STANDPUNKTE • Der Sinn der Demokratie?

Ein Standpunkt von Jochen Mitschka.

Nicht die Qualität, sondern die Durchsetzung der Selbstbestimmung ist entscheidend.

Immer wieder wird betont, dass die Qualität der Politik nur mit der professionellen Maschinerie der politischen Parteien und deren Primat der Politik (1) hoch gehalten werden kann. Nun es gibt genügend Beispiele dafür, dass die so genannte politische Elite grauenvoll falsche Entscheidungen gefällt hat, aber sich anschließend noch dafür gegenseitig Orden um den Hals hängt. Beispiele dürfte jeder von Ihnen im Kopf abrufbar haben. Aber darum geht es gar nicht. Nein die Realisierung der Demokratie hat nicht zum Ziel, die „bestmögliche“ Politik zu realisieren. Denn „bestmöglich“ wird immer subjektiv aus dem Blickwinkel des Betrachters definiert werden. Also auch nicht die „optimale“ Politik ist das eigentliche Ziel der Demokratie, sondern die Realisierung der Selbstbestimmung der Menschen. Und daraus resultierend eine Politik, die von allen Menschen mitgetragen wird, die Loyalität zum Staat erzeugt, die auch Politikveränderung ohne Blutvergießen möglich macht. 

Wenn es darum ginge, die „bestmögliche“ Entscheidung zu fällen, wäre auch das Wahlsystem absurd. Dann müsste man Fähigkeitsprüfungen einführen, die erst zum Wählen berechtigen. Vielleicht müssten Professoren mehr Wahlrecht erhalten, als ein offensichtlich kenntnisarmer Wähler, wobei ich hier keine Beispiele nenne um nicht zu diskriminieren. Es geht nicht um das Wissen und Verstehen alleine. Es geht darum, dass der Mensch sich eingebunden fühlt und weiß, dass seine Stimme Gewicht hat. 

In ihrer Rede aus 2010, in der Angela Merkel das „Primat der Politik“ beschwor, und erklärte, dass die Parteien die Politik machen, und das Volk diese abzunicken habe (1), enthüllte sie ein diametral entgegen gesetztes Politikverständnis und eine elitaristische Sichtweise. Eine solche Sichtweise unterscheidet die heutigen Politiker in keiner Weise von den „wohlwollenden Monarchen“ des Mittelalters. Aber sie behaupten, dass alles andere zum Chaos führen würde, dass ein neuer Hitler käme, oder dass die Wirtschaft im internationalen Wettbewerb untergehen würde, wenn man nicht eine Politik „für die Märkte“ betreiben würde.

Mit anderen Worten, den Politikern der etablierten Parteien geht es nicht um die Menschen. Es geht ihnen darum, eine Politik zu betreiben, welche durch „die Märkte“, also die sie bestimmenden Oligarchen dieser Welt, akzeptiert wird, und nicht darum, dass die Menschen sich mit dieser Politik identifizieren können. Und letztlich sorgen die Medien dafür, dass die Menschen dann doch immer wieder Entscheidungen akzeptieren, die gegen ihre eigenen Wünsche und Interessen von den Parteien gefällt werden.

Darum geht es in dieser „repräsentativen Demokratie“, in welcher der Souverän weder die Regierung direkt bestimmen darf, durch die er regiert werden will, noch den Präsidenten, der ihn weltweit vertreten soll, und als letzte Hürde vor dem Verfassungsgericht bei Gesetzesvorhaben agiert. Apropos Verfassungsgericht, auch das darf der Bürger nicht bestimmen. Alles Genannte wird durch einen „Parteienkonsens“ bestimmt, nicht durch den Willen des Wählers. Und das müsse so sein, so die Parteien, sonst käme Hitler wieder. Und damit die Medien (gemeint sind die, welche nicht unter der Kontrolle von großen Konzernen stehen) auch keine Dummheiten machen, darf der Wähler auch nicht mitreden, wenn es um die Öffentlich Rechtlichen Medien geht, auch die werden durch die Parteien kontrolliert. 

Ach ja, und wenn der Wähler mehr Rechte bekäme, dann wäre das ganz gefährlich, weil dann die bösen rechten Populisten gewinnen würden. Ich muss jedes Mal darüber im Stillen lachen, weil es vergeht kein Unglück, kein Verbrechen, kein Terroranschlag, ohne dass neue Gesetze gefordert und entwickelt werden, oder Politiker an vorderster Linie irgendwelche Maßnahmen fordern, die sie übrigens längst hätten vorausschauend einführen können. 

Mit anderen Worten: Die Parteien haben in einem stillen Putsch den Staat übernommen. Das erkennt man nicht zuletzt daran, dass die politischen Stiftungen der Parteien, fälschlicherweise sogar in staatlichen Internetseiten als „Nicht-Regierungs-Organisationen“ genannt, obwohl sie auch zu den Regierungsparteien gehören und von der Regierung finanziert werden, demnächst vielleicht über eintausend Millionen Euro, also 1 Milliarde, verschlingen werden. Natürlich nur im Interesse aller Deutschen versteht sich. 

Nun wird oft eingewandt, man könne sich ja in Parteien engagieren oder selbst eine Partei gründen. Das ist der lächerlichste aller Einwände. Jeder weiß, dass nur derjenige in der Karriereleiter der Partei aufsteigt, der sich dem Konsens a) der Partei und b) dem Konsens der Parteien untereinander, unterwirft. Und was aus „neuen“ Parteien wird, kann man an der Partei Bündnis90/Die Grünen oder der Piratenpartei sehen. Selbst die Linkspartei, die eigentlich auf Grund der großen vorhandenen Basis hätte in der Lage sein können, eine echte Alternative zu werden, erfährt durch ihre Führung eine zunehmende Domestizierung und Anpassung an den Parteienkonsens. Die Akzeptanz des Parteienkonsens ist insgeheim bei vielen führenden Persönlichkeiten der Partei längst gegeben, wohl wissend, dass man ohne diese keine Chance hat, in der großen Politik mitzuspielen.

War es früher das Geburtsrecht, so ist es heute die richtige Einstellung, die einen Aufstieg in die politische Aristokratie ermöglicht. Dabei spielen Visionen, Einsatz für die Menschen oder Fähigkeiten keine Rolle mehr. Wie man an vielen Beispielen täglich erleben kann. Wenn eine Drogenbeauftragte in einem Interview erklärt, nicht zu wissen, dass in Portugal weiche Drogen liberalisiert wurden, ist das nur einer von vielen Hinweisen. Was nicht heißen soll, dass es nicht in ALLEN politischen Parteien auch Ausnahmen gibt, die meisten vielleicht noch in der Linkspartei. Menschen, die humanistische Überzeugungen haben, die versuchen den Willen ihrer Wähler zu erfüllen, die sich einsetzen für eine Politik, welche nicht für „die Märkte“, sondern für den Souverän akzeptabler ist. Aber sie sind die Vorzeige-Feigenblätter der Politik, die geduldeten Ausnahmen. 

Sehen wir den Tatsachen ins Gesicht: Die Politik, welche durch diese unsere Politiker realisiert wird, könnte kaum schlechter sein. Nehmen Sie die Verkehrspolitik mit zu erwartenden Millionenschäden für den Steuerzahler, oder die Außenpolitik mit einer vollkommenen Unterwerfung unter die Wünsche der USA auf Kosten unserer Wirtschaft und Sicherheit, oder schauen Sie auf die Sozialpolitik, wo versucht wird, Pflegekräfte ohne Sprachkenntnisse aus Entwicklungsländern abzuwerben, statt in Deutschland die Ausbildung wie in anderen Ländern zu akademisieren und vernünftig zu entlohnen. Also lieber Brain-Drain, moderner Sklavenhandel zulasten der armen Länder. Und wenn wir einsehen, dass die Politik kaum schlechter sein kann, dann hört es sich zynisch an, wenn behauptet wird, nur die Parteien könnten sicherstellen, dass eine qualitativ hochwertige Politik betrieben würde.

Es ist das Klammern der Politik an ihrer Macht und ihren Pfründen, der Versuch, eine herausgehobene Stellung zu erhalten, die verloren gehen würde, müssten sich die Politiker tatsächlich dem Willen der Menschen unterordnen. Wären die Politiker verpflichtet die Politik zu exekutieren (oder eben zurückzutreten, wenn sie dies nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können), welche ihnen vom Souverän vorgegeben wird, wäre der Nimbus des „vordenkenden“ Politikers dahin. Ja, dann wären jene die Vordenker, welche den Menschen die Politik verständlich erklären, und ihnen klar machen, was für sie die vorteilhafteste Politik ist.

Und da wären wir wieder bei den Medien. Jede Demokratie, egal ob direkt und echt, oder unecht und so genannt „parlamentarisch“ kann nur funktionieren, wenn die Wähler über alle notwendigen Informationen verfügen. Und das ist derzeit nicht der Fall. Mit anderen Worten: Es ist egal, ob wir eine Demokratie haben oder nicht, so lange die Medien keine wirklich pluralistische und vollständige (nicht der Menge, sondern der Qualität nach) Abdeckung der Wirklichkeit gewährleisten, ist es egal, ob wir wählen, oder nicht, ob es eine plebiszitäre Demokratie, welches übrigens eine Form der Demokratie wäre, die Politiker zur Verantwortung zieht, gibt oder nicht. Das Ergebnis wird immer gleich bleiben.

Erste Schritte zu einer echten Demokratie, welche den Namen verdienten, wären daher eine grundlegende Medienreform. Darüber wurde an anderer Stelle bereits ausführlich geschrieben. (2) Leider ist das unmöglich. Denn die Macht der Parteien über die Öffentlich-Rechtlichen Medien zu brechen, wird durch die Allianz der von den Parteien in diesen Medien an die Macht gebrachten Führungskräfte, gemeinsam mit dem Konsens zwischen den Parteien, zunichte gemacht. Und die privaten Medien haben auch kein Interesse daran, plötzlich Konkurrenz zu bekommen. Private Medien, welche den unausgesprochen festgelegten Grundsätzen folgen: Russland ist der Gegner, die USA sind die Befreier und Garanten der Demokratie, die NATO ist zur Verteidigung unersetzlich, Neoliberalismus ist notwendig um das hohe Außenhandelsdefizit aufrecht zu erhalten, geht es den Reichen gut, kommt das auch den Armen zunutze, und vieles mehr. Also ist der Fall hoffnungslos?     

Das wäre eigentlich schade, denn Selbstbestimmung ist ein Menschenrecht. Aber das können wir nun mal nicht ohne echte Demokratie und die dafür notwendigen Medien realisieren. Aber je mehr Menschen an dem Dogma der Parteien zweifeln, desto eher wird auch der Konformitätsdruck aufweichen, also der Gruppenzwang, mit dem Menschen dazu gebracht werden, wie die vorgegebene Meinung zu denken. Das haben Versuche von Solomon Asch gezeigt, und das ist heute noch gültig (3).

Im Moment werden Menschen, welche rufen „Der Kaiser ist ja nackt“ zum Schweigen gebracht. Zuerst einfach ignoriert, und übertönt mit dem Getöse der Massenmedien, dann verleumdet und schließlich verfolgt. Aber je mehr Menschen erkennen, dass der Kaiser keine Kleider anhat, desto eher wird der Konformitätsdruck eines Tages weichen und die Parteien werden dem Willen des Souveräns folgen müssen, und einen großen Teil ihrer Macht abgeben.

KenFM ist eine der wenigen Plattformen, auf denen konträre Gesichtspunkte unzensiert zu Wort kommen. Ein gutes Beispiel ist die Berichterstattung und Kommentierung des Phänomens Greta Thunberg. KenFM ist insofern ansatzweise, wenn natürlich auch längst noch nicht optimal, der Mikrokosmos einer möglichen zukünftigen Medienwelt. Daher ist jeder eingeladen, diese meine Thesen zu bestreiten, muss aber damit rechnen, dass ich meine verteidigen werde.  

Quellen:

  1. https://kenfm.de/standpunkte-%E2%80%A2-das-primat-der-politischen-parteien/ 
  2. https://www.heise.de/tp/features/Mediale-Einseitigkeiten-und-Verlautbarungsjournalismus-3365065.html https://jomenschenfreund.blogspot.com/2015/02/medien-zu-regulieren-wichtiger-als.html 
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Konformit%C3%A4tsexperiment_von_Asch 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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62 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Der Sinn der Demokratie?

  1. Hallo Hog1951, citoyen invisible, phlox, Kari, Ursprung, Birkat Kohanin und Frieder,

    nach der offenbar glücklich gestoppten "Ouvertüre" (12. Oktober 2019, 18:13) hat sich unser "Disput" (Birkat Kohanin) inzwischen weit über das ursprüngliche Demokratiethema hinaus über abgehobenere Sphären (bis auf die Bäume 😉 14.10. 15.23 Uhr) in eine bemerkenswert konstruktive Erörterung und in der Tat zu einem Beispiel dafür entwickelt, wie "es laufen könnte", wie "citoyen invisible" formuliert.

    Unsere Minidebatte empfinde ich definitiv um einiges gehaltvoller, als in den "Reichweitenmedien" zu beobachten ist. Jeder hat mit seinen Beiträgen zu Aspekten von selbstständigem Denken und dem produktiven Erörtern unseres Anliegens beigetragen. Sicher ist dieses Medium nicht ideal für einen Diskurs. "citoyen invisible" ist sicherlich zuzustimmen mit der Bemerkung: "Keine noch so geschliffene Formulierung kann ersetzen, dass man jemandem gegenübersitzt und an seinem Gesicht und seiner Körpersprache unmittelbar ablesen kann, wie er etwas gemeint hat."

    Der von Hog1951 (15.10.2019, 17:50 Uhr) angesprochene Aufwand für Treffen von weit entfernt wohnenden Beteiligten kann möglicherweise durchaus mit Technik, also Videoübertragungen minimiert werden – dann mit einem "citoyen visible", wenn das gewünscht wird ;-). Zur Anregung von "citoyen invisible" (15.10.2019, 12:14) hat Frieder bereits auf die (regionalen) Gesprächskreise bei den bzw. für die Nachdenkseiten hingewiesen.

    Jedoch in dem Sinne, wie die Sprache mit ihrer Struktur sozusagen Körper des Denkens sein kann, können dies bedingt auch nicht gesprochene, geschriebene Worte und Formulierungen sein. Dabei ist sicher mehr Disziplin und Aufwand erforderlich. Übrigens bin ich sehr der Vorgabe von Heinrich von Kleist zugetan, nach der sich beim Sprechen/Reden eine "allmählich Verfertigung der Gedanken" ergibt (https://gutenberg.spiegel.de/buch/uber-die-allmahliche-verfertigung-der-gedanken-beim-reden-589/1). Solche schon lange vor jeglicher "Psychologie oder Hirnforschung entwickelte bzw. entdeckte Praktiken und auch aktuelle Erkenntnisse sollten unbedingt bei dem Vorhaben genutzt werden, unsere Neigung zu Kooperation, Solidarität und Kohärenz im positiven Sinne zu fördern. Das ist auch hier festzustellen.
    Bei der Berücksichtigung elementarer Gegebenheiten und Voraussetzungen solcher Debatten, wie etwa die Respektierung insbesondere der Person des Gegenübers bzw. diese nicht nur zu respektieren, sondern grundsätzlich vom Willen zur Kooperation auszugehen oder wie bei therapeutischen Gesprächen möglichst Ich-"Botschaften" zu äußern, wäre m.E. schon eine Art "organisierende Kraft", wie dies Hog1951 gestern um 21.34 Uhr als Voraussetzung anführte.

    Die von "Ursprung" gestern um 10:46 Uhr angesprochenen "enormen Technomöglichkeiten" sind meines Erachtens keine wesentliche Voraussetzung zur "Umschaltung" von Konkurrenz auf Kooperation, ohne dass jemand auf der Strecke bleiben müsste – einschließlich der Mitwelt.

    Wie dies "citoyen invisible" (15.10.2019, 12:14) schon zutreffend anmerkte sind wir von Kindesbeinen an auf die vermeintlich "sportliche" Konkurrenz bzw. den Wettbewerb getrimmt und haben in uns zusätzlich unbearbeitete Traumata durch die kriegerischen Auseinandersetzungen insbesondere im vergangenen Jahrhundert. Denn diese sind nicht von den Generationen "bearbeitet" wurden, die diese unmittelbar erlebt bzw. überlebt haben, wovon nach Äußerungen von Therapeuten wie etwa Franz Ruppert oder Jochen Maaß hier bei KenFM auszugehen ist. Sicherlich wird es nicht den Raum und die Zeit für eine eigentlich erforderliche geradezu kollektive Therapie geben. Es dürfte jedoch schon ein wichtiger Schritt sein, die Wirksamkeit dieses verletzlichen Zustandes zu vergegenwärtigen.

    Eingetrichtert bzw. Verinnerlicht haben wir dagegen bekommen u.a. Leistung, Leistung, Leistung …., Perfektionismus, Selbstoptimierung etc. pp. was alles andere als "artgerecht" ist.

    Ohne dass wir uns unter anderem dieser Ausgangsgegebenheiten bewusst sind, dürften wir wohl kaum in der Lage sein, die in dem von Kari am 12.10. um 21:40 Uhr in einem Mausfeldzitat angeführte "gigantische Kreativität, Flexibilität" mit "immer wieder neuen Strategien und" dem "Erkennen der Schwachstellen des Feindes" aufzubringen.

    Auch in diese Richtung ist die hier auch kontrovers diskutierte "Aufklärung" geboten.

    Dies kann m.E. durchaus dazu beitragen, dass wir im Sinne der rhetorischen Frage von "phlox" (14.10.2019, 14:02), freiwillig kooperieren.

    Wenn sich diese Aufklärung / Bewusstmachung unter anderem auch aufgrund des hoffentlich noch weiterhin und evtl. noch besser im Netz möglichen Lüftens des Schleiers, der medial über uns ausgebreitet ist, erreichen lässt, würden entgegen von Hog1951 letztlich nicht juristische Besitzverhältnisse derartige Bemühungen ins Leere laufen lassen. Denn in Wirklichkeit ist m.E. der Kaiser doch tatsächlich nackt, wie bereits an dem schon erwähnten Fiatgeld zu erkennen ist – und auch die Regeln gravierend zu ändern bzw. sie leer laufen zu lassen, ist dabei gerade ein wesentliches Ziel.

    Nun bin ich gerade so wieder zum Demokratiethema zurück gekommen 😉 (12.10., 19.19) – jedenfalls ein wenig und bitte Nachsicht für diesen leider sehr lang gewordenen Text.

    Wie auch immer: Lotta Continua!

  2. Moin, Tony, Birkat,
    Jochen Mitschka hat die Frage aufgeworfen wie Demokratie funktionieren kann im Kontext der pol. Parteien. Wenn ich allerdings lese wie sinnfrei hier geschwurbelt wird ueber Demokrtatie und Konkurrenz und was weiss ich noch alles, so ist es nicht verwunderlich, dass der Gegner (die Herrschenden) uns immer noch am Ring durch unsere Nase vorfuehren kann.
    Hallo, es geht nicht darum, ob Göthe oder Kant, es geht darum, welche Strategien wir entwickeln wollen/können gegen die Vermuellung des Planeten, gegen die Kriegsgefahr der Imperialisten (auch des EU-Imperialismus, und viele, viele Herausforderungen mehr.
    Man mag sich ja gefallen in dieser abgehobenen Sphäre des Nichtsagens, aber Hilfreich fuer eine Änderung der bestehenden Verhältnisse ist es absolut nicht.

    Wenn ich lese : "Es gibt ca. 28 Theorien der Kommunikationswissenschaft, die sich mit Formen der menschlichen Kommunikation befasst."
    Dann kann ich ja nur froh sein, dass ich diese Systempresse (Universität) nie besucht habe, sondern Zeit meines Lebens an der Werkbank gestanden habe und keine Zeit hatte mir ueber solche unnuetzen, systemerhaltende Theorien Gedanken machen zu muessen.
    So, das musste mal gesagt werden!

    mfG
    Statt Bakunin zu zitieren, lieber Lenin lesen oder auch Dimitroff, der sich sehr ausfuehrlich zum Faschismus geäussert hat.

    mfG

    • Moin, Hog 1951.
      Ja, "am Ring durch unsere Nase vorfuehren", genau das meine ich weiter unten: dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen und vielmehr daran arbeiten sollten, autonom, ja autark zu werden, unabhängig von denen da. Wozu soll eine Revolution gut sein, die wir diesmal mehr denn je doch nur verlieren können? Warum setzen wir uns nicht stattdessen alle zusammen und sammeln subversiv für die Änderung der Verhältnisse Ideen, Erfahrungen und Kenntnisse sowohl der Praktiker als auch jener, auf die sich die Systempressen eben nicht systempressend ausgewirkt haben sondern vielleicht sogar bereichernd?
      mfG

    • Die Strategie habe ich hier mehr als nur einmal beschrieben – allerdings findet sie keine Resonanz, weil deren Perspektive ohne Ausnahme und ohne Alternative maximalen VERZICHT bedeutet.
      Wer also von Autonomie redet, der spricht über Autarkie und die ist heutzutage nur zu haben durch maximalen Verzicht, weil mindestens 79 Millionen von 80 Millionen Deutschen z.B. hier ein Bauernhäuschen mit einem Hektar Land und eigenem Brunnen zur Selbstversorgung NICHT haben können und werden.

      Wenn man also keinen Zugriff auf verschiedene Dinge bekommen kann ohne sich gleichzeitig abhängig zu machen, dann muss man den Verzicht üben.
      Das sehe ich mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen aber nirgends.
      Das, was so selbstverliebt als grüngefärbter Verzicht daher kommt, hat damit nichts zu tun, weil echter Verzicht, von dem hier die Rede ist, OPFER verlangt, die so richtig, richtig weh tun und nicht nur einen Autowechsel, sondern dass man gefälligst zu Fuß geht (plakativ formuliert).

      Wer vom reinen Fleischfresser zum Flexitarier wird oder zum Vegetarier oder gar Veganer, der verzichtet nicht wirklich auf etwas, denn er wird nach wie vor SATT.
      Und selbst wer es weiter treibt und fastet etwa, der weiß immer noch nicht was hungern bedeutet.
      Und mit dem Hungern muss man sich anfreunden können, wenn man in dieser Wohlstandsgesellschaft autark werden will und nicht das Glück hatte einen Bauernhof zu erben oder das Geld zu besitzen, um sich einen zu kaufen/bauen.
      Und selbst dann ist man noch nicht autark, weil der Staat nach wie vor kommt und vorschreibt welche Kartoffel man wo anbauen darf und welche Steuern das nach sich zieht.

      ECHTE Autarkie bedeutet den Staat aufgeben, sich ultimativ lossagen, nichts mehr davon zu finanzieren, aber auch nichts davon in Anspruch nehmen – auch auf die Gefahr hin, dass der Staat so jemanden kriminalisiert (warum wohl?), verfolgt und einbuchtet!

      DA möchte ich doch mal wissen, wer von den Wortschwalben hier immer nur vom Sommer trällert, aber selber fett im Eingemachten sitzt.

      PS: Mich wundert immer wieder, wie irgendjemand hier zu wissen glaubt wo ich oder auch andere zu verorten sind.
      Ihr wisst NICHTS über mich, also steht euch auch keine Meinung zu darüber, wie ich wohl bestellt bin.
      Das bißchen Gekritzel hier besagt letztlich GAR NICHTS.
      Dieses ständige Unterstellen von Haltlosigkeiten und Willkürlichkeiten nervt.
      Das Einzige, was ich für mich hier heraus lese ist, dass die hochgelobt-geforderte Solidarität sofort flöten geht, wenn jemand nicht nach der eigenen Blockspfeife tanzt.

      So wird das nichts.

    • Hallo Hog1951, in der Tat, und dass meine ich wörtlich (die "Tat"), sollte es darum gehen, Strategien und konkrete Schritte zu entwickeln u.a. gegen die Vermüllung des Planeten, für den Frieden und viele viele viele weitere Herausforderungen.

      Da es in dem Beitrag von Herrn Mitschka darum geht, wie eine Demokratie sinnvoll sein kann, sind hier leider einige abgehoben und theoretisch wirkende Gedanken zusammengekommen. Diese würde ich allerdings nicht pauschal als allesamt "sinnfrei" bezeichnen. U.a. die auch herangezogenen Gedanken von Herrn Mausfeld sind meines Erachtens grundlegend wertvoll und können bei Beachtung äußerst wirksam sein/werden. Denn, um es einmal medizinisch auszudrücken, ist eine sinnvolle Therapie nur bei gesicherter Diagnose möglich. M. E. sind die vielen vielen Herausforderungen "nur" unzählige Symptome einer grundlegenden Krankheit, die wohl u.a. als so etwas wie "Neokapitalismus" bezeichnet werden kann. Aber auf auch darauf kommt es letztlich nicht wirklich entscheidend an.

      So ganz ohne "theoretischen Überbau" scheinen Sie allerdings auch nicht auszukommen, da Sie immerhin auf Lenin oder auch Dimitroff hinweisen;-). Dabei sehe ich Ihren Impuls, einer abgehobenen Verzettelung etwa ohne "ca. 28 Theorien der Kommunikationswissenschaft" entgegenzuwirken, als sehr hilfreich an.

      Sehr gut finde ich auch, dass Sie offensichtlich dadurch, dass Sie Zeit Ihres Lebens an einer Werkbank gestanden haben, offenbar besonders "geerdet" sind.

      In Ihrer Anmerkung vom 13.10, 16.48 Uhr führen Sie eine fehlende Verankerung als Werktätige mit der Folge an, dass nur kleinbürgerliche Proteste geblieben seien. Nicht nur das vermehrte "Aussterben" bzw. weg"rationalisieren" solcher Werktätigen etwa aus der Zeit der Gründung von daher ebenfalls aussterbenden Vereinigungen wie der SPD oder der Gewerkschaften, führt m.E. maßgeblich zur vermehrten Vereinzelung (bis zu solchen abstrusen "Homo oeconomicus-Konstrukten" wie Ich-AGs) und damit gleichzeitiger Entsolidarisierung der Menschen nicht nur in unserem Land.

      Etwa "citoyen invisible" glaubt nicht an "die revolutionäre Erhebung", sondern an eine unermüdliche Aufklärung immer breiterer Bevölkerungsschichten, die über die heutigen Medien viel leichter und schneller möglich sein müssten, als früher. Aber wir können vermehrt beobachten, welch spalterische Kakophonien mitunter daraus entstehen (besonders beim diffusen Klimathema).

      Das Netz hat uns immerhin sozusagen als "Kolateralnutzen" nach meinem Eindruck für kurze Zeit ein wenig den Schleier gelüftet, so dass wir in die Untiefen von so etwas wie des militärisch-industriellen Komplexes oder des tiefen Staates blicken können. Allerdings schlafen natürlich die dieses unsichtbare Getriebe steuernden wenigen faktisch Herrschenden nicht. Daher erscheint es leider unzulänglich, sich auf unermüdliche Aufklärung durch "die Medien" zu verlassen. Besser scheint mir, nach dem Motto, das Eine tun, das Andere nicht lassen, vorzugehen und immer davon ausgehen, dass das Vorgehen der Mehrheit, die wir trotz aller erfolgreicher Entzweiungsabsichten durchaus sind, endlich wieder solidarisch und unisono elementare Forderungen nicht nur mündlich vorbringen, sondern mit intelligenten, gewaltfreien aber im Sinne des gandhischen bzw. thoreauschen zivilen Ungehorsams so wirksam werden, dass wir der Minderheit, die getroffen werden soll, wirksam weh tun.

      Ohne wie auch immer für uns passende Mistgabeln / Gelbwesten werden wir m. E. daher nicht auskommen.

      Sicherlich wäre es sehr zu begrüßen, wenn allein so etwas wie unermüdliche Aufklärung eine "kritische Masse" zur Erkenntnis bringen würde, dass "der Kaiser nackt ist" und ebenso ohne Substanz wie etwa Fiatgeld. Dazu bedarf es aber m. E. weit mehr, als das Ansprechen des Verstandes mit Worten etc. pp..

      In diesem Sinne nochmals: Lotta Continua!

    • Moin, citoyen,
      " Warum setzen wir uns nicht stattdessen alle zusammen und sammeln subversiv für die Änderung der Verhältnisse Ideen, Erfahrungen und Kenntnisse sowohl der Praktiker als auch jener, auf die sich die Systempressen eben nicht systempressend ausgewirkt haben sondern vielleicht sogar bereichernd?"
      Das ist ohne Zweifel eine gute Idee, und gehört mit Sicherheit an den Anfang einer Änderung der Verhältnisse. Wenn wir hier (im Westen) ueber Revolution reden, dann kommen, so glaube ich zumindest die verschiedensten Vorstellungen hoch, am meisten aber blutig durchtränkte.
      Wie das wirklich aussehen kann weiss aber keiner. Nur, dass etwas geschehen MUSS, darueber sind sich viele einig.
      Doch wir erkennen auch hier im Forum, dass es nicht genuegt, nur gegen Umweltvermuellung zu sein, sondern, dann kommen Sonderwuensche wie Klimaneutralität, oder auch ganz andere Sachen. Fuer mich heisst das, dass wir, bevor wir Aktionen starten, ganz sauber und solidarisch die Stossrichtung(en) herausarbeiten muessen.

      mfG

    • Moin, Birkat,
      " (…) weil deren Perspektive ohne Ausnahme und ohne Alternative maximalen VERZICHT bedeutet."
      Wir leben in einer Welt, in der die Produktivkräfte derart entwickelt sind, dass im Grunde genommen alle Menschen mit Guetern versorgt werden können. Ob es ein anspruchsvolles und zufriedenes Leben wäre sei einmal dahingestellt.
      Die Herrschenden haben aber kein Interesse dieses Leben zu gewährleisten, weil es im Kapitalismus nicht darum geht die Beduerfnisse der Menschen zu befriedigen, sondern möglichst viel Profit zu generieren.
      Wenn wir in der Klimadebatte zu solchen inhaltlichen Punkten kommen, dass Verzicht gefordert wird, (in Stockholm wollte doch ein Prof., dass wir die Toten verzehren wie in dem Film soylent green, andere schlagen vor die eigenen Babys zu verzehren, alles im Dienste der CO2 RTeduzierung) dann ist es genau das Glatteis, auf das die Kuh gefuehrt werden soll.
      Wenn wir ueber Massnahmen diskutieren, dann doch eher wie wir ueber eine vernuenftige Geburtenkontrolle die Menschen auf dem Globus auf ein Mass herunterbekommen, dass es wieder Spass bringt in die Natur zu gehen und die Mitkreaturen beobachten kann, bevor sie ganz ausgestorben sind.
      Ich will jedenfalls keinen Verzicht ueben, schon garnicht, wenn ich lese, dass das Qwant-Geschwisterpaar jeder fuer sich pro Tag 1,5 mio Euro Zugewinn verbuchen kann. Wenn es soetwas wie Gerechtigkeit gäbe, dann duerfte soetwas nicht sein. Da wir aber nicht darauf hoffen können, dass sie uns etwas abgeben, muessen wir uns useren Anteil wohl selber holen.

      mfG

    • Moin, Tastend,
      " Allerdings schlafen natürlich die dieses unsichtbare Getriebe steuernden wenigen faktisch Herrschenden nicht. Daher erscheint es leider unzulänglich, sich auf unermüdliche Aufklärung durch "die Medien" zu verlassen."
      Genau das ist ja ihr Vorteil, sie sind nur wenige, im Gegensatz zu uns. Mit ein/zwei Treffen haben sie sich vereinheitlicht gegen uns. Sie haben das nötige "Kleingeld", um uns bespitzeln zu können. Sie kontrollieren die Medien, um uns zu erzählen, was richtig und was falsch ist.
      Die Entsolidarisierungstendenzen in der Gesellschaft können nur aufgehoben werden durch gemeinsame/zentrale Anstrengungen. Dass die Herrschenden oder ihr Staat nicht das geringste Interesse daran haben ist glaube ich Allgemeinwissen, und es stellt sich die Frage, welche Kraft könnte es schaffen diesen Tendenzen entgegenzuwirken?

      Lotta Continua

      mfG

    • Moin, Hog1951, Birkat Kohanin, Tastend
      Unser Disput hier zeigt doch eigentlich sehr schön, wie es laufen müsste:

      Man setzt sich zusammen, und dann macht man erst einmal ein Brainstorming. Wobei wichtig ist, dass jeder gerade sich und die spezifischen Kenntnisse und Erfahrungen seines Lebensumfelds einbringt. Wesentliche Voraussetzung ist dabei, den anderen Empathie entgegenzubringen und zu versuchen zu verstehen, was sie meinen. Ohne das geht es nicht, ohne das schmort man nur weiter in seinem eigenen Saft und ist immun für andere Ideen, obwohl diese vielleicht besser sind als die eigenen. Eine solche Ideensammlung müsste am Anfang stehen, um allmählich herauszuarbeiten, in welche Richtung das gemeinsame Handeln gehen muss. Dabei merkt man dann zugleich, was man selbst alles noch gar nicht bedacht hat, wo einem die anderen bereits voraus sind, und umgekehrt. Idealerweise entwickeln sich die Teilnehmer dabei weiter, jeder für sich und zugleich alle gemeinsam.

      Dazu aber wäre eine persönliche Zusammenarbeit erforderlich und nicht nur eine anonyme Diskussion wie hier bei KenFM – obwohl das hier schon ein enormer Fortschritt ist, weg von der Vereinzelung, für mich immer wieder bereichernd und außerdem oft überraschend, wie viele in so mancher Hinsicht ähnlich denken. Aber das ist eben der große Nachteil: Früher schrieb man nur dem persönliche Briefe, den man kannte. In der virtuellen Welt hingegen tauscht man Gedanken mit Leuten aus, die man nicht kennt. Da können Missverständnisse gar nicht ausbleiben, manch einer fühlt sich sogar angegriffen, eventuell ganz zu Unrecht und reagiert dann auf seine Weise, möglicherweise in die ganz falsche Richtung. Keine noch so geschliffene Formulierung kann ersetzen, dass man jemandem gegenübersitzt und an seinem Gesicht und seiner Körpersprache unmittelbar ablesen kann, wie er etwas gemeint hat. Unsere vereinzelte Gesellschaft hätte es so nötig, endlich die postmoderne Scheu vor dem persönlichen Kontakt zu verlieren und sich anderen wieder direkt zuzuwenden, trotz aller schönen Errungenschaften der heutigen Medienwelt, ja geradezu als deren notwendige Ergänzung.

      (Und wenn hier im Forum immer wieder von "Trollen" die Rede ist: So einer könnte im persönlichen Gespräch ganz schnell als ein solcher entlarvt werden, ohne dass man hierüber seiten- und stundenlange Erörterungen anstellen müsste, die vielleicht doch nur in die Irre gehen.)

      Das Forum hier müsste weiterentwickelt werden, durch Gesprächskreise, die einem die Möglichkeit bieten, die anderen persönlich kennen zu lernen. Dann wäre Verständigung und Weiterentwicklung der eigenen Gedanken viel unmittelbarer und schneller möglich. Und wenn sich dann auch noch jeder überwinden könnte, sein Über-Ego einfach wegzulassen und das ganze Konkurrenzdenken, das man uns in dieser Gesellschaft von klein auf anerzogen hat, dann müsste etwas sehr Konstruktives, Basisdemokratisches entstehen können.

      Solange man so etwas noch nicht probiert hat, bzw. solange man mir nicht stattdessen einen besseren Vorschlag macht, sage man mir nicht, dass es sowieso nicht geht, dass es naiv sei, weltfremd oder einfach nur praktisch nicht durchführbar. Denn wann und wie will man denn sonst jemals damit anfangen, etwas wirklich zu verändern?

    • Moin, citoyen (15.10. at 12.14), ja ich teile deinen Standpunkt vollkommen. dass es optimal wäre, wenn man persönlich Kontakt hätte, und die Mimik des/der anderen sehen könnte.
      Ich weiss nicht ob man je dorthin kommen wird, allerdings ist zu bedenken, dass ein pers. Treffen wesentlich mehr Energie vom Einzelnen erfordert, als es uns abfordert, wenn wir uns "nur" uebers Internet austauschen. Selbst ein zentrales Treffen erfordert u.U. mehrstuendige Anreise.
      Ansonsten finde ich es ebenfalls sehr entspannend, gerade mit den von dir benannten Foristen mich hier auszutauschen.

      mfG

    • Moin nochmal, Hog1951
      Eben wegen der Entfernungen schrieb ich von (regionalen) "GesprächskreisEN", wobei die sich natürlich gegenseitig über ihren Diskussionsstand laufend informieren und sich auch ein- oder mehrmals im Jahr überregional treffen könnten.

    • Moin allen Schreibern hier drüber.
      Wie man sieht, gibt es einen recht weitgehenden Konsens in den Beiträgen zur Analyse der Verhältnisse, dessen was beseitigt gehört, wie auch dessen was anzustreben ist. Die Methoden sind dagegen weniger klar, und das ist ja nur logisch, ansonsten wäre der Weg spürbar begonnen. Bis hierher schließe ich mich komplett ein.
      Klar wäre es wünschenswert, wenn sich die "kritische Masse", die sich nicht von Systemmedien berieseln oder gar beeinflussen läßt, zusammenfände, persönliche Treffen organisieren könnte.
      Es gibt ja diesbezüglich Ansätze – die Gesprächskreise der NDS, auch "Aufstehen" hat zumindest in der Anfangsphase gezeigt, dass man Leute mobilisieren kann, jedoch befürchte ich, die Strahlkraft wird nicht zu der Schlagkraft führen, die man zumindest schonmal als wahrnehmbar bezeichnen könnte.
      Wahrscheinlich viele der Konsumenten bei KenFM sind weiterhin bei den anderen Portalen wie NDS, Rubikon, RT und wie sie alle heißen unterwegs. Prima.
      Über die letzten Jahre hat sich dabei ein jederzeit nachlesbares (und youtube) Wissen angesammelt (nicht selten perfekt ausdruckbar zur weiteren Verbreitung) in Form von Statements, Gesprächsrunden, Interviews usw. welches enorm ist, fundiert, mit vielen klugen Büchern untersetzt.
      Doch die Analysen liegen nun also längst auf dem Tisch, dagegen ihre Verbreitung über die Selbstdenker, die Nutzer der alternativen Medien, hinaus, scheint jedoch ohne eine neue Strategie illusorisch. Machen wir uns nichts vor: die durchaus zunehmende Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation, selbst wenn dem Einzelnen klar wird, dass er selbst eben gerade nicht die Ursache dafür ist, wird kaum dazu führen sich mit politischen Prozessen tatsächlich, d.h. abseits der Prpaganda der Systemmedien auseinanderzusetzen.
      Was ich für unabdingbar ansehe: wenn sich die Analysten (ihr kennt sie alle: Wernicke, Teusch, A.Müller, Schreyer, Bontrup und so viele gute Leute mehr) nicht darauf beschränken würden, Analysen zu liefern, Bücher zu schreiben…, sondern eine Verantwortung (und diese besteht meiner Meinung nach ausdrücklich) zu übernehmen sich aktiv in einer Bewegung der Selbstdenker zu beteiligen, sehe ich keine praktikable Perspektive für eine erfolgreiche Bewegung.

      Übrigens, Jochen Mitschka sagt: "Nun es gibt genügend Beispiele dafür, dass die so genannte politische Elite grauenvoll falsche Entscheidungen gefällt hat,…" Mir fallen da ehrlich gesagt auf Anhieb keine Beispiele ein, selbst das Mautchaos von Scheuer. Angenommen, er würde über einen angedachten Untersuchungsausschuß stolpern, was würde wohl danach aus ihm? Ein Transferhilfeempfänger oder vielleicht eher ein Nachfolger von Matthias Wissmann?
      J.M. sagt später richtig: "den Politikern der etablierten Parteien geht es nicht um die Menschen. Es geht ihnen darum, eine Politik zu betreiben, welche durch „die Märkte“, also die sie bestimmenden Oligarchen dieser Welt, akzeptiert wird, und nicht darum, dass die Menschen sich mit dieser Politik identifizieren können". Damit korrigiert er quasi obige Aussage. Doch immer wieder mal liest man über angebliche Unzulänglichkeiten, Fehler der Politik und eröffnet damit die Diskussion in Richtung der Möglichkeit zur Korrektur, Verbesserung oder gar radikaler Richtungsänderung innerhalb der Fassadendemokratie.
      Darüber sind wir uns hier sicher einig: abgesehen von kosmetischen Feinheiten, wie sie oft von der Partei die Linke angestrebt und manchmal sogar Mehrheit finden, werden Grundlagen des Systems nicht aus dem System heraus infrage gestellt.

    • Moin, citoyen (15.10. at 19.27) so schnell kann es geschehen, dass man/ich ueber solche Feinheiten hinwegliest. Ja, regionale Treffen könnten in der Tat den Aufwand minimieren.

      mfG

    • Moin, Frieder, ist ja schön auch mal einen anderen Namen hier lesen zu können!
      "Übrigens, Jochen Mitschka sagt: "Nun es gibt genügend Beispiele dafür, dass die so genannte politische Elite grauenvoll falsche Entscheidungen gefällt hat,…" Mir fallen da ehrlich gesagt auf Anhieb keine Beispiele ein, selbst das Mautchaos von Scheuer. Angenommen, er würde über einen angedachten Untersuchungsausschuß stolpern, was würde wohl danach aus ihm? Ein Transferhilfeempfänger oder vielleicht eher ein Nachfolger von Matthias Wissmann?"
      Nun ist m.M.n. eine falsche Entscheidung nicht die, die wie von dir oben beschrieben in jedem Fall ins Nirwana fuehrt, sondern eine solche, die sich gegen das Volk richtet. Z.B. wuerde die Maut in der Tat die Autofahrer weiter schröpfen. Selbst wenn es nur LKW beträfe, so glaubt wohl niemand, dass die Maut nicht umgelegt wird auf das Produkt, das durch die Republik gekarrt wird! Oder?
      Die Grenzöffnung 2015 durch Merkel, die von den Unternehmerverbänden sosehr begruesst wurde, weil diese Migranten aus z.B. Afrika teilweise fix und fertig ausgebildet hier in EU oder in DE fuer einen Hungerlohn weit unter dem Mindestlohn beschäftigt werden duerfen.
      Solche Entscheidungen sind schon gegen das Volk gerichtet hier und in Afrika erst recht, weil dort nämlich diese Fachkräfte fehlen.
      "Darüber sind wir uns hier sicher einig: abgesehen von kosmetischen Feinheiten, wie sie oft von der Partei die Linke angestrebt und manchmal sogar Mehrheit finden, werden Grundlagen des Systems nicht aus dem System heraus infrage gestellt."
      Das ist auch wirklich schwierig, Frieder, weil eine Infragestellung aus dem System heraus nur bedeutet, dass man alles so (den Kapitalismus) beim alten belassen will, wo es doch vielen klar ist, dass der Kapitalismus nicht die Beduerfnisse der Menschen befridigen will, sondern nur ein Interesse hat seine Profite zu steigern. Wäre es anders, so könnten wir erkennen, dass z.B. der Planet nicht so vermuellt wird, oder dass die Rentner keine Pfandflaschen sammeln muessten, um zu ueberleben.

      mfG

    • Klar, Frieder:
      "Über die letzten Jahre hat sich dabei ein jederzeit nachlesbares … Wissen angesammelt … welches enorm ist, fundiert, mit vielen klugen Büchern untersetzt."
      Aber dieses Wissen ist unübersehbar. Allein schon beim Thema Klima beteilige ich mich erst gar nicht an den Diskussionen, weil ich hierzu keinen konstruktiven Beitrag leisten könnte. Denn ich bin kein Naturwissenschaftler, und selbst die bescheidenen Grundkenntnisse in Physik, Chemie und Biologie, die man mir vor über vierzig Jahren in der Schule beizubringen versuchte, habe ich inzwischen weitgehend vergessen. Diese Wissenslücke zu schließen, ist mir derzeit noch aus beruflichen Gründen einfach zeitlich nicht möglich. Da es vermutlich nicht nur mir so geht, bei diesem Thema oder auch bei anderen Themen, könnte gewiss helfen, wenn kompetente Leute auch bei der praktischen Umsetzung ihrer Erkenntnisse mithelfen könnten (sofern nicht auch sie dadurch ein zeitliches Problem bekämen), gerade auch mit ihrem jeweiligen Netzwerk:

      "Was ich für unabdingbar ansehe: wenn sich die Analysten … so viele gute Leute … nicht darauf beschränken würden, Analysen zu liefern, Bücher zu schreiben…, sondern eine Verantwortung (und diese besteht meiner Meinung nach ausdrücklich) zu übernehmen sich aktiv in einer Bewegung der Selbstdenker zu beteiligen…"
      Nur ist es mir zu kategorisch und zu pessimistisch, wenn Sie schon gleich im Vorhinein schlussfolgern "sehe ich keine praktikable Perspektive für eine erfolgreiche Bewegung" .

    • an citoyen (15.10. – 20:46),
      danke für die Antwort, und ja, es stimmt schon "Nur ist es mir zu kategorisch und zu pessimistisch, wenn Sie schon gleich im Vorhinein schlussfolgern…"
      Es sind (für mich) einfach zu viele Jahre erfolgloser Strampelei vergangen, bereits lange vor dem durchaus wichtigen Aufschwung der alternativen Medien.
      Das System hat mehr als hundert Jahre Erfahrungen im sich selbst Optimieren. Mit enormem Erfolg.

      Meine Aussage zur Verantwortung von professionellen Ideengebern meint nicht, dass man sie vorrangig bräuchte wegen Ihrer Expertise, das zwar auch, aber mehr noch geht es darum schon von Beginn an einer Bewegung Schwung zu verleihen mit akzeptierten Persönlichkeiten.
      Diese sollen, und dürfen auch gar nicht, etwa an der Spitze stehen.
      Auch Berufspolitiker sind ungeeignet (schon wieder so kategorisch), sie sind einerseits verbrannt durch ihr bisheriges Tun und generell kaum mehr fähig Glaubwürdigkeit zu entwickeln.
      Deshalb ist auch die Sammlungsbewegung, noch dazu scheuklappenmäßig fixiert auf soziale Themen im Zusammenhang mit den Benachteiligten in der Gesellschaft, eine Totgeburt. Z.B. auch Sarah Wagenknecht wird weder in der "großen Politik", noch in Bürgerbewegungen je wieder eine bedeutungsvolle Rolle übernehmen können.
      Naja, das führt jetzt zu weit, die Schreiberei ermüdet zu nachtschlafener Zeit, andermal vielleicht weiter.

      Jedenfalls die Idde des persönlichen Zusammenkommens finde ich trotz eines sicher schweren ersten Schrittes gut. Eine location für bis zu 200 Leute (in Sachsen) kann ich ohne nennenswert finanziellen Aufwand anbieten.

    • Hallo hoig51, auch dir Dank für die Antwort /15.10. – 20:01),
      wir haben uns da etwas mißverstanden denke ich.
      Politische Entscheidungen die in der Legislative gefällt werden, Gesetze, die da erlassen werden, sind doch niemals Fehler. Sie entsprechen den Interessen derer, die dieser Legislative in den Sattel helfen.
      Das hat mit Dienst am Volk nichts zu tun, und das schreibt ja Jochen Mitschka richtig auch später im Text.
      Der Maut-Versuch hat z.B. als riskantes Manöver trotz Scheiterns Unmengen Steuergeld in die Kassen derer gespült, die als Lobby über Jahre diese Maut salonfähig gemacht haben (z.B. mit "Ausländer belasten unser Straßennetz" usw) . und zwar bis auf Projektierungsarbeiten weitgehend leistungslos.

      Und hoig, "…Das ist auch wirklich schwierig, weil eine Infragestellung aus dem System heraus nur bedeutet, dass man alles so (den Kapitalismus) beim alten belassen will, wo es doch vielen klar ist, dass der Kapitalismus nicht die Beduerfnisse der Menschen befridigen will, sondern nur ein Interesse hat seine Profite zu steigern…."
      Genau. Das wie im zweiten Teil deiner Aussage angeführt, meinte ich.
      Die Infragestellung des Systems geschieht natürlicherweise aus dem System heraus, wir! stehen ja nicht außerhalb. Aber dennoch darf kein Zweifel daran bestehen, dass der Kapitalismus in seiner aktuellen Existenzweise (logisch inklusive seiner sog. repräsentativen Demokratie und des historisch überlebten Parteiensystems) überwunden werden muß.
      Auwei, da habe ich was geschrieben. Ein Gespenst geht um…
      Brrrr, Enteignung, Diktatur, Anarchie, haltet ihn, den Chaos verbreitenden Zerstörer unseres so hart "erarbeiteten" Wohlstands.
      Na klar Enteignung, aber nein Diktatur, wozu auch. Und Enteignung natürlich nicht allen Privateigentums, auch nicht allen privaten Eigentums an Produktionsmitteln. Aber fangen wir doch mal mit Infrastruktur an, alles bekannte Schlachtfelder:
      – Gesundheit
      – Energie
      – öffentlicher Verkehr
      – Banken
      Und warum nicht Überführung großer Konzerne in genossenschaftliche Eigentumsformen. Mit dem Totschlagargument der Arbeitsplätze wird doch bereits seit Jahrzehnten der Steuerzahler herangezogen um mit Subventionen ganze Industriezweige am laufen zu halten.
      Ob man das übrigens bezüglich der Automobilindustrie noch lange glaubhaft verkaufen kann – das wird die Leitmedien einiges Kosten.
      Irgendwann wird auch dem letzten "Werker" wie man sie ja wohl bei VW und Co nennt aufgehen, dass ein längst toter Gaul geritten wird.
      Aber auch hier erst mal genug, gute Nacht.

    • Moin, Frieder, das ist ja eine sehr lebhafte Diskussion!
      Schön, dass Du noch einmal Deine Position klar gemacht hast; ich habe da wohl einiges falsch verstanden.
      Enteignungen von Schluesselindustrien sind in der Tat etwas anderes als Grossmutters Haus zu enteignen. Letzteres steht m.M.n. ueberhaupt nicht zur Diskussion. Was ich fuer absolut wichtig wie falsch erachte dagegen, ist die Möglichkeit Fabriken oder grosse Ländereien zu vererben. Was haben die Erben gesellschaftlich geleistet, was sie berechtigen könnte von heut auf morgen Mehrfachmillionär zu werden? Auch hier will ich anmerken, dass es ab einer bestimmten Grösse gelten muss und Omas Familienschmuck nicht beruehrt werden duerfte.
      Was "die Diktatur des Proletariats" angeht, darauf bezieht sich wohl Deine Anspielung
      " Ein Gespenst geht um…
      Brrrr, Enteignung, Diktatur, Anarchie, haltet ihn, den Chaos verbreitenden Zerstörer unseres so hart "erarbeiteten" Wohlstands."
      Ich denke, dass Marx und Engels diese Formulierung geprägt haben, um deutlich zu machen, dass die Herrschenden ein verschwindend kleiner Teil der Gesellschaft darstellen, die aber eine faktische Diktatur ausueben. Anstelle dessen, soll eben die Mehrheit der Gesellschaftsmitglieder die wenigen 'regieren'.

      mfG

  3. Tony, Zustimmung.
    Aber können wir nicht davon ausgehen, dass in einer echten Demokratie, wenn also der Souverän, also
    Volkes Wille die Spielregeln (also den Rahmen für die Gesetze und und den Gesetzesinhalt) bestimmt,
    dass dann der Wunsch zu Kooperieren überwiegen würde?
    Wir würden doch die Aufgaben so verteilen, dass keiner mehr in Angst leben muss, etwa Arbeit und
    Wohnung zu verlieren. Ich denke die meisten würden es als Entlastung empfinden, wenn z.B eine ganze
    Gemeinschaft auf den Nachwuchs achten würde. Egoismus würde nur noch für den etwas bringen, der
    mehr will, als zum guten Leben nötig ist.
    Zugespitzt gefragt: Würden wir nicht freiwillig kooperieren (was ja entspannter wäre), brauchen wir wirklich einen Kooperationsdruck?

    • Solange wir nicht freiwillig kooperieren, bleibt uns nur das, was wir haben. Sie finden aber in einer unfreiwillig und unbewußt (Freier Wille? Bewusstsein?) konkurrierenden Gesellschaft keine freiwillig kooperierende Gemeinschaft, welche das Momentum hätte, ohne Revolution (die brachte immer nur Stärkung dessen wogegen sie war) den Wandel zu bewirken.

      Der Mensch ist nicht reif. Er hat nur die Wahl von Barbaren regiert zu werden, oder seine Barbaren zu erziehen. (Anmerkung: Die Barbarei steckt in den Regierungen…./Viktor Hugo).

      Ein entscheidender Schritt in Richtung Kooperation wäre die Abschaffung der arbeitsteiligen Spezialisierung. Bakunin: Der Professor, der halbtags Gärtner ist. Nur so versteht der Mensch im anderen sich selbst.

  4. Lieber Jochen Mitschka,

    Ihre Ausführungen zum Thema "Qualität der (Parteien)-Politik" vs. Demokratie als
    Ausführung des Wählerwillens finde ich sehr gut, auch die zur Rolle der derzeitigen öffentlichen und privaten Medien und im Gegensatz dazu, was sie – als Voraussetzung für die Willensbildung der Menschen – sein müssten.

    Ob die Berichterstattung und Kommentierung bei KenFM und überhaupt in den Alternativen Medien ein geglücktes Beispiel war, wage ich nicht zu beurteilen. Sicher bin ich mir
    allerdings darin, dass man aus der Art, wie das gelaufen ist, etwas lernen könnte: Mehr
    Recherche, weniger Meinungen, denn die will sich der informierte Mensch aufgrund von
    guten Informationen selber bilden (wie Sie ja ausführen).

    Ich war jederzeit bereit, meine Haltung zu überdenken, zu modifizieren oder ganz zu ändern. Aber dieses ziemlich verworrene Hin und Her brachte mir Momente der Verwirrung, im Ganzen aber Bestätigung im Sinne von Falsifizierung oder Bestätigung wie sie Sir Karl Popper definiert.
    Nach solchen Momenten der Verwirrung fragte ich mich aber öfters, wie es wohl einem Menschen gehen mag, der sich ohne Vorbelastung durch eigene Quellen auf das einlässt, was er täglich in den Alternativen Medien liest.

    Meine Kriterien waren:

    1. habe ich mir die Unterscheidung von Prof. Wallerstein zu eigen gemacht:
    ist das Gesagte/Geschriebene eher im Geiste (aus dem Blickwinkel) von
    Davos oder im Geiste von Porto Alegre,
    bildet es also eher die Interessen derer ab, die sich auf dem WWF in Davos
    treffen, oder hat es insbesondere auch "die Armen, die Länder des Südens",
    im Blick.
    Prof. Wallerstein (Min. 20)
    Der Geist von Porto Alegre ist die Einstellung, die zu einer verhältnismäßig
    demokratischen und egalitären Welt führt, während der Geist von Davos die
    Geisteshaltung beschreibt, die nach einer Struktur sucht, in der die Vorteile
    der privilegierten Minderheit des alten Systems mit neuen Mitteln wiederher-
    gestellt werden sollen. Dies könnte noch weit schlimmer ausfallen, als das
    gegenwärtige negative System. Es wird auf jeden Fall keine Besserung
    bringen.
    https://www.youtube.com/watch?v=l78FopWUxko

    2. Das was man als aufmerksamer Mensch selbst hört, sieht und liest.
    Die Meldungen über Dürren, Hurrikane, Hochwasser usf.

    Letzteres lässt sich ganz gut an Meldungen aus der Wirtschaft schulen.
    Lese ich fast täglich von Insolvenzen, Firmenübernahmen mit anschließender
    Filetierung, mit Massenentlassungen, dann ist nach einer Zeit von 6 Monaten
    die Meldung eines Wirtschaftsinstituts, die Wirtschaft befände sich im Abschwung
    nicht überraschend.

    zu Ursprung:
    Auch ich vertraue auf die Schwarmintelligenz, allgemeiner 'kollektive Intelligenz',

    wie Prof. Mausfeld sie nennt, die dazu führt, dass die verschiedensten Menschen im
    Diskussions- und Debattenraum zu ganz erstaunlichen Gemeinsamkeiten kommen.

    Optimierung im bestmöglichen Sinn einzelner Individuen, heißt ja nicht, dass
    das Individuum ganz egoistisch nur seinen momentanen Eigennutz formuliert,
    sondern jeder Mensch trägt Sorge für sein Inwelt, seine Gemeinschaft, seine
    Nachfahren.

    • "Kollektive Intelligenz" – wenn nicht "DAS KOLLEKTIV" gemeint ist.
      Optimierung im bestmöglichen Sinn einzelner (ich bevorzuge "aller" Individuen! Ja! Das Problem ist, daß in unserer KONKURRIERENDEN Welt die Voraussetzungen SCHLECHTESTMÖGLICH sind, eben weil Konkurrenz den Eigennutz fordert und fördert. Bestmöglich im Sinne einzelner -ich bevorzuge "aller" – Individuen ist nur möglich in einer KOOPERIERENDEN Welt. Stichworte Race to the Bottom, Gefangenendilemma, Spieltheorie. Alle Handelnden stehen in einer konkurrierenden Welt insofern vor einem Dilemma, als dass es sich für den einzelnen (für alle Akteure) Akteur nur dann lohnt zu kooperieren, wenn er sicher sein kann, dass alle anderen auch kooperieren; sobald ein Einzelner davon ausgeht, dass die anderen (ein einzelner Anderer nicht kooperiert) nicht kooperieren – ETWA WEIL ES KEINEN INSTITUTIONALISIERTEN KOOPERATIONSDRUCK GIBT –, ist es für ihn lohnender, ebenfalls nicht zu kooperieren. Fische kooperieren nicht – das wäre ein anthropozentrisches Vorurteil im Sinne von Ursprun (vermute ich).
      "Optimierung im bestmöglichen Sinn einzelner Individuen, heißt ja nicht, dass
      das Individuum ganz egoistisch nur seinen momentanen Eigennutz formuliert,
      sondern jeder Mensch trägt Sorge für sein Inwelt, seine Gemeinschaft, seine
      Nachfahren." Ich wünschte, es wäre so. Der Mensch ist aber noch nicht so weit, falls er je dort ankommt.

    • PS:

      Fragen Sie sich doch, wie das Konzept "Team" in dieser konkurrierenden Welt funktioniert. Die Herrscher über die "Barbaren" lernen gegenseitig von sich: Ich will eine konkurrierenden Welt, weil ich davon profitiere. Ich brauche aber auch Kooperation, nenne sie aber Teamwork. Und schon habe ich den Kooperationsdruck den ich für bestimmte Aufgaben benötige in einer konkurrierenden Welt, ohne das verräterische Wort "Kooperation" zu benötigen.

    • Nochmal PS:

      Firma, Corporate Identity, Corporate Culture …. you name it ….. auch Kooperationsdruck in der Konkurrenz.

    • 'kollektive Intelligenz' – hmm – was soll das denn genau sein?

      Die jeweilige Fischintelligenz addiert sich im Schwarm weder auf (dann wäre der Schwarm ein Superorganismus, der sich dadurch auszeichnete, dass er Emergenz erzeugen könnte, was er aber nachweislich nicht tut), noch sind die beteiligten Fische so heterogen wie Menschen es sind.
      Es ist unmöglich z.B. dass Rochen, Makrelen und Walhaie (alles Fische) zusammen(!!!) einen Schwarm bilden und sich dabei intelligent verhalten!?

      Würden Kollektive sich intelligenter verhalten, dann müsste jedes Kollektiv mit mehr Menschen auch mehr intelligent verhalten – tut es aber nachweislich auch nicht.

      Synergien entstehen durch Kollektive, wo Individuen scheitern müssen und können nützlich sein.
      Das hat aber auch nichts mit Intelligenz zu tun.
      Denn Termiten sind ein synergistisches Kollektiv, aber nicht kreativ.

      Umgekehrt hingegen hat ein kreativer innerhalb eines ansonsten unkreativen Kollektivs keinerlei Chance, dass das Kollektiv intelligent genug wäre, diese Kreativität synergistisch zu nutzen.
      Die zu beobachtenden Synergien erschöpfen sich im gemeinschaftlichen Ersticken dieser Kreativität – was man zweifellos als nicht besonders intelligent bezeichnen darf 😉

      Viel hilft viel – ja, sieht man auch an Überdüngung, Überdosierung von Medikamenten oder Extremsport, -diät etc.

      Für mich ist das Beschwören der 'Schwarmintelligenz' / 'kollektiven Intelligenz' u.ä. nichts weiter als eine Variation der Erlösungshoffnung, die sich immer auf das kapriziert, was gerade noch nicht widerlegt worden ist.

      Solange diese Mythen beschworen werden und man nicht bereit ist sich mit den kybernetischen Tatsächlichkeiten auseinander zu setzen, wird das Verständnis und damit die Entwicklung von '(all)gemeiner Intelligenz' in den Gebetsmühlen zerschreddert.

    • @ Birkat Kohanim

      " 'kollektive Intelligenz' – hmm – was soll das denn genau sein?"

      Hier im Forum oft wohl im Kontext einer kruden Interpretation von Mausfeld et al. zu verstehen.

      Ja, lassen wir das mit der "messbaren", "additiven" Intelligenz.

      Einstein:
      "Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."

  5. Du kannst doch keine Anti-Geoengineering Partei gründen. Es würden auf der Stelle ganze geldbringende Wirtschaftszweige wie Greta, FfF, ExtinctionReb., Medizin, Pharma, usw., drastisch reduziert. – geldbringend? für wen? Das gäbe ein Wirtschaftschaos sondergleichen, die reichen würden in der Folge wohl nicht mehr so schnell reicher…

    Ja, Ja, gehts der Wirtschaft gut gehts uns allen gut hihi….

  6. An Tony und Birkat Kohanim:
    Sie beide scheinen beleidigt zu sein, dass die biologische Evolution womoeglich "intelligenter" sein koennte, als Menschen, die sich so gerne per Dummheit und Wahn in anthropogenzentrischen Hirngespinsten als toedliche Krebszellen der 6. Biosphaere auffuehren wollen.
    Wer nachlesen will, wie eine Apoptose der Biosphaere sich praktisch entwickeln koennte, wird in Ihren Texten fuendig. Als ob Mensch weit ueber der Biosphaere schwebe, deren Praemissen wie Kommunikativverhalten als Schwarm nicht gelten koenne, da er ja kein Fisch sei und so weiter und so weiter.
    Was aber Intelligenz sein soll, bleibt unbeleuchtet. Genau dort ordne ich erstmal Ihre Antworten so lange ein, bis sie in die Naehe einer gewissen Schluessgkeit geraten und kuerzer werden.

    • Also ein Hobbymediziner mit Krebs. Und ein Biosphäriker (der vom "anthropogenzentrischen"! Hirngespinst der Einzigartigkeit im hiesigen Sonnensystem fabuliert).
      Apoptose – immerhin Tod ohne Schädigung des Nachbarn. Ursprung kann nur Nekrose. Aber der Übergang kann fließend sein, wie zwischen Intelligenz und Dummheit.
      Ursprung sieht sich ursprungszentrisch an der Quelle alles Wissens und "messbarer" Intelligenz. Aber was ist Theorie? Es gibt ca. 28 Theorien der Kommunikationswissenschaft, die sich mit Formen der menschlichen Kommunikation befasst. Suchen Sie sich eine davon aus. Z. B.: Kommunikation als autopoietische Operation und operationale Schließung der autopoietischen Operation. Nur eine Theorie von vielen!

      Sie erinnern mich an das kleine Fischlein, das sich von seiner Spiegelung in meiner Taucherbrille täuschen ließ.

    • PS:

      Einer derjenigen hier, die sich mit Worten wie Dummheit und anderen "Einordnungen" hervortun. Bemühungen, Substanz dahinter zu finden lohnen sich meist nicht.

    • @ Ursprung

      Puuuh…

      Wieder mal einer, der, weil er kein einziges echtes Argument auf die Reihe bekommt, lediglich in den Abgrund des 'ad hominem' abtaucht – von lichter geistiger Höhe keine Spur.

      Sie sind ein Fan von Apoptose? – dann seien Sie bitte konsequent.
      DAS würde mich überzeugen 😉

  7. Zur Erinnerung: der SINN einer Demokratie stellt die Frage nach WOHIN soll es denn politisch gehen.
    'Sinn' kommt von ahd 'sinnan' = reisen – wohin soll also die 'Reise' in der Demokratie gehen?

    Das Wort 'Demokratie' aus dem Altgriechischen lässt sich auf ZWEIERLEI Weise korrekt übersetzen –
    a) 'Herrschaft durch das Volk' und
    b) 'Herrschaft für das Volk'

    a) bedingt, dass ALLE was zu sagen und zu entscheiden haben und
    b) bedingt, dass die dafür KOMPETENTEN etwas dazu sagen und zu entscheiden haben.

    Es ist nichts dagegen einzuwenden, dass KOMPETENTE entscheiden sollen FÜR das Volk, also im Sinne für das nachweisliche(!) und nicht nur behauptete Wohl des Volkes für das sie verantwortlich zeichnen.

    ECHTE Demokratie (er)fordert also KOMPETENZ an die Macht.

    Solange Kreti und Pleti Spitzenpositionen der Macht erlangen können ohne den geringsten Nachweis erforderlicher Kompetenz ist das reines Wunschdenken.
    Es gab mal in China vor langer Zeit (und auch nur relativ kurz) ein Doppelsystem:
    erst musste ein Kandidat Prüfungen bestehen, bevor er zur Auswahl gestellt wurde.
    Da wurde also a) auf nötige Kompetenz geachtet und b) den Menschen die freie Wahl aus Kompetenten ermöglicht.
    Abgeschafft haben es die Tyrannen, die sich einfach an die Macht geputscht haben.

    Es gibt also Lösungen, aber noch keine für den Fall, dass dieses Procedere durch Gewalt missachtet wird.
    Da liegt der eigentliche Hund begraben.
    Wie verhindert man einen Putsch (wie z.B. in jüngster Geschichte in Portugal, Spanien, Griechenland, Türkei oder diversen Südamerika-Staaten, Afrika etc.)?!

    • In der Wikipedia D steht, die Gettysburg Address "…..Regierung des Volkes, durch das Volk, für das Volk…/ government of the people, by the people, for the people…. gelte "allgemein als rhetorisches Meisterwerk".

      Rhetorisches Meisterwerk in der Tat! Jedoch nicht die griechische Redekunst, sondern Rhetorik, wie seit der Aufklärung verstanden und praktiziert wird – nicht als Bildungsziel, sondern als Medium des Truges und der Unwahrheit, der Strategie, der Propaganda, der Manipulation. Man achte auf die Zeichensetzung. "Regierung des Volkes: Durch das Volk und für das Volk" ist nicht gemeint.
      Aber abgesehen davon, Regierung durch das Volk und für das Volk wäre nur möglich in Form der Anarchie, wofür die Menschen nicht reif sind.
      Bleibt Regierung/Herrschaft für das Volk. Bleibt Meritokratie. Die deutsche Wikipedia ist leider wieder mal Mist, daher die englische: " Meritocracy (merit, from Latin mereō, and -cracy, from Ancient Greek κράτος kratos 'strength, power') is a political system in which economic goods and/or political power are vested in individual people on the basis of talent, effort, and achievement, rather than wealth or social class. Advancement in such a system is based on performance, as measured through examination or demonstrated achievement."

      Im alten China (ca. 600 v. Chr. ) gab es das mal dank Konfuzius. Wer damals Bürokrat/Beamter in Administration, Politik, Rechtswesen werden wollte, der musste ein äußerst strenges Prüfungsverfahren bestehen. Solche Positionen waren nicht dem Adel vorbehalten; auch der Bauer vom Lande konnte teilnehmen. Soziale Mobilität war bestimmt durch Bildung. Den Einfluss von Konfuzius sehen wir wieder im heutigen China. Soziale Mobilität durch Bildung!
      Diese Meritocracy ist nicht zu verwechseln mit dem britischen Meritocracy-System.
      Wer in den diplomatischen Dienst in Deutschland will, der muss auch ein strenges Verfahren durchlaufen. Politiker dagegen, das kann jeder – in jedem Amt, egal welches Ministerium!

      Den Gläubigen des Leistungsprinzips und der "Freiheit des Individuum" widerstrebt diese Vorstellung, obwohl sie täglich erleben, dass Leistungsprinzip und Freiheit hohle Worte sind. Dieses "obwohl" wird von den Nutznießern natürlich bestritten. Nutznießern des konkurrenten Individualismus, welcher nichts über und außer sich anerkennt. Es ist Zeit, wieder Autoritäten zu haben wie einst, von denen man lernen konnte.

      Goethe:

      "Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein."

    • PS:

      https://www.rnz.de/wissen/wissenschaft-regional_artikel,-Wissenschaft-Regional-Demokratie-wird-in-Asien-ganz-anders-verstanden-_arid,222626.html
      Auszug:
      Wie entwickelt sich derzeit das Verhältnis zwischen Europa und Asien?

      Zum Beispiel ureuropäische Werte wie die Demokratie wurden in Asien zwar auch implementiert, aber sie werden dort ganz anders verstanden – denkt man etwa an die Türkei, an China oder sogar Indien, die größte Demokratie der Welt. Die intensiven Debatten um die Demokratie werden dort geführt, nicht mehr in Europa. Und es entstehen Konflikte, weil wir hier in Europa das "Copyright" beanspruchen und der Welt Vorschriften machen wollen. Auch die aktuellen Migrationen sind Teil dieser Zwischenwelten. Dieser ganze Bereich ist unterforscht, weil er zwischen die Disziplinen fällt.

      http://dietz-verlag.de/isbn/9783801203306/Demokratie-in-Asien-Ein-Kontinent-zwischen-Diktatur-und-Demokratie-Wolfgang-Merkel

    • Ihre "Kompetenz" an die Macht hat den Pferdefuss, das da die Unbekannte bleibt, wie denn ueberhaupt "Kompetenz der Machtausuebung" gemessen werden soll.
      Es gibt interessante statistische Untersuchungen von Biologen und Verhaltensforschern an Menschen und Tieren zur sogenannten Schwarmintelligenz.
      Also die Zutreffensquote von von Einzelentscheidungen oder ad hoc Massenentscheidungen mit der spaeter beobachtbaren Zukunft zu vergleichen. Jede Zukunft wird da als chaotisch angenommen, jede Vergangenheit ist ja historisch quantifizierbar.
      Und siehe: die Ergebnisse sind eindeutig. Schwarmverhalten schlaegt signifikant Einzelkognitionen, deren vermeintliche Kognitions-Qualitaet keinen Einfluss auf die Trefferquote hat.
      Heisst, Kants Rechts- und Demokratietheorie, die auf das Schwarmverhalten eines Souveraens aufsetzt, duerfte nicht nur philosophisch kohaerenter, sondern auch evolutionaer optimaler sein, als jede Oligarchie oder Meritokratie.
      Verwunderlich ist das keinesfalls, denn eine Meritokratie, Oligarchie, erst recht Gewaltherrschaftssystem setzt immer voraus, dass eine kritische Anzahl von Individuen sich almendeschaedigend verhalten haben oder es noch tut. Das ist untrennbar mit suboptimalen Einfluessen auf "den Schwarm" vermacht und MUSS sich statistisch negativ widerspiegeln.
      Ich behaupte deshalb, dass Ihre "Kompetentokratie" eine fatale Fehleinschaetzung ist und sowohl der Kantschen Theorie als auch der Evolutionsbiologie diametral entgegensteht.

    • @ Ursprung:

      Zitat:
      "Ich behaupte deshalb, dass Ihre "Kompetentokratie" eine fatale Fehleinschaetzung ist und sowohl der Kantschen Theorie als auch der Evolutionsbiologie diametral entgegensteht."
      Zitatende

      Genau, das ist eine Behauptung, aber kein Beleg. 😉

      In jedem anderen Bereich müssen Sie einen Nachweis Ihrer Kompetenz erbringen.
      Nirgendwo wird das beanstandet.
      Jetzt sagen Sie, dass dies bei Politikern unmöglich wäre.
      Beleg? Keiner.

      In der Politik geht es wie bei jedem anderen Kompetenzfeld um logisch-stringent ableitbare Grundanforderungen, die – sobald sie definiert wurden – auch überprüft werden können.
      Diese sind, wie überall, keine Gewähr dafür, dass jemand nicht etwas falsch machen kann oder sein Vorsprungswissen missbrauchen wird.
      Aber er relativiert die Wahrscheinlichkeit dessen eher zu einer Unwahrscheinlichkeit.
      Das wäre schon mal ein Fortschritt.

      Wie gesagt, das gab es schon mal im alten China und von da ausgehend könnte man es modernisieren.

      Die sogenannte 'Schwarmintelligenz' bezieht sich leider nur auf homogene Gruppen von gleicher Spezies im Bereich spezifisch erwobener Instinkte durch Evolution.
      Da ist keine 'Intelligenz' am Wirken, sondern erprobte Programme werden lediglich spontanadäquat variiert.
      Es gibt im Bereich Schwarmintelligenz auch keine Planung und Organisation über abstrakte Ziele, Themen, Projekte.
      Von daher ist das keine Vergleichsmöglichkeit mit den Anforderungen in der Politik.

      Und Kant ist hierfür keinerlei Referenz, da Kant selbst völlig apolitisch war – wie man unschwer aus seiner Vita und den Lehrtätigkeiten, sowie seinem Privatleben entnehmen kann.
      Die Kant´sche Auffassung von Verstand und dementsprechend letztlich auch von Intelligenz entspringt einer idealisierten theoretischen Betrachtung, die, wie so oft, mit der Realität nicht viel gemein hat.
      Ein Stubengelehrter ohne jegliche Pragmatik und vor allem angewandter erfolgreicher Praxis.
      Kant hat seine Meriten, wird aber elementar überschätzt.

    • Ausgerechnet Kant!

      Also, wenn ich die Wahl habe zwischen Goethe und diesem Kant, dann selbstverständlich Goethe.

      Was Schwarmintelligenz betrifft: Schwärme sind nicht intelligent. Gehirnwäsche der behavioristischen Schule der Verhaltenspsychologen und Biologen – den Handlangern der Neoliberalen.

      Wir sind keine Fische, und Fische schwimmen im Wasser und handeln im Schwarm nicht intelligent sondern instinktiv. Der Delfin im Wasser, der Luftblasen ausstößt, um den Schwarm an die Oberfläche zu treiben, der benutzt keine Schwarm"intelligenz". Der Mensch schwimmt nicht im Wasser, und er hat seine Instinkte verloren. Diese Biologen und Verhaltensforscher, diese Apologeten der Schwarminteligenz sind natürlich die (amerikanischen) Behavioristen. Sie wissen schon, dass diese Leute (Bernays etc.) – euphemistisch ausgedrückt – unsympathisch sind ? Diese Leute haben von Chaos keine Ahnung, denn ihre Aufmerksamkeit beschränkt sich auf Pawlowsche Reflexe, was Ihren Fokus auf das Entweder-Oder beschränkt. Mit Entweder-Oder vermag man meinetwegen die Vergangenheit zu quantifizieren und die Zukunft als chaotisch erkennen – aber man kann Zukunft nicht mit dem Pawlowschen Reflex vorhersagen (Butterfly- Effekt – nicht Fisch-Effekt) – außer in Modellen darstellen, und diese sind dann ähnlich brauchbar für menschliches Verhalten (jenseits reflexartiger Manipulationen) wie jene Modelle für das Klimaverhalten.

      Sie wollen also der "Souverän" sein, der es vorzieht, im Schwarm zu schwimmen, der auf das Schwarmverhalten des "Souveräns" setzt. Ihre Wahl. Souverän nenne ich das nicht. Schwärme sind nicht intelligent – und im Schwarm schwimmen ist ebenfalls nicht intelligent. Mit den MSM schwimmen wäre also intelligent?. Von Autoritäten wie Kant und Goethe lernen zu wollen, um zwischen Kant und Goethe unterscheiden zu können, das ist souverän. Weil auch Autoritäten sich irren können, also inkompetent sein. Aber ein Schwarm Autoritäten ist mir lieber als ein Schwarm Fische (um im Bild zu bleiben). Problem allerdings: Wir haben keine Kants und Goethes mehr. Bildungsreform statt Schwarmintelligenz.
      Ich fürchte, Sie sind den Tricks der Behavioristen und dem "Ding" von Kant aufgesessen. Also der noch immer herrschenden Philosophie der Liberalen, die – anders als Goethe – das Problem der "Barbaren" so sehen:

      Mill, On Liberty, Einführung

      "Es ist kaum nötig zu sagen, daß diese Lehre nur für Menschen in der Reife ihrer Fähigkeiten gilt. Wir sprechen nicht von Kindern…Aus denselben Gründen bleibt die Betrachtung jener rückständigen Zustände der Gesellschaft außerhalb des Rahmens unserer Untersuchung, in denen sich das Menschengeschlecht im Zustand der Unreife befindet… Der Despotismus ist für die Barbaren die legitime Regierungsmethode, vorausgesetzt, der Zweck ist die Verbesserung ihres Zustandes. Freiheit als Prinzip wird erst dann anwendbar, wenn die Menschheit der Verbesserung mit Hilfe freier und gleicher Diskussion fähig geworden ist. Bis dahin gibt es für sie nur implizite Unterwerfung unter einen Akbar, einen Karl, wenn sie glücklich genug sind, einen solchen Führer zu finden."

      Bei Konfuzius ist die Vorstellung die: Bildung ist für alle und für alle am wichtigsten. Man kann sie annehme oder ablehnen. Gezwungen zur Bildung (behavioristisch, despotisch etc.) wird keiner; aber: alle für einen, und einer für alle : Almende schädigend?

      Als Kontrast zur Haltung der Liberalen und Behavioristen den "Barbaren" gegenüber:

      "Sage, tun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen. / Sieh nur, wie ungeschickt, wild, sieh nur, wie dumm er sich zeigt!" / Ungeschickt scheint er und dumm, weil ihr ihn eben betrüget. / Seid nur redlich, und er, glaubt mir, ist redlich und klug. (Goethe)

      Und zu Kant:
      Ich habe vor dem Kategorischen Imperativ allen Respekt. Ich weiß, wieviel Gutes aus ihm hervorgehen kann. Allein man muß es damit nicht zu weit treiben; denn sonst führet diese Idee der ideellen Freiheit sicher zu nichts Gutem.
      (Goethe)

      "Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein."
      (Goethe)

  8. Ich bleibe mal nur im 1. Absatz Ihres Aufsatzes:
    1.
    das "Realisierungsziel" einer Demokratie als "Selbstbestimmung der Menschen".
    Statt "Optimierung" oder "bestmoeglich", da dies nur "subjektiv einzeln" verstanden werden muesse.
    2.
    Schon hier wirds unscharf, da unpostuliert bleibt, das Optimierung oder bestmoeglich nun im Sinne einzelner Individuen, der Art oder der Biomitwelt anwendbar wird.

    Die Reaktion eines Fischschwarmes auf einen Hai: da ist der Optimierungsanspruch im Geschehenssinne oder "bestmoeglich" im Sinne des Gesamtschwarmes ganz offensichtlich.
    Statistisch gesehen, sogar im Sinne aller nach diesem Geschehen noch Ueberlebenden. Also auf allen Ebenen: individual, Arterhaltung, Schwarmerhaltung, Biodiversitaetserhaltung.

    Nun zu der Demokratietheorie:
    sie wird sinnlos, geradezu zirkulitaer, wenn sie nur Demokratie erzeugen soll. Also nur sich selbst. Und die uebrigen in meinem obigen Satz erwaehnten Qualtitaeten nicht umfassen soll.
    Sprich: ich bin der Auffassung, das jede andere Form als das "Schwarmverhalten", was es ja nicht nur bei den Fischen, den Insekten, unter den Lebewesen eines Waldes ja unzweifelhaft gibt und evolutionaer ganz offensichtlich erfolgreich zu sein scheint, sich auch unter den Menschen als Demokratie nuzbar gemacht werden muesste und koennte.
    Und genau das sehe ich als die eigentliche Zweckdienlichkeit und klare Zweckgebundenheit einer Demokratie an. Im besten evolutionaeren Sinne.

  9. Sehr geehrter Herr Mitschka,
    Ihrer grundlegenden These, eine wirkliche Demokratie habe der Realisierung der Selbstbestimmung zu dienen, teile ich uneingeschränkt. Sie schreiben in einen Absatz, dass die Parteien den Staat in einem "stillen Putsch" übernommen hätten. Ich halte das in Wirklichkeit für wesentlich schlimmer. Denn das ist bereits "konstruktionsbedingt" durch die Vorgabe der repräsentativen Demokratie, also unmittelbar "im System" so angelegt und es "funktioniert" bereits ohne einen solchen Putsch. Ihre Anmerkung, dass Stiftungen der Parteien – auch "parteinahe" Stiftungen genannt – fälschlicherweise in staatlichen Internetseiten als „Nicht-Regierungs-Organisationen“ genannt werden und eben letztlich durch Steuern finanziert werden, finde ich sehr wichtig. Allerdings hätte ich mich über einen Beleg zu einer oder mehrerer solchen Benennung/en gefreut. Zur fraglichen Finanzierung war allerdings sogar bereits in der "Welt am Sonntag" zu lesen (https://www.welt.de/politik/deutschland/article173425205/Bundestag-581-Millionen-Euro-fuer-parteinahe-Stiftungen-bewilligt.html). Dort ist zwar nur etwa gut die Hälfte des von Ihnen genannten Betrages genannt, weshalb ich mich auch dazu ein Beleg interessieren würde, aber auf den genauen Betrag kommt es letztlich nicht an. Der Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung ist im Übrigen zu entnehmen, dass es sich lediglich bei der Friedrich-Naumann-Stiftung um eine wirkliche Stiftung und bei den anderen um eingetragene Vereine handelt (https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202095/politische-stiftungen?p=all).

    Ihrer Analyse bzw. "Diagnose", stimme ich im Wesentlichen zu. Dass Sie allerdings um in dem Bild zu bleiben, als "Therapie" wohl allein eine "grundlegende Medienreform" als nächsten oder wohl maßgeblichen Schritt (?) anregen, scheint mir jedenfalls zu kurz gegriffen. Abgesehen von der grundlegenderen Frage, ob eine derartige systemimmanente lediglich "Reform" überhaupt ausreichend sein kann, wäre, wenn schon in diesen systemimmanenten Kategorien gedacht wird, auch einiges an der grundlegenden Konzeption der von Ihnen zu Recht kritisierten Konstruktion der lediglich repräsentativen Demokratie zu verändern bzw. dort grundlegend Hand anzulegen.

    Abgesehen von Äußerungen in aktuellen Beiträgen wie von Chris Hedges bei rubikon.news/artikel/die-letzte-wahl und dem ebenfalls in Rubikon wiedergegebenen Interview von Jens Wernicke mit Rainer Mausfeld (dort steht Sa. 12.10. gemeint ist daher offenbar 05.10.2019), in denen m.E. ganz wesentliche Aspekte im Kern – also sozusagen im wahrsten und positivsten Sinne des Wortes "radikal" – benannt werden und sich dabei wohl keine systemimmanente Behebungsoption abzeichnet, wäre zumindest einiges Grundlegendes von repräsentativer zu direkter Demokraktie zu beheben – etwa unter Berücksichtigung von Erfahrungen in der Schweiz (Vgl. etwa https://www.mehr-demokratie.de/fileadmin/pdf/Direkte_Demokratie_auf_Bundesebene_Eich.pdf). Dort wird übrigens süffisant u.a. im Fazit angeführt, dass etwa der CDU als langjähriger Regierungspartei ein Eigeninteresse an der Verhinderung der Einführung direktdemokratischer Elemente auf Bundesebene unterstellt werden kann ;-)!

    Denn laut Mausfeld ist repräsentative "Demokratie" Mittel zur Demokratievermeidung und dient letztlich der Revolutionsprophylaxe.

    Zumindest wären wesentliche Elemente wie die angebliche Gewaltenteilung zunächst einmal zu realisieren. In einem Kommentar zur Tagesdosis von Peter Grassmann (vom 1.10.2019 unter dem Titel "Retten wir die Parlamente!") hatte ich dazu auf eine Anregung des ehemaligen Bundesrichters Wolfgang Nešković hingewiesen. Dazu müssten lediglich in Artikel 76 Grundgesetz drei Worte und zwei Absätze gestrichen werden, in Absatz 1 die Worte »durch die Bundesregierung« und die Absätze 2 und 3.

    Das wäre aber nur ein winziges Bausteinchen – ohne Eliminierung etwa des globalen Finanzkasinos / Finanzsystems (zumindest einer internationalen Einführung einer Finanztransaktionssteuer) mit Revision der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und Beendigung aller kriegerischer Auseinandersetzungen etc..

    Für all dies wird es realistischerweise keine Mehrheiten in bzw. mit dem jetzigen (Parteien) und dem indirekten System geben. Denn Sie führen zutreffend an, dass letztlich die (System)Medien dafür sorgen, dass die Menschen immer wieder Entscheidungen akzeptieren, die gegen ihre eigenen Interessen von "den (System)Parteien" gefällt werden. Hinzu kommen die zutreffend von "Hog1951" um 20:58 Uhr angeführten Propagandisten. Etwa auch von "Kari" um 21:40 Uhr aufgezählte "Widerstände" sind am Wirken. So etwas kann m.E. nur außersystemisch außerparlamentarisch etwa mit so etwas wie "Gelbwesten" angestrebt werden. In diesem Sinne: Lotta Continua!

    • Soweit gehe ich technisch mit Ihrer Analyse konform.
      Doch eines ist entscheidender: "die Parteien" sind nicht die Entscheider, sondern nur die Bediensteten.
      Die CDU, die CSU wurde von der CIA nach dem WK Ii Tohuwabu gegruendet, Adenauer bestochen, die AfD Harrismediagesponsert. Die Entscheider bleiben als eigentliche Machtzentren im Hintergrund (Bezug Rainer Mausfelds diverse Aussagen). Politparteien sind nur die verdingten Kulissenschieber, ebenso alle welchen Manager im Finanz/Industrie/Militaer/Medien-Bereich.
      Es reicht nicht, ueber die Kulissenschieber zu lamentieren.
      Mehr noch: das sollen Sie.
      Und damit den Fokus von den Machtzentren im Hintergrund auf die Gehalts- Diaeten- Pensionsbestochenen abzulenken.
      Die Spitze des Hohns: nicht die Machtzentren bezahlen das Gesocks, sondern wir ueber die Preise und Steuern. Nur von den think tank know how Zulieferern werden einige Exemplare von den Machtzentren steuerabzugsfaehig mutmasslich umwegslos bezahlt, NGOs oder so.

    • Moin, Tastend, es ist wirklich lange her, dass ein Teil der westdeutschen Linken kontakt hatte zur italienischen Linken. Seit der Zeit begleitet mich die Phrase "immerwährender Kampf". Leider ist die Linke nicht nur in der BRD ideologisch bekämpft und besiegt worden, sondern auch in anderen Ländern wie eben auch in Italien.
      Einige von uns Damaligen sind in den "Gruenen", andere in die PDS eingetreten andere haben privatisiert.
      Was seinerzeit fehlte war eine Verankerung als Werktätige; so ist es leider nur beim kleinbuergerlichen Protest geblieben.

      In diesem Sinne, Tastend,
      Lotta Continua!

  10. "Je mehr Menschen an dem Dogma der Parteien zweifeln, desto eher wird auch der Konformitätsdruck aufweichen, also der Gruppenzwang, mit dem Menschen dazu gebracht werden, wie die vorgegebene Meinung zu denken."

    "Je mehr Menschen erkennen, dass der Kaiser keine Kleider anhat, desto eher wird der Konformitätsdruck eines Tages weichen und die Parteien werden dem Willen des Souveräns folgen müssen, und einen großen Teil ihrer Macht abgeben."

    "KenFM ist eine der wenigen Plattformen, auf denen konträre Gesichtspunkte unzensiert zu Wort kommen. Ein gutes Beispiel ist die Berichterstattung und Kommentierung des Phänomens Greta Thunberg. KenFM ist insofern ansatzweise, wenn natürlich auch längst noch nicht optimal, der Mikrokosmos einer möglichen zukünftigen Medienwelt."

    Ja. Ich glaube nicht an die revolutionäre Erhebung (lieber Box🙂) sondern an eine unermüdliche Aufklärung immer breiterer Bevölkerungsschichten, die über die heutigen Medien doch viel leichter und schneller möglich sein muss als früher. Dazu gehört unter anderem, dass man die Leute daran gewöhnt, auch kontroverse (freilich nicht in Schmähungen und Unsachlichkeit ausartende) Diskussionen auszuhalten und zu lernen dem Andersdenkenden zuzuhören und zu verstehen, was er meint. Denn wenn sich das Denken ändert und die Leute autonomer werden, gehen sie den Mächtigen und ihren Verlockungen nicht mehr auf den Leim, diese verlieren dann ihre Machtbasis und die Politik ändert sich zwangsläufig, ohne dass es blutiger Aufstände bedarf.

    Leider notwendige Anmerkung zu "Das haben Versuche von Solomon Asch gezeigt, und das ist heute noch gültig (3)": Der Link unter (3) funktioniert nicht, denn da erhält man von Wikipedia nur "Der angeforderte Seitentitel enthält ungültige Zeichen: „%C3“".

    • Moin, citoyen,
      "(…) sondern an eine unermüdliche Aufklärung immer breiterer Bevölkerungsschichten, die über die heutigen Medien doch viel leichter und schneller möglich sein muss als früher.
      Das Kapital herrscht seit rund 300 Jahren ueber die Nichtbesitzenden. Zwischenzeitlich sogar mit Hilfe brutalster Unterdrueckung seitens Hitler und des Faschismus. Nachdem die kommunistische und sozialistische Opposition dann zerschlagen war, konnte man getrost auf die parlamentarische "Demokratie" schwenken. Doch heisst das, dass das Kapital deswegen weniger herrscht? Nein! Alle Gesetze der neuen BRD wurden im Verein mit den Vertretern des US-Imperialismus entwickelt. 1956 wurde die KPD verboten, ein einmaliges Ereignis auf dem ganzen Planeten.
      Wenn doch mal Zugeständnisse gemacht wurden, dann, weil es eine Systemkonkurrenz im Osten gab und die Westimperialisten gezwungen waren Keide zu fressen.
      Doch in keiner Phase der juengeren Geschichte bestand eine Gefahr fuer die Herrschaft der Kapitalistenklasse. Nach 1990 wurde die Gangart noch verschärft, Neoliberalismus war eine weitere Entwicklung weg von den sozialen Errungenschaften der Arbeiterbewegungen.
      Jetzt kommt die Frage, worueber will citoyen aufklären?
      Die Medien sind wie bekannt in Herrscherhand (wenn man von ein paar alternativen Medien absieht, die aber so marginalisiert sind, dass sie die Masse nicht erreichen); wie will man da aufklären und vor allem worueber will man aufklären?
      Mit allen Posts hier im Forum wird Aufklärung betrieben. Doch es kann nicht nur darum gehen ohne Schmähungen und Beleidigungen zu diskutieren, sondern es muss vor allem darum gehen eine gemeinsame Stossrichtung zu entwickeln.
      Glaubst Du wirklich, dass Aufklärung, wenn sie auch optimal, also ohne Störfeuer der Gegenseite, funktionieren wuerde, irgendeine Konsequenz der Herrschenden nach sich ziehen wuerde, wie etwa das Abgeben ihres geraubten Besitzes, oder die Abschaffung der unsäglichen Möglichkeit ihren immensen Besitz vererben zu können an die Nachfahren, die bis dann noch kein gesellschaftliches Vermögen erwirtschaftet haben sondern wie die Quants pro Tag 1,5 Mio Euro erhalten, oder das abstehen von den exorbitant hohen Mieten ?
      Nein! ganz zynisch setzt man auf den Markt, der das schon richten wird!

      "Denn wenn sich das Denken ändert und die Leute autonomer werden, gehen sie den Mächtigen und ihren Verlockungen nicht mehr auf den Leim, diese verlieren dann ihre Machtbasis und die Politik ändert sich zwangsläufig, ohne dass es blutiger Aufstände bedarf."
      Hier erkennst Du leider nicht, dass es nicht um Verlockungen geht, sondern um juristische Besitzverhältnisse, die eine Argumentation ins Leere laufen lässt.

      mfG

    • Moin, Hog1951.
      Eigentlich hatte ich es mit Hoffnung und Optimismus versuchen wollen. Und mit dem Glauben an die Lern- und Entwicklungsfähigkeit des Menschen
      Aber o.k., dann also lieber wieder blutig. Freie Gewalt dem Stärkeren. Wie eh und je. Ab auf die Bäume mit uns!🙂
      mfG

    • Nein, im Ernst, Hog1951, was versprichst du dir von welcher (doch wohl gewaltsamen) Aktion, wenn wir doch so hoffnungslos zahlenmäßig unterlegen sind? Sollen wir aus dieser wirtschaftlich und machtpolitisch einfach nur jämmerlichen Position heraus es tatsächlich mit denen aufnehmen und uns nach ihren Spielregeln die Nasen blutig schlagen, wie das in der Geschichte schon so oft der Fall war? Wollen wir nicht lieber einmal systematisch nach praktikablen Wegen suchen, auf denen wir uns von denen da wirtschaftlich so unabhängig und damit so wenig käuflich wie möglich machen? Auch wenn es unbequem, ja schmerzlich ist, wir werden irgendwann einmal endlich bei uns anfangen müssen, wenn wir autonom, autark sein wollen und nicht mehr verführbar. Sonst schlagen die unseren kleinen Aufstand locker nieder und machen, auf ihre Think Tanks gestützt, munter weiter wie bisher, und wir hängen als Konsumjunkies hoffnungslos an ihrem Tropf.
      mfG

    • Moin, citoyen (14. at 16.09)
      vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrueckt; ich denke nicht, dass der Aufstand kurz bevor steht. Ich denke nur, dass es gut ist wenn wir vorbereitet sind. Ich habe ueberhaupt keine Peilung, wie die Menschen ihre eigene Situation erleben, und wie stark der Leidensdruck ist. Ich weiss nur, dass es eine organisierende Kraft geben muss, die die Diskussionen lenken kann, die die Solidarität einfordert beim Umgang miteinander. Und da denke ich auch an unser kleines Forum hier, wo wir wirklich schon unschöne/beleidigende Posts lesen mussten.
      " (…) wir werden irgendwann einmal endlich bei uns anfangen müssen, wenn wir autonom, autark sein wollen und nicht mehr verführbar."
      Ich gehöre absolut nicht der Kirchen-/Religionsfraktion an, die erst "besser" werden muss, um andere zu bekehren. Vielmehr sehe ich, dass alle Menschen Unzulänglichkeiten haben, es gilt sie da abzuholen wo sie z.Z. sind.
      Ich will auch nicht autonom und autark sein! Ich will das, was mir zusteht und von den Herrschenden leider okkupiert wurde.

      mfG

    • Moin, Hog1951.
      "dass alle Menschen Unzulänglichkeiten haben, es gilt sie da abzuholen wo sie z.Z. sind"
      Wie wahr. Genau das tun die Kirchen nicht, deshalb verstehen sie auch nicht, warum ihnen die Gläubigen davonlaufen. Mit belehren und bekehren wollen allein ist es nicht getan. Wir brauchen einen ganz anderen Ansatz, wenn wir etwas verändern wollen, vgl. z.B. meinen Kommentar oben vom 15. Oktober 2019 at 12:14.

  11. Naheliegend und ein ganz üblicher Prozess ist es, dass ein bald 300'000 Abonnenten aufweisendes Presseportal wie KenFM ein Sammelbecken ist für Propagandisten, Demagogen, Geheimdienstler, Israel-Lobbyisten, Fanatikern, jene, für die einzig ihr eigenes Interesse und Wohl gilt und dergleichen. Ihnen geht es nicht um Wahrheit, nicht um Differenziertheit und Verhältnismässigkeit. Nicht um Kompetenz und nicht um Dialog, sondern darum, andere, für das Allgemeinwohl (weltweit) einstehende, konstruktiv denkende Menschen, zum Schweigen zu bringen, mundtot zu machen, zu demotivieren. Es geht ihnen um Täuschung, Ablenkung und vor allem um Verhinderung von konstruktiven Veränderungen.

    Üblich ist auch, dass Propagandisten und dergleichen, also das Destruktive, nach einer gewissen Zeit weitgehend über Medien, Organisationen, Bewegungen und ähnliches bestimmend sind, sie beherrschen. Dies besonders dort, wo man, wie bei KenFM, unfähig oder nicht willens ist, Abgrenzung von Ausgrenzung zu unterscheiden und sich klar auf der Seite der Menschenrechte zu positionieren. Dies schliesst ‘mit gleichem Mass messen’ nicht aus.

    Bei KenFM ist die Gesinnung zwischen den Autoren von Artikeln, dem redaktionellen Teil, und jener von Kommentaren inzwischen grossmehrheitlich aufeinander abgestimmt. Konstruktiv-kritische Stimmen sind weitgehend verstummt. Im redaktionellen Bereich ohnehin (E. Hecht-Galinski, S. Bonath, Bröckers? Pohlmann?). Es geht nicht um Qualität, sondern um Konformität, ideologische Gleichschaltung.
    Aus fehlenden Antworten, dem Ignorieren unangenehmer, kritischer Kommentare sowie den ‘Likes’ und ‘Dislikes’, kann in etwa ein Bild gemacht werden, welche Kreise sich grossmehrheitlich bei KenFM bewegen. Sie haben ein leichtes Spiel, da die Wahrheit meist unangenehm ist und deshalb verdrängt, nicht gehört werden will und die Überbringer von unangenehmen Informationen mundtot gemacht werden.
    «Und eine Regel aus unserer Geschichte emanzipatorischer Bewegungen ist, dass alles was emanzipatorisch erfolgreich ist immer nur exakt einmal erfolgreich ist, weil nämlich die Zentren der Macht blitzschnell lernen und sagen, das hatte Erfolg, das darf nie wieder passieren. Das erfordert von uns eine gigantische Kreativität, Flexibilität, immer wieder neue Strategien und das Erkennen der Schwachstellen des Feindes» (Rainer Mausfeld)

    «Alternative» resp. «freie» Medien, wie KenFM und die mit ihnen vernetzten, letztlich machtkonformen, transatlantisch und proisraelisch ausgerichteten Vorstände, Führungsgremien und deren Anhang (also Stützen und Säulen der Mächtigen) von etablierten (Friedens und Menschenrechts)Organisationen, (Friedens)Bewegungen und dergleichen, haben offensichtlich panische Angst vor einem möglichen Einbruch ihrer Einnahmen, ihrer Privilegien und vor allem ihres Einflusses (also Macht). Es sind weitgehend dieselben Kreise, welche auch die ‘Montagsmahnwachen für den Frieden’ (eine Bewegung von ‘unten’) aus dem gleichen Grund mundtot gemacht haben.

    Man beachte die Methoden von Ausgrenzung, Mundtotmachen: 1. Schweigen, ignorieren 2. Beschimpfen, diffamieren, verleumden 3. Einschüchtern, Drohen 4. ………. bis ?

    Gemäss Michel Foucault handelt es sich dabei um unsere selbst lenkende, selbst überwachende und kontrollierende Gesellschaft. Im Interesse der Mächtigen, versteht sich.

    Macht wird bekanntlich NIE freiwillig abgegeben und zu deren Erhalt wird vor keinerlei Skrupel zurückgeschreckt. Aufrufe zu Einigkeit und sich nicht spalten lassen sind oft Aufrufe zu Einheitlichkeit, Gleichschaltung, Unterwerfung. Die Tabuthemen* sind bei ihnen allen meist dieselben, der Tiefenstaat also bei allen wirksam (Siehe obiger Text Mausfeld). Identisch ist auch ihr autoritärer, autoritätshöriger Stil. Oder haben Sie jemals erlebt, dass Medienschaffende und Politiker auf konstruktive Anregungen, Ideen, Vorschläge aus der Bevölkerung eingegangen wären? Man wird es wohl auch weiterhin nicht erleben. Doch es wird das praktiziert was man vorgibt verhindern zu wollen. Dazu gehört auch Spaltung.
    Bei ‘ RT deutsch’ und beim ‘Der Fehlende Part’ spielt auch die bekanntlich, jedoch jeweils nicht erwähnte, (zu) grosse Abhängigkeit Russlands von Erdöl und Erdgas eine grosse Rolle.

    Diese gesellschaftlichen Gesetzmässigkeiten wurden und werden immer schon von einsichtigen, bescheidenen Menschen erkannt. Von ihnen kommen auch die Möglichkeiten wie man sich davor schützen kann. Unter anderen mehr sind es Michel Foucault und Arno Gruen welche in ihren Publikationen darauf aufmerksam gemacht haben. Als wirkungsvollsten Widerstand dagegen sahen sie: Verweigerung, Ungehorsam, ‘Sich nicht vereinnahmen lassen’. Dies in all ihren vielfältigen Formen und Möglichkeiten. Es ist dieser gewaltfreie Widerstand, zivile Ungehorsam, vor dem sich offensichtlich auch die obengenannten Medien, Organisationen, Bewegungen, PR-Agenturen und dergleichen mehr, am meisten fürchten und dementsprechend verschweigen und verhindern. Dies aus Angst vor Einbusse an Einnahmen, Privilegien und Einfluss (Macht).

    *
    Zu den wichtigsten Tabuthemen gehören:
    – Die obenerwähnten:
    Ungehorsam, Verweigerung, Sich nicht vereinnahmen lassen, Möglichkeiten und Strategien des zivilen Ungehorsams und Widerstandes
    – Autoritätsgläubigkeit, -Hörigkeit
    – Personenkult
    – Gleichwertigkeit
    – Abbau von Macht
    – Deutschlands weitere Grossmachtbestrebungen und Vorherrschaft über Europa
    – Gesellschaftliche Strukturen resp. Machtstrukturen

    • @Kari
      Sind Sie sicher, dass Sie KenFM meinen und nicht vielleicht doch ein anderes Portal? Tut mir leid, all das was Sie KenFM unterstellen, vermag ich hier nicht zu erkennen. Ich begrüße vielmehr das Bestreben, auf möglichst zielführenden Wegen die notwendige Veränderung der Verhältnisse zu erreichen und eine rege Beteiligung der meisten Kommentatoren daran, die durchaus auch sehr kontrovers diskutieren. Das heißt ja nicht, dass Sie jedem hier trauen müssen. Selbstständiges Denken, was gerade KenFMs Anliegen ist, befähigt einen, solche Leute von den anderen zu unterscheiden.

  12. Ja, Jochen Mitschka, wie wahr, doch Sie bleiben leider auf halber Strecke ihrer Analyse stehen.
    Nicht die Parteien sind das eigentliche Grunduebel, sondern DAS Grunduebel ist (zumindest seit dem der Kapitalismus ohne störende Konkurrenz aus dem Osten schalten und walten kann), dass das Kapital die Oberhoheit ueber die Politik erlangt hat und der Neoliberalismus die bestimmende Wirtschaftsphilosophie wurde. Ueber Stiftungen von Bertelsmann oder Bosch oder … werden Politiker ueber Lobbyisten "angehalten" die "richtigen" Gesetze zu schreiben und sie auch vorzulegen. Oder Privatisierungen durchzufuehren. Oder auch dem Fachkräfte"mangel" durch Einschleusung sog. Fluechtlinge nachzukommen. Ein breites Betätigungsfeld, das es dem Kapital ermöglicht sich noch mehr Pfruende zu sichern.
    Was hilft dagegen? Nun, es kommt darauf an, die Herrschenden/das Kapital daran zu hindern so agieren zu können. Da sie aber nicht freiwillig auf ihre Macht und Vorrangstellung verzichten werden, wird es wohl zu Auseinandersetzungen kommen muessen darueber.
    Es muessen die Medien ueber demokratische Institutionen kontrolliert werden, damit nicht irgend ein Unfug die Redaktionsräume verlassen kann.
    Es muss die Produktion ueber demokratische Institutionen kontrolliert werden, damit die Umwelt nicht weiter vermuellt wird.
    Es muss auch das Bildungssystem demokratisch kontrolliert werden, damit nicht wie jetzt schon abzusehen ist, das Kapital eine weitere Verdummung der Bevölkerung betreiben kann.
    Bei all diesen und weiteren Vorhaben spielen die pol. Parteien eine entscheidende Rolle, aber zu hoffen, dass diese Parteien reformierbar seien, ist das Gleiche, als wenn man an den Weihnachtsmann glaubte.

    mfG

    • An Hog 1951:
      ihre Beitraege hier sind wenigstens lesbar, ohne hoffnungsloser werden zu muessen. Ihre Frage nach der Stossrichtung treibt Sie um, mich auch und anscheinend auch Rainer Mausfeld, dem wir ne Menge schluessiger Analysen verdanken.
      Nein, ich habe noch keine neue Rahmenerzaehlung, nach der ich seit einer Fragestunde nach einem Vortrag Mausfelds ebenfalls suche.
      Interessant ist, dass ich ueber einen archaologisch versierten Menschen Hinweise darauf fand, dass die Menschheit zumindest in Nordeuropa bis vor rund 8 tsd Jahren offenbar eine andere Rahmenerzaehlung hatte als danach. Die Bruchlinie geht entlang der Grabbeigabeninterpretation der Archaologen.
      Vorher gabs nur wohlgemeinte Hilfsmittel fuer ein Weiterleben danach, hinterher nur noch vermischt mit Statussymbolen, die es vorher nie gab, offenbar weltweit nicht. Die Misere begann offenbar mit dem Ackerbau und der Viehzucht, foerderte den Uebergang von Almende zu Kapital und Individualegoismus. Herrscht immer noch.
      Ist aber nicht zwingend, denn mit den enormen Technomoeglichkeiten (die Sahara allein reichte hin, die ganze Welt energetisch zu versorgen) haetten wir Menschen erstmals wieder die Moeglichkeit, von Konkurrenz auf Kooperation umzuschalten, ohne dass jemand auf der Strecke bleiben musste, nicht mal die lebenswichtige biologische Mitwelt.
      Heisst:
      wir haetten die Chance, aber noch keinen Frame, innerhalb dessen wir die kohaerenten Schritte zu beginnen viele bereits einen Drive verspueren.
      Lassen Sie uns daran arbeiten und nicht von den Lemmingen irritieren, die auch hier im Forum ueberall rummachen meinen zu muessen.
      Sorry fuer die Laenge……

  13. jetzt ist endlich mal wieder ein grundlegender "klimafreier" Beitrag zu lesen – und schon der erste angebliche "Kommentar" – allerdings auch von sattsam bekannter Seite, insinuiert und bedient schon wieder diese quasi monothematische gebetsmühlenartige "Klimaorgel". Bei mir hat sich wohl eine Art "Klimaallergie" entwickelt;-). Oh – was müssen hier alles ausgehalten werden – muss? – also zitiere ich mal wieder in Oberlehrermanier https://kenfm.de/netiquette/: Nicht erwünscht sind:

    • Kommentare, die sich nicht mit dem Thema des jeweiligen KenFM-Beitrags oder dazugehörigen Posts beschäftigen

    – bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte bitte –

  14. Wenn wir uns heute die Parteienlandschaft anschauen, dann haben sich die SPD, CDU, Linke und sogar die FDP der Grünen-Geoengineering-Agenda vollständig unterworfen. Ein Teil der AfD nimmt zwar vorgeblich gegen Klimagesetze eine Position ein, aber nicht wirklich bewusst gegen Geoengineering. Zudem liegt die AfD im nationalistisch und sogar teilweise rassistischen Sumpf, aus der sie nicht entkommen kann.

    Schon die Wahlhilfe eines Rezo für die Grünen hat alle Nicht-Grünen aufgescheucht wie verschreckte Hühner.

    Egal was die Parteien sonst vetreten oder vorgeben zu vertreten ist die gesamte Parteienlandschaft pro-Geoengineering.
    Deshalb meine ich, das wir zur Bildung einer echten Demokratie die Gründung einer Anti-Geoengineering Partei brauchen! Vor allem müssen wir ein Bewusstsein für und gegen Geoengineering entwickeln. Momentan werden Menschen gezielt abgelenkt und verwirrt, als dass sie über die Methoden und Kollateralschäden des Geoengineering aufgeklärt werden.

    Nur mit einer bewusst und klar gegen Geoengineering eingestellten Bewegung können wir uns aus der Umklammerung der Geoengineering-Lobby retten.

    Gründet Eure Anti-Geoengineering Partei (AGP): Wir brauchen 2 Millionen Wähler!
    https://geoarchitektur.blogspot.com/p/anti-geoengineering-partei-agp-wir.html

    • Du kannst doch keine Anti-Geoengineering Partei gründen. Es würden auf der Stelle ganze geldbringende Wirtschaftszweige wie Greta, FfF, ExtinctionReb., Medizin, Pharma, usw., drastisch reduziert. – geldbringend? für wen? Das gäbe ein Wirtschaftschaos sondergleichen, die reichen würden in der Folge wohl nicht mehr so schnell reicher…

      Ja, Ja, gehts der Wirtschaft gut gehts uns allen gut hihi….

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