Tagesdosis 1.4.2020 – Die Psychologie der Massen

Politik und Medien spielen in der Corona-Krise auf der Klaviatur der Angst — ihre Methoden erinnern an jene der Kriegspropaganda.

Ein Kommentar von Hans Springstein.

Hinweis zum Rubikon-Beitrag: Der nachfolgende Text erschien zuerst im „Rubikon – Magazin für die kritische Masse“, in dessen Beirat unter anderem Daniele Ganser und Rainer Mausfeld aktiv sind. Da die Veröffentlichung unter freier Lizenz (Creative Commons) erfolgte, übernimmt KenFM diesen Text in der Zweitverwertung und weist explizit darauf hin, dass auch der Rubikon auf Spenden angewiesen ist und Unterstützung braucht. Wir brauchen viele alternative Medien!

„Erleben wir gerade ein großes soziales Experiment, um zu sehen, wie die Menschen auf Anweisungen von oben hören?“, fragte mich unlängst eine ausländische Journalistin. Ich habe ihr gesagt, dass ich das nicht weiß, mich das aber auch schon gefragt habe. Das hat mich an die Fragen erinnert, die ich unlängst aufgeschrieben habe. Auf der Suche nach Antworten habe ich in Büchern geblättert, die es zu Fragen der Massenpsychologie und Massenkommunikation sowie zu Propaganda und Manipulation gibt. Darin habe ich viele modellhafte Beschreibungen der Prozesse gefunden, die derzeit in der Corona-Krise ablaufen bzw. angestoßen wurden. Nur der Anlass scheint neu: das Virus Sars-Cov 2 und die von ihm mutmaßlich ausgelöste Krankheit Covid-19. Die politischen und sozialen Mechanismen in der herbeigemeldeten Krise sind es aber nicht.

Vieles muss nicht neu gesagt oder neu formuliert werden. Es muss nur daran erinnert werden, dass es schon gedacht, gesagt, geschrieben und gezeigt wurde. Es muss dem Vergessen und der Informationsflut entrissen werden.

Eine Reihe der Erkenntnisse beziehen sich insbesondere auf die Kriegspropaganda, aber sie gelten darüber hinaus. Sie können helfen zu verstehen, was derzeit geschieht — und inzwischen wurde ja ein „Krieg gegen das Virus“ schon ausgerufen.

Deshalb folgt eine Reihe von Zitaten. Diese sind nicht zum „Nachbeten“ gedacht, sondern sie sollen zeigen, mit welchen Mustern wir es auch in der „Corona-Krise“ zu tun haben. Sie können helfen, eben diese Muster und die angewendeten Mechanismen besser zu erkennen.

Die Macht der Angst

Der Wahrnehmungs- und Kognitionsforscher Rainer Mausfeld beschrieb, wie Angst durch die propagandistische Erzeugung einer vorgeblichen Bedrohung erzeugt wird:

„(Dem) Zweck einer Verdeckung eigener Ziele und Absichten dient eine Angsterzeugung durch propagandistische Deklaration einer großen Gefahr X, der die Bevölkerung durch einen »Kampf gegen X« entschlossen entgegentreten müsse. Eine derartige propagandistische Warnung begleiten die staatlichen Apparate durch »die gegenwärtig alles beherrschende Verheißung des Schutzes vor Terrorismus und Bösem aller Art«. X kann dabei so ziemlich alles sein, was sich irgendwie wirksam zur Angsterzeugung nutzen lässt. X kann also für »Kommunismus« stehen, für Migranten, »Sozialschmarotzer«, Terrorismus, Fake News und Desinformation, Rechtspopulismus, Islamismus oder für irgendetwas anderes. Durch die propagandistische Ausrufung eines »Kampfes gegen X« lassen sich in »kapitalistischen Demokratien« gleichzeitig mehrere von den Zentren der Macht gewünschte Ziele erreichen: Zum einen wird der für Machtzwecke nutzbare Rohstoff »Angst« produziert, zudem lässt sich die Aufmerksamkeit sehr wirksam auf Ablenkziele richten, und schließlich lassen sich unter dem Vorwand eines Kampfes gegen X demokratische Strukturen abbauen und auf allen Ebenen der Exekutive und Legislative autoritäre Strukturen etablieren“ (1).

Die Regierung im Schatten

Edward Bernays, Neffe von Sigmund Freud, gilt als „Vater der Public Relations. In seinem Klassiker von 1928 „Propaganda“ hat er beschrieben, wie genau diese — heute unter dem neuen Etikett „Public Relations“ — funktioniert. Dazu gehört laut Bernays auch Folgendes:

„Die bewusste und zielgerichtete Manipulation der Verhaltensweisen und Einstellungen der Massen ist ein wesentlicher Bestandteil demokratischer Gesellschaften. Organisationen, die im Verborgenen arbeiten, lenken die gesellschaftlichen Abläufe. Sie sind die eigentlichen Regierungen in unserem Land.

Wir werden von Personen regiert, deren Namen wir noch nie gehört haben. Sie beeinflussen unsere Meinungen, unseren Geschmack, unsere Gedanken. Doch das ist nicht überraschend, dieser Zustand ist nur eine logische Folge der Struktur unserer Demokratie: Wenn viele Menschen möglichst reibungslos in einer Gesellschaft zusammenleben sollen, sind Steuerungsprozesse dieser Art unumgänglich.

Die unsichtbaren Herrscher kennen sich auch untereinander meist nicht mit Namen. Die Mitglieder des Schattenkabinetts regieren uns dank ihrer angeborenen Führungsqualitäten, ihrer Fähigkeit, der Gesellschaft dringend benötigte Impulse zu geben, und aufgrund der Schlüsselpositionen, die sie in der Gesellschaft einnehmen. Ob es uns gefällt oder nicht, Tatsache ist, dass wir in fast allen Aspekten des täglichen Lebens, ob in Wirtschaft oder Politik, unserem Sozialverhalten oder unseren ethischen Einstellungen, von einer … relativ kleinen Gruppe Menschen abhängig sind, die die mentalen Abläufe und gesellschaftlichen Dynamiken von Massen verstehen. Sie steuern die öffentliche Meinung, stärken alte gesellschaftliche Kräfte und bedenken neue Wege, um die Welt zusammenzuhalten und zu führen“ (2).

Bernays hat US-Regierungen ebenso beraten wie die Tabakindustrie, die einst so mächtig war wie heute die Pharmaindustrie. In seinem Buch schrieb er auch:

„Systematische Erforschung der Psychologie der Massen hat gezeigt, wie wirkungsvoll die Gesellschaft regiert werden kann, wenn es den verborgenen Herrschern gelingt, den Einzelnen in seiner Gruppenzugehörigkeit zu erreichen und seine Motive zu manipulieren. Trotter und Le Bon haben dafür die wissenschaftlichen Grundlagen gelegt. Graham Wallas, Walter Lippmann und andere haben bei weiteren Untersuchungen herausgefunden, dass sich das Gruppenbewusstsein in der psychischen Charakteristik wesentlich von dem des Individuums unterscheidet. Das Handeln des Menschen in der Gruppe wird bestimmt von Gefühlen und Beweggründen, die mit den Ansätzen der Individualpsychologie nicht erklärt werden können. Wenn wir aber wissen, wovon und wie die Massenpsyche bewegt wird — sollte es dann nicht möglich sein, sie unbemerkt nach unserem Willen zu lenken und zu kontrollieren?

Wie der Einsatz von Propaganda in jüngster Zeit bewiesen hat, ist dies bis zu einem gewissen Grad und innerhalb gewisser Grenzen tatsächlich möglich. Allerdings ist die Psychologie der Massen noch lange nicht als exakte Wissenschaft zu bezeichnen, und das Geheimnis, was die Triebfedern menschlichen Verhaltens sind, ist noch längst nicht bis ins Detail entschlüsselt. Aber Theorie und Praxis sind inzwischen zumindest so weit in Übereinstimmung zu bringen, als wir in bestimmten Situationen durch die Anwendung bestimmter Techniken recht genau vorhersagbare Meinungsänderungen in der Öffentlichkeit herbeiführen können; ähnlich wie ein Autofahrer mit dem Gaspedal die Fahrgeschwindigkeit steuert“ (3).

Die Steuerung der Meinungen

Zu den Klassikern zu Fragen der öffentlichen Meinung und Manipulation gehört der von Bernays erwähnte Walter Lippmann. Dieser veröffentlichte 1922 das Buch „Die öffentliche Meinung. Wie sie entsteht und manipuliert wird“. Der Medienwissenschaftler Michael Meyen meinte:

„Lippmann sagt, wie wir gesteuert werden. Das ist aktueller denn je.“

Der US-amerikanische Journalist stützte sich insbesondere auf die Erfahrungen des 1. Weltkrieges und betonte vor allem die Wirkung der Bilder. Aus Lippmanns Buch, das 2018 neu auf Deutsch veröffentlicht wurde, ebenfalls einige zusammenfassende Zitate:

„Wir haben gelernt, das Propaganda zu nennen. Eine Gruppe von Menschen, die der Öffentlichkeit den ungehinderten Zugang zu den Ereignissen verwehren kann, arrangiert die Nachrichten, damit sie ihren Zwecken dienen. (…)

Ohne eine gewisse Form der Zensur ist Propaganda im strengen Sinne nicht möglich. Um Propaganda zu betreiben, muss eine gewisse Schranke zwischen Öffentlichkeit und Ereignis errichtet werden. Der Zugang zu der wirklichen Umwelt muss begrenzt werden, ehe jemand eine Pseudoumwelt errichten kann, die er für klug oder wünschenswert hält. Denn während Leute, die unmittelbaren Zugang haben, missverstehen können, was sie sehen, kann niemand sonst darüber bestimmen, wie sie es missverstehen sollen, es sei denn, jemand könnte bestimmen, wohin sie schauen und was sie sehen sollen. Die militärische Zensur ist die einfachste Form dieser Schranke, aber keinesfalls die wichtigste, weil man weiß, dass sie existiert und man ihr daher in gewisser Weise zustimmen oder sie ablehnen kann. (…)

Während Zensur und Geheimhaltung viele Informationen bereits an ihrer Quelle abfangen, erreicht eine sehr viel größere Anzahl von Fakten die gesamte Öffentlichkeit überhaupt nicht oder doch nur sehr langsam. (…)

In erster Linie sind die Nachrichten … nicht der Spiegel gesellschaftlicher Zustände, sondern der Bericht von Aspekten, die sich selbst aufgedrängt haben. (…)

Die Entscheidung darüber, welche Tatsachen und Eindrücke berichtet werden sollen, verlangt ein ausgeprägtes Unterscheidungsvermögen. Jede organisierte Gruppe ist daher ständig davon überzeugt, dass man das Aussondern der Tatsachen nicht dem Reporter überlassen kann, ob man nun Publicity erzielen oder verhindern will. Es ist deshalb sicherer, einen Presseagenten anzustellen, der zwischen der betreffenden Gruppe und den Zeitungen steht. (…)

Da jedoch die Tatsachen aus dem Bereich der meisten großen Nachrichtenthemen sich nicht einfach darbieten und vor allem keineswegs augenfällig sind, sondern der Auswahl und der subjektiven Auffassung unterliegen, ist es nur zu natürlich, dass man gern seine eigene Auswahl der Tatsachen für die Veröffentlichung treffen möchte. Genau das macht der Publicity Man. Und daher erspart er dem Reporter sicherlich viel Mühe, weil er ihm ein klares Bild von der Situation verschafft, aus der der Zeitungsmann sonst vielleicht gar nicht schlau würde. Hieraus ergibt sich jedoch, dass der Publicity Man das Bild für die Öffentlichkeit für den Reporter zurechtmacht. Er ist Zensor und Propagandist zugleich und dabei lediglich seinen Brotgebern verantwortlich. Der ganzen Wahrheit hingegen ist er nur soweit verantwortlich, wie sich diese mit den Interessen seiner Arbeitgeber deckt“ (4).

Die Methoden der Manipulation

Der Kulturwissenschaftler Douglas Rushkoff gehört zu den neueren Experten zum Thema und hat in dem Buch „Der Anschlag auf die Psyche“ beschrieben „Wie wir ständig manipuliert werden“. Er zeigt vor allem, wie Werbung wirkt und welche Methoden dabei eingesetzt werden.

Das lässt sich aber ebenso auf den politischen Bereich beziehen, wie der einstige Werbemanager Bernays schon Jahrzehnte zuvor zeigte. Rushkoff hat laut eigener Aussage „genau untersucht, wie Marketingexperten, Politiker, religiöse Führer und manipulative Kräfte jeglicher Art auf unsere Entscheidungen im Alltag Einfluss nehmen“:

„Der blitzartige Wandel, den wir während der letzten Jahrzehnte durchgemacht haben — vom Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit über das Weltraumzeitalter bis zur Computerära —, bot unseren Manipulatoren reichlich Gelegenheit, ihr Waffenarsenal auf den neuesten Stand zu bringen und aufzurüsten. Auch wenn eine neue Technologie wie das Internet uns die Chance bietet, im Namen der Gemeinschaft oder unserer Verantwortung als Bürger die neue Medienlandschaft für uns zu nutzen, wird sie schnell zu einer willkommenen Ressource für die Experten in Sachen Direktmarketing, Marktforscher und traditionelle Werber.

Das schlimmste daran ist, dass die Beschleunigung des Rüstungswettlaufs zwischen uns und unseren Manipulatoren das Fundament der demokratischen Gesellschaft untergräbt. (…)

Das ist nicht etwa eine Verschwörung gegen uns, sondern einfach eine Wissenschaft, die aus dem Ruder gelaufen ist. (…)

Nur zu oft werden die Entscheidungen, die wir als Individuen oder als Gesellschaft treffen, von Leuten dirigiert, denen nicht unbedingt unser Wohlergehen am Herzen liegt. Um Einfluss auf uns zu nehmen, beschneiden sie uns in unserer Fähigkeit, rationale Urteile zu fällen; dafür appellieren sie an tiefer liegende, ungelöste und nicht damit zusammenhängende Problemschichten.

Clevere Leute in Sachen Einflussnahme können unser kritisches Urteilsvermögen beiseite schieben und uns dazu nötigen, so zu handeln, wie es ihnen gefällt, indem sie die unbewussten Prozesse begreifen, mit denen wir entscheiden, was wir kaufen, wo wir essen gehen, wen wir respektieren und wie wir uns fühlen. Man nimmt uns unsere eigene rationale, moralische oder emotionale Entscheidungsfähigkeit. Wir reagieren automatisch, unbewusst und oft so, als wollten wir uns selbst entmachten. Je weniger wir mit unseren Entscheidungen zufrieden sind, desto leichter sind wir manipulierbar. (…)

Fast alle Techniken des sanften Zwangs, die ich studiert habe, machen sich die eine oder andere gesunde psychologische oder soziale Verhaltensweise zunutze. (…)

Wir leben in der Endzeit der Propaganda und somit in einer Kultur, in der so viel Autorität ausgeübt wird — wir programmieren so viel! —, dass sie schon krankhafte Symptome zu zeigen beginnt.

Diejenigen unter uns, die durch den sanften Zwang in die Unterwerfung getrieben wurden, halten uns alle für machtlos, passiv und depressiv; sie geben sich nicht selten der Meditation hin. Diejenigen, die sich gegenüber den Autoritäten dem Widerstand verschrieben haben, werden immer argwöhnischer und kritischer. Wir glauben, dass ‚sie‘ tatsächlich existieren und sich gegen uns verbündet haben. ‚Sie‘ sind zu unserem Feind geworden.

Aber sie sind es nicht. Als einer der Menschen, die dafür bezahlt wurden, sich neue Strategien der Manipulation auszudenken, kann ich Ihnen versichern: Sie sind einfach wir“ (5).

Der Publizist und Herausgeber der NachDenkSeiten Albrecht Müller hat sich mehrfach zu den Mechanismen der Meinungsmache und Manipulation geäußert, sie aufgedeckt und vor deren Folgen gewarnt. Der ehemalige einflussreiche SPD-Politiker weiß, wovon er spricht, hat er diese Methoden doch selbst mehrmals angewandt, wie er eingesteht. Und so heißt sein jüngstes Buch:

„Glaube wenig — Hinterfrage alles — Denke selbst. Wie man Manipulationen durchschaut.“ Müller zählt in seinem Buch die Methoden der Manipulation auf und belegt sie mit Beispielen.

Dazu gehören:

• Sprachregelungen;

• Einsatz von wertenden Begriffen;

• Erzählen verkürzter Geschichten;

• Verschweigen;

• Wiederholen;

• Übertreiben;

• eine Botschaft aus verschiedenen Kanälen aussenden;

• eine Meinung in einer öffentlichen Runde wird von mehreren geteilt;

• „Wippschaukeleffekt“: die andere Seite schlecht darstellen, um selbst besser zu erscheinen;

• mit Umfragen Meinungen machen;

• B sagen und A meinen;

• zahlreiche Andeutungen machen in der Summe Halbwahrheiten zur Wahrheit; Expertenmeinungen;

• Namen mit wertenden Begriffen verbinden;

• gezielter Einsatz von Emotionen;

• Konflikte nutzen und inszenieren.

Zu Beginn stellt er fest, was auch in der Corona-Krise gilt:

„Wenn sich eine große Mehrheit keine eigenen Gedanken mehr macht, dann ist die öffentliche Meinung steuerbar und mit ihr sind auch die davon abgeleiteten politischen Entscheidungen steuerbar. Dabei gewinnen jene, die das Steuer für die Meinungsmache in der Hand halten. (…) Keine der großen Entscheidungen der letzten Jahre und Jahrzehnte ist ohne den Einfluss massiver Propaganda gefallen. … immer wieder war die Propaganda entscheidend und hat auch bestimmt, was und wie etwas geschieht. Deshalb kann man von einer lebendigen Demokratie eigentlich nicht sprechen. Sie ist am Ende, wenn nicht der sogenannte Souverän, sondern die Meinungsmacher bestimmen, wo es langgeht“ (6).

Das Arsenal der Propaganda

Die belgische Historikerin Anne Morelli hat 2004 in einem Buch „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ beschrieben. Ein Blick darauf zeigt ebenso Parallelen zu den Vorgängen und Prozessen in der „Corona-Krise“.

Morelli fasste zusammen, was der britische Politiker und Friedensaktivist Lord Arthur Ponsonby in seinem 1928 veröffentlichten Buch „Falsehood in Wartime“ („Lüge in Kriegszeiten“) beschrieb. Darin zeigte er, ebenfalls aufgrund der Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg, die Strukturelemente der Lügen und Fälschungen, mit denen Kriege begründet werden.

Die Historikerin hat diese von Ponsonby beschriebenen Prinzipien in zehn Punkten zusammengefasst:

1. Wir wollen keinen Krieg.

2. Das feindliche Lager trägt die alleinige Schuld am Krieg.

3. Der Feind hat dämonische Züge.

4. Wir kämpfen für eine gute Sache und nicht für eigennützige Ziele.

5. Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.

6. Der Feind verwendet unerlaubte Waffen.

7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm.

8. Unsere Sache wird von Künstlern und Intellektuellen unterstützt.

9. Unsere Mission ist heilig.

10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.

Unschwer sind die Parallelen zum ausgerufenen „Krieg gegen das Corona-Virus“ zu erkennen. Der wichtigste Unterschied: Hier ist der Gegner kein menschliches Subjekt. Aber die im Kampf gegen ihn angewandten Methoden der Propaganda und Manipulation unterscheiden sich kaum. Besonders beachtenswert finde ich dabei, was Morelli zum zehnten Punkt schrieb:

„Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verräter.“

Sie stellt darin unter anderem fest:

„In jedem Krieg werden Leute, die sich erst nach Anhörung der Argumente beider Lager eine Meinung bilden oder die offizielle Darstellung der Fakten in Zweifel ziehen, sofort als Komplizen des Feindes betrachtet.“

Die Medien machen laut der Historikerin dabei ganz aktiv mit, weil sie „dermaßen abhängig von den politisch Verantwortlichen“ seien, „dass sie in einem solch heiklen Moment unmöglich pluralistisch bleiben können.“ Sie fügte hinzu:

„Natürlich enthält keine einzige europäische Verfassung einen Passus, der in Kriegszeiten das Recht auf freie Meinungsäußerung aufhebt, doch in der Realität ist das tatsächlich der Fall. Nach einer weit verbreiteten Ansicht sollte man sich in Kriegszeiten jeglicher Opposition zur eigenen Regierung enthalten. Die Unterstützung der heiligen Union ist Pflicht. Nun sollte aber gerade in Kriegszeiten, wo Fehlentscheidungen der Regierung besonders fatale Folgen haben können, das Recht auf freie Meinungsäußerung garantiert sein, um die Regierung an Irrtümern hindern zu können. Sollte man sich, um nicht als Verräter zu gelten, jeglichen Widerspruchs enthalten?“ (7).

Der Nutzen der Furcht

Doch der Widerspruch, für den Morelli unter anderem plädierte, erfordert Mut, denn er birgt die Gefahr, dass die Widersprechenden diszipliniert und ausgeschlossen werden.

Das erfolgt längst nicht mehr mit brachialen Mitteln, auch wenn das dafür weiterhin weltweit einige Beispiele gibt. In Gesellschaften wie der bundesdeutschen funktionieren Strafe und Ausschluss längst ebenso über soziale Mittel, so über die öffentliche, massenmedial bestimmte Kommunikation, also die öffentliche Meinung. Aufschlussreich ist hier, was die Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann in der „Theorie der Schweigespirale (http://noelle-neumann.de/wissenschaftliches-werk/schweigespirale/)“ zusammentrug.

Ihre Prägungen aus der Zeit des Faschismus weglassend, sind ihre Erkenntnisse im Zusammenhang mit der gegenwärtigen „CoronaKrise“ ebenfalls beachtenswert:

„Die Macht der öffentlichen Meinung gegenüber dem einzelnen Mitglied der Gemeinschaft besteht in der Isolationsfurcht, die jedem Menschen angeboren ist und dazu treibt, sich ständig zu bemühen, in einer Gemeinschaft gut gelitten zu sein und die Gefahr der Zurückgestoßenwerdens, Ausgestoßenwerdens zu vermeiden. So wird durch den Prozess der öffentlichen Meinung ein ständiges Bemühen um Übereinstimmung von der Seite der Herrschenden wie von der Seite der einzelnen Mitglieder der Gesellschaft gesichert. (…)

In der Öffentlichkeit soll der einzelne so reden und sich verhalten, dass er nicht gegen die Werte der Gemeinschaft verstößt. Andernfalls wird er durch Isolation, durch Abwendung der anderen und Gemiedenwerden bedroht. (…)

In rationalen Fragen besteht nur wenig Isolationsgefahr. … Politik wird moralisiert, um die öffentliche Meinung zu erobern, abweichende Meinungen mit Isolationsgefahr zu belegen.“

Noelle-Neumann machte auf die Schlüsselbedeutung von Reden und Schweigen im Prozess der öffentlichen Meinung aufmerksam, was sich bei aktuellen Ereignissen besonders zeige. Die Menschen würden in Spannungssituationen genau beobachten, welche Meinungen und Verhaltensweisen zu- und welche abnehmen:

„Wer feststellt, dass sich seine Meinung ausbreitet, fühlt sich dadurch gestärkt und äußert seine Meinung sorglos, redet, ohne Isolation zu fürchten. Wer feststellt, dass seine Meinung an Boden verliert, wird verunsichert und verfällt in Schweigen. Durch diese Reaktionsweisen wirken die Meinungen der ersteren, da sie laut und selbstbewusst in der Öffentlichkeit geäußert werden, stärker, als sie wirklich sind, und ziehen weitere Befürworter an; die Meinungen des anderen Lagers wirken durch das Schweigen ihrer Anhänger noch schwächer als sie tatsächlich sind. Dadurch werden andere wiederum zum Schweigen oder Meinungswechsel bewogen, bis in einem Prozess der ‚Schweigespirale‘ die eine Meinung die ganze Öffentlichkeit beherrscht und die Gegenmeinung so gut wie verschwunden ist.“

Die Meinungsforscherin hob hervor, dass die verschiedenen Medien „eine wichtige Rolle im Prozess der öffentlichen Meinung“ spielen. Sie würden diese mit ihren Standpunkten im Bereich der politischen Moral prägen, ebenso die „ständig angestellte Umweltbeobachtung des einzelnen, wie die meisten Menschen denken“ (8).

Andere Kommunikationswissenschaftler sprechen seit langem davon, dass die öffentliche Meinung die „veröffentlichte Meinung“ wiedergibt. Diese Mechanismen sind lange bekannt und werden aktiv genutzt, soweit das möglich ist.

Dafür sorgt auch die erwiesene enge Bindung zwischen herrschender Politik und Medien, wozu keine Zensur nötig ist. Dafür reicht schon das Gefühl führender Medienvertreter aus, Teil der Elite zu sein.

Auch in dem Fall wirkt eine Isolationsfurcht — diese führt im Großen und Kleinen wieder zur tiefen Angst in jedem Menschen, die Rainer Mausfeld beschreibt. Damit will ich den Gang durch die Fachliteratur fürs Erste beenden.

Quellen und Anmerkungen:

(1) Rainer Mausfeld „Angst und Macht — Herrschaftstechniken der Angsterzeugung in kapitalistischen Demokratien“ Westend Verlag 2019, S. 39

(2) Edward Bernays „Propaganda — Die Kunst der Public Relations“ Verlag Orange Press 2009 (Original 1928), S. 19

(3) Edward Bernays „Propaganda — Die Kunst der Public Relations“ Verlag Orange Press 2009 (Original 1928), S. 49

(4) Walter Lippmann „Die öffentliche Meinung — Wie sie entsteht und manipuliert wird“ Westend Verlag 2018 (Original 1922), Ebook

(5) Douglas Rushkoff „Der Anschlag auf die Psyche — Wie wir ständig manipuliert werden“ Deutsche Verlags-Anstalt 2000, S. 20ff.

(6) Albrecht Müller „Glaube wenig — Hinterfrage alles — Denke selbst. Wie man Manipulationen durchschaut“ Westend Verlag 2019,

S. 7f.

(7) Anne Morelli „Die Prinzipien der Kriegspropaganda“ zu Klampen Verlag 2004, S. 121ff. (8) Elisabeth Noelle-Neumann „Die Theorie der Schweigespirale als Instrument der Medienwirkungsforschung“ in: „Massenkommunikation — Theorien, Methoden, Befunde“ Westdeutscher Verlag 1989. S. 419 f.

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Dieser Beitrag erschien am 30.03.2020 bei Rubikon – Magazin für die kritische Masse.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildquelle: solarseven / Shutterstock

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21 Kommentare zu: “Tagesdosis 1.4.2020 – Die Psychologie der Massen

  1. Es ist für mich erschreckend wie viele Menschen ganz brav Folge leisten und vor allem auch wie völlig fraglos dies erfolgt.

    Es gibt Leute, wenn man da dem Gespräch lauscht, da denkt man die sind von vor 120 Jahren hier her gebeamt worden.
    Völlig unaufgeklärt und ein System verteidigend, dass sie plündert und manipuliert und Maßnahmen hinnehmen, die sie mehr und mehr entrechten und zum Clown machen, wenn sie mit Atemmasken, Handschuhen und auf gut Deutsch in Vollkasko-Ausrüstung durch die Gegend laufen.
    Wenn du denen an der Kasse 10 cm zu nah kommst, verziehen die schon das Gesicht, dass ich am liebsten noch 50 cm näher ranngehen will.
    Noch konnte ich mich beherrschen..!

  2. Kari, das was Sie da alles in Ihrem Kommentar vom 1. April 2020 at 18:12 mit vollem Recht beklagen, kann ich Ihnen sehr genau erklären:

    Auch ich erlebe Schweizer als wohltuend zugewandte Leute, ganz im Gegensatz zu den viel zu vielen, egoistisch und empathielos anmutenden Deutschen, meinen Landsleuten. Aber dieser Unterschied ist doch ganz leicht zu erklären: Die Schweiz lebt seit langer Zeit im Frieden und hat sich in diesen paradiesischen Zuständen (verglichen mit den unseren) so behaglich und selbstbewusst eingerichtet, dass sie es sich leisten kann, sympathisch auf andere zu wirken.

    Die Deutschen hingegen haben in 2 Weltkriegen und einer Hyperinflation derart viel verloren, materiell und kulturell, dass sie bis heute diesen typischen Eindruck machen: ständig rastlos getrieben, auf Erfolg und Perfektion getrimmt, daher zu Ungeduld und Unduldsamkeit neigend, womit sie auf Menschen anderer Nationen oft so befremdlich wirken. Warum das? Ganz einfach: Das Vermögen vieler Deutscher wurde durch diese Katastrophen derart dezimiert, dass sie eine dauernde Unruhe umtreibt. Es ist eine beständige, allgegenwärtige Angst, Ziele nicht zu erreichen oder gar zu scheitern. Geerbt haben sie diese Angst von jener Kriegsgeneration, in der viele noch den Schieber aus ihrer Straße kannten, der schon kurz nach dem Krieg wieder in Saus und Braus lebte, während ihre Verhältnisse noch sehr dürftig waren. Den Typ des Schiebers, unverfroren und schamlos genug, nach dem Krieg gleich wieder zu Geld und Ansehen zu gelangen, haben viele Deutsche quasi in ihren Genen so verinnerlicht, dass sie ihm nacheifern, weil sie meinen, nur der Rücksichtslose bringe es zu etwas. So erklären sich das deutsche "Wirtschaftswunder" und die "deutsche Tüchtigkeit", geboren aus der dauernden Sorge um die Existenzgrundlage, die aufgrund besagter Katastrophen entweder nicht mehr vorhanden war oder derart dünn, dass sie zu ständiger Beunruhigung Anlass gab – sehr im Gegensatz zu jenen (vielen) Schweizern, die seit Generationen ihr Vermögen erhalten und mehren konnten. Daher sehe ich bei den Deutschen vor allem einen evolutionär rückständigen Hang zur "Selbstoptimierung des Einzelnen", während die Schweizer uns offenbar weit voraus sind mit ihrer "Selbstorganisierung der Bevölkerung", wie Sie sagen.

    Noch ein Wort zu den Bildungsbürgern: Gibt es die heute wirklich noch? Ihre einstigen Privilegien kamen doch in den über 150 Jahren sozialer Bewegung so gründlich unter die Räder, dass ich heute allenfalls noch von einem abgehalfterten Bildungsbürgertum sprechen möchte. Bestenfalls existiert es noch als elitäre, winzige Minderheit, die aber wirtschaftlich viel besser gestellt ist als seinerzeit, und die ich daher nicht als Bürgertum bezeichnen möchte sondern als Oberschicht. Wehe dem, der sich nicht unter diese Minderheit retten konnte. Glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche. Ich kenne den Anpassungsprozess, den man durchlaufen muss, wenn man aufgewachsen ist in dem elitären Bewusstsein, es zu viel mehr bringen zu müssen als andere, und wenn das dann schwierig wird, weil diese anderen sich plötzlich immer mehr der "angestammten" Pfründe des ehemaligen Bildungsbürgertums bemächtigen. Ich selbst habe das längst verdaut und genieße den enormen Zuwachs an Freiheit, Unverkrampftheit und Unkompliziertheit, den ich meinen bildungsbürgerlichen Vorfahren voraushabe. Und nicht zu vergessen die enorme Horizonterweiterung, die die Durchlässigkeit der Gesellschaft mit sich brachte, weil sie es erlaubte, nicht nur mit "Seinesgleichen" Umgang zu haben, sondern alle möglichen interessanten Leute kennen zu lernen. Lassen Sie mich den Satz in Ihrem Kommentar vom 1. April 2020 at 18:12 aufgreifen und abwandeln: Auf solche Weise IST friedliches Zusammenleben, Partnerschaft möglich!

    Weder heutige Bildungsbürger, die sich tatsächlich durch Bildung auszeichnen und nicht durch Privilegien, noch Intellektuelle sind das Problem. Das Problem sind die Eliten. Denn ihr Problem und damit unser Problem ist vor allem ihr Standesdünkel, der sie daran hindert, die Dinge so zu sehen, wie sie sind. Vor allem wegen dieses Standesdünkels sind sie käuflich, nicht einmal unbedingt so sehr wegen Machtbesessenheit oder Geldgier. Was Hans Springstein über führende Medienvertreter sagt, gilt für die gesamte Elite: Es "reicht schon das Gefühl…, Teil der Elite zu sein", um realitätsfern in der Blase seiner elitären Zugehörigkeit gefangen zu sein.

    • Sorry, dieser Kommentar sollte eigentlich direkt an den von Kari anschließen.

    • citoyen invisible

      Vielen Dank für Ihre grosse Mühe mir die Situation von Deutschland und der Deutschen zu erklären. Sie haben es sehr selbstkritisch getan und ich habe damit einiges gelernt. Ganz besonders gefreut hat mir, was Sie von sich selbst geschrieben haben. Dies gibt einen guten Einblick. Was Sie erklärt haben nennt man ja auch das Kriegs-, ich nenn es Kriege-Trauma der Deutschen.

      Zuerst – Bitte keinerlei Verherrlichung der Schweiz und Schweizer. Die «Vergötterung», der Personenkult, mit Ganser in Deutschland ist für mich widerlich genug (Personenkult schätzt man hier nicht). Ich bin gegenüber der Schweiz selbstkritischer eingestellt als gegenüber Deutschland kritisch (Man kann sich bei Frau Hecht-Galinski erkundigen). Sonst würde ich keine Kritik an Deutschland wagen. Die zwar mehr und mehr zunimmt. Die Situation in der Schweiz ist für mich kein Verdienst von uns Schweizern und der Reichtum, der Luxus, auch nicht, weil wir «krampfen» (ich denke andere arbeiten mehr), sondern hat sich aus der Konstellation und vielleicht aus ein paar zufällig vernünftigen Entscheidungen so ergeben hat. Die konservative Schweiz hat auch eine völlig andere Geschichte als Deutschland. Was ich als sehr positiv an der Schweiz finde ist etwas, das Deutsche wohl, neben unserem Staatsverständnis, kaum verstehen können und deshalb die Schweiz ganz falsch sehen und interpretieren. Nämlich den Konsens und den Minderheitenschutz. Vielleicht auch noch den Finanzausgleich, aber den gibt es in Deutschland wohl auch. Doch Konsens und Minderheitenschutz sind wohl die Hauptsäulen (vielleicht habe ich noch etwas vergessen) auf denen die Schweiz ruht. Ist dies nicht mehr, ist es, nach meiner Meinung, das AUS für die Schweiz.
      Das mit der Selbstorganisierung hat nicht ausschliesslich positive Ursachen auch wenn sie sich in Zusammenhang mit dem Corona-Virus sich auch als positiv herausstellt und hoffentlich noch positiver d.h. gegen die Macht und zu Gunsten von Demokratie herausstellen wird. Ich bin zwar skeptisch.

      Meine Sicht ist eine Sicht von unten. Die Sicht eines «Subalternen»:
      Das Bildungsbürgertum (Ich weiss nicht mehr woher ich diesen Begriff habe, ob von Miller, Klaus Mann, Arendt, Gruen, Graf eher nicht, oder woanders): Oh ja, das existiert. und wie! Aus meiner eigenen Lebenserfahrung weiterhin wie eh und je, jedoch sehr gut getarnt. Unglaublichen elitär, überheblich, arrogant. Auch ausgesprochen fremdenfeindlich und rassistisch wie Artikeln und Kommentaren zu entnehmen ist. Für mich die Schicht welche die Macht trägt. Die drei Schichten von George Orwell die Unteren, die Mittleren und die Oberen in «1984» sind für mich sehr gut nachvollziehbar. Auch seine «Farm der Tiere». Es geht nicht nur um Geld. Ich füge Ihren Nennungen noch Eitelkeit hinzu.
      Was die Literatur betrifft: Sehr viel, auch an Lebenshilfe, habe ich aus der Literatur des Orients gelernt. Dem Bogen von Marokko bis Bosnien (inkl. Sudan und Iran). Meine Sicht ist nicht auf die Schweiz oder Europa fixiert. Das Allgemeinwohl darf auf keinen Fall vom Wohl anderer Länder abgekoppelt sein.

      Was Sie geschrieben haben finde ich wunderbar. Es hat mich berührt. Während ich alter Mann (Ich denke Sie sind auch nicht mehr so jung) hier schreibe trudeln E-Mail-Angebote ein von einem Restaurant, das selbstverständlich geschlossen ist. Und von anderen mehr.

      Nun, ich habe, ohne Auto, ein wenig mehr als ich zum Leben brauche. Fühle mich, wegen der exklusiven Infrastruktur die wir, wo ich und meine Frau wohnen, als in einem grossen Luxus lebend. Bin glücklich, nicht nur verbal, sondern auch finanziell, Menschen über Bekannte in meinem Lieblingsland Syrien unterstützen zu können. Selbstverständlich im sanktionierten Teil.

      Das KenFM-Team und fast alle von deren GeFOLGschaft schätze ich überhaupt nicht. Dafür umso mehr ein paar authentische, engagierte deutsche Frauen mit wundervollem Charakter. Ich zähle sie hier nun nicht auf. Eine ist oben erwähnt.

      Ich, Luxus-Schweizer, werde KenFM wohl noch mit einem, selbstverständlich unangenehmen, Kommentar «beglücken». Verstehen warum etwas ist wie es ist ja, aber nicht gutheissen, sondern bekämpfen, wenn es Unrecht oder Verbrechen ist. Nachher denke ich langsam aufzuhören. Es beginnt mich anzuwidern.

      Ich hoffe, dass Sie meine Zeilen noch erreichen und grüsse herzlich
      Kari

    • Klar haben mich Ihre Zeilen erreicht, Kari, (ich bin doch immer neugierig, wenn ich hier was gepostet habe, ob jemandem inzwischen vielleicht etwas dazu eingefallen ist). Und herzlichen Dank für Ihr freundliches Feedback.

      Ich war mir bewusst, dass ich die Dinge nicht sehr differenziert darstellen kann, wenn ich in wenigen Zeilen Eigenschaften von großen Personengruppen einander gegenüberstellen will, die selbstverständlich keineswegs so homogen sind, wie es in meiner Schilderung den Anschein erwecken mag. Aber auf geringem Raum Unterschiede zwischen ihnen herauszuarbeiten, ist ein Unterfangen, das zwangsläufig nicht ohne Vergröberungen, Stilisierungen und Übertreibungen auskommt. Mit solchen Vereinfachungen setzt man sich natürlich Kritik aus, sie haben aber den Vorteil, dass man gleich sehr deutlich machen kann, was man meint. Und über die Details kann man ja anschließend diskutieren.

      Zugegeben, ich bin etwas voreingenommen, da die meisten Schweizer, die ich bisher kennengelernt habe, mir sehr sympathisch sind, z.B. auch mit ihrem charmanten, heute leider selten gewordenen Sinn für Understatement, wie auch Sie es zum Ausdruck bringen. Dass solches uns Deutschen (die wir doch nach dem Krieg aller Welt zeigen mussten, wie toll wir trotzdem sind) eher fremd ist, mag der Grund dafür sein, dass ich eine "Vergötterung" des von mir sehr geschätzten Dr. Daniele Ganser und einen Personenkult um ihn eigentlich nicht sehe, es mich jedenfalls nicht stört.

      Was Sie über das (heutige) "Bildungsbürgertum" sagen, dem kann ich nur zustimmen.
      Und übrigens: ich bin seit kurzem 60.

    • Was Sie außerdem noch geschrieben haben, Kari, sprengt hier leider den Rahmen, so sehr es mich näher interessieren würde: wahre Völkerverständigung, die gerade eben erst begonnen hat, seit die Völker nur noch ein paar Flugstunden voneinander entfernt leben, und die noch etliche Jahrhunderte ihrer Entwicklung vor sich hat.

  3. Alle Aufklärung über das Schweigen der Lämmer und die Erläuterung der Zusammenhänge bringt Menschen nicht ins Handeln. Allerdings tut sich was. https://www.nichtohneuns.de/ Die Montagsdemonstrationen haben auch ganz klein angefangen und Deutschland ist seit 1989 nicht ganz unerfahren in der Revolution. Ob es stimmt konnte ich noch nicht weiter recherchieren, in Frankreich wird die "Gefahr" eines Bürgerkriegs gesehen. Auch wenn ganz viele immer noch eine Bahnsteigkarte wollen oder müssen: Steter Tropfen höhlt den Stein. Wir fangen an und jeder ist eingeladen aufzuwachen und teilzunehmen. Es haben sich schon sehr viele Regionalgruppen gebildet, die aus der Webseite https://www.nichtohneuns.de/ ersichtlich sind

    Stoppt diesen Wahnsinn.

  4. Schön recherchiert. Fehlt noch platon oder le bon und lewin. Aber wofür das ganze.
    Frei nach kant hilft dir dein verstand aber auch ein selbstaufgeklärtes bewusstsein. Jeder der verdrängtes mit sich rumträgt ist affin für die rattenfänger. Müssig sich jetzt darüber zu wundern. Im moment gibt es einen zivisilatorischen stresstest und das wirft jeden auf sich zurück. Was hat der autor des pamphlets gefunden? Besser wss könnte er finden und warum versucht er nicht die zeit zu nutzen um zu leben, chancen zu nutzen sein system zu prüfen und zu reparieren wie der rest der welt dss nu auch tun muss.

  5. Zusammengefasst: Herdentrieb.
    Hat vielleicht auch mit Überlebensstrategien zu tun. Und ehrlich: Nicht jeder kann es sich leisten, Individualist zu sein. Und auch wirkliche Veränderungen auf unserem Planeten geschehen genau nach diesem Muster: Durch Massenindoktrination durch Kommunikation. Diese kann in die eine oder andere Richtung weisen. Heute Kommunist, morgen Islamist, übermorgen Faschist und dann Kapitalist und irgendwann Humanist. Wie das Fähnchen im Winde. Und Widerstand dagegen wird es dann auch immer geben. Mal mehr und mal weniger. Und jeder glaubt, das richtige zu tun, das richtige zu denken und der Wahrheit zu dienen.

    • Sie bringen es auf den Punkt. Wunderbar! Es gibt Länder wie Kuba z.B. wo die Leute wegen allen möglichen Dingen zu sogenannten schamanischen Priestern rennen, die Ihnen für Entgeld, ihren Feind verfluchen, ihre Liebe garantieren soll, wo man einen starken Liebeszauber wünscht für den Andren usw. Die Liste ist so beliebig wie die Leidenschaften des Menschen. Es wird in jedem Standes des Menschen manipuliert, sei das ganz subtil oder ganz grob in welcher Art auch immer. Ein Ohrwurm dem Andren aufgedreht, damit sein Wille umgesetzt wird. Den Andren Dinge aufgeschwatzt, damit er Sie kauft, auch wenn er sie nicht benötigt. Die Menschen leben genau im Einzelnen in ihren eigenen Narativen drinn, und wehe mann rüttelt daran 🙂 Zweifelt an ihren Absichten und Plänen. Es ist auch hier praktisch den Teufel im Aussen zu finden, wo er oft doch selbst auch in jedem ein wenig vorhanden ist, mehr oder weniger. Je nach dem Stand seiner geistigen Entwicklung. Wie schrieb selbst Wolfgang von Goethe einmal in einem Zitat:" Wo viel Licht ist, da ist auch Schatten"! Aber der Schatten muss ja nicht immer negativ sein, oft hilft er eben dem Menschen auch unbewusstes, bewusst werden zu lassen. Ein Baum wird auch nur durch widdrige Umstände von Aussen, zu dem grossen erhabenen Baum der er später vielleicht einmal wird. Wenn es einen Bewusstseinwandel passieren soll, dann müssen alle daran arbeiten, niemand ist davon ausgeschlossen. Wie die Indianer so schön sagen, nehm dich ein weniger Selbst so ernst, und finde heraus wie man Selbst auch denkt und fühlt, das die Weisen aller Zeit – Selbsterkenntnis nannten.

  6. Die effektive und auch effiziente Selbstorganisierung der Bevölkerung in Zusammenhang mit dem Corona-Virus, die sehr rasch (Internet) einsetzende Hilfsbereitschaft, Bereitschaft zu (vor allem medizinischen) Freiwilligeneinsätzen, kostenlose, qualifizierte Dienstleistungsangebote (Nachbarschaftshilfe, Rechtsberatungen, Bibliotheken usw.) und dergleichen mehr, so zumindest in vielen Bereichen der Schweiz (Wie es in Deutschland ist, weiss ich nicht) könnte für die Macht und damit auch für die Medien unerwünschte Folgeerscheinungen, Nebenwirkungen nach sich bringen. Dies, wenn sich die wirtschaftliche Situation wesentlich verändert. Es zeigt auch die Überflüssigkeit der Medien. Medien als Kontrolle der Macht? Sie sind ja selbst Instrumente, welche die Bevölkerung im Dienste irgendeiner Macht oder nach Macht Strebenden manipulieren, auch die sogenannten Alternativen oder Freien. Die Buschtelefone, Vernetzungen, Hinweise, Informationen verbreiten sich rasend schnell. Eine Verschlechterung der Informationen tritt nicht ein. Man beachte die, ohne Spenden arbeitenden, qualifizieren Kanäle.

    Die Kreise um die Verharmlosung oder Verneinung der Corona-Epidemie würde ich gerne ernst nehmen, wenn ich bei ihnen jemals Gleichwertigkeit, Solidarität, Loyalität und Respekt gegenüber den einfacheren Menschen dieser Welt, (in Ungehorsam zur Regierung) erlebt hätte. All meine vielen Hinweise, Aufrufe zu Ungehorsam gegenüber der Macht, gegenüber der eigenen Regierung, zum Beispiel durch konkrete Missachtung der Sanktionen, wurden jeweils mit totaler Ignorierung «beantwortet». Deshalb glaube und vertraue ich ihnen auch nicht.

    Wird die Corona-Epidemie nicht ernst genommen, verharmlost oder verneint, so erübrigt sich ganz einfach Solidarität mit jenen Ländern, welche schwer von der Corona-Epidemie betroffen sind und die, vor allem Italien, gegen das unsolidarische Verhalten von Deutschland protestieren. Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und Slowenien, aber auch Belgien, Luxemburg und Irland fordern die Einführung von ‘Coronabonds’. Frankreich hat sich an die Spitze dieser Staatengruppe gesetzt, während Deutschland ihn verhindert oder zu verhindern versucht.
    https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8234/

    Die Gegnerschaft zur EU (auch ich bin Gegner einer solchen EU) ist kein Argument um sich auch hier der Verantwortung und der Solidarität zu entziehen. Ich meine damit vor allem das Bildungsbürgertum, Intellektuellen-Milieu.

    Doch ganz offensichtlich wird von diesem Teil der Bevölkerung weiterhin geglaubt, und etwas anderes will man weder wissen noch wahrhaben,
    – konstruktive Veränderungen seien ohne Solidarität (weltweit, sonst ist es keine), ohne Loyalität für die einfacheren Menschen, ohne Vertrauen und ohne mehr Empathie zu haben.
    – Es wird weiterhin geglaubt, wenn mit dem Finger einseitig auf die Fehler, das Versagen, die Verbrechen der anderen gezeigt werde, verändere sich die Welt ganz automatisch.
    – Es wird weiterhin geglaubt, konstruktive Veränderung geschähen, Freiheit sei möglich, ohne zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Ohne sich selbst zu hinterfragen und in Frage zu stellen. Ohne sich hinterfragen und in Frage stellen zu lassen.

    Wo bleibt da die angebliche Fortschrittlichkeit, Vernunft, Aufgeklärtheit und Freiheit. Auch wenn hunderttausende dafür sterben müssen, Europa auseinanderbricht, die Länder sich feindlich gegenüberstehen; Privilegien, Macht werden NIE freiwillig abgegeben. Deshalb werden jegliche konstruktiven Veränderungen von unserem, vor allem bestimmenden, Bildungsbürgertum, Intellektuellen-Milieu weiterhin verhindert.

    Auf solche Weise ist friedliches Zusammenleben, Partnerschaft nicht möglich. Dies sind Binsenwahrheiten, ist nicht auf meinem Mist gewachsen.

    – «Das Gute gibt es nicht umsonst» So Jorge Bucay.
    – „Die schrumpfende Mittelschicht solidarisiert sich mit den Reichen, obwohl sie erkennen müsste, wie wenig Chancen sie besitzt, am Reichtum zu partizipieren» So Ilija Trojanow
    – «Es [emanzipatorische Bewegung] muss von unten kommen» So Rainer Mausfeld und vor ihm viele, viele andere mehr.

    • Kari, verzweifeln Sie nicht, wenn Ihre Aufrufe erfolglos bleiben. Sie haben halt nicht die Macht, die Massen zu manipulieren. Wenn Rainer Mausfeld sagt, dass es von unten kommen muss, dann meint er sicher, dass es sich entwickeln muss. Wie man weiß, wächst Gras nicht schneller, wenn man daran zieht.

    • Till Sitter

      "Wie man weiss, wächst Gras nicht schneller, wenn man daran zieht."
      Würden Sie dies Mr. Mick Wallace auch sagen (Siehe Video)?

      https://www.youtube.com/watch?v=BE4Vpb0MhOs

    • Nun, werte Kari, das lässt sich kaum vergleichen. Der gute Mick will ja gegen etwas längst Entwickeltes angehen, ich würde ihm also ein Buschmesser und einen Spaten in die Hand drücken, damit er das Würgekraut bis zur Wurzel abschlagen kann, um diese dann auszuheben. Wollte er jedoch eine Entwicklung beschleunigen, die ihre Zeit braucht, würde ich ihm das selbe sagen. 🙂

    • Till Sitter

      So so, würden Sie!
      Ich sehe es nicht so. Selbstverständlich respektiere ich ihr Ansicht.

      Und was würden Sie den «Alternativmedien» empfehlen wie mit solchen, aus meiner Sicht enorm wichtigen Informationen, umzugehen sei?
      – Italien, Spanien, Portugal, Griechenland und Slowenien, aber auch Belgien, Luxemburg und Irland fordern die Einführung von ‘Coronabonds’. Frankreich hat sich an die Spitze dieser Staatengruppe gesetzt,
      – während Deutschland ihn verhindert oder zu verhindern versucht. (German-Foreign-Policy)

      Und:
      – Am gestrigen Dienstag [31.3.20] haben zwölf Politiker aus den am härtesten von der Covid-19-Pandemie betroffenen Regionen Norditaliens, überwiegend Bürgermeister – darunter die Bürgermeister von Bergamo, Brescia und Milano -, in einer ganzseitigen Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für die "Coronabonds" geworben.
      – Ebenfalls unter Verweis auf das Londoner Schuldenabkommen heißt es, "Euch Deutschen" sei "von vielen europäischen Ländern nach dem Krieg und bis zur Wiedervereinigung" "Solidarität" entgegengebracht worden.[17] Jetzt benötige Italien seinerseits Solidarität: "Die Erinnerung hilft, die richtigen Entscheidungen zu treffen."
      – Es gehe letztlich um "das Überleben der Europäischen Union". Verhalte die EU sich in der jetzigen Krise falsch, dann "wird sie aufhören zu bestehen". (German-Foreign-Policy)

      Ich danke Ihnen, als Ausländer aufrichtig für einen Einblick in das Denken EINES Deutschen (Zu diesem Thema, versteht sich!).

    • Finde Kari hat recht, wenn Sie darlegt, dass wir uns als Bürger nicht selbst aus der Verantwortung stehlen können und es jeglicher Kontrolle durch die vierte Gewalt (Medien) scheinbar nicht mehr gibt oder zugelassen wird (so habe ich sie verstanden).
      Gemäß dem heutigen Stand der Kommunikationstechnik und Möglichkeiten zur Organisation von Bürgerinitiativen, ist es nicht mehr nachvollziehbar und hinnehmbar, dass wir uns einer Handlungsohnmacht hingeben und darauf warten, dass schon irgendwann eine "oposition" sich aufraffen und es dann für uns richten wird.

      Mein Vorschlag (den ich auch schon unter anderen Beiträgen veröffentlicht habe) wäre crowdfinanzierte Bürgertribunale zu gründen, um (vielleicht noch nicht jetzt) jedoch später von der Politik und den beratenden Institutionen der aktuellen Bundesregierung Rechenschaft einzuforden?

      Ich finde, sie sind uns Bürgern Rechenschaft schuldig bzgl. der skandalösen Unverhältnismäßigkeiten der Mittel, unterlassener Vorsorgevorkehrungen und fachlich inkompetenter Datenerhebungen, unterlassener Relativierungen der erhobenen Daten und somit auch Schaffung von unverantwortlichen Interpretationsspielräumen.

      Sammeln wir in so einem Bürgertribunal, alle relevante Informationen und recherchierten Quellen, die gerade zu Hauf von Autoren und kompetenten Fachleuten zusammengetragen werden und fassen diese zu einer mächtigen Stimme zusammen.
      Sammeln wir Geld zur Finanzierung eines solchen Tribunals und für weitere Rechtsschritte und Klagen, Petitionen etc.
      Sammeln wir Rechtsbeistand, so dass wir eine Stelle haben, wo alle Rechtsanwälte sich engagieren können

      Schaffen wir damit als Bürger unsere eigene Kontrollinstanz und vierte Gewalt (die Medien haben hier komplett versagt und so lange diese Läden so laufen, wie sie laufen, wird sich daran auch vorerst nix ändern)

      Es geht hier nicht um revolotionäre Veränderungen von politischen oder wirtschaftlichen Systemen, sondern darum auf Grundlage des bestehenden Rechts und alles was wir bereits an Strukturen und Institutionen haben, Rechenschaft einzufordern und die Verantwortlichen für ihre Taten in die Pflicht zu nehmen. Dagegen kann niemand etwas sagen/haben!

      Messen wir die Politik und alle für uns relvanten Institutionen und Organisationen an ihren Taten und nicht an ihren Inszenierungen von Taten! Schauen wir hinter die Kulissen!

      Dieses Bürgertribunal, sollte unbedingt politisch und Interessen neutral (eine vom Bürger initiierte öffentl. rechtliche Einrichtung) sein.

      Wenn wir nicht selbst Verantwortung für uns übernehmen, dann tun es die Anderen, und da kommt meistens nix Gutes dabei heraus.

    • @ Kari, zum Thema Eurobonds würde ich das hier sagen, nur kann Herr Kreutzer das besser. 🙂

      https://egon-w-kreutzer.de/an-der-pandemie-ein-sueppchen-kochen-der-neuerliche-ruf-nach-den-euro-bonds

    • "Schaffen wir damit als Bürger unsere eigene Kontrollinstanz und vierte Gewalt (die Medien haben hier komplett versagt und so lange diese Läden so laufen, wie sie laufen, wird sich daran auch vorerst nix ändern)

      Es geht hier nicht um revolotionäre Veränderungen von politischen oder wirtschaftlichen Systemen, sondern darum auf Grundlage des bestehenden Rechts und alles was wir bereits an Strukturen und Institutionen haben, Rechenschaft einzufordern und die Verantwortlichen für ihre Taten in die Pflicht zu nehmen. Dagegen kann niemand etwas sagen/haben!

      MESSEN WIR DIE POLITIK UND ALLE FÜR UNS RELEVANTEN INSTITUTION UND ORGANISATIONEN UND ORGANISATIONEN AN IHREN TATEN UND NICHT AN IHREN INSZENIERUNGEN VON TATEN! SCHAUEN WIR HINTER DIE KULISSEN!

      Dieses Bürgertribunal, sollte unbedingt politisch und Interessen neutral (eine vom Bürger initiierte öffentl. rechtliche Einrichtung) sein.

      Wenn wir nicht selbst Verantwortung für uns übernehmen, dann tun es die Anderen, und da kommt meistens nix Gutes dabei heraus"

      Danke Meinenstein. Das ist konkret, hat Hände und Füsse.

      NB
      Ich meckere nicht gerne herum, besonders wenn es so gut ist. Einzig der Satz "Dagegen kann ……. " stösst mir etwas auf. Nichts für ungut.

  7. möchte nicht vergessen Danke zu sagen, für den Artikel und für das Engagement aller Autoren, Mitarbeiter und Produzenten der alternativen Medien!!

    Wir bekommen von Euch soooo viele Informationen, Sichtweisen und Anregungen, die helfen sich zu orientieren, zu wachsen und zu begreifen. Und es ist enorm wichtig diese Unterstützung gerade, weil es werden so viele und unterschiedliche Aspekte des Lebens gerade berührt und aufgerüttelt. (ganz abgesehen davon, hatten wir wohl alle bis vor Kurzem, nicht dieses Ausmaß an Auseinandersetzung mit uns Selbst und der Gesellschaft und überhaupt auf dem Zettel, und da muss Mensch auch erstmal drauf einsteigen können)

    Mit Euren Beiträgen helft ihr uns aus dem ganzen etwas Gutes zu machen.

  8. Vielen Dank an den Autor. Zusammenfassend ein sehr guter und belegter Artikel…man erkennt auch am 1. April, wenn jemand einen Artikel mit Liebe, Hingabe und den Mut zur Wahrheit behält. Kürzlich las ich zwei Artikel zu den Coronastatistiken aus Italien. Beide Artikel behaupteten völlig gegensätzliches. Die Zahlen sind zu hoch bzw, die Zahlen sind zu niedrig. Aber man spürt beim Lesen schon, wie der Artikel geschrieben ist, wie die Quellen offen gelegt sind, usw…wie und mit welcher Absicht ein Artikel geschrieben wurde. Ich möchte auf die darin enthaltene Energie hinweisen. Man spürt Wahrheit, Liebe, Hass oder Wut, um nur ein paar spürbare Energien zu nennen. Aber um dahin zu kommen, dies zu spüren muss man Ordnung in sich schaffen, Selbsliebe = Würde stärken und in sich bewusst machen…denn nur wer frei in sich und mit sich ist, der ist offen und frei wahrzunehmen was um einen passiert.

    Ich möchte dazu Gerald Hüther zitieren: "Wer Würde besitzt ist nicht verführbar". Und die Würde beginnt im eigenen Bewusstsein und mit sich selbst bewusst sein ("selbstbewusstsein"), kann man auch sich erkennen und entsprechend Lieben…und was man selbst erkennt und sieht in sich…können auch andere dich sehen, usw. Mit Selbstliebe kommt man schließlich zur Nächstenliebe.

    Da ich der Auffassung bin, Veränderung im Außen beginnt in einem selbst…und so habe ich angefangen meinen Weg zu gehen und über diese Themen zu referieren…ich sehe darin in erweiterter Betrachtung meinen Lebenssinn (in Neurobiologie, Psychologie und in der Medizin belegt bedeutsam ist und alle auf das gleiche hindeuten), anderen Menschen zu Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis zu verhelfen, Werkzeuge an die Hand gebe. Das ist mein Weg der Veränderung und die Veränderungen in meinem Umfeld sich riesig…ich befasse mich nebenberuflich mit der Liebe und erhalte dadurch Liebe in meiner Wahrnehmung. "Mit Wut schafft keiner Frieden" (Robert Betz)…mit Liebe aber schon.

    Ich wünsche allen viel Liebe auf ihren Wegen und dass sie sich mit einer Würde nicht verführen lassen mögen.

  9. Wie sagt der Volksmund: "Nur wer einen krummen Rücken hat, kann auch geritten werden"

    Propaganda hin oder her, liegt es nicht an jedem von uns selbst wie anfällig er dafür ist?
    Und wer glaubt in unseren global komplexen Systemen symbiotisch aufgehen zu müssen, um glückseelig zu sein, der wird noch viel mehr anfällig.

    Seit unserem Tag der Geburt, werden wir geprägt und zurechtgebogen und das was wir gerade exxesiv erleben läuft doch schon seit Jahrzehnten nur in anderen Dosen. Das ist nicht "Etwas" was uns erst jetzt gerade widerfährt!

    Wer es verstanden hat, der hat sich seit Abnabelung von seinem Geburtsnest nicht nur selbst auf dem Weg gemacht, sondern ist auch bemüht, sich selber wieder zurecht zu biegen und Fehlprägungen zu korriegieren.
    Das klingt jetzt vielleicht etwas komisch aber nach dem ersten Schock, habe ich für mich nun vertanden, dass es wirklich nichts Neues ist was wir gerade erleben.
    Die Qualität mag z.Zt. eine andere sein, aber die Aufgabe bei mir zu bleiben, mich selbst zurecht zu biegen und zu korrigieren bleibt die Gleiche.

    Ich darf an dieser Stelle auch aus dem beitrag von Dirk C. Fleck, "RISIKO! Von der Traurigkeit eines jungen alten Mannes", zitieren:

    "„Man braucht sehr lange, um jung zu werden“. Recht hat er, der gute Pablo Picasso. Man braucht übrigens auch lange, um diese Worte zu verstehen. Dazu muss man zurück gefunden haben zu ungetrübter Unschuld, zum atemlosen Staunen und zum bedingungslosen Vertrauen in alles, worin das Leben uns verwickelt. Es ist dieses Urvertrauen, das uns in der Matrix einer menschengemachten Realität verloren gegangen ist und das wir uns mühsam zurück erobern müssen. Dabei kann man schon siebzig, achtzig oder neunzig Jahre alt werden. Ich bin gerade siebenundsiebzig geworden und fühle mich jünger denn je."

    Hier hat jemand auch jemand verstanden worum es geht.

    Nutzen wir die Zeit und denken darüber nach, was für uns eigentlich wirklich Wohlstand und Zufriedenheit/ Glück und Erfülltheit bedeutet und positionieren wir uns der Aussenwelt gegenüber neu und erweitern unseren eigenen Mikrokosmos ind dem wir leben, so dass wir für die Ausgelassenheit unserer Lebensgühle, Befindlichkeiten, Gedanken und Meinungen nicht in den Keller und uns verstecken gehen müssen.

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