Sie würden ihre zugigen kalten Gipfel gerne verlassen

Von Dirk C. Fleck.

Ich frage mich häufig, was die Zombies in den Regierungen und Vorstandsetagen umtreibt. Für den Wahnsinn derer, die sich in ihrem permanenten Krieg gegen Mensch und Natur ungestraft jede denkbare Schweinerei erlauben können, habe ich nur eine Erklärung: SIE WOLLEN BESIEGT WERDEN! Sie dürsten nach einer Instanz, die mächtiger ist als sie. In ihrem Innersten ahnen sie, dass sie zu klein und zu unbedeutend sind für das, was ihnen da gelungen ist und was sie sich in satanischer Solidarität weiterhin anmaßen. Sie spüren vermutlich, dass auch sie nur hilflose Wesen sind, die sich in einen schützenden Schoß werfen möchten. Sie können nicht glauben, dass sie mit ihren Mitteln tatsächlich in der Lage sind, die globale Zivilgesellschaft aus den Angeln zu heben. WO IST ER DENN, EUER GOTT, DER ALLMÄCHTIGE?! Wieso erlaubt er uns über das Schicksal der Welt zu bestimmen und damit über seine ureigene Schöpfung!?

Sie sind fassungslos. Deshalb treiben sie ihre Provokationen bis zum Äußersten. Aber ihre zerstörerische Energie ist wie alles andere in die Zeit gegossen. Ihre Macht und der daraus gewonnene perverse Lustgewinn sind vergänglich. Eigentlich wollen sie nur gebremst und bestraft werden. Erst dann sind sie in der Lage, ihre zugigen kalten Gipfel zu verlassen und wieder einzutauchen in die Wärme einer Lebensgemeinschaft, in der Menschen, Pflanzen und Tiere ein filigranes Netzwerk bilden und in dem sich ihre erkalteten Herzen wieder zu öffnen vermögen. Manchmal weiß ich mir einfach keine andere Antwort. Ermutigend ist das nicht. Ebenso wenig wie das folgende Gedicht von Ingeborg Bachmann, das wie ein einziges trauriges Kopfschütteln anmutet:

Wir kommen ungefragt und müssen weichen.
Doch dass wir sprechen und uns nicht verstehen
und keinen Augenblick des anderen Hand erreichen,
zerschlägt so viel: wir werden nicht bestehen.

Vielleicht sollten wir uns einfach wieder mehr Geschichten erzählen, anstatt bis zur Erschöpfung gegen ein System zu kämpfen, das sich von ganz allein abschaffen wird. Es sollten spannende Geschichten sein, Liebesgeschichten, aufregende, abenteuerliche, stille Geschichten – Geschichten, über die wir des anderen Hand erreichen…

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: Bob Pool / shutterstock

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9 Kommentare zu: “Sie würden ihre zugigen kalten Gipfel gerne verlassen

  1. vera sagt:

    ja, diese wenigen zeilen finde ich auch erschütternd wahr. man denkt an die krimis, wo der serienmörder sich eigentlich wünscht, gefaßt zu werden, weil er allein mit dem morden nicht aufhören kann. nur daß sich die truppe von allein, ohne unser zutun abschafft, das ist wohl ein nettes märchen. es ist schwerstarbeit und das wird so bleiben, bis es getan ist.

    die unterwürfigkeit ist das schlimmste und hier in der liste der möglichkeiten steht an der spitze der vorauseilende gehorsam. geht mal an die allertiefsten wurzeln der unterwürfigkeit. wie unfaßbar tief steckt das bedürfnis, sich zu unterwerfen? sogar in diesem text ist unterwürfigkeit enthalten! unterwürfigkeit durch das benutzen dieser sogenannten rechtschreibreform.
    "Ebenso wenig wie das folgende Gedicht von Ingeborg Bachmann…." ebensowenig schrieb man das früher, vor der reform. Erzähle mir keiner, daß das ein versehen war. Die unsitte, alles mögliche auseinanderzureißen, was irgendwie aus zwei teilen besteht, ist nur eine von vielen – diese und die anderen unsitten kommen auf anweisung einer scheinautorität, die sich anmaßt, besser zu wissen, was richtig schreiben heißt, als all die anderen millionen deutschsprechenden/ -schreibenden menschen.
    Die eingeführte regel, das wort "daß" mit ss zu schreiben, ist nun zwar schon 20 jahre her. Aber das zu tun, heißt auch noch nach dieser langen zeit nichts anderes, als denen, die diese unterwerfung unter ihre selbsterfundenen regeln im schreiben eingefordert haben, recht zu geben.

  2. Isabelle Emcke sagt:

    https://www.commondreams.org/news/2020/12/07/future-we-are-looking-wall-street-begin-betting-water-scarcity
    :(((

  3. Alcedo sagt:

    Ich halte das Wesen eines Menschen für sehr viel kenntlicher beiläufig und unter normalen Bedingungen. Jetzt finden vmtl viele Hände zusammen, die im Kern nicht zusammen passen. Ob das dennoch auf Dauer gutgeht? Vielleicht.

  4. UrImpuls sagt:

    Ja, mag so sein.
    Jede Sicht auf eine Welt ist eine und mag so sein, sich aendern oder bleiben. Es gibt, derzeit, wohl 7,8 Mrd. davon oder so.
    Lt. Fallon, dem Hirnvermesser, gibts dort Zentren wie in der realen Welt, Sprachzentrum, Zirbeldruese, Schlaefenlappen, Cortex. jedes Zentrum kann was anderes oder genauer als das andere. Die Zentren sind kreuz und quer verschaltet und kommunizieren so. Geflutcht oder permanent. Das sind dann Gefuehle oder Illusionen von Gefuehlen.
    Beobachtet schon das Kind. Sehr genau. Empfaengt es Kunde von Gefuehlen anderer, sucht es dann bei sich selber auch. Findet es sie nicht, entwickelt es die Illusion eines Gefuehles und speichert ab. So entsteht ein Archiv von Wissen ueber Existez von Gefuehlen, ohne diese selber zu haben. Wird dann ein eloquenter Speichermeister, Pölitiker, Manager, Wissenschaftler, Jurist oder Schwerverbrecher. Ales bestens per Hirnscan reproduzierbar, vermessbar, zuordnungsbar. Nix mit Seele, Gottesfunke, Schoepfergedanke, Schuld oder so. Pure Hirnorganisation, nix anderes.
    Herr C. Fleck. Was Ihre Illusionen keinesfalls ueberfluessig macht. Alles in Hirnen sind Illusionen, Alles ausserhalb ist analog.

  5. SCULPTURUM sagt:

    Das Ende von Nero
    Eine Walter Disney Produktion

    Da war einer, dessen Vermeintlichkeit hatte ihn vors Ende geführt. Nichts ging auf, was er anfasste und wenn, wurde es zu einem Fluch.
    Dann hatte er zum Schluss noch eine irrsinnige „Eingebung“. Er sah alles „bestmöglich“, wie eine Uhr eingerichtet und glatt und alles schien von einer Maschine beflügelt und von Vermögen seines maschinell angereicherten und damit fehlerlosen, großmächtigen Gehirns. Da wagte er dann noch was. Er meinte, so kann er getrost drauf aus gehen und gleich mit dieser Zuversicht alles, das Gesamt der Welt überheben, nach seinem und dem Bild jener wunderbaren RechenMmaschine und ihrer Einrichtung (natürlich mit einem zugesicherten und reichlichen Ertrag), die einzig das eine kleine Manko zur Bedingung hatte: Sie war nichts, ein totes, unbewegliches, irrsinniges Ding, ohne das Fleisch, das nackte, pure Leben, von dem sie lebte. So wollte er sich vor seinem Ende einen krönenden Abschluss geben.
    Er wurde aber festgesetzt und in seine Beruhigungszelle gebracht.
    Dort spielte er mit seinen Freunden und reichlich Sandburgen wurden gebaut und manch einer wurde vom ihn verstörenden Gedanken übermannt, er müsse diese mit dem Blut der anderen nähren.

  6. SCULPTURUM sagt:

    „Jack….Jaaack!“ Virgilio (Bruno Ganz)

  7. Fritz B sagt:

    Noch ein Gedicht:
    In der kürze
    liegt die Würze.

  8. wolfcgn sagt:

    ja Sie haben recht:
    Werd ich zum Augenblicke sagen:
    Verweile doch! du bist so schön!
    Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
    Dann will ich gern zugrunde gehn!

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