KenFM im Gespräch mit: Stefan Mekiffer („Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“)

Geld ist genug da. Das wissen wir. Gerade wir, die im vermeintlich reichen Deutschland in einer Überflussgesellschaft leben. Dennoch stellt sich selbst hierzulande die Frage, wo es denn verblieben ist, das viele Geld und ob es vielleicht nicht doch zu wenig davon gibt, wenn das Straßenbild einer jeden Großstadt sichtbare Manifestation offenkundigen Mangels ist.

Ein möglicher Erklärungsansatz für diesen scheinbar systemimmanenten Mangel ist es, ihn zur Grundlage unserer modernen Kultur zu erheben, ohne den der Mensch fernab jeglichen Fortschrittes noch heute mit Speer und Bogen durch die Wälder streifen würde. Nach dieser Vorstellung sind die negativen Folgen unseres Geldsystems, wie Anonymität oder die Zwänge, die es auf uns auszuüben vermag, der Preis für die Prosperität der menschlichen Spezies.

In den Augen von Stefan Mekiffer ist eine andere Erklärung weitaus schlüssiger: Das System ist fehlerhaft konstruiert. Die durch den Zinsmechanismus erzeugte künstliche Verknappung des Geldes mag den Menschen zwar zu so mancher Großtat antreiben, doch ist sie es auch, die ihn von einem sozialen Wesen zu einem ichbezogenen Homo Oeconomicus heranzieht.

Da die Ökonomie jedoch keine Naturwissenschaft ist, liegt es am Menschen selbst, fehlerhafte und sogar lebensfeindliche Programmierfehler mit einem Systemupdate zu beheben. Im Gespräch mit KenFM legt Mekiffer dar, an welchen Stellschrauben er hierbei ansetzen würde.

Inhaltsübersicht:

0:09:59 Entstehung, Funktion und Wert von Geld

0:23:25 Macht Reichtum glücklich?

0:38:06 Geld ist ein Versprechen

0:44:17 Ein neues System – ohne Verknappung, ohne Überfluss

0:59:18 Egoismus in unserem Geldsystem

1:15:42 Inseln der Nachhaltigkeit – langsam aussteigen

1:27:24 Eine Griechenland-Hilfe, die keine war

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32 Kommentare zu: “KenFM im Gespräch mit: Stefan Mekiffer („Warum eigentlich genug Geld für alle da ist“)

  1. Insgesamt ein sehr angenehmes und interessantes Gespräch.

    Ich wundere mich nur über die innere Weigerung, die Konsequenzen aus dem eigenen Erkenntnisprozess zu ziehen: Stefan Mekiffer weißt mehrfach sinngemäß darauf hin, dass die Gesamtentwicklung kein gesteuerter Vorgang sei, Reich und Arm letztlich nur dem gleichen Denkfehler unterlägen.
    Dass unsere „Leistungsträger“ maximal von diesen Strukturen – die nicht vom Himmel gefallen sind – profitieren und Armeen von Beratern, „Wissenschaftlern“ und Schreiberlingen dafür bezahlen, „den Rest“ in die Akzeptanz derselben zu manipulieren, scheint für ihn die Grenze zum Aluhutträger zu überschreiten.

  2. Dieses Buch wurde etwa 1963 gestrichen von der Liste verpfichtete Literatur Volkswirtschaft Univerität Groningen, zu schwierig.
    Wenn ich die Kommentare hier jetzt durchsehe verstehe ich endlich das es wirklich zu schwierig war.
    Lionel Robbins, ‚An Essay on the Nature and Significance of Economic Science‘, Oxford 1932
    Varoufakis ist der meinung dass seit etwa 1970 Vokswirtschaft nirgends mehr gelehrt wurde.
    Nach meinem Ansicht führte das zu die Derivaten.
    Wir leben in einer Welt, Sarrazin schrieb es schon 2010, wo fast Niemand mehr etwas Intellectuelles von einige Seiten lesen und verstehen kann.
    Darum, fürchte ich, fast jeden Tag, neue Wahnsinn, das Letzte ‚Tierholocaust‘.
    Deutchland schafft sich nicht ab, das Westen hat sich schon abgeschafft.
    Thilo Sarrazin, ‚Deutschland schafft sich ab, Wie wir unser Land aufs Spiel setzen‘, München 2010

  3. Hallo lieber Stefan,
    Ich denke ich kann mir ein einigermaßen gutes Bild von deinem Erkenntnisprozess machen, und würde dir raten, nicht mehr allzu viel Zeit mit einem Studium der Magie zu verbringen.
    Transzendenz ist ja sehr wohl ein sehr interessanter Bereich doch weitgehend unverstanden und massiv missbraucht.
    Da besteht nicht nur das Risiko ein Vollscharlatan zu werden, sondern auch beim Versuch das zu vermeiden, als unsachlich disqualifiziert zu werden.
    Das was nicht verstanden wird, ganz besonders in dem Bereich, oft als bedrohlich empfunden.
    Ich halte es für zielführender das unwiderlegbar gegebene Konzept kosmische Realität einzubeziehen, und von dort aus die rein kosmische Multi-Vortex-Dynamik, die das Leben und die Realität geprägt hat, zu analysieren und zu verstehen.
    Von der Warte aus gibt es die Möglichkeit ein umfassenderes Bild Komplexer Zusammenhänge herauszuarbeiten.
    Auch die Kriterien zum Bezug auf Analogie multizirkularen Prozessen in komplexen Systemen, die Leben und Symbiose manifestieren, zeigen sich dann mannigfaltiger.
    Inklusive einer Realisation, dass wir als ganzer „lebensfähiger Organismus Mensch“ aus Septillionen von Zellen bestehen, von denen nur etwa ein Zehntel menschlich sind, also menschliche DNA und Genome enthalten, und diese menschliche Gensubstanz wiederrum nur noch zu einem Zehntel phänotypisch aktiv ist, ergibt sich dann vielleicht auch ein ganz anderer Blick auf die Evolutionstheorie. Nicht nur das Kooperation vielleicht der spannendere Part ist, sondern Kern ist und bleibt „ ohne Zusammenspiel geht gar nichts“. Die Entropie ist ist enorm und die ausschlaggebenden Kriterien gering. Die Verantwortung liegt bei den Regulatoren…………..

    • Oliver L. Reiser: Kosmischer Humansimus und Welteinheit, Fischer TB.

      Das Bild des Menschen und der Erde, homomorphisch als das „eine Erdwesen“ gesehen, davon sind wir nun wirklich sehr, sehr, sehr, sehr weit entfernt. Eine solche Integration von Wissen aus allen Gebieten, ist was anderes als das digitale Sammeln von Wissen. Reiser: ein Integrator und Ausnahmephilosoph. Solche Integrationsleistung wäre anzustreben (Humboldtsches Bildungsideal ist doch längst tot); unsere Gesellschaften gehen einen gänzlich anderen Weg. Den der Desintegration in Quantität bei einem Race to the Bottom. Das Gegenteil von Kooperation und Integration.

      Das Buch ist enorm spannend, aber auch s e h r anstrengend.

    • Herzlichen Dank
      Hatte schon mal einen Blick darauf geworfen. Leider wohl angesagt und nicht sehr weit weg.
      Ich sehe es erst einmal aus dem Blickwinkel der substantiellen Verständigung bei der es auch um das stets gemiedene Thema „neue Formen der Institutionalisierung“ gehen sollte, um Mehrheiten zu belegen.

    • Diese phänomenale abstrakte Pauschalbewertung mit vorgetäuschter Substanz ist im
      Umkehrschluss eine ABWERTUNG DER VERUNFT.
      Die schlüssige Analogie aus dem 20.Jahrhundert dazu wäre.
      Zweifeln heißt Denken, doch der vernünftige Mensch hat bestimmte Zweifel nicht, denn ein Zweifel ohne Ende bedarf keines Zweifels. Vernunft über Verstand unter permanenten Update des Verstehens heißt letztlich der Verstand ist die erste und auch letzte Instanz..Was dabei herauskommt ist nicht desto trotz eine Frage der Software.
      Eine Bildungs-und Kulturrevolution bedarf auch neue, weniger primitive Bezugssysteme. All dieses „Sei selbst der Wandel ( der du nicht sein kannst), ohne die Regeln zu brechen.. ist eine Form von FAKE HOPE .

    • @ U. West

      Vorab: Die bekanntesten Kritiken stammen wohl von Kant. Im Griechischen bedeutet Kritik (die Kunst der) Beurteilung, und so möchte mein Kommentar verstanden sein. Vielleicht sind wir uns einig, dass Kritik (in der heutigen Zeit) geübt als Verurteilung, Beanstandung, Bemängelung, Abwertung, (hasserfüllte) Herabwürdigung damit nichts zu tun hat. Ich meine auch implizit, dass während wir in der Technik und Naturwissenschaft in gewisser Weise „fortgeschrittener“ sind als die Griechen (mit dem Janus-Gesicht unseres technischen Fortschritts), die Philosophie dagegen ein erbärmliches Dasein fristet und unsere sozialen und gesellschaftlichen Systeme in einem dystopen Zustand sind. Und dies im 21. Jahrhundert; sich also auf eine angeblich implizite Fortschrittlichkeit irgend eines Jahrhunderts zu Beziehen macht so (pauschal) gesehen keinen Sinn.

      „Sei selbst der Wandel ( der du nicht sein kannst), ohne die Regeln zu brechen.. ist eine Form von FAKE HOPE .“
      Überlasse den Anderen den Wandel, breche die Regeln wie sie? Also weiter so?

      „Sei selbst der Wandel“ ist zu verstehen als Teil des Paradigma-Wechsels von „Ich“ zu „Wir“. „Sei selbst der Wandel“ richtet sich nicht an das Individuum, das Ego des Individuums, sondern an das „Wir“ und „Uns“ im Individuum. Den Wandel muss jeder für SICH SELBST UND DAS ANDERE SELBST leisten. Ob eine solche Evolution aus einer einer so fraktionierten Gesellschaft narzisstischer Individuen möglich ist, das ist eine andere Frage.

      Dieses „Wir“ wird je nach Standpunkt als sozialistisch, kommunistisch, anarchistisch etc. bezeichnet, was sogleich eigenes Denken verhindern kann, ebenso wie demokratisch etc.

      Dieses „Wir“ ist gemeint bei Goethe:
      „Nicht das macht frei, daß wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben daß wir etwas verehren, das über uns ist. Denn indem wir es verehren, heben wir uns zu ihm hinauf und legen durch unsere Anerkennung an den Tag, daß wir selber das Höhere in uns tragen und wert sind, seinesgleichen zu sein.“

      Die „asiatische Demokratie“ beinhaltet ebenso dieses „Wir“ im Gegensatz zur sog. „Freiheit“ des Individuums.

      Wenn „über uns“ nichts ist, was anerkannt werden kann, wenn wir im „Race to the Bottom“ sind, wenn jeder nur noch die Regeln bricht, dann finden wir uns in unserer Gegenwart wieder.

    • lieber Tony…1781 argumentierte Emanuel K so und es war richtungsweisend. 150 Jahre später wurde Ludwig W deutlicher, klarer und wesentlich energischer. warum wohl ?
      Volle Zustimmung, das viel daneben läuft. Die vielen Entschuldigungen und Ausreden wegen der mangelnden Zivilcourage, kann ich dennoch nicht akzeptieren.

    • @ U. West

      Wenn der Deutsche seine obrigkeitsstaatliche Geschichte der Reformen von oben (e.g. Bismarck) kennen würde, dann wäre das mit der Zivilcourage vielleicht anders. Ausgerechnet Bismarck meinte, dass Mut auf dem Schlachtfeld beim Deutschen Gemeingut sei, daß es aber „achtbaren Leuten“ an Zivilcourage fehle. Er meinte natürlich seinesgleichen.

  4. Das Grundeinkommen ist im Schuldgeldsystem nicht möglich, weil es bei diesem deshalb Geld gibt, weil es Schulden gibt.

    Damit das Grundeinkommen überhaupt möglich wird, brauchen wir zunächst eine schuldfreie Geldentstehung.
    Dafür wiederum müsste das weltweite Bankwesen völlig umgestellt werden, was nur mit einer längeren Umstellungsphase erreicht werden kann.

    Das fließende Geld hätte in der Tat den Vorteil, dass man sich nicht ständig wieder neues Geld ausleihen muss, das die Banken wiederum aus dem Nichts schöpfen.

    Jedenfalls darf die Geldmenge nicht mehr wie heute im zweistufigen Bankensystem von der Zentralbank gesteuert werden und wir benötigen stattdessen ein Kopfgeldverfahren.

    Wir müssten darüber nachdenken, wie man es mit Geld erreichen kann, dass Dinge, die in Wirklichkeit doch gar nicht knapp sind, nur wegen der fehlerhaften Logik des Geldes sinnlos verknappt werden.

    Beim heutigen Fiatgeld gibt es jedenfalls vor allem das Problem, dass es keine Schnittstelle zwischen Real- und Finanzwirtschaft gibt.

    Dies ist zwar zunächst sehr bequem. Aber es besteht dann auch die Gefahr, dass das Geldwesen irgendwann aus dem Ruder laufen könnte, was zurzeit der Fall ist.

    Wie es in der Diskussion richtig gesagt wird, ist es irgendwo das viele Sparen, wodurch immer mehr Schulden nicht zurückgezahlt werden können. Dadurch weitet sich die Geldmenge immer mehr aus, wodurch sich die Finanzwirtschaft immer mehr von der Realwirtschaft entfernt.

    Dadurch weiten sich auch Sinnlosigkeiten immer mehr aus.

    Es darf jedenfalls nicht sein, dass wir eine Marktwirtschaft haben, bei der einfach nur wenige Akteure immer mehr Geld dem Konsumkreislauf dauerhaft entziehen und eben nicht mehr selbst konsumieren.

    Es gehört auch zur Freiwirtschaftslehre nach Silvio Gesell, dass die Geldbesitzer nicht immer mächtiger dürfen, wodurch das Geldwesen nicht mehr fair ist.

    Das fließende Geld ist beispielsweise auch Bestandteil des sog. Plan B der Wissensmanufaktur von Andreas Popp und Rico Albrecht.

    In Matthäus 19:6 steht:
    Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen.

    Wir produzieren aber nicht nur zu viel Pkw’s, weil die Pkw-Lobby eben auch einfach zu stark ist, sondern wir haben auch noch die vielen Rückrufaktionen.

    Dabei ist in Wirklichkeit noch nicht mal das CO2 unser Problem, sondern die Abholzung. Schließlich wird das CO2 für das Pflanzenwachstum benötigt.

    Die Abholzung ist irgendwo eine Folge der Allianz zwischen Politik und Banken, die zwar bequem ist, die aber letztlich viele Länder weltweit irgendwo dazu veranlasst, dass sie ihre finanziellen Probleme auf diese Weise lösen.
    Wir können die weltweite Abholzung dadurch verhindern, indem wir selbst unsere Gürtel enger schnallen und eben auch unser Geld intelligenter handhaben.

    Dies erreichen wir insbesondere mit einer Entmachtung des weltweiten Bankenkartells.

    Aber unser Bundesfinanzminister hat doch noch vor kurzem noch mehr Großbanken für Deutschland vorgeschlagen.
    Jefenfalls entsendet vor allem Goldman Sachs ehemalige Mitarbeiter in wichtige Schlüsselpositionen.

    Hier fallen mir Namen wie Jörg Kukies oder Alice Weidel ein.
    Ebenso hat doch auch Donald Trump Ex-Banken von Goldman Sachs um sich. Ebenso haben Draghi und Barroso eine Goldman-Sachs Vergangenheit.

    Zudem war Präsident Macron bei Rothschild.
    Hier ist unsere Politik gefragt, dass sie keine Parteispenden mehr vom Finanzsektor annimmt.
    Aber es sieht nicht danach aus, dass die Politik über ihren eigenen Schatten springen will.

    Die AfD hat sogar noch zusätzliche Spendengelder aus Belgien angenommen. Aber die anderen Parteien, bis auf die Linke, sind da nicht besser.

    Aber selbst die Linke weicht auch schon mal gelegentlich von ihren guten Vorsätzen ab.

    • Geld und (Tausch-) Handel gehören von dieser Welt vollständig entfernt. Die Naturvölker dieser Welt kennen weder Geld als Tauschmittel noch Tauschhandel.

  5. Stefan Mekiffer gibt keine Statements ab, sondern er ist in Bewegung,
    experimentiert, denkt nach, philosophiert, sein Denken scheint überhaupt
    ständig in Bewegung, ohne oberflächlich oder unaufmerksam zu sein.
    Diese Lebendigkeit , die staunenden Augen, der offene Blick,
    ein Wissen, wahrscheinlich hochbegabt und voller Power!
    Dabei kann ich nicht, wie so oft bei Videos, nur gelegentlich hinsehen
    und etwas nebenher machen. Um seine Sicht auf die Gesellschaft ganz
    aufzunehmen, muss man auch bereit sein, mitzugehen.
    Diese Mischung hat etwas ungeheuer Anziehendes, mag auf manche
    aber einschüchternd wirken durch so viel Neues, Bewegendes, das
    man gar nicht auf einmal an sich heranlassen kann/will.

    Was die Kritik am Ökonomie-Studium angeht, so muss man
    leider wie über alle Studiengänge sagen, dass diese Auffächerung
    von Wissensvermittlung in all die vielen Fakultäten mit ihren
    entsprechenden Studienplänen verhindert, dass man einen
    ‚universellen‘ Ansatz sieht und weiterverfolgen will.
    Das betont z.B. auch Prof. Harald Lesch, wenn er sich eine Art
    Studium Generale für alle Studienanfänger wünscht.
    Hinzu kommt in der Ökonomie, dass natürlich Effizienz DIE
    Kategorie schlechthin ist.
    Die berechtigte Frage ist natürlich WAS soll gefördert werden,
    welcher Nutzen und für wen soll er maximiert werden?
    Richtig ist dass z.B. die Kritik an der Berechnung des BIP
    schon lange Unbehagen hervorruft und es alternative ‚Glücks-
    bilanzen‘ von Gesellschaften gibt.
    Also das Bewusstsein und das Unbehagen ist schon in manchen
    alternativen Ansätzen vorhanden.
    Richtig liegt demnach jeder, der einen alternativen Ansatz auf der
    (experimentellen) Ebene einer überschaubaren Gemeinschaft lebt
    und verwirklicht. Wieder denke ich an die vielen Schmetterlinge
    bei Prof. Immanuel Wallerstein in Min. 16:30:
    https://www.youtube.com/watch?v=l78FopWUxko

  6. Mit großem Interesse habe ich mir dieses Interview angesehen. Vieles war mir bekannt, anderes war neu für mich. Ich würde mich freuen, wenn es noch mehr Beiträge zu diesem Thema geben würde. Mein Vorschlag ladet doch mal Christian Felber (Gemeinwohlökonomie) ein.

  7. Was für eine Konfusion.

    Geld, um es mit einem Satz zu erklären, ist ein Konstrukt der Rechtsordnung. (Punkt)

    Geld beginnt auch nicht bei irgendwelchen Goldsuchern, Banken oder Konzerne, sondern beim Geldschöpfer Staat!
    und das seit mindestens 100Jahren

    Wieso das Kenfm-team immer noch nicht über das Buch „Staatliche Theorie des Geldes“ gestolpert ist und stattdessen irgendwelche Illusionisten (Sinnestäuscher) einlädt um dann anschließend zu glauben, dass irgendjemand diesen Quatsch ernst nehmen soll (im Sinne der Aufklärung), ist mir ein Rätsel.

    Auch ein Satz, den man sich abgewöhnen sollte „wir müssen aus dem System aussteigen!“ würde meine Frage kommen „und dann?“ Was für ein „System“ will man denn einführen?

    Und noch so ein Ding, wieso wird denn Wirtschaftswachstum immer verteufelt? Wirtschaftswachstum heißt ja nicht, denselben Unsinn für immer zu produzieren. Wenn die Ideen des Menschen nicht ausgehen, besteht auch kein Grund das Wachstum schlecht zu reden.

    Nur so als kleine Anmerkung: was glauben sie würde passieren, wenn die Politik morgen sagen würde „ ab morgen werden alle Güter so produziert, dass diese in 10 Jahren zu 90% recycelt und in 15 Jahren zu 100% recycelt werden“ hätte das ein Wirtschaftswachstum zur folge?

    Was rede ich hier, Nachdenken ist heute offensichtlich nicht en vogue.

    • Stimmt, nachdenken ist heute nicht en vogue. Vor allem Sie selbst sollten mal damit anfangen.

      Geld wird nicht vom Staat geschöpft, sondern von (privaten) Banken. Und damit hinkt alles weitere in Ihrem Beitrag.
      Zudem ist Geld ein Produkt wie jedes andere auch.

      Was ist Ihrer Meinung nach Wachstum überhaupt? Wachstum ist das Erwirtschaften von Verzinsung. Wer aber erwirtschaftet diese Zinsen? Und wofür überhaupt das Wachstum? Also was bringt uns das Wachstum denn genau?

      Die Politik kann viel sagen, wenn die Konzerne nicht mitspielen, dann ist das alles Schall und Rauch. Da mittlerweile mehr Lobbyisten in den Regierungen der Welt sitzen, schaffen diese für die Konzerne auch eine Wohlfühlzone. Letztendlich könnten wir alles irgendwie recyclen, ja. Aber wer zahlt das dann wieder? Wenn Handys, Kühlschränke und TV-Geräte zu 100% wiederverwertet würden, anstatt sie auf die Weltmüllhalde Afrika zu werfen, dann könnte sich die breite Masse kaum noch ein solches Gerät leisten. Die Folge wäre, dass Unternehmen weniger verkaufen und somit dreht sich die Spirale weiter.

      Was haben wir denn mit dem Wachstum der letzten 200 Jahre erreicht? Dass immer mehr Menschen sinnlose Jobs erledigen müssen, nur damit irgendwer noch den ganzen Plunder kauft. Und wenn keiner mehr kauft, weil er es nicht brauch oder weil er es sich nicht leisten kann, denkt man sich etwas Neues aus, mit dem man aufgrund von Subventionen dem einfachen Arbeiter das Geld aus der Tasche ziehen kann. Beispiele hierfür gibt es genügend: Abwrackprämien für Autos, Abwrackprämien für Kühlschränke, Energiewende (ins nirgendwo) und jetzt Ideen für Sondersteuern auf Benzin und Heizöl damit man den Verkauf von Elektrofahrzeugen ankurbelt. Es geht nicht um Umweltschutz oder Nachhaltigkeit, es geht um Profit. Denn wo landen denn die ganzen Autos, die dann keiner mehr fahren darf? Genau, entweder irgendwo anders auf der Welt wo sie die Umwelt verpesten oder auf dem Müll. Recycling ist teuer und müsste immer vom Kunden getragen werden – egal auf welche Art und Weise. Aber darüber macht sich eben niemand Gedanken. Sie scheinbar auch nicht…

    • at–Felix in the Sky

      sie sind das beste Beispiel für „nicht wissen wollen“.

      das richtet Anti-Aufklärung an! lebe deine träume weiter………

    • at-mir egal
      Sie sprechen mir aus dem Herzen:

      >>> „Was für eine Konfusion. Geld, um es mit einem Satz zu erklären, ist ein Konstrukt der Rechtsordnung. (Punkt)“

      Genau so ist es. Und alles was es zu besprechen gibt ist, wie dieses Konstrukt gestaltet werden muß um der Allgemeinheit zu nützen.

      Und in der Tat sind wir mit dem aktuellen Geldsystem näher an einem Konstrukt, das diese Anforderung erfüllt als der ahnungslose Erdenbürger sich vorstellen kann, da er keine Ahnung davon hat wie unser aktuelles Geldsystem funktioniert und deswegen auch nicht beurteilen kann, welche Kleinigkeiten geändert werden müßten um eine positive Wirkung davon ausgehen zu lassen.

      >>> „Geld beginnt auch nicht bei irgendwelchen Goldsuchern, Banken oder Konzerne, sondern beim Geldschöpfer Staat! und das seit mindestens 100Jahren. Wieso das Kenfm-team immer noch nicht über das Buch „Staatliche Theorie des Geldes“ gestolpert ist und stattdessen irgendwelche Illusionisten (Sinnestäuscher) einlädt um dann anschließend zu glauben, dass irgendjemand diesen Quatsch ernst nehmen soll (im Sinne der Aufklärung), ist mir ein Rätsel.“

      Von Knapp’s Buch (Staatliche Theorie des Geldes) und MMT (Modern Money Theorie) scheint man bei KenFM tatsächlich noch nichts gehört zu haben. Andernfalls müßte doch zumindest mal eine Frage in diese Richtung kommen an all die „Experten“, die hier schon zum Thema Geld befragt wurden, die offenbar auch noch nie was von Knapp’s Buch oder MMT gehört haben.

      >>> „Auch ein Satz, den man sich abgewöhnen sollte „wir müssen aus dem System aussteigen!“ würde meine Frage kommen „und dann?“ Was für ein „System“ will man denn einführen?“

      Diesen Vorschlag haben bisher alle bei KenFM gemachten Geld-„Experten“ gemacht. Das ist sehr bequem. Es erspart die Mühe, das gegenwärtige System so zu analysieren, daß man es wirklich versteht. Um darauf aufbauend gezielt treffsichere Kritik und Verbesserungsvorschläge machen zu können. Stattdessen: alles über den Haufen werfen und irgendwelchen Hirngespinsten nachhängen. Irgend ein geringstes belastbares Indiz, daß diese Hirngespinste dann auch funktionieren können wird nicht präsentiert. Solchen „Experten“ die Gestaltung des künftigen Geldsystems zu überlassen führt mit sicherheit zu Mord und Totschlag und zum Zusammenbruch ganzer Gesellschaften.

    • @W. Schürer

      Besten Dank für Ihren ausführlichen Kommentar.
      Ich hoffe, Sie gestatten mir einige Nachfragen?

      Sie schrieben „(…)

      >>> „Was für eine Konfusion. Geld, um es mit einem Satz zu erklären, ist ein Konstrukt der Rechtsordnung. (Punkt)“

      Genau so ist es. Und alles was es zu besprechen gibt ist, wie dieses Konstrukt gestaltet werden muß um der Allgemeinheit zu nützen.

      Und in der Tat sind wir mit dem aktuellen Geldsystem näher an einem Konstrukt, das diese Anforderung erfüllt als der ahnungslose Erdenbürger sich vorstellen kann, da er keine Ahnung davon hat wie unser aktuelles Geldsystem funktioniert und deswegen auch nicht beurteilen kann, welche Kleinigkeiten geändert werden müßten um eine positive Wirkung davon ausgehen zu lassen. (…) “

      ****** Nun, da Sie in obigem Absatz u.a. konstatieren, dass der ahnungslose Erdenbürger keine Ahnung davon hat, wie unser aktuelles Geldsystem funktioniert und dass das bestehende System schon nahe dran ist (bis auf ein paar noch zu ändernde Kleinigkeiten), der Allgemeinheit zu nützen, sind Sie scheinbar im Besitz von Spezialwissen. Warum teilen Sie dieses nicht mit uns??? Ich bin sicher, es gibt hier nicht wenige Leser, die daran interessiert wären!

      “ >>> (…) und stattdessen irgendwelche Illusionisten (Sinnestäuscher) einlädt um dann anschließend zu glauben, dass irgendjemand diesen Quatsch ernst nehmen soll (im Sinne der Aufklärung), ist mir ein Rätsel.“

      Von Knapp’s Buch (Staatliche Theorie des Geldes) und MMT (Modern Money Theorie) scheint man bei KenFM tatsächlich noch nichts gehört zu haben. Andernfalls müßte doch zumindest mal eine Frage in diese Richtung kommen an all die „Experten“, die hier schon zum Thema Geld befragt wurden, die offenbar auch noch nie was von Knapp’s Buch oder MMT gehört haben.

      ******** Gibt es in Ihrem Universum die Möglichkeit, dass die von Ihnen gescholtenen Experten ihre Theorien entwickelten obwohl (oder gerade weil) sie die von Ihnen genannten Bücher kennen? Ich möchte gar nicht erst versuchen, die Anzahl konkurrierender Erklärungsmodelle zu diesem Thema korrekt zu benennen, es sind einfach zu viele. Was macht Sie so sicher, dass die von Ihnen genannten Autoren die eltztendliche Wahrheit verkünden?

      “ >>> (…) Es erspart die Mühe, das gegenwärtige System so zu analysieren, daß man es wirklich versteht. Um darauf aufbauend gezielt treffsichere Kritik und Verbesserungsvorschläge machen zu können. (…)“ OK, wann hat man es denn Ihrer Meinung nach wirklich verstanden? Und wenn Sie gezielt treffsichere Kritik einfordern, haben Sie doch sicher ebenfalls noch ein paar Pfeile im Köcher, mit denen Sie Ihre Kritik hier gezielt und treffsicher machen können, oder? Allgemeines „Die sind alle unfähig und ingnorant“- Rufen wie Sie es hier praktiziert haben, erfüllt Ihren eigenen Qualitätsanspruch jedenfalls nicht.

      “ (…) Stattdessen: alles über den Haufen werfen und irgendwelchen Hirngespinsten nachhängen. Irgend ein geringstes belastbares Indiz, daß diese Hirngespinste dann auch funktionieren können wird nicht präsentiert. Solchen „Experten“ die Gestaltung des künftigen Geldsystems zu überlassen führt mit sicherheit zu Mord und Totschlag und zum Zusammenbruch ganzer Gesellschaften.“

      ********* Man darf diesem Absatz doch sicher entnehmen, dass Sie für die Beibehaltung des Systems sind, richtig? Dann aber gilt für Sie das Gleiche wie das, was Sie von denjenigen fordern, die das System abschaffen wollen: „Irgend ein geringstes belastbares Indiz, daß diese Hirngespinste dann auch funktionieren können wird nicht präsentiert.“

    • at – Paleene,

      Vielen Dank für Ihre Antwort.

      >>> „Nun, da Sie in obigem Absatz u.a. konstatieren, dass der ahnungslose Erdenbürger keine Ahnung davon hat, wie unser aktuelles Geldsystem funktioniert und dass das bestehende System schon nahe dran ist (bis auf ein paar noch zu ändernde Kleinigkeiten), der Allgemeinheit zu nützen, sind Sie scheinbar im Besitz von Spezialwissen. Warum teilen Sie dieses nicht mit uns??? Ich bin sicher, es gibt hier nicht wenige Leser, die daran interessiert wären!“

      Von Spezialwissen kann keine Rede sein. Alles was man wissen muß kann in den beiden zitierten Quellen nachgelesen werden. Dies auf einen Umfang zu komprimieren der es erlaubt hier in einem Kommentar präsentiert zu werden ist mir leider unmöglich. Als Quelle für eine Einführung und umfangreiche Auseinandersetzung im Lichte der MMT mit aktuellen Ereignissen empfehle ich Ihnen den Blog eines der wichtigsten Experten auf diesem Gebiet: http://bilbo.economicoutlook.net/blog/

      Die MMT erklärt, wie unser heutiges Geldsystem funktioniert. Wichtige Erkenntnisse daraus sind, daß souveräne Staaten mit einer souveränen Währung nicht pleite gehen können und die Zentralbank eines solchen souveränen Staates den Zinssatz, den der Staat für seine Anleihen zu bezahlen hat auf jedes beliebige Niveau festsetzen kann. Wenn man das verstanden hat ist unmittelbar klar, daß das Märchen solche souveränen Staaten hingen am Tropf von Finanzmärkten und wären damit deren gutem Willen ausgeliefert eine glatte Lüge ist. Diese Lüge ist natürlich sehr wichtig um die neoliberale Politik zu rechtfertigen, die seit Jahrzehnten zu unglaublicher Vermögenskonzentration bei einigen wenigen und gleichzeitiger Verarmung großer Teile der Bevölkerung geführt haben.

      Das Geldsystem (die soziale Vereinbarung, das Konstrukt der Rechtsordnung) mit dem eine gerechte Gesellschaftsordnung etabliert werden kann haben wir also bereits (wobei die Eurozone ein Spezialfall ist, für den das nicht gilt, worauf ich gleich noch zurück kommen werde). Dieses muß nicht abgeschafft und durch irgendein Hirngespinst ersetzt werden, dessen Untauglichkeit sich in der Praxis schnell erweisen und zu unvorstellbarem Elend führen wird. Es ist alles eine Machtfrage. Wäre dieses Geldsystems in den Händen einer Organisation, deren Hauptanliegen das Wohlergehen der Bevölkerung ist, wäre das Problem gelöst. Theoretischer Weise müßte in einem demokratischen Staat diese Organisation die demokratisch gewählte Regierung sein. Der tatsächlich vorliegende Mißstand ist also nicht ein ungerechtes oder dysfunktionales Geldsystem sondern die Tatsache, daß in unseren westlichen Demokratien nicht das Gemeinwohl oberste Verpflichtung unserer Regierungen ist sondern Lobhudelei und Arschkriecherei bei den Finanzgiganten.

      Wie verkommen oder verblödet oder beides die politische Elite in unseren Gefielden ist kann man an der Konstruktion der Eurozone sehen. Dort wurde der oben genannte Vorteil unseres Geldsystems (souveräne Währung souveräner Staaten) freiwillig aufgegeben und somit die Regierungen der Mitgliedsstaaten tatsächlich dem Wohlwollen der Finanzmärkte ausgeliefert. Natürlich hätten die Institutionen der Eurozone die Macht die einzelnen Mitgliedsstaaten vor der Willkür dieser Finanzmärkte zu schützen. Allen voran die EZB. Aber wie man zur Zeit live beobachten kann läßt diese es zu, daß der Spread zwischen italienischen und deutschen Staatsanleihen sich ausweitet. Die EZB könnte das jederzeit verhindern. Aber unsere nicht gewählten technokratischen politischen Eliten in Europa ziehen es vor das Spiel der Finanzmärkte zu spielen um demokratische gewählte Regierungen daran zu hindern ihren Wählerauftrag zu erfüllen. Erst Zypern und Griechenland. Jetzt ist Italien dran.

      >>> „Gibt es in Ihrem Universum die Möglichkeit, dass die von Ihnen gescholtenen Experten ihre Theorien entwickelten obwohl (oder gerade weil) sie die von Ihnen genannten Bücher kennen?“

      Alles ist denkbar. Aber diese Quellen zu kennen und sie nicht mit einem einzigen Wort (weder positiv noch negativ) in einem 1 ½-stündigen Gespräch über Geld zu erwähnen – das erscheint mir tatsächlich sehr schwer vorstellbar.

      >>> „Ich möchte gar nicht erst versuchen, die Anzahl konkurrierender Erklärungsmodelle zu diesem Thema korrekt zu benennen, es sind einfach zu viele. Was macht Sie so sicher, dass die von Ihnen genannten Autoren die eltztendliche Wahrheit verkünden?“

      Ich kenne keine anderen Autoren, die die Funktionsweise unseres aktuellen Geldsystems detailliert und logisch nachvollziehbar erklären. Für diesbezügliche Quellenhinweise bin ich natürlich immer offen und dankbar.

      >>> „OK, wann hat man es denn Ihrer Meinung nach wirklich verstanden? Und wenn Sie gezielt treffsichere Kritik einfordern, haben Sie doch sicher ebenfalls noch ein paar Pfeile im Köcher, mit denen Sie Ihre Kritik hier gezielt und treffsicher machen können, oder? Allgemeines „Die sind alle unfähig und ingnorant“- Rufen wie Sie es hier praktiziert haben, erfüllt Ihren eigenen Qualitätsanspruch jedenfalls nicht.“

      Ich hoffe auf der Basis der oben von mir genannten Erkenntnisse der MMT bezüglich der Möglichkeiten souveräner Staaten gegenüber den angeblich allmächtigen Finanzmärkten ist mir das gelungen. Das Gesagte sind unmittelbare Schlußfolgerungen aus diesen Erkenntnissen. Die Erkenntnisse selbst hier herzuleiten und zu begründen würde den Rahmen dieses Kommentars sprengen. Dafür ist der Rahmen eines Buches oder umfangreichen Blogs angemessen. Beides ist vorhanden und als Quelle zitiert. Wenn Sie die Richtigkeit dieser Erkenntnisse in Zweifel ziehen kann ich Ihnen nur empfehlen sich mit den genannten Quellen auseinander zu setzen und uns dann zu erläutern wo deren logische Fehler bei der Begründung dieser Erkenntnisse sind.

      >>> „Allgemeines „Die sind alle unfähig und ingnorant“- Rufen wie Sie es hier praktiziert haben, erfüllt Ihren eigenen Qualitätsanspruch jedenfalls nicht.“

      Das war nicht meine Absicht. Ich schrieb den Kommentar ja auch nur halbherzig. Solch verspätete Kommentare werden ja in der Regel gar nicht mehr gelesen geschweige denn beantwortet. Ich wollte mir nur ein wenig den Frust vom Leibe schreiben angesichts der Art, wie mit diesem Thema bei KenFM umgegangen wird. Und möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, daß KenFM für mich DER Augenöffner bezüglich vieler politischer Themen war und ist. Inzwischen allerdings nicht mehr der einzige. Um so trauriger finde ich die Niveaulosigkeit gerade beim Thema Geldsystem, das ich für die wichtigste Stellschraube für die friedliche und gerechte Funktionsweise von Gesellschaften halte in denen Menschen miteinander interagieren, die nicht den Vorzug haben sich alle gegenseitig persönlich zu kennen.

      >>> „Man darf diesem Absatz doch sicher entnehmen, dass Sie für die Beibehaltung des Systems sind, richtig? Dann aber gilt für Sie das Gleiche wie das, was Sie von denjenigen fordern, die das System abschaffen wollen: „Irgend ein geringstes belastbares Indiz, daß diese Hirngespinste dann auch funktionieren können wird nicht präsentiert.“

      Da haben Sie recht. Ich hoffe ich konnte diesen Mangel zumindest soweit beheben, wie es im Rahmen so eines Kommentars möglich ist.

    • @ W. Schürer

      Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort und den Link.
      Ich werde mich in den nöchsten Tagen intensiver damit beschäftigen und melde mich anschließend wieder hier.

      Bis dahin,
      Ihnen (und allen andern natürlich auch) eine gute Adventszeit

    • Hallo Paleene,

      freut mich, wenn mein Frust-Kommentar dank Ihnen doch noch zu einer fruchtbaren Diskussion führen sollte. Es ehrt Sie, daß Sie sich näher mit der Thematik beschäftigen möchten. Erlauben Sie mir, Ihnen noch ein paar Anmerkungen basierend auf meinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg zu geben.

      Ich beschäftige mich schon seit sehr vielen Jahren mit dem Thema Geldsysteme. Meine Skepsis gegenüber den „Experten“ läßt sich am besten mit einer Analogie erklären. Ich verhalte mich da ähnlich streng und unnachgiebig wie ein zum Nichtraucher bekehrter Raucher gegenüber denjenigen, die diesen Schritt noch nicht geschafft haben. Viele der Argumente, die von diesen „Experten“ vorgetragen werden kommen mir sehr bekannt vor, weil ich sie selber lange Zeit für stichhaltig gehalten hatte. Ich habe mich auch sehr lange auf dem bequemen Standpunkt ausgeruht, unser aktuelles Geldsystem sei einfach von Grund auf schlecht und müsse deswegen unbedingt durch ein besseres ersetzt werden. Ich vertrat sogar den extremen Standpunkt unser aktuelles Geldsystem (Fiatmoney) sei das schlechteste und betrügerischste, das es jemals in der Menschheitsgeschichte gab und von daher wäre jedes andere Geldsystem auf jeden Fall eine Verbesserung.

      Diese Einschätzung unseres gegenwärtigen Geldsystems beruhte auf der Erkenntnis, daß diese Art von Geldsystem (Fiatmoney) einfach zu verführerisch zum Betrug einlädt. Und somit von denjenigen, die darüber verfügen können Ehrlichkeit zu verlangen nur naiv sein kann, da dies angesichts der großen Versuchung Übermenschliches von den Betroffenen zu verlangen hieße. Von den in Frage kommenden Alternativen schloß ich nach anfänglicher Sympathie die Schwundgeldvarianten (Silvio Gesell, Experiment von Weigl etc.) aus, da es sich hierbei letztendlich auch um Fiatmoney-Varianten handelt und somit dieselbe Problematik vorliegt. Mein Favorit war lange Zeit der Goldstandard und mein theoretisches Rüstzeug die Österreichische Schule.

      Richtig wohl fühlte ich mich in dieser Position aber letztendlich auch nie so richtig. Ein Minuspunkt, den ich mir selbst anrechnete war, daß ich letztendlich die Funktionsweise unseres aktuellen Geldsystems nicht wirklich verstanden hatte. Ich glaubte allerdings lange Zeit mir mit der Ausrede von der unwiderstehlichen Verführungskraft dieses Systems zum Betrug die Anstrengung eines genauen Kennenlernens der Funktionsweise dieses „Betrugssystems“ sparen zu können. Dabei war ich bei meinen Recherchen zum Thema immer wieder auf den Begriff Modern Money Theorie gestoßen. Aber ich war nicht gewillt mich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Noch eine Theorie zum Thema Geld, noch dazu eine „moderne“ schien mir nicht das zu sein, was ich noch brauchte. Bis ich schließlich begriff, daß es bei MMT nicht um noch eine Theorie zum Geld geht sondern daß es sich dabei darum handelt das existierende moderne Geldsystem zu analysieren und theoretisch zu erklären.

      Die Erkenntnis was MMT tatsächlich ist kam mir letztendlich aufgrund einer höchst interessanten und kontroversen Diskussion, die zu diesem Thema bei makroskop.eu angestoßen wurde und an der sich mehrere sehr kompetente Leute beteiligten. Nun ist makroskop.eu ein zahlungspflichtiges Portal und die Artikel dieser Diskussionsreihe sind hinter der Bezahlschranke versteckt. Insofern kann ich diese Artikel hier nicht verlinken oder sonstwie veröffentlichen. Wenn es Sie allerdings interessiert könnte ich mir die Mühe machen all diese Artikel in einer PDF-Datei aufzusammeln und Ihnen privat zukommen zu lassen. Im Rahmen dieser Diskussion bin ich dann auch erstmals auf den Namen Bill Mitchell gestoßen. Das ist der Autor des verlinkten Blogs mit dem Sie sich demnächst beschäftigen wollten.

      Ich weiß nicht wie es mir ergangen wäre, wenn mir zur Auseinandersetzung mit dem Thema nur dieser in englisch geschriebenen Blog zur Verfügung gestanden hätte. Für mich war es sehr hilfreich, diese gesamte kontroverse Diskussion zu verfolgen. Das hilft ungemein bei der Beurteilung der vorgetragenen Argumente.

      Ausgangspunkt der Diskussion war eine grundsätzliche Kritik an der MMT. An der anschließenden Diskussion beteiligte sich auch Bill Mitchell mit drei Artikeln auf seinem Blog:
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=38964
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/?p=38992
      http://bilbo.economicoutlook.net/blog/

      Ich bin durch die Auseinandersetzung mit der MMT sozusagen vom Saulus zum Paulus geworden was die Einschätzung von Fiatmoney betrifft. Natürlich lädt ein Fiatmoney-System zum Betrug ein. Die Konsequenz daraus ist, daß die Macher dieses Systems einer rigorosen demokratischen Kontrolle zu unterziehen sind. Denn die Kehrseite der Medaille ist, daß dieses System besser als jedes andere dazu geeignet ist zum Wohle der Menschen eingesetzt zu werden.

      Bei einer am Gemeinwohl orientierten Steuerung eines Fiatmoneysystems haben die Finanzmärkte nichts zum Lachen. Sie hängen zu 100 % von diesem System ab und haben keinerlei Macht darüber. Alle anderen von sogenannten „Experten“ vorgeschlagenen Lösungen die ich kenne sind entweder reine Luftschlösser, nicht zu Ende gedacht oder totale Hirngespinste. Oder aber können ihre Versprechen nicht einhalten. Das gilt meines Erachtens mit Sicherheit für alle Systeme, die auf Knappheit des Geldes abheben. Wenn Geld knapp ist haben immer diejenigen das Sagen, die es in ihren Geldsäcken gehortet haben. Geld muß aber um dem Gemeinwohl zu dienen immer dann zur Verfügung stehen wenn es darum geht eine nützliche Idee oder auch nur eine nützliche Arbeitsleistung in die Tat umsetzen zu können wenn die nötigen Akteure hierfür vorhanden sind und ihre Entfaltung nur am Geldmangel scheitern würde.

      „Experten“ mit Luftschlössern, Hirngespinsten oder Modellen, die nicht halten können was sie versprechen sind sehr nützliche Idioten für die Finanzgiganten. Sie lenken die Fragen und Diskussionen in eine Richtung vor der keine Gefahr für die Finanzgiganten ausgeht. Und viele sind mit ihren schlecht durchdachten Konzepten leicht der Lächerlichkeit preis zu geben was auch dazu beiträgt die Leute von der Beschäftigung mit derartigen Fragen abzuhalten. Ich halte viel davon, daß man sein eigenes Gemüse anbaut. Da tut man sicherlich in vielerlei Hinsicht gutes für seine eigene Gesundheit. Aber wer dies ernsthaft als einen Beitrag zur Lösung der Verwerfungen unseres aktuellen Geldsystems präsentiert kann sich vermutlich des Beifalls der Finanzgiganten sicher sein. Vor so jemandem müssen sie keine Angst haben.

      So viel für heute. Ich wünsche auch allen eine besinnliche und gute Adventszeit.

  8. E. F. Schumacher: Small Is Beautiful: A Study of Economics As If People Mattered; A Guide for the Perplexed; Moderately Prosperous Society (The Chinese Dream); Appropriate Technology; Simple Living.

    Meistens wird die Natur mißbraucht, um vom Menschen gemachte „Wirklichkeiten“ zu rechtfertigen; das hat mit „von der Natur lernen“ nichts zu tun.

    • Die Naturvölker kannten weder Geld noch Tauschhandel:

      „Bevor unsere weißen Brüder kamen, um zivilisierte Menschen aus uns zu machen, hatten wir keine Gefängnisse. Aus diesem Grund hatten wir auch keine Verbrecher. Ohne ein Gefängnis kann es keine Verbrecher geben. Wir hatten weder Schlösser noch Schlüssel, und deshalb gab es bei uns keine Diebe.

      Wenn jemand so arm war, dass er kein Pferd besaß, kein Zelt oder keine Decke, so bekam er all dies geschenkt. Wir waren viel zu unzivilisiert, um großen Wert auf persönlichen Besitz zu legen. Wir strebten Besitz nur an, um ihn weitergeben zu können.

      Wir kannten kein Geld, und daher wurde der Wert eines Menschen nicht nach seinem Reichtum gemessen. Wir hatten keine schriftlich niedergelegten Gesetze, keine Rechtsanwälte und keine Politiker, daher konnten wir einander nicht betrügen.

      Es stand wirklich schlecht um uns, bevor die Weißen kamen, und ich kann es mir nicht erklären, wie wir ohne die grundlegenden Dinge auskommen konnten, die – wie man sagt – für eine zivilisierte Gesellschaft so notwendig sind.“

      Chief Lame Deer – Tahca Ushte (Sioux) über die Zivilisation

      Das war auch hier in den Gebieten mit der deutschen Sprache so. Die Wüstengötter mit Sitz Rom / Vatikan haben aus dieser Welt Zug und Zug die Hölle gemacht.

      Sumer -> Babylon -> antike Ägypten -> Rom / Vatikan -> Zwangschristianisierung / Zwangsislamisierung -> auf diese Weise wurde aus dieser Welt die Hölle.

      Judentum, Christentum und Islam werden von der gleichen Priesterschaft mit Hauptsitz Vatikan gesteuert. Der Vatikan beherrscht diese Welt. Mammon ist der Boss! Siehe Handelsrecht / UCC und kanonisches Recht -> komplett Vatikan, diese Welt

  9. Zitat: „65 Millionen Dollar für zwei Bücher, bis zu 400.000 Dollar pro Rede: Seit dem Abschied aus dem Weißen Haus haben die Obamas lukrative Verträge abgeschlossen – und stellen selbst die Clintons in den Schatten.“ Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/michelle-obamas-autobiografie-so-verdienen-die-obamas-millionen-a-1238327.html

    Geld? Mit Geld kann diese Welt niemals auf die Basis im Einklang mit den Gesetzen der Natur gebracht werden. Wie immer, meine Empfehlung: La belle verte – Spielfilm >>

    • Hallo Holger, das Portal, auf dem der Film angeboten wird, ist gelinde gesagt gewöhnungsbedürftig. Ich weiß nicht, ob das so sein muss um in einer bestimmten Community zu bestehen? Zum Glück habe ich das erst nach dem Ansehen des Films bemerkt. Bei dem Film musste ich schon einige Male schmunzeln, es war keine verschwendete Zeit, ihn gesehen zu haben. Es wird Zeit und Kraft brauchen, andere Inhalte ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, auch wenn man den Eindruck hat, dass es bereits fünf nach Zwölf ist. Leider denkt nur ein Teil der jungen Generation wirklich alternativ, die Mehrheit treibt noch im Strom der alten Welt, die das Geld und die Macht besitzt.
      Ob sich Eigentumsverhältnisse wirklich evolutionäre ändern lassen, da habe ich meine Zweifel. Beim Zusammenbruch, in unserem deutschen Fall der DDR, war es die wichtigste Aufgabe, schnell und vollständig die alten Eigentumsverhältnisse wieder herzustellen. Die Wirkungen spüren mit zwanzigjähriger Verspätung die, die noch Mieter sind.
      Die alternativ bewegten mögen mir verzeihen, die Wende nach 1989 hatte eher die Züge einer Konterrevolution, denn einer Orientierung zu neuen Horizonten. Ja ich weiß, in der DDR gab es Menschenrechtsverletzungen. Möge den jüngeren Generationen eine Entwicklung beschieden sein, in denen es zumindest in unserer Region keine mehr gibt.
      Mit dem Zusammenbruch der östlichen Systeme ist aus meiner Sicht historisch eine gewaltige Chance vergeben worden, wenn es dem einen oder anderen im Moment auch anders erscheint. Es gab zu dieser Zeit leider keine alternative Gesellschaftsvision, die umsetzbar gewesen wäre. Trotzdem gibt es keinen Anlass pessimistisch in die Zukunft zu blicken, vielleicht erkennen wir die Quellen nur noch nicht, aus dem das Neue erwächst.

    • VORSICHT ! Auch wenn gezeigt wird dass eine Kultur herrscht, die noch primitiver als primitiv ist.
      Primitivität und Illusion in solch einer freundlichen Eierkuchenversion beflügeln letztlich.
      DIE KOLLEKTIVE RESIGNATION VOR DEM KAPITALRADIKALEN SCHWACHSINN !

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