Tagesdosis 10.2.2020 – Corona-Virus: Schwarzer Schwan fürs globale Finanzsystem?

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Während die chinesische Führung mit allen Mitteln versucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen und den Eindruck zu erwecken, sie habe die Epidemie im eigenen Land im Griff, greifen ihr globale Gesundheitsorganisationen wie die WHO, unterstützt von Politik und Medien, bereitwillig unter die Arme: Sie behaupten fast einstimmig, die Kommunistische Partei Chinas handle der Situation angemessen und es gebe keinen Anlass zur Sorge.

Wichtige Schützenhilfe hat diese Allianz der Beschwichtiger und Beschöniger in der vergangenen Woche durch die Zentralbanken erhalten: Sie haben dafür gesorgt, dass die Aktienkurse an den Börsen der Welt, die eigentlich hätten einbrechen müssen, in die Höhe schnellten. Auf diese Weise entstand der Eindruck, zumindest wirtschaftlich sei zurzeit alles in bester Ordnung. 

Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall: Die Weltwirtschaft befindet sich in einem äußerst kritischen Zustand und dieser wird sich auf Grund des historisch einmaligen Stillstands der chinesischen Industrie in den vor uns liegenden Wochen und Monaten dramatisch verschlechtern, und zwar aus folgenden Gründen:

Der stärkste Kurseinbruch an den internationalen Börsen seit 70 Jahren im Dezember 2018 hat dazu geführt, dass die Zentralbanken den Versuch aufgegeben haben, ihre lockere Geldpolitik wieder zu straffen. Seit Anfang 2019 haben wir es mit einer neuen Flut billigen Geldes zu tun, die in den letzten vier Monaten des Jahres erheblich zugenommen hat. 

Diese Geldschwemme hat zu einem weiteren Anstieg der globalen Verschuldung und einem weiteren Aufblähen der Blasen an den Finanzmärkten geführt, die Risiken im System also erhöht. Gleichzeitig hat in vielen Ländern eine Rezession, also ein anhaltender Rückgang des Wirtschaftswachstums, eingesetzt, der sich derzeit immer stärker bemerkbar macht. 

Da die Investoren in den vergangenen Jahren gelernt haben, dass es lukrativer ist, mit dem billigen Geld im Finanzsektor zu spekulieren als es in die Realwirtschaft zu stecken, stehen die Zentralbanken jetzt vor einem unlösbaren Problem: Sie können noch so viel Geld drucken und es zu noch so niedrigen Zinsen vergeben, der gewünschte Effekt – nämlich ein Durchstarten der Realwirtschaft – wird ausbleiben.

Das wiederum wird für die arbeitende Bevölkerung schlimme Folgen haben: Die durch das Corona-Virus zu erwartenden Einbrüche in der Realwirtschaft werden zusammen mit der Rezession länderübergreifend zu Kurzarbeit und Massenentlassungen führen, den Lebensstandard von Millionen von arbeitenden Menschen senken und zahlreiche von ihnen in die Armut treiben. Der Stillstand in der chinesischen Industrie wird das schlimmste Problem in der Welt von heute – die Explosion der sozialen Ungleichheit – drastisch verschärfen und auf diese Weise für steigende soziale und politische Unruhe sorgen.

Das einzig wirksame Mittel, um diese für Politik und Wirtschaft gefährliche Entwicklung zumindest vorübergehend einzudämmen, bestünde darin, die schwindende Kaufkraft derer, die gezwungen sind, von ihrem Einkommen zu leben, künstlich zu erhöhen. Genau diese Möglichkeit wird bereits seit einiger Zeit in den Zentralbanken diskutiert. Die Verantwortlichen überlegen, der arbeitenden Bevölkerung „Helikoptergeld“ zur Verfügung zu stellen, also monatliche Zahlungen zu leisten und die Empfänger dazu zu verpflichten, das Geld umgehend in den Konsum zu stecken.

Auf diese Weise könnte das taumelnde System in der Tat noch eine Weile am Leben erhalten werden. Langfristig jedoch würde diese Maßnahme mit absoluter Sicherheit in eine Inflation führen, die nur durch eine immer ausgiebigere Vergabe von Helikoptergeld bekämpft werden könnte. Das wiederum würde schlussendlich in eine Hyperinflation führen und den endgültigen Kollaps des bestehenden globalen Finanzsystems bewirken. 

Niemand kann momentan die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie voraussagen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es sich bei dem Virus um den Schwarzen Schwan handelt, vor dem sich alle seit Jahren fürchten, steigt mit jedem Tag, an dem die chinesische Wirtschaft am Boden liegt. 

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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Bildhinweis: lakshmiprasada S  / Shutterstock

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18 Kommentare zu: “Tagesdosis 10.2.2020 – Corona-Virus: Schwarzer Schwan fürs globale Finanzsystem?

  1. Hier wird die ganze Widersprüchlichkeitkeit des gegenwärtigen Wirtschafts-und Finanzsystems im Zusammenhang mit den Fragen zur Klimadiskussion und dem Umwelt- und Naturschutz offenbart. Da soll "Helikoptergeld" ausgeschüttet werden damit die Menschen mehr konsumieren. Wie verträgt sich das denn mit der Notwendigkeit, eigentlich zugunsten der Umwelt und des Klimas weniger zu verbrauchen? Natürlich gar nicht. Das Perpetuum mobile muss natürlich am Laufen gehalten werden. Jonathan Franzen hat schon recht: Wir sollten aufhören, uns etwas vorzumachen. Die Umwelt- und Klimakatastrophe können wir so niemals verhindern. Und es soll auch nichts verändert werden, denn die Schere zwischen Arm und Reich soll ja weiter aufgehen.

  2. Inwiefern schmiert die chinesische Wirtschaft durch den neuen Coronarvirus ab ?
    In Wuhan wurden innerhalb einer Woche 3 neue Krankenhäuser gebaut. Wieviele in weiteren Städten ? Überall werden fieberhaft Massnahmen durchgeführt, Isolierstationen eingerichtet, Personal eingestellt, geschult, um der Pandemie Herr zu werden. Die Medizinlabors laufen heiß, um in kürzester Zeit die rettende Impfung zu finden.
    Und dann wird Impfstoff produziert auf Teufel komm raus und die Pharmariesen kassieren.
    Die Bundesregierung bestellte Ende Juli 2009 etwa 50 Millionen Dosen Impfstoff gegen die "Schweinegrippe" beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Das meiste landete dann in der Tonne.

    Die neue, mit aller Macht weltweit hochgeschriebene Pandemie durch den Coronarvirus 2019-nCoV ist keine Gefahr für die Wirtschaft. Beileibe nicht.
    Sie ist eine weitere Maßnahme zur Bevölkerungskontrolle, zur Schwächung und Reduzierung der Weltbevölkerung. Seht Euch dies 23 Minuten-Video an, das auf Französisch ist; Englisch kann als Untertitel gewählt werden: https://www.youtube.com/watch?v=K64awLpeNDc&t=1046s

  3. Als ich jetzt beim Kritischen Netzwerk die Überschrift von der unveränderten
    Kinderarmut in Deutschland las, hat mich ein unbändiger Zorn gepackt.
    Dabei könnte man sich so sehr mitfreuen, wenn sich Menschen – ob klein
    oder arme und armutsgefährdete Erwachsene – endlich mal einen lang gehegten
    Wünsche erfüllen könnten.
    Aber nein, man hört schon Stimmen wie: "Bloß nicht überfördern!" oder eben
    vom System, dem es schlechter gehen könnte.
    Dieselbe Wut kommt hoch, wenn sich Hilfsorganisationen bemühen, Spenden-
    gelder einzusammeln für Menschen in Not in Kriegsgebieten, für die EU und
    Deutschland mitverantwortlich sind.
    Mit anderen Worten: nicht nur Hilfen vorenthalten, sondern sogar Notlagen
    mitverursachen!
    Es sieht ganz so aus, als wolle man uns unsere Vaterlandsliebe partout austreiben!

  4. Dummerweise ist das ganze System auf diese Richtung eingefahren und man scheint nicht gewillt den Kurs zu ändern, Hebel schnellstmöglich umzulegen und die Sache aufzugeben.
    Die Menschen könnten ja plötzlich profitieren und die gestoppten Umverteilungsmechanismen würden zu Profit- und Machteinbußen führen, da die durch Fortschritt schon längst vorhandene gesteigerten Freiheiten die Menschen zu einem ganz anderen Systemdenken führen würden.

    Der eigentliche Konflikt ist noch immer der gleiche, den es seit Ewigkeiten gibt, da immer Pyramidensysteme die Oberhand hatten. Und diese Spitzen dieser Systeme, die sogenannten Herrschenden traten ungern freiwillig ab.

    Heute sind wir am Punkt durch Fortschritt, dass wir vernetzt sind und uns lieber selbst sinnvoll regieren würden wollen und können und die Spitze der Pyramide so nicht mehr nötig ist, aber mit großen Druck und stetiger Beschneidung der eigentlichen Freiheit durch Reformen, Regulierungen, neue Gesetze usw., aufrecht erhalten wird.
    Diese Leute nutzen das System für ihre Zwecke und sie machen ja auch den Großteil der Systemstruktur aus.

    Wenn vom Staat gesprochen wird, spricht man in Wahrheit von dem Elitennetzwerk das uns darüber managed und das mit Hilfe der Medien und der Justiz, bis runter zum ALG2-System mit Gesetzesbruch und Lügen, Erpressung/Sklaverei, Realitätsverdrehung und Mafiamethoden.
    Wenn von der Wirtschaft/Markt gesprochen wird, sind damit die Kapitalsammelbecken der Eliten gemeint, die umverteilen und geschützt werden müssen. Das Finanzsystem ist deren Kontrollwerkzeug und Machtinsturment und daher in allen Ebenen vorherrschend vorhanden.
    Es gehört doch in Wahrheit immer der Minderheit und wir leben in einer Scheinwelt die man uns vorgaukelt und natürlich in der Knechtschaft, abhängig und unfrei mit der Illusion von Freiheit und jeder kann es schaffen usw., was natürlich totaler Blödsinn ist.
    In unserem Gefängnis das heute im Geiste vorherrscht solange man brav mitmacht, werden wir dann gegeneinander ausgespielt und mit Nonsens beschallt und manipuliert. Meldest sich wer zu Wort der aufklärt ist er Rechts, Populist und Verschwörungsheini. Deckt wer Lügen auf, wird er alsbald in den Knast gesteckt oder muss fliehen, man siehe Snowden und Assange.
    Wichtig ist das Arbeitsdogma, das Konsumverhalten und der Glauben ans System. Und für die Machterhalt muss auch Krieg als Friedensmission verkauft werden.

    Es wird also in Wahrheit nicht besser, solange man nicht die wahren Ursachen der Probleme beseitigt und die liegt in der Systemstruktur, die wir alle stetig hörig befolgen. Teils aus völliger Unwissenheit, teils aus Zwang, weil wir eben nicht anders können.
    Daher weiter aufklären und mehr Menschen zum Zweifeln bringen. Am Ende ist alles aufgebaut, wir müssen gar nicht Krieg im land führen und auch keine neuen Suppenküchen aufbauen wenn das Finanzsystem crasht und mit ihm dann der Rest. Wir müssen nur wieder zur Arbeit gehen, aber das System so abändern das es uns langsam aber stetig befreit und dazu ist es notwendig ein System zu erschaffen, das dem Menschen dient und ihn nicht ausplündert.
    Es muss also untergeordnet werden.

    Das sollte eigentlich schon jetzt passieren. Genau daran scheitern wir ja.. Es wird einfach der nächste logische Schritt aggressiv verhindert, weil wie gesagt die Machtzentren ihre Macht und Kontrolle nicht aufgeben wollen..
    Es ist ein schrecklicher Kreislauf und die Luft wird dünner und dünner…
    Ein künstlich vom Menschen erschaffenes System ist spielend geändert in wenigen Jahren, wenn man so will.. Das 1-2 Generationen es dann schwer haben sich damit anzufreunden kann schon sein.. Aber es muss passieren, sonst haben wir keine wirkliche Zukunft mehr und das sollte auch im Interesse der seit Jahrunderten Machtstrukturen liegen.

    Wir alle leiden doch mehr und mehr unter diesem schrecklichen System, was uns in Angst hält und uns blockiert in vielen Facetten des Lebens. Macht es euch Spaß keine echten zukunftsaussichten gelassen zu sehen? Oder sich dann um sich zu kümmern und um sein Umfeld und zu wachsen, zu lachen und wieder zu friedvollen Einfachheit zu finden, die einen mal glücklich machte, weil Unbeschwertheit vorherrschte?

    Heute hat man von allen Seiten nur Druck, Ausbeutung, Gehetze. Immer mehr rausholen, immer schneller, immer mehr komplexe Dinge auf weniger Köpfe und Schultern… Aber weniger in den Dingen die es Wert machen gelebt zu haben.

    Das kann so nicht weitergehen, wir sind nicht zu solchen Leben geboren. Der Kummer tief in uns der zum großen Teil auch künstlich erschaffen wird, muss gegen die Zuversicht und Freiheit eingetauscht werden und mit den Mitteln des Fortschritts, ist das schon längst Realität und mit jedem Tag der vergeht mehr und mehr immer besser möglich.

    Wo soll es sonst anfangen, wenn nicht in den industriealisierten, fortschrittlichen Ländern?

    • Ein großartiger Kommentar!! Ich hoffe, dass den viele lesen und wirklich in Europa, in den Staaten, die sich zu Europa zugehörig fühlen, der Startschuss für eine Veränderung der Welt fällt. Dazu gehört auf jeden Fall, das System EU in seiner jetzigen Form abzuschaffen oder zu verändern, damit wir wirklich ein partnerschaftliches Europa bekommen. Wer von uns wurde gefragt, ob er von der Leyen als Präsidentin will. Niemand. So geht das alles nicht mehr weiter.
      In wirklich kritischen Zeiten wird niemand gefragt, ob ein Manöver "Defender 2020" in Osteuropa stattfinden soll.
      Die Welt hat wichtigere Aufgaben als Militärübungen abzuhalten, in Zeiten, wo der Nahe Osten zum Pulverfass werden kann; ein Virus, dessen Inkubationszeit nicht bekannt ist, sondern nur geschätzt wird zu grassieren beginnt; und ein Finanzsystem von undurchsichtigen Firmenkonstrukten wie Blackrock durchfilzt wird. Schreckliches System ist das richtige Wort dafür.

  5. Also uneingeschränkt kann man hier Herrn Ernst Wolff nicht zustimmen. Mag er in den Auswirkungen Recht haben, aber die Entstehung des Ganzen ist eine Retourkutsche für die rücksichtslose neoliberale Globalisierung. Man hat in China keine Mittelschichten aufgebaut durch besondere Ideen, besonderen Tourismus oder andere Dinge. Man hat die Mittelschichten aufgebaut durch den Abbau der Mittelschichten auf anderen Kontinenten. USA, Canada, Europa, Südamerika. Man hat sie aufgebaut durch die rigorose Ausbeutung des afrikanischen Kontinents und durch die rigorose Ausbeutung der chinesischen Bodenschätze (seltene Erden, Kohle etc.). Die Unternehmer anderer Kontinente sind schier hinübergeflogen wie ein verliebter Schmetterling, um die Arbeitsplätze dorthin zu bringen, um ihre Gewinne zu steigern, in dem sie auf anderen Kontinenten das angeblich überbezahlte Personal abbauten. Nun fragt sich die Wirtschaft, die ja weiter Gewinne machen will: Wie sollen die Arbeitslosen, die Geringverdiener, die 3-Job-Arbeiter und die untere bis mittlere Mittelschicht der anderen Kontinente das stemmen, wenn China ausfällt. Ja, da hätten sie früher nachdenken müssen, die ach so wirtschaftlich gebildeten oben Schichten der Wirtschaft und des Kapitals. Sie haben aber nur an ihren Share Holder Value gedacht, an die von Ackermann ausgerufenen 25% Gewinn, die ein Unternehmen haben muss, und die Menschen haben sie nicht interessiert. Außerdem Rotzschild, Rockumfaller, Bates, Horosch wollen doch die Dezimierung der Massen. Es ist halt nur blöd, dass ihnen entweder das Virus in China enthuscht ist oder dass es tatsächlich blöd gelaufen ist, weil die Chinesen quasi mit ihren Viechern zusammen wohnen. Ihre Tischmanieren sind ja auch grauenvoll. Ich will damit niemanden verurteilen. Es mag in der gebildeten Schicht in China durch sehr intelligente Menschen geben. Das kommt davon, wenn man ohne wirklich zündende Ideen (und die hatte keiner in der sogenannten Elite) ein Volk in 15 Jahren nach oben puscht, wo andere Völker 50 bis 100 Jahre gebraucht haben, um eine stabile Entwicklung der Bevölkerungsschichten zu erzielen. Sie machen (auch wenn ich das bewundere) wie den Krankenhausbau in Wuhan alles mit der Masse Mensch (wie Ameisen). So werden sie auch von anderen Völkern in Afrika beschrieben.
    Dass die Banken und die Staaten jetzt ein Problem ist klar. Alle Steuern für die Reichen und Ultrareichen streichen. Alles auf die Mittelschichten der anderen Kontinente an Steuerlast abwälzen. Die Staaten verschulden, in dem man die Gewinne privatisiert und die Verluste sozialisiert in die Staatskassen der Staaten. Die Industrie wird demontiert wegen eines Klimawandels der seit Jahrzehnten von der CIA gemacht wird (Bildung über Geoengineering ist vonnöten). Damit das Spielcasino der Ultrareichen weiterläuft wird Geld gedruckt. Ja, wie schrecklich, wenn davon der Normalbürger z.B. ein Grundeinkommen bekäme und man den ganzen Hartz IV Mist nicht mehr finanzieren müsste, eine Wahnsinnsbürokratie.
    Außerdem endlich überlegen würde, wie jeder Kontinent für sich eine Minimalwirtschaft, die ohne die anderen Kontinente funktioniert. Das, was jetzt passiert, ist der sog. Bumerang. Das kommt davon, wenn man zulässt, dass Staaten ruiniert und aufgelöst werden. Das kommt davon, wenn man zulässt, dass Leute Ein-Mann-Staaten wie Gill Bates bilden und über Millionen Menschenleben entscheiden mit ihren Milliarden, – ohne je in ein Amt gewählt zu sein, ohne einen staatlichen Organisation oder Kontrolle zu unterstehen. Das haben die Menschen davon, dass sie das gut gefunden. Ein Hurra dem Neoliberismus. Wenn es ein nächstes Mal geben sollte, vielleicht ein bißchen langsamer, ein bißchen überlegter, ein bißchen kompromissbereiter, ein paar mehr Ideen zum Aufbau ärmerer Nationen als nur den Abbau anderer Nationen.

  6. Herr Wolff helfen Sie mir
    Alle wissen, dass das ganze Geld der Zentralbank nur die Börse flutet (klaro! – wenn nicht investiert wird). Ich stelle mir die Börse so vor, wie einen großen Saal mit vielen Tischen. An jedem Tisch mehrere Börsianer, vor jedem ein Haufen vom Geld der Zentralbank. Und sie spielen wie verrückt … vro jedem ein Flasche Whisky, Zigaren … Wenn einer gewinnt, der Geldhaufen vor ihm ist größer, der vom Verlierer kleiner. Das ändert sich ständig … Was sich nicht ändert, die Geldemenge auf jedmem Tisch. (Die Herren sich absolut ehrlich, nur die Leitung zählt, keinre steckt was in die Hosentasche.) Aber das Geld verlässt NICHT die Tische und auch die Börse NICHT.
    KEINE INFLATION!
    Wie schön!
    UND DANN KOMMT DER FATALE SCHWARZE SCHWAN, JEDER BÖRSIANER SCHNAPP SEIN GELD UND KONSUMIERT WIE VON SINNEN! DIE ZURÜCKGESTAUTE INFLATION IST ZURÜCK – PREISE EXPOLDIEREN!
    Das ist nicht so ganz schön!
    Ach so!!! Dem ist es nicht so. Habe ich gar nichts verstanden? Dann erklären Sie es Herr Wolff. Ich gebe Ihnen eine Woche. Dann erkläre ich es Ihnen. Teil (V) meiner Reihe, die vorigen Teile sind wichtige Bemerkungen und Vorbereitungen.

    Seifenblasenshow im neoliberalen Tollhaus: Brichta gegen Bernecker (IV)
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    http://marktwirtschaft-neu-denken.de/Aufbau/ps/19v4/ps19v4.php?tbch=ps&ordner=19v4&auslese=psH119&schp=2019

    • Herr Wolf beschreibt ja auch nicht, dass die Inflation aufgrund der Börse einsetzen wird, er beschreibt, dass sie als Folge von Helikoptergeld eintreten wird. Daraus entsteht (bei gleichbleibender Medizin = mehr Helikoptergeld) eine Hyperinflation.
      Die eintretende Rezession wird allerdings Bewegungen am Börsenmarkt auslösen. Und die ist als Folge des Stillstandes im China durchaus denkbar. Es gibt aber noch viele weitere Mechanismen und Auslöser bzw. Verstärker der Rezession. Man sehe sich nur die Automobilindustrie an und deren Zulieferer.
      Gerade heute die Meldung dass Daimler 15000 Stellen abbauen wird. Da hängt ein ganzer Rattenschwanz an Jobs dran…
      Kleine Denkhilfe: was hindert bei fallenden Aktienkursen die Einleger (Investoren) daran, ihr Geld vom "Spieltisch" zu nehmen und in Sachwerte zu "flüchten" (zB. Edelmetalle, Bitcoin, usw…)?

  7. Ernst Wolff schaut mal wieder sehr weit in die Zukunft. So weit, dass er beim Blick in die Glaskugel über die Wirklichkeit der Gegenwart stolpert.
    So bleibt zum einen die Behauptung unverständlich: „Der stärkste Kurseinbruch an den internationalen Börsen seit 70 Jahren im Dezember 2018“. Nun gut, hier geht es um schnöde Wirklichkeit, nicht um prophetische Ankündigungen für ferne Zukunft. Ein Blick auf den Chart des Dax hätte genügt, um zu erkennen, dass dazwischen die wesentlich stärkeren Einbrüche der Börsen von 2002/4, 2007/8 sowie 2012 lagen. Dagegen war der Rücksetzer von 2018 doch fast ein laues Lüftchen.
    „Diese Geldschwemme hat zu einem weiteren Anstieg der globalen Verschuldung … geführt.“ Ich weiß nicht, wie es bei Herrn Wolff ist, aber auf meinen Konto hat eine Geldschwemme noch nie zu einer Verschuldung geführt. Aber das sind die Fallstricke der Theorien, die irrtümlicherweise und unter intellektuellen Verrenkungen Geld und Schulden gleich setzen. Verschuldung entsteht im richtigen Leben nur dort, wo weniger eingenommen wird als ausgegeben. Das ist so bei den Staaten, aber zunehmend bei den Unternehmen. Die Schulden der Unternehmen sind weltweit mittlerweile größer als die der Staaten laut IWF. Das ist Ergebnis der Überkapazitäten auf den Märkten. Die Konkurrenz der Unternehmen untereinander zwingt sie dazu, immer effektivere Produktionskapazitäten über Kredite zu aufzubauen, die immer mehr Produkte auf dem Markt werfen. Aber diese Märkte sind weitgehend gesättigt und können den Ausstoß der Fabriken nicht mehr aufnehmen. Die Folge ist, dass der Preis des Produkts relativ zu den Erstellungskosten sinkt und damit die Möglichkeit der Schuldentilgung. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis erste marktrelevante Unternehmen zusammenbrechen unter der Schuldenlast und damit auch Banken mit sich reißen. Besonders gefährdet gelten die Fracking-Unternehmen in den USA, die mit Hunderten von Milliarden Dollar in der Kreide stehen. Jeder Rückgang des Ölpreises setzt sie weiter unter Druck.
    Und dann läuft der Prophet wieder zur Hochform auf im Ausmalen der Apokalypse:
    „Das wiederum wird für die arbeitende Bevölkerung schlimme Folgen haben: … durch das Corona-Virus zu erwartenden Einbrüche in der Realwirtschaft … Rezession … länderübergreifend zu Kurzarbeit und Massenentlassungen…, den Lebensstandard von Millionen von arbeitenden Menschen senken und zahlreiche von ihnen in die Armut treiben…die Explosion der sozialen Ungleichheit…drastisch verschärfen und auf diese Weise für steigende soziale und politische Unruhe sorgen.“
    Das kann man immer prophezeien, das ist immer richtig, da liegt man nie falsch und die Leute hören es ja auch immer wieder gerne. Nichts scheint beliebter zu seine als Bedrohung, Gefahren und Weltuntergang. Ohne Bedrohung scheinen die Menschen sich nicht wohl zu fühlen. Sie lassen sich alles nehmen, aber bloß nicht die Angst vor Ausländern, Inflation, Geldschöpfung und all dem, was dem Spießer und dem Kritiker den Schauer über den Rücken treibt.
    Diese Erscheinungen, die Wolff beschreibt, sind kein Ergebnis von Corona. Die Krankheit, die diese Symptome hervorbringt, heißt Kapitalismus. All diese Erscheinungen gab es schon vor Corona und zu allen Zeiten im Kapitalismus, abgesehen von den drei oder vier Jahrzehnten des Wirtschaftswunders, das in erster Linie bedingt war durch die Zerstörungen des Krieges. Jetzt kehrt der Kapitalismus zurück zu seinem normalen Regelwerk. Aber das ist nicht neu und auch kein Ergebnis der Geldschwemmen. Corona ist nur eine anderes Blendwerk, hinter dem die verwirrten Verwirrer alla Wolff die Gesetzmäßigkeiten und Wirklungsweise des Kapitalismus verstecken.
    „Auf diese Weise könnte das taumelnde System in der Tat noch eine Weile am Leben erhalten werden. Langfristig jedoch würde diese Maßnahme mit absoluter Sicherheit in eine Inflation führen, die nur durch eine immer ausgiebigere Vergabe von Helikoptergeld bekämpft werden könnte. Das wiederum würde schlussendlich in eine Hyperinflation führen und den endgültigen Kollaps des bestehenden globalen Finanzsystems bewirken.“ 
    Wie oft in meinem Leben ist mit schon der Untergang des Kapitalismus verheißen worden? Er lebt immer noch und ist aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen. Und auch der Kollaps des bestehenden Finanzsystems, sollte es den zusammenbrechen, wird wieder ein neues, wenn auch anderes entstehen lassen. Denn die moderne Welt als kapitalistische Welt kommt ohne Zahlungsmittel nicht aus. Seit die Notenbanken die Finanzmärkte mit Geld fluteten, profezeien die Reiter der Apokalypse die Hyperinflation. Das ist nur bereits fast zehn Jahre her und seitdem sinkt die Inflation anstatt den Theorien der Elfenbeintürmer zu folgen und zu steigen. Japan legt seit über 20 Jahren ein Konjunkturprogramm nach dem anderen auf, um die Inflation an die 2% zu pushen. Umsonst. Es wird vielmehr immer weniger. Und auch das Helikoptergeld rieselt bisher nur in den Hirnen derer, die es für ihre Rechthaberei brauchen. In Wirklichkeit ist noch keines vom Himmel gefallen.
    Die Geldmengen sind nur scheinbar verantwortlich für die Inflation. Aber das wollen die Theoretiker der Elfenbeintürme nicht wahr haben. Stattdessen verlagern sie die Verwirklichung ihrer Prophezeiungen immer weiter in die Zukunft. Damit die Theorie nicht an der Wirklichkeit gemessen werden und als falsch erkannt werden kann. Aber das macht den Profeten gar nix. Sie suhlen sich weiter in der Zukunft, ohne die Gegenwart und Wirklichkeit zu verstehen.

  8. Allmählich müsste schon jedem, der nur ein bisschen was im Kopfe hat, klar sein, was für einen blanken Unsinn die neoliberal geschulten Ökonomen verzapfen.
    Mit Nullzinsen wird nicht investiert!
    So what!
    Also man soll Zinsen heben! Sollen sie dann investieren?
    Es ist nicht so, dass die neoliberale Lehre etwas nicht "vollständig" erklären kann. Sie ist eine reine Idiotie.

  9. Wer ist dieser Wolf?
    Interessant:
    Den Börsen geschenktes Geld führt nicht zur Inflation, Helikopter Geld aber ganz bestimmt!
    ???
    Die heilgesprochene neoliberale WiWi behauptet: je Zinsen niedriger, desto mehr Investitionen!
    !!!
    Herr Wolf jammert, aber er erklärt nicht, warum dem so NICHT ist.

    • Oh mann, manchmal muss man wirklich immer wieder bei Null anfangen…
      Es existiert sehr wohl eine Inflation, das Geld kommt halt nicht beim Normalmenschen an, deswegen ist da auch nicht allzu viel Inflation (jedenfalls sicher mehr als die Politik dem geneigten Bürger erzählen will…).
      Das Geld kommt im Casino an, an der Börse, bei den Immobilien usw.. und dort ist auch eine Inflation sichbar, nennen Sie es meinetwegen "Blase" Fakt ist, dort ist schon länger deutlich Inflation (mit allen unangenehmen Nebenwirkungen für den Normalmensch).

  10. Lieber Herr Dr. Wolff,
    schon zum 2. Mal kommen Sie mit dem Argument, dass das Helikopter-Geld auf lange Frist in die Inflation
    führen würde.
    Warum sollen die Bedürftigsten immer vernünftig sein? Warum sollen sie nicht endlich auch mal von diesem
    …System profitieren?
    Die Großen "Nach uns die Sintflut" und den Kleinen macht man Angst.
    Das ist nicht fair.
    Probieren wir die Sache mit dem Helikopter-Geld doch einfach mal aus!
    Es wird ja das allermeiste in der Politik ohne allzuviel Sinn und Verstand gemacht!
    Warum hier so pingelig?

    • Ich habe mich genau das Gleiche gefragt, schließlich fluten ja auch die Zentralbanken die Märkte um Inflation zu erzeugen, auch wenn es scheinbar nicht funktioniert. Ich dachte ja auch immer so ein bisschen Inflation ist gar nicht dramatisch und durchaus akzeptabel bis förderlich, man müsste es halt richtig dosieren.
      Und mit diesem Argument dürften ja dann auch nie die Löhne erhöht werden, diesen Punkt kann ich irgendwie nicht nachvollziehen.

  11. Es ist lustig, zu sehen, wie sich die Menschen gängeln lassen von so etwas absolut Sinnlosem, wie es das Geld nun mal ist. Jeder will Grenzenlose Freiheit, keiner sieht, dass dies nun in einem System des bedingten Tausches nicht möglich ist. Das Einzige was möglich ist, ist (wenn auch nur scheinbare) Unterdrückung, Lenkung, klein halten im Sinne von nicht entfalten lassen, ….

    Nun, die Zeit ist reif für kein Geldsystem! Am besten für gar kein System. machen wir es so wie die Natur es uns vormacht. In der Natur wird gelebt. leben wir auch!

  12. "Da die Investoren in den vergangenen Jahren gelernt haben, dass es lukrativer ist, mit dem billigen Geld im Finanzsektor zu spekulieren als es in die Realwirtschaft zu stecken, …"

    "… also monatliche Zahlungen zu leisten und die Empfänger dazu zu verpflichten, das Geld umgehend in den Konsum zu stecken."

    Warum verpflichtet man die Investoren nicht dazu, das billige Geld in die Realwirtschaft zu investieren?

    • "Warum verpflichtet man die Investoren nicht dazu, das billige Geld in die Realwirtschaft zu investieren?"

      Aber nicht doch. So funktioniert das nicht. Man gibt nur das Geld heraus, den Rest macht dann die unsichtbare Hand des Marktes und regelt sich selbst.

      Und tatsächlich regelt es sich ja selbst. Der Anreizfaktor ist Geld, also dieses virtuelle Gut, welches mit nichts in der Welt in Verbindung steht. Und die Marktteilnehmer mit viel Geld verstehen es blendend das Geld so investieren, dass sie noch mehr von dem Fantasiezeug erhalten. Das passiert alles auch außerhalb tatsächlich ablaufender wirtschaftlicher Vorgänge.

      Jetzt haben natürlich alle mit viel Fantasiezeug Angst davor, die Fantasie aufzulösen… denn sie wollen ja mit ihren Fantasietalern dann doch am Ende etwas echtes in der Hand halten. Immobilien zum Beispiel.

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