STANDPUNKTE • Hongkong – Reiner westlicher Wahnsinn

Ein Standpunkt von Peter König.

Die Straflosigkeit, mit der die USA Hongkong angreifen, ist verrückt. Gleichzeitig oder noch wahnsinniger ist die Berichterstattung der westlichen Medien über das, was in Hongkong vor sich geht. Kein Wort darüber, wie die unglaubliche „prodemokratische“ Abstimmung bei den eher unwichtigen Bezirksratswahlen zustande kam. Von den 18 Bezirksräten gingen 452 von 479 Sitzen (71%) an „pro-demokratische“ Kandidaten.

Eine so extreme Anti-Peking-Abstimmung konnte nur durch massive westliche Propaganda zu einem Preis von Millionen von Dollar erreicht werden, die mit Algorithmen ausgerichtet war, die nach den Prinzipien der heute (scheinbar) nicht mehr existierenden Cambridge Analytica entwickelt wurden. Und das bei 70% der wahlberechtigten Wähler, die zur Wahl gehen.

Nichts von diesem praktisch nicht realistischen Ergebnis wurde vom Westen analysiert und berichtet. In Wirklichkeit ist die überwiegende Mehrheit der Hongkonger krank und müde von der westlich inspirierten Gewalt, ist aber sehr stolz darauf, chinesischer Bürger zu sein. Sie wurden von den Propagandisten darauf hingewiesen, dass die Wahl von Kandidaten für die „Demokratie“ der Weg zum Frieden sei. Und Frieden ist das, was jeder will. Schließlich haben sie, 1997 in China integriert, viel mehr Freiheit genossen als im britischen Kolonialismus, wo sie nicht einmal für ihre Bezirksräte stimmen durften.

Die Absurdität hört hier nicht auf. Der US-Kongress hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das es den USA ermöglichen würde, die „Demokratie“ und die Menschenrechte in Hongkong zu überwachen, den so genannten „Human Rights and Democracy Act“, mit dem Vorbehalt, Sanktionen zu verhängen, wenn Peking die von den USA auferlegten Regeln verletzen würde. Kannst du dir das vorstellen? Kann sich jemand diese allumfassende Arroganz vorstellen?

Der US-Kongress verabschiedet Gesetze zur Kontrolle eines anderen ausländischen Territoriums? Und der Westen geht mit. Es kann auch in Europa bald passieren, dass die USA vorschreiben, was souveräne Nationen tun dürfen und was nicht. Es ist bereits geschehen.

Die USA verbieten Europa, mit wem sie Geschäfte machen wollen – d.h. der Iran, wenn nicht, werden sie bestraft. Keine Kommentare. Es ist nur das neue Normal. Im Falle Hongkongs hat Peking protestiert, den US-Botschafter zweimal angerufen, um die Angelegenheit zu diskutieren – ohne Erfolg.

Es wird noch lächerlicher. Madame Michelle Bachelet, Hochkommissarin der UN-Menschenrechtskommission in Genf, hat in der Samstagsausgabe der South China Morning Post einen Artikel veröffentlicht, in dem sie eine umfassende, unabhängige und unparteiische Untersuchung des Verhaltens der Polizei bei Protesten im Rahmen vertrauensbildender Maßnahmen fordert. Die Erklärung an sich ergreift bereits Partei, da sie in keiner Weise auf die von außen inspirierte Gewalt von Demonstranten eingeht, die beispielsweise einen Universitätscampus nutzen, um Molotow-Bomben und andere Brandsätze zu bauen.

Die chinesische Regierung tadelte sofort den Artikel, in dem sie Frau Bachelet beschuldigte, weitere „radikale Gewalt“ anzufachen.

In einer Erklärung vom Sonntag hat Chen Yaou, Sprecher der ständigen Mission Chinas bei den Vereinten Nationen, einen vernichtenden Angriff auf einen so genannten „Fehlartikel“ von Michelle Bachelet gestartet. Chen betonte, dass China den Artikel von Bachelet „stark ablehnte“ und sagte, sie habe sich in die inneren Angelegenheiten Chinas eingemischt und würde die Demonstranten nur ermutigen, radikalere Gewalt anzuwenden. Herr Chen fügte hinzu:

„Die Demonstranten versuchten Chaos in der Sonderverwaltungsregion Hongkong zu schaffen, die Regierung HK SAR zu lähmen und die Verwaltungsmacht der Sonderverwaltungsregion Hongkong zu ergreifen, um das Prinzip „ein Land, zwei Systeme“ außer Kraft zu setzen“.

Cheng sagte auch, dass seine Regierung voll hinter Frau Carrie Lam, Hongkongs Chief Executive, steht.

Trotz der überwältigenden prodemokratischen Abstimmung am 24. November 2019 dauern die Proteste an. Tausende gingen am Samstagnachmittag auf die Straße und versammelten sich vor dem Konsulat der Vereinigten Staaten in der Mitte, um „ihre Dankbarkeit auszudrücken“, dass sie den Hong Kong Human Rights and Democracy Act verabschiedet haben.

Sie schwenkten US-Flaggen, sangen das Star-Spangled Banner und bitten um mehr Unterstützung. Sie verpflichten sich, nicht loszulassen, bis alle ihre Forderungen erfüllt sind.

Im Wesentlichen wollen sie die völlige Unabhängigkeit von Peking und werden zu einer US-Kolonie. Sie sollten sich Puerto Rico ansehen, was es bedeutet, eine US-Kolonie zu sein, was Washington für seine Kolonien auf Lager hat. Oder sich näher mit ihrer eigenen Geschichte befassen, sie sollten sich ihre britische Kolonialgeschichte ansehen – und sich an ihren Zustand der Unterdrückung erinnern, an die fast null Rechte, die sie damals hatten.

Was bedeutet das alles für Hongkong? Zum Zeitpunkt der Übergabe des Vereinigten Königreichs an China im Jahr 1997 trug Hongkong rund 18% zum chinesischen BIP bei. Bereits vor Beginn der Proteste vor etwa 6 Monaten war sie auf nur noch 3% gesunken. In den letzten Monaten ist die Wirtschaftsleistung von Hongkong weiter gesunken, da wichtige Finanzinstitute Stabilität wollen und Hongkong deshalb in Richtung sicherere Standorte, d.h. Singapur, und sogar nach Shanghai, das sich schnell zur Finanzzentrale des Ostens entwickelt, verlassen.

Der eigentliche Zweck des 50-jährigen Sonderstatus Hongkongs, den das Vereinigte Königreich (und die USA) mit Peking ausgehandelt hat, bestand darin, dieses unregulierte östliche Finanzparadies für die oft illegalen und steuerhinterziehbaren Finanztransaktionen der westlichen Oligarchen am Leben zu erhalten, von denen die westlichen – britischen und US-amerikanischen – Bankiers und Finanziers die Hauptbegünstigten und Profiteure waren. Diese von den USA inspirierten gewalttätigen Proteste sollen die Regierung von Peking – die natürlich ein Flötenspiel ist – destabilisieren, obwohl sie in Wirklichkeit langsam Selbstmord begeht. Washington und London deaktivieren Hongkong seine west-serving Geldwäschekapazität.

Und wenn es wirklich auf die Höhe der intoleranten Kriminalität und Gewalt gegen die Mehrheit der HK-Bürger durch diese von außen inspirierte und finanzierte Unterbrechung der SAR ankommt, könnte Peking ihr in weniger als 24 Stunden ein Ende setzen. So einfach. Der Westen könnte nur gaffen, aber nichts sagen, denn er hat das volle Recht Pekings, Recht auf Wiederherstellung von Recht und Ordnung in seinen Territorien.

Nun, lassen Sie uns noch einmal auf die Arroganz der USA schauen, Gesetze zur Kontrolle eines fremden Territoriums zu erlassen. Könnte sich jemand das logische Gegenteil vorstellen? China verabschiedet Gesetze, um jede ausländische Einmischung in ihr Hoheitsgebiet mit der Androhung von Sanktionen zu verbieten. Dazu könnten vollständige Importverbote für bestimmte US-Güter, z.B. landwirtschaftliche Produkte, oder die Einstellung wichtiger Exporte in die USA (iPhones, Computer, andere in China hergestellte Produkte aus den USA) gehören, die bestimmten US-Bürgern die Einreise nach China verbieten – oder, Gott bewahre, den Bau einer Militärbasis in Venezuela und / oder Mexiko; Mexiko ist das jüngste lateinamerikanische Land, das von den USA für die linke Regierung belästigt wird.

Nur wenn Gleiche sich Gleichen gegenüber sehen, kann vielleicht, nur vielleicht, ein harmonisches und friedliches Zusammenleben erreicht werden. Dies gilt politisch ebenso wie wirtschaftlich – und in der Wirtschaft ist China der unausgesprochene Spitzenreiter mit einer starken und stabilen Währung, die durch ihre Wirtschaftsleistung und durch Gold gestützt wird, im Vergleich zu einer ganzen nicht nur US- amerikanischen, sondern westlichen Wirtschaft, die auf Fiat-Geld basiert.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: AndriiKoval / Shutterstock

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3 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Hongkong – Reiner westlicher Wahnsinn

  1. Danke für diesen Artikel! Trotzdem scheint mir die Darstellung sehr einseitig.

    Meines Wissens betreibt China weltweit ganz ähnliche Einflussnahme in innere Angelegenheiten anderer Länder, etwa "Silent Invasion" von Clive Hamilton (Australien) oder Robert Spalding's "Stealth War: How China Took Over While America's Elite Slept". Konfuzius-Institute betreiben eine politische Agenda und versuchten zB in Europa, gewisse Themen (etwa Taiwan, Tibet) in den Universitäten zu unterbinden. Auf Telepolis konnte man auch regelmäßig allerlei Artikel über Einflussnahme in Asien, aber auch Südamerika oder Afrika lesen.

    Weiter sollte daran erinnert werden, dass der Sonderstatus von Hongkong auch von westlicher Seite vielerlei Entgegenkommen beinhaltet, etwa Handelsbestimmungen, oder Visa-Freiheit. Und dann sind auch die tatsächlichen Eingriffe Chinas auf Hongkong wie etwa Entführungen von Publizisten etc als Ursache der Proteste zu erwähnen. Soweit ich weiß, konnten die Hongkonger auch unter britischer Herrschaft, wenn keine "demokratischen" Wahlen, so doch einigermaßen Rechtstaatlichkeit erwarten. Ganz zu schweigen von totalitären Tendenzen in China selbst, das meines Wissens kein Land ist, in dem man leben will, und folgerichtig ist China (im Unterschied zu den USA oder auch Russland) ein Auswanderungsland.

  2. Durch den trampeligen Trump beschleunigten Niedergang der JewSA und ihrer Mittrott(el)er erledigt sich Peter Königs Problem, bereits beginnend, ganz von selbst.
    ?
    Treffen sich zwei Planeten im All auf ein Schwätzchen. Der eine zum anderen: "Siehst nicht ganz gut aus!?" – "Ja! Ich habe da einen unangenehmen Befall, MENSCHEN! – "An sich kein Problem, nur eine Zeitfrage, ein recht langer Nachwirkungseffekt. Diesen ekligen Befall hatte ich selbst auch ganz kurze Zeit. Die verschwinden aber plötzlich recht schnell, laut und mit reichlich heißen Lichtblitzen komplett ganz von selbst. Du musst überhaupt nichts machen. Nur hinterher wirst Du eine leider noch längere Zeit ihr Rest-Schädliches abstrahlen müssen. Länger, als Dich diese Selbstausrotter überhaupt befallen hatten."

  3. Vielen Dank, Peter König!

    "Die Absurdität hört hier nicht auf. Der US-Kongress hat kürzlich ein Gesetz verabschiedet, das es den USA ermöglichen würde, die „Demokratie“ und die Menschenrechte in Hongkong zu überwachen, den so genannten „Human Rights and Democracy Act“, mit dem Vorbehalt, Sanktionen zu verhängen, wenn Peking die von den USA auferlegten Regeln verletzen würde. Kannst du dir das vorstellen? Kann sich jemand diese allumfassende Arroganz vorstellen?"

    Ja diese Arroganz besteht seit der Invasion der Europäer nach Amerika. Der Genozid an den Ureiwohnern (ob im Norden oder im Sueden des Kontinents) ist beredtes Zeugnis dieser Ueberheblichkeit. Wieviele Zusagen wurden verworfen, wieviele Verträge wurden gebrochen?!
    Die meisten dieser Schandtaten wurde im Namen des Christentums ausgefuehrt. Es ging ja nur um Nichtgläubige. Dass diese Naturvölker in einem gewissen Sinne eine viel tiefere Erkenntnis von der Welt hatten steht auf einem anderen Blatt Papier.
    Aber seit dieser Zeit wuensche ich mir, dass diese Brut, die ja aus Europa stammt endlich einen Denkzettel verpasst bekommt!

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