergestellt würden, bestünde das fertige Produkt zu mehr als 60 Prozent aus lokalen, also US-Bestandteilen. Dass dies eine Vereinbarung zum Gewinn aller sein würde, ist offensichtlich. Doch als der erste Wagen nach Boston geliefert wurde, war der einzige Kommentar des New Yorker Senators Chuck Schumer, dass er sich Sorgen darum mache, China könne die Wagen für die Spionage gegen die USA nutzen. Und jüngst ist Kongressmitglied Harley Rouda noch weiter gegangen, als er eine Gesetzgebung unterstützte, die den Kauf von CRRC-Bahnwaggons mit Bundesgeldern verbieten würde.

Rouda sagte, „das hart verdiente Geld der US-Steuerzahler (solle) keine chinesischen Unternehmen fördern, die Wirtschaftszweige unterminieren, die wesentlich für unsere nationale Sicherheit sind.“ Er ist entweder verwirrt oder einfach nur ausländerfeindlich, weil US-Amerikaner schon jahrzehntelang keine U-Bahn-Waggons mehr herstellen. Wenn dies tatsächlich eine Branche ist, die wichtig für die nationale Sicherheit der USA ist, sollte er sich besser beeilen und die Unternehmen auf dem Friedhof wiederbeleben.

Oder — Gott behüte — Rouda weiß es natürlich besser, profiliert sich aber gerade, um leicht ein paar politische Pluspunkte zu erwerben. Jeder in Washington weiß, dass die beste Art, in den Medien zu glänzen, das Austeilen gegen China ist. Man kann sehen, dass China einen kurzfristigen Plan für den Umgang mit dem Handelskrieg hat, während das Trump´sche Weiße Haus völlig ahnungslos ist. Die langfristigen Auswirkungen sind jedoch noch schädlicher.

Der Handelskrieg wird den USA größeren Schaden zufügen

Ob nun Sojabohnen aus Iowa, Hummer aus Maine oder Wein aus Kalifornien — wenn die Chinesen einmal aufgehört haben, US-amerikanischen Verkäufern ihre Ware abzunehmen, werden sich die Märkte so schnell nicht erholen. China hat bereits Ersatzquellen gefunden. Je länger der Handelskrieg andauert, desto etablierter werden die neuen Lieferanten und desto schwieriger wird es für die US-Exporteure, sie zu vertreiben und ihren Marktanteil zurückzuerobern. Vorausgesetzt natürlich, der Handelskrieg wird jemals enden.

Im Technologie-Sektor ist die Lage ebenso schlimm. Trump dachte, die Oberhand zu haben, als er US-amerikanischen Halbleiter-Unternehmen befahl, den Verkauf von wichtigen elektronischen Komponenten an Chinas Spitzenhersteller von Smartphones wie ZTE und Huawei einzustellen. China ist jedoch ein so großer Markt, dass US-Unternehmen, die Halbleitereinheiten herstellen, es sich nicht leisten können, auf diesen zu verzichten.

Die US-Unternehmen flehten Trump an und er gab widerwillig nach: US-Unternehmen dürfen weiterhin für eine begrenzte Zeit an China liefern — die Frist wird jedoch stets verlängert.

Die chinesischen Unternehmen allerdings, die von wesentlichen Chipsätzen aus den USA abhängig sind, haben die Zeichen der Zeit erkannt — Huawei beispielsweise hat bereits sein eigenes OS für das Smartphone angekündigt, das das Android OS von Google ersetzen wird. Zudem arbeitet es fieberhaft an der Entwicklung seiner eigenen Telekommunikations-Chipsätze, um damit Qualcomm und Nvidia zu ersetzen.

Wenn die bisherige Entwicklung einen Hinweis auf die Zukunft darstellt, wird sich Huawei schneller als von Washington vermutet von US-amerikanischer Technologie lossagen. Dann werden US-Hightech-Unternehmen schnell Marktanteile verlieren und den Abbau ihrer Präsenz und ihres Einflusses in China erleben. Sollte es dem Weißen Haus Trumps tatsächlich gelingen, die beiden Wirtschaften zu entkoppeln, werden beide Länder zu Verlierern. Keinem wird es dann möglich sein, vom Fortschritt des jeweils anderen und vom Multiplikatoreffekt der Verbindung der beiden weltweit größten Volkswirtschaften zu profitieren.

Historiker werden wahrscheinlich einmal den Nullsummen-Konflikt beklagen, den der inkompetente Trump verursacht hat, und den gemeinsamen Gewinnen nachweinen, die möglich gewesen wären, hätten die beiden größten Ökonomien zusammengearbeitet und die Lose-Lose-Konfrontation vermieden.


George Koo ist in China geboren und im Kindesalter in die USA gekommen. Er hat unter anderem am MIT studiert und war später in einer Beraterfirma für Geschäfstbeziehungen mit China tätig. Sein Schwerpunkt ist China und die bilateralen Beziehungen zwischen den USA und China.


Redaktionelle Anmerkung: Dieser Text erschien zuerst unter dem Titel „Trump can’t afford to win any more trade wars„. Er wurde von Gabriele Herb aus dem ehrenamtlichen Rubikon-Übersetzungsteam übersetzt und vom ehrenamtlichen Rubikon-Korrektoratsteam lektoriert.

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Dieser Beitrag erschien am 13.09.2019 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: Lightspring / Shutterstock

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10 Kommentare zu: “Schlechter Verlierer

  1. Die Faktenlage ist ja sehr eindeutig, für jeden nachvollziehbar und verständlich.
    Hat denn noch niemand Trump auf diese "Defizite" in seiner Strategie angesprochen?
    Was sagt er zu der Kritik?
    Spricht er überhaupt mit seriösen Kritikern oder umgibt er sich mit einer Filterblase aus gleichgesinnten Kollegen und Medien, so wie es deutsche Politiker tun?

  2. Wer mit Geld bezahlt, der tauscht nicht. Vielmehr hat das Bezahlen mit Geld etwas Ähnlichkeit mit dem Bezahlen mit Schuldscheinen. Schließlich entsteht Geld als Schuld und es ist insofern nichts anderes als eine Schuld.

    Wenn etwa Christian Lindner in der Haushaltsdebatte im Bundestag (vor sehr wenigen Tagen) von Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft spricht, dann dürfen wir es in diesem Zusammenhang nicht übersehen, dass dieser vermeintliche Wettbewerb in Wirklichkeit ein Machtwettbewerb um Geld ist, der zwischen wenigen großen Akteuren der Wirtschaft ausgetragen wird.

    Soweit er Meinungsfreiheit fordert, hat er insofern recht, weil Meinungsfreiheit im Zweifel besser ist als Unfreiheit.

    Aber wie steht es eigentlich um unsere Freiheit, wenn wie die Fehlfunktion unseres Finanzsystems mit immer mehr Gelddrucken der EZB immer mehr aus dem Ruder kommen lassen?

    Bei diesem gibt es jedoch das Problem, dass das viele Geld, das doch von den großen Akteuren der Wirtschaft mit immer mehr Marktmacht eingenommen wird, für alle anderen Personen eine Schuld gegenüber den Banken ist, die das Geld aus dem Nichts schöpfen.

    Wenn aber der Geldbesitz mit der Zeit immer ungerechter verteilt ist, dann muss es auch immer mehr Schulden geben, weil im Geldumlauf ständig Geld fehlt, zumal das Geld doch ständig von den großen Akteuren der Wirtschaft eingenommen oder etwa auch von vergleichsweise wenigen reichen Personen in einem sehr erheblichen Umfang gespart wird. Neuer Geld kann jeweils nur als Schuld nachgelegt werden. Aber der Schuldenabbau funktioniert doch nicht, weil sich das viele Geld jetzt ausgerechnet im Besitz der großen Unternehmen befindet, die ihr vieles Geld ohnehin nicht mehr in den privaten Konsum stecken und sich insofern nicht mehr gegenüber anderen Personen verschulden.

    Wo es aber immer mehr Schulden gibt, da muss es auch immer mehr Zinslasten geben, die in die Einkaufspreise einkalkuliert werden, dann aber vergleichsweise wenigen reichen Menschen zufließen.

    Dadurch muss dann mit der Zeit immer weniger Geld für normale Arbeit bezahlt werden, wodurch man dann als Land mit der Zeit auch immer "wettbewerbsfähiger" wird. Aber wir sind als Land doch nicht deshalb wettbewerbsfähig, weil faire Löhne gezahlt werden, sondern weil Politiker wie etwa Sigmar Gabriel, die gleichzeitig in den etwas fragwürdigen transatlantischen Clubs der Investmentbanker sind, einerseits Hartz IV Sanktionen fordern und andererseits auch mit ihrem Nichtstun dafür sorgen, dass sich nichts ändert.

    Vor allem Politiker kassieren ihre üppigen Diäten und diese bestehen doch aus eben gerade dem Geld, das für viele von uns immer mehr zum Erpressungsmittel wird.

    Jedenfalls müssen doch ständig alle Bürger bei unserem etwas fragwürdigen Sozialisieren von Schulden, was mit den Banken auch gar nicht anders möglich ist, dafür herhalten, dass neues Geld entstehen kann. Allen Bürgern werden insofern ständig Schulden angelastet, weil Geld doch als solches eine Schuld ist und es ohne Schulden insofern auch kein Geld geben kann.

    Ähnlich wie Christian Lindner argumentiert, hatte etwa auch Wolfgang Schäuble seinerzeit die Wettbewerbsfähigkeit Italiens kritisiert.

    Hier insofern ein Blick nach Österreich.
    Ich sehe immer wieder Überschriften wie:
    Sebastian Kurz warnt Italien vor zu hohen neuen Schulden.
    Kurz: Österreich zahlt nicht für die Schulden Italiens

    Man könnte es jetzt denken, dass Sebastian Kurz verantwortungsvoll für dasjenige einsteht, das einfach nur gerecht ist.

    Sebastian Kurz versteht es jedoch nicht, dass unser Wirtschaftssystem keine Marktwirtschaft ist, sondern ein in keiner Weise funktionierender "Debitismus".
    Dann hält Sebastian Kurz Überschuldung für gefährlich.

    Was aber in Wirklichkeit gefährlich ist, das ist die Tatsache, dass Politiker wie er sich von den Banken ihre Wahlkämpfe finanzieren lassen.
    Die Ibiza-Affäre liegt dann auch noch nicht so lange zurück.

    Kurz sei zudem im European Council on Foreign Relations des Investmentbankers George Soros. Die ÖVP nimmt zudem auch Spenden von der dortigen Raiffeisenbank an.

    Diese wiederum besitzt in Österreich sehr viele Medien und sie wird insofern auch irgendwo die öffentliche Meinung beherrschen.
    Durch Anteile am Kurier und den Niederösterreichischen Pressehäusern genießt die Raiffeisenbank mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert an Österreichs Medienlandschaft.

    Soweit die Medien nicht der Raiffeisenbank gehören, ist die Raiffeisenbank durch zielstrebige Inseratenvergabe und vielen Sub-Unternehmen auch sehr stark in Medienhäusern vertreten an denen sie keine Anteile hat. Die ÖVP ist personell eng verbunden mit der Raiffeisenbank.

    Es ist unerträglich, dass die ÖVP dermaßen viele Großspenden einsammelt. Außerdem gibt es dort wohl auch noch in erheblichem Umfang verdeckte Spenden. Die ÖVP hätte 13 Millionen Euro für den Wahlkampf eingesetzt. Gesetzlich erlaubt sind dort nur 7 Millionen,

    Dann noch mal zurück zu Christian Lindner.
    Die schwarze Null des Bundeshaushalts hätte seiner Meinung nach eine hohe Symbolkraft.
    Man könnte es denken, dass der Staat jetzt wie die schwäbische Hausfrau gut gewirtschaftet hätte.

    Tatsächlich sind Schulden bei unserem derzeitigen Wirtschaftssystem auch der Wirtschaftsmotor.
    Wo der Staat sich nicht mehr verschulden kann, weil er doch dermaßen "überschuldet" ist, leistet jetzt die EZB ihren Teil.

    Unsere Gesellschaft ist insofern wie der sog. Frosch im Wasser. Wenn man einen Frosch in einen Topf gibt und das Wasser darin langsam zum Kochen bringt, unternimmt der Frosch trotzdem keine Fluchtversuche.

    Wenn die EZB ihr Treiben aber immer weiter fortsetzt, dann wird es uns wie diesem Frosch im Wasser ergehen. Aber die EZB hat auch keine anderen Möglichkeiten als den Schuldenwahnsinn immer weiter voran zu treiben.

    Wenn etwa Gesine Lötzsch, Die Linke, folgendes sagt: "Schuldenbremse ist zur Zukunftsbremse geworden", dann hat sie es nicht verstanden, dass das System immer schneller neue Schulden benötigt, weil alles andere auch nicht funktionieren kann.
    Das ist "links blinken und rechts abbiegen".

    Soweit Christian Lindner von Handel spricht, gibt es doch bei unserem vermeintlichen Handel doch keinen Tausch mit Geldwerten. Vielmehr sucht sich jeder, der ein Einkommen erzielen will, ganz einfach nur "Anschlussschuldner". Aber diese vielen Schuldner bzw. Schulden kann es doch gar nicht geben, weil wir doch etwa auch für das Sparen Schulden benötigen, weil das viele Geld, mit dem wir doch dermaßen viel sparen, für alle anderen Personen jeweils eine Schuld ist, weil Geld doch nur als Schuld entstehen kann.

    Wenn Christian Lindner es sagt, dass die Volksrepublik China ein Wettbewerber ist, dann ist dieser Wettbewerb der Wirtschaft doch in Wirklichkeit ein Spiel mit fehlerhaften Regeln.
    Die derzeitige Praxis der EZB mit immer mehr Gelddrucken kann jedenfalls nicht funktionieren. Auf eine solche Weise können wir die Probleme nur hinauszögern, aber niemals lösen.

    Jedenfalls benötigt das System immer neue Schulden, weil es sonst kollabieren würde. Aber der spätere Schuldenabbau funktioniert nicht.

    Mit diesem Hintergrund ist es unverantwortlich, dass Donald Trump von der Bundeskanzlerin höhere Rüstungsausgaben gefordert hat.
    Donald Trump macht zudem ständig Stimmung gegen Russland. Deutschland dürfe nicht von Russland Öl einkaufen.
    In Wirklichkeit haben die Amerikaner wegen des fehlerhaften Schuldgeldsystems einen immer schneller ansteigenden Schuldendruck. Sie können es sich nicht leisten, dass wir nicht bei ihnen, sondern in Russland einkaufen.

    Außerdem ist es schon etwas komisch, wenn ein Land wie die USA, das doch ständig illegale Kriege anzettelt, jetzt plötzlich als Moralapostel auftritt und Russlandsanktionen fordert. Noch verlogener geht es doch gar nicht!

    Jedenfalls haben wir derzeit ein fehlerhaftes Wirtschaftssystem, bei dem es wenige große Akteure der Wirtschaft einfach nur versuchen immer mehr Marktmacht zu bekommen. Stattdessen müssen wir darüber nachdenken, wie kooperatives Wirtschaften möglich werden könnte.

    Unsere Politik ist leider käuflich und meistens auf Abwegen. Vermutlich gibt es außer dem großen Bankencrash keinen einzigen Ausweg. Wenn die EZB aber ihre Geldpolitik immer weiter fortsetzt, ist es nicht sicher, dass es zum großen Bankencrash kommt. Uns wird es aber so ergehen wie dem Frosch im ständig heißeren Wasser.

  3. Eine Apologie auf die Marktreligion. Wird es jetzt dadurch besser da es China ist? Ist es nicht so, daß in diesem Idiotensystem die meisten, wenn am Ende nicht alle verlieren.

    Ist es nicht etwas sehr offenkundig, daß der Artikel ein allein auf Geschäftsinteressen beruhendes Geschmäckle hat?

    Darf's ein Kessel Buntes sein?

  4. "Schlechte Verlierer"? Was soll dieser Artikel?
    Es geht doch nicht um gewinnen oder verlieren, es geht auch nicht um gut und böse. Genau hier liegt der SPALTPILZ.

    Das derzeitige globale Finanz- und Wirtschaftssystem ist ein grausames und dem Menschen nicht dienliches künstliches Macht- und Unterdrückungssystem. Es erzeugt Spaltung durch Ungleichheit, weil es NUR dem Gesetz der Effizienz bis nin zur Unterdrückung und künstl. Verknappung folgt. Rechtliche Gleichheit oder geistige Freiheit (Kultur, Erziehung, Bildung, Wissenschaft, Meinung, Presse, Medien…) haben keine tragende und gestaltende Rolle.

    Ein Zusammenarbeiten von Amerika und Asien ohne mitteleuropäischen Ausgleich empfinde ich als bedrohlich. Ebenso ist eine einseitige Dominanz von Asien oder Amerika nicht förderlich, denn das Geschehen auf dieser Welt kennt noch viele andere Akteure.

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