STANDPUNKTE • Ein spiritueller Weckruf (Podcast)

Ein Standpunkt von Rüdiger Lenz.

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean – Isaac Newton.

Heute habe ich ein Video gesehen, in dem ein Coach seinen Zuschauern klar zu machen versucht, dass es nur auf ihn selbst ankommt: Du bist der einzige Mensch, den du ändern kannst.

Es stimmt: Der einzige Mensch, den ich wirklich ändern kann, das bin ich selbst. Ändere ich mich, dann ändert sich meine Welt. Und nur darauf kommt es ja auch an. Ich bin der Produzent, der Regisseur und auch der Hauptdarsteller meines eigenen Lebens. Zumindest wenn ich weiß, was ich in meinem Leben will und wo es lang gehen soll. Ich schüttel die Fremdbestimmtheit ab, zu der mich meine Gesellschaft tagtäglich aufs Neue konditioniert und ersetze sie mit meiner Selbstbestimmtheit. Wenn man das verinnerlicht hat, ist das so banal, dass man selbst gar nicht mehr darüber nachdenkt. Und wenn man es dann wieder hört, merkt man erst, wie lange man selbst schon danach lebt. Das wirklich Erstaunliche daran ist auch, dass man selbst viel zielgerichteter, zufriedener und auch glücklicher in dem wird, was man anstrebt, zu tun. Man trennt sich dann auch von dem Hamsterrad, das ab Werk für jeden Erdenmenschen vom System für einen erschaffen wurde.

Wer glaubt, man müsse den anderen ändern, ihn zum Objekt der eigenen Bedürfnisse modellieren, damit sich etwas im eigenen Leben ändert, der wird Leid, Kampf, Schmerz, Wut und Trennung ernten. Wer einen anderen Menschen ändern will, zwingt ihn in zwei lästige Kategorien hinein. Erstens macht man ihn dadurch zu einem Objekt, das gehorchen soll und zweitens zwingt man diesen Menschen dann auch in eine Fremdbestimmung hinein. Wer das alles für sich selbst ändert, der wird sein wahres Leben leben und, er wird die alten Prinzipien bei anderen nicht mehr einsetzen. Er weiß jetzt, dass auch der andere sich freiwillig selbst ändern kann. Der andere darf nicht dazu gezwungen oder intensiv dazu aufgefordert werden. Das Leid, der Kampf und das Elend werden im Hamsterrad erst erzeugt. Die Kunst besteht darin, einen Sog zum eigenen Leben zu erwirken, der einen dann mit dem erfüllt, für was man selbst meint, im Leben stehen zu wollen.

Materialismus als postmoderner Gottesdienst

Dieser Schritt ist der erste und der wichtigste Schritt, der dem Weg zur eigenen Spiritualität vorausgeht: das nicht mehr akzeptieren des Hamsterrades und das Verständnis dafür, einen Sog zum Leben, zu den Menschen und zum eigenen Lebensweg zu erzeugen. Mann rennt den Dingen nicht mehr hinterher, sondern man verändert sein Bewusstsein, damit sich die Dinge zu einem hinbewegen. Dazu braucht man keinerlei Zeitmanagement, man benötigt dazu Vorstellungskraft und ein genaues Wissen darüber, wie man selbst tickt. Es ist wichtig, eine innere Bereitschaft dafür zu erlangen und sich zu vergegenwärtigen, dass diese materielle Welt eine unvollständige Welt ist, eine riesige und gewaltige Illusion, in der ich bisher eine Scheinwelt aufrecht erhalten habe, in die ich hineinkonditioniert bin und ich sie daher für die einzig wahre Welt halte.

Diese Welt erzwingt nicht nur in mir, sondern in allen Menschen, die in sie hineingeboren werden, falsche und völlig unvollständige Weltbilder, die zu einer genau so falschen Weltwahrnehmung und daher zu falschen oder unvollständigen Schlüssen zwingt. Ist mein Weltbild falsch, weil ich drei kleine Tortenstücke für die ganze Torte halte, wird meine Backkunst eine völlig falsche und wahnhafte Wahrheiten in mein Bewusstsein einladen. Ich werde nicht bemerken, dass drei kleine Tortenstücke keine ganze Torte sind. Sich dessen gewahr zu werden ist ein sehr schwieriger, oft auch langwieriger und auch mutiger Schritt. Wer ihn geht, hat vermutlich selbst mal drei kleine Tortenstücke für eine ganze Torte gehalten.

In dieser uns allen aufgezwungenen Weltsicht geht es nur und ausschließlich um materielle Werte. Dort wirkt der Materialismus, der präziser in der Philosophie als Monismus diskutiert wird, oder salopp als Verdinglichung allen menschlichen Wirkens. Das Leib-Seele-Problem ist so alt wie die Moderne oder der Klassizismus europäischen Denkens, der das sogenannte Mittelalter überwand und die Neue Welt für sich entdeckte. Der Materialismus ist in unserer Zeit die Grundlage für alles, was mit Geld- und Finanzwerten zu tun hat. Nicht etwa, wie häufig angenommen wird, ist Geld der Gott der Menschen geworden. Es ist der Materialismus. Ihn haben die Menschen im Zeitalter der globalen Finanzmärkte zum Gott und zum Fetisch ihrer gesamten Weltsicht erklärt. Nur was aus ihm entsteht, oder mittels ihm wechselwirkt, hat logische Gültigkeit. Alle anderen Bewusstseinszustände sind durch das Weltbild des Materialismus gefiltert.

Und selbst wenn außerhalb des Materialismus wissenschaftlich evidente Theorien entstehen, wie zum Beispiel in der Quantentheorie, der Quantenphilosophie, den wissenschaftlichen Ergebnissen der Nahtod-Forschung, oder in der Wissenschaft vom Geistigen, der Anthroposophie, sind sie noch immer für die Mehrheit der Menschen esoterischer Quatsch, ja reinste Zeitverschwendung. Das liegt am Materialismus, den so gut wie jeder Mensch in der westlichen Welt mit der Muttermilch aufgesogen bekommt. Der Materialismus wechselwirkt nur mit sich selbst. Alles was außerhalb von ihm existiert, existiert für einen Materialisten nicht. Der Materialismus sagt: Alles ist Materie, alles wechselwirkt nur mit Materie, alles kommt aus der Materie und alles wird durch die Materie bestimmt.

Seinen berühmtesten Satz sprach Albert Einstein aus, als er sich mit Niels Bohrs komplementären Wirklichkeit auseinandersetzte und den damaligen jungen Quantentheoretikern entgegnete Gott würfelt nicht.
Heute weiß die Physik der Quanten, dass es gar keine Materie gibt. Sie existiert in Wahrheit gar nicht. Auch wenn sie uns hart oder unbeweglich vorkommen kann, wir uns an ihr stoßen können oder riesige Bagger benötigt werden, um den Kohleabbau zu ermöglichen.

Daher ist die erste Hürde oder harte Nuss, zu erkennen, was der Materialismus ist und was er in mir selbst für ein Weltbild erzwingt. Wie ich ihm verfallen bin und vor allem, wer von ihm profitiert. Warum wollen so viele, dass ich ihm anhänge und ich alles in mir nach seinem Bilde ausrichte?

Das Bewusstsein als Quelle der Weiterentwicklung

Sich selbst zu verwirklichen heißt in der materiellen Welt, dass man höher, schneller und weiter kommt, als der andere. Und das man sehr viele Dinge anhäuft. Man optimiert sich für das System, passt sich intensiv an, richtet sein Leben nach ihm aus, was bedeutet, dass man sich nicht für sich, sondern für den Erhalt und Ausbau des Systems anstrengt und abrackert. Sich selbst zu verwirklichen heißt in der spirituellen Welt, seinen Geist und sein Bewusstsein weiter und immer weiter zu entwickeln. Das geht dann eher in die Richtung eines integralen Bewusstseins, eines anthroposophischen Bewusstseins oder in Richtung des Akasha-Bewusstseins, um nur drei Möglichkeiten aufzuzeigen.

Das Bewusstsein ist in Entwicklungsschichten aufgebaut und doch ist es ein Kontinuum. Step by step heißt es da, wer Bewusstseinsarbeit leisten will. Es gibt kein Überspringen oder hektisches Erfüllen von Aufgaben. Genauso wenig ist jemand weiter oben oder unten in der Bewusstseinsarbeit. Jeder Bewusstseinszustand ist immer der richtige Bewusstseinszustand. Jeder Zustand ist ein Ackerfeld, das bestellt werden muss, damit alle Bereiche des Zustandes mit meiner Fülle an Lebendigkeit erfüllt wird. Erst dann kann es weitergehen zum nächsten Zustand. Die jeweiligen Bewusstseinsübergänge zeigt einem das Feld dann wie von selbst an, wenn man es mit sich selbst erfüllt hat. Rudolf Steiner hat hier eine Anleitung für das Erlernen und die Fortentwicklung unseres Bewusstseins erschaffen, der Arbeit an sich selbst. Er hat im Alleingang den wissenschaftlichen Werkzeugkoffer dafür zusammengestellt. Erlernen muss jeder seine Geistes- und Bewusstseinszustände dann doch selbst.

Heute ist mir ganz klar, dass das Bewusstsein nicht in unseren Gehirnen sitzt. Doch lange glaubte auch ich, dass mein Gehirn alles aus sich heraus erzeugt.

Auch ich war dem Materialismus hörig und hinterfragte gar nichts. Er erschien mir logisch. Wir haben ein Gehirn, also muss auch alles, was ich denke und erlebe, allein aus ihm entstehen. Ich studierte die Evolutionstheorie und sie erschien mir schlüssig und wahr. Ich studierte die Physik und sie erschien mir als eine vollumfängliche Erklärung der Welt. Die Physik und die Biologie waren meine Welterklärung. So war es lange für mich und ich achtete die Spiritualisten nicht sonderlich. Ich dachte, sie müssen sich irren und ich dachte, es seien völlig verirrte Geister. Dass auch ich lange Zeit brauchte, um mein rationales Bewusstsein auszubauen, um in den nächsten Bewusstseinszustand meines Selbst zu gelangen, hatte ich damals noch gar nicht verstanden. Und dann ergab er sich von ganz alleine. Ich glaube, so ergeht es vielen, die plötzlich ihren ganz eigenen Spirit verstehen.

Kreativität, also mit den eigenen Ideen und Gedanken etwas zu erschaffen, was so noch nicht in unserer Welt vorhanden ist, ist einer der wichtigen Schlüssel, um ein Verständnis für das Geisthafte in uns selbst zu begreifen. Dann fragt man sich nämlich so manches Mal, Was!?, das soll von mir stammen!?, das habe ich gemacht!!? Oder man hat ein einschneidendes Erlebnis, das ganz unmöglich mit den Mitteln des Materialismus erklärt werden kann. Wovon es übrigens viele gibt. Sehr viele Menschen haben Erlebnisse, die sie sich nicht erklären können, über die sie schweigen, weil man sonst für verrückt erklärt wird. Denn das materielle Weltbild beherrscht den gesamten Mainstream, die gesamte Wissenschaft, die Bildungseinrichtungen komplett und die gesamte intellektuelle Ebene der Menschen. Wer hinterfragt sich selbst schon in diesen Ebenen? Die meisten suchen fortwährend Bestätigungswissen und verhärten auf diese Weise ihre Weltauffassung immer mehr.

Wenn man also annimmt, dass das eigene Bewusstsein nicht im Gehirn sitzt, sondern dass das Gehirn auch ein Sender und Empfänger ist, dann verhält es sich mit dem, was wir Bewusstsein nennen, plötzlich ganz anders und vieles, was wir bisher nicht erklären konnten, können wir erklären. Denn wenn unser Gehirn auch ein Empfänger und Sender ist, dann muss es auch ein Empfangsfeld geben, in der alle Informationen gespeichert sind. Die Literatur hierüber ist groß und unterschiedliche Ansätze beschreiben dort diese Felder. Am bekanntesten dürften die morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake sein. Oder der nichtlokale Raum der Quantenphysik.

Menschen, die solche Dinge plötzlich erleben, die Eingebungen haben oder Dinge sehen, die es innerhalb des materialistischen Weltbildes nicht geben dürfte, für die sind diese Erlebnisse oft so einschneidend, dass sie anfangen, anders zu leben. Menschen, die davon hören, tun diese Dinge oft als Hirngespinste ab. Daher spricht man auch nicht über solche Dinge, da man sonst befürchten muss, als Vollidiot für die anderen dazustehen. Man schweigt dann lieber darüber. Wer so etwas erlebt hat oder solche Erlebnisse herbeilenken kann, der hat den Zugang zur Quelle geöffnet oder kann diesen Zugang öffnen. Viele haben wirklich die Möglichkeit, diesen Zugang willentlich zu öffnen und zu schließen. In diesem Sinne bestimmt der Materialismus die gesamte Aufklärung und er konzentriert sich einzig auf das gesellschaftspolitisch Machbare. Die Möglichkeiten und Realität unseres menschlichen Geistes wird im Materialismus extrem unterbewertet. Innerhalb der Psychologie und der Neurobiologie wird weder das Bewusstsein noch der Geist auf diese Weise interpretiert oder nachgeforscht, was es mit der Wahrnehmung der feinstofflichen Welt auf sich hat. Sie wird belächelt, als unwissenschaftlich abqualifiziert und als wahnhafte Spukidee abgetan.

Das Bewusstsein fließt, sagt man und, Du hast es geschafft, diesen Kanal zu öffnen. Je häufiger du es tust, desto leichter wird es dir weiterhin fallen, den Zugang zur Quelle zu öffnen und die geistigen Dinge in diese Welt hinein zu holen. Du bist dann ein Empfänger und empfängst die Welt dort, wo du als Erfahrungskanal wirken kannst.

Das können ganz unterschiedliche Kanäle sein. Die Frage ist nun, was ist denn diese Quelle? Dafür gibt es viel Worte, auch Wissenschaftliche. Gemeinhin wird sie als Bewusstseinsfeld gesehen, als nicht lokaler Raum in der Quantentheorie, als Geistwelt, oder als Interwelt, wie sie der Biophysiker Ulrich Warnke in seinen Büchern über die Quantenphilosophie beschreibt.

Übrigens, kein geringer als Stephan Hawking war es, der mit seiner Hintergrundstrahlung schwarzer Löcher diesen Fehler in seiner Theorie begann und die Information innerhalb der Quantenstrahlung versehentlich nicht mitberechnete. Hawkings Theorie berücksichtigte nicht die Entropie ordnender Informationen, die von den Teilchen am Rand schwarzer Löcher selbst emittiert werden. Was heißt, dass Informationen über alles, buchstäblich über alles im Universum gespeichert wird. Jedes Ereignis in der Welt erzeugt automatisch auch die gesamte ihm zugehörige Information dazu. Das abgespaltene Ganze davon nennen wir Seelenzustand oder Zugang zur Geisterwelt. Wobei das Wort Geister hier nicht irgendwelche Geisterwesen meint, die wir aus irgendwelchen Horrorfilmen Hollywoods kennen. Geister stehen in der spirituellen Welt für Ideenrepräsentanten. Und Ideen stehen für Schöpfungszustände, die ein Mensch über seinen Geist in diese Welt holen kann. Und das ist dann auch damit gemeint, dass alles miteinander zusammenhängt oder vernetzt ist. Alles ist Eins. Dein Geist ist permanent mit allen Geistwesen vernetzt. Es liegt an deiner Ausrichtung, welche Idee du in diese Welt holst oder zulässt, dass sie in deinen Geist als Idee gelangt. Alles Geistige zusammen ist die QUELLE. Dieser Geist oder die Seele ist Teil meines ganzen physischen Körpers und ist aufs Tiefste mit ihm verbunden. Über unseren gesamten Körper und unserem Gehirn können wir diesen Geist fühlen und ihn spüren. Das Gehirn ist für einen spirituellen Menschen Empfänger, Sender und Speicher von Ideen und Informationen. Es ist der Zugang zu den geistigen Welten und geistigen Wesenheiten. Jedem Quantenzustand folgt ein Informationsausstoß, der von den Teilchen selbst in dem Moment, wo ein Zustand eintrifft, emittiert wird. Das passiert pausenlos mit allem, was in die Welt kommt oder sich in ihr ereignet. Auch in uns entstehen milliardenfach solche Informationsausstöße. Der Inhalt der Information enthält exakt sein Ereignis. Über den Astralleib können bestimmte Menschen dieses Informationsfeld sehen und fühlen, wie es um den Zustand des gesamten Menschen gerade bestellt ist. Wir alle werden auf das materielle Weltbild gebürstet. Daher ist es anfangs schwer zu verstehen, was mit dem bisher Beschriebenen wirklich gemeint sein kann. Längst gibt es wissenschaftliche Forschungen dazu, die jedoch, wen wundert es, nicht Eingang in den Mainstream finden. Noch sind alle Posten mit Materialisten besetzt, die einen Beitrag dazu einfach nicht zulassen.

Du wirst andere erzürnen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist zu verstehen, dass nur du dich ändern kannst und du niemand anderen zu ändern brauchst. Denn nur wenn du dich änderst, ändert sich die Welt in dir – deine Welt. In diesem inneren Sinn geht es in deinem Leben nur um dich, nicht um die anderen. Die Anderen sind zum Teil Teile deiner Welt, nie aber geht es in deiner inneren Welt um die äußeren Umstände anderer Personen oder anderer Dinge. Es geht um dein Vorwärtskommen um deine Schöpfertätigkeit und um deine Geistesbildung. Vergiss zu glauben, dass Bildung das ist, was dir in der Schule beigebracht wurde. Denn egal wie du es wendest: Es gibt nur die Welt, die du siehst, die du erkennst. Das ist die Welt, in der du bist, in der du schöpferisch unterwegs bist. Andere Menschen sind in ihrer Welt unterwegs. Niemand kann in der Welt eines anderen schöpferisch unterwegs sein. Das Einzige was andere können ist, ihre innere Welt zu verändern. Nie aber deine Welt, der du dich hinwendest. Wendest du dich von ihr ab, wendet sich nicht die Welt, sondern du dich von deiner Welt ab. Hier benötigst du für deine Stabilität manchmal enorme Energien, damit deine Welt bestehen bleibt. Mein ganz persönliches Vorbild in schwierigen Augenblicken ist der Psychoanalytiker Erich Fromm, der einmal das Gleichnis aller individuellen und existenziellen Problemen mit seinen Auschwitz-Erlebnissen in ein Gleichnis verwandelte: Jeder hat sein Auschwitz. Damit meinte er, dass jeder existenzielle Schmerz oder eine subjektiv höchste Not von gleicher Qualität sei und als Antwort immer die gleiche Erkenntnis verlangt: Tue alles individuell Mögliche, damit du am Leben bleibst und in deiner vollen Vitalität das Notwendige dafür tust. Verlasse niemals die Idee deines Lebens, weswegen du am Leben bleiben willst.

Feindbilder, zu denen du in solchen Lagen neigst, anheimzufallen, sind Anhaftungen einzig der materialistischen Weltsicht. Nicht der spirituellen Erfahrung. Alle Feindbilder, die du vielleicht bisher gebraucht hast, brauchtest du nur deswegen, weil du dieser Feind, das Feindhafte selbst warst und dieses Feindhafte in den unterschiedlichsten Kostümen und Gruppen hineinprojiziert hast. Einen spirituellen Menschen werden andere jedoch zum Feindbild machen, weil sie nicht verstehen, wer er ist oder was er da macht, wieso er so merkwürdige Worte spricht und wieso dieser Mensch so anders ist und nicht bei dem mitmacht, bei dem fast alle mitmachen. Im Zuge der Umorientierung der politischen Systeme bis heute hinein, waren die Spiritualisten weit offensichtlicher zu erkennen, da der Materialismus die Welt nicht erklärt und dies damals weitaus offensichtlicher zu erkennen war, als heute.

Damals gab es keinen Gustave Le Bon, keinen Edward Bernays, keinen Walter Lippmann und auch keinen Daniel Kahnemann, die uns allesamt erklären konnten, wie es um unsere geistigen und psychischen Schwachstellen wirklich bestellt ist. Die Elite eignete sich deren Forschungen an, setzte es um, um die Massen zu kontrollieren, zu lenken und einzig für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Masse jedoch weiß um diese Machenschaften größtenteils nichts und denkt, dass ihr Wissen, dass sie aus den Fernsehanstalten, und den Printmedien bekommen, wahrheitsgetreues Wissen darstellt. Sie halten sich für aufgeklärt und glauben wirklich, dass sie sich ihr Wissen und ihre Weltbilder dazu unabhängig und selbst erschaffen haben. Ihnen fällt nicht einmal auf, dass in ihrem Umfeld alle fast das Gleiche Wissen besitzen und sich gleich zu allem Verhalten. Das dieses Wissen zum großen Teil Lenkungswissen ist, kommt ihnen nie in den Sinn. Um dieses System aufrecht zu erhalten, müssen die Systemerhalter das System erhalten. Und aus den Wissenschaften wissen wir, dass es quasi ein Naturgesetz ist, das sich Systeme in allererster Linie immer selbst erhalten. Dafür benötigen sie viel Energie.

Die politische Welterklärung der Spiritualisten war und ist die, dass die Versklavung, die Ausbeutung der Menschen und dieses Planeten nur mit zerstörerischen Kräften möglich ist. Der Materialismus an sich benötigt eine ungeheuer große und zeitlich weitreichende Umspannung destruktivster Kräfte, damit er sich überhaupt als Hauptweltbild der Menschen verbreiten konnte. Sein Mittel ist Angst, Mangel und Manipulation. Da die Spiritualisten dies schon sehr früh erkannten, musste man sie stigmatisieren. Denn alle spirituellen Menschen lassen sich ihre Gehirne nicht von anderen bestimmen. Und das ist eine große Gefahr für die materialistischen Machthaber, weltweit. Heute werden sie oft abwertend auch Rechtsesoteriker genannt.

Wenn man mit seiner eigenen spirituellen Kraft beginnt, weiß man noch nichts von den Gegnern. Sie werden sich aber zeigen, sobald du routinierter und gefestigter mit deiner spirituellen Weltsicht unterwegs bist. Sobald deine spirituelle Idee öffentlich auffällt, kommen sie aus ihren Löchern. Vorher wirst du bloß belächelt und als Spinner abgewatscht.

Daher ist der dritte Schritt das Verstehen des Gehorsams, den man vielleicht zuvor mitgemacht hat. Man passte sich an die Mehrheit an, weil wir Menschen die Gruppe brauchen. Wenn zehn Leute sagen, dass hier, das ist grün und du genau siehst, dass es rot ist, dann wirst du nicht gegen die anderen sagen, dass es rot ist. Du wirst am Ende des Tages sagen, dass hier, das ist grün. Weil du die Gruppe brauchst und nicht weist, dass du voller Kraft und Mut bist. Wir sagen in der Mehrheit Ja, obwohl wir wissen, das wir Nein hätten sagen sollen und umgekehrt. Das haben wir dann so lange gemacht, bis wir es nicht mehr bemerkt haben. Alles was wir vorher taten, entfernte uns von uns selbst: Wer bin ich?, war nicht mehr wichtig. Woher komme ich?, war dort Geschwurbel. Und, wohin gehe ich?, war ein Thema, das mit Angst besetzt wurde. Sterbe auch ich? Was ist der Tod? Ein spiritueller Mensch fängt hierbei jetzt zu lachen an. Er lacht nicht aus, er lacht, weil er sich seiner Angst erinnert und nun weiß, wie unbegründet sie war. Er kann sich jetzt nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu sein als das Leben selbst, voll und ganz, das gesamte Leben. Der Tod ist für ihn Teil des Lebenskonzeptes selbst geworden und nicht das Ende aller Dinge.

Lebe ohne Feindbilder

Die Wettbewerbsgesellschaft kennt nur die Auseinandersetzung, das Verdrängen des anderen und den Sieg über das Unrichtige und Unfertige. Ein spiritueller Mensch hat dazu nicht mehr auch nur einen Grund. Er muss nicht siegen und gewinnen mit miteinander Reden verwechseln. Reden ist für ihn die Gewissheit eines geistigen Austausches und Befruchtens von anderen Möglichkeiten der Wahrheitsperspektiven. Ein spiritueller Mensch ist sehr glücklich, wenn er auf einen Menschen trifft, der diese Sichtweise des Miteinanders ebenfalls pflegt und darin geübt ist. Geistiger Austausch ohne Wettbewerb von Gedanken ist für ihn das Wesen der Kommunikation.

Wenn man zum Beispiel keine Feindbilder mehr braucht, dann gelingt einem auch, die Meinung eines anderen einfach stehen lassen zu können. Man muss weder intervenieren, noch muss man seine Meinung über das gleiche Thema jetzt kundtun, um in eine Meinungsauseinandersetzung zu geraten und möglichst recht zu bekommen. Streit, egal welche Form von Streit, ist Teil eines materialistischen Weltbildes.

Das verwirrt die meisten noch materiell verhafteten Menschen, da sie nur durch nicht Ausreden lassen können, durch energischer Reden müssen und durch Rechthaberei sich ihre bessere Meinung erstreiten müssen. Siegen und Besiegen, Verdrängen und Zerschmettern sind das Spektakel der materialistischen Weltanschauung. Ein spiritueller Mensch wird solchen sagen: Es ist gut, was du sagst. Denn er weiß, egal was er ihm nun antwortet, er wird vom Anderen keine Antwort oder Gleichstellung in der Kommunikation bekommen. Daher sagt der spirituelle Mensch: Es ist gut, was du sagst.

Ein spiritueller Mensch wird seine Gefühle ordnen und lebt jeden Tag danach, am Abend mit einem Lächeln einzuschlafen. Nicht immer gelingt ihm das, doch seine Ausrichtung danach ist ihm sehr wichtig. Das bestimmt seinen Tag in der Art, dass er versucht, nur in schöne Momente oder gute Stimmungen einzutauchen. Daher sind ihm liebevolle Menschen das Wichtigste. Er weiß, dass er der Liebe folgen muss. Er kann das nicht erklären in dem Sinne, dass er sagt: Die Liebe ist die stärkste Kraft. Sie ist es für ihn, das weiß er. Eher, weil er sich der Liebe anvertraut und weiß: Solange sie in mir ist, ist immer alles gut, lebendig und gesund. Liebe ist die Heilpflanze der Natur, die überall ist. Liebe ist Heilung und Gesundheit.

Er wird nicht mehr als Opfer oder Täter unterwegs sein, um zu brüllen oder zu jammern. Was der heutige Tag bringt, wird er nicht organisieren. Er wird geschehen lassen und den Tag seinen Tag sein lassen. Probleme aller Arten interessieren ihn nicht mehr sonderlich. Damit sind die weltlichen Dinge gemeint, das Politische, die Tragik des Krieges oder das herbeisehnen des Friedens. Das sind für ihn Projektionen, die zunächst im Inneren existieren. Gibt es Krieg in der Menschheit und alle bekriegen sich, so liegt es daran, dass sie in ihren Inneren zerstritten sind und gegen sich selbst Krieg führen. Gibt es Frieden, so weil die meisten in ihrem inneren Frieden besitzen und diesen nach außen leben können. Wie innen so Außen, er weiß um dieses Gesetz im ganzen Universum. Daher lebt er seinen Frieden und er speit ihn nicht aus, überredet andere nicht mehr dazu oder setzt dafür ein Zeichen. Er weiß zu genau, dass ein äußerer Frieden die Lüge, ein Bündnis gegen die anderen ist und viele Fahnen braucht. Doch der innere Frieden flüstert und ist derart leise, dass man ihn nur erlangt, wenn man mit sich und der Welt, die einen umgibt, im Reinen ist.

Der spirituelle Mensch ist kein Materialist, kein Anthropozentriker und auch kein Epizentriker, der glaubt, er sei der Nabel und die Achse dieser Welt, die sich einzig um ihn herum dreht. Er ist niemand, der die Natur alleine als eine Beute für seine Bedürfnisbefriedigung betrachtet. Im Gegensatz zum materialistischen Weltbild stellt ein spiritueller Mensch sich selbst nicht in irgendeinen Mittelpunkt oder nabelt sich von der Natur oder dem Weltlichen ab, um der Selbsterhöhung willen. Er weiß, dass jeder ein Narr ist, wenn er glaubt, er könne auch nur einen einzigen Sandkorn besiegen. Ein spiritueller Mensch schaukelt mit den Wellen im Wasser und mit den Winden in der Luft.

Spirituelle Freiheit

Ein spiritueller Mensch trägt auch keine Masken mehr. Er ist wie er ist. Und so ist er immer. Er nimmt sich selbst überhaupt nicht wichtig und glaubt auch nicht immer das, was er sagt oder denkt. Ist er in der Öffentlichkeit bekannt, so wundert er sich des Öfteren darüber, dass das, was er sagt oder veröffentlicht derart ernst genommen wird und bei manchen sogar zu Streit führen kann. So sieht er sich nicht, als Jemanden, dessen Worte wie Gesetze gelten sollen.

Die Wandlung aller Dinge hat er erkannt, das Vergehen der Dinge verstanden und das Werden für sich akzeptiert. Ein spiritueller Mensch weiß für sich: Nichts kann man beweisen für die anderen, was außerhalb uns bindender Materie ist. Man sollte es auch nicht versuchen, denn selbst wenn du es kannst, glauben die Menschen diesen Beweis nicht. Er ist zu nichts nutze. Stecken sie in dem Weltbild, in dem das Experiment gültig ist, so werden sie alle sagen, dass es gut und richtig ist. Stecken sie nicht in dem Weltbild, in dem das Experiment gültig ist, dann werden sie sagen was für eine Illusion! Wenn er es weiß dann reicht es ihm, denn er weiß, dass es nur um ihn geht, nur um sein Leben das er lebt, um seine Entwicklung, um sein Streben, sich geistig weiter zu formen und weiter zu entwickeln. Er ist sein eigenes Experiment, seine eigene Theorie und sein ewig andauernder Versuch, vorwärts zu gelangen. Von Jahr zu Jahr ist er ein anderes Experiment, ein anderer Versuch und ein anderer Beweis für sich selbst. Ein Materialist kann mit so einer Sichtweise gar nichts anfangen. Denn in der materiellen Welt gilt nur der hochgehaltene Beweis, die Augenanzahl, die ihn anerkennen und der Profit, der sich daraus eventuell ergibt. Zwar sind die Menschen alle miteinander verbunden, doch weiß er auch, dass diese Verbundenheit in der materiellen Welt ohne Bedeutung ist. Die materielle Welt ist eine Welt, in der alles getrennt ist. Und alles Trennende ist dort Objekt, das abgewogen wird nach seinen Nutzen. Alles ist dort entweder Subjekt oder Objekt, also immer in Trennung. Alle behandeln sich gegenseitig als Objekte für ihre eigenen Bedürfnisse.

In der feinstofflichen Welt ist diese Allverbundenheit, das All-eins-Sein genau spürbar. Es ist der Nährböden des eigenen Geistes, anzuerkennen und zu fühlen, dass alles miteinander verbunden ist. Was oft missverstanden wird, denn das heißt nicht, dass ein spiritueller Mensch, gleich dem zu allem was ist, Zugang hat oder Zugang bekommt. Jeden Zugang muss man sich mit seinem Bewusstseinswachstum erarbeiten. Je länger man dies tut, desto leichter und manchmal auch schneller folgen die weiteren Schritte und damit die weiteren Zugänge. Spiritualität ist keine Zauberei, für die sie oft herhalten muss. Ein spiritueller Mensch zu sein ist zu Beginn der Reise oft auch harte Arbeit. Das Harte daran ist die pausenlos empfundene Prüfung, seiner und die der anderen kognitiver Dissonanzen zu widerstehen. Es sind Zuckungen der eigenen materiellen Konditionierungen.

Die gegen wir oder ich gegen dich, das sind für einen spirituellen Menschen Trauerspiele, in denen Anhaftungen nicht geliebter Menschen verfangen sind. Diese Menschen brauchen Opfer und Täter und sind in dieser Dynamik verfangen. Dort werden innere Energien nicht für Selbstwachstum und Selbstentwicklung umgewandelt, sondern, Energieüberschüsse empfunden, die auf andere Menschen, Ideale oder Gruppen übertragen werden. Diese, ebenfalls materielle Übertragung erschafft alle möglichen Rechtfertigungen für wiederum alles Mögliche. Doch sie schreien nur eins: Ich will beachtet werden. Ich will anerkannt werden. Ich will gesehen werden. Ich will geliebt sein. Was der Grund für diese vielfältigen materiellen Übertragungen sind. Energie dient solchen nicht der Verbindung, sondern der strickten Trennung und Individuation der eigenen geschützten Welt. Was ich tue, ergibt nur Sinn, wenn ich etwas dafür bekomme. Das ist ihr privater Logos.

Freiheit ist für einen spirituellen Menschen die Freiheit für etwas, jedoch nicht die Freiheit von etwas. Die Welt war schon immer frei, auch du bist immer frei. Je mehr wir unsere inneren Ketten sprengen, desto freier werden wir. Frei zu sein ist ein Naturzustand der Seele und des Lebens selbst. Wir alle sind frei geboren, ohne Ketten an Leib und Seele.

Wähle ich die Freiheit von etwas, meistens von der Fremdknechtschaft weg, hin zu einer Selbstknechtschaft für materielle Werte, so dient diese Freiheit dem Ersatz von echter innerer Freiheit. Echte innere Freiheit ist immer das Vergrößern von inneren Freiheitsräumen, die ich nur bekomme, wenn ich in die innere Welt eintauche und sie vergrößere, in dem ich nach immer mehr Verbindungen der Inneren, feinstofflichen Welt trachte.

Spirituelle Freiheit ist auch zu wissen und anzuerkennen, dass ich mit dem, wie ich gerade denke, wie ich gerade spreche oder was ich gerade tue, dass ich genau das damit in die Welt hole. Das gilt für gut oder nicht so gute Dinge. Es gilt für alles. Wenn viele Menschen das Gleiche denken, dann holen sie es in die Welt, sie zementieren es und wundern sich, wenn alles doch so ist und nicht verändert wird. Deswegen ist politische Aufklärung für einen spirituellen sehr wichtig. Aber da er um die Manifestationen der Welt weiß, wird er schnell den besseren und liebevolleren Dingen größeren Raum in seinem Geist widmen und geostrategische unendliche Wissensanhäufung nicht mehr wollen. Weltpolitik ist und bleibt große Gaunerei.

Nur wenn die Menschen sich dieses Spiels von selbst enthalten, wird die Gaunerei aufhören. Das aber können die Meisten nicht einmal im Ansatz verstehen, weil sie keinerlei Wissen und Gefühl über ihren wahren und großen Spirit besitzen, ja nicht einmal an ihn glauben. Die Gauner haben das alles schon ziemlich clever hinbekommen. Sie haben das Wir völlig vom Ich getrennt, in dem sie das Ich mit einem unstillbaren Hunger ausgestattet haben.

Sei für, niemals gegen etwas

Ein spiritueller Mensch umgibt sich mit der Idee von dem, was er tun möchte, oder wo er in den nächsten Monaten hin möchte. Er übergibt diese Idee oder das Tun dafür seinem Bewusstsein und füllt sich mit diesem auf, sodass er automatisch zu dem hingezogen wird, was ihm sein Tun dafür vorgibt. Und so lebt er im Sog und nicht im Hamsterrad für sein Tun und Schaffen. Er vertraut darauf, dass sich die Dinge für ihn schon zu seinen Gunsten fügen werden, denn er hat schon mehrfach erfahren, dass dies genau so geschieht, wenn er sein Verhalten und Bewusstsein mit dem anfüllt, was dafür zu tun ist. Er konzentriert sein Bewusstsein auf das Anfüllen und Vitalisieren dieser Idee und er sieht zu, dass er von dieser Idee dazu völlig eingehüllt bleibt. Wird er selbst beständig darin, diese Idee selbst zu werden, so wird sie sich ohne weiteres Zutun von selbst erfüllen. Dies geschieht ohne Anstrengung oder, wie der Materialist sagen würde, mit enormer Fokussierung des Willens auf das Ziel. So macht es der Spiritualist nicht. Er braucht nicht den Umweg, den Coach oder Trainer, um erfolgreich zu werden. Er wird zu dem, was er anstrebt, voll und ganz. Und daher kommt das, was er anstrebt zu ihm. Er braucht nur abzuwarten und Vertrauen auf die Geistwelt zu haben. Es wird geschehen. Und so geschieht es dann auch. Spürt er, dass sich mehrfach Irritationen und Störgefühle dabei häufen, so lässt er davon ab und weiß, dass sein Wollen in dieser Hinsicht nicht gut für ihn sein wird. Dass was er will, ist nicht für ihn bestimmt. Er nennt dies nicht mein Weg. Ein spiritueller Mensch kann sich genau so irren, wie ein nicht spiritueller Mensch. Dann überlegt er weiter nach Möglichkeiten, an der Welt zu wachsen, und lässt geschehen.

Ganz ähnlich den Vorgaben im chinesischen Dao wirkt ein spiritueller Mensch oft durch einfaches Geschehenlassen, dem Prinzip des Wu Wei. Durch Nichteingreifen in den Prozessen und Vorgängen in der Natur der Dinge richtet sich sein Verhalten nicht gegen die Natur, sondern für seinen Willen aus. Es ist verständlich, wenn nichtspirituelle Menschen das für Geschwurbel und Geschwätz halten, denn in der materiellen Welt kann es so etwas gar nicht geben.

Das jeder Mensch das kann, das weiß er sehr wohl. Er weiß aber auch, dass die meisten Menschen es nicht können, weil sie es zu können für Schwachsinn oder Humbug halten und sich dem allem nicht aufgeschlossen gegenüber verhalten können. Die Gruppe, in der sie ihren Konformismus leben, die gleichen Sendungen sehen und die gleichen Zeitschriften lesen, ist ihr Gefängnis, dass sie in Wahrheit nur gegen sich selbst in Stellung bringen. Denn wer sein mühsam zusammen gezimmertes Weltbild verlassen will, der kann das nicht einfach, ohne ein Ersatzweltbild dafür zu besitzen. Es erzeugt das, was man allgemein hin als kognitive Dissonanz bezeichnet. Ein unangenehmes Störgefühl innerhalb des halt bietenden eigenen Weltbildes. Das ist das Problem so vieler Menschen, die einfach an etwas festhalten, weil die Angst sie im Gehorsam zu ihren Weltbildern festzurrt. Menschen, die so sind, sind noch nicht zum freien Denken fähig. Doch sagt man es ihnen, so wird das Zetern noch größer. Daher hat der spirituelle Mensch prinzipiell damit aufgehört, das Freisetzen solchen Wissens anderen mitteilen zu müssen. Es kommt zu ihnen von ganz alleine, wenn sie ihren Kanal dafür öffnen. Denn Gras wird ja auch nicht länger, wenn man daran zu ziehen versucht.

Die goldene Regel dorthin zu kommen ist diese: Sei nicht gegen die Dinge, sei für ihre Alternative. Wenn du dich darin übst, dann wird der Zugang zu dir kommen. Er öffnet sich in dir nicht, wenn du für ihn kämpfst. Er öffnet sich nur dann, wenn du dich für ihn bereit gemacht hast. Du empfängst ihn, du findest ihn aber nicht, wenn du suchst oder kämpfst. Jesus wusste dies, als er sagte: Euch geschieht nach eurem Glauben. Heute würde man sagen, euch geschieht nach eurem Willen.

Bist du gegen etwas, dann konzentrierst du dich auf Kampf. Dann wirst du deine Energien gegen den Feind veräußern. Bist du für eine Alternative, also beispielsweise nicht gegen Atomkraft, sondern für Sonnenenergie, dann wirst du deine gesamten Energien für die Lösung ausrichten. Gerade der Materialist ist stets vom Kampf überzeugt. Nur wenigen von ihnen gelingt es, sich für Lösungen dauerhaft stark zu machen.

Der spirituelle Mensch unterscheidet zwischen seinem Herzen, dem er folgt und seinem Verstand, den er als ein wunderbares Werkzeug nutzt. Er nutzt seine Herz-Verstand-Bewusstheit, um sich zu entwickeln. Im Dao, der chinesischen Weisheitslehre, nennt man dies Hsing. Erleuchtung ist für ihn eine übertriebene Suche nach etwas, dass er ganz natürlich findet. Wenn man weit genug fragt und auch die Antworten dazu bekommt, kommt jeder Mensch dort an. Alles ist seinem Wesen nach erleuchtet. Die Frage ist nur, ob man es auch erfassen und fühlen kann. Je häufiger er im Hier und Jetzt lebt, desto einfacher wird er vom göttlichen Prinzip geführt, das seine Füße dorthin stellt, wo er hinkommen möchte. Darin hat er keine Eile mehr, denn er weiß, dass er ankommen wird, wohin er auch will. Es gibt keine Hindernisse mehr oder ein Abgehetztsein von Aufgaben.

Ein spiritueller Mensch weiß, wenn er stirbt, ist sein jetziges Dasein hier zu Ende. Und zwar nur hier! Er wird wie alle anderen Menschen auch weiterleben und es wird weitere Übergänge und Leben als materielles, dreidimensionales körperliches Wesen geben, in das sein Licht- bzw. sein Geistwesen wie in einem Raumanzug weiterleben bis auch dieser Raumanzug wieder stirbt und er ihn verlassen muss. Sein Wesen und das aller Menschen, ist aus feinstofflichem Licht, das pure Energie und pure Information ist.

Wir erkennen einen spirituellen Menschen ganz sicher nicht an seiner hohen Bildung, seiner Klugheit oder gar daran, wie sehr er sich im Trend von esoterischen Artikeln auskennt, Pyramiden anbetet, sich mittels bestimmter Floskeln gut ausdrücken kann, seine Einrichtung möglichst nach ostasiatischen Vorbildern zustellt und ausrichtet, viele Bücher gelesen hat oder nur noch Yoga- oder Buddhatee trinkt. Hohe Bildung, Hochbegabung oder erfolgreiches Bücherschreiben sind keine Garantie für Spiritualität allein.

Ein spiritueller Mensch lebt die Dinge für sich. Er lebt sie weder um sich besser darstellen zu können, noch, weil er sich in der Außendarstellung üben will. Die Außendarstellung, daran erkennen wir alle den Materialisten. Er muss sich abgrenzen, darstellen, sich in einer Pose selbst erhöhen.

Lebe dein Leben mit voller Hingabe

Oft erkennt man einen spirituellen Menschen gar nicht, da er sich nichts daraus macht. Er hat jegliches konform sein mit irgendwelchen Gruppen oder Idealen abgelegt. Er hält sich weder für einen Guru, einen Meister, noch für irgendwie höher, besser oder Weiser. Er lebt seine Spiritualität mit und durch seinen Geist und kann die nicht materielle Welt zulassen und sich in ihr wohlfühlen. Die materielle Welt, die die meisten Menschen zunächst gezwungen sind, anzuerkennen, um der Vorstellung einer Elite zu dienen, ist für ihn nicht mehr seine Art, zu leben. Er kann diese Welt nicht verändern, aber er kann sein Leben ändern und sein Ändern leben. Für ihn existieren mehrere Welten, zu denen Menschen einen Zugang haben können. Die rationalen und stets auf ihre Logik bedachten Wissensmenschen, die nur ihre Wahrheiten zulassen können, werten oft den spirituellen Menschen ab. Und da ein Gefühl und das Fühlen von anderen Wirkmächten und Wirklichkeiten nicht verifizierbar sind, noch nicht, gelten spirituelle Menschen für die im Materialismus aufgehenden Menschen als Spinner, Wichtigtuer, Scharlatane oder als verschwurbelte Esoteriker, die lieber den Kopf in den Sand stecken, als sich den politisch konstruierten Problemen zu stellen. Das interessiert jedoch einen spirituellen Menschen nicht mehr. Auch er dachte einmal, dass alle politischen Probleme aus dem Nichts heraus die Politiker und die Menschen ereilen. Oder das irgendein Bösewicht den guten Menschen wegbomben will. So hält man die materiell verbildeten Menschen in ihren Denkgefängnissen, in ihren psychischen Fallen, die sie nie erkennen oder gar für möglich halten. Das Versuchslabor Menschheit ist von einer Gefängnismauer umgeben, die der Materialismus ist. Und da aus ihm zahlreiche weitere Theorien, Ideale und Ideen entstammen, merken selbst die Gegner politisch Hochintelektueller nichts von seinem zerstörerischen Kern.

Der Materialismus ist der Verhaltensfaschismus. Er macht den Faschismus erst im Verhalten möglich. Der Finanzkapitalfaschismus baut die Struktur des politischen Faschismus, auch Korporatismus genannt, auf, der wie ein riesenhaftes außenpolitisch konstruiertes Dach alle umspannt und niemanden entkommen lässt. Der Ausweg aus dieser Falle ist nicht irgendeine bessere Politik. Der Ausweg bist du selbst: Mach einfach nicht mehr mit. Mach einfach nichts Politisches mehr. Denn das ist die Falle. Was sie fürchten, das sollst du tun. Und sie fürchten nichts mehr als eine Masse Mensch, die nicht mehr mitmacht und die endlich das tut, was sie in ihrem tiefsten Herzen alle tun wollen. Wir alle wollen unser eigenes Leben leben. Genau das sagen die meisten Menschen in ihren letzten Tagen, liegend, in ihrem Totenbett, das ich mein Leben hätte leben sollen. Ein spiritueller Mensch beginnt damit so früh wie möglich und so intensiv, wie er kann.

Der materielle Schöpfer muss alles bezwingen, niederringen, bekämpfen oder tottrampeln, um sich selbst anzuerkennen. Im Größerwerden zur Welt liegt sein Wahn. Er muss die Welt bezwingen, sie sich untertan machen, um ihr zu zeigen, dass die Natur nach seiner Pfeife tanzt und dass er genau diese alles bezwingen wollende Macht besitzt. Macht aber braucht nur der, der sich selbst gegenüber der Welt und seinem eigenen Leben ohnmächtig verhält. Wer sich selbst besitzt und seinen Wert selbst bestimmt, der ist frei und braucht keine Macht über niemanden. Er wird nie jemals herrschen wollen und er wird seinen Rücken nie beugen. Er lebt jeden Tag sein eigenes Leben.

Der Ausweg aus der Falle

Die Verhöhnung der eigenen Verbindung zur Geistwelt ist das Ergebnis der Angst vor dem Verlust bestimmter elitärer Kräfte, weltweit, die nichts mehr fürchten als den daraus erwachten, emanzipierten, mündigen und sich selbst bestimmenden Menschen, der sich nicht mehr für ihre Zwecke zur Verfügung stellt. Um ihn nicht machtvoll und attraktiv erscheinen zu lassen haben sie alles Mögliche unternommen, um unsere Gehirne in Besitz zu nehmen. Sie wollen auch weiterhin die Zwangsjacke um unsere Gehirne spannen und sind darin recht einfallsreich. Ihre Gegenspieler sind nicht in der Politik zu finden. Denn Politiker, egal welcher noch so humanen Idee, wollen nur eins, Politik machen. Sie wollen uns alle beherrschen und uns sagen, wie wir zu leben haben, wie wir uns zu bilden haben, was wir essen sollen, wie viel Geld oder Lohn wir zu bekommen haben, welche Krankheiten gesund gemacht werden können, wie sich unsere Kinder entwickeln, mit was wir unsere Freizeit zu gestalten haben, an was und zu welchem Zweck die Wissenschaften zu forschen haben und auf welchen Feind wir unsere Bomben niederregnen lassen sollen. Das alles wird nicht etwa von Politikern erdacht, gewollt und erhalten, sondern von Mächten hinter dem Thron bestimmt. Politiker sind die Peitschen, mit denen sie uns in ihre Tröge lenken. Das machen sie heute so gut, dass die Masse das für das goldene Zeitalter hält. Sie wählen die Verursacher noch in der hundertsten Generation und geifern sich gegenseitig an, nur um ein besserer Sklave zu werden. Denn das wollen sie mehr sein, als in Freiheit, in Frieden und im Einklang mit der Schöpfung zu leben, ein Sklavenaufseher. Das alles hat seine Ursachen einzig im Weltbild des Materialismus.

Aus ihm heraus kommt man nicht mit Symptomarbeit. Aus ihm heraus kommen wir alle nur mittels eines anderen Bewusstseins, dass andere Weltbilder zulässt. Es wird Zeit für diesen Bewusstseinswandel, denn Änderungen in der Politik sind Bestandserhaltungsmaßnahmen mit anderen Peitschen. Die Politik, egal welche, ist bestimmt, eine Gesellschaft zu beherrschen. Frieden, Freiheit und die Liebe sind aber nicht beherrschbar noch werden sie besser, wenn man über sie herrscht. Das gilt es, sich bewusst zu machen: Freiheit herrscht nicht, Frieden herrscht nicht und die Liebe herrscht auch nicht. Alle drei werden aber beherrscht. Davon müssen wir uns alle befreien. Jeder auf seine Weise. Nicht mehr mitmachen und sich für sich selbst, für das eigene Leben zu entscheiden, ist der Wandel in unserem Bewusstsein, den wir brauchen, um uns nicht gegenseitig weiter abzuschlachten. Und je mehr und je länger sich immer mehr auf den Weg machen, desto schneller werden alle Ketten gesprengt.

Mach nicht mehr mit. Finde den Ozean, von dem du nicht bloß ein Tropfen bist, sondern ein Tümpel, der See werden will, der dann ein Bach, ein Fluss, ein Strom wird und der sich ins Meer leiten lässt von den Kräften, die nichts weiter tun als dich, als uns alle zu schützen. Spüre all die Kräfte auf, die dich tragen und lass dich nicht von anderen darin beirren. Du bist der ganze Ozean, die ganze Quelle. Du bist dir dessen nur nicht mehr bewusst. In dieser Quelle lebt das, was wir alle suchen, die Freiheit in Frieden mit uns selbst leben zu können, damit wir der Liebe begegnen, die auf uns wartet. Mach den nächsten Schritt hin zu einem neuen Bewusstsein. Lebe dein eigenes Leben.

Also, Freund, wir sehen uns im Ozean. Ich freu mich drauf.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  CoralAntlerCreative/shutterstock

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2 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Ein spiritueller Weckruf (Podcast)

  1. „Ich habe an vielen Dingen keine Freude und glaube an viele Dinge nicht, die der Stolz der heutigen Menschheit sind: Ich glaube nicht an die Technik, ich glaube nicht an die Idee des Fortschritts, ja nicht einmal an die Demokratie, ich glaube weder an die Herrlichkeit und Unübertrefflichkeit unserer Zeit, noch an irgendeinen ihrer hochbezahlten Führer, während ich vor dem, was man so ‚Natur‘ nennt, eine unbegrenzte Hochachtung habe.“
    (Hermann Hesse)

  2. In der Tat haben diejenigen, die heute allen Geist wegrationalisieren wollen, die Erkenntnisse von Physik und Teilchenforschung der letzten hundert Jahre verschlafen und leben noch im 19. Jhdt. Die Vorstellung des Materialismus ist in Wirklichkeit schon längst unhaltbar, auch nach rein naturwissenschaftlichen Maßstäben. Man hält aber aus Bequemlichkeit daran fest.

    Was allerdings ebenfalls zur Verfestigung des Materialismus beiträgt: Dass das meiste von dem, was sich heute als „Esoterik“ bezeichnet, gar keine Esoterik ist, sondern nur oberflächlicher Jahrmarkt-Firlefanz. Was aber nicht bedeutet, dass es nicht auch echte, profunde Spiritualität gibt – von der man zB. bei Goethe oder Erich Fromm viel mehr findet als in sogenannten Esoterik-Büchern.

    https://www.nachrichtenspiegel.de/2019/06/06/ueber-google-esoterik-und-den-geist-der-stets-verneint-warum-uns-unser-bauchgefuehl-zielsicher-ins-unglueck-fuehrt/

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