STANDPUNKTE • Deutsche Reparationen an Griechenland und Polen

Ein Standpunkt von Karl Bernd Esser.

Das Pariser Reparationsabkommen wurde von 18 Ländern, darunter Griechenland, auf der Konferenz am 14. Januar 1946 zur Aufteilung von Reparationsansprüchen gegen das Deutsche Reich infolge des Zweiten Weltkrieges ohne eine deutsche Regierung geschlossen. Bei den Pariser Verhandlungen kamen die Teilnehmerstaaten überein, dass nach Unterzeichnung des  Abkommens keine weiteren Reparationsansprüche für die in ihm enthaltenen Punkte erhoben werden können. In Art. 2 Abs. A des Abkommens verpflichten sich die Signatarmächte explizit, dass „ihre jeweiligen Anteile an den Reparationen – wie sie das vorliegende Abkommen bestimmt  – von jeder von ihnen als Abgeltung aller ihrer Forderungen und aller Forderungen ihrer Staatsangehörigen gegen die ehemalige deutsche Regierung oder gegen deutsche Regierungsstellen angesehen werden. Dies gilt für Forderungen öffentlicher und privater Natur, die aus den Kriegsverhältnissen entstanden sind (sofern keine anderen Bestimmungen darüber getroffen sind), einschließlich der Kosten der deutschen Besatzung, der während der Besatzung entstandenen Clearing-Konten und der Forderung gegen die „Reichskreditkassen“. Aus diesem Grund wurde in Brüssel die Inter Allied Reparation Agency – Inter-Alliierte-Reparations-Agentur (IARA) gegründet, welche diese Reparationsansprüche über ein Reparationskonto abwickelte.

Diese IARA-Reparationen wurden in zwei Kategorien A und B eingeteilt:

  • Kategorie A – alle Reparationsformen, die nicht unter Kategorie B fallen
  • Kategorie B – industrielle und finanzielle Ausstattung, die aus Deutschland zu entnehmen ist, inklusive Handels- und Binnenschiffen, sowie alle deutschen Werte in neutralen Staaten (Deutsches Auslandsvermögen).
  • Kategorie X – Das komplette Reichsbankgold und das Gold anderer Europäischer Notenbanken wurde zur „Geheimen Kriegsbeute der USA“ erklärt. Technische und wissenschaftliche Kenntnisse (u.a. Deutsche Patente) wurden nicht berücksichtigt.

Die Kategorie X gab es offiziell nicht. Es beanspruchte keine Kontrollinstanz unter den Alliierten und so haben sie Deutschland „über den Tisch“ gezogen. Die USA haben zum Beispiel ihr erbeutetes Gold der Deutschen Reichsbank bis heute vollständig behalten und zu ihrer geheimen Kriegsbeute erklärt. Alles vorgefundene Gold zu Kriegsende in allen Depots war immerhin 365 Tonnen schwer, davon rund 98 Tonnen pures Reichsbankgold (1).

Die Deutsche Reichsbank wurde 1945 aufgelöst und es erfolgte 1957 die Gründung der Deutschen Bundesbank als völlig neue Bank. Im Historischen Archiv des Treuhänders und Abwicklers der ehemaligen Deutschen Reichsbank, in der Deutschen Bundesbank, finden sich interessante Dokumente ( z.B. Goldakten ) dazu (2).

Zum IARA-Abschlussbericht:  

Das Reichsbankgold wurde dem Reparationskonto nicht angerechnet und das Gold der anderen Notenbanken wurde vorerst von den USA auch nicht zurückgegeben. Man erklärt bis heute, die USA hätten nur Reste von HITLERS-Raubgold vorgefunden, was nicht stimmt (3). Fast alle Europäischen Notenbanken konnten rechtzeitig ihr Notenbankgold in die USA in Sicherheit bringen, daher konnte das Dritte Reich praktisch kein Gold mehr vorfinden und daher auch nicht „rauben“. Der Abschlußbericht der IARA löste in den 60ern heftigen Schriftverkehr unter den deutschen Ministerien aus und der Reichsbank-Treuhänder erhielt davon immer Kopien dieser Scheiben, welche der Autor im Historischen Archiv der Deutschen Bundesbank einsehen konnte (4). Die Durchschriften der Schreiben der verschiedenen Deutschen Ministerien belegen, dass dem IARA-Reparationenkonto viel zu niedrige Reparationen gutgeschrieben worden waren. „Die sogenannten Restwerte (residual values), die der Alliierte Kontrollrat der IARA gemeldet hatte, sind erheblich niedriger als die sogenannten Zeitwerte der Reparationskartei (etwa 40 %), “ schreibt der Bundesminister für Wirtschaft an den Abwickler der Deutschen Reichsbank (5). Der Verlust deutscher Gebiete und deren Anrechnung wurden von der IARA völlig außer Acht gelassen, demnach bleiben die Reparationen von den 18 Sieger-Befreier-Ländern total unterbewertet.

Rückblende: Neue Parteien entstehen mit US-Hilfe

Die neuen Parteien und Politiker der CDU und CSU wurden mit großzügigen Wahlkampfspenden des OSS (später CIA) aufgebaut und zur „Umerziehung des deutschen Volkes“ mit angehalten. Beide Parteien sind also ein echtes Baby der USA. Die von den USA protegierte eingesetzte deutsche Regierung wollte damals das Londoner Schuldenabkommen durch mögliche Unruhe im Volk, bei Veröffentlichung des fehlerhaften IARA-Berichtes, nicht gefährden. Außerdem konnten deutsche Politiker, welche finanzielle Unterstützung aus den USA erhielten, schlecht gegen die USA, und dem Fehlen der 365 Tonnen Gold – Kriegsbeute (6), öffentlich Stellung nehmen. Dann hätte es keine Dollars mehr „for good new US-Germans“ gegeben. Die dadurch entstandene US-Treue und Nähe der deutschen CDU/CSU Politiker gilt noch heute.

Sie können mit einem gut dotierten Posten in einer US-Firma oder an einer US-Universität nach ihrer deutschen Amtszeit rechnen, wenn sie sich für die USA, während ihrer Amtszeit eingesetzt bzw. verdient gemacht haben.

Ergebnis zum IARA-Abschlußbericht:

»Alle deutschen Regierungen haben bis heute den Abschlußbericht der IARA und damit alle abgeschlossenen ersten Reparationszahlungen nicht veröffentlicht. Alle deutschen Ministerien haben im Juni 1963 gemeinsam beschlossen, diesen Abschlußbericht unter Verschluss zu halten. Im Übrigen bis heute. Diesen Umstand nutzen jetzt Griechenland und Polen mit neuen Forderungen aus«

Griechenland erhielt eine anteilige IARA-Reparation gemäß Abschlußbericht in Höhe von insgesamt rund 30 Millionen US $ ( 1 Liter Oktoberfestbier kostete 1,90 DM und 1 US $ waren 1960  4,17 DM = 125,1 Mio. DM = heutiger Kaufwert rund 350 Mio. EURO ).

Die wichtigste reparationsrechtliche Regelung, an der eine deutsche Regierung nach dem Zweiten Weltkrieg als Vertragspartner beteiligt war, ist später im Londoner Schuldenabkommen vom 27. Februar 1953 (LSA) enthalten. Das LSA mit Griechenland wurde am 21.4.1956 unter Jahrgang 56/II unter Seite 864 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

Rückblende: Das Potsdamer Abkommen  (PA):

In diesem Abkommen vom 2. August 1945 vereinbarte James Byrnes, der amerikanische Außenminister, seinen bekannten Kompromiss mit den drei Alliierten: Die Sowjetunion sollte industrielle Anlagen ihrer eigenen Zone entnehmen und außerdem 15% der in den Westzonen demontierten Fabriken und Maschinen gegen Lieferung von Nahrungsmitteln, Holz, Kohle u.a. und weitere 15% von Industrieanlagen ohne Gegenleistung erhalten (PA IV Abs. 4).

Die meisten Betriebe, die für den Abbau vorgesehen waren, lagen in der britischen Zone: Von den 1.657 des ersten Reparationsplans vom 28. März 1946 nicht weniger als 997 (414 in der amerikanischen, 246 in der französischen Zone). Übrigens sollte darauf hingewiesen werden, dass allein die Briten aus ihrer Zone bis zum 31. Dezember 1946 rund 64.000 Tonnen Anlagen und Maschinen in die Sowjetunion geliefert hatten.

 Die bei der IARA vertretenen 14 Nationen brachten den vier Besatzungsmächten ohnehin ein tiefes Misstrauen entgegen, von denen sie glaubten, sie würden sich in Deutschland „die Rosinen herauspicken“, das heißt, die wertvollsten Reparationsgüter sich selbst reservieren und Brüssel nur inferiore Anlagen zuweisen.

Die Alliierten haben sich auch selbst bedient: US-Zonen General Clay beichtete zunächst für seine US-Zone Entnahmen in Höhe von 500 000 Dollar, was später dann nach oben bis zu 10 Millionen Dollar korrigiert wurde. Die Franzosen wiederum räumten ein, aus ihrem Gebiet ohne vorherige Benachrichtigung der IARA  6.000 Maschinen entfernt zu haben.

Weiteres Wiedergutmachungsabkommen: 

Zur Entschädigung für typisch nationalsozialistische Verfolgungsmaßnahmen (Wiedergutmachung im engeren Sinn nach den Merkmalen des Bundesentschädigungs-gesetzes) schloss die Bundesrepublik in der Zeit von 1959 bis 1964 mit elf west-europäischen Staaten und mit Österreich Globalabkommen: den Vertragspartnern wurden Pauschalsummen überwiesen, aus denen sie diejenigen ihrer Staatsangehörigen zu befriedigen hatten, die durch nationalsozialistische Verfolgung Schäden an Leben, Körper oder Gesundheit oder einen Freiheitsschaden erlitten hatten

Mit Griechenland wurde der Vertrag am 18.3.1960 geschlossen und im Bundesgesetzblatt 1961 S.1596 veröffentlicht. Deutschland überwies einen Betrag von 115 Millionen DM an Griechenland (heutiger Kaufwert 320 Millionen Euro). Die Verteilung dieses Geldes übernahm der griechische Staat. Der Mannheimer Historiker Heinz A. Richter schätzt, dass etwa drei Viertel dieses Geldes nie die Opfer erreichte, sondern „in den Taschen von griechischen Politikern“ landete.

Weiteres Pauschalabkommen:

Deutschland schloss zwischen 1965 und 1972 mit 4 ost-europäischen Ländern, darunter Polen, ein Pauschalabkommen ab, nach denen diese von der BRD Globalbeträge zur Verteilung an ihre durch pseudo-medizinische Menschenversuche geschädigten Staatsbürger erhielten, wofür sie die Bundesrepublik von weiteren Forderungen frei stellten (7). POLEN erhielt eine Summe von 100 Mio. DM überwiesen. Die Regierung Helmut Kohls lehnte eine weitere Reparationsforderung nach der Wende ab, stellte aber für Hilfsleistungen 500 Millionen DM für eine neu gegründete „Stiftung Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ zur Verfügung (8).

Anmerkung zu POLEN: 

Einzelne Länder im sowjetischen Einflussbereich wie z.B. Polen, Weißrussland, Baltische Staaten, Ukraine usw. wurden am Pariser Reparationsabkommen bei IARA-Reparationen überhaupt nicht beteiligt. Diese Länder erhielten aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) Reparationen. Die Sowjetregierung fasste später ihren Entschluss, im Einverständnis mit der Regierung der Volksrepublik Polen (in Bezug auf den sie betreffenden Anteil an den Reparationen), ab 1. Januar 1954 die Entnahme von Reparationen aus der Deutschen Demokratischen Republik, sowohl in Form von Warenlieferungen als auch in jeder anderen Form vollständig zu beenden (9). Somit wurde die DDR von der Zahlung der nach dem 1. Januar 1954 noch verbleibenden Reparationsverpflichtung befreit, die nach Darstellung der Sowjetregierung noch 2.537 Mio. $, entsprechend den Weltpreisen von 1938, betrugen. Das Büro für Kriegsentschädigungen beim Präsidium des Ministerrates fertigte 2019 einen überarbeiteten »Bericht über Polens Verluste und Kriegsschäden in den Jahren 1939 bis 1945« aus dem Jahr 1947 an. Er ist Grundlage für die aktuellen Schätzungen der Kriegsschäden. Polen fordert heute 850 Milliarden US-Dollar von Deutschland.

Anmerkung zu Griechenland:

Griechenland wurde zuerst vom faschistischen Italien und Bulgarien am 28. 10. 1940 besetzt (10). Aus Sicht des Deutschen Reiches bedrohte das britische Engagement in Griechenland (u.a. Landung auf Kreta)  die kriegswichtigen rumänischen Erdölfelder. Der bulgarische Zar Boris räumte im November 1940 der Wehrmacht ein „Durchmarschrecht“ nach Griechenland ein. Am 6. April 1941 marschierte die Wehrmacht in Griechenland (Unternehmen MARITA) über Bulgarien und Jugoslawien mit 33 Divisionen hinein (11). Es wurden 1.153 deutsche und 320 italienische Flugzeuge eingesetzt. Griechenland wurde 1941 in drei Besatzungszonen aufgeteilt. ITALIEN besetzte Athen und den größten Teil Griechenlands, außerdem die Ionischen Inseln und die Kykladen.

Es erhielt auch die sogenannte Vorherrschaft auf dem Festland. Bulgarien annektierte Ostmakedonien westlich des Flusses Strymon und der Hafenstadt Alexandroupoli in Westthrakien und erhielt dadurch den Zugang zur Ägäis. Bulgarien erhielt die Inseln Thasos und Samothrake. Am 30. April besetzten deutsche Truppen die Südspitze des Peloponnes und bis zum 3. Mai, dem Tag der deutsch-italienischen Siegesparade in Athen, war der Kampf auf dem Festland beendet und alle wichtigen Inseln außer Kreta besetzt. ITALIEN und BULGARIEN wurden für ihre Besatzung in Griechenland nie vollständig zur Rechenschaft gezogen.

Die Ansprüche gegen die Besatzungsmacht Italien, seien bereits 1947 durch einen Friedensvertrag geregelt worden (12). „Die Reichsbank musste darüber hinaus die marode griechische Währung durch Lieferung von Gold an die Nationalbank in Athen während der deutschen Besatzung stützen“ , berichteten „der Gesandte und Sonderbeauftragte des Reiches für wirtschaftliche und finanzielle Fragen in Griechenland“ Hermann Neubacher, bei seiner Vernehmung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess,  und Reichsbankpräsident Dr. Walther Funk. 1958 wurde ein deutsch-griechisches Abkommen unterzeichnet, dass einen Kredit von 200 Millionen DM und eine Laufzeit von 20 Jahren vorsah. Dazu kamen noch 3 Millionen DM jährlich als Geschenk an den griechischen Staat, sowie weitere Entwicklungshilfeprojekte und ein zinsgünstiger Kredit der bundeseigenen KfW-Bank von 150 Millionen DM. Insgesamt erhielt Griechenland von 1956 bis 1963 deutsche Zahlungen im Wert von etwa einer Milliarde Mark, wie die Historikerinnen Katerina Kralova und Nikola Karasova errechnet haben. Die griechische Regierung hat 2019 Deutschland offiziell zu Verhandlungen über Weltkriegs-Reparationszahlungen aufgefordert. Eine vertrauliche Verbalnote sei vom griechischen Botschafter am 4. Juni 2019 übergeben worden, bestätigte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin. Eine griechische Expertenkommission hat die Summe für die von Deutschland verursachten Kriegsschäden auf 290 Milliarden Euro geschätzt.

Laufende Entschädigungen an Holocaust-Opfer:

Das Bundespresseamt teilte am 18. Februar 2014 mit: Seit dem 2. Weltkrieg werden weltweit Zahlungen zum Zweck der „Entschädigung“ geleistet. Auch gegenwärtig erhalten die Überlebenden jährliche Zahlungen – in Form von Renten oder über die Jewish Claims Conference. Seit 1980 werden im Rahmen des sogenannten Härtefonds Einmalzahlungen an jüdische NS-Verfolgte geleistet, die aus den mittel- und osteuropäischen Staaten in den Westen ausgewandert sind. Seit den 1990er Jahren werden aus zwei weiteren Fonds auch laufende Beihilfen an NS-Opfer gezahlt, die bisher noch nicht einbezogen worden waren. Die Mittel –2012 insgesamt ca. 385 Millionen Euro– stellt der Bundesfinanzminister der Jewish Claims Conference zur Verfügung. Sie übernimmt die Verteilung an die Empfänger, die überwiegend in Israel, den USA und in Russland sowie der Ukraine leben. Über die eigentlichen Individualzahlungen hinaus sind in den Beträgen Aufwendungen für medizinische und Altenpflege jüdischer Opfer enthalten. Leistungen an Empfänger, die im Staat Israel leben, liegen – Schätzungen zufolge – bei ca. 282 Millionen Euro. Kosten von Badekuren in Deutschland (13) nach dem Opferentschädigungsgesetz, welche auch psychisch kranke Nachfahren von Holocaust-Opfern in Deutschland erhalten, sind in diesen Entschädigungszahlungen allerdings nicht enthalten.

Besonderheit bei Wikipedia: 

Auf den Seiten von Wikipedia ist mir aufgefallen, dass sich dort zum Thema deutsche Reparationen unzureichende und einseitige Informationen befinden. Änderungen werden von Wikipedia nicht zugelassen und so wurde ich dort sogar deswegen komplett gesperrt. Kritik ist bei vorgegebener US-Geschichte offenbar nicht erwünscht.

FAZIT für Deutschland im Jahre 2019:

Die LINKE und die GRÜNEN fordern die deutsche Regierung auf, auf die griechische Reparationsforderung einzugehen. Diese Parteien haben sich offenbar nicht sachkundig gemacht. «Die Einschätzung des Wissenschaftlichen Dienstes zeigt, dass sich die Bundesregierung nicht länger der historischen Verantwortung entziehen kann», sagte die Abgeordnete Heike Hänsel (Die Linke) der Deutschen Presse-Agentur. (14) «Eine Schlussstrich-Politik kann es nicht geben.» Bisher habe die Regierung bei diesem Thema «auf ganzer Linie versagt – juristisch, politisch, vor allem aber moralisch», meint Hänsel. Offenbar hat der Wissenschaftliche Dienst versagt oder nicht den vollen Zugang zu den eigenen staatlichen Archiven, was aber nicht sein kann, meint der Autor. Anscheinend zählen für  Politiker der LINKEN und GRÜNEN keine früheren abgeschlossenen Reparationsverträge mehr.

Deutschland sollte weder Griechenland noch Polen weitere Reparationen oder Wiedergutmachungen bezahlen. Wir haben unsere Reparationsschulden ausgeglichen. Trotzdem könnte die Diskussion darüber hinaus für Bundeskanzlerin Angela Merkel noch eine richtige Zitterpartie werden. Viele DDR-Bürger, wie unsere Kanzlerin, haben verdrängt, dass es ein Weltkrieg und nicht nur ein Krieg gegen Osteuropa war. Die neuen Bundesländer haben nur Reparationen an die Sowjetunion bezahlt. Sie werden möglicherweise erst jetzt zur gemeinsamen Kriegsschuldenlast herangezogen und zur Kasse gebeten, meinen Historiker. Es könnte so laufen, dass durch den Präzedenzfall Polen / Griechenland andere ehemalige Feindstaaten erneut Reparationsforderungen stellen und international, z.B. vor einem US-Gericht, einklagen.

Deutschland müsste dann auf Jahrzehnte hinaus mit weiteren Milliardenforderungen an Reparationen rechnen. Die deutsche Regierung wird außer der CO-2-Steuer noch andere neue Steuern erfinden oder bestehende Steuern dramatisch erhöhen müssen, um diese neue Billionen-Last in der nächsten Zeit vom deutschen Bürger abzumelken.

Quellen:

  1. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhaltsverzeichnis.htm
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Bundesbank
  3. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhalt_dokumente/3_S_326.htm
  4. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhalt_dokumente/3_S_354.htm
  5. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhalt_dokumente/3_S_354.htm
  6. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhaltsverzeichnis.htm
  7. Vgl. Deutschland-Archiv 1973, S.138. Buch: Das Vermächtnis der Besatzung: Deutsch-griechische Beziehungen seit 1940 von Kateřina Králová, BÖHLAU VERLAG Köln-Wien, 2016, ISBN 978-3-412-50362-8 Buch: Hitlers Gold, Devisen & Diamanten – Die geheime Kriegsbeute der USA, 568 Seiten, Verlag BOD Hamburg, 2003, ISBN-13  978-3-000-08897-1
  8. http://www.laender-analysen.de/polen/pdf/PolenAnalysen227.pdf
  9. Vgl. EA 1953, S. 5981, und Zbiór Dokumentów-1953 Nr.9: Erklärung der Regierung der Volksrepublik Polen in Bezug auf die Beschlüsse der Regierung der UdSSR betr. Deutschland vom 23. August 1953
  10. https://de.wikipedia.org/wiki/Griechisch-Italienischer_Krieg
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Balkanfeldzug_(1941)
  12. http://reichsbankgold.info/3_Reichsbankgold_Inhaltsverzeichnis/Reichsbankgold_3_inhaltsverzeichnis.htm
  13. https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/informationen-badekuren-bundesversorgungsgesetz.pdf?__blob=publicationFile&v=2
  14. https://www.die-linke-burgenlandkreis.de/fileadmin/Burgenlandkreis/Partei/KAG_Geschichte/Reparationen_und_die_beiden_deutschen_Staaten.pdf

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: Kamilalala/Shutterstock

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse: 18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

20 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Deutsche Reparationen an Griechenland und Polen

  1. Karl Bernd Esser:

    Ich meinte das versöhnlich, lediglich die Prozente umzurechnen und Ihren Vorgaben komplett zu folgen.

    Wo verorten Sie sich eigentlich, 30 Jahre nach der Wende von den „Ossis“ Nachzahlungen zu fordern für ?die alten Bundesländer?

    Auf der IARA war die UdSSR nicht vertreten, wie Sie erst auf Nachfrage schreiben. Deutschland hatte keine Regierung sondern Gebietsvertretungen die anstelle von Regierungen handelten.

    Die Forderungen auf der IARA sind also für Gesamtdeutschland gültig und wurden von allen 4 Besatzungsmächten akzeptiert. Da beschlossen war, die Verhandlung ohne die UdSSR durchzuführen erfolgte die Festlegung der Reparationsforderungen auch ohne das Gebiet der SBZ. Dafür gab es offensichtlich interne Absprachen, denn sonst wären bereits zu diesem Zeitpunkt anerkannte Forderungen an die UdSSR und deren BZ ergangen.

    Ostdeutsche Länder schulden den Westdeutschen Ländern also genau 0€ für die Abschlüsse auf dieser Konferenz.

    Ich möchte hier keine Gegenrechnung aufmachen, schließlich brauchen wir keine Spaltung.

    Auch Ihre Formulierung, Helmut Kohl habe „…500 Millionen DM locker gemacht…“ finde ich bezeichnend.

    Ein Bundeskanzler kann kein Geld „locker“ machen, außer er überweist es von seinem Privatkonto. Es sind Steuergelder für die er eigentlich rechenschaftspflichtig ist.
    Manchmal hilft, wie beispielsweise bei Entscheidungen über Krieg und Frieden, die fehlende Gewaltenteilung in Deutschland.

    (Wie viele Mängel darf eine Demokratie haben, bis sie diesen Namen verliert?)

    • Wie Sie richtig geschrieben haben gilt das für die SBZ, und für die Beschlüsse auf der IARA-Konferenz, für die Zeit von 1945 bis 1953. Größere Geldzahlungen in Form von Reparationen waren hier nicht das große Thema, sondern die Verteilung der IARA-Güter aus dem ehemaligen Deutschen Reich (siehe auch Kommentar von mir weiter unten).

      Ich meine hier die Zeit ab 1954 bis 1989, mit geleisteten Geld-Reparationen der BRD, welche durch den WESTEN in Form des Londoner Schuldenabkommens, anderen Wieder-gutmachungszahlungen, individuelle öffentliche Leistungen und Wiedergutmachungszahlungen an den Staat Israel erfolgten.

      An diesen Milliardenbeträgen hat sich die DDR nie beteiligt, ebenso wurden Alt-Schulden aus dem Deutschen Reich von der DDR nicht anteilig übernommen. Eine Forderung habe ich übrigens an den Osten nicht aufgestellt. Und wenn Sie genau lesen würden, Zitat: „Vielleicht erhalten die alten Bundesländer noch die Milliarden an bezahlten und mit übernommenen DDR-Reparationsanteile von den neuen Bundesländern zurück?“

      Ostdeutsche Länder schulden theoretisch den westdeutschen Ländern anteilige Reparationen von 1954 bis 1989. Man sollte darüber reden dürfen.

      Die alten Bundesländer müssen jedes Jahr Milliarden durch den Länderfinanzausgleich in den Osten schieben, weil sich der Osten alleine noch immer nicht ernähren kann. Was ich persönlich sehr traurig finde. Wahrscheinlicher ist aber, dass der Westen weder einen Dank, noch jemals Geld aus dem Osten zurück erhalten wird.

      Kanzler Kohl hat entschieden und danach veranlasst, dass die polnisch-deutsche Stiftung mit deutschen Steuergeldern in Höhe von 500 Millionen DM ausgestattet wird. Ist das jetzt besser für sie verständlich? Sie sind wahrscheinlich der einzige, der glaubt, Kohl hätte 500 Millionen aus seiner Privatschatulle an Polen bezahlt. An so einen unrealistischen Fall habe ich nicht gedacht bei KenFM. Kanzler Schröder hat auch alleine entschieden und veranlasst, dass Thailand 500 Millionen EURO für die Tsunami-Schäden erhält.

      Aber auch die ostdeutsche Kanzlerin Merkel hat alleine entschieden, dass die Grenzen für Flüchtlinge auf Kosten der Steuerzahler geöffnet werden.

      Die Deutschen lassen es sich also gefallen, wenn irgendwelche Figuren an der Macht ungefragt riesige Millionenbeträge der Steuerzahler verbraten.

      Das ist noch viel, viel trauriger.

  2. Peter Norlich:
    Das Pariser Reparationsabkommen wurde am 14.01.1946 o h n e einer deutschen Regierung unterzeichnet, da gabs ja gar keine mehr, und die Feindstaaten haben in ihrem eigenen IARA-Abkommen ihre Kriegsschäden selbst so festgelegt.

    Die Reparationen wurden am 14.01.1946, also für Gesamtdeutschland festgelegt, erst später gab es ja die Teilstaaten BRD und DDR. Die BRD hat dann den Anteil der DDR sozusagen mit übernommen und mitbezahlt. Die SBZ lieferte ihre IARA-Güter nur an die UdSSR und zahlte ihre Reparationen auch nur an die UdSSR. Vielleicht erhalten die alten Bundesländer noch die Milliarden an bezahlten und mit übernommenen DDR-Reparationsanteile von den neuen Bundesländern zurück?

    Jedenfalls bitte immer unterscheiden zwischen Reparations-ZAHLUNGEN, Wiedergutmachungs-ZAHLUNGEN und IARA-GÜTER-Verteilung: u.a. mit Auslandsvermögen, Reichsbankgold, Schrott, Warenlager, Maschinen, Lokomotiven, Handelsschiffe usw. usw. aus der Konkursmasse des Deutschen Reiches.

  3. Reparationen der SBZ von 1945 bis 1953

    Die Sowjetunion gab für die Zeit von 1945 bis 1953 Reparationsleistungen für ihre SBZ in
    Höhe von 4.292 Millionen Dollar an; das entspricht etwa 13.394 Millionen Reichsmark auf
    der Preisbasis von 1938. Der Historiker Köhler bestätigt diese Angaben. Das waren pro Kopf 762 Mark.

    Die zweite wichtige Reparationskategorie waren die Besatzungskosten der Sowjetunion und werden mit 16 Millionen Mark für den Zeitraum von 1945 bis 1953 angegeben. Die Kalkulationen stützen sich auch auf Zahlen aus dem Amt für Reparationen der DDR und auf offizielle Haushaltszahlen der DDR. Es gibt Angaben, wonach die Besatzungskosten der Sowjetunion im Jahre 1949 fast 59,1 % der Staatseinnahmen der SBZ betrugen. Die ostdeutschen Reparationen waren sowohl relativ als auch absolut gesehen außerordentlich hoch. Die SBZ-Reparationen wirkten sich hemmend auf die Industrialisierung und den Wiederaufbau nach 1949 aus, obwohl das industrielle Produktionsniveau in der SBZ 1946 und 1947 höher war als das in den Westzonen. Mit den russischen Besatzungskosten, die ja keine reine Reparation darstellen, waren es pro Kopf in der SBZ 1.634 Mark an Reparationszahlung, bestätigt Historiker Köhler.

    Reparationen der Westzonen on 1945 bis 1953

    Die drei westlichen Besatzungszonen hatten 16,8 Millionen US-Dollar mit Besatzungskosten zu tragen. Das entsprach pro Kopf insgesamt 360,8 Dollar für diese 8 Jahre.

    Die Reparationen der BRD liefen von 1953 bis 1988 und unterscheidet man in:

    1) öffentliche Leistungen – 1953 bis 1973 – 4,646 Milliarden DM
    2) individuelle Wiedergutmachungen – 1954 bis 1988 – 55,6411 Milliarden DM
    3) Londoner Schuldenabkommen – 1954 bis 1976 – 15,129 Milliarden DM
    4) Besatzungskosten – 1953 bis 1955 – 15,176 Millionen DM
    5) Verträge mit Israel – 1953 bis 1965 – 5,227 Milliarden DM

    Zu Israel: Im Luxemburger Abkommen vom 10. September 1952 verpflichtet sich die Bundesrepublik
    erstmals zu Leistungen im Wert von 3,45 Milliarden Mark im Verlauf von 12 bis 14 Jahren,
    gut zwei Drittel davon sollten in Form von Gütern und Dienstleistungen erbracht werden, der
    Rest in Geld. Israel konnte westdeutsche Güter bestellen, die es nicht wieder exportieren
    durfte, und die BRD finanzierte einen Teil des israelischen Erdölimportes. In einem gesondertem Protokoll verpflichtete sich darin die Bundesregierung nicht gegenüber dem Staat Israel, sondern gegenüber der Conference of Jewish material claims against Germany, eine umfassende Rückerstattungs- und vor allem eine Entschädigunsgesetzgebung zu veranlassen. Kein anderer Staat als Israel erhielt im Vergleich zu seiner Wirtschaftskraft auch nur annähernd gleiche Leistungen aus Deutschland. Zwischen 1953 und 1971 betrugen die deutschen Leistungen über 25 % der gesamten Kapitalimporte Israels. Die Lieferungen im Rahmen des Israelvertrages machten während der ersten Jahre etwa 30 % der Investitionen im Land Israel aus.

    Reparationen Gesamt-Deutschlands

    1) 1945 – 1988 ohne Besatzungskosten 30,1 Milliarden Dollar
    2) 1945 – 1988 mit Besatzungskosten 50,5 Milliarden Dollar

    Quellen: Statistisches Jahrbuch der Bundesregierung
    Die Leistungen der DDR 1954-1960 wurden wie DM-Beträge behandelt
    Zugrundegelegte Bevölkerungszahl: 1946

    Zu den oben genannten Geldbeträgen kommt noch die Zuteilung der IARA-Werte !

    Der Gesamtwert der von der IARA zugeteilten Reparationsgüter beträgt 520.376.787,00 US-Dollar auf der Preisbasis von 1938 ( ! ).

    Gegenüber der ersten IARA Statistik von 1951 ist eine Erhöhung des Gesamtwertesum 18.046.185,00 US-Dollar zu verzeichnen. Die Gründe die zu einer Änderung der Zuteilungswerte gegenüber der Statistik von 1951 führten, sind, soweit es möglich war, in den einzelnen Abschnitten des IARA Berichtes erläutert worden. Es ist zu beachten, daß der Betrag von 520.376.787,00 US-Dollar ein Zuteilungswert ist, der nicht, zumindest nicht in allen Fällen, mit den drei Besatzungsmächten bzw. Alliierten
    Kommissionen festgestellten Zeitwert der IARA überwiesenen Reparationsgüter identisch ist. Der genannte Dollarwert von 520.376.787,00 entspricht einem Reichsmarkwert von
    2.081.507.148,00 RM wobei zu berücksichtigen ist, daß die Bewertung auf der Preisbasis des Jahres 1938 ( ! ) beruht. (Aus dem Buch: Hitlers Gold, Devisen & Diamanten).

  4. 2003 habe ich das Thema mit den Reparationen und der abgelehnten Veröffentlichung des Abschlussberichtes der IARA folgenden Medien angeboten: u.a. STERN, FOCUS, SPIEGEL, ARD-Panorama, ZDF-Frontal, RTL, Spiegel-TV usw. usw. Der Bayer. Rundfunk mit seiner REPORT-Redaktion schrieb mir damals: „Bei uns ist jetzt das Thema Hitler, und damit auch ihr Thema durch. Es tut uns Leid, aber wir haben keinen geeigneten Sendeplatz oder Format für einen geeigneten Bericht. gez. Wiendl“

    ZDF-History mit Guido Knopp hatte Anfangs Interesse gezeigt. Bis mich die Sekretärin angerufen und sich bei mir entschuldigt hat: „Es sei praktisch kein Geld für eine Produktion für dieses Thema mehr vorhanden.“

    Meine Pressesprecherin war eine Gute, sie vertrat damals auch Wladimir Klitschko. Sie lies all ihre Kontakte und ihren Charm bundesweit spielen und wir wählten uns beide die Finger wund. Nach drei Wochen das gemeinsame Ergebnis: Kein Sender, kein Magazin und keine Zeitung wollten über das brisante Thema berichten. Einfach nur Unglaublich.

  5. Demnach wären Reparationszahlungen geleistet worden und Forderungen nichtig.
    Ist vielleicht das Vorspiel zum erträumten WK 3, inszeniert aus Übersee ?
    Aber das nachfolgende sind für mich absolut neue Erkenntnisse, bitte um Diskussion.
    https://nuoviso.tv/neuehorizonte/planten-roosevelt-und-die-usa-den-2-weltkrieg-edgar-dahl/

    • Ich hoffe mit der Prognose liegst du falsch.

      Das die Entwicklung zum 2.WK sehr einseitig beleuchtet wird ist mir in jüngerer Zeit auch häufig untergekommen.
      Will mich aber erst in ruhiger Zeit – Weihnachten – damit befassen, denn das will dann erst mal integriert werden.
      Sich zu isolieren als Staat, indem man offensiv mit neuen Erkenntnissen rausgeht, halte ich für gefährlich. Insbesondere nach dem Griechenlanddilemma durch die Regierung.

      Was ich mir davon erhoffe, ist eine neue Diskussion der Eigentumsfrage. Nach dem 2.WK war die Stimmung mMn auch in Westeuropa in Bezug auf Konzernvermögen eine andere und man ist nicht gleich umgefallen, wenn das Wort Enteignung/Gemeineigentum fiel sondern wußte zu differenzieren. (Vermögenskonzentration hebelt jeden Marktmechanismus aus)

    • Fast richtig, IARA Vertragspartner waren dann die „West-Alliierten“ und auch einige „osteuropäische Staaten“, da es ja den Warschauer Pakt noch nicht gegeben hat.

    • Ja? Und einige „westdeutsche“, wie Sie bereits in dem Artikel schreiben
      „Die bei der IARA vertretenen 14 Nationen brachten den vier Besatzungsmächten ohnehin ein tiefes Misstrauen entgegen,…“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Pariser_Reparationsabkommen
      Einen Zusammenhang zum Warschauer Pakt sehe ich nicht.

    • Auf der Konferenz in Potsdam wurden hierzu unter anderem die von Deutschland zu entrichtenden Reparationen, die politische und geografische Neuordnung Deutschlands, seine Entmilitarisierung und der Umgang mit deutschen Kriegsverbrechern verhandelt und am 2. August 1945 festgeschrieben. Das Treffen in Potsdam fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, die Presse war nicht zugelassen. Am 1. August 1945 wurde das Abschlussprotokoll der Konferenz (Protocol of the Proceedings of the Berlin Conference) unterzeichnet. Dieses Dokument, in dem die Beschlüsse, Vereinbarungen und Absichtserklärungen der drei Siegermächte festgehalten sind, wird als „Potsdamer Abkommen“ bezeichnet.

      Äußerst folgenreich war der Beschluss auf der Potsdamer Konferenz, Deutschland als Reparationsgebiet zu teilen, das heißt jeder Besatzungsmacht freizustellen, in ihrer jeweiligen Zone ihre eigenen Interessen an Reparationszahlungen durchzusetzen. Diese Entscheidung wurde getroffen, weil die Westmächte, die eine moderate Reparationspolitik verfolgten, sich mit Stalin, der eine sehr harte Linie vertrat, in Reparationsfragen nicht einigen konnten.

      Aus diesen Gründen war die Sowjetunion nicht bei Gründung der IARA am 14. Januar 1946 in Paris, also 5 Monate nach dem Potsdamer Abkommen, als Vertragspartner vorgesehen.

    • Schöne Antwort Herr Esser. Vielen Dank übrigens dass sie mir als DDR Bürger attestieren, ich hätte verdrängt dass Nazideutschland nicht nur Osteuropa sondern auch Westeuropa überfallen hat. Ich glaube ich wußte das schon.
      Ich nehme an sie sind Jurist? Ist die DDR Rechtsnachfolger des dritten Reiches? Und was sagt der Einigungsvertrag zum Thema Reparationen?

    • Danke für die schnelle Erläuterung!
      Also PA, Potsdam, alle 4 (Frankreich schriftlich), und IARA, Paris, nur die 3 Alliierten, für ihr Gebiet? online habe ich das Potsdamer Abkommen jetzt nicht gefunden.. evtl beim nächsten Bibliotheksbesuch..

    • Peter Norlich: Meine Aussage kommt daher, weil viele „Stammtische“ in Ostdeutschland immer davon sprechen, dass sie, also die Ostdeutschen, mehr Reparationen an die UdSSR bezahlt hätten, als die Westdeutschen an die Westalliierten. Ich sehe ihnen das aber nach, da gute Literatur über Reparationen am Buchmarkt, auch heute noch, sehr teuer sind, und zu DDR-Zeiten praktisch nicht vorhanden waren.

      Die DDR war nicht Rechtsnachfolger des Dritten Reiches, deswegen hat Honecker und seine Regierungen „Reparationsforderungen“ oder Wiedergutmachungszahlungen, z.B. an Israel, immer abgelehnt.

      Im Einigungsvertrag steht über Reparationen auch nichts, weil ja für WEST-Deutschland alle Reparationen für a l l e Feindstaaten bezahlt und vertraglich abgehandelt waren. Damit hat WEST-Deutschland alle ehemaligen Feindstaaten alleine, also ohne der DDR, vollständig mit Reparationszahlungen eigenständig bedient.

      Einzige Ausnahme war hier der direkte Nachbar Polen. Hier hat Altkanzler Kohl freiwillig 500 Millionen DM locker gemacht und diese in eine deutsch-polnische Stiftung investiert (siehe Beitrag).

      Vielleicht noch interessant: Die UdSSR mit Gorbatschow wollte sogar Ostpreussen für 4-6 Milliarden DM an Deutschland zurückgeben, aber FDP-Genscher und die CDU mit Kohl hat das damals abgelehnt, und so verblieb Ostpreußen bei Russland.

    • Karl Bern Esser: vielen Dank für Info. Damit scheint mir doch klar, dass es keine gesonderten Reparationsforderungen an die ostdeutschen Länder geben wird.

    • Die einen sagen so, andere sagen es so:
      Der Bremer Historiker Arno Peters hatte in einem Gutachten versucht, die Differenz zwischen west- u. ostdeutschen Reparationen genau zu beziffern: 35 Mark, so seine Berechnung, hätte jeder Westdeutsche für die Kriegsschuld der Nazis bezahlt, die Bürger der DDR seien umgerechnet pro Kopf mit 6.712 DM belastet worden. Die Ausgleichszahlungen, die der DDR von der Bundesrepublik zustünden, veranschlagte Peters auf 721 Milliarden Mark.
      Nicht berücksichtigt wurden hier die ostdeutschen Gebietsabtretungen an Polen in Größenordnungen die fast der Gebietsgröße der DDR entsprechen.
      Insgesamt kann Deutschland sich glücklich schätzen, dass die Nachfolgestaaten der Sowjetunion keine Wiedergutmachungsleistungen fordern, weil die damalige Sowjetunion im Jahre 1953 auf alle weiteren Forderungen verzichtet hat, obwohl gerade in Osteuropa die Nazi-Soldateska besonders grausam gewütet hat.

    • Habs mal nachgerechnet:

      5% der aller deutschen Reparationszahlungen hätte die BRD für die DDR mitgezahlt an Reparationsausgleich für Feindstaaten (Kat. A, IARA).

      Klingt gleich ganz anders als:

      „WEST-Deutschland alle Reparationen für a l l e Feindstaaten bezahlt .. Damit hat WEST-Deutschland alle ehemaligen Feindstaaten alleine, also ohne die DDR, … bedient.“

      Die Art der Darstellung kann sehr zum innerdeutschen Frieden beitragen.

      (Grundlage: ausschließlich IARA https://de.wikipedia.org/wiki/Pariser_Reparationsabkommen, Anteil Rußland 28% entsprechend UK/US, 4 Besatzungszonen)

Hinterlasse eine Antwort