STANDPUNKTE • Wo sollen wir anfangen? (Podcast)

Ein Standpunkt von Sean Henschel.

Wir leben in einer kranken Gesellschaft wo die Verrückten die Blinden führen. Der sogenannte moderne Mensch ist fettleibig und kriegt schon beim Treppensteigen nicht genügend Luft, seine Haut ist unrein und er ist zudem süchtig nach allerlei Dingen. Er inhaliert täglich toxische Stoffe, trinkt giftige Substanzen und kriegt nach fünf Stunden Zuckerentzug schlechte Laune. Er hat regelmäßig Rückenschmerzen und Knieschmerzen, vorgezogene Schultern, Hammerzehe und einen unangenehmen Beckenschiefstand. 

Ein gesunder Gang ist nicht mehr die Regel, sondern die Ausnahme. Gesunde zwischenmenschliche Beziehungen werden immer seltener und Persönlichkeitsstörungen verschiedener Art häufen sich. Es gehört zwar zum Menschsein dazu, Grenzen zu überschreiten und irrationales Verhalten an den Tag zu legen. Selbst Schmerz und geistliche Verwirrung kann seinen Reiz haben. Aber wenn dies zur Normalität wird, hat der Mensch ein ernstzunehmendes Problem.

Selbstverständlich finden sich Ausnahmen, aber diese sind stark unterrepräsentiert. Die westliche Welt gilt als hochentwickelt und in hohem Grade technisiert. Eine Welt die die Beherrschung und Unterwerfung der Natur als Heilmittel preist aber nicht in der Lage ist grundlegende Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen. Der Mensch wird permanent überwacht und wird in naher Zukunft in einer bargeldlosen Gesellschaft zur biometrischen Gesichtserkennung gedrängt werden.

Man könnte so ewig weitermachen…

Der Status Quo ist derart schockierend, dass man schnell den Mut verliert und sich nur noch ins Private zurückzieht. Die gesellschaftlichen Probleme lösen sich aber nicht durch Untätigkeit in Luft auf und wer in einer Demokratie schläft, wacht in einer Diktatur auf. Der Mensch kann sich ein ständiges Jammern nicht mehr leisten. Wer sich aber entscheidet sein eigenes Leben schrittweise zu verändern, wird mit einem Zustand konfrontiert, der dem Menschen von Natur aus Probleme bereitet, die Isolation und die Einsamkeit. Der Mensch als soziales Wesen tut sich damit schwer aber es nützt leider wenig, in einer kranken Gesellschaft der Angepasste zu sein. 

Wir müssen selber denken und dann müssen wir selber handeln. Handeln ohne zu Denken ist gefährlich und Denken ohne zu Handeln führt zu nichts.

Fangen wir damit an, Verantwortung zu übernehmen und die kleinen veränderbaren Dinge in den Blick zu nehmen. Der Fokus sollte auf das gerichtet sein, was der Mensch Schritt für Schritt verbessern kann und auf die er unmittelbaren Einfluss hat. 

Das Konsumverhalten ist einer der wichtigsten und stärksten Machtmittel, die noch in der Hand der Bevölkerung liegt. Es sind nicht die Eliten, die mehrheitlich bei Großkonzernen ihr Geld lassen. Sie sind lieber Eigentümer als Kunden. In vielen Fällen ist es das Geld der Masse, die als Gewinnausschüttung nach Oben abfließt. Der Imperialismus ist überall sichtbar. 

Er findet sich auf dem Essteller, im Badezimmer, im Kühlschrank, an der Garderobe und im Schlafzimmer wieder. Der Mensch trägt den Imperialismus zur Schau und nimmt ihn tagtäglich in den Mund. Er sortiert gesellschaftskritische Bücher in Regale ein die von Unternehmen produziert werden, die kaum Steuern zahlen und zudem qualitativ mangelhafte Produkte verkaufen. Er bevorzugt neues zu kaufen, anstatt altes zu restaurieren. Ausgerechnet die Vermögenslosen, handeln am widersprüchlichsten. Die Kette von Kausalzusammenhängen wird bedauerlicherweise selten offengelegt. 

Unsere Aufmerksamkeitsspanne und Konzentrationsfähigkeit verkürzt sich immer mehr und wir beschäftigen uns mit Belanglosigkeiten. Es macht keinen wesentlichen Unterschied ob wir Germany’s Next Topmodel angucken oder die Bundespressekonferenz um sich anschließend über die politische Farce zu echauffieren. Wir beschäftigen uns mit Ereignissen, die wir nicht ändern können und die uns keineswegs weiterhelfen. Solange wir damit beschäftigt sind, die alte Welt zu bekämpfen, anstatt diese zu ersetzen, werden wir keinen Schritt weiterkommen. 

Der Mensch hat die Chance mit den gegenwärtigen Kommunikationsmitteln, schnell und effektiv alternative Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Wir haben die Wahl. Wir können Kommentare fassen, die es uns gemeinsam ermöglichen in einen konstruktiven Diskurs über Lösungsvorschläge einzutreten. Wir können persönliche Anekdoten hinzufügen und zielgerichtet Vorurteile aus der Welt schaffen und auf wichtige Informationsquellen verweisen.

Der konstruktive Diskurs über unser alltägliches Konsumverhalten ist schon ein sehr wertvoller Schritt in die richtige Richtung. 

Tauschen wir uns aus. Abschließend ein Zitat von dem Theologen und Philosophen Reinhold Niebuhr: 

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ 

Über diesen Satz lässt sich gut nachdenken, unabhängig davon ob man an Gott glaubt oder nicht.

+++

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

+++

Bildquelle: beeboys / Shutterstock

+++

KenFM bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Meinungsartikel und Gastbeiträge müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.

+++

Dir gefällt unser Programm? Informationen zu Unterstützungsmöglichkeiten hier: https://kenfm.de/support/kenfm-unterstuetzen/

+++

Jetzt kannst Du uns auch mit Bitcoins unterstützen.

BitCoin Adresse:18FpEnH1Dh83GXXGpRNqSoW5TL1z1PZgZK

2 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Wo sollen wir anfangen? (Podcast)

  1. Vielleicht sollten wir bei uns selber anfangen? Hm…
    In vier Wochen ists wieder soweit. Alljährlicher, christlicher Lobgesang auf eine Konsumkultur, in der das allgemeine Denkvermögen erfolgreich auf Reiskorngröße geschrumpft wurde. Der von Steuerzahlungen komplett befreite Google-Apple-Amazon-Youtube-US-Rattenfänger hat seine Holzflöte gegen iPhones, iPads und Alexas eingetauscht. Er hat unser geistiges Immunsystem unterwandert und unsere kleinkindliche, seelische Bedürfnissnot studiert. Er kreiert u.a. scheinbar erfolgreiche #hashtag-Cindys, die uns und unsere Rasselbande animieren, unsere bedeutungslose Meinung bedeutungsvoll in Kommentare zu schreiben (wie ich das jetzt auch gerade hier tue), weitere Inhalte zu abonnieren, zu liken, zu posten, zu twittern, auf Facebook-Instagramm-Snappchat rumzuirren, um im Sumpf sinnloser Beschäftigung denkunfähig in Konsumzwang mit Minusbankkonto zu verrecken. Auf unsere verwirrt-entleerten Birnen fällt uns dann noch der Ohnmachtsdeckel mit der Angst vor Klimawandel, Digitalisierung, Terror und ungeordneter Zuwanderung. Unsere politischen Lichtgestalten versprechen selbstlos mit den immer gleichen inhaltslosen Phrasen eine hellgrüne, gerechte und glückliche Zukunft für alle. Während unser geliebtes apathisches, immer wiedergewähltes Muttichen nun Hand in Hand mit EU-Panzer-Ursel, G3-Knarrenbauer, Gender-Lindner, Hänsel-Habeck und Gretel-Thunberg mit viel CO2Gewissen und Drohnen unsere Demokratie in anderen Ländern retten, möchten wir die eigene Konfliktwelt inkl. die unserer Gatten|innen und unser geliebeten naturbewussten Jugend auch genauso erfolgreich zukunftsfähig neugestalten. Und wie geht das noch am Besten und Einfachsten? Gerade zur jetzt besinnlichen Weihnachtszeit? Ach ja. KLICK! für das neueste Kongo-Coltan-SmartPhone. KLICK! für den von blutigen Kinderhänden genähten Must-have-Hoodie. KLICK! für Plastik und Klamotten, die zurückgeschickt und geschreddert werden. KLICK! für billige Urlaubsflüge mit All-in-Sauf-Fettfress-Buffet. Und aufs Supermarkt-Einkaufsband stapeln wir fürs gemütliche Weihnachtsessen vollverzuckerte, in Plastik eingeschweisste Transfett-Chemiemehl-Glucose-Bomben mit Insulin-Resistenz- und Demenz-Garantie.
    Fassen wir uns alle an die eigene, dicke, Rotwein-WeihnachtsmannNase und hören auf, uns ständig über die da oben zu empören. Taschenlampe raus und mutig rein in den eigenen, dunklen, feuchten, übel-riechenden Eiter-Schimmel-Keller….

Hinterlasse eine Antwort