Tagesdosis 07.05.2018 – Die heute über Marx reden…

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Er sei “ein lausiger Prophet“ gewesen, schrieb die Wirtschaftswoche. “Zeitgemäß oder verklärt?“, fragte die Tagesschau. »Marx vom Sockel holen«, forderte Die Zeit nach der Enthüllung einer Marx-Statue in dessen Geburtsstadt Trier. Um mit einem weiteren Artikel nachzulegen. In seinen Büchern stehe “allerlei krudes Zeug“. Emotional aufgeladen fuchtelten Journalisten, die offenbar Marx´ Hauptwerk, Das Kapital, nie gelesen hatten, mit einem moralisierenden Zeigefinger herum. An seinem 200 Geburtstag, dem 5. Mai, war Karl Marx in den Medien präsent wie nie. Man entflammte sich, wie Propaganda eben funktioniert, an überemotionalisierten Nebenschauplätzen. Just der Diskurs auf Sachebene fehlte im Mainstream.

Dabei ist Marx´ Kapital weit entfernt von ideologischer Propaganda. Detailliert und kühl analysierte der Philosoph darin die Funktionsweise des Kapitalismus zu seinen Lebzeiten im 19. Jahrhundert. Es zu lesen, könnte mit allerlei kursierenden wilden Theorien aufräumen. Zum Beispiel, dass nur fiese Politiker die sozialen und ökonomischen Verwerfungen des globalisierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts produzierten. Dass das System an sich gar ganz okay sei, wenn der Staat nur nicht immer eingreifen würde. Oder aber, dass die Politik einfach nur Gesetze für die »kleinen Leute« machen müsse, und alles wäre gut.

So glaubt der eine, man könne sich einfach ausklinken. Andere meinen, Probleme national lösen zu können. Die meisten finden Marx` Analysen völlig überholt. Und die herrschenden Meinungsmacher setzen sie allzu gerne mit Stalins Gulags oder Stasiknästen gleich, in der Hoffnung, niemand möge im Ansatz verstehen, wie die kapitalistische Wirtschaft zur Erzeugung unserer materiellen Lebensgrundlage überhaupt funktioniert.Doch man könnte lernen. Zum Beispiel: Was ist eigentlich Kapital? Die bürgerlichen Ökonomen wollen uns weismachen, Kapital seien Maschinen, Fabriken, Bodenschätze, also die Produktionsmittel. Auch das Geld sei Kapital. Tatsächlich ist Geld eine allgemeine Ware. Geld drückt den Wert der anderen Waren aus.

Geld und Produktionsmittel begreift Karl Marx erst in der Bewegung als Kapital: Der Kapitalist setzt Geld ein, um Produktionsmittel und Arbeitskraft zu kaufen. Er lässt Waren produzieren und verkaufen, um mehr Geld daraus zu machen, dieses wiederum entsprechend anzulegen, um noch mehr Geld zu generieren. Und so weiter. Das ist der Akkumulationsprozess, dem jeder Kapitalist unterworfen ist, wenn er nicht untergehen will. Nicht etwa die Versorgung der Bevölkerung mit Waren, sondern die stete Kapitalakkumulation ist der irrationale Selbsterhaltungszweck des Systems. Nicht ohne Grund unterscheidet Marx zwischen Gebrauchs- und Tauschwert der Waren. Ersterer sei nur lästiges Beiwerk für den Kapitalisten. Denn den Profit beschert ihm der Tauschwert. Ist der Gebrauchswert gering, führt häufiger Nachkauf sogar zu mehr Profit.

Der Zwang zur steten Akkumulation ist die Grundlage für das gepredigte Paradigma vom ewigen Wirtschaftswachstum. Das strebt nicht nur aus sich heraus nach Globalisierung des rohstoffbedürftigen Marktes, nach Unterwerfung schwächerer Länder, nach exzessiver Ausplünderung der Umwelt. Marx wusste: Das Kapital stößt zyklisch an seine Grenzen. Es kommt zu Absatz- und Anlageschwierigkeiten. Die Profitrate sinkt. Lohndumping, Entlassungen, Massenerwerbslosigkeit, Verelendung folgen. Das Wachstum stagniert weiter. Es droht die Rezession. Am Ende folgt der Krieg: Zerstörung, Neuaufteilung, Wiederaufbau. Es sind die Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit, die zu zyklischen Wirtschaftskrisen führen.

Der Kapitalismus strebt danach, alles zu einer Ware zu machen. Lohnarbeit gehört sowieso dazu. Der Begriff Humankapital für Lohnabhängige spiegelt es zynisch wider. Der Arbeiter soll Waren produzieren, die deren Besitzer, also der Unternehmer, für Profit vermarkten kann. Marx spricht von entfremdeter Arbeit.Wer kein Vermögen hat, das er als Kapital einsetzen kann, ist gezwungen, seine Arbeitskraft als Ware zu verkaufen. Nicht umsonst sprechen die Herrschenden vom Arbeitsmarkt. Die kapitalistische Produktion lebt von der Lohnabhängigkeit der Masse und der Kapitalist vom Abschöpfen des Mehrwerts aus selbiger.

Marx stellt klar: Mehrwert ist nicht der Gewinn, der durch geschicktes Tauschen, also billig ein- und teuer verkaufen entsteht. Er wird allein durch Arbeitskraft erzeugt. Technologie entwickeln, Maschinen bauen, Käufer werben – für all das ist bis heute menschliche Arbeit nötig. Der Lohn des Beschäftigten entspricht dabei nicht dem von ihm erzeugten Wert – also dem Erlös vom Warenverkauf minus Aufwendungen für die Technologie. Sein Lohn ist niedriger. Im Verhältnis  arbeitet er so vielleicht drei Stunden pro Tag, um sein eigenes Gehalt zu generieren – die restlichen fünf Stunden arbeitet er für den Unternehmensgewinn.

Mehrwert ist nach Marx »seinem Wesen nach lebendige, bei der Produktion verausgabte Arbeit, die sich der Kapitalist unentgeltlich aneignet.« Das nennt man Ausbeutung. Sie wird verschleiert, weil der Arbeiter offiziell für acht Stunden entlohnt wird. Es scheint, als entspringe der Überschuss der Geschäftstüchtigkeit und dem Organisationstalent des Kapitalisten. Mehrwert versteckt sich im Unternehmergewinn, im Profit, im Zins.

Die Eigentumsverhältnisse definieren nach Marx die Hauptklassen im Kapitalismus. Viele schreien, die Linken wollten das kleine Eigenheim oder den privaten Gemüsegarten enteignen. Doch wie oben beschrieben, geht es um kapitalistisch verwertbares Eigentum, also um Eigentum an Produktionsmitteln, nicht um das Häuschen zum Wohnen, den Kühlschrank oder die Zahnbürste. Marx spricht vom permanenten Klassenkampf zwischen Kapitalisten und Lohnarbeitern. Doch davon wollen selbst viele Linke nichts mehr hören. Die Sozialdemokraten suggerieren bis heute, den Klassenkampf mittels »Sozialpartnerschaft« bändigen zu können, ja, gar beseitigt zu haben.

Tatsächlich tobt der Klassenkampf ständig. So ist der Kapitalist daran interessiert, die Ware Arbeitskraft so billig wie möglich einzukaufen, um möglichst hohen Profit einzufahren. Er kann nicht anders handeln, wenn er nicht untergehen will. Der Lohnabhängige indes ist an einem auskömmlichen Lohn interessiert. Jede kleine Verbesserung seiner Lebensbedingungen musste seine Klasse seit Anbeginn der kapitalistischen Produktionsweise vor rund 500 Jahren hart erkämpfen.Ein Blick in die Gegenwart zeigt, der Klassenkampf von unten hat seine Power verloren. An Generalstreiks ist in der wirtschaftsstärksten Nation Europas nicht zu denken, nicht einmal an Großdemonstrationen von spürbarer Schlagkraft. Doch die Kapitalisten schlafen nicht. Mithilfe ihres Instruments, des Staats, führen sie den Klassenkampf um so härter fort. Lohndumping, Sozialabbau, prekäre Beschäftigungsverhältnisse sind die Folgen, die wir live in Deutschland erleben.

Die aktuellen Bestrebungen der Politik, die Arbeitszeit auszuweiten, Arbeitnehmerrechte abzubauen, das Rentenalter heraufzusetzen – trotz massiver Produktivitätssteigerungen durch den technologischen Fortschritt – sind Klassenkampf von oben. Auch die imperialistische Kapitalflucht, die schleichende Globalisierung des Arbeitsmarktes sind Klassenkampf von oben.  Auch die jüngsten Rentenkürzungen, Einschnitte in der medizinischen Grundversorgung und die Hartz-Gesetze sind Klassenkampf von oben.Und wer meint, der Kapitalismus sei so schlecht nicht und all die modernen Erscheinungen im monopolisierten Kapitalismus des 21. Jahrhunderts, wie Hartz IV inklusive Sanktionsapparat in Deutschland, seien nur Auswirkungen neoliberaler Eskapaden böser Politiker – auch dem sei das Kapital ans Herz gelegt. Über die Weber während der Baumwollkrise im Jahr 1863  schreibt Marx im ersten Abschnitt des 6. Kapitels, Band III:

»Wurde der schlechteste Hundelohn angeboten und der Arbeiter wollte ihn nicht annehmen, so strich das Unterstützungskomitee ihn von der Unterstützungsliste. Es war insofern eine goldene Zeit für die Herren Fabrikanten, als die Arbeiter entweder verhungern oder für jeden dem Bourgeois profitabelsten Preis arbeiten mussten, wobei die Unterstützungskomitees als ihre Wachhunde agierten. (…) Die Unterstützungskomitees handelten in diesem Punkt mit großer Strenge. War Arbeit angeboten, so wurden die Arbeiter, denen sie angeboten wurde, von der Liste gestrichen und so gezwungen, sie anzunehmen.«

Wer jemals in der Not war Hartz IV beantragen zu müssen, kennt den Repressionsapparat der Jobcenter, mit dem sie Erwerbslose mittels Androhung von Kürzungen oder Streichungen ihres Existenzminimums in jede Arbeit zu jedem Lohn zwingen können. Mindestlohn gilt für Hartz-IV-Bezieher nämlich nicht.Vor 155 Jahren war es nicht anders. Die staatlichen Hartz-IV-Erpressungsämter hießen Unterstützungskomitees. Die polnischen, bulgarischen, rumänischen, italienischen und spanischen Arbeitsmigranten heute waren im England des 19. Jahrhunderts die mittellosen irischen Wanderarbeiter. Die damaligen Herren Fabrikanten werden heute verkörpert durch Großaktionäre und Spekulanten.

Die kapitalistische Verwertungsbarbarei, die alles ihrem Markt unterwirft, funktioniert heute wie damals. Nur der Produktivitätsextremismus im modernen spätkapitalistischen Arbeitshaus wurde auf die Spitze getrieben. Das Kapital ist überakkumuliert in riesigen Monopolen. Auch das hat Marx vorausgesehen.Der Lohnabhängige war und ist ein Subjekt im kapitalistischen Verwertungsprozess. In ständiger Konkurrenz kämpft er gegen andere Lohnabhängige um Arbeitsplätze und Behausungen. Die Eigentümer der Produktionsmittel und Lohnsklaven stehen sich, wie eh und je, feindlich gegenüber.

Das ist so. Da ist es völlig egal, ob Marx ein guter oder schlechter Familienvater war, ob Stalin Gulags errichtete, die Marx nie vorgesehen hatte oder ob die Stasi Unschuldige in Knäste steckte. Doch Personen und ihre Charaktere lassen sich einfacher kritisieren, als ein so umfassendes Werk mit seinem wichtigen Inhalt.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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48 Kommentare zu: “Tagesdosis 07.05.2018 – Die heute über Marx reden…

  1. Boah, Frau Bonath, ich entschuldige mich dafür, dass ich Ihnen einen solchen Artikel bis jetzt nicht so wirklich zugetraut habe.
    Ich finde ihn zwischen dem Geweine über Nebenschauplätze hervorragend, denn es wird sich nichts verbessern, wenn wir das Grundübel aus den Augen verlieren.

    • Arbeitslosigkeit ist gewollt. Karl Marx, der Erfinder und Entwickler von perfekten Ausbeutungssystemen sagte damals schon, daß man einen Menschen mit eingeschränktem Bewußtsein als glücklichen Sklaven (analog zur Ameise) in der Fabrik braucht und ein weiteren Menschen mit volleingeschränktem Bewußtsein, als unglücklichen Sklaven durch soziale Ausgrenzung per gemachter Arbeitslosigkeit vor der Fabrik braucht um sie gegenseitig zu erpressen.

      Der Fabrikbetreiber beispielsweise erpresst den in der Fabrik arbeiteten Sklaven damit, daß wenn er nicht ordnungsgemäß funktionieren würde, draußen Millionen Menschen sich die Finger danach lecken würden, die Arbeit des Fabrikbetreibers zur verrichten. So werden die Sklaven innerhalb und außerhalb der Fabrik in Konkurrenz zueinander gesetzt und sind erpressbar. Damit das Ausbeutungssystem auch funktioniert und vor dem Fabrikgebäude auch immer schön ein Heer arbeitswilliger Menschen an den Toren trommeln, bedarf es einer weiteren Erpressung.

      Die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter wollen die Sozialleistungen für arbeitslose Menschen nur dann zahlen, wenn sie vorher erfolglos an den Toren des Fabrikbetreibers nach Arbeit gebettelt haben. Diese Methode der Ausbeutung funktioniert wunderbar, weil diese armen Geschöpfe durch ihr eingeschränktes oder volleingeschränktes Bewußtsein nicht erkennen können, welche Macht ihnen zu Teil werden könnte, wenn sie alle im Kollektiv zusammen halten würden.

      Da die Menschheit durch diverse Dinge durch unsere „Elite“ immer gefügiger und blöder gemacht wird, wie zum Beispiel durch Trash-TV (RTL), ständige Desinformationen (Informationen, die keine sind, also belangloses Zeugs), Jugendliche im Stadtpark auf einer Bank in einem Sitzabstand von einem Meter sich schweigend SMS zuschicken oder Lebensmittel konsumieren, die keine Vitalstoffe mehr enthalten und bis zur völligen geistigen Insuffizienz auf einen IQ von höchstens 75 gebracht werden.

      Doch keine Sorge mit einem IQ von 75 kann man sich noch gerade die Schnürsenkel zubinden oder im Stehen pinkeln ohne das die Schuhe nass werden – so ist die Menschheit auf dem besten Weg sich auf die Intelligenz-Stufe und das Bewußtseins-Niveau einer Ameise anzunähern. Das dieses Ausbeutungssystem in der Praxis auch Erfolg hat, zeigen uns ganze Ameisenstaaten, die schon seit über 275 Millionen Jahren existieren und von morgens bis abends malochen.

      Und da Ameisen, wie die Mehrheit der Menscheit über ein eingeschränktes oder volleingeschränktes Bewußtsein verfügen, können sie ihre eigene situative Gegenwärtigkeit überhaupt nicht erkennen und somit auch für keine Abhilfe sorgen und sie werden wohl noch ein paar Millionen Jahre, als glückliche Ameise in Sklaverei leben müssen, ohne es natürlich jemals zu bemerken, denn die meisten sterben, ohne vorher auch nur für einen Moment aufgewacht zu sein.

  2. Offensichtich haben viele den Antikommunismus und die Glorifizierung der sogenannten „sozialen Marktwirtschaft“ dermassen mit der Muttermilch aufgenommen, dass eine nüchterne Betrachtung und der Lernwille einfach ausgeschaltet wird wenn es um Karl Marx geht.
    Anstatt sich den Geist zu öffnen und erstmal Erkenntnis zuzulassen werden hier Dinge postuliert, die deutlich machen, dass die Kommentatoren nicht ansatzweise wissen wovon sie reden.
    Unkenntnis schützt aber vor Strafe nicht. Gehen sie bei Rot über die Ampel weil sie nicht wissen was das Rot bedeutet und es kommt ein Auto, sind sie trotzdem tot.
    Merke: Diskurs kann nur stattfinden wenn wir wissen wovon wir reden. Ohne Ahnung/Wissen bleibt es bei extrem dummen Beispielen wie der Kirschbaumdame und dergleichen.
    Die Kirschen werden nämlich erst zur Ware weil die Frau sie pflückt=Arbeit einsetzt.
    Wenn ich ihr als Besitzer der Bäume nun von den 10 Eimern die sie gepflückt hat 2 gebe und die anderen 8 Eimer verkaufe, habe ich den Mehrwert der Pflückerin (ohne Leistung/Arbeit) in meine Tasche gesteckt.
    Wenn sie die Bäume besitzt und so vorgeht, ist es Selbstausbeutung (die berüchtigte Ich-AG).
    Erst wenn sie Pflücker einsetzt und Beispiel 1 anwendet wird sie zur Kapitalistin, da sie die nicht bezahlte Arbeit der Pflücker, die ja nur jeweils 2 der 10 Eimer bekommen leistungslos in Geld/Kapital verwandelt, wovon sie, nach Abzug der Kosten, mehr Kirschbäume kaufen kann..etc.
    Sind keine Obstbäume mehr da zum kaufen, sucht sie nach anderen Anlagemöglichkeiten für ihren Gewinn. Da kommt dann der Finanzkapitalismus um die Ecke, den Marx auch voraussagt und dessen Dynamik er erklärt.
    Aber egal, an internationalen Elite Schulen ist Marx übrigens Pflichtfach, bestimmt weil er solche überholten Erkenntnisse aufgezeigt hat 😉
    Das Herbeiziehen von Stasi, Gulag und unbestrittenen Fehlern der Führungen der „real sozialistischen“ Länder, ist plumpeste Propaganda und eigentlich in diesem Forum wohl unter der Gürtlelinie.
    Auch hier reden immer Leute von diesen Dingen die selbst nie dort waren. Die nie gezwungen waren Entscheidungen zu treffen, die den Kontext bewusst oder unbewusst weglassen um ihre eigene Unkenntnis zu maskieren?
    Wenn eines uns eint, dann ist es doch der Wunsch nach einem menschenwürdigen Leben in Frieden, für uns, unsere Kinder und Enkel, in einer Welt die lebenswert ist, voller Arten und Vielfalt.
    Der Kapitalismus steht dem im Wege, dies ist eigentlich die Essenz aus Marx‘ Lehre.
    Es ist an uns etwas Besseres zu gestalten-gemeinsam.
    Ihnen allen alles Gute

    • Die Geschichte mit den Kirschbäumen und den 10 Eimern eignet sich wenig, weil das nicht viel mit Kapitalismus zu tun hat, sondern mit schlichter Ausbeutung.
      Sicher ist Kapitalismus Ausbeutung – aber nicht jede Ausbeutung ist Kapitalismus.
      Das gab es schon vor seiner Zeit.
      Der Frühkapitalismus (England um 1760) hat als erstes systematisch in Technik investiert.
      Der Grund war, das Arbeit immer teuer geworden ist. Technik hat sich gelohnt.
      Und auch heute wird nur in Technik investiert, wenn es sich lohnt.
      Kapital ist nicht Geld – sondern sind die Maschinen und der technische Fortschritt bzw. die Produktionsverfahren.
      Mit dem abgeschöpften Mehrwert (Ausbeutung), wird dann wieder investiert u.s.w.
      Es ist ein totales System.

    • ja, schwarz ist weiß
      ..damit wollte ich ja ausdrücken das es nicht so einfach ist, sondern Marx genau die Systematitk dahinter erklärt.
      Allerdings ist Kapitalismus immer schlichte Ausbeutung von Lohnabhängigen.
      Der Einsatz von Technik dient ja nur der Erhöhung von output, niemals dem Wohle der Werktätigen, auch wenn es uns so verkauft wird. Es muss sich immer nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen lassen, niemals nach Volkwirtschaftlichen Erfordernissen.
      Und damit das das System einigen Lohnabhängigen ungleich mehr bezahlt (managern), bleiben sie doch Lohnabhängig und weniger als Sklaven, da einmal überflüssig und arbeitslos, sind sie nichts Anderes und enden unter einer Brücke wie der Rest von uns.
      Arbeit ist dem Kapitalist immer ‚zu teuer‘, darum hat man sich ja auch von der Sklaverei verabschiedet, da der Sklavenhalter ja für das Überleben und die physische Eisatzfähigkeit seines Eigentums sorgen musste. (kosten)
      Das hat der Kapitalismus dann an die Gesellschaft ‚ausgesourced‘ und sich damit einen enormen Profitzuwachs gesichert.
      In diesem Rahmen das alles zu erklären ist jedoch leider nicht möglich, es ist ja auch schon alles aufgeschrieben und erklärt, nur lesen und verstehen müsste man es mal.
      Schon Goethe hat uns wissen lassen: alles was entsteht, ist wert das es zugrunde geht.
      An uns ist es dafür zu sorgen, dass etwas qualitativ höherwertiges an seine Stelle tritt, im Sinne der Menschen, nicht der Ökonomie.

    • „Der Einsatz von Technik dient ja nur der Erhöhung von output, niemals dem Wohle der Werktätigen, auch wenn es uns so verkauft wird. Es muss sich immer nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten rechnen lassen, niemals nach Volkwirtschaftlichen Erfordernissen.“
      Wenn das von den Massen verinnerlicht wäre, wären wir schon einige Schritte weiter.

      Wir aber glauben an den Markt, der sich am besten selber reguliert.
      Jeder Eingriff ist schädlich. Alles regelt der Markt, der in Wirklichkeit gar keiner ist, die Religion des Kapitalismus.
      Das bekommen „unsere“ Ökonomen eingeimpft. Die richtigen Fragen werden nicht gestellt.

  3. Vorweg: ich bin kein Volkswirtschaftler. Ich habe nur u.a. Philosophie studiert. Und da fällt mir auf
    1. Susan Bonath hat die wesentlichen Argumente des „Kapitals“ treffend beschrieben.
    2. Bereits zu meiner Uni-Zeit wurde Karl Marx gerne als miese Figur dargestellt (so wie Rousseau, der die Pädagogik begründet hat, aber seine Kinder ins Weisenhaus gab. Oder Picasso, der schön malte, aber mit Frauen ein ganz schlimmer Finger war. Aber diskreditiert sie das als Denker und Künstler? Glauben die selben Leute, dass Kohl ein schlechter Kanzler war, weil er ein sauschlechter Vater war?) der außerdem nur Blödsinn verzapft hat, an den nur Schwachköpfe glauben. Marxismus sei eine Ersatz-Religion, eine Art Opium für das Volk der blutdürstigen, machtgeilen Studenten.
    3. Er wurde wiederholt auf dem Müllhaufen der Geschichte verfrachtet, mit großem Tamtam
    4. Er wurde dahin verfrachtet, weil man ihm seine Wirksamkeit, und damit meine ich seine intellektuelle Wirksamkeit neidet,
    5. während seine maximal, ich betone: maximal, indirekte Wirksamkeit in Hinblick auf Gulags immer wieder betont wird. Man könnte mit der gleichen Argumentationstiefe Darwin für die KZs verantwortlich machen.
    6. Marx wird genauso rythmisch wieder hervorgeholt und von Leuten, die sich sehr wohl extrem gut mit Volkswirtschaft auskennen.
    7. Ich kenne dieses Muster auch von Platon, der ja laut Karl Popper letztlich auch für die Gulags verantwortlich ist.
    8. Und obwohl Popper hervorragende Gedanken-Arbeit geleistet hat, ist diese Einschätzung weniger sinnvoll als die Aussage, dass es ohne Platon auch keinen Popper gegeben hätte. Weil der schon einer der Gründerväter der Philosophie ist. Man sagt ja auch, dass alle Philosophie Variationen zu Platon sind.
    9. Marx ist eine Geistesriese. Man kann ihn kritisieren, aber das Grundproblem, dass er im Kapital beschrieben hat, verschwindet auch dann nicht, wenn man ihn kleinzureden versucht.
    10. Der Kapitalismus ist keinesfalls eine alleinseligmachende gesellschaftliche Grundlage.
    11. Wenn man das pragmatische Argument anführt, dass der Marxismus zwangsläufig zu den Gulags führen musste, weil es in Wirklichkeit so war, dann
    12. Muss der Kapitalismus aber allemal überwunden werden, weil er zu der ökologischen Katastrophe führt, die uns bevorsteht, und er keine inhärenten Überwindungsmechanismen oder Problemlösungen hat. Er ist das Problem, behauptet aber, dass er immer sein wird.
    13. Und die gesellschaftlichen Effekte des realexistierenden Marktradikalismus sind nicht so toll, dass er als Modell dienen kann. Privatisierung und Sozialleistungsabbau sind keine Lösung, außer für die Kapitalisten.
    14. Der Kapitalismus gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

    • Schon mein Gymnasium Lehrbuch Volkswirtschaft lehrte uns das Robinson Crusoë ein Kapitalist war, er entscheidtete zwischen Konsum und Investieren, wenn er ein Netz zum fischen machte.
      Marx, ein Verrückter am guten Zeitpunkt, meine Ansicht, obwohl, Revolutionen sind sehr teuer.
      Einkommen pro Kopf in tsarist Russland 1905 wurde erst mitte dreissiger Jahre wieder in die USSR erreicht.
      1918 hatte der niederländische sozialist Troelstra zehn Tage worin er die Revolution hätte anfangen können, Titel eines Buches was ich leider nicht kaufte.
      Er beschloss das Verbesserung besser allmählich erreicht werden konnte, wie auch der Brite John Bright.
      George Macaulay Trevelyan, ‚The Life of John Bright‘, 1913, London, 1971, Westport, Connecticut

    • Man beachte, dass über die Nya Banken von Olof Aschberg Geld nach Russland für die Revolution floss und über den gleichen Kanal nach der Revolution auch wieder Geld/Gold das land verließ.
      Unter anderem wurden eintausend Dampflokomotiven im schwedischen Werk „Nydquist & Holm“ für 200 Mio. Goldrubel geordert, d.h. das Geld wurde bezahlt, die Lieferung folgt dann im Laufe von 5 Jahren, während russische Arbeiter keine Arbeit hatten, auch in Eisenbahnfabriken. So sieht Solidarität aus.
      Ein gewisser Trotzki hat den Spitzendeal abgewickelt.
      Der Verdacht drängt sich auf, dass die neuen Herren damit Teile ihre Schulden beglichen haben, die sie für die Revolution machen mussten. Der Rest an Tilgung bestand dann wohl in der Erteilung von Konzessionen und Förderrechten an den Klassenfeind.
      Dieser Teil der Revolution war auch nur ein Putsch gegen den Zaren, der den Briten im Weg war. Das Werkzeug dazu lieferte der Berufsrevolutionär Lenin.
      Dass er und später Stalin den Briten entglitten hat wohl eher etwas mit Machtfragen zu tun als mit edlen Motiven, wobei der Kampf Stalin/Trotzki um die Frage permanente Revolution oder Aufbau des Sozialismus in einem Land nochmals die Frage tangiert, ob den Briten der Todesstoß gegen Russland gelingt oder nicht.

    • Ich frage jetzt mal ganz dumm, was Karl Marx denn nun eigentlich an Gutem bis heute bewirkt hat? Ich nehme ihn jedenfalls nur noch als Nervensäge wahr, weil sich ständig um ihn gestritten wird.

    • @ d. pohlmann

      Vorweg ich bin kein Philosoph!
      1. Niemand würde ernsthaft bestreiten, dass Marx und dessen Theorien missbraucht wurden
      2. Marx könnte man als jemanden beschreiben, der den Grundstein der Volkswirtschaftslehre gelegt hat
      3. Die Vorgänger waren smith und ricardo, die genauso wie Marx versucht haben Ökonomische Zusammenhänge (Kausalitäten) zu beschreiebn
      4. Keynes war es letztlich, der ein Modell geliefert hat, in welcher der Kapitalismus 2-3 Jahrzehnte kriesenfrei funktionierte
      5. Den Kapitalismus über Bord werfen? Soll es denn wieder die Planwirtschaft sein?
      6. Marx`s Theorien hatten sicherlich Gültigkeit für das 19. Jahrhundert und heute für die 3. Welt! Doch nicht für das 21 Jahrhundert der westlichen Ökonomien, die sich historisch weiterentwickelt haben.
      7. Fazit: wenn wir was brauchen, ist es ein Marx im 21 Jahrhundert, nur der ist weit und breit nicht zu sehen!

    • zu: „Soll es denn wieder die Planwirtschaft sein?“
      Es ist einer der größten Irrtümer, das der Kapitalismus keine Planwirtschaft sei.
      Sicher keine Staatliche sondern eine Private.
      Wer große Summen investiert, muss planen, sonst ist man „weg vom Fenster“.

    • Ein großer Irrtum ist es, dass wir die aktuelle Wirtschaftsweise als Kapitalismus bezeichnen und nicht als Korporatismus.
      Oligopole und Monopole sind ohne (kriminelle, zumindesr ethisch verwerfliche) staatliche Deckung nicht denkbar.
      Nimm diese Form der staatlichen Unterstützung weg und der Monopolist kann sehr schenll nach Hause gehen.

      An der Stelle kann man praktisch ansetzen ohne dass man das ziellose Geschwurbel von der Werttheorie bräuchte.

      Ich sehe in der Rückkehr zu einem Staatsmonopol keine Ausweg, es ist kaum etwas anderes als heute. Dieser Staat ist doch bereits Monopolist, jedenfalls in den meisteb Bereichen quasi-Monopolist. Und er bekommt es auch nicht hin!
      Ich sehe keinen Ausweg darin, erneut alles an einen gutmeinenden All-Staat abzugeben, vor allem die eigene Verantwortung. Da macht sich der Mensch wieder klein. Und ob nun der Kommisar im Zentralrat oder in Brüssel für und über uns entscheidet ist von der Struktur her genauso autoritär und wir können uns am Ende darin suhlen und uns individuell entschuldigen, dass die da oben halt weit weg sind und wir gar nichts dafür können, wenn es schief läuft.
      Die Partizipation ist in allen kollektivistischen Systemen auf Dauer gering und dann können die Führer schalten und walten. Und ob der Sozialismus nun ein internationaler oder nur ein nationaler war, was macht es von heute aus gesehen denn für einen Unterschied?

    • @GLOUCESTER
      Ach so, Sie gehören dieser Glaubensbruderschaft an. Nur ist es leider Blödsinn. Ihre Glaubenslehre basiert darauf, dass es je einen Kapitalismus ohne Staat gegeben habe und, zu allem Überfluss, dass dieser auch noch ein guter Kapitalismus (gewesen) sei. Das ist die abstruse Story vom „heiligen Markt, der alles von selbst regelt“.

      1. Der Mensch produziert primär, um mit den Produkten seine Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Darum ist er auf Produktionsmittel (Boden, Ressourcen, Maschinen…) angewiesen. Eignen sich Privatpersonen diese PM (und damit alle mit ihrer und der Hilfe von Fremdarbeit produzierten Waren) an, müssen sie diese PM gewaltsam als ihr Eigentum verteidigen.

      2. Diese gewaltsame Verteidigung privatisierter PM gab es in jeder Klassengesellschaft. Die Eigentümer der PM konnten sie mit Gewalt verteidigen, eben weil sie Zugriff auf die Ressourcen hatten. Die Ostindienkompanien im Frühkapitaiismus um 1600 bsps. verfügten über eigene Armeen – die ihnen übrigens der Staat, in dem sie ansässig waren, erlaubt hat.

      3. Der Staat(sapparat) war schon immer ein Instrument der Herrschenden. Mit Hilfe dessen Apparats verteidigten sie gewaltsam ihr Privateigentum an PM. Die kapitalistischen Staaten sind darum zeitgleich mit der Ausprägung der bürgerlichen Herrschaftsordnung (sprich: bürgerlicher Privatbesitz an PM) gewachsen, nämlich genau mit der Aufgabe, deren Eigentumsinteressen zu verteidigen.

      4. Die bürgerliche Herrschaftsordnung mittels einer repräsentativen Demokratie wurde erkämpft in der französischen Revolution. Das heißt nicht mehr und nicht weniger, dass den Nichteigentümern an Produktionsmitteln, also denen, die sich bei den Eigentümern verdingen mussten, erstmals staatliche Rechte zuerkannt wurden. Vordem war es völlig Latte, wenn ein Bourgeois oder Feudalherr seine Untertanen abgemurkst oder misshandelt hat – zum Bsp.

      5. Den Zerfall kapitalistischer Staaten erleben wir derzeit in der Peripherie. Was geschieht? Die Eigentümer der PM werden natürlich selbst tätig. Oligarchen und Warlords heuern Armeen an, bezahlen die (weil sie es können) und schicken diese auf Eroberungs- und Unterwerfungsfeldzüge. Die Folge: Mordende Privatarmeen, marodierende Banden – pure Barbarei. Der IS ist nur ein Bsp. dafür. Kurz: Staatsmacht inklusive bürgerlich-repräsentativer Demokratie, die Gesetze als Staatsgewalt durchsetzt, einen Teil davon immerhin für jedermann, ist gebrochen, Warlords und Oligarchen übernehmen das Kommando. Denn merke: Privateigentum an PM MUSS verteidigt werden, da man damit dem Rest der Bevölkerung, die ja die Arbeitskraft stellt, die Lebensgrundlage raubt.

      6. Der Zerfall bürgerlicher Demokratien im nahen Osten, in Asien und Südamerika ist eine Krisenerscheinung. Die basiert darauf, dass Staaten nicht mehr in der Lage sind, mit repräsentativ-demokratischen Mitteln die Widersprüche zwischen Kapital und Arbeit zu managen. Ursache: Die Produktivkräfte (Technologie, Arbeitskraft) haben sich derart weiterentwickelt, dass die Privatwirtschaft mit immer weniger Lohnarbeitern produzieren kann und dadurch letztere en masse freigesetzt werden und verarmen. Dadurch gehen natürlich auch die Profite zurück (schwindende Kaufkraft).

      Merke: Der Kapitalismus basiert auf Lohnabhängigkeit der Masse. Und noch was: Überholt die Entwicklung der Produktivkräfte die Produktionsverhältnisse, wird es eine Revolution geben. Die revolutionäre Situation entsteht durch die Fortentwicklung der Produktivkräfte und die schert sich einen Scheißdreck um den Zustand des sog. revolutionären Subjekts. Aber: Wie eine solche Revolution für die Menschheit ausgeht, wurde bisher immer bestimmt vom revolutionären Bewusstsein der unterdrückten Klasse. Es kann in jahrhundertelanger Barbarei enden oder aber mit tatsächlichem Fortschritt für die Menschheit. Dummerweise steht heute der gesamte Planet vor dem Kollaps durch den vom Kap. erzeugten Zwang nach immer mehr Wachstum, Wachstum, Wachstum (oder Untergang).

      7. Es hat nie in der Geschichte einen freien Markt gegeben. Und den kann es auch nicht geben, weil, wie gesagt, das Privateigentum an PM herrschende Eigentümer und abhängige Eigentumslose produziert und darum gewaltsam durchgesetzt werden muss von denen, die sich die PM angeeignet haben.

      8. Marx hat richtig erkannt, dass die kap. Produktionsweise zur Monopolbildung führt und zwar aus sich heraus. Denn die sich gegen Konkurrenten durchsetzenden Kapitalisten häufen zwangsläufig immer mehr Geld an. Lesen Sie noch mal oben: Geld > Warenproduktion > mehr Geld. Mehr Geld > mehr Warenproduktion > noch mehr Geld. Das ist Kapital und darum heißt das Ding auch Kapitalismus. Und das funktionierte schon zu Marx´Zeiten so, darum konnte er die Monopolisierung auch voraussehen, völlig unabhängig von der technologischen Entwicklung.

    • Kapitalisten wie wir sie kennen sind Schweine. Soweit kann ich mitgehen.
      Der Staat beschützt uns aber nicht vor ihnen, obwohl er das Gewaltmonopol besitzt und es somit tun könnte.
      Wir dürfen es nicht, sonst kommt der Schutzmann und nimmt uns mit.

      Wieso soll ich nun zur Verbesserung der Lage ausgerechnet auf einen Staat setzen? Einen mit noch mehr Monopolrechten? Weil wir in so einem Staat mehr Einfluss haben?
      Das will mir nicht einleuchten. Denn auch dort kan ich mich nicht wehren, wenn die Elite Scheibe spielt, oder?

      Ihre Antwort auf die in der Tat ruinöse Monopolbildung ist ein totales Monopol beim Staat? Also formal sicher bei den Menchen, welche den Staat bilden.
      In der Praxis kommen dann Funktionäre und Machtmenschen nach oben und ins Spiel und die Macht liegt wieder beim Staat, dem Apparat etc.

      Bevor das nicht geklärt und ausgeschlossen werden kann, wird mich der Staat als maximaler Monopolist nicht überzeugen.
      Verstaatlichung oder Vergesellschaftung war eine Frage in einer Positionen-Sendung. Aber dieser Frage wurde nicht weiter nachgegangen.

    • – Der Kapitalist ist nicht von sich aus Schwein.
      „DIE KAPITALISTEN SIND GETRIEBENE DES SYSTEMS“ (Marx)
      Mit anderen Worten, er kann gar nicht anders, wenn er als Kapitalist überleben will.

      – Der Staat und der Kapitalismus sind kein Gegensatz. Das geht Hand in Hand.
      Wenn wir ein anderes Wirtschaftssystem haben, haben wir auch einen anderen Staat.

    • Mir graut es vor den Psychopathen, die ja doch nicht ad hoc verschwinden und sich erneut der entscheidenden Strukturen bemächtigen werden. Da hab ich kein Zutrauen.
      Denn jedes System ist für die Füße, wenn die Hornochsen den Ton angeben.
      Staat bleibt Staat, einer ist immer der Präsident oder die Regierungspartei/-fraktion. Und wie will man denn sicher stellen, dass nicht genau dort an entscheidender Stelle die Kaputten sich sammeln und die noch so schöne Utopie ins Gegenteil verhunzen?

    • @GLOUCESTER

      1. Der Staat ist seit Anbeginn des kap. Systems das Instrument der Kapitalisten. Er managt für sie unsere Ausbeutung. Sie sehen ja: Er hat sich dem Markt verschrieben. Dem Markt der Kapitalisten.

      2. Ich hab nie von Verstaatlichung geträumt, auch nie dafür plädiert. In „Positionen“ vertrag z.B. Diether Dehm diese Position. ;o))) Heißt: Die PM müssen letztlich vergesellschaftet werden. Wie wir das bewerkstelligen und dann managen, müssen wir uns DANN halt überlegen, wenn wir im Besitz der PM sind. Das ist leider nicht in Sicht.

      3. Trotzdem ist die aktuelle Privatisierungswelle bei der öffentlichen Daseinsvorsorge selbstverständlich nicht gut für uns, da im Staat immer noch Kräfte wirken, die sich gegen den extremen Verwertungsdruck wehren, sprich: Gewinne einfahren mit Krankenhäusern etc. Trotzdem ist der Staat nicht nur Instrument der herrschenden Klasse, sondern auch seinerseits von den Kapitalisten abhängig. Genau dieses Verhältnis der finanziellen Abhängigkeit von den PM-Besitzern macht ihn ja zu deren Instrument. Darum muss er das Ding für sie managen.

      Das heißt: Man darf natürlich nicht für dafür sein, öffentliche Daseinsvorsorge zu entstaatlichen/zu privatisieren, weil so auf dieser noch mehr Kapitalverwertungsdruck liegt. Letztlich wird der Staat aber immer mehr verkaufen. Warum?Weil die Anlagemöglichkeiten rarer werden im fortschreitenden Monopolkapitalismus. Denn die Profitrate sinkt mit sinkendem Wachstum. Letztlich kommen die Kapitalisten (auch wieder mithilfe der Staaten) nur mittels Kriegen aus diesem Dilemma. Zuvor aber verkloppt natürlich der Staat an sie sein Eigentum, er sucht ja nach einem Ausweg, flüchtet sozusagen vor der drohenden Rezession.

      Und sonst: Wir können noch so viele Lösungen parat haben, noch so viele gute Vorsätze, noch so viele Ideen. Letztlich nützt das alles nichts, solange uns nicht die Produktionsmittel (und die Waffen) gehören, solange also die Kapitalisten und ihre Staaten die Macht über uns ausüben. Um überhaupt irgendwas Sinnvolles umsetzen zu können, müssen wir zwingend zuerst an die PM kommen. Und eins steht fest: Freiwillig geben die NIX her.

    • Wie sehen dann Gremien und Verantwortlichkeiten aus, wenn alles an die Gesellschaft übertragen wurde? Oder mit Revolution enteignet.
      Diesen ganzen Apparat plötzlich zu besitzen, das ist doch ohne Expertentum kaum möglich, wenn man es weiter betreiben will. Man kann ja die Pantenschmiede schließen, aber Krankenhäuser, Landwrtschaft und weite Teile der Produktion müssen ja organisiert sein.
      Heute entscheidet ein Inhaber, der Vorstand etc.

      Wer soll das übernehmen? Und wie verhindert man, dass erneut so etwas entsteht wie doe da oben und die da unten?

      Denn nicht jeder kann ein Krankenhaus leiten oder einen Betrieb führen. Es braucht Experten und da entstehen doch auf natürliche Weise Hierarchien. Ich finde ja, dass man diese auch braucht. Aber wie hält man das im Zaum?

      Das scheint mir eher ein allgemein menschliches Problem zu sein und weniger eine Frage des Systems.

    • @GLOUCESTER

      Machen Sie sich doch Gedanken darüber, wie man das managen könnte. Hat ja keiner gesagt, dass es einfach werden wird. Es gibt ja Konzepte, z.B. die Rätedemokratie. Kommunale gewählte Räte, die den Leuten Rechenschaft schuldig sind und jederzeit abwählbar sind, z.B. Und natürlich sollen kompetente Leute Fabriken oder wissenschaftliche Institute managen. Glauben Sie, dass das Gros der Unternehmer sich durch besondere Fachkompetenz auszeichnet? Die haben ihre Leute dafür. Das einzige, was die haben: Geld, mit denen sie die entsprechenden Produktionsmittel kaufen konnten. Das Eigentum an Produktionsmitteln hat doch weiß der Himmel nichts, aber auch gar nichts mit Kompetenz tun.

    • Ich sehe es meist zunächstvom Menschen aus.
      Meine Schwiegereltern waren beide studierte Ingenieure und hatten höhere Poistionen in einem VEB Stahlwerk.
      Aber deren Interesse am großen Ganzen war gering. Wer will sich schon dauerhaft mit den Psychopathen über einem rumschlagen oder in der Freizeit noch darüber nachdenken, was man besser machen kann.
      DieArbeitsbelastung war geringer als im Westen und die Sicherheit in sozialen Belangen allgemein höher. Aber dafür mehr bringen war denen auch zu doof.
      Es gibt einfach zu wenige Alpha-Tiere oder umgekehrt: Auch zu Ostzeiten war die Einstellung der Masse normal, d.h. irgendwie war alles egal. Das ist der Mensch.
      Ja, eine Räteverwaltung ganz unten ist eine Überlegung wert. Die Frage nach der horizontalen Ausdehung ist entscheidend. Ich würde sagen, so klein wie möglich. Und was ist mit vertikalen Strukturen. Volle Autonomie oder soll das dann doch eingebunden sein in einen großen Plan? Und wenn so eine Einheit ausschert und doch wieder das „alte“ Modell fahren will?

      Wieviele Genossenschaften scheitern? Nicht nur am Ego, eher an der Bequemlichkeit. Jeder Verein leidet unter dem normalen menschlichen Phlegma.
      Da wird das in der Ökonomie nicht anders zu erwarten sein, auch wenn mir theoretisch mein Anteil gehört.
      Die Kinder denken bis zu dennächsten Schulferien (maximal). Der Mensch hat in der Regel keinen allzugroßen Horizont. Das Leben ist von kurzer Dauer und wenn mein Chef ein Alpha-Tier ist und 60h plus x buckelt, dann soll er es tun, denn damit sichert er auch meinen Job und ich hab Freitag um dri Uhr Wochenende. Das ist eine gängige Perspektive. Stand heute.
      Und gegen diese Macht können Sie keine sozialistische Revolution durchbringen. Es sei denn mit Gewalt, wobei Ziel dieser Gewalt dann eben nicht nur die Fabrikbesitzer, sondern auch die Insassen sein dürften, denn von denen sehe ich im Moment kaum nennenswerten Antrieb.

  4. Fr. bonath, Sie haben es immer noch nicht verstanden!

    Sicherlich möchte ich Marx`s Bemühungen nicht klein reden, zu seiner Zeit war er sicher ein großartiger Theoretiker/Denker. Nur ist die Zeit nicht stehengeblieben, was einige seiner Thesen obsolet macht und andere Zeitlos erscheinen lässt.
    1. Soweit ich weiß, hatte Marx nie eine Geldtheorie!
    2. Aus aktueller Perspektive kann man sagen, dass seine Mehrwerttherorie sich nicht bewahrheitet hat.
    Denn, wenn es so sein soll, dass der Mehrwert in Form von (Mehr)-Güter/Produkte hergestellt wird, stellt sich die einfache Frage, wer soll die Güter/Produkte bei sinkenden Lohn kaufen?

    Oder für sie einfach erklärt, in D-Land hat man den Lohn durch div. Politische Maßnahmen (Bündnis für Arbeit, Hartz 4 usw.) gedrückt. Folge: Binnenwirtschaftlich passiert hier nichts mehr, unter dem Schutz des Euros (falscher Wechselkurs) werden die Mehr-Güter/Produkte, die von der Binnenwirtschaft aufgrund niedriger Löhne(interne Abwertung seit Euroeinführung) nicht aufgenommen werden können, massiv ins Ausland verkauft. Schaut man sich an, was in Europa los ist, kann ich sagen, dass dieses Wirtschaftspolitische Konzept (D-Land`s), langfristig kein Erfolg haben wird.

    • „Aus aktueller Perspektive kann man sagen, dass seine Mehrwerttherorie sich nicht bewahrheitet hat.
      Denn, wenn es so sein soll, dass der Mehrwert in Form von (Mehr)-Güter/Produkte hergestellt wird, stellt sich die einfache Frage, wer soll die Güter/Produkte bei sinkenden Lohn kaufen?“

      Das was sie da beschreiben, ist ja der Widerspruch im Kapitalismus.
      Dadurch kommt es zu Absatzkrisen und zum Verdrängungswettbewerb, Schließung von Betrieben –> Arbeitslosigkeit.

    • @ schwarz ist weiß
      „Das was sie da beschreiben, ist ja der Widerspruch im Kapitalismus.“
      nein, dass ist der wiederspruch der marx`schen mehrwerttheorie!

      denn, letzlich führt das zu ökonomischer Depression, instabile politische Systeme, welche den Kapitalisten nichts nützen sondern massiv schaden.
      Du hast es selber gesagt“ Schließung von Betrieben“

    • Wo der innere Widerspruch der Mehrwert-theorie ist, erschließt sich mir nicht.
      Ich kenne auch Kritik an der Mehrwert-theorie, die kann ich aber ihren Ausführungen nicht entnehmen.

      Selbst wenn der Unternehmer letzten Endes am Ast sägt, auf dem er sitzt oder der Prozess der Ausbeutung endlich ist, ist es doch das Wesen des Kapitalismus. Das zweifelt auch Marx nicht an. Ganz im Gegenteil.
      Er findet aber Wege und ist dabei sehr flexibel z.B. durch das Erschließen neuer Absatzmärkte, Kreditvergabe bis hin zum Krieg.

    • Du verstehst es deshalb nicht, weil du immer noch micro denkst!
      Stell dir vor, die welt ist eine geschossende volkswirtschaft. Der kapitalist neigt immer dazu die löhne zu drücken, denn er will ja max. Profit. Stell dir weiterhin vor, der kapitalist verbündet sich mit der politik und schafft es. seine ansichten durchzusetzten. Es stellt sich die einfache frage: wer soll die produktion kaufen? Es ist unmöglich!
      Der kapitalist wird entwerder auf halde produzieren, was ihn nichts bringt oder er wird in laufender periode weniger produzieren, was zu entlassungen führt. Seine ursprüngliche idee, den max. profit zu erhalten, tritt ebenfalls nicht ein.
      Das ist der wiederspruch! Kann ich aber auch nachvollziehen, denn im 19.jahrhundert konnte man diesen zusammenhang nicht erkennnen, aufgrund fehlender stat. Erhebungen.

    • Was sie schreiben ist nicht falsch, hat aber nichts mit der Mehrwert-theorie zu tun.

      Mehrwert-thteorie:

      Rechnerisch ist der Mehrwert dann die Differenz zwischen dem Wert geleisteter Lohnarbeit und dem gezahlten Lohn.

      Mehrwertproduktion:

      C1 + V + M = C2
      wobei

      C1 = vorgeschossenes („Constantes“) Kapital (Maschinen, Bauten, Material)
      V = Lohn („Variables Kapital“, Wert der Arbeitskraft)
      M = Mehrwert (Ergebnis der unbezahlten Mehrarbeit)
      C2 = Verwertetes, erweitertes Kapital
      (wikipedia)
      Das ist alles – das hat weder was mit Micro oder Makro zu tun.
      Die Mehrwert-Production findest im Unternehmen statt. Es ist dabei unerheblich ob der Kapitalist zu Erreichung des Ziels die Löhne reduziert, neue Technik einsetzt oder beides macht. Der Gewinn ist das Ziel.
      Wenn der Kapitalist durch höhere Löhne seinen Gewinn steigern würde, wird er das machen.
      Wenn kein Mehrwert mehr erzeugt wird, wird die „Bude“ geschlossen.

  5. Hallo! Danke für den Beitrag.
    Interessanter als Marx´ Werke wäre die Frage, ob man ihn nicht als „Falsflager“ gewähren ließ und ihn unterstützte, um mit seinen Theorien den Boden für eine neue Spaltung der Menschheit zu bereiten. Es ist perfide gedacht, doch gar nicht so abwegig, betrachtet man die Geschichte. Zu seiner Zeit wäre Marx mit seinen Theorien in den Augen der damaligen Urzeitkapitalisten der Erzfeind und sicher wie andere aufrichtigere Revolutionäre dem Tod geweiht gewesen. Doch nichts geschah. Im Herzen des bis heute wütenden Angloimperialisums durfte er sein Kapital verfassen.
    Ebenso wie Lenin zweckdienlich supportet wurde…Das erinnert etwas an die Dusslichkeit der USA, die Vasallen erst aufbaut und dann von ihnen auf die Mütze bekommt…oder doch nicht, weil es letzendlich so geplant war? Es ist irre. Mein Vertrauen in Marx´Anliegen ist jedenfalls getrübt. Letztendlich führte jede Ideologie oder die zur Religion erhobene These zu Mord und Totschlag mit der Ausrede, es stünde hier oder da und daraus könne man „Rechte“ oder Berufungen ableiten. Also ist es letzendlich Stuss, solange wir in Theorien schwelgen und sie wortreich sezieren, um dann die Relität verweigern, die nach Handlungen schreit. Nicht Nachplappern von Geschriebenen sollte die Maxime sein, da für jeden wachen Geist das was da steht offensichtlich ist: Keiner sollte Andere ausbeuten, bestehlen und unterdrücken. Die Erde hat genug für Alle und jedes Lebewesen hat seine Platz, den kein Mensch aufgrund von irgendwelchem Unsinn aus der Feder alter Männer zu beanspruchen hat. Hagen Rether hat mal sinngemäß gesagt: Nächstenliebe und Demut vor der Schöpfung…fertig ist die Religion. Meine Meinung zu wissenschaftlichen Abhandlungen: Sie sollten Wissen schaffen, nicht verklausulieren oder verschwurbeln – das galt auch mal für das Recht, so stand es mal im Grundgesetz (das den Namen nicht verdient). Generalstreik im Namen der Lebenden, die Toten Philosophen lasst ruhen!

    • Moin, Konrad, da postulieren Sie ernsthaft, dass die Frage des ‚wie und warum‘ entscheidender sei als die eigentliche Theorie Marx‘ und Engels? Das verbietet sich ja selbst bei der Beurteilung der Briefe des Paulus, obwohl dort sehr viel mehr ‚Agent Provokateur‘ im Spiel war.
      Zuerst sollte man bedenken, dass es zu seiner Zeit kein Internet gab, und von daher auch nicht diese Ausbreitungsgeschwindigkeit von Nachrichten und Buechern wie heute. Eine weitere Frage wäre, ob es zu seinen Thesen ueberhaupt solch eine Hetze, wie wir sie heute kennen, gegeben hat. Er schreibt zwar selbst von dem Gespenst des Kommunismus, das umhergeht in Europa, aber ob damit die Dimensionen gemeint waren, wie wir sie z.B. beim Zeitungsverkauf ( linke Zeitungen wohlgemerkt) erfahren hatten in den 70er Jahren: „Geh doch rueber, was willst Du denn noch hier?!“
      Aber selbst, wenn Marx unter Duldung der Kapitaleigner seine Thesen entwickelt hätte, so frage ich mich, was wäre verkehrt. Und das ist das entscheidende Kriterium, haben Marx oder Engels, der ja nun wirklich Kapitaleigner war, irgendwo eine Finte gelegt, ist irgendwo in ihren Theorien ein Fehler nachzuweisen, dann kann sich eine erquickliche Diskussion entwickeln.
      Aber so bleibt nur das schale Gefuehl, dass sie nur mal ein Torpedo starten, und hoffen, dass irgendetwas hängen bleibt von der von Ihnen vorgefuehrten Meinung, Marx sei ein „Falsflager“ gewesen.

    • Guten Morgen, Konrad,

      ich lege Ihnen ans Herz (wie dem Kommentator über Ihnen, aber da ist der Name offensichtlich das Komplettprogramm), vor der Meinungsbildung doch tatsächlich erst einmal „Das Kapital“ zu lesen. Denn wer Marx war oder nicht, ist die eine Sache, was in „Das Kapital“ steht, eine andere. „Das Kapital“ ist nämlich, wie bereits oben im Text erwähnt, eine kühle wissenschaftliche Abhandlung über die Funktionsweise der kapitalistischen Warenproduktion, keine Propaganda jedweder Art. Alle Aspekte in eine Tagesdosis zu packen, ist leider schlicht unmöglich. Dann könnte man vielleicht einmal anfangen, inhaltlich und in der Sache zu diskutieren.

      Mir fällt es sowieso immer auf, wie personenfixiert und aus dem Bauch heraus Menschen urteilen, oft ohne einen Funken Wissen zu haben. Da findet der bsp. Sahra Wagenknechts rhetorische Akrobatik und inszenierte Unnahbarkeit mit einer Portion Gouvernantencharm geil, und schon fährt er auf sie ab und alles, was ihr holder Mund spricht, ist wahr. Da fliegt eine auf das Dreitagebart-Babyface mit Schwiegersohncharm von Lindner (FDP), und sie geht ihn wählen und rennt damit ihrem eigenen Henker hinterher. Das ist doch gängige Realität.

      Was „Das Kapital“ betrifft, könnte es tatsächlich auch helfen, sich mit der darin beschriebenen kapitalistischen Produktionsweise zu befassen, schon alleine, um nicht hinter jedem Baum die große Weltverschwörung allerlei Agenten zu wittern, auch wenn so ein Agententhriller das Leben fraglos aufregender macht….

      Beste Grüße
      Susan

    • “ ist irgendwo in ihren Theorien ein Fehler nachzuweisen, dann kann sich eine erquickliche Diskussion entwickeln. “

      Das die Theorieën nicht wahr wurden ist ganz klar, es ist nicht so das immer mehr Kapital in immer weniger Menschen sich konzentrierte.
      Die Frage ist warum ?
      Die Antwort ist einfach, Wert ist niemals absolut.
      Wer eine Dampf Lokomotiven Fabrik hatte war reich, aber diesel, und später elektro Motoren machten Dampfmachinen wertlos.
      So geht es mit Alles.
      Eine Diamant Mine war sehr wertvoll, ist es noch, weil Leute Diamant von unter der Erde wertvoller schätzen dann künstlicher Diamant, obwohl Experten nicht sagen können ob ein Diamant ‚echt‘ ist oder künstlich.
      Aber jeder Tag kann es so sein das die Erklärungen das die Diamant echt ist ihren Wert verlieren.
      Wenn Morgen jemand Gold machen kann ist Gold nicht lehr wert als die Produktions Kosten.
      Fabriken heute die Otto und Diesel Motoren bauen sind noch wertvoll, aber es ist möchlich das die in zehn Jahren kein Wert mehr haben, alles mit Elektro Motoren.
      VW hat in die USA hunderttausende diesel PKW’s in die Wüste stehen, sie wurden wertlos weil ein Paar Amerikaner mit ein diesel PKW fuhren, die Abgase analysierten, und herausfunden das die Softwäre manipuliert wurde.
      Das Problem des dubiösen Wert wurde sehr gut erklärt in ein altes Wirtschafliches Lehrbuch, wenn Deutschland 1945 kapitulierte wurde alle militärische Production wertlos.
      Aber, weil niemand die Production plötzlich stoppen konnte, rollten noch Wochen Flugzeuge und Tanks aus die Fabriken, die kein Wert mehr hatten.

    • Die Arbeitswerttheorie ist ja vorsichtig ausgedrückt auch nicht ganz unumstritten.
      Also nicht dass mit der Grenzwertheorie alles erklärt werden könnte.
      Wenn man sich entscheiden müsste, würde ich nach Ockham mich für die weniger krude Annahme entscheiden.

      Erstaunlich ist dennoch, dass man hier den Eindruck nicht los wird, dass Marx uns so eine Art theory of everything spendiert haben soll und alles wissenschaftlich unantastbar wäre.

    • „Was „Das Kapital“ betrifft, könnte es tatsächlich auch helfen, sich mit der darin beschriebenen kapitalistischen Produktionsweise zu befassen, schon alleine, um nicht hinter jedem Baum die große Weltverschwörung allerlei Agenten zu wittern, auch wenn so ein Agententhriller das Leben fraglos aufregender macht….“

      Ich habe mich auch schon gefragt, wer die Verursacher dieser Weltverschwörungen sind und ob ihr Ziel nicht die Ablenkung ihrer Leser im Sinn hat.
      Eine Verschwörungstheorie, die das System „Kapitalismus“ stützt und die Ursachen im Dunkel lässt, ist doch für einige Kreise sehr nützlich.

    • @Hog1951: Hallo! Danke, dass sich jemand damit befasst! Ziel erreicht. Sicher drücke ich mich nicht ganz allgemein und allumfassend absichernd verständlich aus – meine Angewohnheit. Frage: Was ist praktisch, dass was einer mal gedacht und aufgeschrieben haben soll…da aus der Geschichte hinreichend bekannt ist, dass zu bedeutenden Personen der Geschichte Erklärte dies so verfast haben hätten könnten oder es ihnen jemand nachsagt bzw. nach- und zugeschrieben hat. Oder die Verwirklichung guter Ansätze in der Realität zum Wohle der Menschen? Ist ein Buch mehr wert als ein Mensch…gut in manchen Fällen ja, aber was nützt angeblich Verstandenes, wenn es nur am Kamin bei einem guuuten Rotwein im Kreise erlesener Freizeitphilosophen diskutiert wird? Nothing! Es ist wurscht was ein Genie verlauten ließ, wenn genau in diesem Moment seine Genialität eben nur im Buch steht und einige Erlesene sich rühmen etwas davon verstanden haben zu wollen! Wir haben doch verstanden, so scheint es hier, worum es eigentlich geht. Es erinnert mich an den Herren der Ringe (leinder auch ideologiefrei, da der Feind im Osten vermutet wurde, was zur Zeit des Verfasserers aber gerechtfertigt war)…in ohne Türmen brüten alte Männer über die Sterne und den Tod nach und bauen den Toten prächtigere Häuser als den Lebenden…oder so. Sie und ich leben, also warum eine toten Marx anhimmeln, wenn wir beide etwas verstanden zu haben scheinen?

      @ Susan Bonath: Warum soll ich etwas lesen, was doch allzu offensichtlich ist? Ich bin so arrogant und erlaube mir völlig unwissenschafltich zu sagen, dass wir seit der „Kehre“ einen nun größeren und goldenen aber immer noch Käfig bekamen. Seitdem geht Betrug, Ausbeutung und Kriegstreiberei im Namen von sonstwas munter nach orwellschen Muster voran. Augen auf! Man sieht, dass wir Krieg und Hass benötigen und Personen, die gern zu etwas gehören möchten, nur nicht zu sich selbst. Ich brauche keinen Marx oder Wissenschaften um zu erkennen, dass etwas nicht stimmt, wenn die Putzfrau mit der Straba zur Arbeit fährt, ihr Chef aber im Porsche nach Italien zum Shoppen fährt! Ich brauche keinen Marx um die Debatten in Land- und Bundestag nach offensichtlichen hirnlos geifernden Lagerfetischisten zu sortieren. Was nützt Wissenschaft, wenn sie nur Selbstzweck bleibt und keinen Realitätszugang findet, der dem Menschen, nicht einer Idee oder Klassenkampf dient. Klassenkampf heißt, die Menschen werden aufeinander gehetzt. Der ist böse, der arm, der gut und der…profitiert am Ende davon. Dort ist der Ansatz, der Feind der Menschen. Und den lassen Theorien und wohlfeiles Suhlen in der Überheblichkeit des angeblichen Verstehens solcher Türme aus Satztrutzburgen völlig kalt! Der Gedanke, ob Marx geduldet und oder hofiert wurde, um seinen Zweck zu erfüllen ist meine Verbindungs-(Verschwörungs-) theorie zu den Intrigen der Geschichte bis heute. Danke, dass sie mir schrieben! Gruß!

    • Moin, Pieter Kamp, ich weiss nicht, ob Sie diesen Post noch lesen, doch ich fand leider keine Zeit Ihnen zu antworten (sorry).
      „Das die Theorieën nicht wahr wurden ist ganz klar, es ist nicht so das immer mehr Kapital in immer weniger Menschen sich konzentrierte.
      Die Frage ist warum ?
      Die Antwort ist einfach, Wert ist niemals absolut.
      Wer eine Dampf Lokomotiven Fabrik hatte war reich, aber diesel, und später elektro Motoren machten Dampfmachinen wertlos.“
      Dass die Theorie nicht wahr wurde, liegt ganz banal daran, dass die am meisten fortschgeschrittene Arbeiterklasse, nämlich die Deutsche. leider zu sehr gezaudert hat mitzugehen mit der russischen Revolution. Das hat z.T. Ursachen in der deutschen Mentalität, aber auch m.E. in der ideologischen Stärke des Gegenueber gehabt. So wurde die damals echte Sozialdemokratie in Spaltungen getrieben, die ein erstarken der Arbeiterklasse einfach nicht zuliess.
      Dass die Kapital/Vermögenskonzentration zunimmt, hatte ich hier im Forum schon gelesen, das hatte Lenin uebrigens schon vor 100 Jahren in dem kleinen Aufsatz: „Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus“
      beschrieben.
      Dass eine Dampfmaschinenfabrik heute, oder nach der Hochzeit der Dampfmaschine nur noch nostalgischen Wert hat, sehe ich genauso wie Sie. Doch was wird ein kluger Dampfmaschinenkapitalist getan haben, nachdem die ersten Elektromotoren ihren Dienst versahen? Er wird sein erwirtschaftetes Kapital in die Schaffung eines neuen Betriebszweiges geleitet haben, um einen Vorteil gegenueber seinem Mitkonkurrenten zu haben.
      „VW hat in die USA hunderttausende diesel PKW’s in die Wüste stehen, sie wurden wertlos weil ein Paar Amerikaner mit ein diesel PKW fuhren, die Abgase analysierten, und herausfunden das die Softwäre manipuliert wurde.“
      Hier sagen Sie was. Wir rutschen nämlich so halbwegs in die Betrachtung des Imperialismus! Es ist m.M.n. nämlich so, dass die US-Automobilkonzerne einen erhebliche Konkurrenzvorteil haben, wenn die Automobile aus Deutschland nicht mehr in Uebersee verkauft werden duerfen.
      Hier tritt der Staat als Vertreter der US-Aotoindustrie auf und belegt den Konkurrenten mit Verkaufsverbot. Das geht uebrigens genauso mit Sanktionen, die gegen andere Länder verhängt werden. Ueber die haltlosen Anschuldigungen diesbezueglich kann man sich nur wundern.

  6. Falsches Denken kommt aus falschen Köpfen

    Anstatt einen Wortschwall abzusondern, will ich nur ein paar der vielen Aussagen widerlegen.

    Zitat:
    Nicht etwa die Versorgung der Bevölkerung mit Waren, sondern die stete Kapitalakkumulation ist der irrationale Selbsterhaltungszweck des Systems.

    Die Floskel „ irrationale Selbsterhaltungszweck des Systems“ kaschiert die Unwahrheit der Aussage. Kapitalakkumulation ist nicht das Ziel, sondern die Voraussetzung, eine Fabrik zu bauen, eine Werft zu errichten oder eine Logistikfirma zu betreiben. Wie es dann weitergeht, liegt teils im Ermessen der Besitzer, teils in der Hand der Beschäftigten, gestärkt durch Gewerkschaften und gesetzliche Vertreter, teils in der Hand des Staates, der die Rahmenbedingungen in der Hand hat.

    Zitat:
    …unterscheidet Marx zwischen Gebrauchs- und Tauschwert der Waren. Ersterer sei nur lästiges Beiwerk für den Kapitalisten…

    Woher will Marx das wissen? Konnte er Gedanken lesen? Nein, er meinte einfach mit seiner Intelligenz, andere definieren zu können. So definierte er den Kapitalisten als ein Phantom.

    Sein bester Freund, Fritz Engels, war Kapitalist, und entsprach nicht der Definition. Karl Benz erfand das Auto, um seine Frau damit fahren zu lassen. Ford erfand die Fließbandproduktion, weil er wollte, dass Autos so billig werden, dass Arbeiter sie kaufen konnten. Dazu brauchte er Kapital. Jeder andere hätte es auch gebraucht, auch ein Staatsbetrieb.

    Zitat:
    Mehrwert ist nicht der Gewinn, der durch geschicktes Tauschen, also billig ein- und teuer verkaufen entsteht.

    Das kann nur jemand sagen, der nicht den geringsten Sinn für Handel hat. (Marx konnte nicht mal seine Familie ernähren.) Für jeden, der Handel treibt, ist der Brutto-Gewinn, der Preis den er erzielt, minus Beschaffungskosten. Beispiel eine Frau, die Kirschen von ihrem Baum pflückt und auf dem Markt verkauft, aber ebenso der Händler, der die Kirschen beim Erzeuger holt.

    Der Trick des Philosophen

    Natürlich hat Karl Marx den Begriff Mehrwert selber so definiert, dass sein Aussagen darüber in sich stimmig sind, nur dass sich kein Baumbesitzer, Pflücker, Händler oder Käufer für diese Definition interessiert. Das ist reine Philosophie. Philosophen definieren ihre eigene Sprache und, wenn man sich darauf einlässt, behalten sie immer recht. Das gilt für Karl Marx genau so wie für Schopenhauer, Wittgenstein oder Sloterdijk.

    Zitat:
    Tatsächlich ist Geld eine allgemeine Ware.

    Nein, Geld ist keine Ware, sondern eine Zahl, die einen symbolischen Wert hat, der von allen akzeptiert wird. Mit dieser Zahl werden Waren bewertet. Der Wert einer Ware ist nicht wieder eine Ware. Das ist Unsinn. Die Dauer eines Films ist kein Film.

    Die Erkenntnisse von Marx waren teilweise richtig, aber seine Sicht zeugt von einer ungeheuren Überheblichkeit, die genau deshalb vielen gefällt, weil der Marxismus sie über die Wirklichkeit erhebt. Das hat verheerende Folgen gehabt und zerfleischt die Linke bis heute. Ohne Marxismus und seine Spuren im Denken (Ideologie) hätte eine Linke Bewegung in der Zeit des plumpen Neoliberalismus eine reale Chance. Aber zu viel Irrationalität ist in den meisten Köpfen.

    Das macht die Rechte so stark, die sich nur für Macht, Geld und Ego interessiert.

    Rob Kenius, kritlit.de

    • Sie begründen den Fetisch Geld, mit dem Fetisch Geld. Eine recht herkömmliche Argumentation, als Verfechter des selbstzerstörerischen Systems, Namens Kapitalismus.

      Nun, es spielt keine Rolle ob einem die selbstzerstörerische Natur dieses Zirkelschlusses bewußt, aber egal oder unbewußt ist. Dieser widernatürliche Kreislauf wird durchbrochen.

      Die von ihnen bemühten Bsp., sind der, von der Kanzlerin bemühten, Bsp. von der schwäbischen Hausfrau durchaus würdig.
      Und allein damit hat sie schon jede schwäbische Hausfrau beleidigt.

      Aber die Bsp., so unbegründet sie aus einer allgemeinen Nichtsystem-Logik sind, dienen lediglich als Stütze, um über einen Angriff auf jemanden, der eine Erkenntnis gewann, hier Karl Marx, die Erkenntnis selbst zu treffen.

      Einerlei, im Grunde ist es recht einfach, zumindest wenn sie sich als aktiven und interessierten Teilnehmer sehen; sind sie für eine gerechte Gesellschaft oder dagegen, sind sie für eine zukunftsfähige Gesellschaft oder dagegen? Ist ihnen Aufrichtigkeit wesentlich oder tut es auch eine Lüge?
      Deshalb war und ist es auch so wesentlich für die Kapitalisten und ihre Kettenhunde, die Faschisten, Begriffe zu verdrehen, zu besetzen oder vergessen zu machen, um das Denken bestimmter Gedanken, um Widerstand zu verunmöglichen.
      Aber wie man erkennt, sind die von Geburt an vorhandenen Eigenschaften, die eines sozialen Wesens, nicht unwiederbringlich verloren.

      P.S.: Ford, der Arbeiterfreund? Tatsächlich? Möglicherweise ließ er sie deshalb durch seine Schlägertrupps in die rechte Richtung schubsen. Und vielleicht hing deshalb sein Bild in der Münchner NSDAP-Zentrale.

    • Die typische Reaktion von ewigen Marxisten:
      Beschimpfungen statt Argumente

      Wenn jemand Argumente der Spät-Marxisten durch realistisches Denken widerlegt, dann wird er als dumm hingestellt, und das ist noch das mindeste. Argumente werden nicht durch ernstzunehmede Gegenargumente widerlegt, sonderh durch Rabulistik:

      Zitat:
      Sie begründen den Fetisch Geld, mit dem Fetisch Geld.

      Das ist eine Parole, die eine neue, nicht zum Thema gehörende Behaptung enthält, dass Geld ein Fetisch sei, was man ja so sehen kann; denn alles kann Fetisch sein,, aber dass ich Geld argumentativ als Fetisch benutzt hätte ist eine Dummheitsunterstellung, die außerdem vom Thema ablenkt.

      Ich hatte Geld definiert und der Behauptung „Geld ist eine Ware“ widersprochen. Ob diese These von Marx kommt oder von der Autorin des Ausgangsartikels, weiß ich nicht. Kommt sie von Karl Marx, dann wäre das eine Erklärung für die Tatsache, dass er nicht mit Geld umgehen konnte.

      Meine Definition ist aktuell und durch scheinlogische Parolen nicht widerlegt. Geld ist heute nur noch eine Zahl in einem digitalen System. Es symbolisiert einen Wert, der von (fast) allen akzeptiert wird und es kann gegen Ware getauscht werden. Es ist keine Ware, weil es keinen Warencharakter hat, es ist abstrakt, eben eine Zahl. Wer das nicht versteht, kann das Kapital im 21. Jahrhundert nicht verstehen.

      Im 21. Jh. ist das Geld die treibende Kraft geworden, nicht mehr das Kapital. Geld wird nicht mehr überwiegend in Kapital verwandelt, sondern es dient als Spielgeld, weil man mit Geld und Spekulation schneller Geld verdienen kann als mit realer Wirtschaft.

      Rob Kenius, kritlit.de

    • „Im 21. Jh. ist das Geld die treibende Kraft geworden, nicht mehr das Kapital. Geld wird nicht mehr überwiegend in Kapital verwandelt, sondern es dient als Spielgeld, weil man mit Geld und Spekulation schneller Geld verdienen kann als mit realer Wirtschaft.“

      Auf was wollen Sie den spekulieren oder wetten, wenn es keine Realwirtschaft mehr gäbe.
      Auf das Wetter oder auf Pferderennen?
      Ganz klar, die Geldmenge mit der spekuliert wird, ist höher als die Realwirtschaft.
      Aber ohne Wirtschaft brechen ganze Spekulationen und der „Finanzmarkt“ (der keiner ist) zusammen.
      Geld wird aus den Nichts durch Kreditvergabe geschaffen. Aber ohne reale Wirtschaft verliert Geld seine Berechtigung.
      Was wollen Sie mit Geld, für das sie nichts kaufen können?

    • Alles, was Sie entgegnen, ist richtig, nur dass Sie mir Dummheit unterstellen ist falsch.

      Ich habe darauf hingewiesen, dass die Finanzwirtschaft die Wirtschaft dominiert. Ich habe die Realwirtschaft nicht geleugnet oder nicht erkannt und will auch nicht spekulieren. Sie sagen selber, dass die Geldmenge die Realen Werte der Witschaft übersteigt (und zwar um ein Vielfaches). Das ist eins der Probleme und es ist zur Zeit nicht lösbar. Der Marxismus hilft da am allerwenigsten.

      Ich verstehe die Art der Argumentation nicht. Wenn man ein Statement ergänzen will, muss man nicht dem, der es aufgestellt hat unterstellen, dass er genau das, was man selber hinzufügen will aus Ignoranz, Dummheit oder Eigeninteresse nicht gesagt hat.

      Dies ist kein Klassenkampf, sondern eine Diskussion. Wer gegen den Spät-Marxismus in seiner religiösen Form argumentiert, ist weder Kapitalist noch Nazifreund, wie mir das Pseudonym Box unterstellt hat.

      Rob Kenius, kritlit.de

  7. „Es ist Klassenkampf und meine Klasse, die Klasse der Reichen gewinnt ihn“ sagte der Supermilliardär Warren Buffett in einem Interview 2010. Man sehe sich hierzu noch einmal Georg Schramm an: (youtube.com/watch?v=nCsR5ivw6s4)

    Achja, und Marx war nicht fehlerlos, nicht perfekt? Er hat auch mal gerne ein Glas Sekt getrunken? Hat er als Jugendlicher auch mal sturzbetrunken rumgepöbelt? Wie kann er es dann nur wagen, die menschfreundlichen Kapitalisten zu kritisieren?

    Aber im Ernst: Guter Beitrag, Frau Bonath!

  8. In diesem Zusammenhang:

    13. April 2018 um 8:38 Uhr | Verantwortlich: Redaktion
    Was Sie schon immer mal über VerXXXXXungen wissen wollten – Teil II

    Der ideelle Gesamtkapitalist

    Zur marxschen Wirtschaftstheorie gehört auch der Versuch, die Rolle des Staates zu bestimmen, seine ökonomischen und politischen Funktionen herauszuarbeiten. Deshalb ist sie zugleich Staats- und Gesellschaftstheorie. Sobald sich die Massen bewusst werden, dass kapitalistische Gesellschaften Klassengesellschaften sind, kommt es notwendigerweise zu Klassenkämpfen. Auf welcher Seite, fragt Karl Marx, steht bei diesen Kämpfen der Staat? In bürgerlichen Wirtschaftstheorien ergreift der Staat nicht Partei, sondern agiert wie ein Moderator und Mediator. Er ist neutral und verkörpert das Gemeinwohl, das er, wenn nötig, auch mit Gewalt durchsetzen darf – zum Wohl aller.

    Es dürfte nicht verwundern, dass Karl Marx diese Staatstheorie nicht teilt und in ihr alles, nur nicht „Vater Staat“ sieht. Marx sieht den Staat nicht in Äquidistanz zu den aufeinanderprallenden Interessengegensätzen, sondern in seiner Funktion als „ideellen Gesamtkapitalisten“. Nun, werden einige sofort einwenden: Den habe ich noch nicht gesehen! Den gibt es doch gar nicht!

    Und in der Tat, es geht um eine theoretische Annahme, um eine notwendige Abstraktion, im besten Fall um eine gelungene Reduktion sehr komplexer Verhältnisse. Tatsächlich gibt es den „ideellen Gesamtkapitalisten“ nicht. Auf den können sich nicht einmal die Kapitalisten verständigen. Denn sie sind in erster Linie Konkurrenten. Der Staat, so Marx, handelt aber genau so, als wäre er ein solcher. Das heißt, im Gegensatz zu bürgerlichen Staatstheorien, vertritt er nicht alle Interessen, auch nicht alle, sondern vor allem zentrale kapitalistische Anliegen.
    (…)
    Ganz allgemein gesagt: Was legal ist, was illegal ist, was erlaubt und was sanktioniert wird, beschreibt eine ganz zentrale Rolle des Staates – die ständige Herstellung eines „Rechtsfriedens“. Dabei geht es auch um die Aufrechterhaltung kapitalistischer Verhältnisse. Aber eben nicht nur: Er muss Vertrauen generieren, er muss für Legitimation dieser Ordnung sorgen, er muss dafür sorgen, dass es das Gefühl von Gerechtigkeit noch gibt, dass ein drohender Verlust austariert wird.
    (…)
    Nirgendwo zeigt sich deutlicher, dass der Staat als „ideeller Gesamtkapitalist“ agiert. In der Tat gehen ihm jährlich Milliarden an Steuereinnahmen flöten, wenn man ihn als unabhängiges Unternehmen begreift. Begreift man ihn hingegen nach der marxschen Definition, dann wird dieser Verlust (an Steuereinnahmen) mit den Gewinnen gegengerechnet, die Unternehmen zur Stärkung ihrer Marktmacht einsetzen können.
    Diese „Staat im Staat“-Aktivitäten sind keine Neuerfindung. Aber, und das ist die These, die die Veränderungen der letzten zehn, zwanzig Jahre zu fassen versucht:
    Je größer der Legitimationsschwund des Staates wird (und dieser wird allenthalben konstatiert), desto mehr staatliche und staatlich geschützte Interessen werden in den „Untergrund“ verlegt. Als aktuelles Beispiel kann man hier die TTIP-Verhandlungen nennen, deren Verhandlungsdetails „geheim“ sind, bis hin zu einer „geheimen Gerichtsbarkeit“, die Streit zwischen Konzernen und Staaten verhandeln soll. Geradezu notwendig steigt der Ausstoß an Verschleierungsstrategien, was unter anderem den inflationären Gebrauch des Wortes „Verschwörungstheorie“ erklärt.
    (…)
    Gladio – eine Geheimarmee

    Unter hoch konspirativen Umständen und unter Ausschaltung aller parlamentarischen Kontrollgremien wurden ab den 1950er Jahren in vielen Ländern Westeuropas unter Führung der NATO Faschisten und neonazistische Gruppen angeworben und bewaffnet. In Deutschland war damit die „Organisation Gehlen“ beauftragt, Vorläufer des Bundesnachrichtendienstes (BND), geführt von zahlreichen ehemaligen SS-, NSDAP- und Gestapo-Mitgliedern. Das auf NATO-Ebene angesiedelte Programm, Faschisten wieder zu bewaffnen, hatte eine gemeinsame ideologische Grundlage, die Faschisten und Demokraten erneut zusammenschweißte: die kommunistische, „rote Gefahr“.
    (…)
    Als in den 1960er und 1970er Jahren die außerparlamentarische Opposition wuchs, sich europaweit die politischen Kräfteverhältnisse nach links verschoben, veränderte sich der operative Auftrag dieses staatlich lizenzierten Terrorismus: Der Feind wurde nicht mehr außen, sondern im Innern verortet. An die Stelle der bösen roten Sowjetmacht traten linke, kommunistische Parteien und militante Strömungen außerhalb des parlamentarischen Parteienspektrums. Ergebnis dieser Neubewertung waren zahlreiche Angriffe auf linke Zentren und Morde an Linken, die aufgrund der skizzierten Logik nie aufgeklärt wurden.
    (…)
    Der firmeneigene Untergrund

    Strukturen von Verschwörungen gibt es auch im Wirtschaftssektor, als Bestandteil einer Konzernpolitik. Die in den letzten Jahren bekannt gewordenen „Skandale“ bei der Deutschen Bank, der Commerzbank, bei Siemens oder dem VW-Konzern, sind alles andere als Verfehlungen Einzelner, sondern Beispiele für verdeckte Strukturen, die gegenüber der Konkurrenz, gegenüber der Öffentlichkeit und staatlichen Aufsichtsstellen abgeschottet und gegebenenfalls geleugnet werden.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=43471

  9. Merkwürdig ist wie Bücher die fast Niemand las den grössten Einfluss haben: Bibel, Quran, Mein Kampf und Das Kapital.
    Noch nie gehört das jemand weiter kam als 20 Seiten in Das Kapital, völlig unleserlich.
    Er war dann auch mehr als zehn Jahre damit tätig zu beweisen was er beweisen wollte, immer mehr Kapital bei immer wenige Leute.
    Wir sehen das seine Prophezeiung nie Wahrheit wurde.
    Mann kann sich fragen wie die Welt jetzt gewesen wäre ohne Marx, aber wir können es nicht wissen.
    Fakt ist das erst in den dreissiger Jahren das Einkommen pro Kopf in die USSR wieder dasselbe war wie 1905 im Tsarenreich.
    Marx war kein Volkswirt, was ihn dazu brachte das Buch zu schreiben ist was Engels sah an wie die Britische Arbeiter lebten.
    Jemand wie Bright tat etwas für arme Leute, er predigte nicht Revolution, und erreichte viel.
    Francis Wheen, ‘Karl Marx, A life’, New York 2000
    George Macaulay Trevelyan, ‚The Life of John Bright‘, 1913, London, 1971, Westport, Connecticut

    • Es erstaunt mich immer wieviel Sie offensichtlich gelesen haben und wie wenig davon verstanden.
      Das die Einkünfte des Arbeiters der UdSSR in den 30-iger Jahren auf dem Niveau von 1905 lagen, sagt doch nichts aus über dessen Kaufkraft.
      Allerdings ist das Äpfel mit Birnen vergleichen, da noch ganz andere Parameter zur Umrechnung von Lebenstandard und Lebenqualität eine Rolle spielen.
      >>Er war dann auch mehr als zehn Jahre damit tätig zu beweisen was er beweisen wollte, immer mehr Kapital bei immer wenige Leute.
      Wir sehen das seine Prophezeiung nie Wahrheit wurde.<<
      Entweder leben Sie auf einem anderen Planeten oder begreifen nicht, das sich genau das abspielt. Wir haben die grössten Privatvermögen in den Händen von 0, 0001 % der Weltbevölkerung – also hatte Marx auch hier 100% Recht, da es systemimmanent ist, dass dies passiert.
      Die Gewinne der Konzerne fliessen ja nicht in die Vermögen der Konzerne (juristische Personen) sondern zu Privatleuten, die Grossaktionäre sind. Der bescheuerte Kleinaktionär ist bei der nächsten geplatzten Blase wieder der der vom Hochhaus springt, wie 1929…und vielleicht Sie, da Ihr Pensionsfonds Ihnen sagen wird das Ihr Geld futsch ist..naja indexiert worden ist ja schon die letzten 10 jahre nicht mehr in Holland, obwohl die Anlagen der Fondsen erfolgreich waren. Nur ist das Geld ja nicht weg, das haben jetzt nur andere.

  10. Ja, Susan Bonath, dem ist eigentlich nicht viel hinzuzufuegen, ausser, dass es seit Marx’ens Zeit noch eine weitere Entwicklung gegeben hat: die Macht des Finanzkapitals.
    Durch den Einfluss der Banken ueber die Kreditvergabe an die industriellen Kapitalisten hat sich das Finanzkapital Einflussmöglichkeiten und Macht gesichert,, sodass man dann (gem. Lenin) vom Imperialismus reden muss.

    • National Staaten erlaubten etwa 1997 freien Kapitalverkehr, damit lieferten sie sich aus an Kapital.
      Lafontaine wusste es genau.
      Der Euro machte es noch schlimmer, ein Bank ohne eine Regierung, die dritte in die Welt.
      FED und Bank of England waren die erste zwei.
      Thilo Sarrazin, ‚Europa braucht den Euro nicht, Wie uns politisches Wunschdenken in die Krise geführt hat‘, 2012 München
      Sarrazin zitiert Volkswirte die schon etwa 1997 wussten was die Folgen der Euro sein würden.
      Leider, nur wenige verstehen etwas von Volkswirtschaft.

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