Tagesdosis 1.11.2017 – Digitale Demenz

Good luck, Millenium Generation

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Die BILD-Zeitung versucht flächendeckend Eltern Schuld einzureden, in dem sie eine forsa-Studie erwähnt und titelt, Zitat Anfang: STUDIE ZEIGT GROSSE HERAUSFORDERUNG FÜR ELTERN – fast jedes zweite Kind wird digital alleine gelassen, Zitat Ende. Weiter heißt es auf BILD, Zitat Anfang:

Heutzutage gilt schon in jungen Jahren: Wer sozial dazu gehören will, der braucht den Zugang zu digitalen Medien, am besten über Smartphone oder Tablet.
Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Unter den Elf- bis Vierzehnjährigen verwenden 93 Prozent digitale Technologien. Bei den Grundschülern sind es schon 74 Prozent. Das geht aus einer forsa-Studie hervor, die von der Online Lernplattform „scoyo“ und dem Lernroboter-Unternehmen „Wonder Workshop“ in Auftrag gegeben wurde.

Umso mehr sind Schulen und Eltern gefordert, allen Kindern eine gute Vorbereitung auf die digitale Welt zu vermitteln. Das Problem: Knapp die Hälfte (45 Prozent der 6- bis 10-Jährigen) lernt weder zu Hause noch in der Schule etwas über die Nutzung von digitalen Geräten (FACT-Umfrage).
Die Grundbildung, die spätestens mit einer regelmäßigen Nutzung von Tablet und Co. stattfinden müsste, fehlt also bei vielen. Aktuell erhalten insbesondere die Grundschulen von den Eltern ein eher schlechtes Zeugnis in Bezug auf die digitale Vorbereitung ihrer Kinder.
Mehr als die Hälfte der Eltern der 6- bis 10-jährigen sind der Ansicht, dass ihr Kind durch Lehrer weniger gut bis überhaupt nicht auf den Einsatz digitaler Medien vorbereitet wird.

Nur 38 Prozent sind von der Arbeit der Schulen überzeugt. Erst bei Eltern mit älteren Kindern steigt die Zufriedenheit mit den Leistungen der Schulen und Lehrer: Immerhin bewerten 54 Prozent der Eltern von elf- bis 14-jährigen Kindern die digitale Bildung in der Schule mit sehr gut oder gut.
Die Mehrheit der Eltern (57 Prozent), fordert daher, Kinder spätestens ab der Grundschule im Umgang mit Smartphone und Co. anzuleiten und eine Art Digitalkunde an Schulen anzubieten. Zitat Ende.

Im Klartext: Eltern sollten ihren Kindern ein Smartphone und ein Tablet kaufen, es darin unterweisen und konsumgerecht konditionieren. Schulen sollten möglichst das Fach Digitalkunde einführen, damit die Konditionierung auf Smartphone und Tablet auch so richtig ins Hirn der Kinder eingefräst wird. Beginn sollte die Grundschule sein.

WOW! Wir überwachen Dich und wissen immer ganz genau, wo Du bist und wofür Du Dich interessierst. Wir können Dir gewohnheitsgerechte Angebote machen und Dir einen Vertrag nach dem anderen zuschicken. Alles per Klick und App. Wunderbare Welt. Fragt sich nur, für wen? Deine Welt bestimmen wir! Wir, das sind die nebulösen Kapitalmärkte. Und damit Du uns kennst, fangen wir schon früh damit an, uns kennen zu lernen. Dann weißt Du auch immer ganz genau, was Du Dir zu wünschen hast und was Du erwerben darfst. Schöne neue Welt. Völlig sorgenfrei und nach Deinen Wünschen.

Ein Fach wie Digitalkunde hätte weitreichende Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft. Manfred Spitzer, einer der führenden Hirnforscher unserer Zeit, hat mehrere Bücher über die digitalen Medien und darüber geschrieben, wie unser Gehirn lernt. Es gibt über einhundert Videos, die Manfred Spitzer auf seinen Vorträgen zeigen. Auf denen er nicht müde wird ständig zu betonen, dass das, was er sagt, nicht seine persönliche Meinung sei, sondern wissenschaftliche Fakten widerspiegeln. In seinem Buch „Digitale Demenz, wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“, schreibt Spitzer, Zitat Anfang: „Trotz aller gegenteiligen Fakten, Daten und Erkenntnisse werden derzeit Schulen (und sogar Kindergärten) zu Lernzwecken im großen Stil mit Computern ausgestattet. Warum dies keine positiven Ergebnisse zeitigen kann, wurde anhand entsprechender Studien ausführlich dargelegt. Wenn aber ohnehin klar ist, dass keine fördernde Wirkung erzielt werden kann, warum habe ich mir dann so viel Mühe gegeben, um zu zeigen, dass dies auch gar nicht zu erwarten war, weil der Mechanismus der Wirkung in die entgegengesetzte Richtung geht? Weil schon seit mehr als fünfzehn Jahren entsprechende Studien vorliegen und niemand sie zur Kenntnis nimmt! Gerade diejenigen, die uns immer predigen, man solle von der Geschichte lernen – die Politiker und Pädagogen -, nehmen sich ihre eigene Meinung nicht zu Herzen.“ Zitat Ende.

Als ich selbst mein erstes Tagesseminar mit Fakten aus der Hirnforschung reich bespickt, vor Schulleitern aus dem gesamten Ruhrpott hielt, wurde mir nach Ende des Seminars eine Verschwörung nachgesagt. Die Fakten waren und sind für Pädagogen niederschmetternd. Zeigen sie doch auf, dass fast die gesamte pädagogische Logik, aus Sicht der Hirnforschung, für den Bildungsmüllhaufen sind. Und wie es immer so geht, wenn einem klar wird, dass man sich Jahrzehnte selbst an der Nase herumgeführt hat, oder herumführen ließ, dies aber mit größtem intellektuellem Glanz und akademischer Glorie vernahm, so donnert einem dann das Gehirn diese Selbstlüge mit allergrößter Verwirrung und „es kann nicht sein, was nicht sein darf“, ins Herz hinein. Kognitive Dissonanz nennt sich diese Kehrtwende des eigenen Gehirns, das dem Ich schonungslos sagen möchte. „Du warst lange Zeit Deines Lebens ein Depp, ein Volldepp sogar. Jetzt solltest Du alles noch einmal aus einer anderen Perspektive wahrnehmen“. Dieser Prozess aber nennt sich Lernen.

Lernen bedeutet, dass sich die Innenwelt eines Lebewesens an die Außenwelt anpasst, von ihr profitiert und das so, dass auch die Außenwelt von der Handlung des Lebewesens profitiert. Egal ob wir das nun Evolution oder Konstruktion nennen. Der Prozess ist immer derselbe. Dieser Prozess wird in den Kognitionswissenschaften Ökologische Intelligenz genannt, kurz ÖQ. Ökologische Intelligenz ist dafür zuständig und wichtig, uns darin fit und fitter werden zu lassen, um Bewältigungskompetenz zu erlangen. Bewältigungskompetenz verlängert das Leben. Darauf sind so gut wie alle Lebewesen gebrieft. Dass Leben selbst hat nur Bestand, wenn ihm das flächendeckend als Entwicklungsmotor gelingt. Lebewesen wollen überleben.

In meinem Buch „Die Fratze der Gewalt, Versuch einer Aufklärung“, schreibe ich dazu, Zitat Anfang: „Der Bewältigungsapparat kann nur dann sinnvolle Strategien entwickeln, wenn ihm ökologische Prinzipien der Kooperativität zugrunde liegen. Wachstum ist das sich Einverleiben von kooperativen Möglichkeiten und Vernetzungen. Wachstum ist dem fruchtbietenden Austausch zum Aufbau potenzieller Vielfalt im Menschen gewidmet, die den Zwecken des Überlebens, der Steigerung und Festigung von Lebensqualität und Lebenssicherung unterstellt sind. Ihre Beziehungen zueinander sind unabdingbar davon geprägt, Wechselwirkungen und Bindungen zu schaffen und zu erhalten, die dem Individuum und der Umwelt Entfaltungspotenziale untereinander austauschen und entwickeln lassen, damit das gesamte Ökosystem wächst.

Die Zunahme von ökologischer Stabilität und das Vermehren von Lebenskraftpotenzial ist das Wesen der Ökologie – das ist der übergeordnete Drang des Lebens selbst, seine Kernaufgabe. Ökologische Intelligenz dient also dem Wachstum des Lebens, der Außen- und Innen- Weltangleichung und ist daher am Wachstum der ökologischen Welt ganz allgemein beteiligt – und kein egoistisches Prinzip für die Lebensformen ganz allein.“, Zitat Ende. Im Grunde ist schon daher alles miteinander verbunden, alles Eins. Drin zu bleiben ist die Aufgabe einer Spezies. Draußen sein zu wollen ihr sicherer Tod. Wir nennen das auch Aussterben. Eine Steigerungsform von Genozid – nicht Rassismus, sondern Speziesismus gegen die eigene Spezies.

Digitale Medien sind eine wunderbare Erfindung und Errungenschaft unserer Kultur. Ich selbst habe all diese Medien auch. Und das ist auch nichts Schlimmes oder Fragwürdiges. Folgendes ist daran sehr gefährlich, folgt man den vielen Beiträgen eines Manfred Spitzer. Junge Gehirne, also Gehirne von Kindern und Jugendlichen sind in einer besonders sensiblen Prägungsphase. Die Biologie hat diese Phase extra so sensibel und biegsam gemacht. Neurobiologen beschreiben diese Hirnflexibilität als Neuroplastizität, was heißt, dass wir immer lernen können, unser Leben lang. In der Kinder- und Jugendphase aber zurrt das Hirn Erfahrungen in sogenannte Systeme des Denkens, Handelns und Fühlens hinein, die dann ein Gleichgewichtszustand formen. Dieser ist das Wichtigste im Leben von uns Menschen. Denn dieses Gleichgewicht, einmal gebahnt, ist in vielen biologischen Regelkreisläufen, die unsere Körper- und Seelenzustände präferieren, nicht oder nur sehr schwer wieder veränderbar. Dieses betrifft viele Bereiche unserer Gehirne. Denn die meisten Menschen, die derzeit auf diesem Planeten leben, sind in ihrer Kinder- und Jugendzeit ohne digitale Medien erwachsen geworden.

Wenn erwachsene Gehirne sich mit den Bildschirmmedien ausführlich beschäftigen, bekommen sie auch keine nachhaltigen Schädigungen durch seinen Gebrauch. Dies betrifft bloß junge Menschen. Menschen, deren Gehirne noch weich und extrem plastisch sind.

Wenn wir die Fakten der Hirnforschung zu den Bildschirmmedien, ganz besonders der Smartphones und der Tablet-PC nehmen würden, dann müssten wir diese wie die Pornohefte oder Pornofilme wahrnehmen. Diese dürfen erst ab dem achtzehnten Lebensjahr gekauft und dem Gehirn zugeführt werden. Wobei, streng genommen, auch das achtzehnte Lebensjahr noch zu früh, für deren Umgang ist. Der aufmerksame Leser oder Hörer wird jetzt am liebsten Stopp rufen und vor sich hin sagen: „Ist nicht der Pornoinhalt das Schädliche, dem wir unser Gehirn aussetzen? Und ist es dann nicht nur logisch, den Inhalt erst gar nicht zu produzieren?“ Ja und Nein, könnte man darauf antworten, denn es handelt sich hier nicht bloß um Logik sondern viel mehr um einen moralischen (nicht ethischen) Standpunkt. Und der hängt vom Einzelnen ab.

Entscheidend ist die sehr sensible Phase unserer Gehirne, vor und in der Pubertät. Neurobiologen sagen heute, dass die Pubertät nie endet. Sie wird nur immer langsamer und ist in dem Sinne, den wir ernst nehmen, erst zwischen dem achtundzwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr mit seinen sensiblen Entwicklungsschritten zu Ende.

Und was reimt sich nun mein Gehirn auf die anfangs beschriebene forsa-Studie zusammen? Dass Wirtschaftsinteressen vor Kinder- und Jugendschutz gehen. Das sämtliche Herrschaftsinteressen durch den Konsumzwang in die Gehirne von Kinder und Jugendliche Einzug nehmen. Und dass Pädagogen sich keine Meinung dagegen trauen.

Fassen wir kurz zusammen: Jedes Lebewesen benötigt größtmögliche Bewältigungskompetenz. Was nichts weiter heißt als Konfliktlösungskompetenz. Jedes Lebewesen ist darum bemüht, seine Lebensqualität zu steigern oder im gleich Level zu halten. Niemand will morgen hungern oder im Kalten sitzen. Jedes Lebewesen erfindet seine Nische in der Außenwelt und ist darum bemüht, sie zu erhalten. All das zusammengenommen nennen wir den Selbsterhalt. Für ihn entwickelte sich in uns der Isokortex, die Großhirnrinde mit seinem zeitlichem und planvollem Denken und Handeln, die besondere Sprachfähigkeit und unsere Hand. Was aber, wir erfänden einen Ersatz für all unsere biologisch fortgeschrittenen Lebensfähigkeiten?

Aus der Entwicklungsbiologie wissen wir, dass all diese biologischen Ressourcen in der Entwicklung jedes einzelnen Menschen aus Zeitfenstern bestehen, in denen der Einzelne den Inhalt dieser Zeitfenster erlernen soll. Dazu dient das schon einkonditionierte Verhalten der Erwachsen. Werden diese Zeitfenster nicht mittels Verhalten im Gehirn stabilisiert, also erlernt, können später zwar die vielen Fähigkeiten noch nachgelernt werden. Doch das Nachlernen geschieht dann nicht mehr automatisch und unbewusst. Es geschieht dann über Nachsitzen in einer sehr mühevollen, und den meisten Menschen eher lästigen Form. Der Therapie, neudeutsch auch als Nachbeelterung bekannt, wenn die Therapie früh stattfindet.

Jetzt dürfte klar sein, warum gerade das Parken der Kinder und Jugendlichen, vor den Bildschirmmedien so vehement entgegengesteuert werden sollte. Sie missgestalten bei intensiven Gebrauch die Gehirne sehr vieler Kinder und fördern daher riesige und kraftraubende große Handbremsen, mit denen die Gesellschaft immer langsamer ihren Entwicklungsstand Schritt halten kann. Sie fällt dann irgendwann als Ganzes hinten runter, oder wie Manfred Spitzer etwas überspitzt mahnt: Wir nähen dann irgendwann die T-Shirts für China, weil wir schlichtweg nichts anderes mehr können. Medienkompetenz bei Kindern oder Jugendlichen zu erwirken, ihnen klar zu machen, dass man nur den kompetenten Umgang mit ihnen zu erlernen bräuchte, ist ein Missbrauch an ihren Gehirnen.

Es ist wohl vollkommen egal, an welchen Schrauben intelligente Reformer unserer Gesellschaft schrauben wollen. Ihnen gemeinsam scheint immer und immer wieder derselbe Gegner ins Handwerk zu pfuschen: Geld und noch mehr Geldbesitz. Macht über alles und noch mehr Macht. So viel steht fest: Die Elite wird alles dafür tun, damit die Massen dumm bleiben und immer dümmer werden. Der Besitz unserer Gehirne, Zwecks Manipulation zu ihren Gunsten, ist ihr oberstes Ziel. Noch nie waren sie ihrem Ziel so nahe, wie heute. Und die Bildschirmmedien sind ihre stärkste Waffe. Meinungsbildung ist Meinungsmache. Und mit einer sich an ihrer Dummheit erfreuenden Mehrheit lässt sich für sie am besten Leben. Anstelle des gewählten Heimatpatriotismus bekamen sie den Finanzkapitalpatriotismus. Frau Petry ging, weil Goldman Sachs die Führung bekam. Regiert wird ausnahmslos immer in dieselbe Richtung.

Die Inbesitznahme unserer Gehirne findet im Aufruhr statt und im Konsumpatriotismus von Bildschirmabenteuern sowie vom outsourcing möglichst aller sozialen Kompentenzen, hineinprojiziert in die vielen neuen Möglichkeiten eines Tablets oder eines Smartphones. Empathie war gestern – heute findet sie in der nachbeelterung oder in Form neuer seelischen Therapiemöglichkeiten statt. Alles ist Markt, totalitär. Good luck, Millenium Generation.

Quellen

http://www.bild.de/ratgeber/kind-familie/digitale-kommunikation/haelfte-der-kinder- unbegleitet-digital-53641812.bild.html https://medium.com/@simona.honerbach/kinder-und-digitale-medien-media-pool-für-bericht- erstattung-dc4cd728bc73

Manfred Spitzer, Lernen, Gehirnforschung und die Schulke des Lebens, Heidelberg, 2011 Manfred Spitzer, Digitale Demenz, wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen, München 2012

Rüdiger Lenz, die Fratze der Gewalt, Versuch einer Aufklärung, Frankfurt am Main, 2012

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41 Kommentare zu: “Tagesdosis 1.11.2017 – Digitale Demenz

  1. „Schulen sollten möglichst das Fach Digitalkunde einführen, damit die Konditionierung auf Smartphone und Tablet auch so richtig ins Hirn der Kinder eingefräst wird.
    WOW! Wir überwachen Dich und wissen immer ganz genau, wo Du bist und wofür Du Dich interessierst. Wir können Dir gewohnheitsgerechte Angebote machen und Dir einen Vertrag nach dem anderen zuschicken. Alles per Klick und App.“

    Na eben. Unter anderem dafür ist der Schul-Unterricht da. Verantwortungsvolle Pädagogen lehren nicht nur den Umgang mit der digitalen Technik, sondern weisen insbesondere auf die Gefahren hin.

    Diese sind im Umgang mit Handy und Co so manigfaltig, daß eine intensive schulische Aufklärung notwendig ist.

    Denn Verbote und Restriktionen wirken nicht nur nicht, sie be-wirken oft das Gegenteil des gewünschten Ergebnisses.
    Das wäre so, als hätte man uns früher verboten auf Bäume zu klettern.

    Die heutigen Kinder müssen dringend und zwingend kompetent in die digitale Technik eingeweiht werden. Und dabei muß ihnen wirksam vermittelt werden, wie sie sich vor den Gefahren schützen können.

    • Hier weisen sie direkt auf das von Herrn Lenz angesprochene Dilemma hin. „Verantwortungsvolle Pädagogen,“ viele der schulichen Pädagogen sind selbst konditioniert und geben ihre Konditionierung lediglich weiter. Ich habe den Eindruck gewonnen, je näher sie an die Oberstufe kommen, umso ausgeprägter ist die Konditionierung.

      Nun könnte man darauf verweisen, daß es dann eventuell Aufgabe des Elternhauses sei, aber hier herrschen überwiegend die gleichen Bedingungen vor.

      Und dann sind wir am Ende bei einer gesamtgesellschaftlichen, einer gemeinsamen Aufgabe, die nicht von heute auf morgen, sondern nur Schritt für Schritt, auch aufgrund der Kräfteverhältnisse, zu lösen ist.

    • Wünschenswert wären darüber hinaus, wenn es sich schon nicht vermeiden läßt, mehr interdisziplinäre Ansätze:

      Big Brother is watching you!
      Alle zwei, drei Jahre ein neues Smartphone – wie schön! Oder vielleicht doch nicht?
      von Wolfgang Romey

      Ich gebe zu, mich fasziniert neue Technik. Wie schön, dass ich mit meinem Handy-Vertrag alle zwei, drei Jahre ein schönes neues Smartphone bekommen konnte. Allerdings fällt es mir immer schwerer ein Gerät, dass meinen Ansprüchen genügt, zu finden.

      Warum? In den neuen Modellen werden immer mehr Akkus verbaut, die man nicht mehr ohne Werkzeug austauschen kann. Ein Akku ist ein Verschleißteil! Die neuen randlosen Bildschirme gehen schon beim Sturz aus geringen Höhen kaputt, selbstverständlich müssen auch sie durch eine Fachwerkstatt ausgetauscht werden. Die Bauteile sind verklebt, was eine Reparatur sehr aufwändig werden lässt. Werden bei der Reparatur nicht die Original-Bauteile des Herstellers verwendet, kann es sein, dass das Gerät nicht mehr funktioniert.
      (…)
      Vollständig vergangen ist mir die Freude aber, nachdem ich mich mit dem Lebenszyklus der Smartphones von der Gewinnung der Rohstoffe bis zur Entsorgung befasst habe.

      Zusammengefasst ist das Ergebnis: Am Anfang der Herstellung stehen schwere Menschenrechtsverletzung und massive Umweltschäden, am Ende des Smartphone-Lebens genauso, dazwischen sieht es nicht viel besser aus. Die Nutzung ist durch Ausforschung, Überwachung und mentale Abhängigkeit gekennzeichnet. Dazu in weiteren Beiträgen in Zukunft mehr.
      (…)
      Ich habe mich dem aber endlich im Dezember 2016 entzogen und mir ein Fairphone zugelegt. Das Fairphone ist so gebaut, dass es leicht repariert oder aufgewertet werden kann. Akku und Bildschirm können vom Nutzer ohne Werkzeug selbst ersetzt werden, für weitere Aufgaben benötigt man nur einen passenden Schraubendreher. Ich selbst habe vor wenigen Wochen die Kameras meines Fairphones durch aufgewertete Module ersetzt.

      Monatlich erhalte ich Updates, mit denen Sicherheitslücken geschlossen werden und Funktionalität verbessert wird.

      Sehr wichtig war mir auch, dass der Hersteller Fairphone versucht, sogenannte Konfliktmineralien durch Rohstoffe zu ersetzen, die nicht mit Kinder- oder Sklavenarbeit gewonnen wurden und deren Erlöse nicht zur Finanzierung von Kriegen verwendet werden. Auch auf die Arbeitsbedingungen bei der Herstellung versucht Fairphone positiv Einfluss zu nehmen.

      Das Alles hat seinen Preis, der sich allerdings schon relativiert, wenn ich das Gerät deutlich länger als meine bisherigen Smartphones nutze.
      https://www.rubikon.news/artikel/big-brother-is-watching-you

    • @ Koenig Ordnung
      Schulische Aufklärung & verantwortungsvolle Pädagogen ist bereits ein Widerspruch in sich…
      Das Problem wird zur Lösung erklärt oder frei nach Einstein
      Immer wieder das gleiche zu machen und andere Ergebnisse zu erwarten, ist der tatsächliche Wahnsinn.

      @ Box
      Es ist ja auch auffällig, daß je höher die akademische Bildung ist, umso formatierter wirkt ein Mensch. Daher ändert sich auch nichts wesentliches, da es immer nur der systemisch geprägte, ein tiefgläubiger, überhaupt an die Spitze schaffen kann.

    • Immer schön der Reihe nach. Die kleinen lernen (zwingend erforderlich wegen SUV Gesellschaft) mal als erstes die StVO und das der Vorfahrt hat der fixer ist. Danach (neben jeglichen anderen Quatsch der einzelnen Bundesländer) bis mindestens zur 10. Klasse wird allerlei „beigebracht“ was man am Gesicht der Freude den Schülern sofort auswerten kann. Lernen ist das voll gute Ding hier im Land, oder was? Nun noch die Gefahren des Digitalen als Aufklärung (getarnt als Notwendigkeit) zu „insallieren“ sehe ich als massives Problem, welches sich nur angliedert an bereits vorhandenen Problemen. Ist ja nicvht das erste Mal, dass die Gesellschaft etwas als unproblematisch ansieht und sich später als fatal herausstellte. Die Alcopops wurden erst dann restriktiert, als das Komasaufen die 7 Jährigen erreichte. Ich lasse mir erst die Diskusion zu, wenn ein gewisses Maß an Objektivität im Einklang ist. Vorher verbiete ich mir die Parteilichkeit selbst. Wäre schön wenn mehr das ähnlich sehen könnten. Bitte keine Computer in Schulen bis bisherige starke Probleme behoben sind. Alles andere sehe ich als kriminell an, meine Ansicht eben.

    • Verantwortung! Gesamtgesellschaftliche Aufgabe! Was ist das Verursacherprinzip?

      Illustriert am Beispiel des Verpackungsmülls, der Müllproduktion und Müllentsorgung: Die Grünen versuchten wohl mal das Verursacherprinzip (Verantwortung!) zu erhalten. Kurze Zeit gab es reduzierte Verpackung. Hielt aber nicht lange, bis die Verpackungsindustrie mit mehrfacher Wucht zurückkam. Die Grünen? Mit in der Tonne. Einschließlich Verursacherprinzip und Verantwortung. Verantwortung? Die hat nun, z.B., die alte Oma. Weil sie ja so viel Müll produziert, darf sie lernen, wie man trennt. Eine App gefällig, liebe Oma? Ach so, kein Handy?

      In Amerika kommen Produkte auf den Markt, und (un)erwartete Kollateralschäden werden dann mit viel Geld und teuren Anwälten marktgerecht geregelt. Wer den teuren Anwalt nicht bezahlen kann, der trägt eben den Kollateralschaden – und die Verantwortung: Für seinen Krebs oder sein vermülltes Gehirn. Das ist die längst eingeschlagene Richtung. Das Verursacherprinzip ist marktgerecht geregelt, ebenso die Sache mit der Verantwortung.

      Nun sind die Eltern, die Lehrer, die Oma, die Kinder, der Müll-Trennung-Unaufgeklärte-Ausländer am Müll schuld. Und daran, daß jedes Jahr ein neues Handy auf dem Müll/Markt landet, während der Streit darum tobt, ob dieser Müll nun unsere Gehirne auch vollmüllt oder nicht.

      Die Kräfteverhältnisse! Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wird durch eine marktgerechte Gesellschaft, welche die Auflösung des Verursacherprinzips mit der marktgerechten Demokratie integriert hat, nicht in Angriff genommen werden können. Zu erkennen, daß abwechselndes Eltern-, Lehrer-, Kinder-, Müllsünder- etc. Bashing vom Verursacher und Träger der Verantwortung ablenken soll, wäre auch hilfreich.

    • Ich als angehender Pädagoge finde es sehr bemerkenswert, dass man von dem – m.E. sehr klugen und weitsichtigen – Erziehungwissenschaftler Wolfgang Klafki und seinen Bildungsanalysen zwar im Studium etwas zu hören bzw. zu lesen bekommt, aber im Schul-/Bildungssystem davon absolut nichts umgesetzt wird.

      Kafkis Bildungsbegriff definiert sich über den Umgang mit denen von ihm benannten EPOCHALTYPISCHEN SCHLÜSSELPROBLEMEN der heutigen Zeit:

      „1.) Als erstes Schlüsselproblem nenne ich die Frage von Krieg und Frieden angesichts der nach wie vor ungeheueren Vernichtungspotentiale der ABC-Waffen, aber auch konventioneller Waffensysteme.

      2.) Ein zweites Schlüsselproblem, das mit dem zuerst genannten vielfältig verzahnt ist, lässt sich mit der Doppelformel „Sinn und Problematik des Nationalitätsprinzips“ und „Kulturspezifik und Interkulturalität“ umschreiben.

      3.) Ein drittes Schlüsselproblem ist die Umweltfrage oder die ökologische Frage, d. h. die heute mit Recht vieldiskutierte und wiederum in globalem Maßstab zu durchdenkende Frage nach Zerstörung oder Erhaltung der natürlichen Grundlagen menschlicher Existenz und damit nach der Verantwortbarkeit und der Kontrollierbarkeit der wissenschaftlich-technologischen Entwicklung.

      4.) Die vorher genannten Schlüsselprobleme 1 und 3 sind vielfach und wechselseitig verflochten mit einem
      vierten Problemkreis: dem rapiden Wachstum der Weltbevölkerung, wobei dieses Wachstum fast ausschließlich durch exponentiell zunehmende Geburtenraten gerade in den am wenigsten entwickelten, den ärmsten Ländern der Welt bedingt ist.

      5.)Ein fünftes, nach wie vor unbewältigtes Zentralproblem stellt die gesellschaftlich produzierte Ungleichheit dar, und zwar zum einen innerhalb unserer und anderer Gesellschaften als Ungleichheit
      • zwischen sozialen Klassen und Schichten,
      • zwischen Männern und Frauen,
      • zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen,
      • zwischen Menschen, die einen Arbeitsplatz haben, und
      denen, für die das nicht gilt,
      • zwischen Ausländern und der einheimischen Bevölkerung, aber auch zwischen verschiedenen Völkergruppen
      einer Nation, positiv formuliert: es stellt sich die Aufgabe; multi- und interkultureller Erziehung;
      • in nationaler Perspektive, genauer: im wiedervereinigten Deutschland stehen wir überdies vor der Ungleichheit der alten im Verhältnis zu den neuen Bundesländern, einem Problem, das uns mit Sicherheit noch lange beschäftigen wird;
      zum anderen geht es um die Ungleichheiten internationaler Perspektive; hier ist das eklatanteste Beispiel bereits
      vorher genannt worden, das Macht- und Wohlstands-Ungleichheitsgewicht zwischen sogenannten entwickelten
      und wenig entwickelten Ländern.

      6.) Ein sechstes Schlüsselproblem bilden die Gefahren und die Möglichkeiten der neuen technischen Steuerungs-, Informations- und Kommunikationsmedien im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Produktionssystems, der Arbeitsteilung oder aber ihrer schrittweisen Zurücknahme, der möglichen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch eine ausschließlich ökonomisch-technisch verstandene „Rationalisierung“, der Folgen für veränderte Anforderungen an Basis- und Spezialqualifikationen, für die Veränderung des Freizeitbereichs und der zwischenmenschlichen Kommunikationsbeziehungen.

      7.) Schließlich nenne ich ein siebentes Schlüsselproblem, bei dem die Subjektivität des einzelnen und das Phänomen der Ich-Du-Beziehungen ins Zentrum der Betrachtung rücken: die Erfahrung der Liebe, der menschlichen Sexualität, des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern oder gleichgeschlechtlicher Beziehungen – jeweils in der Spannung zwischen individuellem Glücksanspruch, zwischenmenschlicher Verantwortung und der Anerkennung des bzw. der jeweils Anderen. In diesem Zusammenhang hat u.
      a. auch die Aids-Problematik ihren Ort.

      Die Anzahl solcher Schlüsselprobleme ist keineswegs beliebig erweiterbar, sofern man das Kriterium beachtet,
      dass es sich um epochaltypische Strukturprobleme von gesamtgesellschaftlicher, meistens übernationaler bzw.
      weltumspannender Bedeutung handelt, die gleichwohl jeden einzelnen zentral betreffen. Mit dem Stichwort „epo-chaltypisch“ wird zugleich angedeutet, dass es sich um einen in die Zukunft hinein wandelbaren Problemkanon handelt.

      Bezug zur Bildung/Bildungsbegriff:

      Zur bildenden Auseinandersetzung gehört zentral die – an exemplarischen Beispielen zu erarbeitende – Einsicht, dass und warum die Frage nach „Lösungen“ der großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme verschie-
      dene Antworten ermöglicht, die etwa durch unterschiedliche ökonomisch-politische Interessen und Positionen oder durch klassen-, schichten- oder generationsspezifische Sozialisationsschicksale und Wertorientierungen oder durch höchst individuelle weltanschauliche Grundentscheidungen bedingt sein können.

      Aus diesem Grundsachverhalt folgt jedoch keineswegs die umstandslose Anerkennung aller solcher Positionen als gleichberechtigt, sondern die Frage, ob es Kriterien gibt, unter denen die Geltung unterschiedlicher Lösungsvorschläge für ein Schlüsselproblem oder einzelne seiner Teilelemente wertend beurteilt werden kann.

      Das zentrale Kriterium der Beurteilung lautet m. E.: Wieweit können die einem Lösungsvorschlag zu-
      grundeliegenden Prinzipien für alle potentiell Betroffenen verallgemeinert werden? – Mit solchen Einsichten ist die Chance verbunden, dass jeder Lernende die Unverzichtbarkeit eigener Urteilsbildung, reflektierter Entscheidung und eigenen Handelns […] erkennt, sich also als betroffen und mitverantwortlich erfährt. “

      Textquelle: Klafki, Wolfgang: Allgemeinbildung heute – Grundzüge internationaler Erziehung.
      In: Pädagogisches Forum, H.1, 1993, S.21–28.
      © Ernst Klett Verlag GmbH, Stuttgart 2013 | http://www.klett.de | Alle Rechte vorbehalten

    • @ichlebe
      guter kommentar und so umfangreich, nix dran auszusetzen. Ich ergänze aber mal eben um den Faktor Natur. Als angehender Pädagoge (kenne aus real life ca.1000 Pädagogen in jeglicher colour nebenbei bemerkt) sollte man den natürlichen Instinkt auch ma in Bezug setzen. Hier offenbaren sich ungeahnte Erkenntnisse, welche zum beispiel sein können: natürliche Ablehnung zu bestimmten Tatsachen, welche aber durch gesellschaftliche Verhaltensmuster unterdrückt werden müssen. Ist es natürlich/unnatürlich homosexuell zu sein oder ist es homophober Gesellschaftsdruck der dabei mitspielt. Ich habe viele gute Pädagogen erlebt, welche naturell bestens als Erzieher geeignet waren, im Laufe der Zeit aber daran zerbrachen, dass sie es nicht schafften sich gegen den beruflichen Vorgabedruck, dem sie ausgesetzt waren, zu erwehren. Umgekehrt habe ich aber auch Pädagogen erleben dürfen, welche absolut untalentiert waren, aber bis heute bestens im System unterwegs sind. Frag nicht nach den zertrümmerten Opfern, welche sie zu verantworten haben, derer sind zuviele. Jeder selber merkt, inwieweit die Digitalisierung ihm selbst hilft oder schadet, ganz ehrlich betrachtet mal bitte. Hierauf sollte jeder Pädagoge achten BEVOR er in die (angeblich erforderliche) Aufklärungspflicht befohlen wird. Will ich oder das Kind das überhaupt? Ist es Sinnvoll oder folge ich nur Gesellschaftsdruck? Ist es mein natürlicher Beschützerinstinkt der sich hier meldet? Was sagt die Natur zu diesem ganzen hier alles? Zur Antwortsuche (ich habe meine übrigens alle) ein kleiner Hinweis: ist Inklusion was Gutes oder Schlechtes für die kleine Maria, welche keine Behinderung hat und gerade eingeschult wurde? Psst…es hat geklingelt, also bitte ruhig sein, der Lehrerrix tritt ein, ausser Martin, der hat Down, der darf weiter tanzen, auch digital…. (Ist Satire also bitte keine Statements zum letzten Satz!)

    • @ box

      Fairphone, da dachte ich, machst Dich gleich schlau, das aktuelle Handy wird demnächst 6 Jahre alt, da muss ich mich vielleicht langsam auf das nächste vorbereiten.
      Ehrlich gesagt, missfällt mir die Seite des Herstellers, zu viel drum rum, zu wenig Sachliches. Das macht auf mich immer so einen unseriösen Eindruck. Und einen Preis hab ich auch nicht gefunden.

    • @ Tony,

      viele Andere und auch ich, so wie Herr Lenz, in auch diesem Artikel (Geldadel), widmen dem Verursacherprinzip und Ursachen viel Aufmerksamkeit. Dies hindert diesen Gedladel aber einstweilen nicht daran, so weiter zu verfahren wie bisher geschehen. Ohne eine stärker werdende gesellschaftliche Transformation, ein breiteres Bewußtsein um Zusammenhänge, wo bin ich in diesem Getriebe, was kann ich tun, wird das auch weiterhin so bleiben. Ich hoffe ich habe sie richtig verstanden.

      @ Frowe Hulda,

      besten Dank, daß sie sich der Mühe unterzogen haben. Ich kann leider kaum weiter Erhellendes dazu beitragen. Ich besitze kein „Smartphone,“ ich habe seit dreizehn Jahren ein und dasselbe „Handy,“ ist nicht totzukriegen die Maschine, inklusive des Akkus. Den mitgelieferten Ersatzakku habe ich noch nie benötigt.

      Bei dem von mir verlinkten Artikel war es mir wesentlich, daß auf die Zyklen und die Umstände der Produktion, der handelsüblichen Geräte verwiesen wird und daß es hauptsächlich um Geld-Profit geht. Psychische und physische Obsoleszenz inbegriffen.

      Eine Suche mit einer beliebigen Suchmaschine fördert weitere Ergebnisse zutage, die detailierter über das im Artikel Erwähnte informieren. Zum Preis ergibt sich z.B. bei inside-handy(de), welcher wiederum auf günstiger(de) und ebay verweist, eine Spanne von € 300 bis € 530.

    • @ Box

      Ich habe Ihren Absatz nochmal gelesen, und ich denke, es gibt nur einen Aspekt, den ich möglicherweise anders sehe als Herr Lenz und Sie, bzw. wo ich evtl. nicht verstanden wurde.
      Verantwortung sehe ich nicht als etwas, das von „Oben“ nach dem Trickle-Down-Prinzip „Unten“ ankommt und die „Oben“ von ihrer Verantwortung entlastet. Verantwortung für meine Menschwerdung trage ich selbst. Das beinhaltet die Frage, „wo ich bin und was ich tun kann“ und mein Anteil an der Verantwortung „in diesem Getriebe“. Eine gesellschaftliche Transformation ist unerlässlich! Aber ich glaube nicht, daß wenn sich doch nur „der Pöbel“ transformiert, dies die „Elite“ verändern wird. Daß nur wenn Oma brav ihren Müll trennt, die „Müllproduzenten und -Profiteure“ zu besseren Menschen werden. Ich sehe nicht, daß beim Paar Schulden/Profite es richtig ist, Schuld(en) zu sozialisieren, während Profite privatisiert werden. Analog beim Paar Verantwortung/Profite. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Die Selbstgerechten da „Oben“, die sog. Vorbilder und Eliten müssen sich transformieren, dann wird das Volk mitgehen. In aller Bescheidenheit, sehe ich das wie Goethe:
      „Sage, tun wir nicht recht? Wir müssen den Pöbel betrügen. / Sieh nur, wie ungeschickt, wild, sieh nur, wie dumm er sich zeigt!“ / Ungeschickt scheint er und dumm, weil ihr ihn eben betrüget. / Seid nur redlich, und er, glaubt mir, ist redlich und klug.
      Und: „Auch war ich vollkommen überzeugt, daß irgendeine große Revolution nie Schuld des Volkes ist, sondern der Regierung. Revolutionen sind ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend gerecht und fortwährend wach sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Verbesserungen entgegenkommen.“

    • @ Speckiecki
      Kein Mensch kann Regeln ‚lernen‘. Regeln werden eingebleut. Wenn ein Mensch tatsächlich etwas lernt, versteht er dies auch.

      Durch die digitale Kommunikation ist alles nur sehr viel schneller, sprich Informationen stehen viel schneller zur Verfügung. Das ist die Feststellung. Welchen Zweck diese darstellen oder auch nicht, ist zunächst nicht relevant.

      Das war beim Buchdruck übrigens auch nicht anders oder wie bei der Erfindung von Schrift.

      Das alles hat seine Folgen, in der Tat. Aber auch hier gilt:

      Allein die Dosis macht das Gift, wobei es auch hier keine einzig richtige Dosis gibt.

    • @ Ichlebe
      Das einzige Schlüsselproblem ist die Antwort auf die Frage nach der Beschaffenheit der Wirklichkeit.

      Beruht diese auf Identität, ist damit unveränderlich und moralische Urteile sind möglich, Einsicht ist sowenig erforderlich, wie Weisheit. Begriffe wie Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Offenheit sind reine Illusion. Das ist die Welt der Vernunft. Die Welt besteht aus regeln, gegen die keiner verstoßen kann. Der Verstand ist so überflüssig wie alle Sprachen.

      oder

      Beruht diese auf Ähnlichkeit, ist damit veränderlich und moralische Urteile sind illusorisch. Das erfordert Einsicht, Weitsicht, der Mensch kann zu Weisheit gelangen. Begriffe wie Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit und Offenheit sind unbestimmte Zustände. Die Vernunft ist nur eine Religion des Übernatürlichen.

      Ich stimme Albert Einstein zu:
      Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.

    • @ Box
      Was ist denn die Ursache des Geldadels, wie kommt es dazu, daß diese zu ihrem Reichtum kommen konnten?
      Was ist denn das Verursacherprinzip, das den heutigen Zustand erst ermöglicht hat?

    • @ Tony
      Du steckst im Dramadreieck fest:
      Es existieren keine ‚die da oben‘ Spieler, ohne daß ‚die da unten‘ ihre Rollen auch mitspielen.

    • @Franz Maria Arwee:

      Ich kann Ihnen leider nicht folgen.

      Zu ihren Ausführungen fällt mir lediglich das Bibelzitat „Am Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“ ein.

      Wirklichkeit ist auch ein Wort. Ein sehr interessantes Wort.

    • @ Franz Maria Arwee,

      konkret ist das Verursacherprinzip ist für mich eine anteilige Sache, Verantwortlichkeit steigt mit der vorhandenen, persönlichen Macht.
      Macht wird nicht ergriffen, sie wird verliehen, von denen die sie abgeben.

    • @ Ichlebe
      Am Anfang (des Menschen) war das Fühlen, das Denken, das Erleben.

      Ohne dies ergeben Worte schlicht keinen Sinn

    • @ Box
      Menschen sind nicht in der Lage, eindeutige Verursachung festzustellen, denn aus Tatsachen ergene sich keine Normen.
      Formal: Sein-Sollen-Fehlschluß

      Der Mensch kann nur so tun, als ob er Macht abgeben würde. Tatsächlich macht er sich nur ohnmächtig.

      Herrschaft beruht auf dem Gefühl der Ohnmacht der Verlierer, der Untertanen, der Illusion nichts ändern zu können.
      Macht kann ich nicht verleihen, ich kann sie nur nicht ausüben.

      (Ich denke, Du siehst dies ähnlich, es ist jedoch eine etwas andere Perspektive)

  2. Tja,

    als ob der haarlose dressierte Affe zu seiner Konditionierung erst digitale Medien bräuchte…

    Für Erkenntnisse benötigt der Mensch ganz sicher keine Hirnforschung. Das Hirn funktioniert nicht mechanistisch und aus den ganze schaulustigen bunten Bildchen ergeben sich, wenn überhaupt, nur rudimentäre Aussagen statistischer Natur:

    Statistik ist die Kapitulation der Mathematik vor der Wirklichkeit mit mathematischen Mitteln.

    Welche statistischen Ergebnisse sind zu erwarten, wenn _unendlich_ viele Daten zur Verfügung stehen?

    Für Spitzer waren und sind besispielsweise Killerspiele schuld, aber die, die mit echten Waffen Krieg spielen, die, die andere moralisch be- und verurteilen, die allen anderen vorschreiben wollen, was gut & böse ist, finden gar keine Erwähnung. Vermutlich, weil sie sich selbst ja als die Lösung(TM) betrachten.
    Statistische Korrelationen werden zu Kausalitäten erklärt.

    Die Hirntoten Zombies sind sehr viel älter als das digitale Zeitalter hergibt, denn Amokläufe sind kein Phänomen des digitalen Zeitalters. Von vielen ist allerdings bekannt, daß sie Psychopharmaka eingenommen hatten. Genau diese Schiene alle psychischen Phänomene mit Medikamenten behandeln zu können, ist spannenderweise erst mit der Hirnforschung populär geworden.

    Manfred Spitzer, Gerhard Roth und Kollegen sind viel mehr das Problem in der aktuellen Geschichtserzählung.
    Was wird eingeübt, wenn nicht rituelles Handeln? Wo bleibt da der #Aufschrei? Wo das #MeToo?

    Die Vorstellungen, die Annahmen des Menschen bestimmen, wie er Sprache wahrnimmt und nicht umgekehrt.
    Bilder sind eben auch nichts anderes als Sprachsymbolik, die _nicht_ die Wirklichkeit darstellen können.

    Links zur Thematik folgen.

    • Eine Sprache ist nur ein Gefängnis, mehrere Sprachen öffnen Türen zu weiteren Gefängnissen. Die Wissenschaft ist zu einer Kirche geworden, schrieb Ernst Mach. Und er lehnte es ab, sich der Autorität dieser Kirche zu beugen. Die Gedankenfreiheit sei ihm lieber. Das Gehirn ist keine Maschine. Und nur Fachärzte dürfen Akupunktur betreiben. Aber von wem lernen sie es? Der Mensch ist nicht vollkommen berechenbar, und Wissenschaft ist nie abgeschlossen, daher befinden wir uns immer vorher. Auch vor dem, was vielleicht der Flügelschlag des Schmetterlings am anderen Ende der Welt auslöst. Biologismus, Reduktionismus….. Mythologie, Wohlwissenschaft, Besserwisserschaft… Berechenbarkeit/Unberechenbarkeit des Menschen? Der nackte Affe dreht sich in seinem Gefängnis. Tragisch, wenn er ob des Streits der Berechenbarkeit den Blick dafür verliert, dass da vielleicht ein Interesse daran besteht, ihn, den nackten Affen, zu berechnen, vollkommen oder nicht. Oder doch so vollkommen wie möglich? Mit oder auch fast ohne Hirn, denn es geht in der Tat auch fast ohne Hirn. Mancher nackte Affe (mit oder fast ohne Hirn) denkt auch er sei nicht nackt.
      Abgesehen davon scheint mir FMA ein Feindbild (auch Ismus genannt) gegen Herrn Spitzer zu pflegen. Ob Herr Spitzer den „wirklichen Krieg“ ausblendet? Ich weiß nicht. Ich weiß aber auch nicht, ob es einen „unwirklichen“ Krieg gibt, abgesehen vielleicht von dem zwischen Gläubigen und Besserwissern. In welchem „Krieg“ ist MFA? Einem Scheinkrieg, wir mir scheint.

    • @ Tony
      Ich lehne _alle_ Feindbilder ab, das bedeutet nicht, daß dies selbst ein Feindbild ist.
      Ich lehne _jede_ Moral ab, das bedeutet nicht, daß dies selbst eine Moral ist, also kein Nietzscheaner.
      Ich lehne folglich _alle_ Urteile ab, das bedeutet nicht, daß dies selbst ein Urteil ist.

      Und nein, Sprache ist kein Gefängnis:
      Die Vorstellungen, die Annahmen des Menschen bestimmen, wie er Sprache wahrnimmt und nicht umgekehrt.

      Das ist meine Position: Ich weiß lediglich, _was_ ich _nicht_ wissen kann.
      Das hat mit dem Mensch Manfred Spitzer nichts zu tun, wohl aber mit seinen _nicht_ haltbaren Behauptungen.

      Unterschied erkannt?

    • FMA

      Ein was_ich_nicht_wissen_kann_wisser, ein wissender Nicht_Wissen-Könner? Eine Position? „Ich weiß, daß ich nichts weiß“, das war eine Position. Ich weiß, was ich nicht wissen kann: Besserwisserei; oder Kopfjucken, frei nach Karl Kraus.

    • @ Tony
      Ich kann über _unveränderliches_, etwas, das bleibt wie es ist, nichts wissen, ich kann daran nur glauben. Das hat in der Tat Folgen, vor allem, daß Unveränderliches _keine_ Folgen haben kann, über die ich etwas wissen könnte. Das ist grob der Ansatz.

      Das ist Logik im Sinne der Kunst des Folgerns, von dem ich ausgehe, daß dies jeder Mensch von Hause aus kann, es ihm allerdings im Zuge der Formalisierung eines Systemglaubens oder Glaubenssystem ausgetrieben wird. Die übernatürliche Vernunft, schubladenorientierte Moral ersetzt den mitfühlenden Verstand.

    • @ Tony

      Beim Selberdenken hilft auch ein berufen auf Karl Kraus oder gar Sokrates nicht weiter:
      Freunde der Gewißheit benötigen keine Weisheit, denn es ist dann ja bereits alles gewiß.

      Versteht halt nicht jeder:
      Mögen hätten wir schon wollen, aber können haben wir nicht dürfen
      Karl Valentin

    • @ FMA

      PS: Weder Nassim Nicholas Taleb noch Spitzer haben irgendetwas wirklich Neues zu sagen, was nicht schon in den 1960ern und 1970ern gesagt und geschrieben wurde – nur eben in anderen Worten (Antifragilität=Resilience; philosophischer Anarchismus, Chaostheorie, Kybernetik, auch Gehirnforschung(!), etc. ). Alter Wein in neuen Flaschen, produziert für den Markt. Taleb beruft sich explizit auf seine Vordenker und ist noch einige Stufen eklektischer als Spitzer. Noch wichtiger: seine Herkunft (in der Wall Street) ist DIE PR für seine Bücher und Anhänger. Mit ihm ist mehr Geld zu machen als mit Spitzer; zwar beschmutzt er das eigene Nest, aber doch marktkonform.

    • Ja, in Abwandlung von FMA und Valentin:

      Will halt nicht jeder.
      Verstehen hätten wir schon können, aber wollen haben wir nicht dürfen.

      Und zu Glauben, wenn Wissen fehlt, nochmal Goethe.

      „Wo das Wissen genügt, bedürfen wir freilich des Glaubens nicht, wo aber das Wissen seine Kraft nicht bewährt oder ungenügend erscheint, sollen wir auch dem Glauben seine Rechte nicht streitig machen. Sobald man nur von dem Grundsatz ausgeht, daß Wissen und Glauben nicht dazu da sind, um einander aufzuheben, sondern um einander zu ergänzen, so wird schon überall das Rechte ausgemittelt werden.“

      Alles schon mal gedacht, man muss es nur neu denken.

    • Bedaure, das sehe ich eben anders. Nichts wurde jemals schon einmal gedacht. Denken ist ein, wie nenne ich dies, ein Prozeß des Erlebens. Sprache folgt dem Erleben und nicht umgekehrt. Denken ist abstrakt, Sprache kann scheinbar konkretes ausdrücken.
      Keiner kann Erlebtes noch einmal erleben, daraus ergibt sich bereits, daß Sprache das Erlebte nicht einmal in Ansätzen in Gänze wiedergeben kann.

      Das ist es vollkommen wurscht, was wer wann schon einmal gesagt oder angeblich gedacht hätte.

      Die Frage, die sich ergibnt ist anderer Natur:
      Beruht die Existenz, das Dasein, auf Ähnlichkeit oder auf Identität. Je nach Annahme ergeben sich die Folgen oder nur scheinbare Folgen, denn nur eine der Annahmen beruht auf der Möglichkeit sie überhaupt zu erkennen.

  3. Achtzig Prozent hochbegabter Schüler (wenn man die modernen Eltern als Basis nimmt) trifft auf 99 Prozent hochbegabter Pädagogik (wenn man die Lehreschaft nimmt, welche es übrigens nicht schafft, die Wirbelsäulenvernichtung ihrer Zöglinge abzustellen) und erfährt (rechtzeitig zum Weihnachtsgeldtermin) über die hundert Prozent unabhängige Journaille, die Medienkompetenz bitte sofort einzuleiten. Jeden Tag sehen wir (egal ob Kind oder Erwachsener) medienkompetente Menschen, welche (wie Schimpansen die mit einem Revolver spielen gleich zu sehen) auf ihre Kompetenzbildschirme schauen, dabei die Kultur und das Soziale ausbauen. Immer bereit sofort zu helfen mit einem Selfi, wenn sich etwas Blutiges ergeben sollte. Wunderschön, die Star Trek Zeit in denen wir leben dürfen. Das sich Störsender in Schulen (natürlich gekoppelt mit Feueralarm wg. Amokproblem), eine Aufklärung über die Entwicklungsprobleme von Beduselungsmedien durch die Pädagogik pflichtend ist und das alles per Gesetz gefälligst (auf Basis der gesundheitlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse) sofort einzuleiten ist, zeigt deutlich, dass das Problem zu schaffen ist. Man kann aber auch demokratisch ran gehen, aber wie sieht’s dann aus? 80% plus 99% plus 100% gleich 179% Gegenstimmen. Das sind Zahlen (zwar bleiben 100% immer 100% aber wen kümmert es), dagegen sind Herr Spitzer, diese Tagesdosis und ich ein lauer Furz im Winde. Naja, lassen wir die Schimpansen mal spielen auf dem Planet der Affen, mal schauen wann sie sich die Köppe wegblasen und/oder aufeinander losgehen. Da ich schimpansisch einigermaßen beherrsche, dürfte ich auf der sicheren Seite sein. Leider konnte auch ich es nicht verhindern, dass mein damaliges Tamagochiverbot meine Kinder hat heute Medienzombies werden zu lassen, soviel Bildung wollten sie einfach nicht. Oder waren es die Verwandten, die Freunde welch das torpedierten? Weiss nicht mehr. Prof Spitzer wünsche ich viel Erfolg mit seinen Kindern und einem Jeden der sich tapfer wehrt. Computer und Kinder passen nicht und wer hier von Kompetenz redet ist für mich einfach nur simpel blöd. Ach übrigens: auch bei vielen hochkompetenten Erwachsenen werden die Zombies immer mehr, teilweise tragen sie roten Irokesen mit Anzug, einfach mal zuschauen, wenn sie wieder mit Poo werfen im Poo-TV.

  4. „Wenn erwachsene Gehirne sich mit den Bildschirmmedien ausführlich beschäftigen, bekommen sie auch keine nachhaltigen Schädigungen durch seinen Gebrauch. Dies betrifft bloß junge Menschen. Menschen, deren Gehirne noch weich und extrem plastisch sind.“

    Nicht nur unverständlich, sondern auch unsachlich und widersprüchlich steht dieser Satz im Kontext! Denn das erwähnte Buch von Spitzer titelt nicht nur, wir wir unsere Kinder, sondern auch wie wir „uns und unsere Kinder“ um den Verstand bringen.

    Es geht nicht ´nur´um unsere Kinder. Und wenn Medienkompetenz nicht lehrt, daß „Browsen“ sich von „Lesen“ auf verhängnisvolle Weise unterscheidet, dann kann das nur Propaganda sein. Wenn Medienkompetenz nichts lehrt über Orienting Response (OR) und was Browsing ist, und wie es funktioniert, und was es mit uns (auch den Erwachsenen) anstellt (SCR- und MRI-meßbar), im Sinne von Habituation, Entscheidungsfindung, Gedächtnis, Wahrnehmung, Emotionen und Aufmerksamkeit sowie dem Einfluß von Emotionen auf OR und Aufmerksamkeit (gazing=anstarren oder hinterher starren), Konditionierung, usw., und wie all dies im Gegensatz zu analytischen Suchstrategien (wie Lesen) steht. „Browsen“ und „Zappen“ schaden nicht nur Kindern. Fernsehen beeinflußt OR, ein Effekt ähnlich dem bei ´vicarious traumatization´, wie in einem Buch von Al Gore „The Assault on Reason“ postuliert.
    Marchionini: „A fundamental distinction is made between analytical and browsing strategies […]. Analytical strategies depend on careful planning, the recall of query terms, and iterative query reformulations and examinations of results. Browsing strategies are heuristic and opportunistic and depend on recognizing relevant information. Analytic strategies are batch oriented and half duplex (turn talking) like human conversation, whereas browsing strategies are more interactive, real-time exchanges and collaborations between the information seeker and the information system. Browsing strategies demand a lower cognitive load in advance and a steadier attentional load throughout the information-seeking process. When it comes to Browsing, giblets are amazing.“
    Als Orientierungsstrategie ist Browsen dem kontemplativen und analytischen Lesen absolut nachrangig und nur im günstigsten Fall ergänzend vorteilhaft zu nutzen, wenn das Fach „Medienkompetenz“ nicht nur Propaganda ist. Andernfalls ist der Effekt ähnlich dem wie bei „vicarious traumatization“. Durchaus auch bei Erwachsenen feststellbar: Glotzen, Zappen, Browsen. Ein Angriff auf unseren Verstand!

    • Gute Frage, die ich mir auch stelle.

      Zumindest zuhause kann man ja einigermaßen kontrollieren, wie lange die Kinder sich mit dem Handy, Computer oder Fernseher beschäftigen. Und da halte ich zeitliche Vorgaben für sinnvoll. Sowie ein Handyverbot z.B. am Esstisch.

    • Tja und schon wird die „Machtkarte“ gezogen, aus kleinen Menschen werden Objekte gemacht, den Verbote erteilt werden, die gehorchen müssen, die sich den Eltern unterordnen müssen…echt tolle Lösung!
      Und bitte, keine Beschwerde mehr darüber, warum unsere Gesellschaft so ist wie sie ist. Solange Erziehung wichtiger ist als Beziehung wird auch die kommende Generation das Rad nicht rumreißen…

    • Wenn Kinder schon von ihren Eltern eine exzessive Handybenutzung vorgelebt wird, brauch man sich nicht wundern was dann dabei rauskommt.
      Dass schon Erwachse mit der Technik nicht umgehen können, habe ich bei meiner Umschulung, vor mehr als 10 Jahren, bei der Arbeit am PC erlebt.
      Das Internet musste abgeschaltet werden, das überhaupt dem Unterricht gefolgt wurde.

    • Sorry, doch solche Antworten wie: kontrollieren, verbieten, regulieren machen mich tatsächlich zornig!
      Die Medien gehörten zu unserem Alltag dazu, wir nutzen sie alle, auch meine 4 1/2jährigen Zwillingsenkelzwerge.
      Es sind hier Arbeitsgeräte und meine Enkel schauen sich YouTube Videos aus der Landwirtschaft, von Baustellen u.u.u. an.
      Das spielen beide dann mit ihren Treckern oder Baggern nach. Sie kennen jeden Trecker, schon mit 3 kannten sie alle Marken. Wenn sie draußen einen Trecker sahen, konnten sie mir schon von Weitem sagen, welcher das ist: Omi, da kommt ein Claas, oder ein John Deere, ein New Holland oder ein Ferguson…

      Da beide sich auch englische Videos anschauen, können sie schon ein paar Brocken englisch und jetzt fangen sie an zu lesen, weil sie nicht immer beim Suchen des richtigen YouTube Videos von uns abhängig sein wollen 😊
      Alles was Kinder begeistert, lernen sie mit Spaß und Vergnügen, das ist der Dünger fürs Hirn, wie Gerald Hüther sagt.
      Spitzer hat seine Aussagen längst widerrufen, nur öffentlich tut er das nicht! Es ja auch schwer, Fehler zuzugeben.
      Was er da publiziert hat, ist seine eigenen Angst, die er auf andere überträgt. Hüther hatte auch eine Zeit, in der vor den Medien warnte, doch auch er ist inzwischen stark zurückgerudert.

      Jede Generation hatte ihre Medien und ja, sie können auch als Flucht aus der Wirklichkeit benutzt werden, wenn die Beziehungen nicht stimmen. Bücher eignen sie dafür auch hervorragend!
      Kinder, wenn man sie nicht erzieht, sondern mit ihnen in Beziehung geht, so dass sie sicher gebunden sind, sitzen nicht stundenlang vor dem Handy, oder dem Tablet, oder dem Computer, das ist einfach Bullshit.
      Doch alles was verboten, reguliert, eingeschränkt wird hat einem umso größeren Reiz und wird, wenn es gar nicht anders geht, heimlich benutzt.
      Und wenn sich heute eine ganze Generation in die Medien flüchtet, wäre es vielleicht einmal eine Überlegung wert, was da eigentlich schiefgelaufen ist? Nicht bei den jungen Leuten, sondern bei den Eltern…

      Doch allzu gerne wird die Verantwortung an die Kinder abgeben, die eigenen Ängste auf sie übertragen.
      Dass das heute immer noch so ist, finde ich einfach gruselig!

      Benjamin, damit meine ich Sie nicht persönlich!
      Es liegt einfach nur daran, dass tatsächlich auch heute die meisten Eltern noch mit Verboten, Kontrolle, einschränken u.u.u im Erziehungsmodus sind, weil Sie einfach keine anderen Ideen habe; sie ihren Kindern nicht vertrauen; die eigene Erziehung in die Beziehung zu den Kindern mit reinspielt. Die meisten Eltern wissen einfach nicht, wie sie Erziehung überwinden können. Sie haben Angst, dass Ihre Kinder zu Tyrannen werden. Doch das sind immer die eigenen Ängste, mit den Kindern hat das so gar nichts zu tun!

    • Nachtrag: meinen Unterricht mit den Digitalen Technologien gaben mir meine Kinder, von Ihnen habe ich gelernt, wie ich einen Computer bedienen muss, wie ich Mails schreiben kann und auch, auf was ich achten muss.
      Nur bei dem Smartphone hat das nicht geklappt, das kriege ich bis heute nicht hin! Ich bin froh, wenn ich mit dem Ding telefonieren kann 🙂
      Allerdings muss ich zugeben, dass mein Interesse auch nicht so groß ist, ist mir einfach alles zu klein, dazu fehlt mir die Geduld, ich treffe nie die richtigen Buchstaben und das Touchscreen macht mich nervös 🙂

    • Mamomi
      „Tja und schon wird die „Machtkarte“ gezogen, aus kleinen Menschen werden Objekte gemacht, den Verbote erteilt werden, die gehorchen müssen, die sich den Eltern unterordnen müssen…echt tolle Lösung!“

      Ganz genau. Und es ist die einzige Lösung. Jedenfalls die einzig vernünftige. Man nennt das Erziehung. Ohne selbige wären die kleinen Wesen gar nicht über-lebensfähig.

      Dazu gehören selbstverständlich Verbote und Regeln, die Kindern teilweise überhaupt nicht passen und die sie nicht einsehen – noch nicht. Und natürlich muß ein Kind gehorchen. Schon allein zu seinem eigenen Schutz, auch wenn Kind das (noch) nicht einsieht.

      Die Frage ist doch immer nur wie alles den Kindern beigebracht, vermittelt wird. Und genau da sind und müssen die Methoden so unterschiedlich sein, wie die Kinder selbst es sind. Ein Kind braucht eine starke Hand, bei einem anderen reicht ein leises Wort. So ist das nun mal mit uns Menschen. Zum Glück gibt es keinen Einheitsbrei und damit auch keine starre Methodik in der Kindererziehung.

    • @ Koenig Ordnung
      Deaktiviere mal Dein Untertanen-Gen.
      Es existiert keine _unveränderliche_ Ordnung, die mit Regeln beschrieben werden könnte!
      Ihr verursacht mit eurer blinden Hörigkeit, die lediglich beweist, daß ihr keinen Verstand habt, erst die Porbleme, die dann bekämpft werden müssen.

      „Und natürlich muß ein Kind gehorchen.“
      Starke Hand der Vernunft wird ihm eingeprügelt?

      Du verhälst Dich lediglich wie ein Papagei, der das wiedergibt, das ihm eingetrichtert wurde. Das ist jedoch ganz sicher kein Ausweis des Selberdenkens…

      Einfach mal den Link oben zu Nassim Nicholas Taleb nutzen

      @ Mamomi
      Laß Dir bitte nicht den Schwachsinn der herrschsüchtigen Moralapostel andrehen.

      Deine Sicht ist der weit sinnvollere Weg, denn der Verstand beruht auf Verstehen, Verständnis und Verständigung.

    • Prof. Manfred Spitzer: Warum Handys dumm machen | SWR1 Leute – auf You Tube

      Sehenswert !

      Also das Prof. M. Spitzer seine Einstellung zu digitalen Medien geändert hat, sehe ich nicht.
      So alt ist das Interview nicht.

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