STANDPUNKTE • US-Drohne aus Ramstein feuert IRAN-Konflikt an (Podcast)

Ein Standpunkt von Karl Bernd Esser.

Ayatollah Ali Khamenei, oberster Führer des IRANS sitzt am 11. Mai 2014 mit iranischen Militärs neben einer abgefangenen US-Tarnkappen-Drohne vom Typ RQ-170-Sentinel. Die heute abgeschossene „Interkontinentale US-Drohne“ vom Typ RQ-4 GLOBAL HAWK mit Einsatz im Nahen Osten wurde von der deutschen US-AIRBASE RAMSTEIN aus gesteuert. Iranische Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben eine solche US-Drohne über seinem Territorium mit modernster Raketentechnik abgeschossen (russ. Flugabwehrsystem Typ S-300 PMU-2). Die iranische Luftwaffe habe die «amerikanische Spionage-Drohne» vom Modell GLOBAL HAWK des Herstellers NORTHROP GRUMMAN über der südiranischen Provinz Hormusgan damit zerstört. Diese Drohne ist fast baugleich mit der mittlerweile eingemotteten EURO HAWK der deutschen Luftwaffe. Beide haben eine Reichweite von rund 22.780 km und eine maximale Einsatzhöhe von 20 km.

Bereits am 5. Dezember 2011 haben die Iraner erstmals die kleinere US-Gefechtsfeld-Drohne vom Typ Lockheed Martin RQ-170 SENTINEL mit dem russischen EloKa-Waffensystem von der Firma United Instrument Manufacturing Corporation2 abgefangen. Die UIMC gehört zum größten russischen Waffenkonzern ROSTEC5. Die US-Drohne konnte ohne Schäden durch Überlagerung des US-Signales eingefangen und damit ferngesteuert auf ihrem eigenen Militärflugplatz landen3. Andere US-Drohnen wurden durch Störung der US-Funkverbindung auch zum Absturz gebracht4. Die Iraner kopierten und bauten die abgefangene US-Drohne RQ-170 nach und nennen sie SHAHED 171 berichtet der Israelische Generalstabschef und Brigadegeneral Tomer Bar1. Der Iran veröffentlichte ein Video des SHAHED 171 im Flug im Jahr 2014. Zwei Jahre später zeigte der Iran ein weiteres Produkt, das auf dem Lockheed Martin Sentinel basiert, einer bewaffneten Version namens SAEGEH (Donnerkeil), so Tal Inbar, Direktor des UAV- und Raumfahrtprogramms von Israels Fisher-Brothers-Institut für strategische Luft- und Raumfahrtstudien6.

Am 12. Mai 2019 explodierten innerhalb einer Stunde vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate an den Rümpfen von vier Tankschiffen Sprengsätze. Sie rissen in der Nähe der Maschinenräume große Löcher in die Schiffswände. Zwei der Frachter stammten aus Saudi Arabien, einer aus Norwegen und einer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Im vorgelegten Untersuchungsbericht7 zu den Anschlägen vom 12. Mai 2019 (siehe Link) belegen Ermittler aus den drei Ländern Saudi Arabien, Norwegen und den UAE, dass nur ein staatlicher Akteur eine solch «raffinierte» Aktion durchführen konnte, ohne einen Namen zu nennen. Im Gegensatz zum jetzigen Zwischenfall mit den beiden brennenden Tankern aus Norwegen und Deutschland, der FRONT ALTAIR und der KOKUKA CORAGEOUS im Golf von Oman mussten die vier Schiffe am 12. Mai jedoch nicht evakuiert werden, und keine Ladung geriet in Brand. Die MAGNET-MINEN wurden an diesen vier Tankern offenbar bewusst rückseitig platziert, so dass sie nur den Maschinenraum beschädigten. Ein Inferno am Golf mit anderen Öltankern blieb so aus. An diesem Tag fuhren laut www.marinetraffic.com in unmittelbarer Nähe weitere 185 Schiffe, überwiegend Öltanker. Zudem befanden sich die getroffenen Tanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate – unmittelbar an der Zufahrt zum Hafen der emiratischen Stadt Fujairah.

Die Angriffe auf die zwei Tanker ereigneten sich keine 30 Seemeilen vor der iranischen Hafenstadt Bandar-e-Jask und in der Nähe eines Marinestützpunktes. Beide Tanker fuhren aus dem Golf von Oman heraus und beide Einschläge auf dem Chemikalientanker KOKUKA CORAGEOUS sind auf der dem Iran abgewandten rechten Steuerbord Seite zu sehen. Die Raketen kamen eindeutig von der Omanischen Seeseite. Die Einschläge am Schiff in gleicher Höhe über der Wasserlinie und in diesem Abstand belegen einen typischen zeitgleichen Abschuss von zwei Raketen einer Drohne aus einer Entfernung von ca. 1-2km. Theoretisch könnte der IRAN mit seiner Drohne SAEGEH diese Raketen auf die Tanker abgeschossen haben. Wahrscheinlicher ist, dass es die Drohne eines unbekannten DRITTSTAATES gewesen ist, welche nach dem Abschuss Richtung Omanischer Seeseite abgedreht hat.

In den 4 Anschlägen vom 12. Mai wurden die Magnetminen deutlich unter der Wasserlinie, wahrscheinlich von Kampfschwimmern, angebracht. „Das US-Video der beiden neuen Anschläge zeigt ein iranisches Schnellboot, dass eine angeblich dritte nicht explodierte Magnetmine abbaut, welche über der Wasserlinie mittig von iranischen Kampftauchern angebracht worden sein soll“, behauptet Ex-CIA-Chef und US-Außenminister Mike Pompeo. Diese iranischen Kampftaucher müssten dann mehrere Meter aus dem Wasser gesprungen sein, um die Minen an der KOKUKA anzubringen und das ist einfach physikalisch unrealistisch und daher falsch. Es könnte aber sein, dass dieses Video die Anwesenheit einer amerikanischen Drohne belegt, welche die eigenen US-Raketen vom Typ BGM 176 GRIFFIN C (genannt SEA GRIFFIN: Ausführung mit IR-Suchkopf und einer Reichweite von 15 km) hätte abschießen können. Diese GRIFFIN Raketen8 wiegen nur 20 kg und haben einen kleinen Gefechtskopf von 6 kg.

Die Drohne zog sich nach „ihrem Angriff“ weiter zurück, beobachtete und filmte aus sicherer Entfernung die Rettungsaktion des iranischen Schnellbootes. Das ist der Grund der Anwesenheit der US-Drohne vor Ort. Die Rettung der philippinischen Tankermannschaft der KOKUKA wurde später von den US-Militärs missbraucht.

Eine US-Drohne wurde am 6. Juni über Jemen abgeschossen, wie das US-Zentralkommando mitteilte. Laut CENTCOM wurde der MQ-9 REAPER von Houthi-Rebellen mit einer SA-6-Boden-Luft-Rakete abgeschossen. Eine Woche später, am 13. Juni, soll eine iranische SA-7-Boden-Luft-Rakete es nicht geschafft haben, eine MQ-9 abzuschießen, die die KOKUKA Courageous, einen der beiden im Golf angegriffenen Tanker, von Oman aus beobachtete. Der REAPER traf laut CENTCOM Minuten zuvor um 6:20 Uhr morgens bei dem Tanker ALTAIR ein, so das US-CENTCOM. Die US-Militärs waren mit ihrer Drohne, also unmittelbar nach dem Drohnenangriff auf die beiden Tanker, am Tatort.

Die schwere Anschuldigung gegen den IRAN ist eindeutig eine politisch manipulierte US-Falschmeldung von Ex-CIA-Chef Mike Pompeo und offenbar ein gezielter US-Raketen-Angriff auf die freie Schifffahrt. So wie es ausschaut haben nämlich die US-Militärs die beiden Tanker beschossen.

Die Welt sieht auch deutlich im Video: Die US-Drohne flog offenbar tief und filmte von der Seite die Rettungsaktion der Iranischen Behörden. Teherans Schuld ist mit dem unscharf gehaltenen Video der REAPER MQ-5 Drohne von General Atomics Aeronautical Systems aus der Ferne nicht bewiesen. Die Sache schaut doch jetzt ganz anders aus.

Quellen:

1) https://www.defensenews.com/global/mideast-africa/2018/02/12/israel-air-force-says-seized-iranian-drone-is-a-knockoff-of-us-sentinel/

2) https://deutsch.rt.com/russland/41965-russland-testet-konkurrenzlose-neue-radioelektronische/

3) https://www.dailymail.co.uk/sciencetech/article-3838264/Russia-creates-death-ray-uses-microwaves-knock-enemy-drones-mile-away.html

4) https://www.frstrategie.org/web/documents/publications/autres/2016/2016-facon-cnas-proliferated-drones.pdf

5) https://de.wikipedia.org/wiki/Rostec

6) https://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Kampff%C3%BChrung

7) https://www.docdroid.net/4Z50F0v/fujairah-tanker-attacks-preliminary-findings.pdf

8) https://de.wikipedia.org/wiki/AGM-176_Griffin

9) https://www.militarytimes.com/news/your-military/2019/06/16/centcom-mq-9-reaper-shot-down-over-yemen-last-week/

Bild: Paul Drabot / Shutterstock

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