Tagesdosis 10.2.2018 – Weltweites Börsenbeben: Was wir erleben, ist erst der Anfang

Ein Kommentar von Ernst Wolff .

Das Börsenbeben der vergangenen Tage hat nicht nur Milliardenvermögen vernichtet, sondern unter Experten zu erheblicher Unsicherheit und grundverschiedenen Einschätzungen geführt.

Die einen behaupten, es handle sich um eine seit Längerem überfällige Korrektur, die keinerlei Anlass zur Panik gebe. Die anderen warnen, die Welt stünde nach dem historischen Kurssturz des Dow Jones unmittelbar vor einem finanziellen Armageddon.

Die unterschiedlichen Beurteilungen verwundern nicht, wenn man bedenkt, dass sich die Finanzwelt in einer Situation befindet, die es so noch nie gegeben hat: Erstens wird seit 2008 mehr Geld ins System gepumpt als jemals zuvor, zweitens wird das Geld zu immer günstigeren Konditionen vergeben und drittens gelten die größten Banken der Welt seit mittlerweile zehn Jahren als „too big to fail“, können also jedes denkbare Risiko eingehen, ohne einen Bankrott fürchten zu müssen.

Die Kombination dieser drei Faktoren hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahrzehnt immer mehr Geld in die Finanzspekulation und im Verhältnis dazu immer weniger in die Realwirtschaft geflossen ist. Das Ergebnis dieses Prozesses sind eine nur mäßig wachsende Weltwirtschaft und riesige Blasen an den Anleihen-, Aktien- und Immobilienmärkten.

Kein Wunder, dass der Kurssturz so heftig ausfällt

Beim ständigen Aufwärtstrend der vergangenen Jahre ist es nicht verwunderlich, dass ein Kurssturz beim Dow Jones so heftig ausfällt wie der der vergangenen Woche. Nüchtern betrachtet betrug der Rückgang über mehrere Tage jedoch kaum mehr als zehn Prozent, fällt also unter Börsen-Insidern nicht in die Kategorie „Kurssturz“, sondern gilt lediglich als „Kurskorrektur“.

Beruhigend wirkt diese Einschätzung aber nur, wenn man einen sehr wichtigen Aspekt außer Acht lässt: Die Verschuldung von Staaten, Konzernen und Privathaushalten nämlich, die weltweit in den vergangenen Jahren explodiert ist und dazu geführt hat, dass auch an den Finanzmärkten immer mehr auf Kredit spekuliert wird.

Diese Spekulation mit geliehenem Geld birgt eine immense Gefahr, denn sie kann in Krisenzeiten zu einem Phänomen führen, das die Amerikaner als „Margin Call“ bezeichnen – der Rückforderung von Krediten bei fallenden Kursen. Ein solches Ereignis führt dazu, dass die verschuldeten Organisationen zur Zurückzahlung ihrer Schulden schnell wieder zahlungsfähig werden und daher unter Hochdruck Vermögenswerte verkaufen müssen.

Passiert das in großem Stil, zieht es die Preise in die Tiefe, was wiederum zur Folge hat, dass andere aus Angst vor Verlusten nachziehen, ebenfalls verkaufen und die Preise so noch weiter nach unten reißen – womit das gefürchtete Phänomen einer „Börsenpanik“ eintritt.

Bisher haben die Zentralbanken, allen voran die US-Zentralbank Federal Reserve, eine solche Panik verhindert. Sie haben in riesigem Ausmaß Staats- und Unternehmensanleihen sowie Aktien aufgekauft und die Märkte so vorübergehend beruhigt. Sie können das auch weiterhin tun, und im äußersten Notfall könnte auch die größte Finanzorganisation der Erde, der IWF, mit seiner eigenen Währung, den nur zwischen Regierungen handelbaren „Sonderziehungsrechten“, eingreifen.

Diese Rettungsmöglichkeiten lassen viele Beobachter schlussfolgern, dass das System gar nicht untergehen könne. Das aber übersieht die negativen Folgen der Zentralbankeingriffe: Sie entwerten nämlich die jeweilige Währung und entziehen ihr das Vertrauen. Die alles entscheidende Frage lautet also nicht: Wie lange können die Zentralbanken Geld drucken und damit auf Biegen und Brechen einkaufen? sondern: Wann beginnen die Marktteilnehmer sich wegen des Wertverlustes der betroffenen Währungen aus diesen zu verabschieden?

Für das System gibt es keine Rettung mehr 

Wenn dieser Punkt – das Ende des bisher scheinbar unbegrenzten Vertrauens in den Wert des Geldes – erreicht ist, gibt es kein Halten mehr. Dann muss das bestehende System zwangsläufig in sich zusammenbrechen.

Das Ganze ähnelt einem Lawinenabgang: Es baut sich an einem Abhang immer mehr Schnee auf, doch trotz der Warnungen der Fachleute passiert zunächst nichts. Ungeachtet der anhaltenden Gefahr kehrt daher Sorglosigkeit ein, weitere Warnrufe werden ignoriert. Dann aber fällt irgendwann die eine Schneeflocke, die den Abgang der Lawine auslöst – und die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Was im Fall des Finanzsystems die eine Schneeflocke sein wird und wann genau sie fällt, kann niemand vorhersagen. Sicher ist nur, dass sie irgendwann fällt und dass es sich beim kommenden Lawinenabgang im Finanzsystem um den mit Abstand größten handeln wird, den die Welt bisher gesehen hat.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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66 Kommentare zu: “Tagesdosis 10.2.2018 – Weltweites Börsenbeben: Was wir erleben, ist erst der Anfang

  1. @schwarz ist weiß

    Naja, die Kreditausfallversicherung gilt nicht für den Fall der Bankpleite 🙂
    Und ob die meisten wissen, dass sie ihr Geld der Bank übereignen für Spekulationsgeschäfte?
    Und ob sie es dann immer noch so täten wie bisher?
    ICH weiß, dass Banken nur spekulieren! SIE wissen es offensichtlich auch – aber eben nicht die Mehrheit.
    Die sogenannten ‚Zinsen‘ sind doch nur durch die Wettverluste anderer zu finanzieren.
    Mit anderen Worten: nur in riskanten Wettanlagen zu erwerben.
    Da Zinsforderungen überall ständig steigen, weil auch die Verschuldung überall zunimmt, müssen die so zu erzielenden Zinsen auch immer riskanter angelegt werden – für wen riskant auch immer?!

    Das ist ein Spiel das letztlich nur Verlierer produzieren kann – ganz wie beim Ponzi-Scheme (look @ Madoffs).

    So wünschenswert eine allgemeine Aufklärung einerseits wäre und verständlich die Forderung danach andererseits ist, sie würde exakt das hervorrufen, was Ford dereinst ‚prophezeite‘:
    „Würden die Menschen das Geldsystem verstehen, hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh.

    Ein Crash ist ja kein Weltuntergang, aber eben schon für weite Teile der Bevölkerung eine Katastrophe.
    Vor allem aber für die Industrienationen und da wiederum vorrangig für die abhängigen Konsumenten, die selbst nichts produzieren können bzw. keine elementaren Dienstleistungen anzubieten haben.

    Und wäre ich Wolff, würde ich es ähnlich machen, denn eine detaillierte komplette Analyse würde kaum jemand zuende lesen – auch hier nicht.

    Ist auch nicht notwendig.Notwendig ist, dass mehr Menschen tatsächlich verstehen, dass ihre Vorstellung der Funktionsweise ihrer Welt auf Mythen und Nicht-Wissen aufgebaut wurde.

    • Wenn ich Herr Wolff wäre, würde ich es anders machen – oder hat Herr Wolff Angst vor der Revolution.
      Will er nicht oder kann er nicht?
      Sachkenntnisse und das Aufzeigen von Zusammenhängen sind wichtig um auf „Mythen und Nicht-Wissen“ zu reagieren.

    • **“Naja, die Kreditausfallversicherung gilt nicht für den Fall der Bankpleite“**

      Natürlich gibt es die, gilt sie gar unbedingt.

      Die heißt Bürgerversicherung.

      Der Bürger versichert der Bank, das er für die ausgefallenen Kredite aufkommt – so oder so.

      Das gilt selbst für einen Kredit von 1.000 Euro, also eine Summe die für die Bank quasi gar nicht existent ist. Den nicht zurückgezahlten Kredit bezahlt nämlich nicht die Bank, sondern der Bürger/Kunde der über die Gebühren und sonstiges dieses Geld von allen Kunden reinholt.

    • @schwarz ist weiß

      Wir alle haben mehr als nur einen guten Grund eine ‚Revolution‘ zu fürchten!
      Eine Revolution ist – entgegen der Suggestion, die gemeinhin mit dieser Begrifflichkeit einhergeht -, keineswegs eine Innovation oder gar Invention!
      Eine propagierte ‚VerBESSERUNG‘ von Verhältnissen bedarf doch ganz anderer Veränderungen als nur das Auswechseln von systemischen Bestandteilen und Routinen?!
      Zudem ist nicht einmal in galaktischer Ferne ein Kristallisationsanker in Sicht in Form von plausiblen, attraktiven Ideen, Konzepten, Organisationen und benötigter umsetzungskompetenter Persönlichkeiten!?
      Ohne Kristallisationsanker gibt es nur eine ungeregelte, unkoordinierte, weil ziellose Verpuffung von rein destruktiven Energien.
      Explosionen sind aber nie konstruktiv, sonst würde man mit Hilfe dieser Häuser bauen und nicht abreißen.
      Ein zwingender Zusammenbruch der derzeitigen ‚Ordnung‘ infolge einer solchen ungeregelten Entladung ist für niemanden wünschenswert, selbst für die nicht, die diese ‚Ordnung‘ verabscheuen und unbedingt loswerden möchten.
      Insofern verstehe ich Herrn Wolff in seiner vergleichsweise zurückhaltenden Art seiner Artikel sehr gut.

      Das Beseitigen von ‚Mythen und Nicht-Wissen‘ ist allerdings nur ein allfälliger Beginn, aber keine Lösung.
      Denn das Auflösen des Alten ohne Alternativangebot des Neuen ist für sich völlig sinnlos.
      Außerdem wird radikal unterschätzt, welche Macht die Delegierung von Eigenverantwortung an Dritte und die Scheu vor jeglichen Risiken (die über in dem Zusammenhang völlig unvermeidlich sind) besitzt.

      ‚German Angst‘ z.B. ist nicht umsonst ein geflügeltes Wort im Ausland 🙂

  2. Mal nebenbei:

    Habt ihr Euch schonmal gefragt, wie viel Blindleistung betrieben wird, um das behinderte Geld zu verwalten, den Missbrauch zu kontrollieren, es einzutreiben, es zur Strafe einzusetzen es richtig zu verteilen usw.?

    Überlegt mal wie viel Zeit jeder einzelne schon mit der Steuererklärung verbingen muss, je nach Komplexitätsgrad Eurer Geldverhältnisse mal mehr mal weniger. Wie viele Menschen sind in den vielen Unternehmen auf der Welt damit beschäftigt alles mögliche zu controllen? Wir nehmen es uns gegenseitig bei jeder Gelegenheit weg und sind froh, wenn wir verkaufen, vermieten und sonst was können und sind andersherum alle so unendlich froh, wenn mal etwas nichts kostet, sondern andere Dinge im Vordergrund stehen.

    Wenn die Menschen, die sich mit dem ganzen Quatsch beschäftigen müssen, Zeit für anderes hätten, könnte man dann nicht an eine 20 Stunden Woche glauben? Wenn wir nicht ständig kosten optimieren müssten, könnten dann nicht die maximal langhaltenden Produkte mit aufwändigem Recycling-/Rückführungsprozess erzeugt werden statt die maximal beschissenen Produkte, die zu dem Preis noch zu haben sind? Würde es nicht wieder mehr Sinn machen, Produkte lokal zu produzieren und zu verbrauchen anstatt sie durch die Weltgeschichte zu karren, auf der Suche nach dem besten Markt/Preis?

    Übrigens habe ich hab noch nie was von Schmierbananenaffären gehört.
    Von Schmiergeldaffären allerdings zu Hauf…

    Bitte kommentiert mich zu. Ich bin gespannt auf Anregungen, Ideen, Kritik und was Euch sonst noch einfällt.

    Bleibt friedlich…

    Ich

  3. @ rule72

    Der vermeintliche Skandal wird dadurch relativiert, dass sich das Eigenkapital der Bank durch diesen (Haus)Kauf nicht verändert hat. Das Vermögen UND die Verbindlichkeiten haben nämlich um denselben Wert zugenommen. Heißt: Das Eigenkapital bleibt gleich. Die Bank ist durch diese Aktion nicht reicher geworden.

    Der Punkt ist ergänzungsbedürftig:
    Ja, rein bilanztechnisch bezogen auf das zu diesem Zeitpunkt bilanzierte Eigenvermögen stimmt das.
    Was aber gerne außen vor gelassen wird ist, dass es diese Kreditsummen sind, die die Bank als Wetteinsatz verwenden darf und es auch vehement tut, um zu spekulieren.
    Und bei erfolgreicher Spekulation wird die Bank also durch eine Nullsummenbilanz eben DOCH reicher!

    Denn was sich kaum einer je fragt:
    Woher kommen eigentlich die Zinsen, die die Bank für sich verdient bzw. die sie ihren Bankeinlagengebern auszahlt?!

    Im Übrigen sollte man sich mal die AGBs der Banken ansehen – bei den meisten sind Sie als Kontoinhaber nicht mehr Besitzer Ihres Geldes, sondern Kreditgeber an die Bank.
    SIE leihen also der Bank Geld!
    Eben für diese Spekulation!

    Problem:
    Dieser Status bedeutet, dass im Falle einer Verspekulierung der Bank IHR Vermögen möglicherweise komplett futsch ist.
    Die sogenannte ‚Einlagensicherung‘ ist ja reine Augenwischerei.
    Der Staat selbst hat ja gar kein Geld, das er wiederum als Rücklagenversicherung verwenden könnte?!
    Er muss sich dies auch wieder ausleihen.
    Aber um diesen ‚Kredit‘ der aktivierten Einlagensicherung zu refinanzieren hat er nur eine einzige Einnahmequelle – STEUERN!
    Das bedeutet, dass Ihre Einlagensicherung durch SIE und IHRE Steuern und natürlich auch jeder Menge anderer Steuerzahler finanziert wird, also u.U. ‚doppelt‘ durch die Bankkunden bedient wird mit gerade mal NULL Risiko für die Bank.

    Die vorgebliche ‚objektive‘ Buchhaltung ist also ein reines Willkürprodukt, da willkürlich Faktoren ausgeschlossen werden können, die sehr wohl der korrekten Buchhaltung zugeordnet und verrechnet werden müssten, was aber NIE(!) geschieht!

    • Die Frage ist doch nicht, ob Banken spekulieren sondern wie sie das tuen.
      Es gibt Regeln.
      Die Bankenaufsicht (in D. BaFin) und die Deutsche Bundesbank sollen die Banken kontrollieren.
      In wie weit Sie und mit welchen Mitteln Sie ein funktionierendes Bankensystem am Laufen halten, müsste man mal anschauen. Wo liegen die Schwächen und welche Rolle spielt da die Politik?
      Da Bankgeschäfte aber international betrieben werden, ist eine international einheitliche Beaufsichtigung und eine einheitliche Regulierung notwendig.

      Was den Ausfall von gewährten Krediten betrifft, gibt es Kreditausfallversicherungen, Finanzinstrumente, die dazu dienen, das Risiko des Ausfalls von Krediten bzw. Forderungen abzusichern.
      Ein zweischneidiges Schwert. Sie mutieren auch als Zockerinstrument.
      So einfach ist das alles nicht – und wer klärt uns auf?
      Da mal Licht ins Dunkels bringen, wäre das nicht eine Aufgabe für Herrn Wolf, anstatt die Leute mit Untergangs-zenarien zu triggern?

  4. Der Hort des Glaubens.
    Ich finde den Begriff Vertrauen für moralische Kategorien, wie die der Finanzwelt, der Ökonomie, völlig unangebracht.
    Ich _kann_ einem Menschen vertrauen, der existiert. An Nicht-Existentes kann ich nur glauben, es ist nicht möglich, sich darauf verlassen zu können…
    Jedes System funktioniert genau solange, solange die Menschen an dieses (übernatürliche) glauben.

    Verantwortlich ist eben auch der Umgang mit der Benennung, was mit der jeweiligen Symbolik verbunden wird.

    Neusprech ist sehr viel älter, als viele vermuten.

    • Ich stimme Ihnen zu.

      Irgendjemand hat mal gesagt:

      Die Bedeutung der Worte ergibt sich nicht durch ihren Inhalt, sondern durch Ihren Gebrauch.

      Aus diesem Grund konnte eine Generation anfangen Dinge geil zu finden.

  5. Die Kernaussage des Artikels ist doch, dass sich die Börse von einer realwirtschaftlich orientierten Anlage- u. Förderplattform für real produzierende Unternehmen zu einer rein virtuellen Spekulationsspelunke entwickelt hat!?
    Die offensichtliche Entkopplung von Börsenkursen zu realen Wirtschaftsdaten spricht doch da Bände.

    Der von Wolff anmoderierte ‚Crash‘ bezieht sich konsequenterweise darauf, dass Wettschulden Schulden sind, die auch bedient werden müssen, selbst dann, wenn die Wettbeträge ein Zigfaches real existierender Vermögen darstellen.

    Wenn ich null Euro habe, kann ich trotzdem eine Wette über z.B. 1000€ abschließen.
    Verliere ich diese Wette, habe ich eine Schuld von 1000€ erzeugt, ohne dass dem der geringste Gegenwert gegenüber stünde.
    Diese -1000€ verschwinden aber nicht wegen Nichtbezahlbarkeit, sie bleiben als ewige Forderung bestehen und fließen in diverse Bilanzen mit ein.
    Diese Bilanzen werden aber heran gezogen zur Wertermittlung, zur Ermittlung von Zukunftserwartungen und somit zu völlig haltlosen politischen wie ökonomischen Entscheidungsgrundlagen gemacht.
    Entscheidungen aber, die auf falschen Voraussetzungen beruhen können i.d.R. keine richtigen Ergebnisse hervor bringen, produzieren also eine zunehmende Schieflage eines Systems, das eben darauf fundamental aufgebaut ist.
    So fängt es schon mal an.

    Es ist also keineswegs völlig egal, ob hier mit hunderten Billionen virtuellen Werten gewettet wird!
    Die Idee, dass dies nur Monopoly-Spielgeld ist und man einfach den Deckel wieder darauf machen kann und es ist vergessen, ist hanebüchener Unsinn.
    Es gibt nämlich leider rechtliche Anspruchsgeltung auch für virtuelle Wettschulden.
    Das bedeutet, dass der Gläubiger, sofern es rechtliche Möglichkeiten dazu gibt, seine Schuld einklagen kann und diese bedient werden muss.
    Wir sehen doch ganz deutlich, wie das bei den Banken funktioniert, die zahlungsunfähig wurden?!
    Deren Schulden wurden eben auf den Steuerzahler übertragen.
    Oder eben auf Kosten anderer realer Ressorts finanziert.
    Das bedeutet eindeutig und nachweislich eine Verschlechterung der Gesamtlage für die Allgemeinheit.
    Das ist also egal?

    Dazu kommen sekundäre Schuldderivate = wenn ich über Wetten reale Güter finanziert habe, nur mit der möglichen Aussicht auf Gewinn, kann ich diese nicht bezahlen, wenn ich meine Wette verliere.
    Der Gewinner der Wette wird aber niemals meine Schuld bei dem Produzenten begleichen.
    Dieser kann dadurch in Schieflage geraten (passiert ja ständig jetzt schon!) und auch pleite gehen – ein veritabler wirtschaftlicher Schaden mit negativem Dominoeffekt (Zulieferer, Arbeitsplätze, Einkommens- und damit Investitionspotential, Konsumverhalten u.ä.) entsteht so nur aufgrund von verlorenen Wetten!
    Das ist also egal?

    Das Argument: ‚da werden keine Werte vernichtet, sie wechseln nur den Besitzer‘, ist eminent dumm!
    Geld ist nicht dazu da gehortet zu werden – was aber ständig geschieht und damit den eigentlichen Wert des Geldes als dynamischer Fluktuationsgenerator vernichtet!?
    Das so ‚gewonnene‘ Geld verteilt sich ja auch nicht gleichmäßig auf die ‚andere Hälfte‘ – es wird konvergierend akkumuliert.
    Auf wieviele Kriegsgewinnler kommen wieviele Kriegsverlierer nochmal?
    Das ist also egal?

    Die Zinslasten, die exponentiell angelegt sind, werden bei gebuchten Schuld entsprechend anwachsen und müssen bedient werden.
    Dazu muss aber dieses Geld dafür erst erschaffen werden – wodurch? Durch neue Schulden – egal wer die aufnimmt (Konsument, Produzent, Staat…).
    Rein theoretisch könnte man die benötigte Geldmenge dafür unendlich anwachsen lassen, praktisch funktioniert das aber nicht.
    Warum?
    Weil es wahlweise eine Hyperinflation gibt oder sonst bedeutendes Wirtschaftswachstum (dauerhaft mindestens über 3%) generiert werden muss – beides hat logischerweise endliche Grenzen. Punkt.
    Das ist also egal?

    Geld ist eine reine Vertrauensgeschichte.
    Geht das Vertrauen in das Geld verloren, ziehen sich die Konsumenten auf reale Werte zurück wo es nur möglich ist.
    In der heutigen Zeit ist aber ein überwiegender Rückzug darauf unmöglich geworden.
    Womit will also der in vielerlei Hinsicht von (Produzenten, Zulieferern, Dienstleistungen) abhängig gewordene Konsument all das bezahlen, wenn er es nicht bezahlen kann?
    Ein weitgehender Zusammenbruch sehr vieler wirtschaftlicher Aktivitäten wäre die zwangsweise Folge, weil keiner für ‚umme‘ arbeitet.
    Tauschhandel ist nur in äußerst beschränktem Umfang und für begrenzte Zeit eine Option – das sollte jedem einleuchten, der sich mal damit ernsthaft beschäftigt!
    Denn ich kann nur das tauschen, was produziert wurde und dann noch aktuell wird und ich kan nur das erworben haben und erwerben, das ich bezahlen konnte/kann.
    Und das ist zwangsläufig limitiert. Zumal vieles davon reine Verbrauchsgüter sind und keine Äxte oder Eimer, die mehrfach verwendbar sind.

    Wer glaubt, dass sich dieses System wieder erholt, wie es früher schon öfters geschehen ist, der glaubt auch, dass die Vielzahl der Länder, die sehr schnell mit dem Rücken an der Versorgungswand ihrer Bevölkerung stehen würden, beliebig lange auf diese Erholung warten könnten bzw. dass es unter diesen Umständen zu einer global geregelten und fairen Zusammenarbeit käme, die das u.U. ermöglichen könnte.
    Wirklich witziger Gedanke – völlig ahistorisch.

    Natürlich kann sich das System erneuern, aber erst NACH einer veritablen Versorgungskatastrophe mit schwersten Einbußen auf vielen Ebenen.
    Aber ist ja egal, Hauptsache es gibt danach wieder irgendeinen Geldfirlefanz….

    • Dann erkläre doch bitte, weshalb Menschen etwas benötigen, hier Geld, das nicht existiert.
      Was hält den Menschen vom seinem Tun, Handeln denn ab?

      Ökonomisierung ist nur Moralisierung.

      Nicht-Existentes hat _keine_ Folgen, sie sind lediglich moralische Instanzen.

    • Das ist leider ein völlig sinnbefreiter Kommentar.
      Ich stelle nur fest, DASS es so ist.
      WARUM das möglicherweise so ist, soll sich gefälligst jeder selbst beantworten.

      Ökonomisierung ist Moralisierung
      Blödsinn.
      Ökonomie hat generell mit Ethik/Moral wenig bis nichts zu tun.
      Geld ist maximal amoralisch.

      Nicht-Existentes hat _keine_ Folgen, sie sind lediglich moralische Instanzen.
      Was soll das?
      ‚Geld‘ existiert. Also hat es Folgen – ob man das nun gut heißt oder nicht oder verstehen mag oder nicht.
      ‚Gott‘ ist auch inexistent (Existenzbeweis steht bisher aus) und trotzdem hat der Glaube an ihn ganz entscheidende Folgen bisher gehabt – also kann auch Nicht-Existentes sehr wohl Folgen haben.

    • **“Nicht-Existentes hat _keine_ Folgen, sie sind lediglich moralische Instanzen.“**

      Das Gegenteil ist richtig. Nicht existierendes hat meist/oft die gravierendsten Folgen. Wenn ich zum Arzt gehe und bei diesem nötiges, vorausgesetztes Fachwissen nicht existiert, ich dann verrecke weil er falsch oder gar nicht behandelt hat, sehe ich die Folge der Nichtexistenz schon recht gravierend – jedenfalls für mich. Aber das kann und ist mir als toter auch egal. Selbst dann, wenn sich hinterher herausstellt, das der Arzt einfach nur die gelbe Pille hätte verschreiben müssen und alles wäre gut gewesen.

  6. „Fast zehn Jahre sind seit dem Beinahe-Crash des globalen Finanzsystems im Gefolge der US-Subprime-Hypothekenkrise vergangen. Fast genauso lang ist die Welt mit ständigen Ankündigungen eines unmittelbar bevorstehenden „finalen“ Zusammenbruchs konfrontiert worden, verbreitet durch eine blühende Industrie von Crash-Propheten.“

    Das war der Text von E. Wolff vom 27.01.2018.
    Was nun?
    Die ersten plädieren schon von einem „friedliches, gewaltfreies Rüberfahren.“
    Ich finde es richtig über das Geldsystem zu sprechen, hallte es aber lieber mit Dirk Müller.
    Was soll die Panik?
    Wenn das Geldsystem zusammenbricht, ist es nicht der Untergang der Welt, auch wenn es dann sehr ungemütlich wird.
    Es kommt ne neue Währung oder andere Scheine und der Irrsinn geht von vorne los.

    • Und doch kommt ein letzter Crash, nachdem dann keiner mehr da ist, der noch Schuldscheine benötigte.

      Mit dem Tod des Menschen ist auch sein Schuldkomplex zu Ende, die verlogene Moral aufgebraucht.

  7. Geld hat offiziell zwei Funktionen:

    1. Bewertung von Arbeitsleistung
    2. Berechtigung zur Teilhabe am Waren- und Dienstleistungstopf.

    Die Milchmädchenrechnung geht folglich so:

    3. Je mehr ich mit meiner Arbeit für die Allgemeinheit leiste (was von der Gesellschaft/Allgemeinheit bewertet wird), desto mehr Geld bekomme ich.
    4. Und je mehr Geld ich zur Verfügung habe, desto mehr kann ich mir aus dem Waren- und Dienstleistungstopf nehmen.
    .
    Die Realität aber zeigt, dass Punkt 3 absoluter Blödsinn (für die allermeisten arbeitenden Menschen, wenn nicht sogar für alle arbeitenden Menschen) ist!

    Warum?

    Weil es nämlich noch eine weitere legale Möglichkeit gibt, an viel Geld zu kommen. Die zudem noch viel bequemer ist:

    5. „Geschäfte machen“

    „Geschäfte machen“, daß heißt nichts anderes, als mit keiner Leistung, von der die Allgemeinheit irgendwie profitieren würde, an ganz viel Geld zu gelangen und es dabei trotzdem so aussehen zu lassen, als wäre es rechtmäßig (mit feundlicher Unterstützung ihrer Politiker).

    Die ganze Welt ist verrückt danach „Geschäfte“ zu machen!
    Vor allem die Finanzwelt!!
    Da haben sich sogar extra ganz eigene „Geschäftszweige“ ausgebildet, um noch viiieeeel viiiieeeel mehr Geld zu machen!!!
    Ja so läufts: Geschäfte machen, um Geld zu machen!!!!!!!

    Und die armen Trottel, die an an das Funktionieren des Geldsstems (ohne nennenswerte Kenntnisse über Punkt 5) glauben, verstehen die Welt nicht mehr, wenn sie immer weniger für ihre hart erarbeitetes Geld bekommen.

    Mein Tipp:
    Hört auf für einen Hungerlohn gegeneinander zu arbeiten, während sie, ohne überhaupt zu arbeiten, ein tausend- und abertausendfaches an Vermögen zusammenraffen!
    Arbeitet zusammen ohne Geld!
    Macht Geld überflüssig!

    Ihr werdet letztlich viel mehr ohne Geld bekommen, als ihr mit Geld jemals bekommen könntet.

    Wenn ihr das begreift, haben sie verloren!
    Wenn ihr das nicht begreift, habt ihr verloren!

    • „Geschäfte“ zu machen und steinreich wie Bill Gates oder Jeff Bezos zu werden ist nur die Vorstufe.
      Was sind Gates und Bezos schon, die darauf angewiesen sind inwiefern ihre Unternehmen, Geschäfte bewertet werden. Je nachdem wie die Daumen nach oben oder nach unten zeigen, verschwinden einige Milliarden vom Digitalen Zählerstand. Interesanter sind doch die, die diese Zahlen generieren bzw. die Daumen nach oben oder unten zeigen 🙂
      und zwar nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch Staaten.

    • @ Ichlebe
      erst bilden, dann schreiben!
      ich will nicht erklären was Geld ist, weil ich denke im jetzigen zustand wäre es zu kompliziert.

    • @ keeneahnung
      Welche Bildung haben Sie genossen, dass sie mit so einen anmaßenden Imperativ Andersdenkende vorschreiben können, was sie zu wissen haben oder nicht?
      Oder hat man bei Ihrer Bildung vergessen, Anstand sowie gemeingesellschaftliche Aufklärung mit auf dem Wege zu geben?
      Gemäß Nietzsches Aussage, das alles nur perspektivisches Sehen ist, hege ich für mich die Annahme, dass jeder Mensch seine eigene Welt hat, schon alleine von den unterschiedlichsten Erfahrungen die er seines Lebens macht.
      Ergo leben Sie im metaphorischen Sinne in einer anderen Welt, Ichlebe in die seiner/ihrer und ich in die der meiner.
      Nun ist nur die Frage, ob wir zu einander finden oder wir lassen es zu, dass diese Welten aufeinander prallen?

    • @ Son_Snow
      wie immer, verstehen sie den Kontext nicht.
      wenn sich jemand eines Themas widmet mit der Überschrift „Geld hat offiziell zwei Funktionen“, erwarte ich mindestens 2 perspektivisch Erklärung.
      der hier reinkopierte text mit dem Nachsatz „Wenn ihr das begreift, haben sie verloren“, lässt nur den schluss zu, dass der Autor @ Ichlebe, um es freundlich zu formulieren, ein buch kaufen sollte!
      sonst endet die Diskussion in Pauschalitäten, welche in diesen Forum typisch sind bzw. gewünscht ist?!

    • **“Arbeitet zusammen ohne Geld! Macht Geld überflüssig!“**

      Das ist in diesem System nicht möglich. Zwar kann das Jeder mit entsprechenden Einbußen und (extremen) Unannehmlichkeiten durchziehen, aber eben NICHT ALLE.

    • @ keeneahnung
      Dann kann man das auch ganz nüchtern und sachlich anmerken.
      Warum hören wir nicht auf die Alten wie Kant und schreiben andere nicht vor was sie zu wissen haben, sondern bedienen uns dem eigenen Verstand ohne jede Anleintung.
      Die bisherige Vorgehensweise die ständig zu Kollision führt, ist doch wahnsinnig.

      Aus meiner Perspektive ist die Bildung durch Bücher nicht allumfassen grundlegend, sondern eher abdeckend.

    • Geld, der schnöde Mammon, hat nach meiner Auffassung nur eine ‚Funktion‘ in Glaubenswelten:
      Manipulation des menschlichen Verhaltens, Generierung ihrer Moral durch Schuld.

      Dies gilt für alle Rechtssysteme, denn Geld ist nur ein Recht und jedes Recht beruht auf Moral.

    • Mein Tipp:
      Arbeitet zusammen ohne Geld!
      Macht Geld überflüssig!

      Ihr werdet letztlich viel mehr ohne Geld bekommen, als ihr mit Geld jemals bekommen könntet.

      Im Prinzip steckt doch hinter dem Aufruf etwas dahinter, worüber es sich lohnt mal länger nachzudenken.

      Wodurch entstehen denn diese ganzen eigenartigen Probleme? Geld als neutrales Tauschmittel ist fast immer die Ursache hinter den Problemen, wenn man sie sich nur lange genug ansieht.

      Und es führt meist nicht zu Kooperation sondern zu Konkurrenz, Neid, unfairer Behandlung u.ä.

      Warum müssen wir uns gegenseitig bezahlen? Wenn ihr jetzt glaubt, dass man ohne Geld ja tauschen müsste, dann habt ihr den vorgegebenen Denkrahmen nicht verlassen und nicht verstanden was Geld nunmal ist – ein Tauschmittel.

      Wer also die Verwendung von Geld hinterfragt, möchte den Tausch als unumstößliches Axiom der Arbeitsteilung in Frage stellen.

      Was am Tausch ist aber so unumgänglich?

      Wenn man sich mal vergegenwärtigt, dass einige sehr wichtige Bereiche unserer heutigen Gesellschaft nur funktionieren, weil Menschen bereit sind Dinge zu tun, auch wenn es dafür keine Bezahlung in Form von Geld gibt, dann könnte man mal ins Grübeln kommen, warum das eigentlich so ist…

      Ich führe gerne immer wieder Feuerwehr und THW an. Denn dabei handelt es sich um wirklich sehr wichtige Einrichtungen, über die man sicher glücklich ist, wenn sie einen in dem hoffentlich nicht eintretenden Fall ehrenamtlich helfen und aus dem Auto schneiden oder den Keller leer pumpen. Das einzige was sie dafür bekommen ist manchmal einfach nur ein Anschiss, weil sie nachts um vier mit Martinshorn losgefahren sind (ist bei uns echt vorgekommen).

      Laut Wikipedia stehen den 1 055 255 freiwilligen Feuerwehrleuten rund 27 603 Mitglieder der Berufsfeuerwehren gegenüber (Stand 2008).

      Ich finde daher einen Ansatz, wie von @IchLebe vorgeschlagen, nicht verkehrt, es mal grundsätzlich anders zu machen. Entscheidend ist dabei aber, dass wir uns vergegenwärtigen, dass es immer einen Denkrahmen gibt, in dem sich jeder von uns bewegt. Jeder sollte versuchen zu verstehen, in welchem Denkrahmen er/sie sich selbst bewegt und wie schwer es ist diesen zum Einen zu erkennen und ihn zum Anderen zu verlassen.

      Wie Herr Mausfeld sagt, sind manche Dinge schon garnicht oder nur schwer denkbar.

      In Positionen sprach bspw. Herr Dehm von einem Generalstreik. Da wurde von den beteiligten am Tisch eingeworfen, dass dieser in Deutschland verboten sei.

      Hmmm… mal kurz drüber nachgedacht bedeutet dies doch, dass jemand etwas machen will, um einem System zu schaden, und der erste Einwand ist, dass es doch nicht geht, weil das System es verbietet.

      Wir versuchen das sog. System, was auch immer damit gemeint ist, zu verändern, in dem wir die Regeln des Systems anwenden…

      grübel, grübel, grübel, …

      Es anders zu versuchen ist die Devise. Ermächtigen wir uns selbst, indem wir uns lokal organisieren und es einfach mal im kleinen in unseren Gemeinschaften ausprobieren. Und das kann funktionieren. Wenn Nachbarschaftshilfe ohne Geld auskommen kann, dann kann auch Gemeindehilfe, Ackerhilfe, Pflegehilfe, Menschenhilfe, … ohne Geld also dem Tausch, auskommen. Man muss es einfach nur machen.

      Es ist alles eine Frage von Zeit und Ressourcen.

      Und die ist bei vielen von uns recht knapp bemessen, da wir oft schon mindestens acht Stunden des Tages damit verbringen, sie für streng hierarchisch organisierte Unternehmen aufzubringen.

      Zeit ist Geld heißt es ja immer so schön.

      Letztlich ist alles eine Frage des Glaubens. Denn Wissen, was funktionieren wird, werden wir erst, wenn wir es mal ausprobiert haben. Das Wissen, dass vieles was mit Geld zu tun hat heute schon nicht gut funktioniert, das haben wir allerdings schon.

      Wir können nun natürlich versuchen das Geldsystem, die Geldschöpfung, die Rechtsprechung oder sonst was zu überarbeiten, bleiben damit aber im Denken meiner Ansicht nach immer in dem Rahmen, den wir jetzt schon haben. Un der ist ziemlich beschränkt…

      Erstaunlich finde ich, mit welcher Vehemenz etwas wie das Geld verteidigt wird, wenn man es mal in Frage stellt. Geht mal in euch und fragt Euch wieso ihr etwas verteidigt, von dem immer zu wenig da ist, das meist ungerecht verteilt wird, welches als Anreiz zu schwachsinnigen Entscheidungen führt und das sich keiner von uns ausgedacht hat.

      Ich fand folgenden Artikel ganz nett. Hat zum Nachdenken angeregt:

      Die VWL „erklärt“, wozu Geld alles gut ist.

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • @ Hans Dampf
      Immaterielles spricht leblose Objekte verursachen im Prinzip überhaupt keine Probleme. Die Probleme werden immer hervorgerufen durch Beziehungen zwischen Subjekt zu Subjekt.
      Es ist die grundlegende Frage, ob die Subjekte untereinander günstige Problemlösungswege finden oder nicht.
      Geld als immaterielles Objekt ist nur ein Parameter der den Lösungsprozess entweder in die ungünstige oder günstige Richtung verstärkt. Leider beobachten wir, dass Geld eher den ungünstigen Weg befeuert.
      Aber durch die Abschaffung dieses Parameters werden die Beziehungen zwischen den Subjekten nicht grundlegend lösen können. Lediglich der Verstärkungsfakter wird entfernt.

    • @Son_Snow

      Immaterielles spricht leblose Objekte verursachen im Prinzip überhaupt keine Probleme

      Da bin ich prinzipiell Ihrer Ansicht.
      Sicherlich ist es unser Umgang damit.

      Daher bin ich der Ansicht, wir sollten uns der Möglichkeit des Umgangs damit entziehen.
      Ich habe lange drüber nachgedacht und tue es auch immer wieder, komme aber immer wieder zum Ergebnis, dass wir uns langfristig selbst ermächtigen sollten untereinander einfach anderer Wege zu finden.

      Im Prinzip wäre es doch recht einfach. Es müssten nur die passenden Regeln (Gesetze) gemacht werden und Schwuppdiwupp könnte einiges klappen.
      Die Erfahrung lehrt mich, dass die passenden Regeln nicht gemacht werden. Im Gegenteil sogar. Die Regeln werden so gemacht, dass sie nur einem kleinen Teil der Leute zu Gute kommen.

      Das mit dem Geld hätte ganz gut funktionieren können und tut es sicher auch an einigen Stellen. Die Verwerfungen allerdings die durch unseren Umgang damit entstehen sind es, die mich zu dem Schluss kommen lassen, dass es ein Versuch allemal wert sit, mal komplett ohne Wert auszukommen…

      Außerdem sind alle irgendwie froh, wenn es Räume und Bereiche gibt, die vor diesem elenden Tausch geschützt sind, wie bspw. Freundeskreis, Nachbarschaft, Familie o.ä. Da steht das Vertrauen aufeinander im Vordergrund. Jetzt muss man nicht den Menschen auf der ganzen Welt vertrauen. Allerdings könnte man es in der eigenen Gemeinde mal versuchen vorzuleben.

      Diesen Wandel, vor Allem in den Köpfen, werden wir mit den heute sozialisierten Menschen schwerlich hinbekommen. Aber eine Überführung dorthin ist sicherlich möglich. Und die könnte man versuchen in Gang zu bringen. Lokal, durch Vorleben.

      Zwischen Menschen wird es sicherlich immer Konflikte geben. Das beudetet aber nicht, dass es besser ist, lieber so weiter zu machen wie bisher, nur weil der vorgeschlagene Weg etwas Überwindung kostet und das Ziel im Ungewissen liegt. Man mag das Vertrauen darauf, dass es so funktionieren könnte für naiv halten.

      Ich halte es für naiver ein System voller Scheiße weiterzubetreiben, das an vielen Ecken und Enden schwächelt, obschon man sich der ganzen Scheiße irgendwie bewusst ist.

      Und, wenn ein Scheißeverstärkungsfaktor wegfallen würde, könnte das doch etwas positives haben.

      Letztlich, und da stimme ich Ihnen voll zu, hängt es aber auch dann davon ab, was wir daraus machen bzw. wie wir dann damit umgehen.

      Zum Schluss noch einen Dank fürs Lesen. Ich freue mich, wenns gelesen wird. Kritik immer gerne willkommen.

      Auch ich will ja nicht dogmatisch werden ;O)

      Bleibt friedlich…

      Ich

    • @Hans Dampf:
      „Zwischen Menschen wird es sicherlich immer Konflikte geben.“

      Das stimmt sicherlich solange, wie wir Menschen Bedürfnisse haben.
      Und das wird sehr wahrscheinlich bis zum jüngsten Tag so sein.

      Die Aufgabe, die uns gestellt ist: Wie gehen wir mit unseren Bedürfnissen und deren Befriedigung um.

      .

      Ich frage mich gelegentlich, ob die Menschen denken, dass es auch im Jenseits/Himmel Geld gibt, wenn sie so extrem geldfixiert leben.
      Natürlich würde das jeder sofort verneinen, aber eine Konsequenz für sein irdisches Leben würde daraus keiner von diesen ableiten.
      Sehr seltsam diese Zweigeteiltheit, als ob das Dieseits rein gar nichts mit dem Jenseits zu tun hätte, rein verhaltenstechnisch.

      Anders gefragt:
      Wenn sich Menschen das Paradies auf Erden wünschen, denken sie, dass das mit Geld funktioniert/ funktioneren kann?
      Oder würde man das nicht eher durch den Weg Jesu Christi erreichen, indem jeder der Diener seines Nächsten ist, so wie es auch Jesus Christus war?

      Ich frage mich oft, wieso uns das, was Gott uns durch Jesus vorgelebt hat, so unvorstellbar, so unmachbar vorkommt.
      Wie kommen wir zu dieser Einstellung?

      Liegt es daran, dass wir seit frühester Kindheit darauf erzogen/konditioniert werden, nur etwas zu tun, wenn wir etwas dafür bekommen, eine Gegenleistung?

      [Das ist übrigens auch ein lange gebrauchtes Gottesbild,
      genannt „Do ut des (lat.)“ heißt: „Ich gebe (dir Gott) damit du (mir) gibst (was ich mir wünsche).“ Nur so nebenbei bemerkt.]

      Ich denke, ja.
      Diese Konditionierung findet im ganz großen und generalisierten Maßstab statt.
      Sie fängt in der Grundschule an (evtl. sogar schon im Kindergarten) und setzt sich immer weiter so fort bis ins Berufsleben.

      Dabei habe ich selbst erlebt, wie schon kleine Kinder z.B. gerne im Haushalt mithelfen und das absolut freiwillig , nur um es den Erwachsenen nachzutun, und weil sie sich freuen etwas zu tun. Das konnte man ihnen deutlcih ansehen.

      Ja, die Freude am bloßen Tun.
      Das klingt für viele Erwachsene absolut fremd.
      Wahrscheinlich, weil sie ganz anders geprägt wurden und ihnen selbst jegliche Freude am bloßen tun ausgetrieben wurde.
      An ihrer statt wurde das Geld gesetzt.

    • @ Hans Dampf, Ichlebe
      Leider hat man uns aber auch wir uns zum Teil selbst aus der Verbundenheit mit der Natur (dem Mitmenschen eingeschlossen) entrissen. Wie wir das noch aufhalten können, da habe ich meine bedenken.
      Mich hat man in der Naturwissenschaft in den Bereich der Informationswissenschaften ausgebildet, aber meine Erfahrung belehrt mich, dass die jungen IT-Menschen in ihrer Entdeckerbegeisterung in diesem Bereich über das Ziel hinausschießen.
      Erst kürzlich hatte ich eine heftige Auseinandersetzung mit den jungen „Fachexperten“, weil ich meinte:
      Wir erschaffen in unseren Fortschrittswahn eine Welt die für Maschinen und Roboter optimal ist, aber keine die für Menschen geeignet ist.
      Naja, die Antwort, man hätte keine Ahnung sowie ist gegen den Fortschritt und sollte lieber den Mund halten, ist halt selbstsprechend für eine degenerierte Gesellschaft.
      Ich wünsche nicht das die Metapher des Ikarus sich bewahrheitet, beobachte aber den Höhenflug der Gesellschaft erschreckend nahe der Sonne.

  8. Ich habe den Artikel und alle Kommentare gelesen. Sehr erhellend und hat meinen Horizont und mein Wissen erweitert. Was ist die Schlussfolgerung? Welchen Sinn hatte die Aktie eines Unternehmens eigentlich und wozu ist diese geworden. Um diesem ganzen Irrsinn der Geldschöpfung und allem was mit den ganzen Finanzprodukten ein Ende zu bereiten kann es nur eine logische Schlussfolgerung geben: Abschaffung des bestehenden Kasinos! Welche Wertschöpfung haben Spekulationen? 0,0! Deshalb gehört jegliche Spekulation ( Put/Call, Lebensmittel, Kaufoptionen….) verboten! Aber um Gottes Willen, der heilige Markt braucht das alles. Für’n A….! Da aber unsere Volksvertreter und Medien n ihrem Dienst stehen, wird das nie passieren.

    • Das Lustige bei diesem perversen Spielchen ist, dass diese Institutionen selber ihre eigene Sicherheit- bzw. Stresstest durchführen.
      Ich als neugieriger Naturwissenschaftler würde allzu gerne mal einen Feldversuch durchführen. Sagen wir mal nur bei einer großen deutschen Privatbank wie die Commerzbank oder Deutsche Bank, sämtliches Bürgerguthaben auf einen Schlag abziehen. Wenn die so sicher sind, dann sollte nicht viel passieren 🙂
      Das selbe Spiel könnte man bei den Versicherungsanstalten durchführen.
      Das wäre EIN richtiger Stresstest, alles Andere ist voodoohafter Scharlatanismus.

    • Was ist die Schlussfolgerung?
      wie immer in der geschichte! abstrakt erklärt: entweder folgen wir der Aufklärung, oder gehen in der heutigen Unaufgeklärtheit unter!
      andere China, Russland, werden nicht auf uns warten!

    • Hallo Son_Snow, deshalb wird ja auf die ach so tolle Sinnlosigkeit von Bargeld hingearbeitet (Bargeld ist bäh, kriminell, dient der Terrorfinanzierung…) dann kann es auch keinen Bankenrun geben. Bis dahin kann die Variante Griechenland genutzt werden, Für den Pöbel Geld auf Zuteilung, alternativlos! obwohl die Bank für mein Guthaben Gläubiger bei mir ist.
      Jetzt was zu Versicherungen, es ist mittlerweile gesetzlich geregelt, das sie aus (Liquiditäts) Gründen, Auszahlungen auf unbestimmte Zeit herausschieben können, das betrifft aber nicht die Beiträge, die sind sofort fällig.

  9. Deutschlands YouTube hats mit Google erwischt Marius seit die Römer die Pyramiden zum Fall brachten und sie im Gehirn installierten laufen Menschen nur noch kontrolliert rum und haben ein Smartphone sagt:

    Die Lawine mit der Schneeflocke hat doch schon eingesetzt, nur noch die Abfanggitter an der Spitze halten den Fall ab.
    Es sind bereits schwere Auswirkungen am Boden zu sehen, die Kaufkraft und Konsumgütererwerb ist auf einem enorm unmenschlich großen Niveau.
    Das flüchten der Menschen in die Smartphones ist erheblich weitgehend, selbst die damaligen Kritiker sind zur Masse geworden.

    Da es erhebliche Verständnisprobleme der normalen gibt, die noch keine Verrücktheit haben.
    Versuche ich Ihnen das zu verdeutlichen um was es geht.
    Obwohl es seit Jahrzehnten möglich ist sich zu informieren.
    Die Welt erlebt eine Geldvernichtungsmaschine, die NichtWerte druckt um sich fiktiv zu erhalten.
    Resultate sind: in einer abfolge von oben nach unten und mit zunehmender Geschwindigkeit zu lesen mit einem Aufschlag am Boden..

    Geldmangel in der ärmeren Schicht, es sind keine Hilfsprogramme ausreichend um das Loch zu stopfen.
    Arbeitnehmer können nicht mehr bezahlt werden
    Arbeitslose erhalten kein Geld mehr
    Die gesamte Wirtschaft im Sinne der primären/Landwirtschaft, sekundären/Handwerk, tertziären/Dienstleistung Wirtschaftszweige kann keine Transportwege mehr bewerkstelligen, keine Fahrer
    Nahrungsmittel knappheit nach bereits 2 Tagen, da die Märkte nahezu täglich beliefert werden müssen und die meisten keine Vorräte, sondern nur Konsumnahrungsmittel haben die einen Kühlschrank benötigen.
    Jedweilige Verletzungen müssen selbst VERSORGT werden. – Hier bitte selbst Informationen sammeln zur Selbstversorgung von Wunden, jetzt noch im Internet lesbar und rausschreibbar auf PAPIER // Drucken
    Stromausfall und kein fließendes Wasser
    Durchdrehen der letzten Menschen
    Einführung des Kriegs- und Willkürsrecht der Regierung
    Armeeaufgebot und Ausgangssperren in Städtischen Räumen um Gewalt gegen Autoritäten zu vermeiden, sowie eine Polizeistaatliche Sonderagentur zur vermeidung Terroristischer Anschläge mit Soforterschießungskommando //Plünderung
    Gruppierungen der neuen Freiheit, der reaktionnären Vereinigung oder der freiliebenden Menschen* – *Die keine offizielle Gruppierung benötigen, sowie Einzelkämpfer/Kleingruppen, die keine Chance auf der Straße besitzen, dafür die beste Überlebenschance haben, soweit sie nicht im bewohnten Gebiet unterkommen.
    Pazifistische Überlebensstrategie = Obdachlosigkeit
    (Pazifismus ist nur in Friedenszeiten und einer stabilen Wirtschaftslage möglich)
    Wer Waffen besitzt hat enorm höhere Überlebenschancen in der ersten Welle. – Wer Psychopath/Mörder wird hat allerdings insgesamt bereits am Anfang verloren.
    Massensterben durch Elend und der nicht mehr Reparierbarkeit der Psyche, letzteres gilt nur für Menschen die noch immer an Gott, Unmächtigkeit/Untergebenheit oder Geld glauben. [Pizzagatetheorie als Verschließung der letzten Möglichkeit]’1
    Übersinnliche Erfahrungen und Erwartungen erwarten Sie als Überlebender der Ersten Welle, sehr gut im ländlichen Raum wahrnehmbar.
    Menschen die über die Zeit hinnaus noch an die Regierungstreue glauben sind Zombies und bei einer Kennlernung in Zukunft nicht mehr Vertrauenswürdig, da sie eine Gefahr wie diese in kauf nahmen.
    -> Die ersten zehn Tage
    ‚1 da es eine Zeit braucht in der ihr Verstand abkühlen kann, diese benötigt eine ruhige Umgebung.
    Das war der letzte Trick der Geheimdienste die letzten Wissenden hinauszuholen.
    Wobei je schlauer sie sich anstellen um so bessere Chancen haben Sie {mein einziger Tipp, falls bei Ihnen jetzt Hilfslosigkeit oder Unwissenheit einsetzt kann ich Ihnen nur ein lebe Wohl für später Vormerken.

    Jedweiliges Instutionsgehabe über Sprache ist hinfällig.
    Leider sind Regierungen/Religionen/Banken=Geld noch nie gut darin gewesen die Menschen darauf vorzubereiten, da sie das unverständnis brauchen um zu regieren und zu herrschen sowie zu befehlen und zu kaufen.

    Das einzige worauf man sich noch verlassen kann ist die sozialität, jeder der eine Ausbildung durchlebte nennt sich entsprechend seines Berufes, Uni nicht ausgenommen.
    Das heißt die Persönlichkeit ist Pervertiert und solange nicht Sozialisierungsfähig.

    • Deutschlands YouTube hats mit Google erwischt Marius seit die Römer die Pyramiden zum Fall brachten und sie im Gehirn installierten laufen Menschen nur noch kontrolliert rum und haben ein Smartphone sagt:

      Jeder Kommentator hierrunter hat es nicht begriffen, nur AHIMSA zeigt einen Ansatz des Guten.

  10. Sind die Analysen von Herrn Wolff nur für mich immer eine Herausforderung der Beherrschung??? Wann wird der Mann endlich mal verstehen, dass in einem Schuldgeldsystem immer die Schulden des EINEN, das Vermögen des ANDEREN sind???

    Eigentlich sollten doch hier auf dem Portal das inzwischen ALLE verstanden haben. Die Summe von Schulden und Vermögen sind weltweit betrachtet immer NULL. Wem sollen wir es denn auch schulden??? Dem Sonnensystem, dem Universum, GOTT???? Wenn Staaten, Unternehmen und Privathaushalte alle überschuldet sind (im Kopf von Herrn Wolff) dann bei wem???

    Wenn ich heute (okay Montag wieder) Aktien kaufe, dann ist mein Geld doch durch den Kauf bereits weg (bei mir weg)! Dieses hat dann nämlich der Verkäufer der Aktien. Wenn ich einen Wert für 100 € kaufe, dann wandern meine 100 € zu dem Verkäufer, der die wegen mir versäuft oder was auch immer. Aber auch dann sind die 100 € ja nicht weg, sondern hat der Verkäufer des Alk bekommen usw……. Wenn nun am Dienstag mein Kurs von 100 € auf 1 € fällt, dann ist laut Herrn Wolff was GANZ SCHLIMMES passiert! 99 € sind vernichtet wurden!!! Echt??? Meine 100 € zirkulieren doch noch im System! Wenn der ehemalige Verkäufer, dem ich 100 € gegeben habe, nur 99,- € versoffen hat und hat noch 1 € übrig und ich bin so deppert und verticke dem meine Aktie, dann hat er die „gleiche“ Aktie + einen Kater : D Klar??? Das Geld war beim Kauf schon woanders, aber nie WEG!

    Geld wird dann vernichtet, wenn ein Kredit zurück gezahlt wird oder liquidiert wird. Sonst zirkuliert es NUR (im Besten Fall oder akkumuliert, was ja eigentlich unser Problem ist, bei den ganz wenigen Profiteuren des Systems)! Ganz unabhängig von Aktienkursen! Wenn nun natürlich ganz viele eine Kredit aufnehmen und sich davon Aktien kaufen, dann kann Geld bei Liquidation dieser Positionen (extrem fallende Kurse und Unvermögen die Kredite zu bedienen) wieder aus dem Markt verschwinden. Tut es dann weh??? Nur dem, der nun die Schulden an der Backe hat, siehe 1929. Das daraus dann natürlich negative Effekte für die Wirtschaft entstehen, mehr Leute arbeitslos werden, wieder weniger konsumieren können und die Spirale nach unten geht ist in der Tat ein Effekt, den auch Herr Wolff verstanden hat, mehr aber auch nicht! Was Geld ist, wird er sicher NIEMALS verstehen und nervt somit hier auch die nächsten Jahre mit seinen hohen Schulden rum :.( Es sind nicht die Schulden, die uns die Probleme machen, sondern die beschissene Verteilung des Vermögens und die durch den reifen Kapitalismus sich beschleunigende Abwärtsspirale! Das wird uns dann auch das Genick brechen…

    • btw. Spread und Bankgebühren sind in dem obigen Beispiel zur Vereinfachung eiskalt ignoriert!

    • genau! das habe ich schon letzte Woche hr. wolff ins Stammbuch geschrieben. obwohl ich sagem muß, dass die herangehensweise durchaus vernünftig ist, aber leider die Analyse zu 50% falsch ist.

    • Damit Geld oder Werte überhaupt vernichtet werden könnten, müßte es existieren…

  11. Bei dem Beben ist der Dow Jones um 666 Zähler gefallen – merkst du was?
    Entweder ist das Zufall, oder gewissen Leute ist es inzwischen total egal, ob sie „in your face!“ die Botschaft an die ganze Welt raushauen und sich schlapplachen… checkt ja eh keiner

    • ich weiss gar nicht was du hast? mein Depot ist nur um ca. 2% gefallen. das der dow eine Kurskorrektur erfährt, ist doch noch kein zeichen. ist doch nur eine kontrollierter verkauf und hat sogar schon stützungskäufe!

  12. Ich erlaube mir hier wieder ein Zitat, das ich ich heute gelesen habe. Es ist zwar recht lang, lohnt aber zu lesen, da es Grundkenntnisse vermittelt, die zum Verstehen der Artikel hilfreich sind. Und besser als der Autor kann man es einfach nicht darstellen.
    Ggf. den Text in ein leeres Dokument ausdrucken und vielleicht sogar ausdrucken und in Ruhe lesen.

    Zitatanfang:
    „Wer sich mit Geld beschäftigt, kommt um die Bilanzen der Banken nicht herum. Für viele Interessierte ist das ein Buch mit sieben Siegeln. Bilanzbuchhalter verstehen sich auch gerne als „Meister der Buchführung“ und erwecken gerne den Eindruck, es handle sich dabei um ein besonders anspruchsvolles Gebiet, von dem Nicht-Bilanzbuchhalter besser die Finger lassen sollten. Das ist richtig UND falsch.

    Es ist in dem Sinne richtig, dass die Buchführungsvorschriften ständig komplexer werden und langsam aber sicher auch den Fachleuten über den Kopf wachsen. Banken kommen heute nicht mehr ohne umfangreiche Beratung durch spezialisierte Firmen aus, wenn es um die Umsetzung neuer Standards geht. Die bekanntesten Firmen in diesem Bereich sind die KPMG, Ernest & Young (E&Y) und Pricewaterhouse Coopers (PwC). Diese Firmen sind eng verflochten mit dem International Accounting Standards Board (IASB), das die einschlägigen Vorschriften „entwickelt“, vor allem die International Financial Reporting Standards (IFRS). Wer blickt da im Detail noch durch? Eine kleine Gruppe von Spezialisten, die diese Standards im Interesse der Großbanken gestalten. Zwischen dem IASB und den Großbanken gibt es auch den bekannten „Drehtüren-Effekt“ im ganz großen Stil nach dem Motto: Heute in der Bank, morgen im IASB, übermorgen wieder in der Bank. Näheres dazu findet man in dem ausgezeichneten Buch „Wer regiert das Geld?“ von Paul Schreyer (https://www.amazon.de/dp/3864891256).

    Die obige Aussage ist jedoch in dem Sinne falsch, dass Laien sehr wohl verstehen können, was da gespielt wird, wenn man sich nicht in den Tausenden von Details verliert, mit denen die Banken ihre Bilanzen „gestalten“ können — der Fachbegriff heißt wirklich so: „Bilanzgestaltung“ —, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert. Ich will deshalb einmal versuchen, bestimmte Vorgänge im Bankensystem so einfach zu erläutern, dass sie auch für Nicht-Bilanzbuchhalter nachvollziehbar sind.

    Eine Bilanz hat eine linke Seite, die Aktivseite genannt wird, und eine rechte Seite, die Passivseite genannt wird. Auf der Aktivseite wird das Vermögen aufgezählt. Es setzt sich aus Sachvermögen und Forderungen zusammen. Wenn sie ein Haus und ein Auto besitzen und der Nachbar ihnen noch einen Kasten Bier schuldet, stehen auf der Aktivseite ihrer Bilanz das Haus und das Auto als Sachvermögen und der Kasten Bier als Forderung, jeweils in Geld bewertet. Beispiel: Haus 500000 Euro + Auto 25000 Euro + Kasten Bier 15 Euro. Bilanzsumme: 525015 Euro. Wenn sie selbst keine Schulden haben, ist die Passivseite ganz einfach: Eigenkapital: 525015 Euro. Wenn sie aber das Haus noch nicht abbezahlt haben und irgendeiner Bank noch 110000 Euro Kreditrückzahlung schulden, müssen sie diesen Betrag von ihrem Eigenkapital abziehen: Eigenkapital = Vermögen minus Schulden. In der Bilanz schreibt man aber nicht Schulden, sondern verwendet den freundlicher klingenden Begriff „Verbindlichkeiten“. Die Passivseite sieht nun so aus: Eigenkapital 415015 Euro + Verbindlichkeiten 110000 Euro. Bilanzsumme: 525015 Euro. Die Summe ist auf beiden Seiten IMMER gleich. Die variable Größe ist das Eigenkapital. Wenn das Haus wegen einem Verfall der Immobilienpreise plötzlich nur noch 400000 Euro wert ist, nimmt die Bilanzsumme auf 425015 Euro und ihr Eigenkapital auf 315015 Euro ab.

    Damit sind wir beim Kernproblem angekommen. Was ist das Haus eigentlich wert? Die 500000 Euro oder 400000 Euro sind nichts weiter als ein VERMUTETER Verkaufspreis. Was sie wirklich dafür bekommen, zeigt sich erst, wenn sie das Haus tatsächlich verkaufen. Der Knackpunkt an der Sache ist also die Bewertung der Vermögensgegenstände. Um diesen Knackpunkt drehen sich die Bilanzierungsvorschriften für Banken. Die Banken lieben es, große Gestaltungsspielräume bei der „Bilanzgestaltung“ zu haben. Damit kann man sich „reich rechnen“, wenn die Bonuszahlungen an die leitenden Mitarbeiter festgelegt werden müssen, oder „arm rechnen“, wenn es um Steuerzahlungen geht. Auch bei Finanzkrisen spielt das eine große Rolle. Was ist in der US-Immobilienkrise passiert? Da wird am grünen Tisch entschieden, dass der Immobilienbesitz einer Bank nun nur noch die Hälfte wert sein soll. Dann ist die Bank pleite, weil das Vermögen stark abnimmt und bei der Rechnung Eigenkapital = Vermögen – Verbindlichkeiten plötzlich ein negativer Wert herauskommt. In einem solchen Fall werden IMMER sofort die Bilanzierungsregeln geändert. Die Bank darf die Immobilien jetzt vorerst zum Einkaufspreis bewerten. Damit ist das Unheil erst einmal abgewendet. Dann geht die Bank zum Staat und teilt mit, sie habe da ein Problem, das dringend dadurch gelöst werden müsste, dass die Bank „rekapitalisiert“ wird. Das nennt man „Bankenrettung“. Der Staat rettet die Bank, indem er auf Steuerzahlerkosten einspringt. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf die ich hier nicht näher eingehen will.

    Der entscheidende Punkt ist, dass das Ganze an Bewertungen hängt, die keineswegs objektiv sind. Wie gesagt: Es handelt sich um VERMUTETE Verkaufspreise. Wenn sie schon einmal ein Haus verkauft haben, ist ihnen der Zusammenhang bekannt. Sie haben eine Preisvorstellung, die sich vielleicht sogar ganz gut mit dem üblichen Preisniveau deckt, finden aber auf die Schnelle keinen Käufer. Wie lange warten sie bzw. wann reduzieren sie den Preis? Sie haben allerdings den Vorteil, dass die nicht bilanzierungspflichtig sind. Sonst hätten sie auch noch das Problem, wann sie das Haus aufgrund der Schwierigkeiten beim Verkauf niedriger bewerten müssen und um wie viel niedriger die Bewertung ausfallen muss.

    Wirklich interessant wird die Sache aber erst, wenn sie das am Markt herrschende Preisniveau für Immobilien durch ihr eigenes Verhalten beeinflussen können. Das ist bei Banken der Fall. Banken haben sich in den letzten 40 Jahren zu den Immobilienhändlern Nummer Eins entwickelt. Wenn sie heute ein Haus kaufen wollen, sehen sie sich in erster Linie die Angebote der Banken an. Das war von 40 Jahren völlig anders. Damals gab es so gut wie keine Immobilienangebote von Banken. Und wenn sie heute ein Haus verkaufen wollen, verkaufen sie meistens an eine Bank. Das war vor 40 Jahren auch nicht der Fall. Nun können Banken aber auch das Preisniveau von Immobilien kontrollieren. Die meisten Immobilienkäufer benötigen für den Kauf einer Immobilie nämlich einen Kredit. Vergeben die Banken wenig Immobilienkredite, lässt folglich die Nachfrage nach und die Preise fallen. Vergeben die Banken dagegen sehr viele Immobilienkredite zu günstigen Konditionen, steigt die Nachfrage nach Immobilien und damit auch das Preisniveau.

    Als Nächstes müssen wir noch betrachten, WIE Banken Immobilien kaufen. Das geht so einfach, dass es die meisten Menschen nicht glauben. Die Bank braucht nämlich kein vorhandenes Geld, um Immobilien zu kaufen, sondern sie erzeugt es selbst, indem sie dem Verkäufer den Kaufpreis auf dessen Konto gutschreibt. Kontoguthaben von Kunden werden bei Banken als Verbindlichkeiten geführt, weil man von der Bank theoretisch eine Auszahlung in bar verlangen kann. Das Geld auf unseren Bankkonten ist deshalb kein richtiges Geld, sondern nur ein Zahlungsversprechen der Bank. Man nennt dieses Geld Giralgeld. Was passiert nun in der Bilanz der Bank, wenn die Bank eine Immobilie kauft? Die Bilanzsumme erhöht sich. Die Aktivseite erweitert sich um die gekaufte Immobilie — genauer: um den Kaufpreis der Immobilie — und auf der Passivseite kommt eine Verbindlichkeit in gleicher Höhe dazu.

    Da rufen nicht Wenige: Skandal! Banken kaufen Immobilien mit Geld, das sie selbst erzeugen! Aber langsam. Geld zu erzeugen ist im heutigen Geldsystem tatsächlich Aufgabe der Banken. Das ist kein Witz! Man kann es in den Publikationen der Deutschen Bundesbank nachlesen. Nur das Bargeld kommt von der Bundesbank — nur Bares ist Wahres —, während das Geld auf den Bankkonten von den Banken geschaffen wird. Der vermeintliche Skandal wird dadurch relativiert, dass sich das Eigenkapital der Bank durch diesen Kauf nicht verändert hat. Das Vermögen UND die Verbindlichkeiten haben nämlich um denselben Wert zugenommen. Heißt: Das Eigenkapital bleibt gleich. Die Bank ist durch diese Aktion nicht reicher geworden.

    Zum Skandal wird das Ganze erst dadurch, dass die Banken nun durch verstärkte Vergabe von Immobilienkrediten zu günstigen Konditionen das Preisniveau von Immobilien anheben können. Das führt dann dazu, dass die Immobilien im Besitz der Bank höher bewertet werden können. Dadurch nimmt das Eigenkapital sehr wohl zu. Die Sache hat aber einen Haken. Auch die Kreditvergabe erfolgt, indem zusätzliches Geld geschaffen wird. Auch dabei nimmt die Bilanzsumme zu: Auf der Aktivseite erscheint der Kreditbetrag als Forderung der Bank an den Kreditnehmer, auf der Passivseite als Verbindlichkeit der Bank an den Kreditnehmer. Die Bank fordert vom Kreditnehmer das Geld, dass sie ihm — als Bargeld — schuldet, in Wirklichkeit aber nie liefern muss, weil größere Kredite nie in bar ausgezahlt werden. Auch wieder irgendwie seltsam, aber so ist es nun ‚mal. Beide Vorgänge — der Kauf einer Immobilie und die Vergabe eines Immobilienkredits — führen also dazu, dass die Bilanzsumme der Bank zunimmt, während das Eigenkapital gleich bleibt. Erst durch die preistreibende Wirkung der Immobilienkredite und die dadurch mögliche höhere Bewertung der Immobilien nimmt das Eigenkapital der Bank zu. Erst dadurch wird die Bank „reicher“.

    Das Problem bei der Sache ist nun, dass Banken auch eine gewisse Eigenkapitalquote einhalten müssen. Die Eigenkapitalquote ist das Verhältnis aus Eigenkapital und Bilanzsumme. Durch den Kauf einer Immobilie oder die Vergabe eines Immobilienkredits nimmt die Eigenkapitalquote ab, durch die Höherbewertung der Immobilien der Bank dagegen zu. Die spannende Frage ist nun, welcher Effekt stärker ist. Und hier zeigt sich wieder, wie wichtig „Bilanzgestaltung“ ist.

    Es gibt zahlreiche Methoden, mit denen Banken im Rahmen der „Bilanzgestaltung“ auch ihre Eigenkapitalquote „gestalten“ können. Das mit Abstand wirksamste Mittel zur „Bilanzgestaltung“ ist die Kreditverbriefung. Dabei werden die Kreditforderungen der Banken in „kreditbesicherte Wertpapiere“ — in diesem Fall in hypothekenbesicherte Wertpapiere = mortgage-backes securities = MBS (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Hypothekenbesichertes_Wertpapier) — sozusagen „verpackt“ und an sogenannte „institutionelle Investoren“ verkauft. Uns interessiert wieder nur, wie sich das auf die Bilanz auswirkt. Da die Kredite Forderungen der Banken darstellen, die auf der Aktivseite der Bankbilanz stehen, und es sich bei dem Geld, dass die Investoren dafür bezahlen, um Bankguthaben handelt, die als Verbindlichkeiten auf der Passivseite der Bankbilanz stehen, führt die Verbriefung zu einer Abnahme der Bilanzsumme: Auf der Aktivseite verschwinden die Kreditforderungen, auf der Passivseite die zur Bezahlung aufgewendeten Bankguthaben. Das Eigenkapital bleibt davon unberührt. Aber: Die Eigenkapitalquote steigt! Die Verbriefung ist also eine Maßnahme zur Steigerung der Eigenkapitalquote.

    Jetzt haben wir alle Bausteine gesammelt, um uns einer interessanten Frage zuzuwenden. Es gibt immer wieder Immobilienblasen, denen mit schöner Regelmäßigkeit ein Crash inklusive Bankenkrise folgt. Das drastischste und folgenreichste Beispiel ist die Immobilienkrise in den USA, die sogenannte US-Subprime-Krise. Sie wurde dadurch ausgelöst, dass die Banken extrem viele Immobilienkredite vergeben konnten, weil es ihnen immer wieder gelungen ist, diese Kredite zu verbriefen, mit guten Ratings zu versehen und an ahnungslose Anleger zu verkaufen.

    Doch warum machen die Banken das eigentlich, wenn doch der Katzenjammer absehbar ist? Die Banken versuchen natürlich, den schwarzen Peter den Kreditnehmern zuzuschieben, die ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen können. Das ist nicht plausibel, ist es doch Aufgabe der Banken, die Kreditwürdigkeit der Kreditnehmer zu prüfen. Die US-Bürger, die die Subprime-Kredite bekommen haben, hätten nie einen Immobilienkredit bekommen dürfen. Die Banken haben also im ganz großen Stil Immobilienkredite an Kreditnehmer vergeben, bei denen klar war, dass das nicht gut gehen kann. Doch warum machen die Banken so etwas? Und warum versuchen sie, diese hochgradig ausfallgefährdeten Kredite in AAA-bewertete Wertpapiere zu verpacken und zu verkaufen? Die Antwort lautet: Weil sie dadurch Eigenkapital „erzeugen“ können, dass dann in Form von Bonuszahlungen an die leitenden Mitarbeiter und Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet werden kann … bis die Blase platzt.

    Das Verfahren funktioniert also so:
    1) Die Banken kaufen Vermögenswerte in bestimmten Märkten auf, bevorzugt Immobilien.
    2) Durch gezielte Kreditvergabe in diese Märkte wird das Preisniveau angehoben.
    3) Aufgrund des höheren Preisniveaus können die Banken die Vermögenswerte höher bewerten und steigern damit ihr Eigenkapital.
    4) Eventuell auftretende Probleme mit der Eigenkapitalquote werden durch „Bilanzgestaltung“ und Kreditverbriefungen gelöst.
    5) Das überschüssige Eigenkapital wird per Boni und Dividenden ausgeschüttet.
    6) Das läuft, bis alle Spielräume zur „Bilanzgestaltung“ ausgeschöpft sind und der Markt keine weiteren Verbriefungen mehr aufnimmt. (Am Ende werden toxische Verbriefungen wie die bekannten „Lehman Papers“ sogar noch als absolut sichere Anlage an ahnungslose Rentner verkauft … und nach den Rentnern kommt der Crash …)
    7) Dann kommt der Crash. Die Banken rufen nach dem Staat, genauer gesagt nach dem Steuerzahler. Der soll das Schlamassel ausbaden.

    Was passiert bei diesem Ablauf unter dem Strich? Geld aus den Taschen der Steuerzahler wandert in die Taschen der Bankaktionäre (Dividenden) und der leitenden Mitarbeiter (Bonus-Zahlungen). Und dann? Naja, dann fängt das Ganze wieder von Vorne an.

    Da nach jedem Crash schärfere Regeln eingeführt werden, beginnt einer neuer Zyklus immer damit, dass die schärferen Regeln wieder außer Kraft gesetzt oder aufgeweicht werden. Genau das passiert gerade wieder.
    Unter der Bezeichnung STS (simple, transparent, standardized) versuchen die Banken, Kreditverbriefungen wieder salonfähig zu machen. Gleichzeitig werden die schärferen Eigenkapitalvorschriften von Basel III systematisch aufgeweicht. Die Einführung der strengeren Buchführungsvorschriften des neuen Standards IFRS 9 bezüglich ausfallgefährdeten Krediten, die eigentlich zum 1.1.2018 in Kraft treten sollten, wurde verschoben. Der für 2018 anstehende „Stresstest“ der Banken wird dadurch zur Farce.
    Freie Bahn für eine neue Runde …

    • Daaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanke : ) Das muss jetzt nur noch Herr Wolff mal lesen und auch verstehen *lol*

    • Wenn ihr dieses System verstehen wollt, dann beantwortet folgende Fragen:
      Was ist Geld? (Nein, es ist weder ein Tauschmittel, noch ein Aufbewahrungsmittel, denn beides setzt Existenz voraus)
      Auch eine Bilanz ist nur Sprache, was ist ein Wert in der Ökonomie?
      Was ist Schuld?
      Wer stellt die Schuld fest?
      Über welche Währung sprechen wir tatsächlich?

    • Danke dafür, dass Sie den „springenden Punkt“ herausgearbeitet haben! Dieser ist nämlich gerade nicht, wieviel das (angeblich „ungedeckte“ ) Geld „an sich“ wert ist, sondern wie die Bewertung der Güter (inklusive der Vermögenswerte wie Aktien) vonstatten geht, auf die das Geld letztlich verweist. Die beste Geldtheorie nützt in diesem Zusammenhang nichts. Die Bewertung der Güter bestimmt nämlich auch den Wert des Geldes, etwa bei der Einräumung von neuen Krediten. Die Preisbildung am Markt vollzieht sich dabei über kollektiv geteilte Hypothesen, man nennt das auch im philosophischen Fachjargon „Spekulation“, die die wirkmächtigen Marktteilnehmer (also: etwa Banken) stets in ihrem Sinne zu manipulieren trachten. Wenn man so will, ist „der Markt“ selbst, fernab davon, ein „neutrales Medium“ zu sein (wie es die Liberalen, die lediglich „messbare“ Effekte, und keine grundlegenden Ursachen, oder vermachtete Gesellschaftsstrukturen, wahrnehmen wollen, als Glaubensdogma postulieren) , genau die Folge dieser grundlegenden Manipulation und des „fetischistischen“ „Make-Belief“. Allerdings, zum Sub Prime Skandal: Hier war den kreditgebenden Banken sehr wohl die Finanzlage ihrer Kunden bewusst. Deswegen hat man diese Kredite, den „schwarzen Peter“, auch an andere Marktteilnehmer, -in Paketen verpackt und „AAA“ bewertet -, weiterverhökert, die (bei unsichtbar gemachten Risiken) hohe Renditeversprechen hatten. Goldman verdiente sich mit diesen schwerstkriminellen Machenschaften eine goldene Nase, während z.B. Lehman (die den Ramsch gekauft hatte) in die Knie ging.

  13. Ich erlaube mir, einen sehr geschätzten und wissenden Kollegen zu zitieren, der heute dies in einem anderen Forum geschrieben hat:
    Zitatanfang
    „Im Frühjahr 2005 erhielt ich von der Volksbank Erlangen eine Einladung zu einem Vortragsabend mit dem Fond-Manager Norbert Faller von der Union Investment. Faller ist der Publikumsmagnet der Union Investment und ständig auf Tour, häufig im Duett mit einem Kabarettisten oder Musiker (siehe z.B. https://www.volksbank-aktiv.de/wir-fuer-sie/presse/pressemitteilung/presse2… oder aktuell https://www.bizz-kraft.de/product/norbert-faller-harald-biefel-vermogen-opt…). Ein Besuch lohnt immer, allein wegen der Show.


    Im Frühjahr 2005 wusste Faller Besonderes zu berichten. Er hatte sich den US-Immobilienmarkt vorgenommen und berichtete den Zuhörern, dass dort etwas passiere, was er so noch nie gesehen hätte. Da würden Banken Immobilienkredite an Leute ohne Eigenkapital vergeben und ihren Kunden auch noch einreden, es wäre gut für die US-Wirtschaft, wenn sie auch gleich noch einen Kredit für ein neues Auto aufnehmen würden. Die Banken würden ihren Kunden die Kredite geradezu aufdrängen. Den Kunden werde versichert, es handle sich um eine einmalige Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen dürfe.
    Faller betonte, dass das zwangsläufig zu einem großen Crash führen müsse, und warnte ausdrücklich vor allen Produkten, die irgend etwas mit dem US-Immobilienmarkt zu tun hätten.

Nachdem er dies berichtet hatte, raunte der Volksbanker neben mir seinem Kollegen zu: „Naja, in Irland sieht es nicht besser aus.“ Nach der Veranstaltung sprach ich den Volksbanker an und erfuhr, dass er seine Aussage auf Zahlen der irischen Zentralbank stützte, die man seit Kurzem online abrufen könne. Als Programmierer habe ich das natürlich sofort ausprobiert. Als Ergebnis erhielt ich eine sehr aussagekräftig Grafik Beim ersten Aufruf im April 2005 war die Zeitachse von 0 bis 14 Monate verfügbar. Die Wachstumsrate lag zwischen 25% und 30%. Ende 2005 ergab sich dasselbe Bild. Ende 2006 — auf der Zeitachse bei 36 Monaten — setzte dann der Abfall ein. Der Rest ist Geschichte.

Es gibt heute zahlreiche Ökonomen, die sich darüber streiten, wer die Krise besser vorhergesehen hat. Einen Bankfachmann lässt das kalt. Er kennt die Doktorarbeit von Josef Ackermann („Der Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen“) und weiß, dass er sein Augenmerk auf die Bruttokreditvergabe richten muss. Man muss nicht Orakel spielen, sondern nur die Daten von den Zentralbanken abrufen. Das gilt heute in gleicher Weise.“
    Zitatende

    Dasselbe hat sich übrigens in Japan in den 1990ern abgespielt:
    https://www.youtube.com/watch?v=p5Ac7ap_MAY

  14. Sie bedenken die Interessen und die damit verbundenen Hindernisse beim Verändern.

    Soweit war ich noch gar nicht; ich wollte auf der rein faktischen Ebene begreifen: Im einen Aufsatz lese ich von den fiktiven Wertsteigerungen der Aktienkurse, die durch Rückkauf durch die Unternehmen verursacht werden und auf der anderen Seite schreibt Herr Wolff von „Vernichtung von Milliardenvermögen“ durch Kurseinbrüche. Dann wird doch nur eine Fiktion „vernichtet“ und keine realen Sachgüter. Das ist für mich widersprüchlich oder ich sehe da etwas falsch. Wenn mir da jemand die Sache entwirren könnte, wäre das schön.

    • Ich glaube Ernst Wolff geht davon aus, dass die Menschen diese Zusammenhänge jetzt mittlerweile wissen.
      Die „Vernichtung von Milliardenvermögen“ bezieht sich auf die Ersparnisse, Rücklagen der Bürger die z.B. für Renten, Krankenhilfe sowie Altersvorsorge bei den Fonds und Versicherungen hinterlegt wurden. Diese sind realwirtschaftlich erzeugt worden und zwar mit produktivem Mehrwert generiert worden, daher können die Bürger das auch als Ersparnis oder Rücklagen ansammeln. Naja, diese Vermögenswerte liegen nunmal bei den Kapitalsammelbecken und nicht mehr unter dem Kopfkissen 🙂
      So was machen die Versicherungen mit diesem Mehrwert an Rücklagen? Die verwetten diese auf dem Finanzkasinotisch. Geht es gut, gibt satte Renditen sowie Prämien für die Großanteilseigner dieser Institute und für die leichgläubigen Bürger ein Paar Prozentchen die aber erst in Zukunft ausgezahlt werden. Quasi haben solche Kapitalsammelbecken Wetten über Wetten über Wetten gestülpt.
      Geht es zu wie die letzten Tage, dann sind die Milliardenvermögen vernichtet.
      So wie macht man das jetzt, damit die Bürger davon nicht Wind bekommen?
      Information Defragmentieren, abstrakt halten.

      Der Aspekt mit dem Rückkauf von eigenen Aktien durch die betreffenden Konzerne ist mit diesem Finanzkasino verschmolzen. Was machen diese Konzerne, wenn diese mit Krediten mit Niedrigzinzen bedient werden die unter den Renditen ihrer eigenen Wertpapiere liegen? Natürlich auf Pump eigene Papiere zurückkaufen und die Differenz als „Gewinn“ einheimsen. Hat den selbstaufschaukelnden Effekt, dass durch dieses „Nachfrage und Angebot“-Spielchen die Werte der Aktien hochmanipuliert werden plus den Zusatzeffekt der Ratingagenturen, damit steigen auch die Ausschüttungen an Renditen, großes ABER, nur solange die Zinsen im Keller bleiben.
      So, was machen die Gerissenen jetzt, wenn sie wittern, dass die Zinsen angehoben werden?
      Natürlich alles noch gewinnbringend abstoßen. Und was bewirkt dieses Prinzip von Nachfrage und Angebot auf dem Preis dieser Aktien? Die Antwort haben wir die letzten Tage beobachten können.
      Die Frage ist aber, wer kauft bzw. hatte diese Papiere aufgekauft in einer Phase wo alle diese loswerden wollen?
      Ich sehe nur eine logische Antwort, Institutionen, die Geld wie Klopapier drücken können, oder einfach als eine Zahl auf dem Bildschirm erzeugen.
      Bemerkt man diese Unlogik die diese Selbstaufschaukelung befeuert, sieht man nur einen Ausgang bzw. Wirkung:
      Ein großer, fetter, gigantischer Crash.

    • Bernhard Meyer

      Die Wertsteigerungen sind nicht fiktiv, sie sind real – genau wie die Wertverluste. Fiktiv bezeichnet in dem Fall „ungerechtfertigte“ Aktienkurse (sowohl nach oben, als auch nach untern). Zunächst sind es immer Buchgewinne und Verluste. Erst wenn ich den Gewinn/Verlust durch Verkauf der Aktie realisiere, ist er auch real.

      Ob die Gewinne/Verluste – also das Auf und Ab der Aktienkurse – berechtigt oder nachvollziehbar sind, spielt dabei solange keine Rolle, bis (k)ein Betrug nachgewiesen ist.

      Die „Vernichtung von Milliardenvermögen“ gibt es so nicht. Gesunde !! (börsennotierte) Unternehmen, ficht selbst ein Kursrückgang von 70% und mehr nicht an. Ein gesundes Unternehmen ist in der Lage, alle laufenden, kommenden, unvorhersehbaren Zahlungen, als auch durch Umsatzeibrüche hervorgerufenen Verluste, mühelos aus dem laufenden Geschäft und Rücklagen zu begleichen – mindestens 12 Monate. Das ist meine ! Definition eines gesunden Unternehmens.

      Ungesunde Unternehmen – die laut [früherer] „Marktgesetze“ gar nicht existieren dürften – kann ein Einbruch des Aktienkurses sehr hart treffen und gar regelrecht „vom Markt fegen“, da der Aktienkurs als Sicherheit benutzt/mißbraucht wird. Es muß also immer der Einzelfall betrachtet werden.

      Bei privaten Aktirnbesitzern ist der Fall klar. Wird die Aktie um 20% billiger, hat er 20% plus Beschaffungs und Entsorgungskosten, verloren, WENN ER VERKAUFT. Belässt er es bei einem Buchverlust und kann in Ruhe abwarten bis die Aktie wieder steigt, kann er gar noch 20% oder 200% Gewinn machen.

  15. Ich habe mich gezwungen, den Artikel zu lesen und wieder einmal nichts Wirkliches verstanden. Es wäre hilfreich, Herr Wolf, wenn Sie auch einmal Ihre Einschätzung darüber beschreiben könnten, was diese Lawine dann für den armen Teil der Bevölkerung tatsächlich bedeuten könnte. Was oder wie könnten wir Habenichtse das zu spüren bekommen?

    • Ist noch abzuwarten, ob es jetzt ganz, ganz richtig losgeht. Ich bete, dass NEIN. Dass es noch etwas weiterläuft.
      Ansonsten immer wichtig für Info und Vorbereitung: http://www.krisenvorsorge.com
      Die Seite bietet ein gutes Forum, bitte schauen.
      Und sonst: vorher gut hinsetzen.
      lg, !

    • @ AHIMSA
      ist doch ganz einfach, siehe grichenland oder anders, die sozialhaushalte werden massiv gekürzt, Staatsaufgaben/infrastruktur ( wasser, Energie, strassen usw.) werden privatisiert. auspressen kann man die Bevölkerung aber noch extremer siehe „die 3. welt“

    • Für uns beide, meinen Mann und mich, ist es nicht so schlimm, weil wir schon 70 sind und schon lange einen Plan B in petto haben, nämlich ein friedliches, gewaltfreies Rüberfasten. Aber so eine Gelassenheit kann ich natürlich nicht von jüngeren Menschen erwarten und schon gar nicht von solchen mit kleinen Kindern. Ich rate deshalb jetzt auch vom Kinderkriegen ab. Das macht alles nur noch schwerer.

    • @ AHIMSA
      sehe ich nicht so dramatisch, es gab in der geschichte schon schlimmere Zeiten (1914-1949) und auch da wurden kinder gezeugt. auch diese aktuelle ideologie wird überwunden werden.

    • Ich denke dabei vor allem an die sog.“Umweltzerstörung“, die aber in Wirklichkeit genauso eine Innenweltzerstörung, also insgesamt eine Weltzerstörung zu nennen ist. Herr Wolff spricht hier beim Finanzcrash von einer Schneeflocke, die zur Lawine wird. Genauso sieht es insgesamt aus. Das Unheil vergrößert sich in der Geschwindigkeits- und Volumenzunahme wie der Schneeball, der zur alles unter sich begrabenden Lawine wird. Es hält den Schneeball ja nichts und niemand mehr beim Herabrollen auf. Meinen Sie, dass dieses ganze trockene politische theoretische Gelaber das nur auf Beutezüge und Ausbeutung ausgerichtete Fehlverhalten der Menschheit seit tausenden von Jahren noch korrigieren kann? Die meisten sehen die Dimension der Zerstörung noch nicht.
      „Uns kann kein Gott mehr helfen“, sagte Heidegger, was auch heißt, wir müssen uns alle, jeder einzelne Mensch, konsequent für ein ganz andere Welt einsetzen. Eine Welt ohne Gewalt. Denn das ist der Fehlgriff der Menschheit dieser Zivilisation, dass sie auf Gewalt gesetzt hat. Der Gott der westlichen Welt war und ist ein gewalttätiger Gott. Gewalt hat jetzt aber keine Zukunft mehr. Das haben erst die wenigsten begriffen, obwohl das eigentlich das einfachste zu begreifen ist und es wie mit grell leuchtenden Buchstaben für jeden sichtbar am Himmel steht.

    • @ AHIMSA
      Ist Veränderung Gewalt?

      Es kann ja unter anderem für Veganer nur eine einzig wahre Wahrheit geben. Diese muß vollständig sein, ansonsten wäre dies eine andere einzig wahre Wahrheit.
      Das setzt die Annahme von Gewißheit voraus. Wenn jedoch Gewißheit existiert, dann ist bereits alles gewiß und nichts & niemand kann daran etwas ändern.

      Oder erzeugt erst die Behauptung von einzig wahren Wahrheiten, auch Moral genannt, die Gewalt, die sie zu bekämpfen glaubt?

  16. Herr Wolff schreibt:
    „Das Börsenbeben der vergangenen Tage hat nicht nur Milliardenvermögen vernichtet,“

    Wo ist mein Denkfehler, wenn ich erwidere: Der Börsen“wert“ ist doch nur virtuell, es sind keine tatsächlichen Vermögen vernichtet worden, die sind alle noch da. Die Fabriken produzieren weiter, machen Gewinne und schütten aus – alles noch da! (Niedriger werden allenfalls die Boni der CEOs ausfallen, die von den Börsenwerten ihrer Unternehmen abhängen).

    Auch habe ich mal gehört, wenn man die enormen Staatsschulden einfach streicht, wäre das ein einfacher Buchungsvorgang. Nichts ginge tatsächlich verloren (außer ein paar sprudelnden leistungslosen Einnahmequellen für Superreiche).

    • Sie glauben, dass dieses Nullsummenspiel mit fairem sowie gerechten Regeln abläuft?
      Wenn Sie noch ein zusätzliches Spiel hinzufügen, dann könnte der Nebel gelüftet werden; und zwar ein Rollenspiel.
      Versetzen Sie sich in die Rolle der Personen die sowohl als Teilnehmer als auch als Regelnersteller des Spiels Inne hat.
      So jetzt können Sie die Fragen ganz leicht beantworten. Welches Ziel möchte ein Mensch bei einem Spiel als Teilnehmer immer erreichen? Und dann, komme ich meinem Primärziel näher, wenn ich über die Regeln des Spiels bestimme?

      Nun, im Laufe des Spiels habe Sie sich sämtliche Vorteile ergaunert und auch Vasallen auf Ihrer Seite gebunden. Langsam macht der Mehrheit der Teilnehmer dieses Spiel keinen Spaß mehr und finden den einfachsten logischen Ausweg, sie wollen bei diesem Spiel aussteigen.
      Was machen Sie in dieser Situation, weil Sie ja weiterspielen möchten, aber auf gar keinen Fall vom Primärziel abweichen wollen?

      Sie haben natürlich Recht, wenn man durch den Buchungsvorgang alles wieder auf Null setzt, aber dann wäre das Nullsummenspiel zu Ende! Haben Sie ein Interesse als Spielmacher, dass das Spiel zu Ende geht?

    • Genau dieser Satz hat mich auch stutzig gemacht „….Milliardenvermögen vernichtet…“

      Wie bitte? Wie soll das bitte gehen? Die Börse ist seit Jahren ein reines Spekulationsspielfeld. Die Unzählige Summen werden von einer Tasche in die Andere bewegt. Das ist passiert. Vernichtet wurde nichts, weil es einfach nicht mehr geht. Weil die „Verlierer“ für ihr Verhalten so viel entweder Steuer- oder frisch gedruckte Gelder eingeschoben bekommen, dass diese sich Rekord-Boni auszahlen können.
      Die Börsennotierungen haben mit dem Zustand eines Unternehmen nur noch wenig Zutun.

      Nicht mehr lustig wird es dann wenn dieses Spielchen aufgrund der Regularien nicht mehr weiter fortgeführt werden wird. Dann werden die Verluste auf die „real“-Wirtschaft ausgelagert, dann trifft es jeden Mittelständer, Lohn- und Sozial- Abhängigen jeden Vermieter und alle andere die Schulden bei den Banken haben.

      Aber keine Panik: die Machthaber in den Bundestag werden dafür konditioniert und sehr gut bezahlt, damit derartige Regularien nicht eingesetzt werden. Es ist „einfacher“ Milliarden von Steuergelder an einzelne Personen wegen deren Spielsucht und Fehlentscheidungen zu verschenken als dafür zu sorgen, dass diese kein Kinderspiel aus der Wirtschaft eines Landes mit über 120.000.000 Menschen machen.

      Grüße

    • @ Bernhard Meyer
      die antwort von @ Son_Snow würde ich auch nicht verstehen!
      vielleicht kann ich ihnen helfen, grundsätzlich (volkswirtschaftlich) ist das ein nullsummenspiel. gefählich wird es erst dann, wenn mit schulden spekuliert wird! d.h. wenn reiche mit ihrem „vermögen“ spekulieren, passiert bei einem kurssturtz erst mal gar nix. die guthaben werden verrechnet/transferiert.
      wenn aber ein Spekulant zur bank geht und sich Kredite besorgt und dann damit zockt, verliert können die Kredite nicht bedient werden, was zum zahlungsausfall der bank (pleite) führt, mit den entsprechenden rückkopplung auf die realwirtschaft.
      noch eine Anmerkung, volkswirtschaftlich ist das wetten an den Börsen weder produktiv noch bringt es irgendein Vorteil für die wirtschaftsteilnehmer (Volk, bürger)!

    • @Bernhard Mayer
      „Der Börsen“wert“ ist doch nur virtuell, es sind keine tatsächlichen Vermögen vernichtet worden, die sind alle noch da. Die Fabriken produzieren weiter, machen Gewinne und schütten aus – alles noch da!“

      Sie haben vollkommen Recht, aber die Aktien bilden die Grundlage für die Einschätzung, ob Kredite zurückgezahlt werden können, wenn die Aktienbesitzer mit geliehenem Geld spekuliert haben. Das gilt übrigens nicht nur für die Aktien selbst, sondern vor allem für die damit in Verbindung stehenen Derivate (hier gibt es von Herrn Wolf genannten „margin call“ nämlich tatsächlich – der heißt da auch tatsächlich so).

      Unternehmen und Banken, die betreffende Wertpapiere besitzen müssen, müssen „Buchverluste“ hinnehmen (es sind tatsächlich keine Sachwerte, die zerstört werden), die das Eigenkapital mindern. Das ist besonders bei Banken brisant, weil die sowie so nur mit einer Eigenkapitalquote von ca. 5% arbeiten. Da ist die Bank dann ganz schnell insolvent. Und dann ist eine „Bankenrettung“ fällig.

    • Zunächst besagt ein Nullsummenspiel nur, daß das, was der eine nicht mehr besitzt, dies nun ein anderer hat, daher die Bilanz als Waage, deren Summe zwar gleichbleibt, jedoch nicht die Verteilung.

      Selbstverständlich betrifft dies auch die ‚reale Wirtschaft‘, denn wenn die Bilanzen nach einer Wertkorrektur des Anlage- bzw. des Umlaufvermögens (Aktienbesitz ist nur ein Beispiel) nicht mehr aufgehen, droht Insolvenz durch Überschuldung und/oder durch mangelnde Liquidität. Banken sind nur ein kleiner, wenn auch nicht unerheblicher Teil des Problems.

      Leerstehende Fabrikhallen und sonstige aufgegebene Betriebsstätten lassen schön grüßen.

      Ansonsten kann ich Son_Snow nur zustimmen:
      Wer ihn hier nicht versteht, möge sich einfach mit der Spieltheorie beschäftigen.

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