Tagesdosis 1.12.2018 – BlackRock und die EZB – Hand in Hand für die Finanzelite

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Dass es sich bei dem Hedgefonds BlackRock um den größten Vermögensverwalter der Welt und einen der mächtigsten Lobbyisten im Interesse der internationalen Finanzelite handelt, ist weiten Teilen der Öffentlichkeit spätestens seit der Bewerbung von Friedrich Merz um den CDU-Vorsitz bekannt.

Dass die Europäische Zentralbank die Eurozone seit mehreren Jahren mittels Geldschöpfung und Zinssenkungen zugunsten der Finanzelite am Leben erhält und ihre Politik – zum Beispiel als Teil der Troika – notfalls auch unter Missachtung aller demokratischen Grundrechte durchsetzen lässt, dürfte den meisten ebenfalls nicht entgangen sein.

Weniger bekannt dagegen ist, dass beide Institutionen auch zusammenarbeiten und einander gegenseitig die Bälle zuspielen.

So hat die EZB 2014 eine Beratungseinheit von BlackRock, nämlich BlackRock Solutions, angeheuert, um sich wegen ihrer geplanten und später durchgeführten Anleihekäufe beraten zu lassen. Es ging dabei insbesondere um asset-backed securities, zu deutsch: forderungsbesicherte Wertpapiere. Das sind Anleihen, bei denen das Geld für Zins und Tilgung aus Krediten stammt.

Nicht nur, dass asset-backed securities hoch riskant sind und entscheidend zum Beinahe-Zusammenbruch des globalen Finanzsystems 2007/ 2008 beigetragen haben – bei BlackRock handelt es sich auch noch um das weltweit größte Unternehmen, das seine Anlegergelder in genau solche Vermögenswerte investiert.

BlackRock in diesem Fall an die Seite der EZB zu holen – das ist, als ob eine Behörde zur Messung der Luftqualität sich von einem Unternehmen beraten ließe, dessen Fabriken die meisten Schadstoffe ausstoßen.

Aber damit nicht genug. Die EZB führt alle zwei Jahre zusammen mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA „Stresstests“ für Großbanken durch, mit denen die finanzielle Stabilität dieser Institute im Krisenfall ermittelt werden soll. Auch hierbei lässt sie sich von Unternehmen beraten, die ein eminentes Eigeninteresse an den Ergebnissen der Tests mitbringen, nämlich der Unternehmensberatung McKinsey und – einmal mehr – vom Hedgefonds BlackRock.

Während McKinsey Banken nur berät, ist BlackRock sogar finanziell an ihnen beteiligt, und zwar als Großaktionär fast sämtlicher Marktführer wie u.a. der Deutschen Bank, den britischen Banken HSBC und Barclays und den französischen Banken Société Générale und BNP Paribas.
Hier werden von der EZB also Unternehmen angeheuert, die entweder im Eigeninteresse oder im Interesse ihrer Kunden daran interessiert sein müssen, Einsicht in die Bücher von Konkurrenten zu nehmen und die Ergebnisse der Stresstests für die eigene Klientel so positiv wie möglich ausfallen zu lassen.

Kein Wunder also, dass es inzwischen vorgekommen ist, dass Banken kurz nach dem Bestehen der Stresstests in Schwierigkeiten gerieten oder sogar vor dem Zusammenbruch gerettet werden mussten, wie zum Beispiel 2011 die belgisch–französische Dexia-Bank und 2016 die spanische Banco Popular.

McKinsey und BlackRock aber können sich durch ihre Beratertätigkeit für die EZB nicht nur enorme Vorteile gegenüber ihren Konkurrenten verschaffen, sie werden dafür offensichtlich auch noch gut bezahlt. Zwar gibt die EZB offiziell nicht bekannt, wie viel Geld in Richtung beider Firmen fließt, aber die konservative spanische Wirtschaftszeitung Expansión berichtet in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober 2018, dass Danièle Nouy, Vorsitzende des Aufsichtsrats der EZB, für das Jahr 2016 ein Beraterhonorar von 8,2 Millionen Euro angegeben habe.

Auf den gesamten Sachverhalt angesprochen, hat BlackRock übrigens alle Anschuldigungen zurückgewiesen und verlauten lassen, man verhindere jede Art von Interessenskonflikt innerhalb des Konzerns mittels einer „Chinesischen Mauer“, die das Beratergeschäft von der Vermögensverwaltung trenne.

Wem diese Aussage noch nicht lächerlich genug erscheint, dem sei ein Blick in den Jahresbericht des Konzerns von 2006 empfohlen: Dort wird als eine der besonderen Stärken von BlackRock „die enge Zusammenarbeit zwischen unseren Investment- und Non-Investment-Aktivitäten“ hervorgehoben.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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12 Kommentare zu: “Tagesdosis 1.12.2018 – BlackRock und die EZB – Hand in Hand für die Finanzelite

  1. Ich weiß nicht,was das soll.
    Das gesamte Geldsystem ist in einer Hand -alle Zentralbanken unterstehen dem Federal Reserve System aus Privatbanken.
    Alle Krisen werden wahrscheinlich sowieso mit Absicht inszeniert,um aus dem Chaos dann das absolute Kontrollsystem zu erschaffen ohne Bargeld.
    So wie die Flüchtlingskrise eine inszenierte und geplante Katastrophe ist ,um die Nationalstaaten und Europa zu zerstören.

    • Geld ist eine neue Form der Sklaverei, die sich von der alten nur unterscheidet, indem sie unpersönlich ist, daß es keine direkte Beziehung zwischen Herren und Sklaven gibt.

      Lew N. Tolstoi

  2. tja warum steht hier eigentlich nie was über booz.allen? wenn kinsey auch noch so bekannt ist und meinetwegen auch banken berät, ist booz.allen viel mächtiger bei allem was banken, industrie, poltik angeht. wer das nicht weiss (und bei fast allen „experten“ hier merkt, daß sie alles nur im netz gelesen haben, aber keine wirkliche ahnung haben) ist ein whistleblender. viele, die sich hier aufspielen und ihre bücher verkaufen wollen, sind echte märchenerzähler, vor allem, wenn es um deep state und gerade solche fragen wie oben geht. ich habe selber für die gearbeitet. ich rede also „von innen“. ansonsten hier sehr viel richtiges und gutes auf ken fm. ich spende regelmässig.

    • Aladin und die Wunderlampe. Eine Märchenerzählung?

      Was ist mit Aladin und den vier Lampen, von denen nur Larry Fink weiß, wo sie sich befinden; und die etwas können, was außer Larry Fink niemand kann?

  3. Anbei Herr Müller im Gespräch mit Frau Kosubek. Bereits in den ersten sechs Minuten geht er allgemein spezifisch auf Eliten-Netzwerke und systemerhaltende Strukturen ein. Überleitend im Folgenden, auf elitäre geopolitische Intrigenspiele, wieder zurück zu Krise und Strukturen der Umverteilung.

    Eine Anmerkung vorab, wenn im folgenden Video von Souveränität oder der Souveränität einer Nation die Rede ist, ist damit stets die Souveränität des Geldadels gemeint:

    Dirk Müller zur Krise, China, „One World“, CumEx und Friedrich Merz (2018)
    https://deutsch.rt.com/programme/der-fehlende-part/79956-dirk-muller-zur-krise-china-oneworld-cumex-merz/

    P.S.: Das System zu akzeptieren ist keine Option, denn wie Herr Jebsen bereits mehrfach erwähnte, innerhalb dessen wird sich so verhalten als hätten wir mehrere Erden zur Verfügung und darüber hinaus, selbst wenn es mehrere Erden gäbe, ist diese Form der Entmenschlichung, des Leids, nur mit einer sehr grotesken Form von Ethik, die den Humanismus fast vollständig entbehrt, begründbar.

    • Ich weiß nicht genau wie man das bezeichnen soll oder könnte.
      Das System nur an gewissen Stellen, wo es offentsichlich wie ein Balken ins Auge rammt, kritisieren, aber parallel dazu trotzdem es stützen, indem man die selben Regeln und Mechanismen des sog. „Marktes“ anwendet, um Vermögen zu generieren bzw. abzusichern, finde ich irgendwie Schizophren. Kurz, das Richtige sagen und benennen, aber doch dann keine Veränderung im Gesamthandeln zulassen, ist sehr komisch.

      Mr. Dax ist alles andere, aber bestimmt nicht der „Anwalt der kleine Leute“, den er sich selber sehen will. Übrigens dieses Selbstanheften von positiven Zügen, ist Elitensprache (Grüße von George Soros), das sollte einer mal dem Dirk Müller sagen. Ziemlich überheblich und selbstgerecht, finde ich.

      Dann sind noch seine Aussagen bzw. die Metapher über die Unternehmen mit dem Bild des Waldes unter den Einfluss von Jahreszeiten und es ein Naturgesetz ist, dass es auf- und abwärst geht. Jemand sollte Mr. Dax unbedingt sagen, dass der sog. „Markt“ oder die Unternehmen als Teile des Marktes überhaupt nichts mit Naturgesetzen gemein haben. Laut seinen Aussagen müsste die Natur ein trauriger Haufen gewesen sein, ohne die „Naturgesetze des Marktes“ bzw. wird es sein, wenn der „Markt“ aufhört zu existieren.

      Man könnte auch Mr. Dax sagen, dass er im bestehenden System eine sehr wichtige Funktion Inne hat. Die Ikone Spielen, die im Rahmen des Kritisierbaren so richtig die „Sau“ rauslassen kann.
      Und wenn die Menge der „kleinen Leute“ ihren Unmut über Zensur bekunden, dann können die Herrschaftseliten immer noch auf die Ikone zeigen. Von wegen Zenzur, ihr habt doch da den Mr. Dax, der alles offen aussprechen durfte.

  4. Als ich zum ersten Mal davon las, dass Helmut Kohl die Berater aus
    Übersee zur Abwicklungsarbeit der Treuhand eingeladen habe, war
    ich noch erschüttert. Bis dahin konnte ich mir gar nichts anderes
    vorstellen als dass man ihm diese – offenbar nicht abweisbar – aufgedrängt
    hatte.
    Seitdem kann mich nichts mehr wundern.

    • Herlmut Kohl war noch weit mehr. Er war der Steigbügelhalter und Bewahrer der Pharmaindustrie.
      Er ermöglichte es ihnen ,dass die Pharmaindustrie die Gesetze diktierte,um das durchzusetzen,was ihnen beliebt.
      Wie zum Beispiel Codex-Alimentarius,-damit sollten Gesundheitsaussagen zu Vitaminen und Naturtherapien verboten werden . Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Dr..med.Matthias Rath über die heilenden Wirkungen von Vitaminen gegen die meisten Zivilisationskrankheiten sollten unterbunden werden und Vitamine sollten verschreibungspflichtig werden und diskreditiert werden.
      Denn die Pharmaindustrie verdient an Diabetes,Herzkrankheiten,Arteriosklerose u.a. Krankheiten Milliarden.

      Die Schmiergelder für Kohl kamen von der Pharmaindustrie,-Firmen wie Bayer,Hoechst,BASF.

      Bücher dazu „:Warum Tiere keinen Herzinfarkt kriegen“, Dr. Matthias Rath
      „Stoppt die Codex-Pläne des Pharma-Kartells“ , Dr. Matthias Rath

  5. „BlackRock in diesem Fall an die Seite der EZB zu holen – das ist, als ob eine Behörde zur Messung der Luftqualität sich von einem Unternehmen beraten ließe, dessen Fabriken die meisten Schadstoffe ausstoßen.“

    Neueste Forschungen haben ergeben, daß Rauchen doch nicht schädlich ist.
    gez.
    Dr. Marlborough

    • Diese ganzen künstlichen, sich selbst erhaltenden Symptome und Systeme da draußen sind Widerspiegelung und Frucht des falschen Selbst des Menschen, das, wie diese alle, ebenfalls selbsterfüllend, selbstbestätigend und selbsterhaltend funktioniert; sich selbst perpetuierend und ständig renovierend, umbauend, regulierend – der Teufelskreis als conditio inhumana – – – nichts davon hat Substanz und Dauerhaftigkeit. Nichts davon führt zu echtem, beständigem Glück.
      Alles rittlings auf dem Sarg bereits geboren.

      Der Ausweg: Erkenne Dich selbst!

      Γνῶθι σεαυτόν gnṓthi seautón

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