STANDPUNKTE • Wohnen in der Sackgasse

Ein Standpunkt von Dagmar Henn.

Wir Deutschen sind das unbehausteste Volk der EU (1); beinahe 60% wohnen laut aktueller Statistik zur Miete. Nur die Schweizer wohnen noch seltener in ihren eigenen vier Wänden. In großen Städten finden sich weit mehr Mieter als auf dem Land, in der früheren DDR mehr als in der früheren BRD; das zeigt, wie sehr die Übernahme der DDR von der Entwicklung in den anderen sozialistischen Ländern abwich – überall, außer in Deutschland, wurden die Wohnungsbestände des früheren Staates den Bewohnern überschrieben; die Bundesrepublik schaffte es noch, selbst jene, die zu DDR-Zeiten Wohneigentum besaßen, durch Rückgabeansprüche von Alteigentümern zu enteignen, so dass die Eigentumsquote (2) auf dem ehemaligen Gebiet der DDR zwar bei etwa einem Drittel liegt, diejenigen, die darin wohnen, in weiten Landstrichen aber ursprünglich Bundesbürger sind.

Der Rekord, der noch weit bekannter sein müsste, betrifft die Zahl der Wohnungslosen, die mittlerweile auf eine Million geschätzt wird. Hundertausende Wohnungen fehlen. Das nimmt unsere desozialisierte Republik aber eher achselzuckend zur Kenntnis, und es sind bis heute keine ernsthaften politischen Bemühungen erkennbar, dem abzuhelfen. Das wiederum braucht nicht zu überraschen – der Mietmarkt ist ein Kernstück der Umverteilungsmaschine von unten nach oben, und wenn seine Unfähigkeit, die Bevölkerung ausreichend mit Wohnraum zu versorgen, erst einmal offen auf dem Tisch liegt, braucht es tiefe Eingriffe, um umzusteuern; weit und breit findet sich keine politische Kraft, die darüber auch nur ernsthaft nachdenkt.

Dabei hat sich der Aberglaube, die Wohnungsfrage könne über den Markt gelöst werden, selbst im Westen erst in den 1980er Jahren durchgesetzt, und zwar gegen jede historische Erfahrung. Nach den massiven Zerstörungen des zweiten Weltkriegs in den Großstädten waren es öffentliche und gemeinnützige, also nicht gewinnorientierte, Wohnungsbaugesellschaften, die dafür sorgten, die Wohnungsnot zu beheben. Als 1960 in der Bundesrepublik die seit 1922 bestehende Mietpreisbindung, die per Gesetz eine Höchstmiete festlegte, für alle nach 1948 errichteten Wohnungen aufgehoben wurde (3), waren die Auswirkungen schon deshalb begrenzt, weil sich große Teile der Wohnungsbestände in den Großstädten in den Händen von Genossenschaften oder gemeinnützigen Gesellschaften befanden und damit weiterhin, wenn auch auf anderer rechtlicher Grundlage, gebunden blieben.

Das Auslaufen der Mietpreisbindung für Gebäude aus dem Altbaubestand führte bereits in den 1970ern zur ersten massiven Welle von Mietsteigerungen. Die Zerschlagung der Neuen Heimat, der größten gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft, und die Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit Anfang der 1980er führte sehr schnell dazu, dass neue Wohnungen fast ausschließlich als Eigentumswohnungen im obersten Preissegment errichtet wurden. Ab da verwandelte sich der Mietmarkt in eine Zeitbombe, die mit dem schrittweisen Wegfall der Sozialbindung bei neueren Wohnungen immer schärfer wurde.

Was wir heute sehen, das wiederhergestellte Wohnungselend, ist das zwangsläufige Ergebnis dieser politischen Beschlüsse. Neu und modern daran ist die Gleichgültigkeit, mit der dieses Elend gehandhabt wird. Da erfolgt schon mal der tolle Hinweis, man könne es mit Zeltstädten versuchen – die Stadt Los Angeles, in der inzwischen ganze Häuserblocks von solchen Zeltstädten umgeben sind, klagt über die Rückkehr (4) längst vergessener Seuchen wie Typhus und Paratyphus, was klar ins Gedächtnis ruft, warum die kommunalen Eingriffsmöglichkeiten in dieses Marktgeschehen unter den Sicherheitsgesetzen zu finden sind: es ist nicht die reine Menschenfreundlichkeit, die einst dazu drängte, die Menschen mit ausreichend Wohnraum zu versorgen, sondern auch die schlichte Seuchenprävention. Gottlob wurde diese Lektion inzwischen gründlich vergessen, so dass sich die Campingplätze im Umkreis der Großstädte langsam in Kopien US-amerikanischer Trailerparks verwandeln können, in denen jene hausen, die für den Markt zu arm sind.

Betrachtet man die gegenwärtige Lage in den Städten durch die Brille des ‚Gesetzes über den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft‘, mit dem 1960 in der BRD die Mietpreisbindung aufgehoben wurde, so müssten die meisten Kommunen schon zur Zwangsbewirtschaftung von Wohnraum übergegangen sein. Dort hieß es nämlich, dass in Kommunen mit mehr als 10.000 Einwohnern die Wohnraumbewirtschaftung verlängert werden kann, wenn die Zahl der Mietparteien die Zahl der Normalwohnungen um mehr als fünf Prozent übersteigt. Nehmen wir das Beispiel München: der Gesamtbestand an Wohnungen beträgt knappe 800.000. Fünf Prozent davon sind 40.000. Nach dieser alten Definition wäre das Fehlen von 40.000 Wohnungen ein Grund für die Wohnraumbewirtschaftung. Das bedeutet, Mietverträge könnten nur noch zwischen Wohnungseigentümern und behördlich zugewiesenen Mietern abgeschlossen werden; dadurch erfolgt die Verteilung nach Bedarf, nicht nach Geldbeutel. Die Kommune hätte zudem das Recht, in unterbelegte Wohnungen zusätzliche Mieter einzuweisen, also beispielsweise leerstehende Zweit- und Drittwohnungen der Vermögendsten wieder als Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

40.000 Wohnungen? Die fehlen in München längst; schon im Jahr 2012 (5) fehlten geschätzte 31.000 (6), und seitdem werden es jährlich durch fortgesetzten Zuzug zehntausend mehr, so dass der Fehlbestand inzwischen bei über 80.000 Wohnungen liegen dürfte, dem doppelten der Eingriffsschwelle von 1960.

Dennoch hat bisher noch keine Kommune versucht, diese Karte zu ziehen. Nicht einmal die Beschlagnahmung von Wohnraum, um Zwangsräumungen zu verhindern, ist sonderlich verbreitet, selbst wenn alle Notunterbringungen aus allen Nähten platzen. Das sei ja Enteignung, wurde mir entgegengehalten, als ich im Münchner Stadtrat vor Jahren einmal vorschlug, dieses kommunale Recht zu nutzen; ein Indiz für das niedrige mietenpolitische Bildungsniveau. Denn bei einer Beschlagnahmung wird die Miete von der Stadt weiterhin gezahlt; es wird in die Verfügung über das Eigentum, also den Besitz, eingegriffen, das Eigentum selbst bleibt unangetastet.

Ohnehin ist Miete das, was die ältere Version des Wortes besagt: Mietzins. Die Miete ist der Zins auf das in Boden und Gebäude angelegte Kapital. Das Grundgesetz kennt zwar ein Recht auf Eigentum, aber keinen Anspruch auf Verzinsung desselben. Ginge es nach dem Grundgesetz und nicht nach dem menschenfeindlichen und kapitalfreundlichen EU-Recht, wären weitreichende Eingriffe in die Mieten, also die Verzinsung, absolut legitim.

Wohneigentum ist äußerst unregelmäßig verteilt. Die untere Hälfte der Einkommen besitzt nichts, Eigentum an Mietwohnungen konzentriert sich im oberen Fünftel der Einkommensverteilung. Ganze 60% des vorhandenen Immobilienbestands befinden sich im Besitz des oberen Zehntels. Und da wird sichtbar, wie der Umverteilungsmechanismus funktioniert. Denn während die Ausgaben für die Wohnung vor allem für die unteren Einkommensgruppen massiv gestiegen (7) sind (um über 30% für das unterste Fünftel, um über 20 für das zweite Fünftel), während sie für das oberste Fünftel der Einkommensverteilung gefallen sind, entwickelten sich die Einkommen, auch dank Eingriffen wie Hartz IV, genau entgegengesetzt: die Einkommen des untersten Fünftels sanken seit 1993 um etwa acht Prozent, des zweiten Fünftels immer noch um ein Prozent, während die Einkommen des obersten Fünftels um sieben Prozent gestiegen sind. (Die Einkommen des obersten Promilles sind geradezu explodiert). Um jedes Stück, das die Mietbelastung gestiegen ist, wuchsen die Einkommen des wohlhabenderen Teils der Gesellschaft. Ein weitgehend ungeregelter Mietmarkt sorgt also systematisch dafür, die Armen ärmer und die Reichen reicher zu machen.

Wenn sich an dieser Situation etwas ändern soll, wenn man also verhindern will, dass sich auch hierzulande Zeltstädte ausbreiten, sind scharfe Eingriffe nicht zu vermeiden. Der Grund dafür liegt in der Verbindung zwischen Mieten und Bodenpreisen -wenn die Mieten steigen, steigen die Bodenpreise mit, und zwar schneller, als die Mieten selbst, da der Bodenpreis die gewissermaßen geronnene Erwartung künftigen Mietzinses ist. Während sich der allgemeine Preisindex (8) seit 1980 in etwa verdoppelt hat, hat sich der Preis für Bauland vervierfacht. In der teuren Stadt München liegt der Bodenanteil bei einer neu gebauten Wohnung längst über den Baukosten. Genossenschaften können unter solchen Bedingungen gar nicht mehr bauen. Maßnahmen, die die Mieten nicht absenken und damit auch die Bodenpreise, sind da zwangsläufig nur begrenzt wirksam.

Aber nichts davon ist ein Naturgesetz, ganz im Gegenteil. Der Zustand der Wohnungsversorgungung ist vollständig menschengemacht, und in völliger Kontrolle des Gesetzgebers. Es gibt zwei durchaus bekannte Modelle, wie eine dauerhafte Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum gesichert werden kann. Das erste wird seit Anfang vergangenen Jahrhunderts in Wien praktiziert, das zweite schon seit 125 Jahren in Ulm.

Das Wiener Modell (9) funktioniert mit Elementen, wie sie in der BRD auch einmal vorhanden waren. Über die Hälfte der vorhandenen Mietwohnungen befindet sich in der Hand der Stadt oder gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften und unterliegt einer Mietpreisbindung. Um das Jahr 2010 sank der Anteil vorübergehend unter 50%, und schon begann der hier weidlich bekannte Kreislauf aus Spekulation, Umwandlung und Anstieg der Bodenpreise; die Wiener Politik konterte das durch massiven Neubau gebundener Wohnungen, hob den Anteil wieder über 50%, und erreichte damit wieder Stabilität.

Die Stadt Ulm (10) hat vor 125 Jahren beschlossen, dass Grundstücke nur an die Stadt verkauft werden dürfen, und zwar zu dem Preis, zu dem sie sie zuletzt verkauft hat. Da Kommunen Planungshoheit besitzen, also schlicht ohne ihre Zustimmung auf städtischem Gebiet nicht gebaut werden darf, funktioniert auch das. Die Ulmer Version ist allerdings erst sehr langfristig wirksam, weil die wenigsten Kommunen noch nennenswerte Flächen besitzen.

Um in der gegenwärtigen Lage eine weitere Erhöhung der Wohnungslosigkeit zu vermeiden, bräuchte es eine Mietpreisbindung für zumindest einen nennenswerten Teil des Bestandes in Verbindung mit forciertem Neubau. Eigentlich sind die Voraussetzungen für öffentlichen Wohnungsneubau günstig. Der Bund bekommt, wenn er Kredite aufnimmt, sogar Geld obendrauf gelegt. Mit diesem Geld könnte gebaut und im Anschluss günstig vermietet werden. Dummerweise wurde gleich auf mehrfache Weise Sorge getragen, dass das nicht geht… durch die Schuldenbremse, die eine Kreditaufnahme untersagt, und durch die letzte Neuverteilung der Aufgaben zwischen Bund und Ländern, die die Wohnungsbauförderung auf die Länder übertragen hat (die nicht ganz so günstige Kreditbedingungen hätten, aber auch der Schuldenbremse unterliegen). Schließlich müsste man den Wohnungsbau zu einer Aufgabe der Daseinsvorsorge erklären, um nicht mit EU-Recht zu kollidieren. Sprich, es wurden nicht nur über Jahrzehnte hinweg Bedingungen geschaffen, die einzig für Kapitalanleger Vorteile haben, den Mietern aber das Leben zunehmend erschweren, es wurden auch noch Arm- und Fußfesseln der verschiedensten Art angelegt, um eine vernünftige Reaktion auf dieses Elend zu verhindern.

Die Kommunen wiederum haben nicht das Geld, um ausreichend zu bauen, und sind mit ganz überwiegend in GmbHs aus der städtischen Verwaltung ausgegliederten Wohnungsbaugesellschaften außerdem noch per Gemeindeordnung verpflichtet, mit diesen kommunalen Beteiligungen Gewinne zu erwirtschaften, nicht die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken.

Nicht einmal der Zuzug des Jahres 2015 führte zu einem Umdenken. Offensichtlich ist es kein moralisches Problem für die politische Klasse, erst lauthals ‚Willkommenskultur‘ zu verkünden, und dann zuzusehen, wie die auf günstige Wohnungen angewiesenen Bevölkerungsgruppen sich wechselseitig zerfleischen und ein Teil der willkommen Geheissenen in Zelten oder auf der Parkbank endet. Denn es gibt noch ein klitzekleines Hindernis – die Bauwirtschaft hätte gar nicht die Kapazitäten, die dringend benötigten Wohnungen zu bauen; man hat so lange an jeder Ausbildung gespart, dass selbst bei großzügigem Import von Baukolonnen aus aller Herren Länder das nötige Aufsichtspersonal, das ansatzweise für die Einhaltung der Bauvorschriften sorgt, nicht mehr vorhanden ist. Wenn also die erforderlichen gesetzlichen Schritte, wie etwa eine Wiederherstellung der Gemeinnützigkeit, die Definition von Wohnungsbau als Daseinsvorsorge und die Aufhebung der Schuldenbremse zumindest für diesen Bereich, vollzogen wären, bräuchte es immer noch mindestens drei Jahre, bis das erforderliche Personal ausgebildet ist. Währenddessen wächst die Wohnungslosigkeit weiter. Eine schnellere Abhilfe gäbe es nur durch Wohnraumbewirtschaftung; dafür allerdings fehlen der politischen Kaste mehr als zwei Eier in der Hose.

Die Leidtragenden sind die Mieter und jene, die gerne Mieter wären. Jene, die von einer von Oligarchen bestimmten Politik behandelt werden wie Nutzvieh, das, sobald es nicht mehr gemolken werden kann, zur Schlachtung freigegeben wird. Bisher hält sich die Gegenwehr in sehr bescheidenen Grenzen. Aber womöglich sind die Nebenwirkungen dieser Entwicklungen, die das ändern werden. In manchen Städten leidet die Infrastruktur bereits sichtlich; wenn Müllfahrer und Altenpflegerinnen sich die Wohnungen nicht mehr leisten können, fallen Stück für Stück zentrale Leistungen in sich zusammen wie ein Kartenhaus. In Münchens großer Kinderklinik ist bereits von zwei chirurgischen Stationen nur eine in Betrieb (11), weil das Pflegepersonal fehlt. Dass die Stadt ihre Zulage für städtische Bedienstete inzwischen auf fast 300 Euro pro Monat erhöht hat (12), ist ein Indiz dafür, wie ernst solche Ausfälle inzwischen geworden sind. Sie können hoffentlich irgendwann genug Zorn erwecken, dass wieder Wohnungspolitik betrieben wird, um die Bedürfnisse der Menschen zu decken, und nicht, um die Zinsgier der Wohlhabendsten zu befriedigen.

Quellenhinweise:

  1. Baldenius, Kohl, Schularick: Die neue Wohnungsfrage. Universität Bonn 2019
    http://www.macrohistory.net/wp-content/uploads/2019/06/Die-neue-Wohnungsfrage-.pdf
  2. https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/WohnenImmobilien/Immobilienmarktbeobachtung/ProjekteFachbeitraege/Wohneigentum/01_start.html?nn=446450
  3. Gesetz über den Abbau der Wohnungszwangswirtschaft (1960)
    https://dejure.org/BGBl/1960/BGBl._I_S._389
  4. The Los Angeles Disease Renaissance: Typhoid and Typhus Make a Comeback
    https://www.zerohedge.com/news/2019-06-08/los-angeles-disease-renaissance-typhoid-typhus-make-comeback
  5. https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.wohnungsmangel-in-muenchen-fehlen-31-000-wohnungen.901d99d0-e0b6-46ed-93e1-d9cdad49096d.html
  6. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/223140/umfrage/anzahl-der-fehlenden-mietwohnungen-nach-staedten-in-deutschland/
  7. Baldenius, Kohl, Schularick: Die neue Wohnungsfrage. Universität Bonn 2019
    http://www.macrohistory.net/wp-content/uploads/2019/06/Die-neue-Wohnungsfrage-.pdf
  8. https://www.statistik-bw.de/GesamtwBranchen/KonjunktPreise/VPI-LR.jsp Eine so lange Reihe war in der Statistik des Bundes online nicht zu finden
  9. https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeindebau
  10. https://www.businessinsider.de/wie-ulm-dafuer-sorgt-dass-spekulanten-bei-grundstuecken-und-bauflaechen-seit-ueber-100-jahren-keine-chance-haben-2019-1
  11. https://www.sueddeutsche.de/muenchen/notfallmedizin-fuer-kinder-wenn-kranke-kinder-nicht-mehr-versorgt-werden-koennen-1.3943502-2
  12. https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.kosten-120-millionen-euro-muenchen-zulage-und-gratis-mvv-ticket-fuer-stadt-mitarbeiter.49c159db-2fa9-49f3-a4fc-5ec9b92ab07a.html

Bildquelle: Andrew Lam / Shutterstock

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13 Kommentare zu: “STANDPUNKTE • Wohnen in der Sackgasse

  1. 1989 hatte ich schon das Problem, als ich in Wiesbaden gearbeitet hatte, aber mit meinen Arbeiter-Lohn keine Wohnung fand. Da beschloss ich mir eine gebrauchten Wohnwagen zu kaufen und fand auf dem Campingplatz Zum Katzenstein einen Ganzjahresplatz. Hatte vier Jahre in meinem Wohnwagen gewohnt Als ich vor ca. zwei Jahren nochmal drüber nachdachte und mir die Flüchtlingssituation hier in Deutschland ansah, da wusste ich das bei einer zurück gehenden Bevölkerung eigentlich die Mieten und Grundstückspreise nach unten und die Löhne nach oben gehen müssten. Also kann ich für mich sagen, es war mit voller Absicht das die Mieten steigen sollten und das auf den Rücken der Bedürftigen.

    Nicht die Regierung muss das Volk regieren, sondern das Volk die Regierung regieren.

    Wenn die Demokratie führt, brauchen wir keine Führer.

    Heute wohne ich in einer Mietwohnung. Ich hätte niemals gedacht das Regierungen so gegen das eigene Volk vorgehen.

    Regierungen sollten man nicht einmal von der Tapete bis zur Wand trauen.

    Last uns das eine Lehre sein.

  2. Das mittlere Median Vermögen der Deutschen liegt bei 47.091 Euro pro Kopf . D ist damit Schlusslicht in Europa hinter Portugal. Mit dem Vermögen lässt sich beim besten Willen keine Eigentumswohnung finanzieren und ein 30-jähriger Immobilienkredit tilgen.
    Zudem trägt der Gesetzgeber durch ständige Verschärfung der EnEV & Co entschieden zur Verteuerung der Mieten bei.
    Frage, wie soll denn eine Immobilie dauerhaft erhalten werden mit 5,-€/m2 Nettokaltmiete und verordneten Belegungsrechten ?
    Und wie kann es eine Knappheit an Wohnungsraum geben, wenn die Deutschen aussterben – wie uns die Medien erzählen?
    Und welche Baufirmen erstellen neuen Wohnraum für lau ?
    Nicht die Mieten explodieren, sondern die Löhne implodieren.
    Die schnellste Lösung der Knappheit abzuhelfen, sofortige Verdopplung des Mietzuschusses und Verdreifachung von Hartz4 um Druck auf das untere Lohnniveau auszuüben. Und Südeuropa atment auf.
    Wie sehen die Mieten in der Schweiz aus?
    40,- CHF = 35,91 Euro/m2 Nettokaltmiete.
    https://www.immowelt.ch/liste/zuerich/immobilien/mieten?gclid=eaiaiqobchmit4u60tkl4wivcc13ch3qgwyxeaaybcaaegi4l_d_bwe&sv=2&ef_id=eaiaiqobchmit4u60tkl4wivcc13ch3qgwyxeaaybcaaegi4l_d_bwe:g:s

  3. Moin, Dagmar Henn, und vielen Dank fuer diesen Standpunkt!
    Wenn es denn mehr wohnungssuchende Menschen gibt als zur Verfuegung stehende Wonnungen, und die Verantwortlichen nicht bereit sind mehr Wohnraum zu schaffen, so gibt es zumindest lang/mittelfristig noch die Möglichkeit ueber eine (freiw.) Geburtenkontrolle dieses Missverhältnis zu ändern. Das Kindergld, dass hierfuer allerdings kontraproduktiv ist, muesste dann den Menschen anderweitig zugewendet werden.
    Allerdings brächte diese Massnahme nur Vorteile, wenn den Schleusern und Menschenhändlern ein Stopp vor ihr Handeln gesetzt wird.

    mfG

    • Die einheimischen Geburten sind nicht das Problem, sie sind ja eh schon auf dem Niveau der (deutschen) Bevölkerungsschrumpfung. Diese Politik der offenen Schleusen passieren gegen jede Vernunft und verarscht die Bevölkerung und die Immigranten zugleich.
      In einem FB Post zur Seenotrettung hat das Auswärtige Amt eine interne Formen in einem Kommentar gebracht, dass bedeuten würde Europa könne 600 Mio Afrikaner aufnehmen. Ich hoffe das war nur ein Missverständnis, aber offensichtlich hat unsere Regierung in ihren bewachten Zitadellen jeden Realitätsbezug verloren.
      Egal wie die Immigration weiter geht, der öffentliche Sozialbau muß einen massiven Schub bekommen und ein Gesetz, dass es verbietet öffentliche Immobilien jemals zu verkaufen!

    • Moin, Balea,
      „Die einheimischen Geburten sind nicht das Problem, sie sind ja eh schon auf dem Niveau der (deutschen) Bevölkerungsschrumpfung.“
      Mal angenommen, die Bewohner des Flecken Erde, um den es geht (DE) wären nicht 80 mio, sondern nur 40 mio Menschen. Welche Konsequenzen hätte das insgesamt?
      1. Auf die Mietpreise bezogen, wäre wohl zu erwarten, dass es mehr angebotener Wohnraum gäbe als nachgefragter.
      unter der Prämisse, dass es keine nennenswerte Zerstörung von leerstehenden Wohnungen gibt, sollten die Mietpreise drastisch sinken.
      2. Kommen wir zum Thema Lohn und sozialer Absicherung innerhalb der Lohnabhängigen, duerfte auf der Hand liegen, dass bei geringer werdendem „Humankapital“ auch deren Löhne sich nach oben entwickeln sollten. Es stuenden eben auch keine Lohndumper zur Verfuegung, sei es ueber den Sklavenhändler (Zeitarbeitvermittler) oder die durch Schleusung Hereingewunkenen.
      3. Die ganze Umwelt wuerde aufatmen,
      wenn weniger Wasser getrunken wuerde,
      weniger Fleisch fett gemästet wuerde,
      weniger Abgase in die Luft geblasen wuerde,
      weniger T-Shirts im Ganges gefärbt wuerden fuer den deutschen Markt
      und auch weniger Abfall produziert wuerde, der dann auch nicht auf heimischen Deponien, oder ins Ausland verschifft werden muesste.
      Auch die Staus auf den Strassen durften sich erheblich verringern!

      Bei dem derzeitigen Stand der Produktivtechnik ist eine Beduerfnisbefriedigung der Bevölkerung allemal gesichert.

      mfG

    • Ohne ausreichend großer Bevölkerung keine große Macht. Daher muss zugekauft werden. Da es ein Spiel auf Zeit ist und Flüchtlinge ein Anzeichen für Krieg sind, wird es früher oder später Krieg geben, oder alles implodieren. Die Minus Zinsen sind Helikoptergeld, das aber in die Hände kommt die ihre Macht behalten und ausweiten wollen. Die nehmen das Helikoptergeld und investieren es mittels Krieg in Flüchtlinge und Immobilien. Sie plündern wie die Heuschrecken die Kulturen der ganzen Welt und lassen nichts als Zerstörung und Armut zurück.

  4. Off-topic: Sieht irgendjemand diese völlig künstliche Wolke am Himmel, oben links im Bild?

    Bei uns sieht manchmal, vor allem vormittags, der gesamte Himmel aus, wie der Schlick eines Wattenmeeres, nachdem sich das Wasser zurückgezogen hat. Der ganze Himmel voller Wellen, manchmal wie mit dem Lineal gezogen, parallel und mathematisch.
    Ich habe Dutzende von Photographien gemacht, die das belegen. Kann man leider hier nicht posten.

    Nur ganz selten noch die natürlichen, unbe“haarpten“ Wolken, die sich schon beim Anblick gut anfühlen. Feste Außenkonturen, dicht geballt und energetisch richtig fett; einfach gesund.

    Wer DAS nicht zum Thema Nummer eins macht, der wird sich in ein paar Jährchen noch ganz schrecklich wundern.
    Unsere Zeit läuft ab.

    ttps://www.youtube.com/watch?list=PLwfFtDFZDpwu9LYkcx4H1QuuLLu9SvcZm&v=LQ0hjejI420

    • Ahh, die Wissenschaftler sind so nett und machen Geoengeneering gegen den CO2 Effekt.
      Warum präsentieren die Deppen das nicht offiziell?
      Dann könnten die ganzen verarschten Kinder wieder in die Schule oder könnten ihre Ferien genießen wie sich einen schlimmen Sonnenbrand unter den UV Schutzklamotten zu holen…

      Thema Nummer 1 global gesehen ist eher die Geburtenkontrolle, wobei Deutschland hier aufgrund der Preis und Sozialgestaltung auf einmal schon gut da steht. Feministen*innen wollen eh keine Kinder mehr kriegen, außer der Mann arbeitet, putzt kocht und kümmert sich um die Kinder gleichzeitig.

    • Ich korrigiere:
      An 1. Stelle kommt der allgemeine, ganzheitliche Umweltschutz (ich meine nicht diesen isolierten Klimablödsinn)
      An 2. Stelle kommt die Geburtenkontrolle.

  5. Ein mir bekanntes und praxisbewährtes Modell:
    1. nach geeigneten Leuten Ausschau halten
    2. eingetragenen Verein gründen, e.V.
    3. Eigenkapital-Anteil zusammenkratzen (irgendwie, mancher kann Oma anhauen, mancher muss mal ein paar Monate „Montagejobs“ o.ä. machen), die e.V.-Mitglieder zahlen in den e.V. ein
    4. nach einem geeigneten Haus suchen (oder auch Grundstück, je nachdem)
    5. eine halbwegs anständige Bank suchen, Ökobank keine Ahnung irgendwas, der e.V. nimmt Kredit auf
    6. der e.V. kauft ein Haus / Grundstück
    7. bei einem erschwinglichen Haus müssen die e.V.-Mitglieder viel selber ausbauen, viel Arbeitsleistung investieren
    7.a erschwingliche Häuser wird es nicht in München Zentrum geben, aber wer will DA schon wohnen?! 🙂
    8. der e.V. vermietet die Wohnungen des Hauses so günstig wie möglich an die e.V.-Mitglieder

    (Ja die Sache hat den Haken des Bank-Kredites, aber woher sonst genügend Geld bereitstellen?)

    • Aber Andreas, wie viele sollen denn dort einmal wohnen, damit sie gemeinsam (mit Oma o.ä.) das Kapital aufbringen?

      Lassen wir mal die rechtliche Seite, Fragen der geeigneten Rechtsform (eingetragener Verein oder doch lieber Genossenschaft?) und die steuerliche Problematik beiseite und konzentrieren wir uns nur auf die wirtschaftliche/finanzielle Seite: Bei den gegenwärtigen Preisen müsste allein für den Kauf eines geeigneten Grundstücks schon eine beträchtliche Summe berappt werden von den künftigen Bewohnern. Und dann erst noch der Bau selbst, bei den stark gestiegenen Baupreisen. Klar, je mehr Leute zusammenlegen, desto mehr kann gebaut werden. Aber dann wollen dort auch umso mehr Leute wohnen. Umso größer muss das Gebäude werden, aber umso teurer wird es auch.

      Und dann, richtig, der Bankkredit: nicht jeder erscheint der Bank gleich kreditwürdig. Wie sollen denn die unterschiedlichen Kreditwürdigkeiten unter einen Hut gebracht werden, so dass die Bank mitmacht?

      Und wie soll am Ende das Ganze als Wohnungseigentümergemeinschaft vernünftig aufgeteilt und geregelt werden, damit nicht beim Geld die Freundschaft aufhört? Von den Kosten der Rechts- und Steuerberatung eines solch komplizierten Konstrukts ganz zu schweigen, die das Projekt noch erheblich verteuern, will man es auf einigermaßen tragfähige Füße stellen.

      Man müsste mal mit einer alternativen Bank reden, die gezielt soziale und ökologische Projekte fördert, wie mit z.B. der GLS Bank Bochum, bei der auch KenFM sein Konto unterhält. Aber auch die macht nur mit, wenn man ihr ein fundiertes, solides Konzept präsentiert, muss ja schließlich selbst am kapitalistischen Finanzmarkt bestehen.

    • @ citoyen
      Wie gesagt ist das nicht für München-Zentrum oder so, aber in weniger exklusiven Gegenden gibt es „Haus-Projekte“, die mit dieser juristischen Konstruktion funktionieren (wobei wahrscheinlich nicht so wichtig ist, ob e.V. oder Genossenschaft oder sonstwas). Und wenn man sich für Details interessiert, müsste man diese Leute mit der Erfahrung kontaktieren.
      Für Neubau würde sich das Modell wahrscheinlich nur am äußeren Standtrand eignen, aber die Frage ob besser schlecht in der Stadt oder gut am äußeren Standrand wohnen, würden vielleicht etliche auch eher pro Stadtrand beantworten.
      Hin oder her; mein Punkt ist, dass ein menschliches Leben, wenn es gut läuft, so 80 – 100 Jahre geht und wer warten will, bis die Politiker was tun … und wer noch innerhalb seine Lebenszeit wohnen will … 😀

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