STANDPUNKTE • „Die Maßnahmen wirken“

Die Regierung lobt sich selbst, verbreitet Durchhalteparolen und bremst zugleich beim Erheben grundlegender Daten, mit denen sich die Verbreitung und Gefährlichkeit des Virus verlässlich messen ließe. Schnell und entschlossen handeln die Behörden dagegen beim Ausbau von fragwürdigen Instrumenten, wie neuen „Corona-Apps“ zur kollektiven Pulsmessung und Kontaktverfolgung. Welche Agenda wird hier verfolgt?

Ein Standpunkt von Paul Schreyer

Regierungsvertreter sind sich in diesen Tagen einig: Die Maßnahmen wirken. Bundeskanzlerin Merkel spricht von einem „Zwischenerfolg“, es dürfe nun aber kein „falsches Vorpreschen“ geben. Die Botschaft ist klar: „Wir müssen verstehen, dass wir so lange mit dem Virus leben müssen, wie es keine Medikamente und insbesondere keinen Impfstoff gibt.“ Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), ermahnt gleichen Sinnes: „Die Disziplin, die wir in den letzten Wochen gehalten haben, die sollten wir weiter halten. Umso schöner wird die Belohnung sein.“

Am Montag bekräftigte Merkel, der Rückgang der Infektionen sei „sozusagen das Ergebnis der Kontaktbeschränkungen“. Die Unschärfe in der Formulierung ist auffällig. Sicher weiß auch die Bundeskanzlerin, dass der behauptete Effekt der Kontaktsperre nicht plausibel ist. Die Schulen und viele Geschäfte wurden ab 16. März geschlossen, die Kontaktsperre galt ab 23. März. Wie die unten abgebildete Grafik zeigt – entnommen aus dem RKI-Lagebericht vom Samstag –, sinkt die Zahl der Neuerkrankungen aber schon seit dem 18. März kontinuierlich. Da die Inkubationszeit von Covid-19 laut RKI 5 Tage beträgt, geht die Anzahl der Neuinfektionen somit bereits seit dem 13. März zurück. Die politischen Maßnahmen können daher nicht die Ursache der Trendwende hin zu einem Rückgang sein.

Warum aber sinken die Zahlen dann schon seit einem Monat? Es scheint, als spielte der Wechsel der Witterung im Laufe des Frühlingsbeginns die entscheidende Rolle. Wie folgende Grafik aus dem letzten RKI-Influenza-Wochenbericht zeigt, sind seit der ersten Märzwoche alle Atemwegserkrankungen in Deutschland stark rückläufig. Dies steht nicht nur im zeitlichen Einklang mit den sinkenden Zahlen zu Covid-19-Erkrankungen, sondern, wie unten zu sehen, auch mit den Werten von Atemwegserkrankungen in den Vorjahren.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Die Aussage, die Kontaktsperre sei ursächlich für die Trendumkehr hin zu einer Eindämmung des Virus, ist falsch. Es fällt auf, dass diese Behauptung so klar und direkt auch von kaum einem der verantwortlichen Politiker gemacht wird. Fast alle legen einen solchen Zusammenhang mit ihren Aussagen jedoch nahe.

Selbstmord aus Angst vor dem Sterben

Zwar liegt es auf der Hand, dass der weitgehende Stillstand des öffentlichen Lebens die Ausbreitung von Viren zusätzlich hemmt. Doch der politische Tunnelblick auf die Corona-Fallzahlen führt angesichts eines weiter stabilen Gesundheitssystems und der „Nebenwirkungen“, wie massenhafter Angst – Merkel: „Wir dürfen uns keine Sekunde in Sicherheit wiegen“ – extremem Stress für Millionen von Familien und zehntausenden Unternehmenspleiten, zu einem gesellschaftlichen Selbstmord aus Angst vor dem Sterben.

In Folge der Maßnahmen kommt es absehbar zu vielen Todesfällen. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, wies am Freitag darauf hin, dass wegen der Angst vor Corona mehr als 50 Prozent (!) aller deutschlandweit geplanten Operationen trotz Notwendigkeit abgesagt wurden. Beim Rettungsdienst meldeten sich außerdem 30 bis 40 Prozent weniger Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfall: „Und zwar nicht, weil es weniger Erkrankte gibt, sondern weil viele Angst vor Corona haben“, so Gaß. Wie viele Menschen wegen der Corona-Maßnahmen in diesen Wochen sterben, wird nirgends erfasst.

Repräsentative Daten erst im Juni?

Seit Beginn der Krise weisen Fachleute darauf hin, dass zur Einschätzung der tatsächlichen Gefährlichkeit und Ausbreitung des Virus eine repräsentative Bevölkerungsstichprobe unverzichtbar ist. So mahnte John Ioannidis, Medizinprofessor an der Stanford University, schon am 17. März:

„Die bisher gesammelten Daten darüber, wie viele Menschen infiziert sind und wie sich die Epidemie entwickelt, sind völlig unzuverlässig. (…) Wir wissen nicht, ob wir uns bei den Infektionen um den Faktor drei oder 300 irren. [Anmerkung Paul Schreyer: Laut einer aktuellen Studie (17.4.) aus den USA irrt man sich um den Faktor 50 bis 85.] Die wertvollste Information (…) wäre es, die aktuelle Häufigkeit der Infektion in einer Stichprobe einer Bevölkerung zu kennen und diese Übung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um die Häufigkeit von Neuinfektionen abzuschätzen. Leider haben wir diese Informationen nicht.“

In Deutschland warnte im März gleichen Sinnes Gerd Antes, Experte für Statistik und Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg:

„Wie viele Personen in der Gesamtbevölkerung infiziert sind, ist unklar und wird es bei dieser [der jetzt üblichen] Art zu testen auch bleiben. (…) Wir müssen [stattdessen] sehr regelmäßig, vielleicht jede Woche, einen repräsentativen Bevölkerungsquerschnitt auf Infektionen untersuchen.“

Die Bundesregierung ignorierte diesen dringenden fachlichen Rat. Noch am 3. April erklärte Lothar Wieler, als RKI-Chef dem Gesundheitsministerium unterstellt, eine repräsentative Stichprobe sei aus Sicht der Behörde „nicht zielführend“. Einen schlüssigen Grund nannte er nicht.

Nachdem der öffentliche Druck wuchs, änderte das RKI allerdings seine Einschätzung und verkündete am 9. April, eine bundesweite repräsentative Bevölkerungsstichprobe nun doch durchführen zu wollen, allerdings nicht sofort, sondern erst „voraussichtlich Mitte Mai“. Ergebnisse würden dann „im Juni“ erwartet. Mit anderen Worten: Die Bundesregierung will das Land noch gut zwei Monate im teilweisen Blindflug lenken.

Der Mythos um die Reproduktionszahl

Es fällt auf, dass niemand in der Regierung klare Kriterien für eine Lockerung und vollständige Beendigung der Freiheitsbeschränkungen mitteilt. Angeblich dreht sich nun vieles um die sogenannte Reproduktionszahl R oder R0, die theoretisch anzeigt, wieviele Menschen von einem Infizierten angesteckt werden. Diese Zahl müsse „für längere Zeit“ unter 1 sinken, heißt es. Doch wie wird die Zahl berechnet?

Dazu befragt musste RKI-Chef Wieler am 7. April erstaunlicherweise passen: Er wisse das selbst nicht genau, könne nur das Prinzip schildern (was er dann aber nicht tat). Hilfesuchend wandte sich Wieler während der Pressekonferenz an seinen Mitarbeiter Prof. Dirk Brockmann: „Können Sie erklären, wie wir R0 berechnen?“

Doch auch der Mitarbeiter blieb im Ungefähren und sprach nur von „verschiedenen Ansätzen und Modellen“, die versuchen würden, „aus den Meldezahlen R0 abzulesen“. In einige Modelle würden „alle möglichen Faktoren einfließen“, aus denen „das dann geschätzt“ werde. Soweit die Auskunft der Fachleute. In einem weniger bekannten RKI-Forschungspapier vom 15. April wird die Frage nun jedoch erstaunlich klar beantwortet:

„Die Reproduktionszahl ergibt sich als Quotient der Anzahl von Neuerkrankungen in zwei aufeinander folgenden Zeitabschnitten (…) Hat sich die Anzahl der Neuerkrankungen im zweiten Zeitabschnitt erhöht, so liegt das R über 1. Ist die Anzahl der Neuerkrankungen in beiden Zeitabschnitten gleich groß, so liegt die Reproduktionszahl bei 1. Dies entspricht dann einem linearen Anstieg der Fallzahlen.“

Das heißt: Die Reproduktionszahl ist eine einfache Ableitung aus den absoluten Fallzahlen – und damit genauso unzuverlässig zur Einschätzung der Lage, da die Anzahl der durchgeführten Tests nicht in Rechnung gestellt wird.

Die Berechnung der Reproduktionszahl wäre sinnvoll im Rahmen einer regelmäßig durchgeführten repräsentativen Bevölkerungsstichprobe. Bei der aktuellen Art der Tests hingegen erzeugen solche Statistiken nur unzuverlässige Zahlen mit hohem Spekulationsanteil. Da die Daten für eine bundesweite repräsentative Stichprobe aber, wie erwähnt, erst im Juni vorliegen sollen, dürfen bis dahin alle weiter Rätsel raten und sind mehr oder weniger auf blindes Vertrauen (oder Misstrauen) gegenüber den Behörden angewiesen. Man kann sagen, dass die Regierung sich mit dieser Verzögerungstaktik einen Freifahrschein ausstellt, noch mindestens zwei Monate lang so zu handeln, wie es ihr (oder bestimmten Interessengruppen) gefällt.

„Corona-Datenspende“ für Carsten Maschmeyer?

Sehr schnell und entschlossen agiert die Regierung bei der Einführung der fragwürdigen „Corona-Datenspende“-App, die am 7. April vorgestellt wurde und die in der ersten Woche bereits von mehr als 300.000 Bürgern auf ihrem Smartphone installiert wurde. Erfasst werden laut RKI die Postleitzahl und die Körperdaten, die das zusätzlich benötigte Fitnessarmband aufzeichnet: Geschlecht, Alter, Größe und Gewicht, sowie Aktivitäts- und Schlafdaten, der Pulsschlag und, wenn möglich, auch die Körpertemperatur. Am RKI wird die entsprechende Projektgruppe vom schon erwähnten Prof. Brockmann geleitet, der im Rahmen der Werbung für die App erklärt:

Ihre Datenspende ermöglicht uns die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und die Dunkelziffer der Infizierten drastisch zu verringern.“

Die übermittelten Daten will man „in einer Art Wärmebildkarte“ Deutschlands grafisch darstellen, auf der Regionen mit „potenziell infizierten Personen“ farblich hervorgehoben werden. Der gesundheitliche Nutzen der App bleibt fraglich, ihr Potenzial zum Schüren von Ängsten hingegen erscheint groß.

Auf die Frage, warum der Programmiercode der App nicht offen zugänglich ist, antwortete Brockmann gegenüber dem Magazin Netzpolitik am Freitag:

„In diesem Fall war es eine Kooperation von uns als Wissenschaftlern mit einer Firma, die uns eine bereits existierende Software zur Verfügung gestellt hat. (…) Diese Firma legt ihren Code nicht offen, weil sie irgendwann damit Geld verdienen will.“

Die Firma heißt „Thryve“ und erhielt 2019 einen Millionenbetrag von mehreren Investoren, darunter dem Milliardär Carsten Maschmeyer. Wie Brockmann schildert, kam die Idee zur App von genau dieser Firma:

„Anfang März kam der Gründer Paul Burggraf auf mich zu und sagte, er habe eine Technologie, die für uns interessant sein könnte. Er kannte meine Forschung und zeigte mir eine Studie, die zeigte, wie man aus Puls- und Schlaffrequenzdaten Fiebersymptome ableiten und Epidemien verfolgen kann. (…) Der Gründer von Thryve kam auf mich zu mit einer App, die schon fertig war. Damit musste ich erst mal Überzeugungsarbeit leisten. (…) Den größten Schub bekamen die Ideen für Kontaktrückverfolgung, weil sich verschiedene Experten davon den größten Effekt erhofften. Wir haben viel diskutiert, etwa im Health Innovation Hub des Gesundheitsministeriums und am RKI, aber diese Technologie für die Datenspende über Fitnesstracker war das einzige, was schon fertig war.“

Mit anderen Worten: Die Regierung setzt eine Maßnahme deshalb zuerst um, weil eine gut vernetzte Firma, die damit Geld verdienen will, schon ein Konzept in der Schublade hat. Der Thryve-Gründer meint:

„Das Coronavirus bringt jetzt endlich den Schub in die Digitalisierung, den es so dringend gebraucht hat.“

Wie zuverlässig ist der Corona-Test?

Bei der RKI-Pressekonferenz vom 14. April tauchte eine interessante Frage auf. Es war gemeldet worden, dass in Südkorea bei knapp 100 Patienten, die als geheilt galten, Covid-19 wieder ausgebrochen war. Das stellt die gängige Lehrmeinung infrage, wonach Genesene immun gegenüber dem Virus sind. Eine Journalistin des Ärzteblatts befragte Wieler nach seiner Einschätzung zu diesen rätselhaften Fällen.

Der RKI-Chef erklärte dazu, dass er mit einem Kollegen in Südkorea in Verbindung stehe. Die derzeit favorisierte Hypothese sei die, dass das Virus auch nach der Genesung für eine „gewisse Zeit“ beim Testen angezeigt werde, allerdings lediglich „Virus-Genom“ und nicht „Virus, das vermehrungsfähig ist“. Diese Unterscheidung führt zur Frage, wie sicher man beim aktuell genutzten Coronatest überhaupt sein kann, dass bei einer als positiv getesteten Person vermehrungsfähiges und damit epidemisch gefährliches Virusmaterial nachgewiesen wird, und nicht lediglich diffuse „Genbestandteile“ eines Virus.

Prof. Christian Drosten räumte in diesem Zusammenhang am 13. April ein, dass die Testergebnisse gegen Ende des Verlaufs der Infektion „mal positiv und mal negativ“ ausfallen könnten. Der Professor wörtlich: „Da spielt der Zufall mit.“

Weiterhin Irreführung bei den Fallzahlen

Derweil geht die Irreführung bei den Fallzahlen weiter. Bis heute vermeiden es die Bundesregierung und das RKI in ihren Stellungnahmen, die Entwicklung der Anzahl der positiv Getesteten ins Verhältnis zur Anzahl der durchgeführten Tests zu setzen.
Im Lagebericht des RKI vom 15. April sind aktuelle Daten zum Umfang der bisherigen Tests aufgeführt (dort zu finden in einer Tabelle auf Seite 8). Multipolar hat diese bislang wenig beachteten Zahlen in einer Grafik aufbereitet. Mehrere grundlegende Zusammenhänge lassen sich daraus ablesen.

  • Wie bereits berichtet, ist der massive Anstieg der Fallzahlen von KW 11 zu KW 12 (eine Verdreifachung) die Folge einer ebenso massiven Ausweitung der Testmenge (ebenfalls eine Verdreifachung). Erst dieser Anstieg, der, vermittelt über die Medien, die Öffentlichkeit stark beunruhigte und teilweise in Panik versetzte, schuf die moralische Legitimation, mit der die Bundesregierung am Ende von Kalenderwoche 12 die Kontaktsperre beschließen konnte. Der Zusammenhang zur Ausweitung der Testmenge wurde verschwiegen – eine grobe Irreführung.
  • Es gab keine extrem rasche Ausbreitung. Der Anstieg des Anteils der positiv Getesteten verlief relativ moderat – von 6 % auf 9 % zwischen KW 11 und KW 14. Den RKI-Daten zufolge hat sich das Virus somit um durchschnittlich weniger als 20 % pro Woche ausgebreitet – kein Wert, der zu einer existenziell bedrohlichen Epidemie passt. (Hinweis: Dass die rote Kurve der Fallzahlen noch nach dem 18. März, also dem Tag mit dem Höchststand an Neuerkrankungen, über zwei Wochen hinweg weiter ansteigt, liegt daran, dass diese Zahlen sich auf das Meldedatum beziehen und nicht auf den tatsächlichen Krankheitsbeginn. Der reale Trend der Ausbreitung wird dadurch verzögert dargestellt.)
  • Die Anzahl der positiv Getesteten steht auch weiterhin in enger Verbindung zur Anzahl der Tests. In der Osterwoche wurde weniger getestet als zuvor – die Anzahl der positiv Getesteten fiel ebenfalls entsprechend. Auch dieser naheliegende Zusammenhang wird von der Regierung nicht kommuniziert.

Kritikern den Stecker ziehen

Wer eine abweichende Ansicht äußert, läuft in diesen Wochen zunehmend Gefahr, „abgeschaltet“ zu werden. Die Webseite von Wolfgang Wodarg wurde zeitweise vom Netz genommen – angeblich, weil ein Impressum fehlte. Ein seltsamer Vorwurf bei einer öffentlichen Person, die inzwischen Millionen von Menschen bekannt ist.

Regelmäßig werden in der Coronakrise kritische Videos auf Youtube gelöscht, unter anderem zeitweise auch der Podcast zu einem Multipolar-Artikel, nachdem dieser mehr als 300.000 Mal aufgerufen worden war.

Anfang April wurde dem Nachrichtenportal KenFM durch den Zahlungsvermittler Steady der Vertrag gekündigt. Über die Firma konnten Nutzer KenFM regelmäßig unterstützen. Nach eigenen Angaben floss den unabhängigen Journalisten auf diesem Weg monatlich ein vierstelliger Betrag zu. Dieser Geldstrom wurde durch „Steady“ (englisch für „beständig“) nun gekappt. Zur Begründung hieß es:

„Die Publikation verstößt an mehreren Stellen deutlich gegen Steady-Richtlinien.“

Auf Nachfrage von Multipolar, an welchen Stellen im Programm gegen welche Richtlinien genau verstoßen worden sei, antwortete das Unternehmen ausweichend:

„KenFM spitzt gerne zu und wir haben uns die Antwort auf die Frage, ob wir allein deswegen nicht mehr zusammenpassen, nicht leicht gemacht. Aber am Ende stand die Überzeugung, dass es ein ‚Zuviel‘ an Zuspitzung gibt, bei dem wir kein Kooperationspartner mehr sein möchten.“

Eine nochmalige deutliche Nachfrage, an WELCHEN Stellen KenFM gegen WELCHE Richtlinien verstoßen habe (denn das war ja die erklärte Begründung der Firma gewesen), blieb unbeantwortet.

Öffentlichen Applaus erhielt Steady für diesen willkürlichen Angriff auf unabhängigen Journalismus von David Schraven, dem Chef des Rechercheportals Correctiv, das von zahlreichen Stiftungen finanziert wird. Schraven war es auch gewesen, der wenige Tage zuvor überhaupt erst öffentlichen Druck auf Steady in dieser Sache aufgebaut hatte. Auch die Anfang April mehrfach verbreitete Aufforderung der Aktivistengruppe „Peng“ an die GLS-Bank, KenFM das Konto zu kündigen (bislang erfolglos), wurde von Schraven mit einem Retweet empfohlen.

Der vormundschaftliche Staat

Was bleibt, ist die Wahrnehmung, als Bürger zunehmend in einem vormundschaftlichen Staat zu leben, der stets am besten zu wissen glaubt, was gut für alle ist. In einer akuten Krise mag das angemessen sein – zumindest sofern die entscheidenden Informationen für alle transparent und plausibel sind. Ist das aber nicht der Fall, und bleibt ein großer Teil der Bürger – auch der Parlamente und Gerichte – angesichts fortwährender Übergriffe passiv, dann droht dieser neue Staat zu einer dauerhaften Realität zu werden.

Man liest in diesen Tagen oft, dass Schweden, wo die Regierung auf eine weiträumige Schließung des öffentlichen Lebens verzichtete, ein riskantes Experiment mit seinen Bürgern betreibe. Tatsächlich scheint eher das Gegenteil richtig zu sein: Nicht Schweden wagt ein gefährliches und zerstörerisches Experiment – sondern wir.

Es bleibt die Frage: Wie lange noch?

Der nachfolgende Text erschien zuerst im Magazin Multipolar: https://multipolar-magazin.de/ Multipolar ist leserfinanziert und veröffentlicht die Artikel frei und ohne Bezahlschranke. Falls Ihnen der Text gefällt, unterstützen Sie das Magazin: https://multipolar-magazin.de/ich-moechte-multipolar-unterstuetzen

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17 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • „Die Maßnahmen wirken“

  1. Sehr guter Beitrag!

    Ich habe mal R0 aus den vorhandenen Testungen berechnet, so wie es das RKI aus den Neuerkrankungen macht, auch wenn das RKI behauptet, dass es nicht möglich sei:
    https://drive.google.com/file/d/1jWio83MZ8B24L_k0qDDFBGmwZOtnjOjF/view?usp=sharing
    Die Reproduktionsrate ist demnach schon lange vor den Maßnahmen um 1.0 herum.

    Hier kann man die Datengrundlage dazu ansehen
    https://docs.google.com/spreadsheets/d/1owp5g3po9PRhjvcAT-7BoiByJsnWAUtkEnE1BkoWTI4/edit?usp=sharing

  2. Beautiful Beings of Light!
    Die vermeintlich Herrschenden wollen das wir sie bitten uns zu impfen.
    Das ist "Mephistos" Gesetz.
    Dazu schaffen sie nach der Hegel'schen Dialektik ein Problem und offerieren ihre Loesung. .
    Selbst Frau Merkel rudert schon "sozusagen"zurueck.
    Die Geschichte ist peinlich,aber nicht fuer uns.

  3. Hier ein aufschlussreicher offener Briefes eines Mathematik – Profis zur R Zahl. Leider sehr lang aber ansonsten nur bei Facebook online zu sehen. Deswegen hier direkt hinein kopiert.

    Der Brief eines Mathematikers an die Bundeskanzlerin:
    Johann Wolfgang Denzinger,
    Dipl. Math. und Bewußtseinsforscher
    99425 Weimar
    Die Corona-Grippewelle: fehlerhafte Hochrechnungen und ihre dramatischen Folgen
    Stell dir vor, du wachst morgen früh auf, schaust zum Fenster hinaus
    … und alles war nur ein böser Traum
    Offener Brief an Frau Merkel und das Robert-Koch-Institut
    Sehr geehrte Frau Merkel,
    niemand wird von Ihnen verlangen, dass Sie grundlegendes Wissen in der Wahrscheinlichkeitstheorie haben. Allerdings erwarte ich als Bundesbürger mit Mathematikstudium, dass bei Hochrechnungen und Prognosen in Ihrem Beraterstab wenigstens ein Mathematiker sitzt, der die von der Bundesregierung herausgegebenen Zahlen nach ihrer Richtigkeit überprüft. Immerhin wurden und werden auf Grund von solchen Hochrechnungen und Worst-Case-Szenarien sehr einschneidende Maßnahmen getroffen. Da sollten wenigstens die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitstheorie nicht sträflich vernachlässigt werden.
    Das ist aber geschehen in der Veröffentlichung der Bundesregierung, in der unter Annahme einer Reproduktionszahl von 1,1 bzw. 1,2 bzw. 1,3 hochgerechnet wird auf den Zeitpunkt, wann die Kapazitätsgrenze des Gesundheitssystems erreicht sei.
    Wenn ich als Mathematiker die abgebildeten Funktionsverläufe und die errechneten Zeitpunkte (Juni, Juli, Oktober) genauer unter die Lupe nehme, stehen mir die Haare zu Berge. Wie ist es nur möglich, dass derart falsche Zahlen in die Welt gesetzt und womöglich anhand dieser Zahlen Maßnahmen eingeleitet werden. Ich will es als Mathematiker vernünftig ausdrücken: Die Wahrscheinlichkeit, dass die in der Darstellung angegebene Prognosen zutreffen werden, ist gleich Null.
    Frau Merkel, das ist unverantwortlich! Das muss sofort richtiggestellt werden!
    Die Hochrechnungen im Bild oben gehen offensichtlich von einer konstanten Reproduktionszahl aus, und zwar konstant über Zeiträume von 2 bis 6 Monaten, d.h. über 60 bis 180 Tage. Diese Annahme ist widersinnig, ja geradezu absurd und wäre letztlich zum Lachen, wenn nicht sie und ihre Berater diese Zahlen ernst nehmen würden.
    Offensichtlich haben ihre Berater wenig Zugang zur eigentlichen Bedeutung der Reproduktionszahl (R). Diese Zahl ist eine Verhältniszahl, die ausdrückt, ob in zwei aufeinanderfolgenden Zeiteinheiten (z.B. 4 Tage = Generationszeit) die Anzahl von infizierten Personen zunimmt (R >1), gleichbleibt (R=1) oder abnimmt (R<1). Die Gesamtzahl der infizierten Personen spielt dabei keine Rolle. Es werden lediglich aus zwei Zeitabschnitten die Zunahme der Neuinfizierten ins Verhältnis zueinander gesetzt. Zusätzlich kann man aus der Größe der Reproduktionszahl ablesen, wie stark die Zunahme bzw. Abnahme ist.
    Was die Reproduktionszahl nicht ist: Eine Zahl, die aussagt, wie viele Infizierte es geben wird.
    Die Behauptung, bei einer Reproduktionszahl = 2 würde eine infizierte Person zwei gesunde Personen anstecken, ist ein „Milchmädchen-Erklärungsmodell“, das komplett in die Irre führt. Eine Reproduktionszahl beinhaltet zu keiner Zeit eine Aussage darüber, wie viele Personen von einer infizierten Person angesteckt werden. Darüber existiert vermutlich kein Wissen, darüber kann man bestenfalls spekulieren. Im letzteren Fall muss man dann mithilfe von Wahrscheinlichkeiten rechnen. Aber über die effektive Reproduktionszahl bei der Corona-Grippewelle haben wir bereits ein statistisch gefestigtes Wissen aus einer Stichprobe vom März 2020 mit ca. 150.000 infizierten Bundesbürgern, von denen mittlerweile 100.000 wieder genesen und bedauerlicherweise etwa 5.000 (mit oder wegen Corona) verstorben sind (Stand 22.4.2020).
    Die Schätzung der effektiven Reproduktionszahl (Wahrscheinlichkeit 95%) bzgl. dieser ersten Corona-Grippewelle wurde am 15.4. mit der nachstehenden Grafik vom RKI veröffentlicht:
    Rechnet man die veröffentlichen Daten vor dem 6.März hinzu, kann man in etwa davon ausgehen, dass zum 1.März die Reproduktionszahl =1 war und etwa zu diesem Zeitpunkt die eigentliche Grippewelle begann. Vorher war die Anzahl der Infizierten (lt. JHU) unter 100 und damit nicht nennenswert. Mit dem 1.März begann die Zahl der Infizierten stark anzusteigen und somit begann die „Ansteckungswelle zu rollen“. Der Verlauf der Reproduktionszahl in der o.a. Grafik zeigt sehr schön das Bild einer Welle. Sie steigt steil an, kippt, bricht in sich zusammen und erreicht wieder Werte kleiner/gleich 1. Das war nach Abb.4 bereits am 20.3.2020 der Fall, also 3 Tage vor dem Shutdown. Die effektive Reproduktionszahl war seitdem kleiner/gleich 1. Jetzt kann man sich beruhigt zurücklehnen, weil ab diesem Datum der noch verbliebene Bestand an Grippekranken langsam und kontinuierlich abflaut und die Welle „sich langsam totläuft“. Ähnlich dieser Wellenfunktionen haben sich seit Jahrtausenden Grippewellen verhalten – ohne menschliches Eingreifen.
    Die wichtigsten Erkenntnisse aus der ersten Corona-Grippewelle (1. März bis 20. März)
    1. Die effektive Reproduktionszahl war zu keinem Zeitpunkt konstant.
    2. Die effektive Reproduktionszahl stieg von 1 (1.März) bis ca. 3,5 (11.März) und kehrt dann wieder zurück zur 1 (20.März) – vor dem Shutdown
    3. Im Zeitraum von 20 Tagen war die effektive Reproduktionszahl größer als 1.
    Jetzt liegt eine umfangreiche, valide CoVid-19 Stichprobe vor, die zeigt, dass es sich eher um eine harmlose Grippewelle handelt. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist vom RKI angegeben mit 95%. Die „Kennzahlen“ der Covid-19-Grippewelle sind: Dauer 20 Tage, maximale Reproduktionszahl 3,5. Nachfolgende CoVid-19 Grippewellen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit einen ähnlichen Verlauf nehmen – es sei denn es finden Maßnahmen statt (z.B. ein Shutdown), die den normalen Verlauf stören und damit auf unberechenbare Weise beeinflussen. Auch hierfür brauchen wir erst eine valide Stichprobe, die nächste Corona-Grippewelle wird diese Stichprobe liefern.
    Mit dieser Betrachtung sollte einsichtig werden, dass jede Hochrechnung, die über einen längeren Zeitraum als 20 Tage hinausgeht und von einer konstanten Reproduktionszahl > 1 ausgeht im Ergebnis falsch sein muss. Denn nach 20 Tagen ist die Welle wieder bei der Reproduktionszahl kleiner/gleich 1. Ab dem 20. Tag würde eine Hochrechnung mit fiktiver RZ 1,1 oder 1,2 oder 1,3 kontinuierlich Neuinfizierte errechnen, die in Wirklichkeit gar nicht entstehen. Das sind aber nicht ein „paar Neuinfizierte, die man aus Versehen mit eingerechnet hat“, sondern eine riesige Zahl an fiktiven Neuinfizierten, die natürlich irgendwann – rein rechnerisch – die Kapazitätsgrenzen des Gesundheitssystems überschreiten wird.
    Derart eklatant falsche Ergebnisse ergeben sich, wenn statt der effektiven Reproduktionszahl irgendeine fiktive Reproduktionszahl für die Hochrechnung genommen wird. Deutlich würde das jeder erkennen, wenn zur Hochrechnung die zugehörige Wahrscheinlichkeit für das Eintreten des prognostizierten Ereignisses angegeben würde. Rechnet man mit der effektiven Reproduktionszahl, bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass die Hochrechnung stimmt etwa im Bereich 90-100%, rechnet man mit der fiktiven Reproduktionszahl geht die Wahrscheinlichkeit, dass die Hochrechnung stimmt, gegen Null. Hier wird keiner die Frage stellen, welche Hochrechnung die bessere ist.
    Bei der Hochrechnung, die bereits im Juni (also in ca. 60 Tagen, RZ 1,3) angeblich die Kapazitätsgrenze erreichen soll, wird etwa 40 (=60-20) Tage lang eine Zunahme von Infizierten mit dem Faktor 1,3 dazugerechnet, die effektiv nicht entstehen werden. Denn ab dem Tag 20 der Welle ist eine Reproduktionszahl von kleiner/gleich 1 sehr wahrscheinlich.
    Derart gravierende Fehlrechnungen können entstehen, wenn man ohne verlässliche Daten Hochrechnungen macht mit Zahlen, die sich in der Realität anders verhalten als in der Hochrechnung unterstellt. Und wenn man sich nicht die Mühe macht, die zugehörigen Wahrscheinlichkeiten zu berechnen, wird man hinter den Fehler nicht kommen.
    Frau Merkel, meine Bitte an Sie!
    Holen sie sich einen mathematisch geschulten Wissenschaftler in ihr Beraterteam und legen sie ihm meine Zahlen und Argumente vor. Der Rest wird sich von selbst ergeben.
    Noch eine persönliche Bemerkung.
    Es ist verständlich, dass bei den Bildern aus China via Fernsehen mit ständig steigenden Todesraten große Ängste entstehen. Die Bilder aus Italien und Spanien haben diese Angst zusätzlich geschürt. Dazu kam, dass der Virus neu und seine Ausbreitungskraft unbekannt war. Da ist es in Ordnung, die Ärzte und Krankenhäuser darauf vorzubereiten und Kapazitäten zu erhöhen. Doch macht es keinen Sinn, Hochrechnungen anzustellen ohne einigermaßen zuverlässige Zahlen über das Ausbreitungsverhalten des Virus. Da muss man abwarten können, bis eine geeignete Stichprobe „valide“ Zahlen liefert. Hochrechnungen ohne solche „Basiszahlen“ wachsen oft exponentiell und deshalb ganz schnell über alle Grenzen. Man malt den Teufel an die Wand, um kurz darauf in Teufels Küche zu landen.
    Genau das ist durch den Shutdown geschehen.
    Die Belastung unseres Gesundheitssystems ist bis zum 20.3. nicht annähernd an seine Grenzen gekommen und wird mit dem Corona Virus (nach den vorliegenden Daten) weit unter jeder Horror-Rechnung bleiben. Das ist in jedem Fall gut für unsere Ärzte und Patienten. Der Shutdown vom 23.3. war und ist überflüssig, auch wenn sich die Politik dagegen sträuben wird. Die Zahlen werden recht behalten und können auf Dauer nicht ignoriert werden. Lassen Sie es nicht zu, ihre Kanzlerschaft mit einem „kolossalen Fehlgriff“ zu beenden, der irgendwann in die Geschichtsschreibung eingehen wird als eine der größten Täuschungen aller Zeiten.
    Wer Sie in Richtung einschneidender Maßnahmen beraten hat, hat Sie entweder über die tatsächliche Lage im Unklaren gelassen oder hat selbst die Lage falsch eingeschätzt. Nach offizieller Statistik befinden sich auf den Intensivstationen in Deutschland zur Zeit ca. 2.000 Corona-Infizierte bei 12.000 freien Intensiv-Betten (lt. DIVI). Und es sieht nach der ersten Welle nicht so aus, als würde der Bedarf in Zukunft wesentlich steigen. Die erste Corona-Grippewelle ist vorbei. Die Zahlen zeigen, dass sich niemand vor der nächsten Grippewelle fürchten muss.
    Noch eine Empfehlung des Mathematikers.
    Frau Merkel, lassen sie sich nicht einreden, man solle eine Reproduktionszahl von deutlich kleiner als 1 anstreben (z.B. 0,8 oder 0,7). Das würde einen immensen Aufwand nötig machen und sicherlich die Lockerungsmaßnahmen behindern. Je geringer nämlich der Bestand an Erkrankten wird, umso schneller geht bei jeder Lockerungsmaßnahme die Reproduktionszahl über den Wert 1 hinaus und kann schnell Werte von 2, 3 oder 4 erreichen. Das liegt nicht daran, weil jetzt – wie manche vermuten – eine noch viel größere „zweite Welle“ kommt, sondern weil ihrer Natur nach die effektive Reproduktionszahl sensibel reagiert bei einer sehr geringen Anzahl von Infizierten. Da hat man schnell eine hohe Reproduktionszahl, obwohl die tatsächliche Anzahl der Neuinfizierten unbedeutend klein ist. Aber das gehört bereits zur „höheren Mathematik“, zu der in Ihrem Beraterkreis möglicherweise keiner einen Zugang hat.
    Fazit:
    Die „offiziellen“ Berechnungen, wann die Kapazitätsgrenze im Falle einer bestimmten Reproduktionszahl erreicht sein wird, ist vollkommen haltlos, weil die Rechnung die Wirklichkeit der Reproduktionszahl nicht widerspiegelt und daher ein falsches Bild zeichnet, das letztlich nur dazu führt, Angst auszulösen. Davon sollte sich die deutsche Politik distanzieren und auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Es ist eine Blamage, dass auf Grund unsolider Zahlen Szenarien hochgerechnet und aufgebauscht werden, ohne dass für Hochrechnungen und Prognosen kompetente Fachleute zu Rate gezogen werden. Die Abb.4 zeigt, dass das Robert-Koch-Institut sehr wohl kompetente Mathematiker mit Kenntnis der Wahrscheinlichkeitstheorie angestellt hat. Warum werden diese nicht gehört? Warum werden sie einfach übergangen?
    Gottseidank bleibt die Reproduktionszahl nie konstant und strebt bei jeder Grippewelle irgendwann gegen kleiner/gleich 1. Die Corona-Grippewelle scheint sich mit einer „Dauer“ von ca. 20 Tagen (gilt noch vor dem Shutdown) eher als harmlos zu entpuppen. Vielleicht ist die nächste Corona-Grippewelle wegen des Shutdown etwas „ergiebiger“ als die erste, aber auch sie wird keinesfalls die Kapazitätsgrenzen erreichen oder gar durchbrechen. Hochrechnungen in Bezug auf den Verlauf einer Epidemie haben Ähnlichkeit mit Hochrechnungen bei der Wettervorhersage. Nur weiß man bei Wettervorhersagen wenigstens, dass eine Vorhersage für eine Woche schon gewagt ist und eine Vorhersage für 14 Tage bereits so unsicher ist, dass man darüber hinaus keine weiterreichenden Vorhersagen mehr macht. Davon könnten epidemiologische Hochrechnungen über die Anzahl möglicher Infektionen viel lernen. Prognosen über 60 Tage zeitigen Ergebnisse, die jenseits von Gut und Böse sind und mit der Realität nichts mehr zu tun haben. Jetzt spielt sich die Corona-Infektion nur noch in den Köpfen ab, während sie in Wirklichkeit schon vorbei ist.
    Wir werden nach Corona entdecken: Viel Aufregung um nichts.
    Mit freundlichem Gruß
    Johann Wolfgang Denzinger
    Dipl.Math. und Bewußtseinsforscher
    Bei Rückfragen: Tel. 01578 35 45 967

    • Im Nachineinglaube ich diesen Text etwas vorschnell kopiert zu haben , nicht zwingend aufgrund der Aussage , jedoch des Autors und seines Hintergrundes . Leider kann ich den Text nicht löschen , also steht er da jetzt so rum.

    • @ Dieter B aus K am R:

      Was hat es Ihres Erachtens mit den "Hintergründen" dieses Herrn auf sich? – dass Sie glauben seinen Text vorschnell kopiert zu haben?

      Ich finde seine Aussagen schlüssig.

  4. die ganze Zeit, während ich mir hier bei KenFM diesen großartigen Artikel von Paul Schreyer habe vorlesen lassen (danke KenFM für die Veröffentlichung!), mußte ich überlegen, wie man es nennt, wenn jemand Fakten recherchiert, daraus Schlüsse zieht und zu einem Fazit kommt und das dann veröffentlicht, ohne dabei vorher die Atlantikbrücke oder Vertreter des Großkapitals oder unsere Politiker um Erlaubnis zu bitten.

    Das nennt man Journalismus! Journalismus nennt man das!

  5. Mir gefiel im letzten Teil sehr Ihre Einsicht, dass sich der Bürger jetzt selbst zur Litfaßsäule der dräuenden Gefahr durch das Killervirus Covid-19 machen muss, auch gegen seine Überzeugung und triftige Argumente von sachkundigen Medizinern gegen diese Anordnung. Jeder von uns soll dem Mitbürger signalisieren, dass wir untereinander die bedrohliche Gefahr seien. Full Spectrum Global Dominance bis in jedes einzelne Individuum. Das für unser Auge ganz unsichtbare Virus ist ein winziger Sündenbock, um den Unmut über das Totalversagen der neoliberalen Machteliten umzulenken.

    Wieder einmal ein hervorragend recherchierter Artikel von Paul Schreyer, wie stets seit dem Beginn des in diesem Ausmaß beispiellos schlechten Theaters mit dem Grippevirus. Es schmerzt mich, dass so wenige Leute aus dem Kulturbetrieb sich zur Verteidigung des Rechtsstaates organisieren und zivilcouragiert sich öffentlich melden. Einen Würgereiz bekam ich geradezu, als ich DIE ANSTALT und ihre Hofnarren im ZDF zum Thema Grippevirus ansah. Hier im bevölkerungsreichen NRW sehe ich Leute aus dem Showgeschäft im mit Zwangsgebühren finanzierten WDR, die sich offenbar problemlos anzupassen wissen und ihr Fähnchen dienstfertig danach ausrichten, woher jetzt der Wind weht. Ja, die verdienen bei diesem Sender einen Teil ihres Lebensunterhaltes, sind dadurch beim Publikum bekannt geworden. Und dennoch: das ist sehr ernüchternd: https://www1.wdr.de/radio/wdr4/musik/time-to-wonder-100.html

  6. Was das Corona-Virus betrifft, dürften statistische Erhebungen wie etwa die Heinsberg-Studie von Vorteil sein.

    Allerdings reichen solche Studien nicht aus, solange man es nicht verstanden hat, dass das Corona-Virus vermutlich ein Wirtschaftskrieg ist, weil irgendwelche Finanzakteure im Westen es schon versuchen könnten, mit einem solchen Virus eine Art "Notbremse" zu ziehen, weil man sonst gegen Chinas Neue Seidenstraße wirtschaftlich gar nicht ankommt.

    Ernst Wolff oder Peter König werden da schon richtig liegen, wenn sie es behaupten, dass es beim Corona-Virus um die Destabilisierung Chinas geht.

    Professor Francis Boyle: Coronavirus ist eine offensive Waffe zur biologischen Kriegsführung

    Dann sagt Peter König in einem zweiten Video: zu Corona-Krediten vom IWF und Weltbank: "Länder bitten den Henker um Hilfe".

    In einem dritten Video sagt Peter König: "zu Corona-Virus und EVENT 201: "Menschen werden gerade getestet!""

    Falls wir aber UvdL und Frau Merkel noch zu lange regieren lassen, dann wird sich Herrn Königs Befürchtung bewahrheiten.

    Wenn aber die besonders eifrige Bilderberger-Teilnehmerin UvdL nach dem EU-Gipfel fröhlich verkündet:
    „Wir reden hier über Billionen“ ((??))

    Jedenfalls hat es unsere Politik nicht verstanden, dass diese immer noch höheren Geldbeträge, die sie doch dermaßen bereitzustellen in der Lage ist, nicht ohne entsprechende (immer höhere und vor allem nie mehr abbaubare) Schulden anderer Leute möglich sind, weil Geld doch eine Schuld (gegenüber den Banken) ist.

    Das System kann jedenfalls nur mit einem immer schnelleren Schuldenanstieg und immer mehr Ungleichheit künstlich am Leben gehalten werden. Es ist eben bei unserem Geld ein Problem, dass die Politik immer mehr Schulden mit einem immer noch schnelleren Schuldenanstieg zu bezahlen versucht.

    Etwas anderes ist mit dem heutigen Bankensystem auch gar nicht möglich.

    Wir können es uns dann aber auch denken, dass Banken bei immer mehr Ungleichheit dann auch irgendwann einen Weltkrieg vom Zaun brechen werden, weil man dann nicht mehr in den normalen Konsum investieren kann.

    Union-Fraktionschef Brinkhaus zum Coronavirus : „Es macht mir Angst, wie viel Geld wir ausgeben für die Krisenbewältigung“.

    Etwa Franz Hörmann, Dirk Müller oder Andreas Popp erklären in entsprechenden Videos den Fehler unseres Schuldgeldsystems.
    Der Plan B der Wissensmanufaktur von Andreas Popp ist aber so noch keine funktionierende Lösung, weil fließendes Geld im Sinne von Silvio Gesell keine Alleinlösung ist.

    Man müsste vielmehr ein tauschlogikfreies Wirtschaftssystem erfinden.
    Ulrike Herrmann, Wirtschafts-Redakteurin bei der taz, sagt: "Ohne steigende Löhne kann man es vergessen"

    Allerdings kann ihre Überlegung so nicht funktionieren, weil wir ein "schuldenbasiertes Wachstum" haben. Die Schulden steigen bei unserem fehlerhaften Geldsystem wegen der fehlerhaften Geldentstehung (als Schuld bei den Banken) sehr viel schneller als die Realwirtschaft.

    Dann hat sie sich in einem anderen Video mit der Kreislaufwirtschaft beschäftigt.
    Wie es aber der Name "Kreislauf" bereits sagt, braucht man für einen solchen eine Pumpe.

    Bei unserem derzeitigen Geldsystem sind jedenfalls immer mehr Schulden, die wir nie wieder zurückzahlen können, eine geringfügig fehlerhafte "Pumpe".

    Nach meinem Eindruck gehen die Vorschläge von Franz Hörmann (Info-Money) und Friederike Habermann (Ecommony) in die richtige Richtung.

    Dann beschäftigen sich folgende Makroskop-Autoren mit moderner Wirtschaftspolitik:
    Thomas Fazi, Rainer Land und Heiner Flassbeck

    Heiner Flassbeck sagt in Zeit online vom 21. Februar
    (Interview mit Herrn Hüther)
    2013: "Die Lohnquote in der industrialisierten Welt ist so niedrig wie nie zuvor, und trotzdem steigt die Arbeitslosigkeit. "
    "Es geht um die Frage, ob staatliche Eingriffe in die Lohnfindung nötig sind. "

    Staatliche Eingriffe, wie von Herrn Flassbeck angesprochen, ändern jedoch nichts an dem Umstand, dass Geld nicht mit positiven Wertgutscheinen funktioniert, sondern mit einer völlig absurden Schuldscheinlogik.
    Der Fehler unseres Geldsystems liegt darin begründet, dass bei diesem immer mehr Schulden zwar sozialisiert werden, aber diese Schulden können nie wieder zurückgezahlt werden, weil die Ultrareichen ihr vieles Geld gar nicht wieder in ihren eigenen privaten Konsum stecken.
    Dadurch kommt es dann bei den Banken nicht mehr zur Geldvernichtung.
    In den Einkaufspreisen sind zudem immer mehr Zinslasten enthalten, so dass auch immer niedrigere Löhne gezahlt werden. Gleichzeitig legt die Politik ständig neues Geld nach, indem sie immer mehr neue Schulden "künstlich" generiert.

    Daher werden höhere Löhne, wie von Herr Flassbeck oder von Frau Herrmann vorgeschlagen, so nicht funktionieren.

    Wäre es da nicht sinnvoll, wenn etwa die SPD oder die Linke sich nicht mehr das höchste Wahlkampfbudget gönnen würden?
    Fabio de Masi, Finanzexperte der Linken, findet es, dass die EZB noch mehr Geld für Investitionen drucken könnte. Ich habe jedoch Zweifel, dass wir mit wahllosem Gelddrucken sonderlich weiterkommen.

  7. Komm wir leihen uns Billionen,
    wenn wir das Volk verschulden,
    soll sich das auch lohnen,
    dann leihen wir dem Volk sein eigenes Geld,
    damit finanzieren wir dann die Krisen der Welt

    Frau Dr. Merkel was haben sie vor ?
    Wir hören ihnen zu, wir sind ganz Ohr.
    Um uns besser zu verstehen,
    sollten sie mal Flaschensammeln gehen.
    Um davon zu leben

    Wir, die Menschen kommen uns vor,
    als wären wir Versuchsratten im Diktaturlabor,
    wie wärs, wir laden ihren Algorithmus in die Google Cloud
    Dann sitzen sie als Hologramm,
    noch in 1000 Jahren auf der Regierungsbank.

    Kommt wir holen uns unser Land zurück,
    jeden Tag ein wenig mehr, Stück für Stück,
    Direkte Demokratie ist der nächste Schritt.

    Herr Steinmeier, Herr Steinmeier,
    sie gehen uns auf die Eier,
    da sie meinen wir hätten keine Erfahrung mit direkter Demokratie,
    wer nicht hinfallen will,
    lernt das laufen nie.

    Minister Spahn, Minister Spahn,
    was hat das Volk ihnen angetan ?
    Wollen sie uns durch Impfung dezimieren ?
    In den Kellern der Charite,
    dann den Organhandel etablieren ?
    Um damit ihr Krankheitssystem zu refinanzieren ?

    Kommt wir holen uns unser Land zurück,
    jeden Tag ein wenig mehr, Stück für Stück,
    Direkte Demokratie ist der nächste Schritt.

    Schulden Scholz, Schulden Scholz,
    das ist ja eine Menge Holz
    Komm wir leihen uns Billionen,
    zahlen tun es ungeborene Generationen.

    Kommt wir holen uns unser Land zurück,
    jeden Tag ein wenig mehr, Stück für Stück….
    denn das Gewimmel will ich sehen,
    mit freien Menschen auf freiem Boden stehen. (* letzte zwei Zeilen Goethe )

    Spaziersänger

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