STANDPUNKTE • Europas Geheimdienste sind der „tiefe Staat“ im „Berner Club“

Ein Standpunkt von Karl Bernd Esser.

Kürzlich verlangte der deutsche Außenminister Heiko Maas von China mehr Transparenz zum Wuhan-Institut, vermeidet aber öffentliche Anschuldigungen wegen Corona. Seine Informationen bezieht er teilweise über den „Berner Club“, dem geheimen Bündnis aller europäischen Inlandsgeheimdienste.

Der „Berner Club“, in dem sich Direktoren von Inlandsgeheimdiensten der EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegens und der Schweiz organisieren, ist inzwischen zu einem weltweiten Netzwerk gewachsen. Demnach ist der „Berner Club“ in einen internationalen Informationsaustausch mit Geheimdiensten des anderen Clubs, genannt „Five Eyes“ und aus Israel, eingebunden. Die europäische Schützenhilfe für die „Five Eyes – Geheimdienstkooperation“ bewegt sich in einer Grauzone, denn die Europäische Union hat laut ihren Verträgen kein Mandat zur Koordinierung ihrer Geheimdienste.

Obwohl der Vertrag von Lissabon die geheimdienstliche Zusammenarbeit ausklammert, kooperieren europäische Inlandsdienste wie das Bundesamt für Verfassungsschutz mit Europol und einem gemeinsamen Lagezentrum in Den Haag mit dem Namen „INTCEN“. Der holländische Geheimdienst AIVD, der für das operative Lagezentrum verantwortlich ist, mauert. «Wir kommentieren nie etwas zum Club de Berne.»

Die nationalen Kontaktstellen der Geheimdienstgruppe kommunizieren über ein Computernetzwerk mit dem Namen „Poseidon“. Es ermöglicht neben dem Versand von Nachrichten auch Telefongespräche und Videokonferenzen. Weitere Internetdienste macht der „Berner Club“ in einem Netzwerk mit dem Namen „Neptun“ verfügbar, gemeinsam nutzen sie eine Datenbank mit dem Namen „Phönix“.

Die Berner Club Mitarbeiter verschiedener Nachrichtendienste werden gebündelt, um Aufgaben zu erledigen. Das wirft weitere Fragen auf: etwa wie viele Ressourcen Deutschland für den Berner Club abstellt – und ob Infrastruktur in Berlin für Aufgaben des Clubs genutzt wird. Auch dazu gab es bislang keine Antworten.

Als einen „Raum ohne Aufsicht“ bezeichnet die schweizerische WOZ die Aktivitäten der Nachrichtendienste im Berner Club – das gilt wohl auch für sein deutsches Pendant. „Es gibt weder eine gesetzliche Legitimierung für die Aktivitäten des Berner Clubs, noch haben die Kontrollgremien aus den Mitgliedstaaten die Möglichkeit, die Datennutzung zu kontrollieren“, sagt ein Insider.

Schon Mitte der 90er Jahren wurde in der Europäischen Union unter dem Titel ENFOPOL im Geheimen die flächendeckende Überwachung der Kommunikationsnetze entwickelt. Die ENFOPOL-Papiere basieren auf der Arbeit einer Arbeitsgruppe des FBI und werden von der Arbeitsgruppe K4 „Polizeiliche Zusammenarbeit“ erstellt. Sie wurden am 3. Mai 1999 durch das Europäische Parlament verabschiedet. Das ENFOPOL-Grundsatzpapier entspricht zu großen Teilen der deutschen Telekommunikations-Überwachungsverordnung (TKÜV) und sieht Lauschangriffe bei der Satellitenkommunikation, auf das Internet, auf Paging-Dienste, auf Mobil- und Festnetztelefone sowie Mobiltelefonkarten vor. Dabei soll ein einfacher Gerichtsbeschluss im Staat des abhörenden Amtes ausreichen, um im gesamten Gebiet der ENFOPOL-Vertragsstaaten zu lauschen – ohne der US-amerikanischen NSA. Durch zusätzliche bilaterale Abkommen wären Abrufe automatisiert und innerhalb weniger Sekunden durchführbar.

Der informelle „Berner Club“ wurde 1969 von zunächst neun Geheimdienstchefs gegründet, schon damals kooperierten die europäischen Dienste mit den israelischen Partnern Shin Bet und Mossad sowie dem US-amerikanischen FBI. Die Vernetzung erfolgte damals über ein Telegramm-System mit dem Namen „Kilowatt“.

Derzeit nehmen 30 Dienste an der Kooperation teil, aus Deutschland etwa das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), aus der Schweiz der Nachrichtendienst des Bundes (NDB), aus Österreich das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT). Zahlreiche nicht-europäische Geheimdienste sind an die Netzwerke des „Berner Clubs“ angeschlossen.

Im Verteiler des Kommunikationsnetzes des „Berner Clubs“ mit dem Namen «Capriccio» für den Austausch über islamischen Extremismus jedenfalls waren vor knapp zehn Jahren neben 27 EU-Diensten sowie den Diensten aus der Schweiz (aufgelistet als Codenummer 10) und Norwegen mehrere nichteuropäische Geheimdienste in folgender Codenummer-Reihenfolge aufgelistet: 06 Mossad (Tel Aviv), 12 CSIS (Ottawa), 19 FBI (Washington), 22 ASIO (Canberra), 25 NZSIS (Wellington), 28 CIA (Brüssel) und 94 ISA (Tel Aviv). Die große Frage ist, ob Informationen, die beispielsweise aus Paris oder Berlin in die Datenbank eingespeist wurden, für illegale Geheimdienstoperationen der USA oder Israels benutzt wurden – etwa für Drohnenangriffe. Es gibt nämlich Hinweise, dass die USA für ihren deutschen Stützpunkt Ramstein auf die Daten des „Berner Clubs“ gern zugreifen.

Zusammen mit Großbritannien, das mit dem MI5 selbst am „Berner Club“ teilnimmt, bilden weitere vier Staaten wie die USA, Kanada, Neuseeland und Australien den anderen bekannten Geheimdienstbund „Five Eyes“, der über weitgehende Spionageeinrichtungen verfügt. Der europäische „Berner Club“ ist offenbar weit mehr als ein „informelles Gremium“ europäischer Geheimdienste – denn auch die USA und Israel haben unkontrollierten Zugriff auf Daten.

In einer BBC-Dokumentation über Nato-Operationen in Italien aus dem Jahre 1992 sagt das hochrangige italienische Geheimdienstmitglied Federico D’Amato, dass der „Berner Club“ als Reaktion auf die «Revolution der 68er» in Frankreich gegründet worden sei. Recherchen der deutschen Journalistin Regine Igel im Buch «Terrorjahre – Die dunkle Seite der CIA in Italien» bestätigen dies. Gemäss ihr vorliegenden Informationen aus dem Protokoll einer Versammlung des „Berner Clubs“ in Köln im Jahr 1973 sei «ein neuer Typus von Vertrauensleuten [gemeint sind Spitzel] in aufständischen Organisationen gefragt, der auch aktiv werde, zum Motor der Gewalt werden müsse, um dann in die Führung der Organisationen z.B. der extremen Linken oder Rechten zu gelangen».

Im November 2018 hielt Hans-Georg Maassen in Warschau seine Abschiedsrede vor dem „Berner Club“. Kurz davor hatte die Regierung seine Absetzung als Chef des deutschen Inlandsgeheimdiensts beschlossen. Maassen hatte die rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz im August 2018 öffentlich als «gezielte Falschinformation» bezeichnet. In seiner Rede wiederholte er diese Äusserung. Mehr noch: Er monierte, dass «linksradikale Kräfte in der SPD» seine Äusserungen instrumentalisiert hätten, um «einen Bruch dieser Regierungskoalition zu provozieren».

Die Berner Geheimorganisation ist stets gewachsen, mitsamt einer operativen Plattform in Den Haag, gemeinsamen Operationsteams und einem Informationsaustausch, der bis heute auch nichteuropäische Dienste umfasst. Der Gründer und Chef des US-Geheimdienstes OSS im 2. Weltkrieg (Vorläufer der CIA in den USA), der WALL-STREET Rechtsanwalt Alan Dulles, operierte auch bis 1946 aus dem beschaulichen Bern und hätte eine wahre Freude an dem „Berner Club“ von heute.

Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die Zuger Firma Crypto AG im Besitz der Geheimdienste der USA und Deutschlands war und die CIA und der BND die weltweit verkauften Chiffriermaschinen manipuliert hatten. Die bürgerliche Mehrheit im Büro des Schweizer Nationalrats hat sich jetzt gegen eine Untersuchung dieser Affäre durch eine Parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) ausgesprochen.

Das ZDF hat exklusiv Unterlagen der CIA mit dem Titel „MINERVA. A History“ sowie die BND-Ausarbeitung zur „Operation Thesaurus/Rubikon“ erhalten. Da staunt man, dass Mitarbeiter des Fernsehsenders ZDF vom Magazin FRONTAL 21 von der CIA und vom BND brisante Dokumente einfach so exklusiv zur Veröffentlichung erhalten. „Darüber hinaus hat das ZDF für seine Dokumentation „Geheimoperation Rubikon“ am 18. März 2020 MfS-Dokumente und Schweizer Papiere einsehen können, die die Rubikon-Papiere bestätigen“, sagte ein ZDF-Mitarbeiter. Allerdings kurven die Kernthesen dieser „Enthüllung“ seit drei Jahrzehnten durch die Medienwelt und sind nichts Neues. Worauf die CIA und der BND nach dem CRYPTO-Ausstieg seit 1993 setzen blieb vom ZDF und von den befragten „Geheimdienstexperten“ unbeantwortet. Über Operationen des „Berner Clubs“ haben sie jedenfalls kein Wort in ihrer Sendung verloren.

Der „Tiefe Staat“ zeigt sich in Europa deutlich durch den illegalen Zusammenschluss aller Inland-Geheimdienste in diesem nicht kontrollierbaren „Berner Club“. Das ist keine Verschwörungstheorie, das ist leider bittere Realität. Der Berner Club ist die große Blackbox in der europäischen Sicherheitspolitik.

Quellen:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Berner_Club
  2. https://de.m.wikipedia.org/wiki/ENFOPOL
  3. http://data.consilium.europa.eu/doc/document/ST-9113-2017-INIT/de/pdf
  4. https://www.youtube.com/watch?v=AUvrPvV-KQo
  5. https://www.wz.de/politik/inland/linksradikale-kraefte-in-der-spd-die-maassen-rede_aid-34287703
  6. https://www.saechsdsb.de/datenschutzkonferenzen-oeb/83-datenschutzkonferenzen/dsk-57/259-entwurf-einer-ratsentschliessung-zur-ueberwachung-der-telekommunikation-enfopol-98
  7. https://www.fedpol.admin.ch/fedpol/de/home/aktuell/news/2004/2004-04-28.html
  8. http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/164/1916497.pdf
  9. https://www.andrej-hunko.de/presse/pressemitteilungen/4772-bundesinnenministerium-nennt-europaeische-geheimdienste-herren-der-information-das-ist-genauso-richtig-wie-problematisch
  10. https://digit.site36.net/tag/club-de-berne/

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle:    nitpicker/ shutterstock

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24 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Europas Geheimdienste sind der „tiefe Staat“ im „Berner Club“

  1. Ich habe eine kleine Wohnung und habe mich letztens gewundert das ich in meinem Schrank Maden hatte ich hab eine ansteckende Hautkrankheit und bei mir in der Wohnung fehlten plötzlich ein paar Socken… Merkwürdigerweise 10 Tage ohne Schlaf alles auf Zimmerlautstärke hier in Brandenburg die Wohnung ist an den Tapeten sehr dreckig… Ist das mit der Wiedereröffnung und das alte Stasi Restrikt eine Vergangenheit? Auch die Elternschaft ist fragwürdig… Ein auferstandenes Relikt oder ich will mal gepflegt schreibn eine gängige Praxis..

  2. Mir ist nur noch schlecht… wie verkommen ist der Mensch eigentlich? Ich weiß warum Gott sich nicht einmischt und für Ordnung sorgt, er hat seinen Fehler, den Menschen zu erschaffen, eingesehen und hat sich erschossen…

    Der Mensch ist die Krone der Schöpfung – was fürein Schwachsinn – er ist das Letzte, das aller Letzte auf dieser Welt!

  3. Der Berner Club, das sind Drogenhändler, Menschenhändler und Mörder. Es wäre schön eine Liste der Mitglieder zu haben, mit Adressen und Telefonnummern. Langfristig ist diese Geheimhalterei zum Aussterben verdammt, Freiheit gibt es nur mit Transparenz und Aufklärung.

  4. Ein interessanter und wichtiger Kommentar.

    Allerdings hat er einen Schönheitsfehler: Es gab keine "Hetzjagden in Chemnitz", wenn sich dies auf den so bezeichneten Videoschnipsel bezieht. Der Urheber wurde durch journalistische Recherche gefunden und in den Zusammenhang gestellt:

    https://www.tichyseinblick.de/meinungen/tichys-einblick-fand-die-herkunft-des-chemnitz-videos-heraus/

    Es ergibt sich also eher die Frage, warum Herr Maaßen mit dieser Geschichte abgesägt worden ist. Wenn man die Vorgänge dieser Welt verstehen will, sollte man sich die Sicht darauf nicht durch seine persönlichen Zu- und Abneigungen verstellen lassen.

    • Maaßen wurde abgesägt, weil er nicht die "politischen Standards" der Bundesregierung eingehalten hat. Er ist nicht mit dem Mainstream-Strom mitgeschwommen und das finde ich persönlich gut. Der Mann hat Charakter. Die gezielten Falschinformationen der Mainstream-Medien haben ja auch stattgefunden. Sogar weltweit.

  5. Wir müssen einfach den Kegel des Scheinwerfers unseres Interesses weiter auf die dunkle Seite des Mondes richten und die Verhältnisse ausleuchten, um sie besser zu verstehen und als Souverän/in zu einer gemeinsamen Entscheidung kommen, inwieweit es notwendig ist bestimmte Verhältnisse zu ändern.

  6. Der Berner Club hat noch eine bisher wenig beachtete Nebenverschwörung früherer Tage, die Sprachschule Hyperion in Paris, wo sich Ost- UND Westgeheimdienste koordiniert haben.

    DEEP STATE GLOBAL!

    Eingebunden in das Thema Galdio müsste hier das Thema "Kalter Krieg und Terrorismus" einal neu betrachtet werden.

    Aber das ist dann vermutlich erneute Geschichtsrevisionismus…

    medienschafe.wordpress.com/2015/01/22/gladio-holy-war-in-europe/

    Zitat:
    "Ich schließe daraus, dass auch die PLO letztlich ein manipuliertes Gewaltinstrument westlicher Politik war, wie es später eben „Al Kaida“, AQAP, Boko Haram, ISIS, usw. sind. Aus legitimen Widerstandsgruppen (gegen ausländische Aggression, Besatzung) wurden brutale „Extremisten“ gezüchtet, die man zu Terroranschlägen (und heute sogar Bürgerkriegen und ethnischen Säuberungen) anstachelt, um damit bestimmte politische Ziele zu erreichen. Man erschafft ein „Monster“, das man als politische Waffe einsetzen kann, und damit wird dann die eigene Gewalt und Skrupellosigkeit legitimiert …"

    Eine informative Übersichtet biete dieser kurze Artikel, in welchem auch auf Regine Igel verwiesen wird, die Galdio als ein glaobles Intrument offengelegt hat, nicht als ein nur rein westliches Nato Tool.

    Deep State dachte immer global und hatte immer aich seine Finger überall drin. Es gab immer auch "böse" Kräfte in der SU, im Itan, Kora etc. Solche Staaten waren in dem Sinne nie nur die Guten, wie von Linken oftmals als reine Projektion herbeigesehnt.

    recentr.com/2016/04/02/hyperion-wo-mitten-in-paris-die-geheimdienste-europaische-terroristen-ausstaffierten/

    Informativ dazu die Bücher von Alexandra Locher, Leierne Jahre oder Tobias Hof, Staat und Terrorismus in Italien.

    • Terrorismus als lukratives Geschäftsmodell:

      Zur PLO und zu Arafat kann ich nur sagen, dass die Witwe von Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat nach seinem mysteriösen Tod in Frankreich am 11. 11. 2004 auf seinen Bankkonten etwa 4 Milliarden Dollar vorgefunden haben soll. Davon stammen auch Steuergelder aus Deutschland. Arafat hat Millionenbeträge auf sein Privatkonto umgeleitet. Das amerikanische Magazin «Forbes» schätzt das Vermögen des verstorbenen Chefs der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) auf offiziell 300 Millionen Dollar. Arafat stand demnach auf der Liste der reichsten politischen Führer der Welt an neunter Stelle.

      Arafat "verhandelte" und erpresste u.a. westliche Regierungen zu Zahlungen an die PLO bzw. an ihn, um dann zu Versprechen, dass in diesen Ländern keine weiteren PLO-Anschläge mehr durchgeführt werden. Außerdem wurden hohe Geldsummen, welche eigentlich für die palästinensische Autonomiebehörde bestimmt waren, von ihm einbehalten. Tatsache ist, dass die PLO seit 1979 immense Geldmittel erhalten hat, die zu einem grossen Teil aus den arabischen Ölmonarchien stammten. Jährlich wurden von ihnen allein rund 200 Millionen Dollar überwiesen. Iraks Diktator Saddam Hussein hat sich bei Arafat persönlich mit Zuwendungen von 150 Millionen Dollar bedankt. Die Einkünfte der PLO soll Arafat damals in eine ganze Reihe von Unternehmen – auf Namen seiner Vertrauten – in verschiedenen Ländern investiert haben.

      1995 bekam der US-Rechnungshof (Government Accountability Office/GAO) den Auftrag, eine Studie zur Finanzlage der PLO zu erstellen. Das Ergebnis war verblüffend: Das Vermögen, über das PLO-Chef Jassir Arafat allein verfügen konnte, belief sich auf etwa sechs Milliarden Dollar. Und was damals – unter Mithilfe der US-Geheimdienste – ermittelt wurde, betraf die Zeit vor der massiven offiziellen internationalen Finanzhilfe für die palästinensische Selbstverwaltung, die sich aufgrund der Osloer Vereinbarungen (1993/95) konstituierte. Allein 1996 wurden Einkünfte in Höhe von 500 Millionen Dollar aus dem Treibstoffhandel in den besetzten Gebieten von den Israelis an Arafats PLO überwiesen.

      Im Mai 2002 stellte der BND fest, dass die Verwendung von EU-Geldern für den Terrorismus „nicht auszuschließen“ sei, da Arafat offensichtlich nicht zwischen der Struktur des Autonomie-Regimes und seiner Fatah-Bewegung trenne. Das Gutachten spricht weiterhin von „bekanntem Missmanagement“ und „weit verbreiteter Korruption“ (Aktenzeichen 39C-04/2/02).

      Der IWF legte 2003 einen Bericht über „Ökonomische Leistungen und Reformen unter Konfliktbedingungen“ vor, aus dem hervorging, dass zwischen 1995 und 2000 mehr als 900 Millionen Dollar an Fördergeldern für die Palästinensische Autonomiebehörde „verschwanden“. Weisungsbefugt für die Verwendung des Geldes seien allein Arafat und „enge Vertraute“ gewesen. Arafat kontrollierte dem Bericht zufolge bis zu seinem Tod allein 8 % des palästinensischen Gesamtbudgets.

      Der Finanzberater Lev Uzrad legte für Arafat das erste von mehreren Konten bei der Schweizer Privatbank Lombard Odier an. Lev verwaltete damals über die Briefkastenfirma LEDBURY mit Sitz auf den Britischen Jungferninseln rund 300 Millionen USD, eine Summe, die ein Jahrzehnt später auf 700 Millionen Dollar anstieg. Allein im August 2001 werden von dem Schweizer Konto der Offshore-Firma auf eine Bank in London 65 Millionen Dollar überwiesen. Entgegen aller Regeln, so Finanzberater Lev, verheimlichten die Schweizer Banker die Empfängerbank. Das Geld, auch EU-Gelder, floß in dunkle Kanäle – wohl auch an Terroristen. Lev nennt Details: "Soweit ich weiß, gelangte ein Teil der Gelder von der EU auf ein Konto der Palästinensischen Autonomiebehörde bei einer arabischen Bank in Ramallah. Von dieser Bank sind Gelder auf die Konten Arafats überwiesen worden, die ich verwaltet habe." 2002 gab es großes Aufsehen, als der israelische Buchhalter Ozrad Lev zugab, daß 300 Millionen Dollar aus den Einkünften der Palästinensischen Autonomiebehörden auf ein Schweizer Geheimkonto Arafats umgeleitet wurden.

      Die französische Justiz nahm Ende 2003 gegen die damals 41-jährige Witwe Suha Arafat Ermittlungen wegen des Verdachts auf Geldwäscherei auf. Der Zentralbank in Paris waren monatliche Überweisungen von fast einer Million Euro aus der Schweiz auf zwei Pariser Konten von Arafats Frau aufgefallen. Insgesamt ging es um Überweisungen in einer Gesamthöhe von neun Millionen Euro, die zwischen Juli 2002 und Juli 2003 über Konten der Pariser Arab Bank und der BNP Paribas geflossen sind.

      Im Interview des Fernsehsenders Al-Jazeera erklärte der Schweizer Finanzberater Jean-Claude Robard, dass Arafat weitere Konten in Österreich, Luxemburg und den Cayman Islands eingerichtet habe. Arafat baute mit Spendengeldern ein geheimes Portfolio von 1 Milliarde Dollar auf, wobei er in Coca Cola, eine tunesische Mobilfunkgesellschaft, Baufirmen, Hotels und Risikokapitalfonds in den USA und auf den Cayman-Islands investierte. Arafat stahl 1 Milliarde Dollar an Steuereinnahmen, die von Israel für palästinensische Arbeiter weitergeleitet wurden. Das Geld ging auf Arafats persönliches Konto bei der israelischen Bank Leumi (Israels Nationalbank) in Tel Aviv.

      Nach Bildung der Palästinensischen Autonomiebehörden begannen auch massive Zuwendungen aus der EU. Bis zum Frühjahr 2002 waren es insgesamt 4,1 Milliarden Euro. 2016 erklärte der damalige Europaabgeordnete Armin Laschet (CDU) über die EU-Hilfen: "Es wäre zu leicht, zu sagen: Die EU hat Terrorismus gefördert. So ist das manchmal verkürzt übertragen worden. Aber wir haben Dokumente gefunden, in denen Präsident Arafat persönlich angewiesen hat, Gelder an Aktivisten zu geben. Das waren Aktivisten, die in Terroranschläge verwickelt waren."

  7. Wer sich für internationale Verflechtungen im Hintegrund der "Plandemie" interessiert, dem empfehle ich folgendes Video:

    https://www.bitchute.com/video/1Z5VYqJqrtI/

    Prüft einmal, was dran sein könnte, oder ob das nur eine böse Verschwörungstherie ist.

    • "Pandemie" ist ein neues Mittel der Steuerung, der Machtergreifung, der Kontrolle über den Menschen und die Menschheit . Das liegt auf der Hand, ist die Gefährlichkeit von Corona konstruiert, wird die Gefährlichkeit von Corona über alle MSM über Angst bis zur Hysterie verbreitet und vehemente Inquisition gegen Kritiker betrieben .
      Der Beitrag von "Amazing Polly" ist eine detaillierte Analyse, die logisch aufgebaut ist, deren Details ich nicht beurteilen kann, auf alle Fälle interessant ist .

  8. Wenn die Damen und Herren,
    deren Spiel es ist, unser aller Leben zu lenken,
    ohne uns an ihren Erwägungen informell
    und als Souverän/in teilnehmen zu lassen,
    glauben durch Macht Ausübung und Kontrolle,
    glücklich werden zu können,
    statt die Würde des Menschen und Mitmenschen zu schützen,
    sollten sie sich ihre Rolle (Maske) vielleicht noch einmal überlegen,
    bevor das Wir die Konsequenzen aus ihrem Verhalten ziehen muss.

    • Gibt es vor der BND Zentrale eine Wiese, wo eine Demonstrationsmeditation stattfinden könnte ?

      Wäre gut, den Unmut, dort durch Meditation zum Ausdruck zu bringen, wo er verzapft wird !!!

      Ministerien, Robert Koch Institut und was Euch noch so einfällt…

    • Icke Bundes Bund
      Das mit dem gluecklich werden ist fuer diese Menschen so eine Sache.
      94% der Menschheit ist Liebe Glueck und Angst Unglueck.
      6% der Menschheitsfamilie sind Soziopathen.
      Sie koennen gar nicht lieben und haben deshalb auch keine wirkliche Angst.
      Ihr Lebenselixier ist Macht und Ohnmacht.
      Deshalb versetzen sie die 94% auch gerne in Angst und Schrecken.
      Sie sind oft notorische Luegner(bzw.begnadete Luecker) um ihre Ziele zu erreichen.
      Sie haben keinen Schluessel zur geistigen Welt und werden
      von dort ueber die Zeit hochfrequent kontrolliert .
      In der materiellen Welt zeigt sich diese Kontrolle dann als Karma.
      Sie sind so arm,sie haben oft nur Geld und wissen sich meisterhaft
      durch Konspiration der "goettlichen" Kontrolle zeitweilig zu entziehen.
      Je mehr Lichtarbeiter es gibt ,desto besser werden diese Wesen in das
      Grosse und Ganze eingebunden.

    • Sehr geehrter Herr Martin Bauer,

      Das Bewusstsein bestimmt das Sein.
      Das Sein bestimmt dann durch die Eigenstimmung, welche Stimmungen, Bilder Sie anziehen..
      Die Störungen des menschlichen Miteinanders sind Systemimmanent. Das Gesellschaftssystem, in dem wir Leben hat nur eine Aufgabe. Den einzelnen Menschen, individuell zu befreien, damit sich der Mensch seinen sozialen Aufgaben widmen kann.
      Nur Mut !

  9. Vielen Dank für diesen Artikel, sehr interessant!! Eine andere Frage: am Ende dieses Videos wird gefragt, ob Deutschland bald einen Friedensvertrag bekommt? Die zwei Moderatoren belegen ihre Quelle dafür aber nicht, zumindest nicht dort auf YouTube. Können Sie das mal untersuchen? Vielleicht könnte man einen Vertreter der Dynastie einladen.. Wenn das möglich sein sollte.. 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=iduvFXYip14

  10. Von Bundeskanzler Schröder wird berichtet er bevorzuge die NZZ statt der Geheimdienstberichte.
    Viel geenützt scheint auch das nicht zu haben – oder vielleicht wäre es noch schlimmer gekommen
    als mit Jugoslawien Krieg und ein bißchen heimlich Irak mitmach?

    Was ist der Unterschied zwischen einem bedingungslosen Grund -EK
    und diesem "Dienst""leistung" – muss – Irrsinn in vielen Sparten?
    Die Höhe des Gehaltes? Vermutlich.

  11. Dienstleister Staatsverbrechen oder so ähnlich?

    Wir schaffen was wir dann aufdecken, oder dem einzelnen persönlich mißfällt.

    Die "Dienst""leistung"sgesellschaft was soll sie auch machen, als sich immer wieder neu zu erfinden …. Und sei es noch so absurd.
    Aber Umdenken scheint nicht en vogue. Lieber die gesamte Weltgesellschaft umkrempeln.
    Wir tun was …. Wie work …. so wird das dann auch noch vermarktet, damit man wenigstens noch das Gefühl von Arbeit darstellt.
    EIGENTORE OHNE ENDE ………?

    Ich kriege hier z.B. laufend nur noch Kopien von z.B. RT etc. auf den Bildschirm. Naja …

  12. Vielen Dank Herr Esser für den informativen Bericht.

    Kurze Frage hierzu:
    Bei allem Entsetzen darüber, dass die Geheimdienste nicht mehr vom Parlamenten kontrolliert werden (können) und quasi "Selbstläufer" sind, besteht nicht die Möglichkeit, dass Geheimdienste, seit ihrer historischen Enstehung, schon immer in privater Hand waren und dass dies niemals anders war? Ist es tatsächlich möglich, dass jedwede Kontrolle durch Staat oder demokratischen (oder was auch immer) Institutionen, schon immer eine Fassade war?
    Wenn das so sein sollte, wem gehören die dann? Und wem geben die noch Rechenschaft?

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