Schnell noch ein paar Fragen

Gedicht von Bernhard Trautvetter.

Ob die Herren mit den Geldkoffern damals wirklich glaubten,
sie könnten dem Adolf nach der Machtübergabe ein paar Zähne ziehen?
Sie würden dann im Krieg gegen die ganze Welt als Sieger vom Platz?
Danach würden die Verbrechen vergessen?
Sie könnten dann die erfahrenen Nazis früh genug demokratisieren?

Ob die Herren mit digitalen Geldkonten wirklich glauben,
Flüchtlinge zu Sündenböcken machen hilft aus der Krise?
Die Masse denkt nicht nach
warum Faschismus und Krieg?

Ob die Herren mit den Briefkastenfirmen wirklich glauben,
niemand merkt, ihr System hat System?
Dass ihre Entmachtung nichts ändern würde,
solange dann nur die nächsten feinen Herren
mit Konten in Steueroasen
den Menschen
ein X für ein U
ver kaufen
während die Sahara
die letzten Oasen
verwüstet?
Der Krieg
auch noch die Seelen der Menschen?
Die Not
die Völker der Welt?
Wann
beginnen wir,
uns den Fragen
zu stellen,
vor denen wir
all zu oft weg
laufen?

Wann hören wir auf
ein ander?
Wann beginnen wir
noch einmal
von vorne?

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Textes.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

3 Kommentare zu: “Schnell noch ein paar Fragen

  1. „Machtübergabe“ finde ich gut. „Dass ihre Entmachtung nichts ändern würde“ finde ich auch gut, weil die beschriebene Krankheit systemisch ist. Genau.
    Aber wie so oft, hören diese Gedichte immer zu früh auf. Die interessanten Fragen, wie es denn weitergehen soll, gerade aus solchen wie im Gedicht beschriebenen Ereignissen in der Evolution des Menschen lernend, bleiben im Schatten der Spekulation.
    Ich finde als Künstler / Poet wie auch immer, muss man Position beziehen, denn wozu sonst die Kunst? Als Selbstzweck? Ich finde, wer Güter der Gesellschaft verbraucht, sollte auch für Rücklauf in die Gesellschaft sorgen – auch Künstler. Abgedrehte Flucht aus der Realität finde ich Diebstahl von gesellschaftlich erwirtschaftetem. Das kann man dem Gedicht nicht vorwerfen, es ist schon kritisch / bzw. reflexiv.
    Was ihm aber fehlt sind denn gerade die entscheidenden Fragen zu stellen und diesen perspektivische ANtworten zu gebend, die auf der historischen Analyse aufbauen, die bereits im Gedicht begonnen wurde.
    Geschichte als Basis finde ich aber immer super! Nur weiter so! Ich klicke immer häufiger auf KenFM um zu lesen, interessant.

    • Wie es weiter gehen soll meine ich auch die „Stunde Null“, die keine war. Denn schon nach dem Krieg haben wieder nur Eliten über die Völker entschieden. In dem zerstörten Deutschland hätten die Kommunen die praktischen Belange locker lösen können, ohne einen faulen staatlich- / kapitalistischen Überbau. Sie haben die handfeste Arbeit soweiso machen müssen – alles darüber hinaus ist nur Schein. Stellt euch vor, Deutschland hätte auf Basis freier, föderalistischer Kommunen wieder aufgebaut, was der krasse Zentralismus der Faschos zerstört hat! Das wäre mal ein Schritt nach vorne gewesen. Stattdessen konnten die Sieger und die Willigen in Deutschland nicht abwarten Deutschland gegen die Sowjetunion stark zu machen… das war natürlich wieder genau der Weg zurück, wo es herkam, dieses Deutschland. Leider!
      Ich wollte übrigens noch die Bücher vom Bernt Engelmann empfehlen und vom Oskar Maria Graf über die Zeit des Faschismus. Die Biografie vom Ernst Toller ist auch super und Sebastian Haffner ist auch ok.

  2. Als ich das Bild vom zerstörten Köln sah, kam mir sofort das Bild von Homs heute in den Kopf und ich fragte mich warum wir eigentlich noch leben dürfen. Ich hoffe, und das aus tiefstem Herzen, dass sich die anderen Völker, die von uns bombardiert und ausgebeutet werden bewusst FÜR den Frieden entschieden haben. Anders kann ich mir im Moment nicht erklären, warum Köln nicht schon wieder so aussieht wie dort oben auf dem Bild. Warum Syrien, Libyen und wie sie alle heißen wo wir Krieg exportieren, uns nicht einfach versuchen auszulöschen.
    Jaaaa, vielleicht ist es auch Angst vor der Macht des Westens. Aber das hoffe ich nicht. Denn wenn die Angst verschwindet, dann gibt es für einen Gewalttäter kein halten mehr. Und es läuft auf noch mehr Krieg hinaus.
    Ich kann es immer nur wieder sagen, WEIGERE MICH, GEGEN ANDERE KRIEG ZU FÜHREN. Und das auch im Alltag. Krieg und Hass sind die für mich höchste Form von Unliebe. Aber sie beginnt schon beim lästern, meckern, Schadenfreude, nicht zuhören, nicht verstehen wollen, nicht annehmen usw.
    JEDER, wirklich JEDER kann etwas ändern. Nämlich sich selbst. Als ich mich entschieden habe mich zu einem friedlichen Menschen zu machen und mich selbst zu lieben habe ich nur an mich selbst gedacht. Ich hatte einfach genug von diesem ganzen scheiß Gelaber und den negativen Gefühlen, die das in mir erzeugte. Doch ich änderte nicht nur mich, ich merkte auch, dass sich mein Umfeld änderte. Ganz „zufällig“. Ich versuchte mich selbst zu verstehen und zu lieben, plötzlich kamen Menschen in mein Leben, die mich auch verstehen wollten und von denen ich mich geliebt fühle. Dafür gibt es eine Menge Beispiele. Die Message soll hier aber heißen: Wenn du dich entscheidest, einen Menschen aus dir zu machen, der friedlich ist und liebt, wird sich auch deine Umwelt ändern. Altes wird möglicherweise gehen, neues wird kommen. Neues friedlicheres, liebevolleres. Entscheide Dich. Es liegt bei dir!
    Werde friedlich

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