Die zweite Silbe des Wortes Tanz – Ein Gedicht

Von Bernhard Trautvetter.

 

Wenn Du mich fragst,
woher ich die Kraft nehme
in der kalten Nacht der Dunkelheit
an das Licht zu glauben,
woher ich die Kraft nehme,
die Gefahren für das Leben
zwischen den radioaktiven Schlachtfeldern
Feinstaub aus Atommüll und Blut
sowie dem Treibhaus immer heftiger Orkane
Trockenheits-Flut-Schmelze zwischen den Polkappen
zwischen Ohnmacht und Wut
woher ich diese Kraft habe,

für den aufrechten Gang trotz alledem

dann antworte ich Dir:
ich weiß weder,
die Antwort
noch weiß ich
wie konkret
all die Gefahren sind oder vielleicht doch nicht,
oder ob sie sich nicht schon ausgewachsen haben
zum Endspiel ehe diese Gattung
ihren letzten Atemzug ausgehaucht hat,
in der großen letzen Tsunami-Flut
aus blinder Gier und Online-Spiel

und ich antworte Dir:
Das Leben ist immer noch so schön
wie Deine Augen, so warm wie Dein Herz
und so weich wie Deine Wangen
es ist so bunt wie die Früchte des Sommers
und die Menschen sind immer noch fähig,
Menschen zu sein, die ihre Wärme
aufregend einfach so oder trotzdem
nach außen spüren lassen

Solange das so ist,
macht es mir Freude,
die Sinnlichkeit der Solidarität
der Hoffnung
zu spüren.

Solange es Menschen gibt
ist Menschlichkeit
die bessere Idee

Und das ist nur ein anderes Wort
für Liebe
die zweite Silbe
des Wortes Tanz

 

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

 

5 Kommentare zu: “Die zweite Silbe des Wortes Tanz – Ein Gedicht

    • Liebe Esther, ich fühle mich von Dir sehr wahrgenommen. Welch Geschenk! Was Du zu Schatten und Licht schreibst, das trifft genau das Titelgedicht meiner Website http://essenart.de/
      In diesem Sinne wünsche ich uns allen, dass wir Freude an der gemeinensamen Aktivität erleben, die Wärme der Solidarität -nach Che die Zärtlichkeit der Völker- in diese Welt zu tragen. Ob und wenn wann wir dabei den Erfolg davon tragen, ist nicht einzig und allein entscheidend; entscheidend ist das Erlebnis von Sinn und das Erlebnis der unsichbaren Schwingung der Gemeinsamkeit, die uns alle trägt… Komme was will

      SCHATTENLICHT
      Das Glück und der Schatten
      Der Schmerz und das Licht
       
      alles spüren
      ist Leben
       
      Licht blendet.
      Schatten macht
      auf Dauer
      blind.
       
      Alles spüren
      öffnet
      das Leben

    • Geht mir auch so mit diesem wunderschönen Gedicht, Esther; und ich schließe mich Deinen ebenso wunderschönen Wünschen für ALLE MENSCHEN herzlich an, Joga

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