STANDPUNKTE • Die lepröse Republik

Ein Standpunkt von Dagmar Henn.

Lepra ist eine Krankheit, die die Nerven befällt und zum Absterben des Schmerzempfindens führt. Leprakranke verlieren Gliedmaßen, weil sie Verletzungen nicht mehr wahrnehmen; sie stoßen, schneiden, verbrennen sich, ohne es zu bemerken. Die fehlende Selbstwahrnehmung führt zu stetiger Selbstverstümmelung.

In den fernen Jahren meiner Kindheit waren es noch Filme über Lepra, mit denen wir Kinder erschreckt wurden, nicht solche über Umweltgifte oder Klimawandel. Wir mussten die Aufnahmen handloser, fußloser, nasenloser Erkrankter im Unterricht über uns ergehen lassen, um zum Geldsammeln für Lepraspitäler in Afrika motiviert zu werden. Dabei gab es auch in unserer Umwelt Hand- und Fußlose, die entweder Resultat des Krieges oder des noch nicht lange zurückliegenden Contergan-Skandals waren; aber weder das Verbrechen des Krieges noch das der Pharmakonzerne waren Thema des Unterrichts…

Das Deutschland von heute scheint unter einer Form politischer Lepra zu leiden. Es verstümmelt sich zusehends, aber nirgends ist eine Schmerzreaktion zu erkennen. Wie kann es sein, dass in einem der reichsten Länder die Wirtschaftsleistung und der Reichtum beständig steigen, die Lebensbedingungen der Mehrheit sich aber stetig verschlechtern? Wie kann es sein, dass niemand Scham zu empfinden scheint, wenn hunderttausende keine Wohnung haben, wenn die Schulbildung immer seltener gesichert ist, wenn das Gesundheitssystem an immer mehr Stellen die Versorgung nicht mehr leistet? 

Eigentlich sollte schon die Pünktlichkeitsstatistik der Bahn dafür ausreichen, die Verantwortlichen geteert und gefedert aus der Stadt zu jagen, und das ist noch ein minderes Verbrechen auf der Liste, weil der Menschen zugefügte Schaden in anderen Bereichen noch weit größer ist. Die Hälfte der Renten unter 800 Euro? Keine nationale Schande?

Jedes soziale Thema wird einmal kurz durch die Gazetten gejagt und dann von drei Wochen Stickoxide abgelöst. Dabei sind es diese Themen, die über das alltägliche Wohl und Wehe entscheiden, sie gehen unter die Haut, aber sie werden nur als individuelle Probleme dargestellt und behandelt, und mit Hilfe entsprechend bösartig gestalteter Begriffe wie ’sozial schwach‘ wurde diese Sicht tief im Denken verankert. 

Assistiert hat dabei jene bizarre Ideologie, die sich ‚antideutsch‘ nennt, und der es gelang, selbst bei jenen, die sich für links halten, jeden Bezug auf Gemeinschaft oder gar Nation zum Baustein des Faschismus zu erklären.

Nun ist jedem, der Politik betrachtet, klar, dass die Rhetorik das eine ist, und das Handeln oft sehr klar das andere. Genau an diesem Punkt geht die antideutsche Lehre völlig in die Irre – sie blickt auf die Werbung der Nazis, und nicht auf den Inhalt der Packung. Der hatte nämlich eine eindeutige Richtung für sehr eindeutige Interessen. Schließlich bestanden die ersten Handlungen der Nazis, nachdem sie den Reichstag angezündet hatten (1), im Verbot nicht nur der KPD, sondern bald darauf auch der SPD, in der Ermordung oder Verhaftung der Parteiführungen und dann in der Zerschlagung der Gewerkschaften. Da braucht man nicht lange nachzudenken, um zu erkennen, dass es sich hier um eine Herrschaft im Interesse des Kapitals handelte, die schließlich Millionen auf die Schlachtbank des Weltkriegs führte, aber Milliarden für die Millionäre abwarf.

Niemand, der bei Sinnen ist, könnte behaupten, der Hitlerfaschismus sei im Interesse der deutschen Nation gewesen. ‚O Deutschland, bleiche Mutter, wie sitzest du besudelt unter den Völkern‘, schrieb Brecht schon im Jahr 1933, als die schlimmsten Schrecken noch in der Zukunft lagen. ‚Warum preisen dich ringsum die Unterdrücker, aber die Unterdrückten beschuldigen dich?‘ Bei diesem Satz kommt, angesichts der aktuellen Proteste in Chile, gleich das Lob in den Sinn, mit dem der Putschist Pinochet (2) ab 1973 bedacht wurde, als er als erster weltweit die neoliberalen Konzepte umsetzte (3), die auch unser Land heute ruinieren. 

Als Maggie Thatcher dann Anfang der 1980er die selben wirtschaftlichen Maßnahmen in Großbritannien durchsetzte – und dazu erst einmal die Gewerkschaften zerschlug (4)-, prägte sie einen Satz, wie er so auch aus dem Mund eines Antideutschen stammen könnte: ‚There is no such thing as society‘, so etwas wie eine Gesellschaft gibt es nicht. Es gibt nur Individuen.

Parallel zu den Maßnahmen, die hier nicht nur den Sozialstaat, sondern auch das ordentliche Funktionieren von Verwaltung und Infrastruktur durch den Schredder jagten, wurde die zugehörige Denke auch bei uns gepredigt. Die deutschen Gewerkschaften kapitulierten freiwillig; aber die Vorstellungen, die die Arbeiterbewegung einmal geschaffen hatte, der Gedanke der Solidarität, des Zusammenhalts der Klasse, selbst der Wunsch nach größerer ökonomischer Gleichheit musste aus den Köpfen gelöscht werden. 

Die wichtigsten Hebel dafür waren ideologisch: Identitätspolitik und Antideutsche. Seither kann man fast jedes Kriterium, das den Menschen bestimmt, irgendwie in eine Trans-Form verwandeln, Gesichter zurechtschnitzen, Geschlechter wechseln, Nationalitäten, nur eines gibt es nicht: transfinanziell. 

Das Recht, wie ein Reicher behandelt zu werden, obwohl das Konto leer ist, ist weder einklagbar noch operierbar, und während die Person sich in ein undefiniertes, wandelbares Bündel scheinbar individueller Eigenschaften verwandelt, bleibt nur eines in Stahl gegossen, der ökonomische Status, der Geldbeutel, der, auch wenn gerade darüber nicht gesprochen wird, an die Stelle all der anderen Dinge tritt, die zu überholten Eindeutigkeiten erklärt werden.

Wähle dir eines von 65 Geschlechtern, aber dein Geldbeutel sitzt an der Stelle, an der früher die Seele gesucht wurde, wird gewogen und bemessen und entscheidet über dein Schicksal.

Der Hitlerfaschismus benötigte noch eine soziale Mimikri; zu tief waren die Werte der Arbeiterbewegung in die Gesellschaft eingedrungen. Wer glaubt, diese Werte seien Grundlage des Nazismus gewesen, geht dem westdeutschen Sprachgebrauch auf den Leim, der die Nazis immer noch ‚Nationalsozialisten‘ nennt, verwechselt den Werbespot mit dem Produkt. Eine Fliege mit schwarz-gelben Streifen wird dennoch keine Wespe. Die losgelassene Gewalt hätte alleine noch nicht gereicht, es brauchte die soziale Täuschung. Heute könnte eine neue Version auf jede soziale Ummäntelung verzichten und die Diktatur des großen Geldes völlig unverhüllt errichten, denn das, was Hitler noch fürchten musste, wurde erfolgreich ausgetrieben.

Diejenigen, die heute für das Volk, mit dem Volk sprechen müssten, sind mit edleren Dingen beschäftigt, luftigeren; sie würden sich schämen, das Wort zu gebrauchen, weil ihnen entglitten ist, dass ‚Volk‘ im Gegensatz zu ‚Herrschaft‘ steht, zu den Fürsten; dass man die Paläste benennen muss, gegen die man den Krieg führt, um den Hütten den Frieden zu ermöglichen. Solange diese Aufgabe nicht erfüllt wird, taumelt das Land weiter fühllos ins Nirgendwo.

Wirkliche Bewegung, wirklicher Widerstand ist konkret und sich seiner Geschichte bewusst. Kein nebelhaftes ‚wir sind mehr‘ oder ‚unteilbar‘ mit einem Wertgeschwalle wie aus der Sonntagspredigt. 

Die gigantischen Demonstrationen in Chile letzte Woche begannen mit dem Protest gegen eine Fahrpreiserhöhung, eine ganz kleine, aber sehr konkrete Forderung, und entwickelten sich von dort aus zu einer Bewegung gegen die ganze neoliberale Politik; das ist die natürliche Entwicklungsweise echter Massenbewegungen. Von 17 Millionen Chilenen waren zwei auf der Straße, an einem einzigen Tag, obwohl die Armee bereits eingesetzt wird und Demonstranten erschossen hatte. Auf bundesdeutsche Verhältnisse umgerechnet müssten neuneinhalb Millionen demonstrieren. Ähnlich war es in Portugal 2013 – nicht ganz elf Millionen Einwohner, eineinhalb Millionen auf der Straße. 

Beides übrigens Länder, die ebenfalls faschistische Diktaturen erleben mussten; der gegenwärtige Machthaber in Chile ist sogar der Bruder eines früheren Ministers unter Pinochet. Das ähnelt schon sehr der bundesdeutschen Geschichte, in der die überwiegende Mehrheit der Nazis schlicht das Etikett wechselte und unter Adenauer fröhlich weiterregierte.

Die Chilenen aber wissen genau, auf wen sie sich aus ihrer Geschichte beziehen, und zeigen ihren Stolz auf ihren Widerstand. Kenntlich wird das an einem Lied. ‚El Derecho de Vivir en Paz‘ stammt von dem Sänger Victor Jara (5), der nach dem Putsch ermordet wurde. Das ist die Verbindung der Bewegung in der Gegenwart mit jener in der Vergangenheit. Gleiches geschah übrigens in Portugal; alle 35 Kundgebungen schlossen mit ‚Grandola, Vila Morena‘(6), dem Stück, das im Jahr 1974 das Signal für den Aufstand gegen die Salazar-Diktatur gab. Diese große Bewegung vor sechs Jahren erreichte nicht mehr als ein Entrinnen aus den Diktaten der Troika, die Portugal ähnlich unter der Knute hatte wie Griechenland. Die Lösung, die im Video nach dem Lied gerufen wird, stammt daraus: ‚O povo e quem mas ordena‘, es ist das Volk, das jetzt befiehlt. 

In Chile in diesen Tagen ist die Losung der Demonstranten jene, unter der die Unidad Popular Allendes ihren Wahlkampf führte: ‚O povo unido jamas sera vencido‘, das einige Volk kann nicht besiegt werden. Die Gelbwesten in Frankreich schleudern der Polizei oft die Marseillaise (7)entgegen, die nicht nur Nationalhymne ist, sondern auch Revolutionslied, geschrieben für das Volksheer, das vor mehr als zweihundert Jahren die Revolution gegen die Invasionstruppen der feudalen Nachbarländer verteidigte.

Hierzulande halten sich Menschen für links, die den Besitzlosen die Wurst vom Brot nehmen, mit dem Kommentar, die Hungernden in Afrika hätten schließlich noch weniger. Die die berechtigte Sorge um das Land mit der flapsigen Bemerkung beiseite schieben, es ginge schließlich um die ganze Welt, und wie gelegen kommt es dabei, dass in Bezug auf die Welt in Deutschland wenig ausgerichtet werden kann – außer, sie vom gierigen Zugriff der deutschen Oligarchen zu befreien. Aber das ist ohne den Anspruch auf das Land, auf die Nation unmöglich, und das ist ja Nationalismus, wir sind schließlich Europäer und Wertewestler…

Die Fans von ‚Deutschland verrecke‘, die sich in jeder Organisation eingenistet haben, die sich auch nur links dünkt, entsorgen nicht nur Hitler und die Seinen, sondern ebenso Müntzer, Büchner, Heine, Herwegh, Marx, Luxemburg, die Geschwister Scholl, Thälmann und Brecht. Sie erklären alle für rechts, die davon ausgehen, dass die Menschen einen Anspruch auf das Land haben, in dem sie leben. 

Einen Anspruch auf ihren Anteil am geschaffenen Reichtum, auf ein Leben in Sicherheit und Frieden, auf ihre Sprache, Kultur und Geschichte und darauf, die Entwicklung ihres Landes zu entscheiden. Sie sind der Infarkt im Herzen des Widerstandes und die Lepra in den Nerven dieser Nation, Missionare der Sprachlosigkeit, die den nötigen und möglichen Strom des Zorns gegen benennbares Elend zu einem Bach halbbewussten Grolls verzwergen, der dann mühelos umgelenkt werden kann, etwa auf die Mühlräder der AfD.

Aber diese Krankheit ist heilbar, selbst wenn augenblicklich erst Ansätze dazu erkennbar sind. Deutschland, fast so tief im Herzen der Finsternis wie die Vereinigten Staaten, gärt noch still, aber die Völker Lateinamerikas sind in Bewegung geraten wie zuletzt Ende der 1960er. 

Und der große globale Umbruch hat bereits stattgefunden. Im März dieses Jahres (8) erwiderte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums auf die Äußerungen des damaligen nationalen Sicherheitsberaters der USA, John Bolton, zu Venezuela: „Lateinamerika gehört keinem Land und ist niemandes Hinterhof“. 

Auch wenn diese Aussage hierzulande kaum wahrgenommen wurde – sie wird einmal das Datum vorgeben, das das offizielle Ende des US-Imperiums markiert. So sehr sich die Bundesregierung bemüht, so zu tun, als sei nichts geschehen, so sehr der Praktikant im Auswärtigen Amt versucht, mit den deutschen Fingern in der lateinamerikanischen Suppe zu rühren, die großen machtpolitischen Pläne scheitern. Selbst in der EU kann Berlin die Leinen nicht mehr so straff halten, wie es das gern hätte, und die Exportwalze gerät gerade ins Stottern. Wenn die Fragen von Brot und Butter sich so rücksichtslos nach vorn drängen, wie sie es in Krisen zu tun pflegen, wird sich der antideutsche Spuk mit allen Begleitgespenstern in die Studierzimmer zurückziehen; der Schmerz wird wieder fühlbar und Abhilfe fordern.

Wie schrieb Brecht im ‚Lied von der Moldau‚(9):

Es wechseln die Zeiten, die riesigen Pläne
der Mächtigen kommen am Ende zum Halt.
Und gehen sie einher auch wie blutige Hähne,
es wechseln die Zeiten, da hilft kein Gewalt.

Quellen:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=pFjsAK_X9Vc

  2. https://www.youtube.com/watch?v=EeDU5k2Pq5k&t=184s 

  3. https://www.youtube.com/watch?v=oji4ZF1rM14 

  4. https://www.youtube.com/watch?v=dn7DZSagDI4
  5. https://www.youtube.com/watch?v=V_xRSfjCyrg 

  6. https://www.youtube.com/watch?v=cKfdrMgJh1Q 

  7. https://youtu.be/BwXkqHRkUpk?t=100 

  8. https://www.youtube.com/watch?v=oZAIJe0Sbp4 

  9. https://actualidad.rt.com/actualidad/309734-china-america-latina-pertenecer-ningun-pais 

  10. https://www.youtube.com/watch?v=rw4hjV_ohyM

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Danke an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: MDOGAN / Shutterstock

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37 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Die lepröse Republik

  1. Mich erinnert das Gedicht von Brecht an das
    5. Prinzip des Rhythmus der sieben hermetischen Gesetze:
    „Alles fließt; aus und ein; alles hat seine Gezeiten; alles hebt sich und fällt, der Schwung des Pendels äußert sich in allem; der Ausschlag des Pendels nach rechts ist das Maß für den Ausschlag nach links; Rhythmus gleicht aus.“ Das Kybalion

    Wenn die Antideutschen Israelische Flaggen hoch halten .
    Wessen "geistigen Krieger" verkoerpern sie dann?
    Warum lassen sich in Deutschland immer wieder so viele Menschen fuer pardoxe und seelenlose Ziele
    kriegerisch (auch gegen sich selbst) ausspielen?
    Antworten und Loesung gibt es viel-leicht hier:
    https://youtu.be/dlxZmkwu6Wo
    https://youtu.be/yNi5m14QMFU

  2. Viele Dank, Dagmar Henn, fuer den Kommentar!
    Ich war seinerzeit dort organisiert, wo man später leider diese reaktionäre Transformation der antideutschen Ideologie entwickelte. Aus einer Solidarität mit den Palästinensern wurde quasi im Handumdrehen eine Zustimmung zum Zionismus. Ehemalige Köpfe dieser Politik schreiben seitdem in der Konkret und anderswo.

    Ich stimme völlig mit der Einschätzung ueberein, dass heute die Solidarität abgelöst wurde von den Ideen der Selbstverwirklichung. Sehr gut nachzulesen uebrigens hier im Forum bei KenFM!
    Was ich vermisse bei vielen Foristen hier, ist eine genaue Kenntnis der Geschichte; so wird zwar ständig das Wort Faschismus erwähnt, aber gemeint ist häufig nur eine Politik, die man selber nicht gut findet. Dass der Faschismus aus Chile, Spanien, Deutschland, Griechenland, Portugal (ups ich weiss garnicht wo ich aufhören soll) eine mörderische Diktatur ist, die ueber weit das hinausreicht, was sich der beunruhigte Kleinbuerger vorstellen kann, ist aber nachzulesen, und so kann man sich auch updaten, wie man das heute nennt.
    Es ist heute m.M.n. auch nicht davon auszugehen, dass das Kapital einen Faschismus 2.0 installieren wird, zu einfach wird dem Kapital doch heute die Machtausuebung erleichtert. Es gibt keine Organisation der Nichtbesitzenden (an Produktionsmitteln) die einen Kampf gegen das Kapital anfuehren könnte. Seit 1956 ist die KPD leider verboten.
    Heute sind Menschen, die sich im Widerstand wähnen, bereit Stoffbeutel zu benutzen statt Plastik, oder sich einen Kleinwagen/Fahrrad zuzulegen an Stelle eines Suvs. Aber damit geht man der Idologie des Kapitals voll auf den Leim!

    Noch heute beruehren mich die Gedanken an die Toten Revolutionäre im Nationaltadion von Chile mit Trauer.
    40000 Gefangene wurden dort ueber einen langen Zeitraum von den Faschisten gefoltert häufig bis zu deren Tod. So auch Pablo Neruda.
    Zu der Nelkenrevolution in Portugal fält mir dieses abgrundtiefe Verhalten der deutschen Sozialdemokratie ein, die unter W. Brandt der Bewegung den Todesstoss versetzte, indem sie ihrer Schwesterpartei, die keine Rolle spielte in dem ganzen Umbruchprozess mit Millionenbeträgen zur Seite stand. Ein feiner Verein, der sich wieder einmal zum Buettel des Imperialismus gemacht hatte. Otelo Saraiva de Carvalho war uebrigens der Kopf des linken Militärs, der die Bewegung mehrere Monate gefuehrt hatte.
    Das waren Zeiten, als wir in DE fuer die Revolutionäre in Chile und Portugal, Nicaragua, Angola (…) Geld gesammelt haben auf Veranstaltungen und auch von Passanten auf der Strasse.

    mfG

    • Gehe mal davon aus, dass Sie die Millionen Toten Stalins und Maos genauso wie die Pinochets bedauern. Ich fuer meinen Teil kann auf eine Querfront von Stalinisten und Faschisten verzichten genauso wie auf die mit den Stofftueten.

    • Nee, fufu, mach ich nicht, weil es keine "Millionen Toten Stalins und Maos" gab. Zuviel Mainstream gelesen? Und der Hetze nicht standgehalten?

    • Ja, fufu, kurz reingrätschen, irgendeine Behauptung aufstellen, die man seit dem Ende des 2 WK. zuhauf findet in den vorzueglich geordneten Annalen des CIA, und hoffen, dass der Leser auf diese Zahlen erschreckt reagiert. Nee, da muss ersteinmal belegt werden!
      Was mich aber in diesem Zusammenhang mit Trauer erfuellt, sind die 20 mio Sowjets. die dem Massenmord der Hitlerfaschisten zum Opfer gefallen sind!

    • HOG1951… wieviele Tote haben wir denn zu beklagen?
      https://de.rbth.com/kultur/geschichte/2017/07/31/kampfen-mit-fakten-wie-viele-opfer-forderte-stalins-terror-wirklich_813916

    • HOG1951: "Was mich aber in diesem Zusammenhang mit Trauer erfuellt, sind die 20 mio Sowjets. die dem Massenmord der Hitlerfaschisten zum Opfer gefallen sind!"
      Da stimme ich Ihnen ausdrücklich zu und bin traurig, dass dies in Deutschland nicht entsprechend gewürdigt wird!

    • Ich habe mir vorhin ein Interview mit Harald Welzer angehört: youtube.com/watch?v=FpiV6ldAhjA
      Es geht da eigentlich um Daten aber auch um den Verlust der Privatheit und totalitäre Systeme.

      Man weiß ja immer erst hinterher, wie es ausgegangen ist und rutscht da wie beim Milgram Experiment eben so rein. Als "Dazugehöriger", als Mitläufer, hat man ja erst mal nicht viel auszuhalten. "Wird schon nicht so schlimm werden." Die Anderen, die Rufer, werden stigmatisiert und als Schuldige ausgemacht.
      Welzer beschreibt diesen Prozess sehr schön, auch dass man immer versucht, unter der Schmerzgrenze=Protestgrenze zu bleiben und die ständig weiter zu verschieben und die Vorteile der Ketten in allen Einzelheiten zu preisen, die der bequeme Mensch sich selbst anlegt. Noch etwas Alarmismus in der falschen Richtung und fertig ist das Rezept zur Knechtschaft der Massen, die es wohl gar nicht anders verdienen.

    • Moin, wolfcgn, ich weiss nicht wie viele Tote Stalin zu verantworten hat.
      Um die Situation in der sich die Welt damals befand, muss man sich aber die Systemkonkurrenz zw. dem westl Imperialismus und der SU vergegenwärtigen. Solange Stalin sich mit der Niederringung des Hitlerfaschismus beschäftigte, wurde er von vielen west. Politikern hochgelobt. So auch von Churchill und von Schriftstellern wie Thomas Mann und Hannah Arendt . Das änderte sich erst 1956 mit der sog. Geheimrede von N. Chruschtschow.
      Nun wurde aus einem Fuehrer eines Vielvölkerstaates, einem Sieger ueber Nazideutschland, einem Visionär, der die SU von den hölzernen Pflugscharen ins Zeitalter der Nutzung der Kernenergie fuehrte, ein selbstverliebter Trottel, der nur Glueck hatte als militärischer Oberbefehlshaber gegen Hitlerdeutschland, und ausserdem ein blutruenstiger Diktator.
      Meine feste Ueberzeugung ist, dass diese Geschichtsklitterung in den Giftstuben der CIA entstanden sind. Der weitere Weg der SU ueber Gorbatschow und Jelzin auf dem Weg zum Kapitalismus ist fuer jeden aufgeschlossenen Menschen nachvollziehbar.

      mfG

  3. Ich versteh mal wieder das Problem nicht.

    Unser Land ist in genau dem Zustand, den es sich gebastelt hat. Sozialismus ist doch angeblich so uuuuuhhhhh böse. Und jetzt hamwer den Salat. Wer brav alle Jahre wieder die Umverteiler von fleißig zu reich wählt, sammelt später Flaschen. Wer andere Länder ausbeutet und kaputt bombt, der hat dann eben wahlweise 90 Mio Opiumabhängige oder ist leprös. Schandtaten haben nunmal Folgen.

    • Ich habe nie verstanden, warum es Menschen gibt, die im Geld ersaufen wollen. Der erste Eimer Wasser macht nass und die ersten 2000 Euro im Monat machen reich. Bei "Geld oder Leben" wähle ich doch lieber das Leben.

    • Geld und Macht machen süchtig und haben den Gewöhnungseffekt, wie jede andere Droge auch. Ich kannte mal viele solche Leute – es ist NIE genug und es macht nie so glücklich, wie man vorher dachte.

    • Hallo Hera

      ist stimme dir zu.

      … nur ; )
      `unser Land` ist `unsere` (Rechts-)Fiktion, ge-(/er-)tragen von echten Menschen, die auf diesem Teil der Erde leben
      oder?
      daher eine Nachfrage mit dem Ziel der Präzisierung:
      Wo überall werden denn noch brav die `Umverteiler` gewählt?
      … nur alle Jahre wieder in Form von `Vertreter`-Legitimation?
      … oder tatsächlich `jeden Tag`, wenn wieder neue VORfinanzierungswege zwischen `Vertragsparteien` im Rahmen der Bilanzverlängerung für/in `unserem` UMVERTEILUNGsspiel begangen/`ertragen` werden?

      … akzeptiert im gegenwärtig sich offenbarenden Status Quo der (Buch-)Geldschöpfung nicht JEDER `Kredit-`NEHMER`/ -Bürge(r) die EIGENE Umverteilung von `fleissig zu reich` (… bzw. zu `geldschöpfungsprivilegiert`)?

      … siehe mein Kommentar hier weiter unten
      …LINK… https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-die-leproese-republik/#comment-173744

      Viele Grüße in die Runde

    • Hey rhabarbeer 🙂

      Unser Land – das seh ich ganz simpel und einfach. Unser und nicht meins allein, weil ich ja nicht allein hier lebe. 🙂 Ist das zu schlicht gedacht?

      Mit den Umverteilern dachte ich eigtl an die Vergangenheit (80er 90er Jahre) aber im Grunde stimmt deine Aussage noch mehr. JEDEN TAG wählen die Schafe ihre Metzger. Schlimmer noch, sie wollen Autogramme und Selfies mit ihnen. Die Manipulatoren sitzen ja nicht nur in der Politik.

  4. Sie schreiben: "Die Gelbwesten in Frankreich schleudern der Polizei oft die Marseillaise (7)entgegen, die nicht nur Nationalhymne ist, sondern auch Revolutionslied, geschrieben für das Volksheer, das vor mehr als zweihundert Jahren die Revolution gegen die Invasionstruppen der feudalen Nachbarländer verteidigte."

    Invasionstruppen der freudalen Nachbarländer? Also Frankreich habe sich nur "verteidigt"? Das stimmt nicht. Es ist zwar lange her, dass ich mich mit der Geschichte der Französischen Revolution beschäftigt habe, aber hat nicht das revolutionäre Frankreich die Aggression gegen seine Nachbarländer begonnen? Hat es nicht am 20. April 1792 Ungarn und Böhmen den Krieg erklärt? Das ist doch aggressiv, oder? Und haben nicht ebenfalls am 20. April 1792 französische Armeen die Österreichischen Niederlande angegriffen? Also haben doch die Franzosen angefangen, Nachbarländer anzugreifen.

    Ja – und hat nicht später Napoleon ganz Europa mit Krieg überzogen, die Koalitionskriege, die größtenteils über deutschen Gebieten ausgetragen wurden?

    • Tja, Nationalismus ist eine Mogelpackung, das "Volk" ist auch eine Mogelpackung, anscheinend schwer zu verstehen wenn man vom Kindergarten her damit indoktriniert wird.

  5. Ode an den Schmerz!
    Tatsächlich stecken wir in einer Gesellschaft, die möglichst nichts fühlen will und schon gar nicht Gefühle haben, die als unangenehm empfunden werden. Wir bauen uns empfindungslose Maschinen und machen uns ihnen immer ähnlicher. Wir schlucken Opiate und Alkohol, betäuben uns mit Fernsehen, Videospielen und Whatsapp und doch bricht der Schmerz immer wieder ins Leben, so sehr, dass die Todessehnsucht wach wird. Wer kann noch verstehen, dass es ein Weckruf des Lebens an uns ist, der immer lauter wird und werden muss, je tauber, betäubter wir ihm gegenüber sind? Es ist die größte Sünde, sich dem Leben zu verweigern, das einem geschenkt wurde, das Wertvollste, was wir haben, in den Schmutz zu treten und es schließlich wegwerfen zu wollen.

    Wenn es überhaupt so etwas wie göttliche Gebote gibt, dann fällt mir nur eins ein:
    DU SOLLT LEBEN!

    • Wer sagt denn, dass ich aufhöre zu leben, nur weil ich mich nicht mehr körperlich auf der Erde befinde?

      Bin ganz erstaunt, dass ich mal völlig anderer Meinung bin. 🙂

  6. "…der dann mühelos umgelenkt werden kann, etwa auf die Mühlräder der AfD"

    Ich hab diesen Mist nicht zu Ende gelesen, tut mir leid aber ich kann es nicht anders benennen. Bemerkt die Autorin denn nicht, dass sie allein mit ihrer Wortwahl, dem immerwiederkehrenden Begriff das "Volk", der "Nation", den "Anti-Deutschen" genau das erreicht was sie angeblich nicht will. Oder ist es Absicht von den Ursachen der Misere abzulenken und wieder mal falsche Feindbilder und Heilsbotschaften in die Gehirne zu brennen ?

  7. Die Hälfte der Renten unter 800 Euro aber 1 Million Euro wird täglich bei Stuttgart 21 in den Sand gesetzt und die Kosten der Elb-Philharmonie für die Reichen und Schönen wurden fast 4 mal so groß und mit dem Bau des Berlin Flughafen verhält es sich genauso. Der Kriegshaushalt wird in Zahlen ausgedrückt wie hoch sein? (Ja, 2 % vom BIP hört sich zum Gähnen wenig an. Wieviel % vom BIP macht Harz4 aus oder die Renten? Banken werden mit Unsummen gerettet aber eine Vermögenssteuer gibt es nicht. Man vergleiche mal die mickrigen Zahlen von Realwirtschaft und die Billionen der Finanzwirtschaft. Steuerfahnder die zu gut sind werden entlassen.
    Deutschland ist bereits ein Irrenhaus! Und – es wird noch mehr auf uns zukommen.

    Dazu Link: youtube.com/watch?v=99ME1NuHFf4

    • Wart mal ab bis Lagarde den Minuszins einführt. Dann wird es ein Bankensterben geben. Über die Folgen kann man sich ja im Netz kundig machen….aber buh die sind ja alle Rächts und Verschwörungst….

    • Bankensterben ? – wie schön!!!!!

      Nun, ich bin deshalb genau dieser Ansicht, da seit langer Zeit nun mal Geld regiert. Wenn wir die Regentschaft in unsere Hände, wo sie hingehört, zurückerhalten oder erhalten wollen, …… 😉

    • "Das Finanzsystem" ist kein Mensch. Es ist ein von Menschen geschaffenes System, ein selbst geschaffener Dämon, den sie anbeten und dem sie sich unterwerfen. Die Süchtigen sind wir. Ohne Süchtige verliert jede Droge Sinn und Macht. Wie ein Luftballon, aus dem man die Luft lässt.

    • Hallo Nevyn
      und alle anderen

      zu
      `"Das Finanzsystem" ist kein Mensch. Es ist ein von Menschen geschaffenes System, …`

      #dito

      Jedoch was ist `das Detail`, welches sich `am Anfang` dieses Systems, sehr erfolgreich verschleiert und bis heute noch ständig wiederholend, scheinbar `mit Recht` irgendwie verselbstständig hat und ohne dieses `Detail` dieses Finanzsystem in dieser Form (dh. `Wachstumszwang` in die Welt tragend) erst gar nicht möglich wäre
      ???

      Ich denke, es hat etwas mit dem PRIVILEG zu tun
      (von dessen Möglichkeit `das Recht` nur ausgeht, dh. es NICHT gesetzlich geregelt hat! … siehe unten (1) ),
      so etwas wie (Buch-)`Geld` zu `schöpfen`.

      Nur was beinhaltet dieses PRIVILEG im Kern genau?

      Voraussetzung für die Möglichkeit der (Buch-)Geldschöpfung ist (in den meißten Fällen) ein Vertrag zwischen (mindestens) 2 Parteien, die umgangssprachlich als `Kredit`-GEBER und `Kredit`-NEHMER bezeichnet werden.

      Wahrnehmbar und offenbarend wird aktuell gar nicht mehr `verschleiert`, dass dieser `Buchgeld`-Schöpfungs-Wert VOR dem Vertrag (bzw. der danach möglichen Gutschrift auf einem Konto des K-NEHMERs) gar nicht dem K-GEBER eigen war (bis auf eine in der Höhe umstrittende `Eigenkapitalquote` ; ) ).

      Was bedeutet jedoch dieser Buchungs- / BILANZIERUNGsvorgang genau?

      meine Interpretation:

      – das vom Recht vorausgesetzte PRIVILEG erlaubt einem als GEBER benannten Finanzinstitut die ZUVOR vertraglich durch den als NEHMER Benannten dem als GEBER Benannten zugesicherte LEBENsleistung
      (in Form von xxx EUR / Monat und Jahre + dingliche Sicherheit für einen möglichen `Ausfall`)
      als einen `Wert` zu bilanzieren und daraus dem als NEHMER Benannten einen Teil als `Geldleistung` auf einem Konto gutzuschreiben.

      ; )

      … warte mal
      … wer ist denn dann eigentlich der tatsächliche GEBER und wer der tatsächliche NEHMER
      … und wie wird nochmal `Schuld` definiert

      … ups … ein `weites Feld`? … nein gar nicht ; )

      Es gibt bestimmt verschiedene Wege, diesen Status Quo wieder `zu heilen`
      … einen ganz friedlichen, dem eigenen Mitspiel bisher bewusster und sogar `mit Recht` möglicher hatte ich hier mal skizziert
      …LINK… https://kenfm.de/tagesdosis-11-10-2019-goldene-zeiten-in-der-aera-des-wirtschaftskomas/#comment-172312
      … tatsächlich gleichwertige ! BILANZIERUNG ! eines Bedinungslosen Einkommens
      … von `Jedem` für alle
      … reduzeirt die `Trauer` für das `Sterben der Banken`-Illussion in `unseren` Köpfen

      Viele Grüße in die Runde

      (1) Bundesbank (aktuell nur noch im WebCache zu finden) …LINK… http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/schuelerbuch-geld-und-geldpolitik-digital/vertiefung-haeufig-gestellte-fragen-zum-thema-geldschoepfung+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de
      oder hier als Screenshot mit Antwort der Bundesbank auf Twitter …LINK… https://twitter.com/rhabarbeer/status/1187359978463645698
      Zitat:
      "Was ist die rechtliche Grundlage für die Buchgeldschöpfung?
      Es gibt keine di­rek­te recht­li­che Re­ge­lung. Die Mög­lich­keit zur Buch­geld­schöp­fung durch Ban­ken wird vom deut­schen Recht vor­aus­ge­setzt. …"

    • hallo fufu

      `erst war der Wachstumszwang oder -Wunsch und dann`

      hast du dafür einen Beleg?

      soweit ich weiß ist die Menschheit #onEarth schon länger ganz ohne `WachstumsZWANG` unterwegs …

      und selbst wenn deine Aussage stimmen würde, lass es uns ändern … mit `Recht und Ordnung` … oder?

      ; )

      Viele Grüße in die Runde

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/rhabarbeer/' rel='nofollow'>@rhabarbeer</a>

      Richtig belegen kann ich das nicht auch weil die uebliche Lehre sich ueber das Geldsystem weitgehend ausschweigt und die in alternativen Medien verbreitete Geldsystemkritik haeufig in Zinskritik, Verschwoerungstheorien oder Antisemitismus muendet, was mir nicht liegt. Ich wuerde aber annehmen, dass urspruenglich, mit dem Beginn des modernen Bankensystems in der Renaissance, der Treiber der echte Fortschritt, die beginnende Verstaedterung und Industrie, Freisetzung von Kreativitaet usw war und das Teilreserve- oder Kreditgeldsystem hier nur eine unterstuetzende wenn auch wesentliche Funktion hatte. Letztendlich ist es wie mit der Henne und dem Ei.

      Hier eine meiner Meinung nach neutrale, wenn auch lueckenhafte Zusammenfassung ueber Theorien fuer makro/mikrooekonomische und auch moegliche monetaere Ursachen des Wachstumszwangs heute.

      https://www.wikiwand.com/de/Wachstumszwang

      Der Zusammenhang mit den Ursachen der Kriege ist natuerlich ausgeklammert. Einig ist man sich nur in der Tatsache, dass Degrowth in einem kapitalistischen System ohne gravierende soziale Konsequenzen nicht moeglich ist, aktuelles Beispiel Griechenland und die Morgenroete, das Aufkommen der AfD …

      Der Versuch der Systemrettung, des Bankensystem fuer die Kleinsparer aber auch fuer die grossen Vermoegen und der Vermeidung oben beschriebener sozialer Radikalisierung beinhaltet eben Wachstum um jeden Preis, auch voellig unsinniger Projekte wie der Energiewende, Schaffung von bullshit-Jobs usw. Wenn das nicht mehr geht gibt's Krieg und Chaos von dem einige mehr andere weniger profitieren. Allerdings ist daran die Masse selbst schuld da sie lieber gewissen Rattenfaengern auf den Leim geht anstatt eine richtige Friedensbewegung zu unterstuetzen. Insofern haelt sich mein Mitgefuehl in Grenzen und von sozialistischen Loesungen halte ich auch nichts.

    • hallo fufu

      danke für die Ergänzungen!

      Jedoch spricht darin nicht viel für eine Untermauerung deiner `Essenz`:
      "erst war der Wachstumszwang oder -Wunsch und dann…"

      #my2cents

      – kein Mensch trägt in sich ein Gefühl einen eigenen WachstumsZWANG
      – dieses Gefühl wird in `unserer` Gesellschaft durch das `beibringen`, `anlernen` von Ängsten erzeugt, die durch `künstliche Verknappung` überhaupt erst entsteht
      – `Verknappung`(/Reglementierung) ist die Grundlage für `Preisfindung`, dh. für Bilanzierung von `Werten`
      – `unsere` Geldsystem hat es vermocht, den Menschen glauben zu lassen, um `Geld` zu bekommen muss er den Wert seiner Lebensleistung `einem Anderen` zur `Bilanzierung` überschreiben und dadurch eine `Schuld` (+ `Zins` ; ) ) (er-)tragen

      daher: Zinskritik grift dann viel zu kurz, wenn sie den eigentlichen Grundwert der Bilanzierung (menschliche Lebensleistung) unreflektiert weiterhin dem `Geldgeber` zuschreibt, denn `Geld` entsteht eben nicht aus dem `NIchts`(unabhängig von einer `Eigenkapitalquote`), sondern aus dem vom Recht vorausgesetzten (nicht! gesetzlich geregelten) GeldschoepfungsPRIVILEG, eine per `Vertrag` durch den `NEHMER` dem `GEBER` zugeschriebene Lebensleistung (xxx EUR/Monat und Jahre + dingliche Sicherheit für einen möglichen Ausfall) als Gesamtwert für den GEBER zu bilanzieren/buchen und dem NEHMER daraus einen Anteil auf einem Konto `gutzuschreiben`

      … warte mal … wer ist nochmal GEBER und wer ist NEHMER und wie ist SCHULD definiert?
      … oder spielt das etwa gar keine Rolle, weil es ist ja nur ein Ergebnis der Anpassung einen Finanzsystems an den ZUVOR beim Menschen vorhandenen WachstumsZWANG?

      ; )

      … auf zu `des Pudels Kern`

      Guten Morgen in die Runde

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/rhabarbeer/' rel='nofollow'>@rhabarbeer</a>

      Man unterscheidet ja zwischen "Wachstumszwang" und "Wachstumsdrang", es gibt beides. Nun wollen halt alle ein besseres Leben, fuer manche in den entwickelten Laendern ist nun schon "besser" "weniger". Nun ist schon "besser weniger" bei uns ohne Systemzusammenbruch gar nicht moeglich, deshalb die Prioritaets des Wachstums was zum Zwang fuehrt. In Afrika oder China sieht man das anders als bei uns und die schiere Masse macht hier auch den Zwang.

    • hallo fufu

      `Nun wollen halt alle ein besseres Leben`

      dem stimme ich zu, soweit besser mit leichter/harmonischer korrespondiert und weniger mit `mehr haben` …

      und dieses `bessere Leben*` ist von ganz alleine möglich, wenn wir es(*) #onEarth zur tatsächlichen Grundlage der VORfinanzierung `unserer` Art zu leben/wirtschaften/bilanzieren/legitimieren machen

      ; )

      … nur wie?

      #Brainstorming zb hier ….LINK… https://kenfm.de/tagesdosis-11-10-2019-goldene-zeiten-in-der-aera-des-wirtschaftskomas/#comment-172312

      … von `Jedem` für alle
      … ganz bedingungslos

      Viele Grüße in die Runde

    • <a class='bp-suggestions-mention' href='https://kenfm.de/members/rhabarbeer/' rel='nofollow'>@rhabarbeer</a>

      Da haben Sie zweifellos recht, denn auf sehr viele bullshit-Jobs koennte man glatt verzichten und den Leuten das Geld so geben.

      en.wikipedia.org/wiki/Bullshit_Jobs

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