STANDPUNKTE • Ein spiritueller Weckruf

Ein Standpunkt von Rüdiger Lenz.

Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen ein Ozean – Isaac Newton.

Heute habe ich ein Video gesehen, in dem ein Coach seinen Zuschauern klar zu machen versucht, dass es nur auf ihn selbst ankommt: Du bist der einzige Mensch, den du ändern kannst.

Es stimmt: Der einzige Mensch, den ich wirklich ändern kann, das bin ich selbst. Ändere ich mich, dann ändert sich meine Welt. Und nur darauf kommt es ja auch an. Ich bin der Produzent, der Regisseur und auch der Hauptdarsteller meines eigenen Lebens. Zumindest wenn ich weiß, was ich in meinem Leben will und wo es lang gehen soll. Ich schüttel die Fremdbestimmtheit ab, zu der mich meine Gesellschaft tagtäglich aufs Neue konditioniert und ersetze sie mit meiner Selbstbestimmtheit. Wenn man das verinnerlicht hat, ist das so banal, dass man selbst gar nicht mehr darüber nachdenkt. Und wenn man es dann wieder hört, merkt man erst, wie lange man selbst schon danach lebt. Das wirklich Erstaunliche daran ist auch, dass man selbst viel zielgerichteter, zufriedener und auch glücklicher in dem wird, was man anstrebt, zu tun. Man trennt sich dann auch von dem Hamsterrad, das ab Werk für jeden Erdenmenschen vom System für einen erschaffen wurde.

Wer glaubt, man müsse den anderen ändern, ihn zum Objekt der eigenen Bedürfnisse modellieren, damit sich etwas im eigenen Leben ändert, der wird Leid, Kampf, Schmerz, Wut und Trennung ernten. Wer einen anderen Menschen ändern will, zwingt ihn in zwei lästige Kategorien hinein. Erstens macht man ihn dadurch zu einem Objekt, das gehorchen soll und zweitens zwingt man diesen Menschen dann auch in eine Fremdbestimmung hinein. Wer das alles für sich selbst ändert, der wird sein wahres Leben leben und, er wird die alten Prinzipien bei anderen nicht mehr einsetzen. Er weiß jetzt, dass auch der andere sich freiwillig selbst ändern kann. Der andere darf nicht dazu gezwungen oder intensiv dazu aufgefordert werden. Das Leid, der Kampf und das Elend werden im Hamsterrad erst erzeugt. Die Kunst besteht darin, einen Sog zum eigenen Leben zu erwirken, der einen dann mit dem erfüllt, für was man selbst meint, im Leben stehen zu wollen.

Materialismus als postmoderner Gottesdienst

Dieser Schritt ist der erste und der wichtigste Schritt, der dem Weg zur eigenen Spiritualität vorausgeht: das nicht mehr akzeptieren des Hamsterrades und das Verständnis dafür, einen Sog zum Leben, zu den Menschen und zum eigenen Lebensweg zu erzeugen. Mann rennt den Dingen nicht mehr hinterher, sondern man verändert sein Bewusstsein, damit sich die Dinge zu einem hinbewegen. Dazu braucht man keinerlei Zeitmanagement, man benötigt dazu Vorstellungskraft und ein genaues Wissen darüber, wie man selbst tickt. Es ist wichtig, eine innere Bereitschaft dafür zu erlangen und sich zu vergegenwärtigen, dass diese materielle Welt eine unvollständige Welt ist, eine riesige und gewaltige Illusion, in der ich bisher eine Scheinwelt aufrecht erhalten habe, in die ich hineinkonditioniert bin und ich sie daher für die einzig wahre Welt halte.

Diese Welt erzwingt nicht nur in mir, sondern in allen Menschen, die in sie hineingeboren werden, falsche und völlig unvollständige Weltbilder, die zu einer genau so falschen Weltwahrnehmung und daher zu falschen oder unvollständigen Schlüssen zwingt. Ist mein Weltbild falsch, weil ich drei kleine Tortenstücke für die ganze Torte halte, wird meine Backkunst eine völlig falsche und wahnhafte Wahrheiten in mein Bewusstsein einladen. Ich werde nicht bemerken, dass drei kleine Tortenstücke keine ganze Torte sind. Sich dessen gewahr zu werden ist ein sehr schwieriger, oft auch langwieriger und auch mutiger Schritt. Wer ihn geht, hat vermutlich selbst mal drei kleine Tortenstücke für eine ganze Torte gehalten.

In dieser uns allen aufgezwungenen Weltsicht geht es nur und ausschließlich um materielle Werte. Dort wirkt der Materialismus, der präziser in der Philosophie als Monismus diskutiert wird, oder salopp als Verdinglichung allen menschlichen Wirkens. Das Leib-Seele-Problem ist so alt wie die Moderne oder der Klassizismus europäischen Denkens, der das sogenannte Mittelalter überwand und die Neue Welt für sich entdeckte. Der Materialismus ist in unserer Zeit die Grundlage für alles, was mit Geld- und Finanzwerten zu tun hat. Nicht etwa, wie häufig angenommen wird, ist Geld der Gott der Menschen geworden. Es ist der Materialismus. Ihn haben die Menschen im Zeitalter der globalen Finanzmärkte zum Gott und zum Fetisch ihrer gesamten Weltsicht erklärt. Nur was aus ihm entsteht, oder mittels ihm wechselwirkt, hat logische Gültigkeit. Alle anderen Bewusstseinszustände sind durch das Weltbild des Materialismus gefiltert.

Und selbst wenn außerhalb des Materialismus wissenschaftlich evidente Theorien entstehen, wie zum Beispiel in der Quantentheorie, der Quantenphilosophie, den wissenschaftlichen Ergebnissen der Nahtod-Forschung, oder in der Wissenschaft vom Geistigen, der Anthroposophie, sind sie noch immer für die Mehrheit der Menschen esoterischer Quatsch, ja reinste Zeitverschwendung. Das liegt am Materialismus, den so gut wie jeder Mensch in der westlichen Welt mit der Muttermilch aufgesogen bekommt. Der Materialismus wechselwirkt nur mit sich selbst. Alles was außerhalb von ihm existiert, existiert für einen Materialisten nicht. Der Materialismus sagt: Alles ist Materie, alles wechselwirkt nur mit Materie, alles kommt aus der Materie und alles wird durch die Materie bestimmt.

Seinen berühmtesten Satz sprach Albert Einstein aus, als er sich mit Niels Bohrs komplementären Wirklichkeit auseinandersetzte und den damaligen jungen Quantentheoretikern entgegnete Gott würfelt nicht.
Heute weiß die Physik der Quanten, dass es gar keine Materie gibt. Sie existiert in Wahrheit gar nicht. Auch wenn sie uns hart oder unbeweglich vorkommen kann, wir uns an ihr stoßen können oder riesige Bagger benötigt werden, um den Kohleabbau zu ermöglichen.

Daher ist die erste Hürde oder harte Nuss, zu erkennen, was der Materialismus ist und was er in mir selbst für ein Weltbild erzwingt. Wie ich ihm verfallen bin und vor allem, wer von ihm profitiert. Warum wollen so viele, dass ich ihm anhänge und ich alles in mir nach seinem Bilde ausrichte?

Das Bewusstsein als Quelle der Weiterentwicklung

Sich selbst zu verwirklichen heißt in der materiellen Welt, dass man höher, schneller und weiter kommt, als der andere. Und das man sehr viele Dinge anhäuft. Man optimiert sich für das System, passt sich intensiv an, richtet sein Leben nach ihm aus, was bedeutet, dass man sich nicht für sich, sondern für den Erhalt und Ausbau des Systems anstrengt und abrackert. Sich selbst zu verwirklichen heißt in der spirituellen Welt, seinen Geist und sein Bewusstsein weiter und immer weiter zu entwickeln. Das geht dann eher in die Richtung eines integralen Bewusstseins, eines anthroposophischen Bewusstseins oder in Richtung des Akasha-Bewusstseins, um nur drei Möglichkeiten aufzuzeigen.

Das Bewusstsein ist in Entwicklungsschichten aufgebaut und doch ist es ein Kontinuum. Step by step heißt es da, wer Bewusstseinsarbeit leisten will. Es gibt kein Überspringen oder hektisches Erfüllen von Aufgaben. Genauso wenig ist jemand weiter oben oder unten in der Bewusstseinsarbeit. Jeder Bewusstseinszustand ist immer der richtige Bewusstseinszustand. Jeder Zustand ist ein Ackerfeld, das bestellt werden muss, damit alle Bereiche des Zustandes mit meiner Fülle an Lebendigkeit erfüllt wird. Erst dann kann es weitergehen zum nächsten Zustand. Die jeweiligen Bewusstseinsübergänge zeigt einem das Feld dann wie von selbst an, wenn man es mit sich selbst erfüllt hat. Rudolf Steiner hat hier eine Anleitung für das Erlernen und die Fortentwicklung unseres Bewusstseins erschaffen, der Arbeit an sich selbst. Er hat im Alleingang den wissenschaftlichen Werkzeugkoffer dafür zusammengestellt. Erlernen muss jeder seine Geistes- und Bewusstseinszustände dann doch selbst.

Heute ist mir ganz klar, dass das Bewusstsein nicht in unseren Gehirnen sitzt. Doch lange glaubte auch ich, dass mein Gehirn alles aus sich heraus erzeugt.

Auch ich war dem Materialismus hörig und hinterfragte gar nichts. Er erschien mir logisch. Wir haben ein Gehirn, also muss auch alles, was ich denke und erlebe, allein aus ihm entstehen. Ich studierte die Evolutionstheorie und sie erschien mir schlüssig und wahr. Ich studierte die Physik und sie erschien mir als eine vollumfängliche Erklärung der Welt. Die Physik und die Biologie waren meine Welterklärung. So war es lange für mich und ich achtete die Spiritualisten nicht sonderlich. Ich dachte, sie müssen sich irren und ich dachte, es seien völlig verirrte Geister. Dass auch ich lange Zeit brauchte, um mein rationales Bewusstsein auszubauen, um in den nächsten Bewusstseinszustand meines Selbst zu gelangen, hatte ich damals noch gar nicht verstanden. Und dann ergab er sich von ganz alleine. Ich glaube, so ergeht es vielen, die plötzlich ihren ganz eigenen Spirit verstehen.

Kreativität, also mit den eigenen Ideen und Gedanken etwas zu erschaffen, was so noch nicht in unserer Welt vorhanden ist, ist einer der wichtigen Schlüssel, um ein Verständnis für das Geisthafte in uns selbst zu begreifen. Dann fragt man sich nämlich so manches Mal, Was!?, das soll von mir stammen!?, das habe ich gemacht!!? Oder man hat ein einschneidendes Erlebnis, das ganz unmöglich mit den Mitteln des Materialismus erklärt werden kann. Wovon es übrigens viele gibt. Sehr viele Menschen haben Erlebnisse, die sie sich nicht erklären können, über die sie schweigen, weil man sonst für verrückt erklärt wird. Denn das materielle Weltbild beherrscht den gesamten Mainstream, die gesamte Wissenschaft, die Bildungseinrichtungen komplett und die gesamte intellektuelle Ebene der Menschen. Wer hinterfragt sich selbst schon in diesen Ebenen? Die meisten suchen fortwährend Bestätigungswissen und verhärten auf diese Weise ihre Weltauffassung immer mehr.

Wenn man also annimmt, dass das eigene Bewusstsein nicht im Gehirn sitzt, sondern dass das Gehirn auch ein Sender und Empfänger ist, dann verhält es sich mit dem, was wir Bewusstsein nennen, plötzlich ganz anders und vieles, was wir bisher nicht erklären konnten, können wir erklären. Denn wenn unser Gehirn auch ein Empfänger und Sender ist, dann muss es auch ein Empfangsfeld geben, in der alle Informationen gespeichert sind. Die Literatur hierüber ist groß und unterschiedliche Ansätze beschreiben dort diese Felder. Am bekanntesten dürften die morphogenetischen Felder von Rupert Sheldrake sein. Oder der nichtlokale Raum der Quantenphysik.

Menschen, die solche Dinge plötzlich erleben, die Eingebungen haben oder Dinge sehen, die es innerhalb des materialistischen Weltbildes nicht geben dürfte, für die sind diese Erlebnisse oft so einschneidend, dass sie anfangen, anders zu leben. Menschen, die davon hören, tun diese Dinge oft als Hirngespinste ab. Daher spricht man auch nicht über solche Dinge, da man sonst befürchten muss, als Vollidiot für die anderen dazustehen. Man schweigt dann lieber darüber. Wer so etwas erlebt hat oder solche Erlebnisse herbeilenken kann, der hat den Zugang zur Quelle geöffnet oder kann diesen Zugang öffnen. Viele haben wirklich die Möglichkeit, diesen Zugang willentlich zu öffnen und zu schließen. In diesem Sinne bestimmt der Materialismus die gesamte Aufklärung und er konzentriert sich einzig auf das gesellschaftspolitisch Machbare. Die Möglichkeiten und Realität unseres menschlichen Geistes wird im Materialismus extrem unterbewertet. Innerhalb der Psychologie und der Neurobiologie wird weder das Bewusstsein noch der Geist auf diese Weise interpretiert oder nachgeforscht, was es mit der Wahrnehmung der feinstofflichen Welt auf sich hat. Sie wird belächelt, als unwissenschaftlich abqualifiziert und als wahnhafte Spukidee abgetan.

Das Bewusstsein fließt, sagt man und, Du hast es geschafft, diesen Kanal zu öffnen. Je häufiger du es tust, desto leichter wird es dir weiterhin fallen, den Zugang zur Quelle zu öffnen und die geistigen Dinge in diese Welt hinein zu holen. Du bist dann ein Empfänger und empfängst die Welt dort, wo du als Erfahrungskanal wirken kannst.

Das können ganz unterschiedliche Kanäle sein. Die Frage ist nun, was ist denn diese Quelle? Dafür gibt es viel Worte, auch Wissenschaftliche. Gemeinhin wird sie als Bewusstseinsfeld gesehen, als nicht lokaler Raum in der Quantentheorie, als Geistwelt, oder als Interwelt, wie sie der Biophysiker Ulrich Warnke in seinen Büchern über die Quantenphilosophie beschreibt.

Übrigens, kein geringer als Stephan Hawking war es, der mit seiner Hintergrundstrahlung schwarzer Löcher diesen Fehler in seiner Theorie begann und die Information innerhalb der Quantenstrahlung versehentlich nicht mitberechnete. Hawkings Theorie berücksichtigte nicht die Entropie ordnender Informationen, die von den Teilchen am Rand schwarzer Löcher selbst emittiert werden. Was heißt, dass Informationen über alles, buchstäblich über alles im Universum gespeichert wird. Jedes Ereignis in der Welt erzeugt automatisch auch die gesamte ihm zugehörige Information dazu. Das abgespaltene Ganze davon nennen wir Seelenzustand oder Zugang zur Geisterwelt. Wobei das Wort Geister hier nicht irgendwelche Geisterwesen meint, die wir aus irgendwelchen Horrorfilmen Hollywoods kennen. Geister stehen in der spirituellen Welt für Ideenrepräsentanten. Und Ideen stehen für Schöpfungszustände, die ein Mensch über seinen Geist in diese Welt holen kann. Und das ist dann auch damit gemeint, dass alles miteinander zusammenhängt oder vernetzt ist. Alles ist Eins. Dein Geist ist permanent mit allen Geistwesen vernetzt. Es liegt an deiner Ausrichtung, welche Idee du in diese Welt holst oder zulässt, dass sie in deinen Geist als Idee gelangt. Alles Geistige zusammen ist die QUELLE. Dieser Geist oder die Seele ist Teil meines ganzen physischen Körpers und ist aufs Tiefste mit ihm verbunden. Über unseren gesamten Körper und unserem Gehirn können wir diesen Geist fühlen und ihn spüren. Das Gehirn ist für einen spirituellen Menschen Empfänger, Sender und Speicher von Ideen und Informationen. Es ist der Zugang zu den geistigen Welten und geistigen Wesenheiten. Jedem Quantenzustand folgt ein Informationsausstoß, der von den Teilchen selbst in dem Moment, wo ein Zustand eintrifft, emittiert wird. Das passiert pausenlos mit allem, was in die Welt kommt oder sich in ihr ereignet. Auch in uns entstehen milliardenfach solche Informationsausstöße. Der Inhalt der Information enthält exakt sein Ereignis. Über den Astralleib können bestimmte Menschen dieses Informationsfeld sehen und fühlen, wie es um den Zustand des gesamten Menschen gerade bestellt ist. Wir alle werden auf das materielle Weltbild gebürstet. Daher ist es anfangs schwer zu verstehen, was mit dem bisher Beschriebenen wirklich gemeint sein kann. Längst gibt es wissenschaftliche Forschungen dazu, die jedoch, wen wundert es, nicht Eingang in den Mainstream finden. Noch sind alle Posten mit Materialisten besetzt, die einen Beitrag dazu einfach nicht zulassen.

Du wirst andere erzürnen

Ein weiterer wichtiger Schritt ist zu verstehen, dass nur du dich ändern kannst und du niemand anderen zu ändern brauchst. Denn nur wenn du dich änderst, ändert sich die Welt in dir – deine Welt. In diesem inneren Sinn geht es in deinem Leben nur um dich, nicht um die anderen. Die Anderen sind zum Teil Teile deiner Welt, nie aber geht es in deiner inneren Welt um die äußeren Umstände anderer Personen oder anderer Dinge. Es geht um dein Vorwärtskommen um deine Schöpfertätigkeit und um deine Geistesbildung. Vergiss zu glauben, dass Bildung das ist, was dir in der Schule beigebracht wurde. Denn egal wie du es wendest: Es gibt nur die Welt, die du siehst, die du erkennst. Das ist die Welt, in der du bist, in der du schöpferisch unterwegs bist. Andere Menschen sind in ihrer Welt unterwegs. Niemand kann in der Welt eines anderen schöpferisch unterwegs sein. Das Einzige was andere können ist, ihre innere Welt zu verändern. Nie aber deine Welt, der du dich hinwendest. Wendest du dich von ihr ab, wendet sich nicht die Welt, sondern du dich von deiner Welt ab. Hier benötigst du für deine Stabilität manchmal enorme Energien, damit deine Welt bestehen bleibt. Mein ganz persönliches Vorbild in schwierigen Augenblicken ist der Psychoanalytiker Erich Fromm, der einmal das Gleichnis aller individuellen und existenziellen Problemen mit seinen Auschwitz-Erlebnissen in ein Gleichnis verwandelte: Jeder hat sein Auschwitz. Damit meinte er, dass jeder existenzielle Schmerz oder eine subjektiv höchste Not von gleicher Qualität sei und als Antwort immer die gleiche Erkenntnis verlangt: Tue alles individuell Mögliche, damit du am Leben bleibst und in deiner vollen Vitalität das Notwendige dafür tust. Verlasse niemals die Idee deines Lebens, weswegen du am Leben bleiben willst.

Feindbilder, zu denen du in solchen Lagen neigst, anheimzufallen, sind Anhaftungen einzig der materialistischen Weltsicht. Nicht der spirituellen Erfahrung. Alle Feindbilder, die du vielleicht bisher gebraucht hast, brauchtest du nur deswegen, weil du dieser Feind, das Feindhafte selbst warst und dieses Feindhafte in den unterschiedlichsten Kostümen und Gruppen hineinprojiziert hast. Einen spirituellen Menschen werden andere jedoch zum Feindbild machen, weil sie nicht verstehen, wer er ist oder was er da macht, wieso er so merkwürdige Worte spricht und wieso dieser Mensch so anders ist und nicht bei dem mitmacht, bei dem fast alle mitmachen. Im Zuge der Umorientierung der politischen Systeme bis heute hinein, waren die Spiritualisten weit offensichtlicher zu erkennen, da der Materialismus die Welt nicht erklärt und dies damals weitaus offensichtlicher zu erkennen war, als heute.

Damals gab es keinen Gustave Le Bon, keinen Edward Bernays, keinen Walter Lippmann und auch keinen Daniel Kahnemann, die uns allesamt erklären konnten, wie es um unsere geistigen und psychischen Schwachstellen wirklich bestellt ist. Die Elite eignete sich deren Forschungen an, setzte es um, um die Massen zu kontrollieren, zu lenken und einzig für ihre Zwecke zu missbrauchen. Die Masse jedoch weiß um diese Machenschaften größtenteils nichts und denkt, dass ihr Wissen, dass sie aus den Fernsehanstalten, und den Printmedien bekommen, wahrheitsgetreues Wissen darstellt. Sie halten sich für aufgeklärt und glauben wirklich, dass sie sich ihr Wissen und ihre Weltbilder dazu unabhängig und selbst erschaffen haben. Ihnen fällt nicht einmal auf, dass in ihrem Umfeld alle fast das Gleiche Wissen besitzen und sich gleich zu allem Verhalten. Das dieses Wissen zum großen Teil Lenkungswissen ist, kommt ihnen nie in den Sinn. Um dieses System aufrecht zu erhalten, müssen die Systemerhalter das System erhalten. Und aus den Wissenschaften wissen wir, dass es quasi ein Naturgesetz ist, das sich Systeme in allererster Linie immer selbst erhalten. Dafür benötigen sie viel Energie.

Die politische Welterklärung der Spiritualisten war und ist die, dass die Versklavung, die Ausbeutung der Menschen und dieses Planeten nur mit zerstörerischen Kräften möglich ist. Der Materialismus an sich benötigt eine ungeheuer große und zeitlich weitreichende Umspannung destruktivster Kräfte, damit er sich überhaupt als Hauptweltbild der Menschen verbreiten konnte. Sein Mittel ist Angst, Mangel und Manipulation. Da die Spiritualisten dies schon sehr früh erkannten, musste man sie stigmatisieren. Denn alle spirituellen Menschen lassen sich ihre Gehirne nicht von anderen bestimmen. Und das ist eine große Gefahr für die materialistischen Machthaber, weltweit. Heute werden sie oft abwertend auch Rechtsesoteriker genannt.

Wenn man mit seiner eigenen spirituellen Kraft beginnt, weiß man noch nichts von den Gegnern. Sie werden sich aber zeigen, sobald du routinierter und gefestigter mit deiner spirituellen Weltsicht unterwegs bist. Sobald deine spirituelle Idee öffentlich auffällt, kommen sie aus ihren Löchern. Vorher wirst du bloß belächelt und als Spinner abgewatscht.

Daher ist der dritte Schritt das Verstehen des Gehorsams, den man vielleicht zuvor mitgemacht hat. Man passte sich an die Mehrheit an, weil wir Menschen die Gruppe brauchen. Wenn zehn Leute sagen, dass hier, das ist grün und du genau siehst, dass es rot ist, dann wirst du nicht gegen die anderen sagen, dass es rot ist. Du wirst am Ende des Tages sagen, dass hier, das ist grün. Weil du die Gruppe brauchst und nicht weist, dass du voller Kraft und Mut bist. Wir sagen in der Mehrheit Ja, obwohl wir wissen, das wir Nein hätten sagen sollen und umgekehrt. Das haben wir dann so lange gemacht, bis wir es nicht mehr bemerkt haben. Alles was wir vorher taten, entfernte uns von uns selbst: Wer bin ich?, war nicht mehr wichtig. Woher komme ich?, war dort Geschwurbel. Und, wohin gehe ich?, war ein Thema, das mit Angst besetzt wurde. Sterbe auch ich? Was ist der Tod? Ein spiritueller Mensch fängt hierbei jetzt zu lachen an. Er lacht nicht aus, er lacht, weil er sich seiner Angst erinnert und nun weiß, wie unbegründet sie war. Er kann sich jetzt nicht mehr vorstellen, etwas anderes zu sein als das Leben selbst, voll und ganz, das gesamte Leben. Der Tod ist für ihn Teil des Lebenskonzeptes selbst geworden und nicht das Ende aller Dinge.

Lebe ohne Feindbilder

Die Wettbewerbsgesellschaft kennt nur die Auseinandersetzung, das Verdrängen des anderen und den Sieg über das Unrichtige und Unfertige. Ein spiritueller Mensch hat dazu nicht mehr auch nur einen Grund. Er muss nicht siegen und gewinnen mit miteinander Reden verwechseln. Reden ist für ihn die Gewissheit eines geistigen Austausches und Befruchtens von anderen Möglichkeiten der Wahrheitsperspektiven. Ein spiritueller Mensch ist sehr glücklich, wenn er auf einen Menschen trifft, der diese Sichtweise des Miteinanders ebenfalls pflegt und darin geübt ist. Geistiger Austausch ohne Wettbewerb von Gedanken ist für ihn das Wesen der Kommunikation.

Wenn man zum Beispiel keine Feindbilder mehr braucht, dann gelingt einem auch, die Meinung eines anderen einfach stehen lassen zu können. Man muss weder intervenieren, noch muss man seine Meinung über das gleiche Thema jetzt kundtun, um in eine Meinungsauseinandersetzung zu geraten und möglichst recht zu bekommen. Streit, egal welche Form von Streit, ist Teil eines materialistischen Weltbildes.

Das verwirrt die meisten noch materiell verhafteten Menschen, da sie nur durch nicht Ausreden lassen können, durch energischer Reden müssen und durch Rechthaberei sich ihre bessere Meinung erstreiten müssen. Siegen und Besiegen, Verdrängen und Zerschmettern sind das Spektakel der materialistischen Weltanschauung. Ein spiritueller Mensch wird solchen sagen: Es ist gut, was du sagst. Denn er weiß, egal was er ihm nun antwortet, er wird vom Anderen keine Antwort oder Gleichstellung in der Kommunikation bekommen. Daher sagt der spirituelle Mensch: Es ist gut, was du sagst.

Ein spiritueller Mensch wird seine Gefühle ordnen und lebt jeden Tag danach, am Abend mit einem Lächeln einzuschlafen. Nicht immer gelingt ihm das, doch seine Ausrichtung danach ist ihm sehr wichtig. Das bestimmt seinen Tag in der Art, dass er versucht, nur in schöne Momente oder gute Stimmungen einzutauchen. Daher sind ihm liebevolle Menschen das Wichtigste. Er weiß, dass er der Liebe folgen muss. Er kann das nicht erklären in dem Sinne, dass er sagt: Die Liebe ist die stärkste Kraft. Sie ist es für ihn, das weiß er. Eher, weil er sich der Liebe anvertraut und weiß: Solange sie in mir ist, ist immer alles gut, lebendig und gesund. Liebe ist die Heilpflanze der Natur, die überall ist. Liebe ist Heilung und Gesundheit.

Er wird nicht mehr als Opfer oder Täter unterwegs sein, um zu brüllen oder zu jammern. Was der heutige Tag bringt, wird er nicht organisieren. Er wird geschehen lassen und den Tag seinen Tag sein lassen. Probleme aller Arten interessieren ihn nicht mehr sonderlich. Damit sind die weltlichen Dinge gemeint, das Politische, die Tragik des Krieges oder das herbeisehnen des Friedens. Das sind für ihn Projektionen, die zunächst im Inneren existieren. Gibt es Krieg in der Menschheit und alle bekriegen sich, so liegt es daran, dass sie in ihren Inneren zerstritten sind und gegen sich selbst Krieg führen. Gibt es Frieden, so weil die meisten in ihrem inneren Frieden besitzen und diesen nach außen leben können. Wie innen so Außen, er weiß um dieses Gesetz im ganzen Universum. Daher lebt er seinen Frieden und er speit ihn nicht aus, überredet andere nicht mehr dazu oder setzt dafür ein Zeichen. Er weiß zu genau, dass ein äußerer Frieden die Lüge, ein Bündnis gegen die anderen ist und viele Fahnen braucht. Doch der innere Frieden flüstert und ist derart leise, dass man ihn nur erlangt, wenn man mit sich und der Welt, die einen umgibt, im Reinen ist.

Der spirituelle Mensch ist kein Materialist, kein Anthropozentriker und auch kein Epizentriker, der glaubt, er sei der Nabel und die Achse dieser Welt, die sich einzig um ihn herum dreht. Er ist niemand, der die Natur alleine als eine Beute für seine Bedürfnisbefriedigung betrachtet. Im Gegensatz zum materialistischen Weltbild stellt ein spiritueller Mensch sich selbst nicht in irgendeinen Mittelpunkt oder nabelt sich von der Natur oder dem Weltlichen ab, um der Selbsterhöhung willen. Er weiß, dass jeder ein Narr ist, wenn er glaubt, er könne auch nur einen einzigen Sandkorn besiegen. Ein spiritueller Mensch schaukelt mit den Wellen im Wasser und mit den Winden in der Luft.

Spirituelle Freiheit

Ein spiritueller Mensch trägt auch keine Masken mehr. Er ist wie er ist. Und so ist er immer. Er nimmt sich selbst überhaupt nicht wichtig und glaubt auch nicht immer das, was er sagt oder denkt. Ist er in der Öffentlichkeit bekannt, so wundert er sich des Öfteren darüber, dass das, was er sagt oder veröffentlicht derart ernst genommen wird und bei manchen sogar zu Streit führen kann. So sieht er sich nicht, als Jemanden, dessen Worte wie Gesetze gelten sollen.

Die Wandlung aller Dinge hat er erkannt, das Vergehen der Dinge verstanden und das Werden für sich akzeptiert. Ein spiritueller Mensch weiß für sich: Nichts kann man beweisen für die anderen, was außerhalb uns bindender Materie ist. Man sollte es auch nicht versuchen, denn selbst wenn du es kannst, glauben die Menschen diesen Beweis nicht. Er ist zu nichts nutze. Stecken sie in dem Weltbild, in dem das Experiment gültig ist, so werden sie alle sagen, dass es gut und richtig ist. Stecken sie nicht in dem Weltbild, in dem das Experiment gültig ist, dann werden sie sagen was für eine Illusion! Wenn er es weiß dann reicht es ihm, denn er weiß, dass es nur um ihn geht, nur um sein Leben das er lebt, um seine Entwicklung, um sein Streben, sich geistig weiter zu formen und weiter zu entwickeln. Er ist sein eigenes Experiment, seine eigene Theorie und sein ewig andauernder Versuch, vorwärts zu gelangen. Von Jahr zu Jahr ist er ein anderes Experiment, ein anderer Versuch und ein anderer Beweis für sich selbst. Ein Materialist kann mit so einer Sichtweise gar nichts anfangen. Denn in der materiellen Welt gilt nur der hochgehaltene Beweis, die Augenanzahl, die ihn anerkennen und der Profit, der sich daraus eventuell ergibt. Zwar sind die Menschen alle miteinander verbunden, doch weiß er auch, dass diese Verbundenheit in der materiellen Welt ohne Bedeutung ist. Die materielle Welt ist eine Welt, in der alles getrennt ist. Und alles Trennende ist dort Objekt, das abgewogen wird nach seinen Nutzen. Alles ist dort entweder Subjekt oder Objekt, also immer in Trennung. Alle behandeln sich gegenseitig als Objekte für ihre eigenen Bedürfnisse.

In der feinstofflichen Welt ist diese Allverbundenheit, das All-eins-Sein genau spürbar. Es ist der Nährböden des eigenen Geistes, anzuerkennen und zu fühlen, dass alles miteinander verbunden ist. Was oft missverstanden wird, denn das heißt nicht, dass ein spiritueller Mensch, gleich dem zu allem was ist, Zugang hat oder Zugang bekommt. Jeden Zugang muss man sich mit seinem Bewusstseinswachstum erarbeiten. Je länger man dies tut, desto leichter und manchmal auch schneller folgen die weiteren Schritte und damit die weiteren Zugänge. Spiritualität ist keine Zauberei, für die sie oft herhalten muss. Ein spiritueller Mensch zu sein ist zu Beginn der Reise oft auch harte Arbeit. Das Harte daran ist die pausenlos empfundene Prüfung, seiner und die der anderen kognitiver Dissonanzen zu widerstehen. Es sind Zuckungen der eigenen materiellen Konditionierungen.

Die gegen wir oder ich gegen dich, das sind für einen spirituellen Menschen Trauerspiele, in denen Anhaftungen nicht geliebter Menschen verfangen sind. Diese Menschen brauchen Opfer und Täter und sind in dieser Dynamik verfangen. Dort werden innere Energien nicht für Selbstwachstum und Selbstentwicklung umgewandelt, sondern, Energieüberschüsse empfunden, die auf andere Menschen, Ideale oder Gruppen übertragen werden. Diese, ebenfalls materielle Übertragung erschafft alle möglichen Rechtfertigungen für wiederum alles Mögliche. Doch sie schreien nur eins: Ich will beachtet werden. Ich will anerkannt werden. Ich will gesehen werden. Ich will geliebt sein. Was der Grund für diese vielfältigen materiellen Übertragungen sind. Energie dient solchen nicht der Verbindung, sondern der strickten Trennung und Individuation der eigenen geschützten Welt. Was ich tue, ergibt nur Sinn, wenn ich etwas dafür bekomme. Das ist ihr privater Logos.

Freiheit ist für einen spirituellen Menschen die Freiheit für etwas, jedoch nicht die Freiheit von etwas. Die Welt war schon immer frei, auch du bist immer frei. Je mehr wir unsere inneren Ketten sprengen, desto freier werden wir. Frei zu sein ist ein Naturzustand der Seele und des Lebens selbst. Wir alle sind frei geboren, ohne Ketten an Leib und Seele.

Wähle ich die Freiheit von etwas, meistens von der Fremdknechtschaft weg, hin zu einer Selbstknechtschaft für materielle Werte, so dient diese Freiheit dem Ersatz von echter innerer Freiheit. Echte innere Freiheit ist immer das Vergrößern von inneren Freiheitsräumen, die ich nur bekomme, wenn ich in die innere Welt eintauche und sie vergrößere, in dem ich nach immer mehr Verbindungen der Inneren, feinstofflichen Welt trachte.

Spirituelle Freiheit ist auch zu wissen und anzuerkennen, dass ich mit dem, wie ich gerade denke, wie ich gerade spreche oder was ich gerade tue, dass ich genau das damit in die Welt hole. Das gilt für gut oder nicht so gute Dinge. Es gilt für alles. Wenn viele Menschen das Gleiche denken, dann holen sie es in die Welt, sie zementieren es und wundern sich, wenn alles doch so ist und nicht verändert wird. Deswegen ist politische Aufklärung für einen spirituellen sehr wichtig. Aber da er um die Manifestationen der Welt weiß, wird er schnell den besseren und liebevolleren Dingen größeren Raum in seinem Geist widmen und geostrategische unendliche Wissensanhäufung nicht mehr wollen. Weltpolitik ist und bleibt große Gaunerei.

Nur wenn die Menschen sich dieses Spiels von selbst enthalten, wird die Gaunerei aufhören. Das aber können die Meisten nicht einmal im Ansatz verstehen, weil sie keinerlei Wissen und Gefühl über ihren wahren und großen Spirit besitzen, ja nicht einmal an ihn glauben. Die Gauner haben das alles schon ziemlich clever hinbekommen. Sie haben das Wir völlig vom Ich getrennt, in dem sie das Ich mit einem unstillbaren Hunger ausgestattet haben.

Sei für, niemals gegen etwas

Ein spiritueller Mensch umgibt sich mit der Idee von dem, was er tun möchte, oder wo er in den nächsten Monaten hin möchte. Er übergibt diese Idee oder das Tun dafür seinem Bewusstsein und füllt sich mit diesem auf, sodass er automatisch zu dem hingezogen wird, was ihm sein Tun dafür vorgibt. Und so lebt er im Sog und nicht im Hamsterrad für sein Tun und Schaffen. Er vertraut darauf, dass sich die Dinge für ihn schon zu seinen Gunsten fügen werden, denn er hat schon mehrfach erfahren, dass dies genau so geschieht, wenn er sein Verhalten und Bewusstsein mit dem anfüllt, was dafür zu tun ist. Er konzentriert sein Bewusstsein auf das Anfüllen und Vitalisieren dieser Idee und er sieht zu, dass er von dieser Idee dazu völlig eingehüllt bleibt. Wird er selbst beständig darin, diese Idee selbst zu werden, so wird sie sich ohne weiteres Zutun von selbst erfüllen. Dies geschieht ohne Anstrengung oder, wie der Materialist sagen würde, mit enormer Fokussierung des Willens auf das Ziel. So macht es der Spiritualist nicht. Er braucht nicht den Umweg, den Coach oder Trainer, um erfolgreich zu werden. Er wird zu dem, was er anstrebt, voll und ganz. Und daher kommt das, was er anstrebt zu ihm. Er braucht nur abzuwarten und Vertrauen auf die Geistwelt zu haben. Es wird geschehen. Und so geschieht es dann auch. Spürt er, dass sich mehrfach Irritationen und Störgefühle dabei häufen, so lässt er davon ab und weiß, dass sein Wollen in dieser Hinsicht nicht gut für ihn sein wird. Dass was er will, ist nicht für ihn bestimmt. Er nennt dies nicht mein Weg. Ein spiritueller Mensch kann sich genau so irren, wie ein nicht spiritueller Mensch. Dann überlegt er weiter nach Möglichkeiten, an der Welt zu wachsen, und lässt geschehen.

Ganz ähnlich den Vorgaben im chinesischen Dao wirkt ein spiritueller Mensch oft durch einfaches Geschehenlassen, dem Prinzip des Wu Wei. Durch Nichteingreifen in den Prozessen und Vorgängen in der Natur der Dinge richtet sich sein Verhalten nicht gegen die Natur, sondern für seinen Willen aus. Es ist verständlich, wenn nichtspirituelle Menschen das für Geschwurbel und Geschwätz halten, denn in der materiellen Welt kann es so etwas gar nicht geben.

Das jeder Mensch das kann, das weiß er sehr wohl. Er weiß aber auch, dass die meisten Menschen es nicht können, weil sie es zu können für Schwachsinn oder Humbug halten und sich dem allem nicht aufgeschlossen gegenüber verhalten können. Die Gruppe, in der sie ihren Konformismus leben, die gleichen Sendungen sehen und die gleichen Zeitschriften lesen, ist ihr Gefängnis, dass sie in Wahrheit nur gegen sich selbst in Stellung bringen. Denn wer sein mühsam zusammen gezimmertes Weltbild verlassen will, der kann das nicht einfach, ohne ein Ersatzweltbild dafür zu besitzen. Es erzeugt das, was man allgemein hin als kognitive Dissonanz bezeichnet. Ein unangenehmes Störgefühl innerhalb des halt bietenden eigenen Weltbildes. Das ist das Problem so vieler Menschen, die einfach an etwas festhalten, weil die Angst sie im Gehorsam zu ihren Weltbildern festzurrt. Menschen, die so sind, sind noch nicht zum freien Denken fähig. Doch sagt man es ihnen, so wird das Zetern noch größer. Daher hat der spirituelle Mensch prinzipiell damit aufgehört, das Freisetzen solchen Wissens anderen mitteilen zu müssen. Es kommt zu ihnen von ganz alleine, wenn sie ihren Kanal dafür öffnen. Denn Gras wird ja auch nicht länger, wenn man daran zu ziehen versucht.

Die goldene Regel dorthin zu kommen ist diese: Sei nicht gegen die Dinge, sei für ihre Alternative. Wenn du dich darin übst, dann wird der Zugang zu dir kommen. Er öffnet sich in dir nicht, wenn du für ihn kämpfst. Er öffnet sich nur dann, wenn du dich für ihn bereit gemacht hast. Du empfängst ihn, du findest ihn aber nicht, wenn du suchst oder kämpfst. Jesus wusste dies, als er sagte: Euch geschieht nach eurem Glauben. Heute würde man sagen, euch geschieht nach eurem Willen.

Bist du gegen etwas, dann konzentrierst du dich auf Kampf. Dann wirst du deine Energien gegen den Feind veräußern. Bist du für eine Alternative, also beispielsweise nicht gegen Atomkraft, sondern für Sonnenenergie, dann wirst du deine gesamten Energien für die Lösung ausrichten. Gerade der Materialist ist stets vom Kampf überzeugt. Nur wenigen von ihnen gelingt es, sich für Lösungen dauerhaft stark zu machen.

Der spirituelle Mensch unterscheidet zwischen seinem Herzen, dem er folgt und seinem Verstand, den er als ein wunderbares Werkzeug nutzt. Er nutzt seine Herz-Verstand-Bewusstheit, um sich zu entwickeln. Im Dao, der chinesischen Weisheitslehre, nennt man dies Hsing. Erleuchtung ist für ihn eine übertriebene Suche nach etwas, dass er ganz natürlich findet. Wenn man weit genug fragt und auch die Antworten dazu bekommt, kommt jeder Mensch dort an. Alles ist seinem Wesen nach erleuchtet. Die Frage ist nur, ob man es auch erfassen und fühlen kann. Je häufiger er im Hier und Jetzt lebt, desto einfacher wird er vom göttlichen Prinzip geführt, das seine Füße dorthin stellt, wo er hinkommen möchte. Darin hat er keine Eile mehr, denn er weiß, dass er ankommen wird, wohin er auch will. Es gibt keine Hindernisse mehr oder ein Abgehetztsein von Aufgaben.

Ein spiritueller Mensch weiß, wenn er stirbt, ist sein jetziges Dasein hier zu Ende. Und zwar nur hier! Er wird wie alle anderen Menschen auch weiterleben und es wird weitere Übergänge und Leben als materielles, dreidimensionales körperliches Wesen geben, in das sein Licht- bzw. sein Geistwesen wie in einem Raumanzug weiterleben bis auch dieser Raumanzug wieder stirbt und er ihn verlassen muss. Sein Wesen und das aller Menschen, ist aus feinstofflichem Licht, das pure Energie und pure Information ist.

Wir erkennen einen spirituellen Menschen ganz sicher nicht an seiner hohen Bildung, seiner Klugheit oder gar daran, wie sehr er sich im Trend von esoterischen Artikeln auskennt, Pyramiden anbetet, sich mittels bestimmter Floskeln gut ausdrücken kann, seine Einrichtung möglichst nach ostasiatischen Vorbildern zustellt und ausrichtet, viele Bücher gelesen hat oder nur noch Yoga- oder Buddhatee trinkt. Hohe Bildung, Hochbegabung oder erfolgreiches Bücherschreiben sind keine Garantie für Spiritualität allein.

Ein spiritueller Mensch lebt die Dinge für sich. Er lebt sie weder um sich besser darstellen zu können, noch, weil er sich in der Außendarstellung üben will. Die Außendarstellung, daran erkennen wir alle den Materialisten. Er muss sich abgrenzen, darstellen, sich in einer Pose selbst erhöhen.

Lebe dein Leben mit voller Hingabe

Oft erkennt man einen spirituellen Menschen gar nicht, da er sich nichts daraus macht. Er hat jegliches konform sein mit irgendwelchen Gruppen oder Idealen abgelegt. Er hält sich weder für einen Guru, einen Meister, noch für irgendwie höher, besser oder Weiser. Er lebt seine Spiritualität mit und durch seinen Geist und kann die nicht materielle Welt zulassen und sich in ihr wohlfühlen. Die materielle Welt, die die meisten Menschen zunächst gezwungen sind, anzuerkennen, um der Vorstellung einer Elite zu dienen, ist für ihn nicht mehr seine Art, zu leben. Er kann diese Welt nicht verändern, aber er kann sein Leben ändern und sein Ändern leben. Für ihn existieren mehrere Welten, zu denen Menschen einen Zugang haben können. Die rationalen und stets auf ihre Logik bedachten Wissensmenschen, die nur ihre Wahrheiten zulassen können, werten oft den spirituellen Menschen ab. Und da ein Gefühl und das Fühlen von anderen Wirkmächten und Wirklichkeiten nicht verifizierbar sind, noch nicht, gelten spirituelle Menschen für die im Materialismus aufgehenden Menschen als Spinner, Wichtigtuer, Scharlatane oder als verschwurbelte Esoteriker, die lieber den Kopf in den Sand stecken, als sich den politisch konstruierten Problemen zu stellen. Das interessiert jedoch einen spirituellen Menschen nicht mehr. Auch er dachte einmal, dass alle politischen Probleme aus dem Nichts heraus die Politiker und die Menschen ereilen. Oder das irgendein Bösewicht den guten Menschen wegbomben will. So hält man die materiell verbildeten Menschen in ihren Denkgefängnissen, in ihren psychischen Fallen, die sie nie erkennen oder gar für möglich halten. Das Versuchslabor Menschheit ist von einer Gefängnismauer umgeben, die der Materialismus ist. Und da aus ihm zahlreiche weitere Theorien, Ideale und Ideen entstammen, merken selbst die Gegner politisch Hochintelektueller nichts von seinem zerstörerischen Kern.

Der Materialismus ist der Verhaltensfaschismus. Er macht den Faschismus erst im Verhalten möglich. Der Finanzkapitalfaschismus baut die Struktur des politischen Faschismus, auch Korporatismus genannt, auf, der wie ein riesenhaftes außenpolitisch konstruiertes Dach alle umspannt und niemanden entkommen lässt. Der Ausweg aus dieser Falle ist nicht irgendeine bessere Politik. Der Ausweg bist du selbst: Mach einfach nicht mehr mit. Mach einfach nichts Politisches mehr. Denn das ist die Falle. Was sie fürchten, das sollst du tun. Und sie fürchten nichts mehr als eine Masse Mensch, die nicht mehr mitmacht und die endlich das tut, was sie in ihrem tiefsten Herzen alle tun wollen. Wir alle wollen unser eigenes Leben leben. Genau das sagen die meisten Menschen in ihren letzten Tagen, liegend, in ihrem Totenbett, das ich mein Leben hätte leben sollen. Ein spiritueller Mensch beginnt damit so früh wie möglich und so intensiv, wie er kann.

Der materielle Schöpfer muss alles bezwingen, niederringen, bekämpfen oder tottrampeln, um sich selbst anzuerkennen. Im Größerwerden zur Welt liegt sein Wahn. Er muss die Welt bezwingen, sie sich untertan machen, um ihr zu zeigen, dass die Natur nach seiner Pfeife tanzt und dass er genau diese alles bezwingen wollende Macht besitzt. Macht aber braucht nur der, der sich selbst gegenüber der Welt und seinem eigenen Leben ohnmächtig verhält. Wer sich selbst besitzt und seinen Wert selbst bestimmt, der ist frei und braucht keine Macht über niemanden. Er wird nie jemals herrschen wollen und er wird seinen Rücken nie beugen. Er lebt jeden Tag sein eigenes Leben.

Der Ausweg aus der Falle

Die Verhöhnung der eigenen Verbindung zur Geistwelt ist das Ergebnis der Angst vor dem Verlust bestimmter elitärer Kräfte, weltweit, die nichts mehr fürchten als den daraus erwachten, emanzipierten, mündigen und sich selbst bestimmenden Menschen, der sich nicht mehr für ihre Zwecke zur Verfügung stellt. Um ihn nicht machtvoll und attraktiv erscheinen zu lassen haben sie alles Mögliche unternommen, um unsere Gehirne in Besitz zu nehmen. Sie wollen auch weiterhin die Zwangsjacke um unsere Gehirne spannen und sind darin recht einfallsreich. Ihre Gegenspieler sind nicht in der Politik zu finden. Denn Politiker, egal welcher noch so humanen Idee, wollen nur eins, Politik machen. Sie wollen uns alle beherrschen und uns sagen, wie wir zu leben haben, wie wir uns zu bilden haben, was wir essen sollen, wie viel Geld oder Lohn wir zu bekommen haben, welche Krankheiten gesund gemacht werden können, wie sich unsere Kinder entwickeln, mit was wir unsere Freizeit zu gestalten haben, an was und zu welchem Zweck die Wissenschaften zu forschen haben und auf welchen Feind wir unsere Bomben niederregnen lassen sollen. Das alles wird nicht etwa von Politikern erdacht, gewollt und erhalten, sondern von Mächten hinter dem Thron bestimmt. Politiker sind die Peitschen, mit denen sie uns in ihre Tröge lenken. Das machen sie heute so gut, dass die Masse das für das goldene Zeitalter hält. Sie wählen die Verursacher noch in der hundertsten Generation und geifern sich gegenseitig an, nur um ein besserer Sklave zu werden. Denn das wollen sie mehr sein, als in Freiheit, in Frieden und im Einklang mit der Schöpfung zu leben, ein Sklavenaufseher. Das alles hat seine Ursachen einzig im Weltbild des Materialismus.

Aus ihm heraus kommt man nicht mit Symptomarbeit. Aus ihm heraus kommen wir alle nur mittels eines anderen Bewusstseins, dass andere Weltbilder zulässt. Es wird Zeit für diesen Bewusstseinswandel, denn Änderungen in der Politik sind Bestandserhaltungsmaßnahmen mit anderen Peitschen. Die Politik, egal welche, ist bestimmt, eine Gesellschaft zu beherrschen. Frieden, Freiheit und die Liebe sind aber nicht beherrschbar noch werden sie besser, wenn man über sie herrscht. Das gilt es, sich bewusst zu machen: Freiheit herrscht nicht, Frieden herrscht nicht und die Liebe herrscht auch nicht. Alle drei werden aber beherrscht. Davon müssen wir uns alle befreien. Jeder auf seine Weise. Nicht mehr mitmachen und sich für sich selbst, für das eigene Leben zu entscheiden, ist der Wandel in unserem Bewusstsein, den wir brauchen, um uns nicht gegenseitig weiter abzuschlachten. Und je mehr und je länger sich immer mehr auf den Weg machen, desto schneller werden alle Ketten gesprengt.

Mach nicht mehr mit. Finde den Ozean, von dem du nicht bloß ein Tropfen bist, sondern ein Tümpel, der See werden will, der dann ein Bach, ein Fluss, ein Strom wird und der sich ins Meer leiten lässt von den Kräften, die nichts weiter tun als dich, als uns alle zu schützen. Spüre all die Kräfte auf, die dich tragen und lass dich nicht von anderen darin beirren. Du bist der ganze Ozean, die ganze Quelle. Du bist dir dessen nur nicht mehr bewusst. In dieser Quelle lebt das, was wir alle suchen, die Freiheit in Frieden mit uns selbst leben zu können, damit wir der Liebe begegnen, die auf uns wartet. Mach den nächsten Schritt hin zu einem neuen Bewusstsein. Lebe dein eigenes Leben.

Also, Freund, wir sehen uns im Ozean. Ich freu mich drauf.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:  CoralAntlerCreative/shutterstock

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35 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Ein spiritueller Weckruf

  1. Vielen Dank an Herrn Lenz und KenFM für diesen Beitrag.
    Ohne spirituelle Transformation wird die Menschheit untergehen. Daran kann niemand zweifeln, die mit offen Augen bewußt und mit offenem Herzen die Vorgänge in der Welt anschaut – UND: wie wir als Menschen miteinander umgehen – ich meine damit einige Kommentare, und ihre Urheber, in diesem Forum.
    Heute – 26.08.2019, erschien auf KenFM der folgende Beitrag:
    https://kenfm.de/deutsche-konzerne-und-ihre-rohstoffgier-in-brasilien/
    Hier kann man nur folgendes dazu sagen: Die Zerstörung der Erde durch die hochindustrielle Ausbeutung nimmt derartig rasant zu, dass wir noch in unserer Zeit die Auswirkungen zu spüren bekommen werden. Also in wenigen Jahren, wenige Jahre: das sind vielleicht 6 oder 8 oder 15 Jahre….
    Ich weiß nicht, ob an dieser Stelle der geeignete Platz ist, die folgende Anmerkung anzubringen:
    der spirituelle Autor Eckart Tolle hat in seinem neuen Buch „Eine Neue Erde. Bewußtseinssprung anstelle von Selbstzerstörung“ einen anderen Weg gezeigt.
    Wenn wir diesen hier aufgezeigten Weg nicht gehen, werden wir, also die Menschen auf dieser Erde, durch die Umweltzerstörung und die Vergiftung der Erde durch die intensive industrielle Ausbeutung, recht elend zugrunde gehen. Vermutlich werden für die menschliche Existenz wichtige Insekten, wie z.B. Bienen aussterben, damit fällt die Nahrungsproduktion zunehmend aus…
    Jedes Geschöpf ist wichtig. Und derartig mit der Natur und Menschen, wie Sie das hier für Brasilien geschildert haben, umzugehen ist Barbarei.
    LEIDER wird dieser Vorgang mit dem ideologischen Kampf-Begriff „Klimawandel“ ummäntelt, also der Verstand abgelenkt und in eine andere Richtung gelenkt. So kann die Ausbeutung ungestört weiter gehen.
    Nochmals, herzlich danke an KenFM für die Zusammenhänge, die man erkennen kann – wenn man will!
    Leider ist der Denkapparat, damit ist das Hirn gemeint, bei den meisten Zeit“genossen“ derartig malträtiert, besser gesagt, durch Erziehung, „Bildung“ (die Frau Dr. M., Berlin lässt grüßen) und Mainstream-Massen-Medien so konditioniert, dass ein offener Blick, ein offenes Herz, nicht möglich erscheint.
    Ich finde, dass Rüdiger Lenz mit seinen Beiträgen gute Gegenmittel gegen Ignoranz, Apathie und Spaltung bringt. Danke, und weiter so.
    HN

    • Dann lesen Sie doch mal bei Arjuna Ardagh rein: „Die lautlose Revolution – wie eine im Alltag gelebte Spiritualität uns und die Welt verändert.“ pdf, 36 Seiten (Auszug aus 400 seitigem Buch.)

      Mit einem Vorwort von Ken Wilber.

      Ich weise besonders auf „Jago“ hin. Den Jago in uns allen.

      ttps://www.infea-shop.de/images/Leseproben/Leseprobe_Lautlose_Revolution_Arjuna_Ardagh_9783899010909.pdf

    • Kleiner Insiderscherz: Mindestens eine Person auf diesem Forum wird vermutlich beweisen, daß Impfungen nicht wirksam sind.
      😉

  2. Danke, für diese tiefgehende Sichtweise.

    Ein spiritueller Mensch ist sich auch der Tücken des Materialismus bewusst und weiß die Liebe zu schützen. Auch er kann materialistische Grenzen setzen, im Wissen der Verbundenheit.

  3. Eine merkwürdige Definition von Materialismus. Sie beschreibt eher den in der Neoliberalen Religion Gefangenen. Mir, als Atheist wird kein höhres Wesen helfen. Deshalb ist mir der Verstand näher als jeder „Glaube“, in der Akzeptanz von Sinnestäuschungen (lassen sich sogar erklären). Ich erkenne mich nicht in dem hier beschriebenen finsteren „Materialistenbild“ wieder – im Gegenteil. Vielen der hier aufgezählten Lebensweisheiten kann ich nur zustimmen. Feindbilder brauche ich ebensowenig wie Spiritualität. Ja, wir brauchen den Bewusstseinswechsel aber das geht auch auf naturwissenschaftlicher Basis. Dennoch treffen sich unsere verschiedenen Wege möglicherweise in einer besseren Welt, am Besten noch zu Lebzeiten.

    • Bis etwa zu meinem 40. Lebensjahr war ich ein glühender Atheist, fest in der Wissenschaft verwurzelt mit dem Weltbild von Marx und Lenin versehen. Ich kann also Ihre Sicht der Dinge gut verstehen, Dracula. Heute weiß ich, dass das ein Glück war, denn ich habe klar und strukturiert denken lernen dürfen und arbeite immer noch in einem Beruf, für den das unabdingbar ist. Ich kenne auch den Materiebegriff nach Marx, der sich auf alles bezieht, was außerhalb und unabhängig vom Bewusstsein existiert und das Dogma, dass das Sein das Bewusstsein bestimme. Es schien mir absolut schlüssig.

      Es ist auch nicht so, dass ich das in meiner weiteren Entwicklung wegwerfen musste, eher trat noch etwas hinzu als ich anfing, mich mit meinen Träumen zu beschäftigen. Ich ahnte da noch nicht, wo mich das hin führt. So eine Morgenlandfahrt hat viele Überraschungen.
      Nun Bewohner zweier Welten zu sein, heißt, sich in beiden bewegen und ihren Gesetzen folgen zu können. Ich glaube, Zeus wies schon darauf hin, dass die moderne Esoterik alles miteinander vermengt, so dass nur ein ungenießbarer Brei dabei heraus kommt. Wenn z. B. Esoteriker über Quantenphysik reden, verstehe ich immer kein Wort. Die haben vermutlich woanders Physik studiert. Oder gar nicht.

      Das waagerechte und das senkrechte Weltbild existieren in zwei unterschiedlichen Dimensionen, die zunächst nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Wissenschaft ist keine Religion. Breite ist keine Höhe. „Religionswissenschaft“ wäre die Lehre vom Liebesleben der Pflastersteine, zwei völlig unvereinbare Begriffe. Das Ergebnis kann nur Unfug sein.
      Höhe und Breite treffen sich nur in einem Punkt, nämlich im Nullpunkt. Erst hier wird das solve zum coagula.
      Engel z. B. haben symbolisch Flügel, weil sie sich nicht von rechts nach links also in Raum und Zeit sondern von oben nach unten bewegen. Sie wechseln nicht den Ort sondern die Bewusstseinsebene, es gibt weder Zeit noch Ort, wo sie existieren. Deswegen begegnet man ihnen so selten in der Shopping Mall.

      Wenn Ihnen in der Breite nichts fehlt, wenn Sie nicht das Gefühl haben, das könne nicht alles sein, dann sehe ich keine Grund, warum Sie sich auf die Suche machen sollten. Bleiben Sie doch einfach, wie Sie sind. Ich finde das nur konsequent.

      Mein Vater war so fest in der Welt verwurzelt, dass er nicht merkte, als er auf die andere Ebene wechselte, also starb. Erst als ich ihn anschrie und ihn fragte, ob er nicht merkt, dass er durch Wände gehen kann, fand er den Weg zurück. Aber daran muss ja niemand glauben und beweisen kann ich es auch nicht. Es hat also für Sie keine Bedeutung.

    • Statt Breite würde ich, auf meine provokative Art, lieber Horizontale sagen; oder, wie Wilber auch: Flachland.
      Wer würde sich aber, so er diese Bezeichnung anerkennt, freiwillig im horizontalen Flachland aufhalten wollen? Der Verstand, auf den Dracula so sehr baut, kann nur ergreifen und bewegen, was er selber ist.
      Und da beißt sich die Schlange in den Schwanz. Das Denken kann sich selbst nicht transzendieren.
      Es wird niemals frei werden.
      (Was ist der Unterschied zwischen Freiheit und der Möglichkeit zu tun und zu lassen, was man will? Kleine Anregung.)

      Toller Beitrag, Nevyn.
      Ich habe eine Zeitlang nach innen geschaut und mich gefragt, ob ich das Folgende noch aufbringen soll. Die Antwort war ja.
      Also,
      ich sehe nicht, daß es unabhängig von Bewußtsein irgend etwas geben kann.
      Und das ist ja auch das große Mysterium, diese gegenseitige Durchdringung.
      Würde dieses Bewußtsein wegfallen – und der Logos, der ihm entspringt – fiele auch dessen Schöpfung in sich zusammen; etwas, das die Veden als Auflösung bezeichnen.
      In der kleinen Auflösung, auch die findet regelmäßig statt, so wurde geschrieben, gehen all diejenigen mit zugrunde, die es nicht auf jene Ebenen geschafft haben, die oberhalb der sich auflösenden Ebenen befinden.
      Es geht also um nicht weniger als um Leben und Tod, wenn sich jemand für den spirituellen Weg entscheidet, oder dagegen.
      Aber wie kann man überhaupt einfach so weitermachen, wie D. das tut? Wie ist das möglich?
      Durch Nichtfühlen. Durch Dissoziation von Seele, Herz, Gefühlswelten. Durch permanenten Aufenthalt im Kopf. Ansonsten wäre es gar nicht möglich, hier, in dieser mental-emotionalen, materialistischen Hölle, sich auch noch wohl zu fühlen und keine Sehnsucht nach etwas Höherem, Feineren, Liebevolleren zu verspüren.
      Und einfach, auch während das materialistische Paradigma an allen Ecken und Enden in sich zusammenbricht, und mit ihm, wenn sich nicht genügend von uns gegen dieses entscheiden, vielleicht die schöne Erde, und also einfach so weitermachen wie bisher und auf jene Kräfte und Fakultäten vertrauen, die uns in diese Lage erst gebracht haben.
      Sie schreiben sehr liebevoll und akzeptierend, Nevyn. Mein Weg ist das nicht. (Ich liebe Zen).
      Und fühle mich eher versucht, angesichts solcher Dummheit, Verbohrtheit, Ignoranz und Gewalttätigkeit mal so richtig draufzuhauen.

    • „Das Denken kann sich selbst nicht transzendieren.
      Es wird niemals frei werden.“

      Korrektur:
      Es wird niemals aus sich selbst heraus frei werden können.
      Ohne etwas, das von außerhalb der sich selbst erhaltenden Blase des Denkens
      sozusagen zu ihm „hintuntergreift“,
      ohne die Gegenwart von und die spirituelle „Infektion“ durch Menschen, die ihr Denken gesprengt haben – man sagt dazu auch Einweihung, Initiation, Drishti, etc –
      wird das Denken von sich selbst nicht abstrahieren können und
      also in sich gefangen bleiben und einfach so weitermachen wie bisher.
      Und so hält es seine innere Dunkelheit für Licht, das schwarze Hemd, das es trägt, für weiß, das innere Gefangensein für Freiheit.

    • Zitate von Augustinus:
      Denn jeder ist so, wie seine Liebe beschaffen ist. Liebst du die Erde? Du wirst Erde sein. Liebst du Gott? Ich wage von mir aus nicht zu antworten. Hören wir die heiligen Schriften: „Ich sage: Ihr seid Götter – ihr alle Söhne des Höchsten.“ (Psalm 81,6)

      Liebe, und dann tue, was du willst.

      Ich halte diese beiden Zitate für Leuchttürme, nach denen der Mensch seinen Kurs in der irdischen Finsternis ausrichten kann. Dieser Stern verhindert das Versinken im Ozean der Gedankenformen, die seinen Verstand überfluten und sein Bewusstsein ertränken können.
      Und ja, es geht um Leben und Tod. Doch kann das Leben ein Fluch und der Tod eine Gnade sein, für den, der Licht, Leben und Liebe nicht als Schlüssel zu seiner Entscheidung für das Leben sucht und findet. Darum die harten Prüfungen im Voraus.

      Wer das dagegen Vegetieren vorzieht, der hat ironischer Weise nichts zu befürchten; er bleibt in der Gnade der Natur, die ständig neu erschafft und vergehen lässt.
      Insofern treffen beide Ansichten zu , die des Weltmenschen wie die des himmlischen, denn jedem von beiden geschieht tatsächlich nach seinem Glauben.

    • Schade, Nevyn, daß seitens KenFM die interne Funktion der Privatnachricht abgeschafft wurde.
      Sonst würde ich Ihnen jetzt etwas schreiben. Natürlich haben Sie mit allem recht, was Sie erwidern.
      Aber wie ist das mit Shiva?

    • Liebe kann nicht vom kleinen Ich gemacht werden. Liebe ist das, was bleibt, wenn das kleine Ich vollkommen kapituliert hat.
      Aber die meisten überspringen die Schichten, die Sie vor kurzem bzgl. Familienstellen beschrieben haben: Haß, Wut, Angst, Trauer, Schmerz, Hingabe, Liebe.
      Sie glauben, vom Haß direkt in die Liebe springen zu können, weil das eben so vorgeschrieben wird. Und dann bin ich ein Guter und darf mich so fühlen.
      Nein, das funktioniert nicht.
      Die Hauptfunktion des Gutmenschentums besteht im Versuch, den Schatten nicht wahrnehmen zu müssen.
      Und der daher, so wie Herr Lenz oben schrieb: „(dass er) versucht, nur in schöne Momente oder gute Stimmungen einzutauchen. “
      Das ist es eben leider nicht, was zur Befreiung führt.
      Wohinein wir eintauchen sollen, das bestimmen nicht wir.
      Nur die Weigerungen kommen von uns.
      Der scheinheilige Wunsch, sich immer gut fühlen zu wollen und die scheinheilige Vorschrift, immer nur liebevoll sein zu dürfen.

    • Einer der sichersten Wege in die Neurose sind die zehn „Gebote“, von denen bekanntlich sechs Verbote sind. Sie müssten also eher die zehn Verbote heißen.

      Nur kannten die alten Hebräer gar keinen Imperativ, sie formulierten im Futur, der auch als Imperativ gebraucht wurde, jedoch mit anderer Konnonation.
      Man kann die zehn Gebote auch als Verheißungen deuten und dann bekommen sie einen ganz anderen Sinn, nämlich: „Du wirst (nicht mehr)…“ Das heißt, dass mit steigender Bewusstwerdung ein Zustand eintreten wird, der dich diese Haltung wie von selbst einnehmen lassen wird:
      10. Du wirst nicht mehr begehren deines nächsten Gut.
      9. Du wirst nicht mehr falsch Zeugnis ablegen.
      8. Du wirst nicht mehr stehlen.
      7. Du wirst die Ehe nicht mehr brechen.

      1. Du wirst Gott verehren und dir kein Bild mehr von ihm machen. (Weil du ihm begegnet bist und weil du erfahren hast, dass er keine/alle Eigenschaften und keine Form hat, sondern alles in Einem und reine Liebe ist.

      Zitat: Die Hauptfunktion des Gutmenschentums besteht im Versuch, den Schatten nicht wahrnehmen zu müssen.
      Und der daher, so wie Herr Lenz oben schrieb: „(dass er) versucht, nur in schöne Momente oder gute Stimmungen einzutauchen. “
      Der Versuch, der Hölle zu entkommen, führt geradewegs in sie hinein. Da scheint es klüger, wie Dante zu verfahren. Der stieg lebendig in seine eigene Hölle hinab und er hatte einen Führer. Er schaute sich in jedem Kreis bewusst um und sprach mit den Schatten und verstand. Am Ende begegnete der dem Teufel persönlich, stieg schließlich den Letheschacht empor und bestieg den Läuterungsberg. Dort wurde ihm jede einzelne Sünde, die er vor sich hatte bekennen können, von der Stirn genommen. Erst dann stand ihm der Weg in den Himmel frei.

      Was wir Gutmenschen nennen sind in Wahrheit arme, schuldbeladene Geschöpfe, die ihren Hass auf die projizieren, die ihr Tun durchschauen. Sie hassen die „Ewiggestrigen“ und heißen die Ewigvorgestrigen willkommen, fühlen sich moralisch und intellektuell überlegen bis zum Gehtnichtmehr und das alles nur, um nicht in Kontakt mit sich selbst zu geraten. Überkompensation.
      Daher brauchen sie auch immer die Gruppe für ihre Selbstbestätigung. Alleinsein mit sich wäre ihr Untergang.

    • Moses steigt mit den Tafeln vom Berg Sinai herab und sammelt seine Leute um sich: „Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute ist, ich konnte ihn auf zehn herunter handeln. Die schlechte, Ehebruch ist immer noch dabei.“ 🙂

  4. Die Erkenntnisse der Physik befinden sich sicher noch im Wandel. Das Felder und Schwingungen großen Einfluß auf das Leben(dige) haben wird seit bald 20 Jahren über die Forschungen in der Epigenetik greifbar. Dennoch:

    Bei Gelegenheit mal das Hörspiel (zumindest bis einschließlich CD 4) hören:

    „nach afghanistan kommt gott nur noch zum weinen“. Es ist die Biografie einer Afghanin. Was sagt man zu so einer Frau?

    1) Sie hat noch keinen ausreichend spirituellen Sinn ausgebildet?

    2) Es ist ihr nicht möglich, sich mit vorrangig positiven Dingen und Personen zu umgeben? Da die Verursacher ihrer äußeren Umstände nicht von anderen (nur eventuell dazu fähigen Menschen) an ihrem Tun gehindert werden?

    Gibt es Solidarität in der Spiritualität oder ist hier immer jeder Einzelne seines Glückes Schmied?

    • Durch zwei simple Sätze die Haupirrtümer des New Age entlarvt, bravo, Teilchen!

      „Positive Stinking“, sagte dazu mal Veganislove, die inzwischen leider nicht mehr hier schreibt.
      Durch das Lackieren eines Fensterrahmens in blau, davon überzeugt sein, das gesamte rabenschwarze Hochhaus (des menschlichen Karma aus Abertausenden von Jahren im Leben einer Seele) einfach so, hastnicht gesehen, abrakadabra dreimal weißer Kater, verschwinden zu lassen.

      Nein, aus dem Selbst heraus kann und muß alles geschehen- und wir wissen im Vornhinein nicht, was geschehen wird – vor allem auch Handeln und ein Einsatz zur Linderung der schlimmen Umstände.
      Die Hölle läßt sich nicht einfach nur wegmeditieren und wer glaubt, er könne Berge versetzen, der soll doch einfach mal versuchen, in Gegenwart seiner Eltern zwei Tage lang seinen inneren Frieden zu behalten 😉
      oder durch die nächste Wand zu gehen.

  5. Lieber Rüdiger Lenz
     
    wiedermal großen Dank für diese `Essenzen` …!
     
    In meiner Wahrnehmung: wesentlich!!
     
    `Also, Freund, wir sehen uns im Ozean.`
     
    .~* vielleicht passt `es`/er ja (doch) ins Emphatie-Format?
    Joe Kreissl
     
    `Ich freu mich drauf.`
     
    … und liebe Grüße in die Runde!

  6. Nur so ein paar flüchtige Gedanken:
    Wenn das Bewusstsein nicht materiell gebunden ist und alles eins ist, warum –
    – funktioniert dann Hypnose?
    – gibt es Schizophrenie?
    – gibt es Demenz?
    – verändern Drogen das Bewusstsein (kurzfristig bzw. für immer) bzw. beeinträchtigen es?
    – gibt es Störungen aller Art, sobald das Gehirn lokal zerstört wird?
    – gleichen sich Bewusstseine (kann es ja dann eigentlich nicht geben) nicht quasi-osmotisch, kompensatorisch an, wenn sich alle im selben ‚Fluidum‘ aufhalten bzw. es gemeinsam sind?
    – kann sich das Bewusstsein selber täuschen, bzw. getäuscht werden?
    – …

    bzw. was nützt mir diese ‚Erkenntnis‘, wenn ich trotzdem den physikalischen, physiologischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen bin und wo gibt es verifizierte Beispiele für ‚Geister‘ (floating consciousness), die materiell unabhängig existieren und kommunizieren?

    PS: Die Quantentheorie ist genau das – eine Theorie.
    Kein Mensch kann Quanten wahrnehmen oder messen.
    Es gibt nur die Möglichkeit indirekte Ereignisse zu interpretieren.
    Eine Interpretation ist aber kein Beweis.
    Die ‚Stimmigkeit‘ zwischen einer Deutung und der Theorie kann genauso gut ihren Ursprung hierin finden:
    h ttps://www.mcescher.com/gallery/back-in-holland/drawing-hands/
    Ist es unmöglich das Gegenteil zu beweisen, ist ALLES nur Spekulation (?).
    Wen diese jeweils befriedigt, der mag sich gerne daran gütlich tun, sollte sich aber davor hüten, dies zur Tatsache für alle zu stilisieren. 😉
    Und – nein, ich unterliege nicht diesem Syndrom, denn ich stelle ja nur Fragen.

    • Bewußtsein existiert auf vielen Frequenzebenen. Das In-eins-Werfen all dieser Ebenen ist der typische Fehler des New Age; desgleichen die Verwechslung verschiedener Ebenen.

      Materie ist unsere Erfahrung, daher ist sie Realität.

      Das Einssein ist eine Erfahrung von nur sehr Wenigen, und geschieht auf höchsten und allerhöchsten Ebenen.
      Wer diese nicht verwirklicht hat, lügt sich was in die Tasche, indem er sagt: Alles ist eins.

      Ich will sagen: Ohne die Unterscheidung dieser Ebenen wird alles ein esoterisches Wischiwaschi, das überhaupt niemandem weiterhelfen kann.

      Und auch keinen Materialisten oder Linkshirnigen widerlegen.

      Ich schließe mich Nevyn an, der sagte (sinngemäß), daß es sehr viel Richtiges im Text von Herrn Lenz gebe.
      Immerhin ein Anfang.

    • Beim Wiederlesen finde ich meinen Kommentar ziemlich arrogant.
      Herr Lenz hat die Gabe, Himmel und Erde miteinander auf anschauliche Art und Weise
      in Verbindung zu bringen und somit einen großen Graben zu überbrücken.
      Allein das ist schon „unendlich“ wertvoll.
      Und sowieso, dieser Text hier auf einem politischen Forum, schon fast ein kleines Wunder, wie ich finde.

      Deagel-Beagle, vielleicht würden Sie eher eine Resonanz zu Ken Wilbers Werk „Eros, Kosmos, Logos“ entwickeln können?
      Er bewegt sich fließend auf allen vier Quadranten des Bewußtseins. (Deren jeder wiederum unterschiedlich hohe Frequenzebenen aufweist.) Ein Konzeptwerk, das zu dem passen könnte, was ich bisher von Ihnen gelesen habe.

    • https://www.viewconsult.de/wp-content/uploads/2014/01/CEMING-Quadrantenmodell.pdf

      https://de.wikipedia.org/wiki/Ken_Wilber

    • ttps://www.integralesforum.org/medien/integrale-bibliothek/theorie-grundlagen/4823-ken-wilbers-integrale-theorie-und-praxis-eine-einfuhrung-2

    • Das freut mich wirklich. Bisher habe ich alles, was Sie hier gepostet haben, als überaus wertvoll und klug erlebt.
      Eros, Kosmos, Logos!
      Sie werden es lieben!
      (Von den Linx bitte vor allem den dritten berücksichtigen, den deutschen Zweig des Werkes von Ken Wilber. Kompetente Leute dort.)

  7. Ein bemekenswerter Beitrag!
    Er erinnert mich unter Anderem an die Beiträge von Ernst Wollf, die er mit dem Satz schließt: Es ist Zeit für ein demokratisches Geldsystem.
    Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Schlagworte der franz. Revolution sind auch heute noch nicht wirklich verstanden, weshalb unsere sogenannten Demokratien wohl auch noch immer keine sind und sein können.
    Freiheit ist die Freiheit des Anders Denkenden, schrieb einst Rosa Luxemburg. Es genügt aber offensichtlich nicht die Freiheit des Geistes oder des Denkens in die Rechtsordnung zu gießen, wenn nicht klar gemacht wird, daß dies nicht nur ein Menschenrecht sondern vielmehr das Wesen des Geistigen übrhaupt ist.
    Eine Welt die den Geist als zufälliges Produkt der Materie abwertet und infolge zwangsläufig zu der irrigen Ansicht kommt, es gäbe nur das Bewusstsein des Einzelnen und somit also VIele, in dieser Welt kann es keine Gleichheit und Brüderlichkeit geben. Und damit auch keine Demokratie.
    Die Welt ist Eins, weil es nur den einen Geist gibt, der sich selbst in die Materie ergießt, gleich dem kreativem Geist, der ein Bild malt, Musik komponiert oder ein Gedicht schreibt und an dem sich alle anderen erfreuen.
    Das Eine zerfällt in die Vielen und die Veielen finden sich wiedeer im Einen, denn die Trennungen sind lediglich kategorische.
    Eine demokratische Gesellschaft erkennt, das die Freiheit des Geistes das höchste Gut ist und verwirklicht sie, indem sich die Freiheit des Geistes im Bildungswesendie wiederfindet, die Gleichheit als Rechtsnorm eingehalten wird und die Brüderlichkeit sich im Wirtschaftlichen Leben wiederspiegelt. Leider fehlt faktisch eben diese Differenziertheit – in der Wirtschaft, die auf Profitmaximierung und vermeintlicher Freiheit fokussiert, statt auf Brüderlichkeit, Im Bildungswesen steht wider besseren Wissens statt Freiheit die Gleichheit im Fokus und in der Rechtssprechung manifestiert sich die gelebte Ungleichheit. Der Mangel an Differenziertheit offenbart hier den Mangel an (dem) Einem Geist.
    Statt Mit-Einander, Gegen-Einander.
    Wir sehen uns im Ozean, weil der Teil (immer auch) das Ganze ist.

    • Ich sehe eine Gefahr darin, der Materie, dem weiblichen Aspekt des Alls, Geringschätzung entgegen zu bringen oder sie gar zu verachten. Sie ist unser aller Mutter. Nur die kosmische Bildung von etwas, das wir als Substanz verstehen, gibt uns die Möglichkeit, Erfahrungen zu machen und auf diesem Wege Bewusstheit zu erlangen.
      Der Vater wäre nach dieser Sicht der Schöpfergott und man soll bekanntlich Vater und Mutter ehren. Beide Prinzipien sind Pole, zwischen denen das stattfindet, was wir Leben nennen. Ohne sie gäbe es uns nicht. Materiefeindlichkeit gestaltet sich so töricht wie Geistfeindlichkeit. Man soll also Vater und Mutter ehren, das heißt sich bewusst werden, wo man seinen Ursprung hat, aber man soll sie nicht anbeten. Das steht nur dem Allerhöchsten zu, dem Prinzip der All-Einheit, die über den beiden Polen thront. Ich habe hier in aller Kürze das mystische Dreieck beschrieben.
      Das weibliche Prinzip ist tief in den Schatten gefallen. Wir als Gesellschaft vergöttern die Materie und „verteufeln“ die Frauen. Diese Fehlzuordnung bildet die Quelle vieler Leiden der Menschheit.

      Das Problem stellt nicht die Nutzung der Prinzipen dar, sondern die Anhaftung. Man kann sehr viel haben und trotzdem im Zustand der inneren Armut leben, das heißt im Bewusstsein, dass alles eine Leihgabe des Komsos ist, die ich im besten Sinne nutzen soll und ihm spätestens am Ende des Lebens wieder übereigne.

      An dieser Stelle möchte ich an Meister Eckhart erinnern, der unter der Anklage der Ketzerei starb, weil er die Dinge allzu klar und deutlich aussprach. Meister Eckhart gibt uns Kunde von der inneren Armut, einer Lebenshaltung, der vollkommenen inneren Entleerung: https://www.youtube.com/watch?v=P8uMjvQBycg

      An anderer Stelle in seinem Gedicht „Granum sinapis“ (Senfkorn), schreibt er über den zu erreichenden inneren Zustand, der Voraussetzung für die Begegnung mit Gott=Einheit+Liebe ist:

      Werde wie ein Kind,
      werde taub, werde blind!
      Dein eigenes Sein
      muß Nichts werden,
      alles Etwas, alles Nichts treibe hinweg!
      Laß Ort, laß Zeit,
      meide auch das Bild!
      Geh ohne Weg
      den schmalen Steg,
      so findest du der Wüste Spur.

      Meine Seele,
      geh aus, Gott ein!
      All mein Etwas sind
      in Gottes Nichts,
      sinke in die grundlose Flut!
      Fliehe ich von dir,
      Du kommst [dann] zu mir.
      Verliere ich mich,
      so finde ich dich,
      o überseiendes Gut!

      http://www.eckhart.de/index.htm?granum.htm
      Wenn du magst, meditiere darüber.

    • @Nevyn
      Hm,… – ich bin an Sich einverstanden damit und eben auch deshalb ein wenig überrascht. Begegne ich der Materie mit Geringschätzung – warum?

      ps: dank für die Links – leider kann ich denen gerade aus Zeitgründen nicht folgen,…

  8. Welch großartiger Vortrag, danke! Nur „die Gauner“, die Männlein hinter den Kulissen, kämen bei mir nicht so leicht davon. Ich würde sie nennen, wie und was sie sind: Satanisten. Doch sind sie hier nicht das Thema, das, auf den glorreichen Punkt gebracht, nur lauten kann: „Es gibt nur das Göttliche“. So einfach wäre das, wenn die Volksweisheit „Jeder für sich, und Gott für uns alle“ nicht um den zweiten Halbsatz kastriert worden wäre — durch äonenalte Psychotricks der inzwischen Sozialingenieure genannten Zunft. Ihr ist zu verdanken, dass der Egoismus heute frech auf den Tischen tanzt, mit nacktem Arsch und breiten Beinen. Dabei könnte jeder das Geistige in sein Leben holen und in sich und für sich erkennen, erleben und verwirklichen. Eine Wissenschaft des Geistes könnte diesen Geist als Liebe auch mit Anderen teilbar machen. Dafür muss jeder sich nur die Mühe machen, in sich den Wahrheitsbeweis anzutreten. Schließlich kann jeder sein eigener Experimentator werden, denn „… wenn er es weiß, dann reicht es ihm. Denn er weiß, dass es nur um ihn geht, nur um sein Leben, das er lebt, um seine Entwicklung, um sein Streben, sich geistig weiter zu formen und zu entwickeln. Er ist sein eigenes Experiment, seine eigene Theorie und sein ewig andauernder Versuch vorwärtszugelangen. Von Jahr zu Jahr ist er ein anderes Experiment, ein anderer Versuch und ein anderer Beweis für sich selbst.“ https://youtu.be/eQnng5P9G7M?list=PLcD3zAEeryQHBTKshgE94xJ3U6sKj3-T8

  9. Ein guter, nachdenkenswerter Artikel, Danke. Ich weiß nicht, ob ich alles in dem Artikel wirklich verstehe, geschweige denn, ob es richtig ist. Das Fazit aber, einfach nicht mitmachen dabei, was dem eigenen Gewissen widerspricht, sehe auch ich als vielleicht einzige Lösung. Eine eigentlich einfache Lösung, für die aber eben ein entsprechendes Gewissen, man kann es auch weiter gefasst als Bewußtsein bezeichnen, nötig ist. Nun wird es Menschen, die von klein auf fremdbestimmt aufwachsen müssen ( Kinderkrippe, Kindergarten, …) sehr schwer gemacht, die Frage zu stellen, wie will ich eigentlich mit allen anderen zusammen leben?! Brauche ich das ganze Materielle oder ist es eine Ersatzbefriedigung für mangelnde Liebe, Anerkennung, Mitgefühl und andere wirkliche Werte?
    Hoffen wir, dass insbesondere auch viele junge Menschen einen Zugang zum wirklich freien Denken und damit zum Gewissen bzw. Bewußtsein finden.Leider fällt es den meisten Menschen allein schwer ihr eigenes Gewissen über die Machenschaften der Gemeinschaft, in der sie leben, zu stellen. Hoffen wir also, dass sich Gemeinschaften mit entsprechendem Gewissen bzw. Bewußtsein entwickeln, so dass sich im Endeffekt das gesellschaftliche Bewußtsein verändert.

  10. Ein langer Beitrag mit vielen richtigen Aussagen.
    Paradoxer Weise ist er fast umsonst geschrieben. Denn man kann keinen Träumenden mit Worten überzeugen dass er träumt. Man kann es ihm nur zeigen und das nennt sich dann Einweihung. Für die wenigen Anderen ist der Text wertlos, denn sie erfahren nichts Neues.
    Es gibt eine ganze Reihe von Mythen, die dieses Thema zum Gegenstand haben. Einer der neuesten ist der Film „Die Matrix“. Und auch hier ist es so, dass manche sofort verstehen, worum es dabei geht, während die meisten im Dunkeln tappen. Aber man wirft damit einen Samen in den Boden.
    Wie der Film zeigt, beginnt sprituelles Erwachen immer gleich, nämlich im eigenen Herzen. Im Film ist das die Szene, in der die menschliche Seele (Trinity) im völlig verwüsteten Hotel „Heart of the City“, also dem Herz des materiell denkenden Menschen, den ersten Kontakt herstellt. Trinity, weil die Seele aus Leib-, Geist- und Gottseele besteht. Dieser Weckruf aus tiefster seelischer Not bleibt von den Mächten der Finsternis nicht unbemerkt, weshalb sie sofort zur Stelle sind.
    Der Verstand (Mr. Anderson / Neo) schläft zu dieser Zeit noch, der äußere Mensch bekommt davon also erst einmal nichts mit.
    Ganz nebenbei: Der Ausweis von Thomas Anderson (der „ungläubige andere Sohn“), ausgestellt in „Capital City“ also dem Zentrum des Kapitals, läuft genau am 11. September 2001 ab:
    https://i2.wp.com/static.gamespot.com/uploads/original/1264/12641306/2426470-2105435930-neo.jpg%253Fw%253D300%2526h%253D178
    Der Film erschien 1999!
    Ein Ausweis ist eine Identifikationskarte, ein Symbol, dass der Mensch sich mit seinem Lebenslauf identifiziert. Diese Ich-Identifikation beginnt weltweit am 11. September 2001 ihre Gültigkeit zu verlieren. Jede Maßnahme, mit der die Kräfte der Finsternis ihre Macht zu erhalten versuchen, beschleunigt nämlich in Wahrheit ihren Machtverlust.
    Ich möchte kein Buch über den Film schreiben, es sei aber nur noch die Szene mit der blauen (Mond) und er roten (Mars) Pille erinnert. Mond gleich Traumwelt und Mars gleich Zerstörer aktueller Zustände.
    Ab diesem Punkt ändert sich alles, obwohl alles gleich bleibt. Neo erwacht in einem dunklen Gefängnis. Das Bewusstsein nimmt zum ersten Mal wahr, dass der Ort, an dem es sich befindet, ein finsteres Verlies ist, was in Bezug auf die kosmischen Lichtdimensionen absolut der Wahrheit entspricht.
    Wohlgemerkt, Neo ändert nicht den Ort, sondern nimmt seine bisherige Welt als Illusion wahr, er wird zum Bewohner zweier Welten. Jedem ergeht das so, de erwacht. Wer das nicht kennt und sich auf rosa Wellnesswölkchen meditiert, der träumt nur, er sei erwacht.

    • Über den Film „Matrix“ wurde auf sehr ansprechende Art und Weise vor zwei Jahren diskutiert.

      (Mitwirkende: Außerkontrolle, Marikka Schaechtelin, Uli, Mamomi, Volume, Box, Socke u.a.
      Da ging noch was und man hat nicht nur kurz eine Duftmarke abgesetzt. Damals wurde noch richtig diskutiert. Und man blieb dran. Ich krieg die Verlinkung gerade nicht so hin, wie ich mir wünschte.
      Also am besten weit runterscrollen bis:

      „Außerkontrolle sagt:
      26. März 2017 at 19:50

      Keeneahnung
      Wissen Sie, dass Menschen einfach unterschiedlicher Meinung sind liegt in der Natur der Sache und ist ja gut so.
      Was mir eher Sorgen macht ist die zunehmende Art und Weise wie und warum hier kommentiert wird.“

      ttps://kenfm.de/gerhard-wisnewski-verheimlicht-vertuscht-vergessen-2017/

    • OM C. Parkin: „Wenn Du nicht bereit bist für die Wahrheit alles in Kauf zu nehmen,
      was willst Du dann von der Wahrheit?“
      Zitiert durch Außerkontrolle. Lest diesen Austausch, der ist Gold wert!

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