Tagesdosis 10.4.2018 – Right or wrong: my Hegemon?

Ein Kommentar von Dirk Pohlmann.

Vier Ereignisse der letzten Tage sind ein Lackmustest für die deutsche Politik: Der Fall Skripal, das Massaker der Israelis an palästinensischen Demonstranten in Gaza, sowie der Angriff der Israelis auf Syrien und dort stationierte iranische Truppen als „Antwort“ auf den jüngsten angeblichen Giftgasangriff Assads in der Ghouta.

Die Führungsnationen der NATO, USA und Großbritannien, sowie Israel und Saudi Arabien suchen Anlässe für einen Krieg mit dem Iran. Das sehen nicht nur die üblichen Verdächtigen so. Die Stimmen, die vor Krieg warnen, mehren sich. So hat zum Beispiel jüngst der realpolitisch geprägte Harvard-Wissenschaftler Stephen M. Walt besorgt über den kommenden Krieg gegen Iran geschrieben, in einem Beitrag für das renommierte Foreign Policy Journal.

Obwohl immer mehr Fachleute Kriegsvorbereitungen diagnostizieren, werden Sie wegen der Atlantikbrückenfraktion in den deutschen McMedien nichts davon erfahren. Bis es zu spät ist.

Obwohl die Aktionen der psychologischen Kriegsführung, die Kriegsvorbereitungen und die Dämonisierung Russlands immer dreister werden.

Der Fall Skripal hat sich mittlerweile zur einer Groteske entwickelt, die aus einem Monty Python Film stammen könnte. Vielleicht war es ja doch kein langsam wirkender, aber blitzschnell tötender Nervenkampfstoff, von dem sich niemand erholen kann, weil es keine Gegenmittel gibt, von dem aber Julia und Sergej Skripal genesen sind? Vielleicht war es wirklich „Die Lachsschaumspeise“ aus Monty Pythons „Der Sinn des Lebens“?  

Die Einheitsfront der Großbritannien Unterstützer bröckelt, denn die Regierung der Brexit-beschädigten Premierministerin Theresa May und ihres rüpelhaften Außenministers Boris Johnson hat es mit der Arroganz der Macht und dem Glauben an die unbegrenzte Dummheit der Bevölkerung übertrieben.

Selbst in den McMedien gibt es bei diesem Fall Absetzbewegungen von der vorgegebenen Linie. Sie lautet: Der Russe im allgemeinen und Putin im besonderen stecken eindeutig hinter dem Giftanschlag. Man versucht jetzt vorbeugend auch die Gegenposition zu besetzten, also einerseits den Russen die Schuld zu geben, aber andererseits auch gesagt zu haben, dass sie unschuldig sein könnten. Je nachdem, was herauskommt, hat man so auf jeden Fall recht gehabt. Aber diplomatisches Personal wird trotzdem ausgewiesen.

Aus Solidarität mit dem NATO Partner, mit einer britischen Regierung, die ein sehr kreatives Verhältnis zur Wahrheit bewiesen hat. Man könnte auch sagen, sie lügt bereits, wenn sie zuhört.

Ich schreibe absichtlich „vorgegebene Linie“, weil die Berichterstattung in den NATO Staaten nach dem angeblichen Nowitschok-Angriff innerhalb von Minuten gleichlautend einsetzte. Wer das für Zufall hält, glaubt auch an Massungsvernichtungsmittel als wahren Grund für den Krieg im Irak 2003.

Oder an die offizielle Version des Abschusses von MH17, nämlich dass es eindeutig der Russe im allgemeinen und Putin und seine ukrainischen Unterstützer im besonderen waren, die das Massaker an den Passagieren zu verantworten haben. Die Flugdatenschreiber der Maschine wurden unter Federführung des britischen Geheimdienstes analysiert. Bei einem malaysischen Flugzeug, dass überwiegend mit Holländern besetzt war und von einem amerikanischen Hersteller gebaut wurde? Und warum wurde Malaysia, dessen Fluggesellschaft betroffen war, entgegen allen Gepflogenheiten monatelang von der Unfall-Untersuchung ausgeschlossen? Warum schleppen sich Ermittlungen endlos hin, ganz im Gegensatz zu den massiven, sofortigen Schuldzuweisungen?

Wer das alles für Zufall hält, glaubt auch an die offizielle Version des Litwinenko Mordes, nämlich dass hinter dem Mord der Russe im allgemeinen und Putin im besonderen steckt, nebst zwei FSB Agenten.

Um sich ein Bild davon zu machen, wie extrem merkwürdig dieser Fall in Wirklichkeit beschaffen ist und wie unglaublich dreist die britische Untersuchung zu dem Fall inszeniert und durchgeführt wurde, klicken sie bitte die Links unter diesem Artikel an, vor allem die Webseite von Jay Epstein.

Sie erfahren dort, dass Litwinenko vom gleichen MI6 Agenten angeworben wurde, der später auch Skripal anwarb und mit dem ehemaligen MI6 Agenten und Autoren der Trump Schmutzakte eng zusammengearbeitet hat, dass Litwinenko kein echter Geheimagent war und vom MI6 trotz seiner wiederholten Avancen nicht beschäftigt wurde, sondern offenbar wegen Geldmangels in Geschäfte mit Nuklearmaterial verwickelt war – genau wie der höchst dubiose italienische Geheimagent Scaramella, den Litwinenko am selben Tag wie die angeblich russischen Täter traf, aber vor ihnen. Dass Litwinenko ursprünglich Scaramella für seine Vergiftung verantwortlich machte. Dass seine angebliche Beschuldigung Putins kurz vor seinem Tod von einer anderen Person frei erfunden wurde. Dass seine Poloniumvergiftung erst am Tag seines Todes diagnostiziert wurde – man hätte ihn durchaus behandeln können. Dass Polonium mitnichten nur in Russland in speziellen Atomkraftwerken hergestellt wurde; ein Physiker hat mir sogar berichtet, wie er in Deutschland seine Arbeitgeber vor der Gefahr durch Polonium warnte, das als eine Art Reinigungsmittel in der Elektronikproduktion verwendet wurde. Dass Litwinenko mit tschetschenischen Rebellen so eng verbunden war, dass er unmittelbar vor seinem Tod zum Islam konvertierte – und vieles mehr, was ganz andere mögliche Täter als Putin und Russland ins Blickfeld rückt. Und von all dem haben die McMedien Leser, Zuschauer und Zuhörer noch nie etwas gehört.

Weil die gleichen Medien mit ihren „Faktencheckern“, die Sie tagtäglich vor Fake-News warnen, ihre Arbeit als Rechercheure und Reporter nicht erledigen.

Stattdessen erfahren sie in den McMedien immer aufs Neue von angeblichen Giftgasattacken des Assad-Regimes. Auf die Zivilbevölkerung, vorzugsweise auf Kinder. Dazu gibt es immer Bildmaterial in Hülle und Fülle, fast immer von den „Weisshelmen“ bereitgestellt, die mit Al Kaida zusammenarbeiten. Von westlicher Seite wird Assad vor „roten Linien“ gewarnt. Falls er wieder Giftgas einsetzen sollte, müsse man aus humanitären Gründen militärisch eingreifen. Sagen Theresa May, Francois Macron, Donald Trump und Benjamin Netanyahu.

Und jedes mal versucht dann -angeblich- Assad unmittelbar bevorstehende militärische Siege durch eine militärisch vollkommen sinnlose Attacke mit Giftgas auf Zivilisten zunichte zu machen. Um Bombenangriffe oder einen kompletten Angriffskrieg auf sich zu ziehen? Wer glaubt so etwas, obwohl es fast so wenig glaubwürdig ist wie die Skripal Story?

Der jüngste israelische Luftangriff von Montag auf einen syrischen Flugplatz, auf dem auch iranische Truppen stationiert sind (legal, sie sind auf Anforderung der syrischen Regierung im Land) wurde von Israel mit dem -angeblichen- jüngsten Giftgasangriff in Syrien auf syrische Zivilisten begründet. Und von Donald Trump gutgeheißen. So funktioniert das.

Das ist der wahre Grund für die immer neuen Giftgasmeldungen im Zusammenhang mit Russland. Sie sind nicht der Grund für die Militäraktionen, sie sind Anlässe, einiges spricht dafür, dass es sich um inszenierte Anlässe handelt. Ein Sprecher des russischen Generalstabes hatte vor einigen Wochen angekündigt, dass es Informationen gäbe, dass syrische Rebellen einen Giftgasangriff unter falscher Flagge vorbereiteten, als Anlass für Militäraktionen gegen Assad.

Die US-Webseite „Veterans Today“ hat am Montag nach Anfrage bei den syrischen Streitkräften Fotos von Giftgas aus Deutschland, britischen C-Waffen und US Laborausrüstung erhalten und veröffentlicht, die in den gerade rückeroberten Gebieten sichergestellt wurden! Sie dürfen gespannt sein, ob sie diese Fotos in den deutschen McMedien sehen werden.

Es ging und geht um kriegsvorbereitende Dämonisierung.

Es passt ins Bild, dass Trumps UN Botschafterin Niki Haley vor wenigen Tagen wörtlich vor den Vereinten Nationen sagte: „Russland wird niemals unser Freund sein“ und „Wir werden ihnen ein paar runterhauen, wenn wir es für nötig halten“.

Die chinesische Antwort auf diese amerikanischen Unverschämtheiten in der „Global Times“ zum Fall Skripal ist von seltener Schärfe und Klarheit: „Diese Taten sind nichts anderes als eine Form westlichen Mobbings, die weltweit Frieden und Recht gefährden. — Es schreit zum Himmel, wie die USA und Europa Russland behandeln. Ihre Maßnahmen beweisen eine Leichtfertigkeit und Rücksichtslosigkeit, die immer deutlicher die Methoden westlicher Herrschaft kennzeichnen. Sie bewirken nur noch eines, nämlich die internationalen Beziehungen zu vergiften. Dies ist der richtige Zeitpunkt für nicht-westliche Staaten, sich zu vereinigen und ihren Zusammenhalt zu stärken. Es muss ihnen gelingen, Unabhängigkeit jenseits westlicher Einflüsse zu erreichen, die Ketten monopolisierter Verlautbarungen und im voraus festgelegter Schuldzuweisungen abzuschütteln sowie zu lernen, sich wieder auf ihr eigenes Urteilsvermögen zu verlassen.“

Ein Ratschlag, der auch in Deutschland Gehör finden könnte. Aber es sieht nicht danach aus. Der neue Außenminister übt sich angesichts der Kriegsgefahr in Ergebenheitsadressen und vorauseilendem Gehorsam. Gegenüber Großbritannien, den USA – und Israel. Bei seinem Besuch in Israel betonte er seine Entschlossenheit, Antisemitismus in Deutschland zu bekämpfen. Die Times of Israel nannte ihn einen „Anti-Nazi-Kreuzzügler“. So weit so gut.

Aber kurz darauf richtet das israelische Militär ein Massaker unter Demonstranten in Gaza an. 30 Menschen werden erschossen. Die israelischen Streitkräfte veröffentlichen im Internet Warnungen an Araber, in denen Kinder im Visier von Scharfschützen abgebildet werden.

Man kann aus der deutschen Vergangenheit und der Shoa sehr verschiedene Lehren ziehen. Man kann daraus lernen, nie wieder Täter zu sein, wie die Deutschen, oder nie wieder Opfer, wie die Israelis. Aber kann es wirklich richtig sein, wenn Deutschland immer an der Seite jeder israelischen Regierung steht, egal, wie rechtsextrem sie ist, wie brutal ihre Aktionen sind? Große Teile der deutschen Politik und der deutschen Medien handeln so. Sie schweigen angesichts eines Massakers. Sie schweigen angesichts der Kriegsvorbereitungen, auch der israelischen Regierung. Wie der deutsche Außenminister.

Aber was derzeit geplant wird, hat so viel mit rücksichtsloser, verantwortungsloser Machtpolitik zu tun, mit Kriegsvorbereitungen gegen Iran, dass es keine Solidarität mit den Aggressoren geben darf.

Wer sich über Vorgänge in Gaza oder Syrien informieren will, über die Kriegspläne und die Hintergründe des „New Great Game“ sollte sich nicht nur in den westlichen Mainstream-Medien umschauen. Sie sind Teil des Problems. Sinnvoller ist es, US Zeitschriften zur Außenpolitik zu lesen, israelische Zeitungen, oder z.b. Russia Today als abweichende Quelle zu nutzen. Aber es passt ins Bild der Kriegspropaganda, dass das „Abhören von Feindsendern“ wie RT unter Strafe gestellt wird. Russia Today wird als Propagandasender denunziert. Aber was sind CNN oder BBC oder Deutsche Welle, wenn RT dieses Etikett aufgeklebt wird?

Russia Today wird die Berichterstattung in den USA, der -angeblichen- Heimstatt der vollkommenen Pressefreiheit, durch immer neue Verbote, Behinderungen und das Abschalten ihrer Verbreitungskanäle, z.B. in Washington, unmöglich gemacht. Ähnliche Maßnahmen werden auch in Großbritannien gefordert. RT wird auch in Deutschland diskreditiert. Um die Bevölkerung vor russischer Propaganda zu schützen? Was für ein Demokratieverständnis, was für ein Verständnis von Pressefreiheit steckt hinter diesen Argumenten?

Die Lage ist bedrohlich. Dass Großbritannien unter imperialen Phantomschmerzen leidet, ist ein ernstes Problem. Dass die US-Regierung sich in ein volatiles Sammelbecken von Kriegsbegeisterten Wahnsinnigen verwandelt hat, ist lebensgefährlich.

Dass die deutsche Politik und die deutschen Medien zu dieser Entwicklung nibelungentreue Beihilfe leistet, nach dem Motto: „Right or wrong, my Hegemon“, ist nur für Lebensmüde und US-Oligarchen mit Privatjet und Besitz im Südpazifik eine Zukunftsperspektive.

Alle anderen sollten endlich damit beginnen, Widerstand zu leisten. Widerstand gegen Planungen, die zum 3. Weltkrieg führen können.

1989 war nicht das Ende der Geschichte. Und es waren nicht die Guten, die 1989 gewonnen haben.

Quellen

Westliche C-Waffen in Syrien
https://www.veteranstoday.com/2018/04/08/proof-intel-drop-trump-bolton-behind-syria-chemical-attacks-confirmed/

Der Fall Skripal
https://www.craigmurray.org.uk/

Edward J. Epstein über Litwinenko
http://www.edwardjayepstein.com/Litvinenko.htm

Sehr guter britischer Artikel über den Fall Litwinenko
https://off-guardian.org/2018/03/17/litvinenko-and-the-demise-of-british-justice/

Der Fall MH17
http://www.whathappenedtoflightmh17.com/long-list-of-indications-showing-the-dutch-are-not-very-keen-in-finding-mh17-truth/

Stephen M. Walt über die US Kriegspläne
https://foreignpolicy.com/2018/04/02/how-to-start-a-war-in-5-easy-steps/

Niki Haley in den UN über Russland „Wir werden ihnen eine runterhauen“
https://www.rt.com/usa/423422-us-russia-stalemate-haley/

Die chinesische Global Times über die USA und den Westen
http://www.globaltimes.cn/content/1095361.shtml

Das Massaker in Gaza
https://www.aljazeera.com/news/2018/03/netanyahu-praises-israeli-army-killing-palestinians-180331183611045.html

Die Drohung der Israelischen Streitkräfte gegen Kinder
https://www.rt.com/news/423441-idf-sniper-kids-tweet-adraee/

Über RT in den USA
https://www.thenation.com/article/registering-the-cable-channel-rt-a-foreign-agent-is-a-threat-to-press-freedom/

RT darf nicht mehr im Raum Washington senden
https://www.bloomberg.com/news/articles/2018-03-29/russian-news-service-rt-to-go-off-the-air-in-the-washington-area

US Homeland Security will weltweite Datenbank über Journalisten, ihre Einstellungen und Aktivitäten
https://www.forbes.com/forbes/welcome/?toURL=https://www.forbes.com/sites/michellefabio/2018/04/06/department-of-homeland-security-compiling-database-of-journalists-and-media-influencers/&refURL=https://www.facebook.com/&referrer=https://www.facebook.com/#515bdd786121

Die Lachsschaumspeise
https://www.youtube.com/watch?v=7-CbhFP1k9I
https://www.youtube.com/watch?v=YoBTsMJ4jNk

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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47 Kommentare zu: “Tagesdosis 10.4.2018 – Right or wrong: my Hegemon?

  1. Liebe Philosophen oder Filosofen! Wir filosofieren hier über unser und das Leben unserer Kinder! Wann und auf welche Weise kommt der GAU…Im Staub des zerstörten Planeten wird kein Alien die Newsgroups oder Foren auf verschmolzenen Datenträgern analysieren werden! Leute! Man will uns tot sehen, des Profites wegen und geschichts-und penisbedingter-Phobien wegen! Eure Kinder und Enkel werden sterben, während ihr euch ausmöhrt, wer wo was wann dazu schon einmal geschrieben hat und was damit gemeint sein könnte. Unsere Enkel, unsere Kinder, die Welt wird sterben ob dieser wohlfeilen Diskussionen! Jetzt NEIN und VERWEIGERUNG gegen allen pseyudostaatlichen Zuckungen. Wir sind Menschen, kein Produnkt oder Fiskalposten!

  2. Trump: Russland mach dich bereit, unsere Raketen werden kommen, schön, neu und smart!
    11.04.2018 • 13:12 Uhr
    https://de.rt.com/1gla

    Muß ich jetzt das Radio einschalten, oder werde ich anderweitig informiert, wenn es dann im Vorgarten rumpelt.

    Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die Bevölkerung noch in diese Überlegung eingeschlossen ist.
    Früher wurde noch darauf hin gewiesen, eine Notreserve im Haus zu haben.

    Auch wurde man darüber belehrt, sich mit einer Aktentasche vor einen Atomblitz zu schützen.
    Wo bleiben die Notfallverordnungen?

    Anscheinend ist Krieg zu einem Sandkastenspiel geworden.

    Danke dafür, liebe Medien.

    Die wirkliche Gefahr steckt natürlich im Nervengas, welches aus den Geheimlaboren aus dem Reich des Bösen stammt.

    • Man muß sich schon fragen, was der sich so alles einpfeift, bevor er Tweets wie den angeführten auf die Welt losläßt:

      „Russia vows to shoot down any and all missiles fired at Syria. Get ready Russia, because they will be coming, nice and new and “smart!” You shouldn’t be partners with a Gas Killing Animal who kills his people and enjoys it!“

      Assad, als ein „Gas Killing Animal“ zu bezeichnen, der sich am Töten erfreue… Das war vor ein paar Jahren noch allerunterste Schublade.
      Die Äußerung von völlig Geisteskranken.
      (Man beachte auch die Grammatik und Rechtschreibung, die fehlende.)

      Und das tritt jetzt auf höchsten Regierungsebenen hervor.
      Manche sprechen von dämonischen Fremdbesetzungen. Ich fürchte, da könnte was dran sein.

  3. Ergänzung: Natürlich ist Pöhlmanns Output hinsichtlich der investigativen Qualität in ihren Kombinationen und Verknüpfungen grundsätzlich eine ganz eigene Klasse. Hatte ich vergessen extra zu betonen…

  4. Die ultimative Dirk Pohlmann-(Kurz-)Lobhudelei. Es ist – bei allem Schrecken der Materie – immer wieder eine Wohltat, Dirk Pohlmann zu lesen. Oder zu hören. Oder im vertonten Bewegtbild anzuschauen. Der Mann ist einfach verdammt gut. Auch wenn sich die Veröffentlichungen verschiedenster Autoren zum Thema innerhalb der „Gegenöffentlichkeit“ in Rezeption und Schlussfolgerung natürlich sehr ähnlich sind, veredelt Pöhlmann seine Notizen grundsätzlich mit eigener Note. Das ist eine im Subtext stets – unaufdringlich – mitlaufende sehr persönliche Betroffenheit. Das macht Pöhlmanns Journalismus so authentisch. Und ist Rohstoff für seinen in verschiedener Dosierung verfügbaren ebenso unaufdringlichen trockenen Humor.

    Und noch was, vielleicht das Wichtigste: Der Mann hat eine aussterbende, große Tiefe. Punkt. Viele werden wissen, was ich meine.

    Ok, etwas OT, aber das musste auch mal sein.

    • Einer, der mit ganzem heißen Herzen dabei ist, der D.P. und mir deshalb meins erwärmt.

  5. MH17, am Mittag der Katastrophe rief unsere erste Minister Rutte seine Vice, Asscher, an am Handy, der war zur Zeit auf Ferien in süd Frankreich.
    Asscher musste Rutte ins Festnetz zurückrufen, damit die Russen nicht anhören konnten.
    Dummkopf Asscher erzählte das im Fernsehen.
    Er benutzte das Festnetz seiner französichen Nachbar.
    Niemand fragte ihn was am Mittag so Geheim was das verhindert werden musste das die Russen es wussten.
    Was konnte Rutte damals wissen ?
    Ich habe lange darüber nachgedacht was Rutte Asscher sagen konnte, das einzige was ich denken kann ist das Rutte zu Asscher sagte das die Russen die Schuld kriegen mussten.
    Das was ich sehe als anti Putin Propaganda über MH17 wird fortgesetzt, immer wieder neue ‚Fakten‘, ohne die ‚Untersuchung‘ ab zu schliessen.
    Schon zwei Monumente.

  6. Macron „erwägt“ einen Militärschlag in Syrien…

    Was hoffnungsvoll stimmt: Bisher sind zu fast 100% Kommentare hier sogar bei diesem SPON-Artikel (s.u.) im Forum, die das für wahnsinnig halten. Die westliche Propaganda ist mittlerweile so himmelschreiend absurd, das muss doch wirklich der letzte Trottel durchschauen!

    spiegel.de/politik/ausland/emmanuel-macron-erwaegt-militaerschlag-in-syrien-a-1202250.html

  7. Hallo Leute,
    ich habe heute etwas mit euch vor, was micht schon eine ganze Weile beschäftigt zum Thema Russland. Ich schätze Herrn Pohl oder Herrn Rupp wirklich sehr für Ihre Leistung und vorallem wegen der Vergangenheit (Herr Rupp hat geholfen den 3. Weltkrieg zu verhindern und musste dafür sogar ins Gefängnis). Aber ich betrachte eine Sache immer aus mehreren Richtungen. Und wenn man dies tut, ist es immer schwieriger sich eine Meinung zu bilden, weil man lediglich mit seinem Verstand, seinen Gefühlen und mit einer gewissen Logik arbeiten kann. Ich habe außerdem viel über Russland und seine Geschichte gelesen. Und im Moment fällt es mir wirklich sehr schwer, mir eine Meinung zu bilden. Und dieser folgende sehr lange Artikel fasst meine Bedenken gut zusammen. Bis jetzt hatte ich nie diese Variante der Geschichte um Russland öffentlich zu meiner eigenen gemacht. Ich beobachte diese aber schon ziemlich lange (mehrere Jahre). Und ich zerbreche mir jeden Tag den Kopf darüber, ob sie nicht Richtig sein könnte oder ob ich einem Trugschluss unterliege. Ich galube es ist angesichts der erhöhten Spannung und der drohenden Kriegsgefahr Zeit, mal gemeinsam darüber nachzudenken.
    Und hier der lange oben erwähnte Artkel, den ihr bei Interesse wirklich bis zum Schluss lesen solltet.

    08.April 2018
    So lügt Moskau!

    von Torsten Mann

    Ziele und Methoden der russischen Desinformation

    Haben Sie schon einmal davon gehört, dass AIDS eine biologische Waffe ist, die von der US-Armee zur Reduzierung der Überbevölkerung in der Dritten Welt entwickelt wurde? Wussten Sie schon, dass die US-Regierung den islamischen Terror erschaffen hat, um damit »imperialistische Kriege« zu rechtfertigen und dem »militärisch-industriellen Komplex« in Amerika Profite zu verschaffen? Sind Sie davon überzeugt, dass die CIA für die Ermordung Kennedys verantwortlich ist und ist Ihnen bekannt, dass Papst Pius XII. ein Freund der Nazis war, der nichts gegen die Verfolgung der Juden unternahm? Sind Sie darüber informiert, dass auf einen Atomkrieg zwangsläufig ein »Nuklearer Winter« folgt? Und wissen Sie, dass Russland von der NATO eingekreist wird, was Moskau zu einem legitimen »Präventivschlag« gegen den Westen provozieren könnte?

    Wenn Sie das alles bereits wissen, dann sollten Sie weiterlesen, denn all die genannten Geschichten sind vorsätzliche Lügen und sie stammen aus derselben Quelle, deren Absicht es ist, die Weltöffentlichkeit systematisch zu täuschen und irrezuführen: Diese Lügen entstammen den Desinformationsabteilungen der russischen Geheimdienste!
    Anfänge der russischen Desinformation

    Seit jeher ist die Lüge so untrennbar mit der kommunistischen Ideologie verbunden wie die Freiheit mit jeder echten Marktwirtschaft. Deutlich tritt dieser Zusammenhang in den Worten des ehemaligen Stasi-Oberstleutnants Günter Bohnsack zutage, einem früheren Mitarbeiter der Desinformationsabteilung in Ostberlin, die nach der Devise handelte, dass sogenannte »Aktivmaßnahmen«, zu denen die vorsätzliche Verbreitung von Desinformation gehört, eine »spezifische Form des Klassenkampfes« darstellten.(1) Zu lügen gehörte für das KGB tatsächlich zum alltäglichen Geschäft. Schon im ersten sowjetischen Geheimdienst, der Tscheka, gab es ein Desinformationsbüro und auch die Kominform verfügte über eine Desinformationsabteilung, die Lügen und Gerüchte verbreitete, um Unruhe zu stiften und die bürgerlichen Staaten der westlichen Welt zu demoralisieren.(2) Doch bis zum Ende der 1950er Jahre überwog beim KGB noch die reine Informationsbeschaffung, während die systematische Desinformation nur eine untergeordnete Rolle spielte, so dass die Moskauer »Aktivmaßnahmen« noch vergleichsweise unprofessionell blieben und nur eine begrenzte Wirkung erzielten.(3)

    Das änderte sich zu Beginn der 1960er Jahre jedoch grundlegend. Wie mehrere Überläufer östlicher Geheimdienste berichteten, ergab sich mit Beginn der sowjetischen Langzeitstrategie im Jahr 1956 eine Prioritätsverlagerung, bei der die aktive Rolle der Geheimdienste wesentlich erweitert wurde.(4) Zu diesem Zweck wurde bereits 1959 bei der Ersten Hauptverwaltung des KGB, zuständig für Auslandsaufklärung, eine eigene »Abteilung für aktive Maßnahmen« (Abteilung D) unter der Leitung von KGB-General Iwan Iwanowitsch Agajanz gegründet. Diese Abteilung bestand laut dem früheren KGB-Oberst Oleg Gordievsky hauptsächlich aus ausgeschiedenen KGB-Agenten, die kontinuierlich Artikel und Manuskripte verfassten, in denen die Wahrheit so geschickt mit Lügen und semantischen Manipulationen vermischt wurde, dass es sehr schwierig wurde, zu erkennen, was echte Information war und wo die Desinformation begann. Die »Abteilung D« wurde im Jahr 1968 in »Abteilung A« umbenannt und in den frühen 1970er Jahren zu einem »Dienst A« aufgewertet, was die zunehmende Bedeutung der Desinformation in der sowjetischen Strategie anzeigt. Auch die Zielgruppe ihrer subversiven Aktivitäten änderte sich im Lauf dieser Zeit. Waren zunächst noch die politischen Entscheidungsgremien westlicher Staaten das Zielobjekt der sowjetischen Beeinflussung, so verlagerte sich der Schwerpunkt im Verlauf der 1960er Jahre auf die Manipulation der öffentlichen Meinung und des Zeitgeistes.(5)

    Moskau errichtet ein Lügen-Netzwerk

    Wenige Jahre nach Gründung der Abteilung D beim KGB wurden auch bei den Geheimdiensten der übrigen Warschauer-Pakt-Staaten dem sowjetischen Vorbild entsprechende Desinformationsabteilungen etabliert, die durch sowjetische »Berater« zunächst nur mit Moskau, später auch untereinander koordiniert wurden und die fortlaufend Verleumdungskampagnen gegen die westlichen Staaten durchführten.(6) So bekam die Desinformationsabteilung der »DDR« im Stellenplan des Ministeriums für Staatssicherheit die römische Ziffer X zugewiesen. Sie blieb organisatorisch nahezu unverändert bis zu ihrem Ende im Jahr 1989 aktiv. Noch im Jahr 1988 kommentierte ihr Leiter Oberst Rolf Wagenbreth die Arbeit seiner Abteilung im Kreis leitender Geheimdienstfunktionäre mit den Worten: »Unsere Freunde in Moskau nennen es ›Desinformazija‹, unsere Feinde in Amerika nennen es »active measures« und ich, liebe Freunde, nenne es ›meine Lieblingsbeschäftigung‹.«(7)

    In der Tschechoslowakei bekam die für Desinformation zuständige Abteilung die Ziffer 8 zugeteilt. Viele Details über die Operationen dieser Sektion wurden bekannt, nachdem ihr stellvertretender Leiter, Major Ladislav Bittman, als Reaktion auf den Prager Frühling 1968 in den Westen überlief. Er berichtete, dass die Produktion von Lügenkampagnen im Anschluss an die Vernetzung der osteuropäischen Desinformations-Abteilungen steil angestiegen war, so dass der Ostblock jährlich etwa 300 bis 400 koordinierte Verleumdungskampagnen durchführen konnte. Allein der tschechoslowakische Geheimdienst, der nach dem KGB als zweitgrößter Desinformationsproduzent im Ostblock galt, inszenierte im Jahr 1965 beispielsweise 115 Sonderoperationen.(8) Als General Agajanz im selben Jahr eine Inspektion der ihm unterstellten osteuropäischen Filialen unternahm, die ihn auch nach Prag führte, war er offensichtlich von der Arbeit der tschechoslowakischen Abteilung tief beeindruckt. Nach Durchsicht einiger Zeitungsausschnitte, die von einer aktuellen Operation zeugten, sagte er: »Manchmal wundere ich mich darüber, wie leicht es ist, diese Spiele zu spielen, wenn sie (im Westen) keine Pressefreiheit hätten, müssten wir sie für sie erfinden.«(9)

    Das hauptsächliche Einsatzgebiet für Beeinflussungsoperationen der Abteilungen in der »DDR«, in der Tschechoslowakei und in Ungarn war Westdeutschland, aber auch andere westeuropäische Staaten sowie Staaten der Dritten Welt, während das allen Satellitenabteilungen übergeordnete KGB einerseits hauptsächlich mit Operationen in den USA befasst war und andererseits solche Kampagnen durchführte, die im Rahmen der sowjetischen Langzeitstrategie einer höheren Geheimhaltungsstufe unterlagen. In diesem Zusammenhang erwähnte Major Bittman die Existenz eines globalen langfristigen Desinformationsplans, den seine sowjetischen Vorgesetzten immer wieder erwähnt hatten, ohne dass er selbst jemals Einblick in schriftliche Direktiven bekommen hätte.(10)

    Die Moskauer Zentrale übte durch ihre Verbindungsoffiziere eine enge Kontrolle über die Arbeit der einzelnen Filialen aus, so dass Moskau stets in jedes Unternehmen eingeweiht war, das die Desinformationsdienste der Satellitenstaaten durchführten. Oberstleutnant Bohnsack schrieb, dass die sowjetischen Offiziere in der Sektion der Stasi nicht nur eine beratende Funktion, sondern eine effektive Befehlsgewalt hatten und dass Moskau für jedes einzelne Unternehmen, das von der Stasi geplant wurde, ein Konzept oder zumindest einen Brief forderte.(11) Mindestens einmal im Jahr fanden darüber hinaus multilaterale Beratungen statt, bei denen Schwerpunkte festgelegt und Operationsgebiete abgesteckt wurden.(12) Major Bittman erklärte: »Die tschechoslowakische Abteilung D konnte, wie die übrigen Abteilungen dieser Art in den anderen Satellitenländern, nicht nach eigenem Gutdünken Einsatzziele bestimmen. Zwar werden von jedem Geheimdienst langfristige Pläne, die sich auf fünf bis sieben Jahre erstrecken, ausgearbeitet, aber die Sowjetunion bestimmt weitgehend die Richtlinien der Vorbereitung und praktischen Durchführung, um sicherzugehen, dass keine der einzelnen Operationen den sowjetischen Zielsetzungen widersprechen.«(13)

    Auf diese Weise behielt Moskau stets die Kontrolle über alle Aktivitäten der osteuropäischen Geheimdienste und wahrte den Überblick über den aktuellen Stand laufender Unternehmungen.(14) Die enge Verknüpfung zwischen dem KGB und den übrigen Geheimdiensten im sowjetischen Einflussbereich zeigt, dass kein kommunistischer Staat in Osteuropa in der Lage war, eine autonome Politik zu betreiben oder die Interessen des eigenen Landes zu verfolgen, stattdessen standen die Regime Osteuropas, einschließlich ihrer Geheimdienste und Armeen, bis zur Wende unter der vollständigen Kontrolle Moskaus, teilweise auch darüber hinaus.(15) Dasselbe gilt für den Geheimdienst Kubas und anderer Satellitenstaaten in Asien, Afrika und Lateinamerika, die in ähnlicher Weise vom KGB kontrolliert wurden.(16)

    Die Praxis, die Geheimdienste verbündeter Staaten vorzuschicken, um Kampagnen für die Sowjetunion durchzuführen, erwies sich vor allem in der Dritten Welt als sehr erfolgreich, denn dort waren viele Aktivisten eher zur Kooperation mit einem Satellitengeheimdienst bereit, in der irrtümlichen Annahme damit dem »Antikolonialismus« anstatt den Supermachtinteressen der Sowjetunion zu dienen.(17) Dieselbe Fehleinschätzung machte sich Moskau auch in den 1960er Jahren bei der Aufhetzung der Studentenbewegung zunutze, für die der Massenmörder Che Guevara zu einer Art Pop-Ikone hochstilisiert wurde, was zum Beispiel mit Leonid Breschnew oder Erich Honecker kaum möglich gewesen wäre, obwohl diese doch für exakt dieselbe politische Idee standen.
    Dialektik der Täuschung

    Um den gewünschten Effekt zu erzielen war es nicht zielführend, Geschichten vollständig zu erfinden, denn reine Lügen, die nicht auf einer soliden Faktenbasis aufbauen, können leicht als Fälschungen enttarnt werden und erzielen daher nicht die angestrebte Wirkung. Eine Lüge wird in vielen Fällen erheblich glaubwürdiger, wenn man tatsächliche Ereignisse in geeigneter Weise verdreht und mit halbwahren, irreführenden oder ganz gefälschten Zusatzinformationen kombiniert. Dadurch wird das Geschäft der Desinformation zu einer komplizierten und anspruchsvollen Aufgabe, das viel Fachkenntnis und einen großen Arbeitsaufwand erfordert. Die KGB-Abteilung D verfeinerte diese Kunst bis zu einem Grad, in dem sie in der Lage war, westliche Regierungsdokumente so zu fälschen, dass sie selbst von den zuständigen westlichen Behörden nicht sofort als Desinformation erkannt werden konnten. Aber man beschritt auch ungewöhnliche Wege, indem man neben der Produktion von Artikeln, Büchern, gefälschten Dokumenten, Parolen und Gerüchten sogar subversive Witze in Umlauf brachte, denn »bisweilen hat ein guter Witz eine größere Wirkung als zehn Leitartikel«.(18)

    Major Bittman erklärte: »Die internationale Politik wird zu diesem Zweck systematisch verfolgt, Konflikte oder Spaltungen zwischen öffentlicher Meinung und Regierungspolitik in nichtkommunistischen Ländern werden analysiert, um unzufriedene Bevölkerungsschichten als ›pressure groups‹ manipulieren zu können. Aus diesem Grund könnte man einen Großteil der (…) Sonderoperationen als diversives Public-Relations-Programm bezeichnen, das bezweckt, die Beziehung zwischen einer feindlichen Regierung und ihrem Volk zu vergiften, bestehende Kontroversen und Konflikte zu verhärten und neue Dispute zu nähren.«(19)

    Das heißt, die Produktion von Desinformationskampagnen erfolgte spezifisch und unter Berücksichtigung der individuellen Befindlichkeiten einzelner Zielgruppen. So wurde die Studentenbewegung der 1960er Jahre ebenso mit zersetzenden Parolen aufgewiegelt, wie später die Friedensbewegung, die Ökobewegung oder inzwischen die sogenannte »Wahrheitsbewegung« bis hin zu rechtsextremen oder nationalistischen Gruppierungen, denen man Spielmaterial zukommen lässt, das zwar ihrer Erwartungshaltung entspricht, das aber mit subversiven, zumeist antiamerikanischen Parolen versetzt ist, die geeignet sind, in den verschiedensten Bevölkerungsgruppen ein für die Ziele der Moskauer Strategie günstiges Meinungsklima zu schaffen. Oberstleutnant Bohnsack schrieb hierzu: »General (Markus) Wolf hat bereits in den sechziger Jahren immer wieder verlangt, auf allen Tasten des Klaviers zu spielen, um mit nachrichtendienstlichen Mitteln möglichst viele Menschen in Westdeutschland politisch anzusprechen, zu beeinflussen, gegen den kalten Krieg aufzubringen. Damit meinte er nichts anderes, als neben Quellen auch solche Stützpunkte zu werben, die von ihrer gesellschaftlichen Stellung her in der Lage wären, als Multiplikatoren zu wirken, politische Bewegungen auszulösen und zu steuern, Meinungen in der Öffentlichkeit zu bilden oder auch Enthüllungskampagnen zu initiieren.« (20)

    Einflussagenten, Kollaborateure und »nützliche Idioten«

    Die wichtigsten Erfüllungsgehilfen der russischen Desinformation waren seit jeher die freien Medien im nichtkommunistischen Ausland. Das KGB beschränkte sich dabei nicht auf die Manipulation von Presse und Rundfunk, sondern platzierte seine Agenten auch im Umfeld großer Film- und Theaterproduktionen, um sie für die Verbreitung von Desinformation zu nutzen oder gründete und finanzierte getarnte Frontorganisationen wie zum Beispiel Verlage von Zeitungen, Zeitschriften oder Nachrichtenbriefen, die auf den ersten Blick unabhängig und überparteilich erschienen und nicht unmittelbar mit Moskau in Verbindung gebracht werden konnten.

    Zwar wurden selbstverständlich auch offen kommunistische Medien im In- und Ausland für die Verbreitung irreführender Informationen benutzt, jedoch legten die Experten der Abteilung D besonderen Wert darauf, ihre Lügen vorzugsweise in angesehenen und als neutral geltenden, im Idealfall sogar in konservativen oder rechtslastigen Medien unterzubringen, bei denen der Leser oder Zuschauer keine kommunistische Einflussnahme erwarten würde. Major Bittman schrieb hierzu: »Die Beeinflussung durch den kommunistischen Geheimdienst fand in einigen Fällen qualitativ auf so hoher Ebene statt, dass man direkt mit dem Chefredakteur oder Verleger einer Zeitung verhandeln konnte und sie mit finanzieller Beihilfe unterstützte. Dafür ließ sich von Zeit zu Zeit Desinformationsmaterial veröffentlichen und die Haltung des Blattes entscheidend beeinflussen.«(21)
    Dabei gilt, je größer die scheinbare Distanz des Mediums oder des Einflussagenten zur kommunistischen Quelle, umso größer ist die erzielbare Wirkung der subversiven Botschaft in der Öffentlichkeit. Der KGB-Überläufer Ilja Dschirkwelow erläuterte diese Praxis wie folgt: Sobald eine bestimmte Desinformation erfolgreich im Ausland platziert wurde, griffen die sowjetischen Staatsmedien die Sache auf und sorgten unter Verweis auf die vermeintlich unabhängige Quelle für eine möglichst große Verbreitung. Ein angeworbener westlicher Journalist, der als Einflussagent im Redaktionsstab einer Zeitung oder Zeitschrift saß, hatte demnach die Aufgabe, kompakt gehaltenes Rohmaterial, das ihm die russische Desinformation einschließlich Bildmaterial und Quellenalibi zugesandt hatte, zu einem Artikel oder einem Beitrag aufzuarbeiten und zu veröffentlichen. Konkret veröffentlichten die westlichen Kollaborateure der sowjetischen Desinformation das ihnen zugespielte Material scheinbar eigenständig und unabhängig, aber es erst dadurch die gewünschte Popularität, dass es durch die russischen Staatsmedien zum Beispiel in Form von Interviews oder Korrespondentenberichten aufgegriffen und international verbreitet wurde.(22)

    Erst diese Unterstützung durch die sowjetrussische Propaganda war ausschlaggebend dafür, dass einer Kampagne oder einem Kollaborateur der internationale Durchbruch gelang. Diese Praxis beschränkte sich nicht auf Journalisten und Autoren, sondern es fungierten auch Wissenschaftler, Historiker, Politiker und andere prominente Persönlichkeiten als Einflussagenten im Dienste Moskaus. Natürlich war nicht jeder, der mit seiner jeweiligen Botschaft in den sowjetischen Massenmedien zu Wort kommen durfte, ein bewusst handelnder Einflussagent des KGB, aber die strikte staatliche und geheimdienstliche Zensur stellte doch zumindest sicher, dass in den Moskauer Massenmedien nichts verbreitet wurde, das nicht mit den Zielen des Kreml und seiner langfristigen Strategie übereinstimmte.

    Oftmals wusste ein Journalist, dem gefälschtes Material zugespielt wurde, nicht einmal, woher es tatsächlich stammte und auf welches Spiel er sich bei der Veröffentlichung einließ. Desinformation wurde also nicht nur über bezahlte und bewusst handelnde Einflussagenten verbreitet, sondern auch durch ein Heer unbewusst handelnder, »nützlicher Idioten«, die Phrasen und Parolen aufgriffen und unreflektiert weiter verbreiteten, so dass es mit einem einzigen geschickt platzierten Artikel oftmals gelang, eine Kettenreaktion auszulösen, bei der die Falschmeldung von anderen Medien immer aufgegriffen und weitergetragen wurde. Häufig wiederholte Moskau ähnliche Verleumdungen, um über die Jahre, getreu dem Motto »steter Tropfen höhlt den Stein«, einen kumulierenden Effekt zu erzielen, was sich auch für die beteiligten Kollaborateure lukrativ auswirkte, denn wie der KGB-Überläufer Konstantin Preobrazhensky berichtete, zahlte die sowjetrussische Desinformation jedes Mal einen Bonus, wenn eine Lüge wiederholt wurde.(23) Laut einer Schätzung der CIA investierten die Sowjets in den 1970er Jahren auf diese Weise jährlich mehr als 3 Milliarden US-Dollar in die Verbreitung von Desinformation und Propaganda.(24) Der offensichtliche Erfolg dieser Investition veranlasste den KGB-Überläufer Yuri Bezmenov im Jahr 1985 zu der Feststellung, dass ein Großteil der westlichen Massenmedien vom KGB manipuliert wurde.(25)

    Langfristige Ziele der sowjetischen Desinformation

    Sowohl die Stoßrichtung als auch der zu erzielende Nutzen einzelner Desinformationskampagnen entsprach stets den langfristigen Zielen der Moskauer Langzeitstrategie. Grundsätzlich ging es darum, die westlichen Staaten durch die systematische Unterhöhlung ihrer politischen, wirtschaftlichen, militärischen und moralischen Stärke zu schwächen, die Politik des Westens und seiner Regierungen in den Augen der einheimischen Bevölkerung sowie vor dem Ausland zu diskreditieren und die Entscheidungen ausländischer Regierungen zum Nutzen Moskaus zu beeinflussen. Vor allem wurde versucht, das westliche Wirtschafts- und Finanzsystem zu beschädigen und in Verruf zu bringen, und zwar einerseits durch die systematische Irreführung der westlichen Öffentlichkeit über die Voraussetzungen für eine intakte Marktwirtschaft und ihre grundsätzliche Funktionsweise und andererseits dadurch, dass den westlichen Staaten lebenswichtige Ressourcen entzogen werden sollten, in erster Linie eine rentable Energieversorgung.(26) Die westliche Wirtschaft von ihrer Energieversorgung abzuschneiden war eine langfristige Operation der kommunistischen Geheimdienste, die bis in die 1950er Jahre zurückreichte und die nicht nur den Bereich der Desinformation, sondern ebenfalls auch andere Abteilungen sowohl der zivilen und militärischen Geheimdienste betraf. Als besonders erfolgreich hat sich in diesem Zusammenhang inzwischen die Klimaschutz-Hysterie erwiesen, die ausdrücklich auf eine kommunistische Zersetzungskampagne zurückzuführen ist, deren Grundlagen bereits auf dem 20. Parteitag der KPdSU im Jahr 1956 geschaffen wurden (vgl. hierzu Rote Lügen in grünem Gewand).
    Ein weiterer Erfolg der kommunistischen Desinformation war, die aggressiv betriebenen Versuche der Sowjets, die Erdölquellen im Nahen Osten unter ihre Kontrolle zu bekommen, wovon 1979 die Revolution im Iran, die Invasion in Afghanistan, sowie die Besetzung der Großen Moschee in Saudi Arabien zeugen, semantisch derartig umzudeuten, dass aus dem legitimen Interesse der westlichen Staaten an der Aufrechterhaltung ihrer Energieversorgung, wie es in der Carter-Doktrin formuliert wurde, die antikapitalistische Kampfparole »Kein Blut für Öl« wurde. Major Bittman schrieb hierzu: »Das wichtigste langfristige Ziel der wirtschaftlichen Kriegsführung und Desinformation der Sowjets ist, die amerikanische Wirtschaft von Rohstoffen abzuschneiden, die für Wohlstand und Wachstum lebenswichtig sind, sowie die wirtschaftlichen Beziehungen Amerikas zur Außenwelt in einer für die Sowjets vorteilhaften Weise zu manipulieren.« Dazu gehörte laut Bittman ausdrücklich auch die Manipulation internationaler Märkte wie zum Beispiel des Goldpreises. Während die Marktwirtschaft systematisch diffamiert wurde, sollten die Aktivmaßnahmen dabei helfen, marxistische Denkweisen – häufig in verschleierter und getarnter Form – salonfähig zu machen, eine sozialistische Erwartungshaltung in der Bevölkerung zu wecken und konservativem, bürgerlichem und religiösem Gedankengut den gesellschaftlichen Rückhalt zu entziehen.

    Yuri Bezmenov betonte, dass das KGB all jenen Individuen, die der sowjetischen Strategie dienlich waren, durch die Manipulation der öffentlichen Meinung bei ihrer weiteren Karriere half, während solche Personen, die sich der kommunistischen Zersetzung ihres Landes entgegenstellten, zum Opfer organisierter Rufmord- und Verleumdungskampagnen wurden.(28) Beispielsweise investierte das KGB nach Aussage des früheren Ceaucescu-Stellvertreters Generalleutnant Ion Pacepa über Jahrzehnte hinweg enorme Summen in die persönliche Diffamierung unliebsamer amerikanischer Präsidenten. So wurde Lyndon B. Johnson als Mafioso und als Mörder Kennedys dargestellt, Richard Nixon als »kleiner Tyrann« oder Carter als »blöder Erdnussfarmer«.(29) Vor diesem Hintergrund ist auch heute noch bemerkenswert, wie unterschiedlich viele Massenmedien zum Beispiel Ronald Reagan oder George Bush jun. einerseits und Barack Obama andererseits darstellen. Während Bush jun. im deutschen Fernsehen wörtlich als »Präsidentschaftslehrling« diffamiert wurde, wurde der offensichtlich stark linkslastige Obama zu einer Art Heilsgestalt hochgejubelt.

    Primäres Ziel: Verbreitung von Antiamerikanismus und Deutschfeindlichkeit

    Wie mehrere KGB-Überläufer erklärten, zielte die sowjetrussische Desinformation primär darauf ab, die Politik Moskaus vor der Weltöffentlichkeit in einem positiven Licht darzustellen, bei gleichzeitiger Verbreitung von Antiamerikanismus und Deutschfeindlichkeit.(30) Letzteres geschah vor allem durch das europaweite Schüren von Ängsten vor einer wiedererstarkenden Rolle Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg.(31) Zu diesem Zweck suggerierte Moskau durch seine Helfershelfer eine noch immer existierende Bedrohung durch den Neonazismus, dessen politische Vertreter in Deutschland latent noch immer an der Macht seien oder unmittelbar vor einer neuen Machtergreifung stünden. Hierfür gründete das KGB nicht nur »antifaschistische« also linksextreme, sondern auch scheinbar rechtsextreme Organisationen, die unter falscher Flagge Schmähschriften verbreiteten und Anschläge verübten, was dem Zweck diente, vor der Weltöffentlichkeit das Schreckgespenst des deutschen Neonazismus zu beschwören.(32) Darüber hinaus schreckte das KGB auch nicht davor zurück, seine Agenten in bereits bestehende rechte Kreise eindringen zu lassen um dort zielgruppenspezifisch Antiamerikanismus zu verbreiten oder um zum Beispiel das deutsch-französische Verhältnis in der Frage der Elsässer und Lothringer zu vergiften. Es wurde auch versucht, dem deutsch-österreichisch-italienischen Verhältnis unter Missbrauch der Situation Südtirols dadurch zu schaden, dass in rein zerstörerischer Absicht auf allen Seiten feindschaftliche Tendenzen geschürt wurden und indem gesunder Patriotismus zu destruktivem Chauvinismus entartet wurde. In ähnlicher Weise wurde die Situation ethnischer Minderheiten in der gesamten westlichen Welt vorsätzlich verschärft, indem die Probleme nach Kräften verstärkt und Spannungen geschürt wurden, während eine konstruktive Lösung des Problems vorsätzlich verhindert wurde.(33)

    Wie Major Bittman berichtete, bezeichnete der sowjetische Desinformationsplan die USA als Hauptfeind, den zu zersetzen besonders großer Aufwand betrieben wurde. Dabei seien gerade antiamerikanische Propagandakampagnen besonders leicht durchführbar gewesen, denn es genügte zumeist schon ein einziger Presseartikel, um eine Welle der Empörung über eine »neue amerikanische Verschwörung« auszulösen.(34) Tatsächlich ist die allgemeine antiamerikanische Paranoia nach Jahrzehnten der Konditionierung mittlerweile so stark ausgeprägt, dass reflexartig bei jedem unerwarteten weltpolitischen Ereignis zuerst an eine amerikanische Verschwörung gedacht wird, und dabei wird vollkommen ausgeblendet, dass es neben Washington noch andere Kräfte in der internationalen Politik gibt, die hinter verschlossenen Türen völlig unbemerkt agieren. Die Vorstellung, welche die Weltöffentlichkeit inzwischen von den USA hat, steht im krassen Gegensatz zu früheren Jahrzehnten, als das amerikanische Gesellschaftsmodell international noch als Vorbild von Freiheit, Demokratie und Wohlstand galt. An dieser Entwicklung haben die systematischen Zersetzungsmaßnahmen des KGB einen ganz entscheidenden Anteil. Marxistische Phrasen wie etwa, dass Washington eine »imperialistische« oder »neokolonialistische« Politik betrieben, die den »Weltfrieden« und den wirtschaftlichen Wohlstand anderer Nationen gefährde oder gar die ökologische Zukunft des Planeten aufs Spiel setze, dienen ausdrücklich dazu, die USA von ihren internationalen Verbündeten zu entfremden und moralisch wie politisch zu isolieren, was langfristig als Vorstufe für die militärische Isolierung der USA angesehen wurde.(35) Der Erfolg der sowjetischen Desinformationsbemühungen in der Dritten Welt ist zum Beispiel daran erkennbar, dass die Entwicklungsländer bei Abstimmungen in der UNO-Vollversammlung im Jahr 1982 in 83,4% aller Fälle zugunsten der Sowjetunion gestimmt hatten.(36)

    Zersetzung der westlichen Verteidigungsfähigkeit

    Wie Major Bittman berichtete, war der zweite Hauptangriffspunkt der kommunistischen Geheimdienste die NATO, denn das westliche Verteidigungsbündnis und die auf europäischem Boden stationierten US-Truppen waren der hauptsächliche Hinderungsgrund, der Moskau davon abhielt, die Kontrolle über Westeuropa zu erlangen. Die sowjetischen Strategen gingen davon aus, dass die europäischen Staaten ohne direkte amerikanische Unterstützung weder einzeln noch vereint in der Lage wären, sich gegen die Sowjetunion militärisch zu verteidigen.(37) Deshalb wurde besonders großer Aufwand betrieben, um einen Abzug der US-Truppen aus Europa zu erreichen. Vor diesem Hintergrund dienten die seit Jahrzehnten in der sowjetrussischen Propaganda wiederholten Phrasen vom »gemeinsamen europäischen Haus« und der Achse »Paris-Berlin-Moskau« dazu, den Herrschaftsanspruch Moskaus über Europa semantisch zu tarnen. In der sowjetischen Langzeitstrategie sollte auf die Auflösung der NATO und auf den Abzug der amerikanischen Streitkräfte die Errichtung eines sogenannten »kollektiven Sicherheitssystems« in Europa folgen, bestehend aus »bilateralen Verteidigungsabkommen« zwischen den europäischen Staaten und Moskau, was de facto den Warschauer Pakt unter anderem Namen auf Westeuropa ausgedehnt und den Kontinent dem Diktat des Kreml unterworfen hätte. Vor diesem Hintergrund gehörte es zu den langfristigen Aufgaben der sowjetischen Desinformation, die Stellung und das Ansehen der USA in Europa zu unterhöhlen und die zur Auflösung tendierenden Kräfte innerhalb der NATO zu fördern.(38)
    Um dies zu erreichen hatte das sowjetrussische Geheimdienstnetzwerk, wie Generalleutnant Ion Pacepa bezeugte, gegen Ende der 1970er Jahre unter der Parole »Europa den Europäern« schon etwa 700 Millionen Unterschriften für eine »Yankee-Go-Home«-Petition gesammelt.(39) »Dem westeuropäischen Publikum«, so erklärte Bittman die sowjetischen Direktiven, »sollten systematisch antiamerikanische Gefühle eingeimpft werden. Es musste zur Ansicht erzogen werden, dass Europa doch fähig sein sollte, seine Probleme ohne militärische Beteiligung der Vereinigten Staaten zu lösen. Zusätzliche getarnte Propaganda zielte darauf hin, ein ungünstiges Licht auf die amerikanischen Truppen zu werfen, indem z.B. von amerikanischen Soldaten begangene Sexualverbrechen oder Mordtaten hochgespielt wurden. Die dominierende Stellung der USA diente als Vorwand für das Argument, die NATO-Strategie sei das Werk von amerikanischen Militärexperten, die nur die Verteidigungsinteressen der USA im Auge hätten und im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung mit der Sowjetunion bereit wären, Europa zum Atomkriegsschauplatz zu machen.«(40) Wie erfolgreich die sowjetrussische Hetze gegen die NATO Früchte trug, zeigt sich besonders daran, welche Ausmaße und welchen gesellschaftlichen Einfluss die Friedensbewegung zu Beginn der 1980er Jahre erreichte.

    Um das militärische Kräfteverhältnis in Europa zugunsten Moskaus zu verschieben agitierte die sowjetische Desinformation gezielt gegen westliche Rüstungsvorhaben. Beispiel hierfür ist die Kampagne gegen die Neutronenbombe, die als typisch »kapitalistische Waffe« dargestellt wurde, weil sie Material verschone und nur Menschen töte. Eine weitere großangelegte Kampagne wurde gegen die NATO-Nachrüstung geführt, in deren Rahmen zu Beginn der 1980er Jahre neue Marschflugkörper und Mittelstreckenraketen in Europa stationiert werden sollten. KGB-Oberst Gordievsky erinnerte sich an eine Anweisung Moskaus aus dem Jahr 1982, in der die wichtigsten Punkte der Kampagne gegen die Marschflugkörper aufgezeigt wurden. In den Direktiven hieß es unter anderem, diese Marschflugkörper seien in der Öffentlichkeit als Offensivwaffen darzustellen und es solle behauptet werden, dass Manövern mit diesen Waffen von sowjetischer Seite fälschlich als Angriffsvorbereitungen gedeutet werden könnten, was einen sowjetischen Präventivschlag provozieren könne. Diese Phrasen seien bei allen Kontakten mit Einflussagenten und direkt in der Öffentlichkeit zu wiederholen.(41) Genau in derselben Art und Weise wird im Zusammenhang mit dem von Moskau bekämpften europäischen Raketenabwehr-System auch heute noch argumentiert. Für die Konzeption derartiger Desinformationskampagnen mit Bezug zu militärischen und rüstungstechnischen Fragen wurde beim sowjetischen Generalstab im Jahr 1960 eine eigens dafür spezialisierte Abteilung geschaffen, die Hauptverwaltung für strategische Täuschung (GUSM).(42)

    Destabilisierung der Gesellschaft

    Die psychologische Kriegsführung Moskaus zielte in letzter Konsequenz auf die Demoralisierung und Aufwiegelung der Bürger gegen ihre eigenen staatlichen Institutionen, um damit langfristig die öffentliche Ordnung der westlichen Nationen zu destabilisieren, was Yuri Bezmenov wie folgt erläuterte: »Das Hauptziel war die psychologische Veränderung der nationalen und individuellen Wahrnehmung der Realität in solchem Umfang, dass die Mehrheit einer Nation die vom Totalitarismus ausgehende Gefahr nicht mehr erkennt und das feindliche System letztlich als harmlos und in bestimmten Aspekten sogar als erstrebenswert akzeptiert, zumindest als geeignete Alternative zum gegenwärtigen System.«(43) Um die Subversion bis auf dieses Niveau voranzutreiben ist es laut Bezmenov erforderlich, in die staatlichen Institutionen einer Nation und in ihre Regierungsorgane einzudringen und es kann kein Zweifel bestehen, dass diese Voraussetzungen in der gesamten westlichen Welt mittlerweile erfüllt sind, seit die 68er-Bewegung ihren Marsch durch die Institutionen und an die Macht vollendet hat.

    Während die Völker der westlichen Nationalstaaten früher über einen gesunden Patriotismus verfügten und das westliche Modell von privatem Unternehmertum und Marktwirtschaft für die Entwicklungsländer noch als vorbildlich galt, änderte sich diese Anschauungsweise mit dem Aufkeimen der von Moskau initiierten 68er-Bewegung grundlegend. Der Vietnamkrieg bot der sowjetischen Desinformation damals die ideale Gelegenheit, um bereits latent vorhandene Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu schüren und neue Spannungen zu schaffen und um dadurch einen Prozess der nationalen Selbstverstümmelung in Gang zu setzen, der damit begann, dass es in linken Intellektuellenkreisen plötzlich Mode wurde, das »Establishment« anzugreifen, kollektive Schuldgefühle zu beschwören und eine ganz neue Toleranz gegenüber kommunistischen Aggressoren vom Vietcong über Che Guevara bis zur RAF zu entwickeln. Lassen wir dazu den rumänischen Generalleutnant Ion Pacepa zu Wort kommen, der vor seinem Seitenwechsel in leitender Position in das sowjetische Desinformationsnetzwerk verstrickt war: »Während des Vietnamkrieges verbreiteten wir zersetzende Geschichten in aller Welt, die den Anschein erweckten, die amerikanischen Präsidenten hätten Dschingis Khan-gleiche Barbaren als Soldaten nach Vietnam geschickt, die willkürlich vergewaltigten, Menschen mit Elektroschocks quälten, Gliedmaßen abtrennten, Menschen in die Luft sprengten und ganze Dörfer auslöschten. Das entsprach nicht den Tatsachen, das waren unsere Märchen. Aber etwa sieben Millionen Amerikaner waren am Ende davon überzeugt, dass ihre eigenen Präsidenten der Feind seien, und nicht der Kommunismus. Wie Yuri Andropow, der Erfinder dieses Desinformationskrieges gegen die USA, immer sagte: die Leute sind bereit jeden Dreck zu glauben. Das Endziel unserer anti-amerikanischen Offensive war, die USA davon abzuschrecken, die Welt gegen den sich ausbreitenden kommunistischen Terror zu verteidigen. Leider hatten wir damit Erfolg. Nachdem die US-Truppen sich übereilt aus Vietnam zurückgezogen hatten, massakrierten die siegreichen Kommunisten etwa zwei Millionen Menschen in Vietnam, Laos und Kambodscha. Eine weitere Million versuchte zu fliehen, aber viele starben bei dem Versuch. Diese Tragödie verursachte ein Glaubwürdigkeitsdefizit zwischen den USA und dem Rest der Welt, beschädigte die Konsequenz der amerikanischen Außenpolitik und vergiftete die politische Debatte in den USA.«(44)

    Bei anderer Gelegenheit wurde Pacepa noch deutlicher: »Als Spionagechef und General des sowjetischen Satellitenstaates in Rumänien produzierte ich exakt dasselbe Gift, das John Kerry im US-Kongress fast Wort für Wort wiederholt hat und das europaweit in linken Bewegungen verbreitet wurde.«(45) Derselbe John Kerry wurde von Präsident Obama später zum amerikanischen Außenminister ernannt. Und auch in Deutschland wird die politische Kultur inzwischen von Zeitgenossen dominiert, deren Weltbild offensichtlich direkt den östlichen Desinformationsabteilungen entstammt. So sind sich prominente deutsche Politiker linker Parteien, vor allem der Grünen und der Linkspartei, nicht zu schade, immer wieder gegen die eigenen Behörden, insbesondere gegen den Verfassungsschutz und den BND, zu agitieren, ihnen »Affären« anzuhängen und dadurch deren Arbeit zu behindern. Damit setzen diese Politiker eine Tradition fort, die bereits in den 1950er Jahren in Ostberlin begründet wurde, denn die Hetze gegen die westdeutschen Nachrichtendienste war viele Jahrzehnte lang ein Dauerbrenner der Desinformationsabteilung des Ministeriums für Staatssicherheit in der »DDR«.

    Verkehrte Welt

    Das langfristige Resultat der sowjetischen Desinformationsstrategie könnte man mit den Worten »verkehrte Welt« sehr treffend zusammenfassen. »Das ist«, wie KGB-Überläufer Yuri Bezmenov im Jahr 1984 erläuterte, »exakt das, was mir meine KGB-Subversionsexperten bei der [APN-]›Novosti‹-Presseagentur beigebracht haben. Eine der Hauptstrategien in diesem Prozess ist die Entwicklung, Etablierung und konsequente Durchsetzung einer ›Doppelmoral‹. Eine, die für die UdSSR gilt und eine für die USA«.(46) Es ist nicht zu übersehen, dass diese Doppelmoral längst fest etabliert ist. War der Vietnamkrieg Anlass für Massendemonstrationen, so konnte man eine ähnliche Reaktion auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan, bei dem sogar vorsätzlich chemische Waffen gegen die Zivilbevölkerung eingesetzt wurden, nicht ansatzweise verzeichnen. Während die Friedensbewegung stets die amerikanischen Mittelstreckenraketen vom Typ Pershing II kritisierte, hörte man keine Proteste gegen die sowjetischen SS-20, die dem Ostblock Ende der 1970er Jahre immerhin die eurostrategische Überlegenheit über die NATO eingebracht hatten.

    Auch heute noch beklagt man laut und heftig das Vorgehen amerikanischer Soldaten gegen Kriegsgefangene in Guantanamo Bay und im Irak, jedoch bleibt es verdächtig still um die Kriegsverbrechen, die sich russische Truppen jahrelang ungehindert in Tschetschenien oder in Syrien leisten. Richtet der Kreml auch im neuen Jahrtausend wieder nagelneue Atomraketen auf Europa, dann fühlt sich dadurch niemand in seiner »Komfortzone« gestört. Wagt es aber die NATO, über ein europäisches Raketenabwehrsystem nachzudenken, dann löst dies reflexartig eine Welle friedensbewegter Proteststürme aus. Wird die Polizei irgendwo in der westlichen Welt bei linken Ausschreitungen dazu gezwungen, durchzugreifen, dann spricht man von »Provokationen« durch die Polizei und von »Polizeigewalt«. Werden aber Gegner des russischen Regimes gleich reihenweise ermordet, dann wittert die demoralisierte westliche Öffentlichkeit dahinter reflexartig eine amerikanische Verschwörung. Veröffentlichen sogenannte »Whistleblower« westliche Geheimdokumente im Internet, dann ist ihnen wohlwollende Präsenz in den Massenmedien sicher. Veröffentlichen aber russische Regimegegner wie Wladimir Bukowski oder Pavel Stroilov russische Geheimdokumente, welche die Verbrechen des Kreml belegen, dann wird ihre Botschaft klammheimlich unter den Teppich gekehrt. Werden libysche Befreiungskämpfer vom Westen dabei unterstützt, wie sie einen tyrannischen Massenmörder zum Teufel jagen, dann kocht die Empörung hoch. Unterstützt aber der Kreml seit Jahrzehnten nachweislich den internationalen Terrorismus, dann kräht kein Hahn danach. Fliegen zwei entführte Flugzeuge in New Yorker Hochhäuser, dann muss wohl die US-Regierung dahinterstecken, werden aber Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes auf frischer Tat ertappt, wie sie russische Wohnblöcke in die Luft sprengen, dann verwendet niemand dafür den Begriff »Inside Job«. Die Tatsache, dass die öffentliche Meinung geradezu hysterisch auf alle Missstände und Fehltritte des Westens reagiert und sich anschließend regelmäßig in nationaler Selbstzerfleischung übt, während die Verbrechen des Ostblocks kaum wahrgenommen werden, ist das Ergebnis jahrzehntelanger sowjetrussischer Desinformationskampagnen. Die Verblödung der linksliberalen öffentlichen Meinung hat dadurch einen Grad angenommen, den Yuri Bezmenov wie folgt beschrieben hat: »Die Enthüllung wahrer Informationen spielt keine Rolle mehr. Eine Person, die demoralisiert wurde, ist nicht mehr in der Lage richtig und falsch zu unterscheiden. Fakten sagen ihr nichts mehr, sogar wenn man sie mit wahren Informationen überschüttet, mit authentischen Beweisen, mit Dokumenten, mit Fotos, (…) wird sie sich weigern es zu glauben, bis sie einen Tritt in ihren fetten Hintern bekommt. (…) Und das ist die Tragik am Zustand der Demoralisierung.«(47)

    Wie Bittman ausführte, waren sich die Moskauer Subversionsexperten dessen bewusst, dass eine einzelne Lügenkampagne, so perfekt sie auch inszeniert sein mag, die Demoralisierung des Westens alleine nicht bewirken kann, und deshalb setzten sie »auf die Massenproduktion von Aktivmaßnahmen« und hofften, »über mehrere Jahre hinweg eine kumulative Wirkung (…) zu erzielen.«(48) Das ist zweifellos gelungen, denn die von Bezmenov in den 1980er Jahren diagnostizierten Verfallserscheinungen haben die Moral der westlichen Welt inzwischen vollständig zersetzt. Diese Entwicklung war nur möglich, weil ein Heer von Einflussagenten und »nützlichen Idioten« in den westlichen Medien an der kryptokommunistischen Subversion ihres Landes aus eigennützigen Gründen, aufgrund ideologischer Verblendung oder infolge intellektueller Unfähigkeit aktiv mitgewirkt hat und weil fast keine westliche Regierung jemals wirksam gegen die sowjetrussische Subversion vorgegangen ist. Die einzige Ausnahme hiervon war US-Präsident Ronald Reagan, der kurz nach seinem Amtsantritt eine Arbeitsgruppe mit dem Titel »Project Truth« gründete, deren Aufgabe es war, zeitnah auf sowjetische Desinformationskampagnen zu reagieren und die Öffentlichkeit jeweils über den wahren Sachverhalt aufzuklären. Reagan hatte erkannt, dass der kommunistischen Vergiftung der öffentlichen Meinung nur durch eine konsequente Aufklärung der Bevölkerung und die Aufdeckung der Wahrheit entgegengewirkt werden kann. Tatsächlich gelang es dieser Gruppe in den 1980er Jahren eine Reihe kommunistischer Desinformationskampagnen aufzudecken und zu entschärfen, jedoch war ihr Erfolg nur von vorübergehender Natur.(49) Die »aktiven Maßnahmen« Moskaus wurden bis zum Zerfall der Sowjetunion nur geringfügig gestört.
    Russische Desinformation heute

    Nun sollte man meinen, dass mit dem Ende des Kommunismus in Osteuropa und mit dem Zerfall der Sowjetunion auch die Arbeit der sowjetischen Desinformation eingestellt wurde, schließlich gab sich Moskau seit Beginn der 1990er Jahre große Mühe, sich offiziell als »strategischer Partner des Westens« darzustellen, doch weit gefehlt! Nachdem der Westen das kommunistische Feindbild in den Jahren der »Wende« verloren hatte, wurde zwar die Arbeit des »Project Truth« eingestellt, aber das hatte lediglich zur Folge, dass die russischen Desinformationsabteilungen für die Verbreitung ihrer zersetzenden Falschmeldungen heute bessere Bedingungen vorfinden als je zuvor. Tatsächlich setzt die russische Desinformation ihre Arbeit auch heute noch ununterbrochen fort. Eine Studie der Hanns-Seidel-Stiftung aus dem Jahr 2000 stellte fest, dass beim russischen Auslandsgeheimdienst nach wie vor ein für Desinformation und Aktivmaßnahmen zuständiger Dienst existiert.(50)

    Bestätigt wird dies durch den früheren KGB-Offizier Konstantin Preobrazhensky der 2003 in den USA um politisches Asyl bat. Weitere Details über die fortgesetzte russische Desinformation offenbarte der ehemalige KGB/SWR-Oberst Sergei Tretyakov, der im Jahr 2000 die Seiten wechselte. Wie Oberst Tretyakov berichtete, wurde der »Dienst A« während der Transformation des sowjetischen Geheimdienstes KGB zum russischen Auslandsgeheimdienst SWR im Jahr 1991 nicht aufgelöst, sondern lediglich in »Abteilung für Unterstützungsmaßnahmen« umbenannt, und zwar unter Beibehaltung derselben Mitarbeiter, die schon beim KGB die Desinformationsoperationen durchgeführt hatten.(51) Zu dem Schluss, dass der Kreml seinen Desinformationskrieg gegen die westlichen Staaten nach dem Zerfall der Sowjetunion ununterbrochen fortgesetzt hat, war im Jahr 1992 auch schon ein Bericht der United States Information Agency an den US-Kongress gekommen. »Es zeigt sich« so heißt es darin, »dass trotz des Untergangs der KPdSU, große Teile ihrer Desinformationsmaschinerie überlebt haben und weiter operieren.«(52) Der Bericht betont, dass nicht nur die Arbeit der Desinformationsabteilungen selbst ununterbrochen fortgesetzt wurde, auch die sowjetischen Strukturen, über welche die subversiven Lügen im Ausland verbreitet wurden, blieben weiterhin aktiv.(53)

    Zu den vom Geheimdienst kontrollierten Medien als Multiplikatoren der Moskauer Desinformation gesellen sich inzwischen auch rotchinesische Medien, von denen dieselben antiwestlichen Lügen aufgegriffen und weiterverbreitet werden, denn das »ex«-kommunistische Moskau und das noch immer kommunistische Peking bilden heute eine vereinte antiwestliche Allianz.(54) Konstantin Preobrazhensky schrieb über seine früheren Arbeitgeber im russischen Geheimdienst: »Obwohl die Tschekisten in ihrem Herzen auch heute noch Kommunisten sind, können sie es nicht riskieren, einen westlichen Linksintellektuellen dazu aufzufordern, für die Ideale Lenins zu kämpfen. Da der Westler tatsächlich glaubt, dass Russland mit dem Kommunismus abgeschlossen hat, wäre er bei solch einer Doppelzüngigkeit verwirrt. Daher gehen die Tschekisten ihre Rekrutierungen etwas anders an. Sie sagen: ›Lass uns zusammen gegen die amerikanische Vorherrschaft über die Welt kämpfen!‹ Viele fallen darauf herein.«(55)

    Obwohl sich die Etiketten also geringfügig verändert haben – man lügt heute nicht mehr für den Sieg des Kommunismus, sondern nur noch unter dem Vorwand des Antiimperialismus – hat sich der Inhalt der kommunistischen Desinformation und auch die Art und Weise ihrer Verbreitung durch Einflussagenten und »nützliche Idioten« nicht im Geringsten geändert. KGB/SWR-Oberst Sergei Tretyakov wurde vom russischen Auslandsgeheimdienst in den 1990er Jahren als stellvertretender Resident in New York eingesetzt und er berichtete, wie die ihm unterstellten Agenten auch Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges von anonymen Internetzugängen aus Desinformationsmaterial auf Webseiten veröffentlichten und per Email an westliche Massenmedien verschickten. Er schrieb: »Manches Propagandamaterial wurde als Lehrmaterial oder wissenschaftliche Studien getarnt. Diese Berichte waren raffinierte Dokumente, die den Anschein erweckten, als seien sie von europäischen Akademikern oder Wissenschaftlern an Universitäten und respektabel klingenden Forschungseinrichtungen in Übersee verfasst worden. Tatsächlich existierten diese Wissenschaftler gar nicht. Das Material war im Hauptquartier von russischen Experten ausgearbeitet worden. Diese Berichte waren zu 99% korrekt, aber enthielten immer einen Kern Desinformation, welche die russische Außenpolitik befürwortete. Dieses Material wurde an amerikanische Gruppierungen verteilt, welche die Regierung kritisierten, besonders an Umweltschutzorganisationen, Gegner der Weltbank und Menschenrechtsaktivisten. Unser Ziel war, Zwietracht und Unfrieden innerhalb der USA und antiamerikanische Emotionen im Ausland zu säen.«(56)

    Noch immer gibt es in Russland keine freie Presse, noch immer unterhält der russische Geheimdienst eine für Desinformation zuständige Abteilung und noch immer kommen verdächtige Individuen in den russischen Staatsmedien zu Wort, wo sie Phrasen und Parolen verbreiten, die perfekt mit den strategischen Zielen der alten sowjetischen Desinformation übereinstimmen. Welche Schlüsse aus diesen Fakten zu ziehen sind, sei jedem Leser selbst überlassen, aber bei eingehender Betrachtung der Fakten zwingt sich der Eindruck auf, dass die kommunistische Desinformation heute erfolgreicher funktioniert als je zuvor. Lassen wir zum Abschluss den US-Politologen Jeff Nyquist zu Wort kommen, der schrieb: »Eine zufällig verbreitete Lüge mag harmlos sein, solange sich dahinter keine zielgerichtete Strategie verbirgt, aber eine koordinierte Lügenkampagne, die von Geheimagenten gestartet und von Tölpeln ewig weitergetragen wird, ist kein Kinderspiel.«(57)

    Torsten Mann, Jahrgang 1976, ist politischer Publizist. Er vertritt die These, dass der Kommunismus zu Beginn der 1990er Jahre nicht untergegangen ist, sondern unter Beibehaltung seiner Ziele lediglich eine planmäßige Umgestaltung seiner Methoden vorgenommen hat.

    Torsten Mann hat mehrere Bücher zu diesem Thema geschrieben und gestossen bin auf ihn über die Website recentr.com bzw früher infokrieg.tv von Alexander Benesch.

    pooler1970

    • In meiner Einleitung habe ich aus Versehen statt Herr Pohlmann nur Herr Pohl geschrieben, sorry . Ich schätze Herrn Pohlmann vorallem wegen seiner Aufklärungsarbeit in der U-Bootaffaire vor Schweden und wegen seiner Recherchen zum Tode von Barschel.

      pooler1970

    • Zuerst wollte ich mich nur anerkennend darüber äußern, dass Dirk Pohlmann die aktuell laufenden Konflikte hervorragend eingeordnet und bewertet hat. Dann bin ich auf den monströsen Artikel von Pooler1970 gestoßen. Zuerst dachte ich nur, was für eine gequirlte Scheiße, was hast Du bei dieser Lektüre wieder für Lebenszeit verschwendet.
      Um das etwas zu entschärfen, meine Lessons Learned:
      Was hatten wir für’n Glück das wir nicht alle Kommunistisch geworden sind, bei der massiven ausgefeilten Russenpropaganda. Am Ende des Artikels sind wir ja zum Glück noch aufgeklärt worden, der Kampf ist noch nicht vorbei. Wie kann man bei dem gut organisierten Nato Friedenskartell, endlich überall Demokratie, Wohlstand, Menschenrechte, Freizügigkeit, nur auf die Idee kommen, das hier etwas falsch läuft? Ich habe verstanden, das ist nicht normal, das kann nur Russenpropaganda sein. Die 68iger, die Friedensbewegung im Westen, alles Ausgeburten bolschewistischer und Rot Chinesischer Desinformationskampagnen. Da wären normal denkende Leute in unserer Hemisphäre doch nie drauf gekommen. Als wenn der Vietnam Krieg irgendwie schlecht gewesen wäre, der Afghanistan Krieg der Russen war schlecht, dass wissen wir doch von den Muchahedin.
      Gewiss, im Osten gab es üble Generäle, vor allen Dingen da, die konnten uns was erzählen, als sie übergelaufen waren. Besonders Rumänische Generäle von Reform Freund Ceausescu, die wussten wie der Russe ist.
      Bleibt wachsam Kinder. Moderne russische Atomraketen bedrohen uns! Nehmt das nicht auf die leichte Schulter. Alle die unsere aufrichtige Nato Doktrin bezweifeln sind Opfer oder Mittäter unbarmherziger Russischer Zersetzungspropaganda.
      Der Pohlmann Artikel war sehr gut, dass er so gut war wusste ich erst nach der Lektüre Ihres ausschweifenden Aufklärungspamphlets.
      Danke Pooler1970

    • Moin, pooler, zuerst einmal empfinde ich es als eine Zumutung diesen Text als Kommentar hier einzufuegen. Ich habe wahrlich nichts dagegen, dass man aus einem Artikel wörtlich zitiert, aber ein halbes Buch zu pasten …. .
      Was man nun aus dem Zitat selber lesen kann, ist eine antikommunistische Hetze ohne nachpruefbare Belege. Was soll das? Da vergeht einem ja die Lust am Lesen. Ws will pooler damit erreichen? Wenn es ein ernstes Anliegen wäre, hätten Sie sich die Muehe gemacht, den Text zusammenzufassen. So muss ich daraus schliessen, dass es sich um eine Provokation handelt, zumal sie sehr einfältig eingeleitet wird:
      “ was mich(t) schon eine ganze Weile beschäftigt zum Thema Russland“
      “ im Moment fällt es mir wirklich sehr schwer, mir eine Meinung zu bilden“
      “ ich zerbreche mir jeden Tag den Kopf darüber, ob sie nicht Richtig sein könnte oder ob ich einem Trugschluss unterliege“
      Nein, entweder nimmt pooler das Forum ernst mit all seinen qulitativen Vielfältigkeiten, schreibt zum Thema, oder outet sich ….

    • Russland keine freie Presse.
      Soros‘ Zeitung ist noch immer in Betrieb.
      Diese Zeitung konnte ungehindert mitmachen im Zirkus gegen Russland über MH17.
      Welche Zeitung im Westen tat dasselbe über 11ten September ?
      Wie ein Niederländischer Kommunikations Professor, mit Rente, dann kann man alles sagen, sagte, die Niederlände haben noch eine unabhängige Zeitung, ein kleine christliche.

    • Guten Morgen

      ich muss vielleicht doch ein paar Worte mehr zu meinen Gründen schreiben, warum ich diesen wirklich sehr langen Artikel gepasted habe. Es geht mir nicht darum, die wirklich sehr gute Arbeit von Herrn Pohlmann zu kritisieren, sondern die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass die Gegenseite des Westens ebenso versucht durch Falschinformationen, Beeinflussung und Propaganda, bestimmte Ziele zu erreichen. Und diese Ziele sind laut dem Autor Torsten Mann, und es handelt sich hierbei um eine sehr lange Langzeitstrategie über mehrere Jahrzehnte, den Weltkommunismus ,durch die Manipulierung der westlichen Köpfe, durch die Hintertür einzuführen in der Form, dass die Zielländer quasi von sich aus den Kommunismus praktizieren, ohne es so zu nennen. Und wenn ich mir Europa anschaue heute, kann ja jeder schon selber erkennen, dass die Bürokratien und Machtverschiebungen von den Ländern an die Institutionen der EU schon lebhaft am Blühen sind. Und irgendwann wird Europa, wenn es nicht aufwacht, kurioser Weise auch mit Hilfe der stark Rechtsgetriebenen, freiwillig eine Union mit Russland eingehen, unter dessen Schirmherrschaft dann der letzte Schritt der Entmündigung der Bürger stattfinden soll.
      Freiheit, Demokartie und Liberalismus adieu dann.
      Und darauf habe ich ehrlicherweise keine Lust.
      Der Westen, sprich die kapitalistische Seite der Medaille, kann sich aber ebenfalls nicht gerade mit Ruhm bekleckern. Resourcenkriege, angebliche Anti-Terrorkriege, Ausbeutung der arbeitenden Klassen und die Zerstörung der einheimischen Kulturen durch globale Propaganada Manipulationen der konsumsüchtigen Schlafschafe mit all seinen Folgen haben letztendlich die selben Effekte zur Folge. Den unmündigen Bürger. Chipcontroliert und zombiemäßig dressiert.
      Ich persönlich empfinde es momentan so unerträglich, wie alle Menschen auf dieser Erde wie eine Masse begehrtes Fleisch, von einer Seite zur anderen Seite immer hin und her gerissen bzw verschoben wird.
      Und diese Machtlosigkeit gegenüber diesen Polen kotzt mich richtig an.
      Wenn wir schon darüber in diesem Forum darüber sprechen, die Menschen über diese Systeme der Beeinflussungen aufzuklären, müssen wir das auch wirklich in alle Richtungen tun. Und momentan habe ich den Eindruck, dass der Trend, nur eine Seite zu kritisieren, etwas Überhand nimmt und die andere Seite vergessen wird.
      Und dieses Unwohlsein habe ich oben mit meinem wohlgemerkt etwas provozierendem sehr langem Artikel versucht anzuregen.
      pooler1970

    • Ich nochmal.
      Ist mir gerade noch beim Hochscrollen aufgefallen. Die Überschrift von Pohlmann’s Artikel heisst

      „Right or wrong: my Hegemon?“

      Wie zutreffend diese Frage ist, ist mir gerade erst richtig aufgefallen.

      pooler1970

    • Zur Länge: es herrscht ja wohl kein Lesezwang, oder?
      Außerdem habe ich lediglich ein freundliches und behutsames, wenn nicht sogar demütig vorgetragenes Angebot wahrgenommen, auch mal eine andere Perspektive zu erwägen.
      Allerdings kann ich nicht umhin, das Produkt als im Geiste McCarthy’s verfaßt zu betrachten. Oder zumindest in der Intention eines transatlantischen Thinktanks oder transatlantischen Autors. Und wenn man solchen Schlagwörtern wie „Massenmörder Che Guevara“ nachgeht, dann trifft man auch schnell auf Autoren, die schreiben, manche hätten ihre Kleidung (T-shirts und sogar Bikinis) mit dem Konterfei von Che „beschmutzt“. Das ist nun wirklich gar nichts für mich.
      Nur noch zu einem Punkt:
      Was muß man noch tun, ein Volk gegen einen Präsidenten aufzubringen, der Krieg führt und dabei nicht nur die Natur und den Gegner, egal ob zivil oder nicht, sondern auch seine eigenen Soldaten vergiftet? (agent orange)

      Der Russ wars, klar.

      In Positionen 10 kam jemand zu Wort, Hannes Hofbauer, der ein Buch verfaßt hat, das ich nur empfehlen kann:
      „Feindbild Rußland.“ Oder gleich zum direkten Gespräch mit jenem: https://kenfm.de/kenfm-im-gespraech-mit-hannes-hofbauer/
      Da ich beim Lesen Ihres Textes sehr bald ausgestiegen bin und außerdem viel zu wenig über die russische Geschichte weiß, bin ich aber nicht in der Lage, mit Gewißheit zu sagen, daß der KGB so viel besser wäre als CIA und Deep State, soviel ist klar.
      Ihr Bemühen um Ausgewogenheit immerhin in Ehren. Ich weiß, daß es nicht nur mir so geht mit der Unwissenheit über die russische Geschichte. In unseren Schulen wird über die Massaker Stalins und der Bolschewiken (Holodomor etc.) so gut wie nichts gelehrt, und ohne Solschenizyn (Archipel Gulag) sähe es noch düsterer aus.
      Einseitigkeit auch da, ja, bestimmt. Die USA haben sich jedoch für mich inzwischen als Verbündeten oder Schirmherr oder Hegemon total erledigt. (Nicht, daß das irgend jemanden interessieren würde 😉 )

      Das mit dem Hegemon war gewiß ironisch gemeint, oder nicht, Herr Pohlmann? Daher verstehe ich nicht, was gemeint sein könnte mit: „Right or wrong: my Hegemon?“
      Wie zutreffend diese Frage ist, ist mir gerade erst richtig aufgefallen.“

      (A propos: Wie schwer kann es wohl sein, einen Namen korrekt zu schreiben, TJH?)

      An Huhu! : ich habe über Ihr Geschlecht nicht nachgedacht, das kam einfach so aus mir raus. Sorry. Es gibt ja aber auch Namen, die man einordnen kann, wenn der Genus schon so wichtig ist.

  8. 1. Dieses “ Westliche Welt Gehabe“, Ich habe es für mich selbst herausgefunden, es kann doch nur so sein das wir, unser „Herr“ _God´s Own Country _ und seine kleinen Helfers Helfer „Recht“ haben … .Volker Pispers hat es am einfachsten ausgedrückt… :“Wenn man weiß wer das Böse ist dann hat der Tag Struktur“ … Es ist im allgemeinen immer wieder anders herum … Russland hin oder her… Man muss ja Herrn Putin auch nicht mögen, man sollte aber verstehen, dass er einer derer ist, die auf —U _nsozialdemokratische —S _elbstgerechtigkeitsstaaten — Von und Zu —- A _berwirhabenimmerrecht – Amerikaner…. verzichten könnte und die Spielregeln schön ignorieren… Das Finde ich sogar Positiv … wenn man bedenkt welches Elend, doch der ach so „Tolle Kapitalismus “ für die westliche Welt gebracht hat und noch für uns vorsieht… ( gruselig).

    Dieser Beitrag ist genau im richtigen Bilde … und da lassen wir uns doch noch ein wenig mehr davon zutragen… Ich höre gerne zu…

    Das Leben hat so viel zu bieten, trotzdem bleiben die meisten Menschen Gefangene, in einer propagierten, gesteuerten und sinnlos aufeinandergehetzten Welt in der sie wie Nutzvieh gehalten werden und nicht kapieren, dass Sie mit dem Futter und den Informationen, vergiftet werden….

  9. Das Signifikate an Manipulation ist, dass man sie nicht mitbekommt. Da sind die „Kleberlisten“ vom ZDF einsame Spitze. Deshalb besteht die Herausforderung darin, diese Manipulationstechiken zu erkennen. Das ist zugegeben nicht einfach, aber notwendig. Hat man diese Techniken durchschaut, funktionieren sie auch nicht mehr. Und dafür ist jeder selbst zuständig!

    • Hallo Robert,
      leider ist das was Sie schreiben falsch. Es ist so, dass es nichts bringt ob sie die Propaganda
      durchschauen oder nicht! Sie wirkt trotzdem.
      Ich schaue seit dem 1.1.2015 kein Fernsehen mehr und höre kein Radio. Das ist
      geistiges Gift, dass die Seele zerstört. Ich zahle auch keine GEZ, und es kommt von da kein Druck
      weil die keine moralische oder juristische Legitimation haben.
      Also, den Fernseher und das Radio ausmachen und nie wieder anmachen und nie wieder bezahlen.

    • Hallo Torsten, ich zahle seit Ende 2016 nicht mehr habe die Mitte 2017 verklagt
      (ohne Anwalt kostet 105,- €) und zur Zeit herrscht Schweigen.
      Das ganze System (nicht nur GEZ) basiert auf Freiwilligkeit (Unterschreiben Sie,
      machen Sie 2 Kreuzchen, setzen Sie ein Häkchen, überweisen Sie usw.)
      ansonsten würde die Herrschaft sehr aufwendig, teuer und blutig werden.
      Das System ist dazu bereit aber der Aufwand wäre viel höher.

  10. Vielen Dank Herr Pohlmann,

    großartige Zusammenfassung der Ereignisse und Begebenheiten!

    Für mich ist die Absetzung Gabriels als Aussenminister und Rekutrierung des Maas-Mänchens als eben solchen, ebenso ausgemachte Strategie. wie Herr Dehm ja schon treffend herausstellte.

    Es hat seinen Grund, dass wir nun einen Anti-Nazi-Kreuzug-Ritter als Aussenminister haben, der „angeblich“ wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist (bzw. in den Krieg ziehend, wäre dann von Joscka abgekuppfert).

    Es ist perfides und ausgemachtes Spiel: hier und heute medienwirksam, über unsere Aussenministermarionette, die „Kollektivschuld“ der „Deutschen“ wieder und wieder zu instrumentalisieren, so dass „wir“ ja weiter, schön demütig und willfährig, uns unseren Befreiern hingeben und ihnen – einfach dankenswerter Weise- einfach mal allllllllllles glauben.

    Wie könnten wir zweifeln an den märchenhaften, bequemen und demokratischen (Schein-) Wahrheiten unserer Befreier, die uns, nach WWR II, wieder Lebensberechtigung als „demokratischer Gutmensch“ erteilt haben?!

    Mit dieser „demokratischen Gutmenschenabsolution“ , mit der wir – zumindest als Kolonialgebiet der USA – , wieder „Sein“ dürfen, haben sie uns schließlich auch davon befreit, dass wir uns wirklich mit unserer eigenen verlorengegangener Vergangenheit auseinandersetzen
    und
    uns wieder auf die Suche machen: nach unsereren eigenen menschlichen und moralischen Werten. Werte, die wir bereit waren, in WWR II, millionenfach zu vergewaltigen, zu missbraucchen. Werte, die wir heute dringend benötigen, um kritisch zu sein und eigene Positionen zu beziehen.

    Motto: „Wenn es auch ohne Auseinandersetzung und mit demütiger und willfähriger Leichtgläubigkeit „unseren Befreiern“ gegenüber geht (!), Warum sich das Leben schwer machen und eine eigene Meinung bilden“.

    Glaube an die Schein-Wahrheiten ist hier nix anderes als ein willkommener und gut funktionierender Verdrängsmechanismus, der uns daran hindert hinzuschauen, wie wir unsere Seele nun schon seit bereits fast 70 jahren an die USA verkaufen.

    Noch immer sind wir „Deutschen“ mit der „Kollektivschuld“ zu ködern und klein zu halten (glauben „Sie“), auch wenn den Nachkriegsgenerationen damit größtes Unrecht getan wird und sie permanent für superblöde und dumm verkauft werden. Und die Methoden, werde ja immer dümmer und dreister, wie oben im Artikel beschrieben

    Es braucht keiner Berechtigung und Absolution durch die USA oder sonst wen, dass wir da sind und die Welt nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten und leben können, oder . . .. ?!

    Diese Überzeugung fehlt – aus meiner Sicht – Vielen, bzw. dass versucht man uns mit immer mehr mit Macht aufzudrücken, weil die jüngeren Generationen auch nicht mehr so einfach so leichtgläubig zu haben sind, wie die älteren.

    Wir sollten dringend aufhören uns weiter als „Nachkriegsdeutschland“ zu definieren oder definieren zu lassen oder mit Kollektivschuld“ ködern zu lassen. Macenh wir unser Recht auf eine eigene kritische Meinung und Position und auf neutrale, umfassende Information über unsere Aussenwelt, ohne Propaganda, geltend. Es würde/wird breite Zustimmung finden.

    deswegen sind die „alternativen“ Medien auch so wichtig

    • und diese neue Instrumentalisierung von „Kollektivschuld“ durch das Maas-Mänchen, heißt auch: Wir wollen nicht hinsehen. ein klares Statement der Politik: Wir wollen die Wahrheit nicht sehen. Wir waren damit jetzt seit 70 Jahren wirtschaftlich erfolgreich und werden es auch weiterhin sein! Also warum etwas ändern und hinschauen!

    • “ wie wir unsere Seele nun schon seit bereits fast 70 jahren an die USA verkaufen. “

      Wie verkaufen ?
      Was bekämen die Deutsche dafür zurück ?

  11. Es ist ein Jammer und ein Dilemma zugleich. Die (ignorante Mittelschicht, Beamten) die Widerstand leisten können, wollen nicht. Die (geknechtete Hartz4 Lohndumpingsklaven) die Widerstand leisten wollen, können nicht. Und die (aufgeklärte Bewegung) die Widerstand leisten, schaffen nicht.

    Aber das ganze Bild passt widerum in die Tragödie der Menschheitsgeschichte. Sehr wahrscheinlich gab es zu jeder Zeit von Imperien, kritische Stimmen die sagten, dass wenn es so weiter läuft eine riesige Katastrophe ereilen wird und viele dem Untergang geweiht sind.
    Auch vor dem 1. und 2. Weltkrieg gab es Stimmen die sagten, dass das die bisher größte Katastrophe der Menschheit sein wird.
    Diese Stimmen hatten zwar Recht behalten, aber die Ignoranz hatte trotzdem die Katastrophe eingeleitet.
    Sieht es Heute just in diesen Moment anders aus im Vergleich zur Vergangenheit?

  12. Präzise Analyse . So ist die Realität .
    Aber in der Politik in Deutschland und der EU und den USA scheint niemand an der Realität Interesse zu haben .
    Politik und Medien (und Finanzindustrie und Wirtschaft) bewegen sich in einer Scheinwelt .
    Die Scheinwelt ist in einem Ausmass von der realen Welt getrennt , dass die simulierte Welt
    es unter allen Umständen vermeiden muss, mit der realen Welt in Kontakt zu kommen ,
    denn die Reale Welt als Massstab für die simulierte Welt wäre das Ende der Scheinwelt .
    Die Machtelite lebt von dieser simulierten Welt
    und wird folglich nicht bereit sein auf diese Welt zu verzichten .
    Die Gesellschaft wird mit dem Mittel der Spannung und der Angst
    auf Diktatur und Arbeit und Krieg getrimmt .

  13. Halt! hier muss ich einmal widersprechen: Sie und andere KenFM Autoren schreiben immer wieder, dass man in des deutschen „McMedien“ immer hören durfte, dass Russland am Anschlag auf Skripal schuld seie. Aber seit der ersten Berichterstattung betont Klaus Kleber(Moderator beim heute.jornal, die Nachrichtensendung bei einem der 2 großen „McMedien“), dass es keine Beweise für eine Beteiligung Russlands gibt. Genau das gleiche sagt KenFM in mehreren Tagesdosen. Aber gleichzeitig wir in jedem dieser Beiträge über die Ignoranz der Hauptmedien geschimpft. Irgendwie passt das nicht ganz. Ich hoffe, dass KenFM auch in Zukunft keine Hetze gegen irgendwen oder irgendwelche anderen Medien macht. (ich will nicht sagen, dass man nicht kritisieren darf, aber bitte nicht unnötig auf FakeNews herumreiten. Das ist Arbeit für Populisten) LG Georg Hanslmaier

    • Die etablierten Medien wissen sehr gut, wie Manipulation funktioniert .
      Es werden auch immer wieder Tatsachen eingebaut, auch für die politische Mission ungünstige .
      Diese werden aber nur in geringer Dosis gebraucht und, das ist entscheidend bei Manipulation,
      in für die politische Mission passende Zusammenhänge gebracht .
      Ich kenne die von ihnen angesprochene Aussage des Klaus Kleber nicht ,
      der Klaus Kleber aber ist in seinem gesammten Vortrag ein Vorzeigebeispiel für politische Agitation .
      „Populisten“ wurden von den Bilderbergern in die Medienlandschaft gebracht , um Kritiker der Globalisierung negativ zu behaften .

    • georg hanslmaier

      Sie haben noch nicht verstanden, wie Propaganda funktioniert. Natürlich sagt ZDF-Kleber nicht direkt, daß Rußland für den angeblichen Giftanschlag verantwortlich sei. Das hieße ja, er hätte geheime Informationen, die sonst nicht verbreitet wurden. Aber die ganze Berichterstattung soll den Eindruck erwecken, daß Rußland „höchstwahrscheinlich“ dahintersteckt. Damit wird die feindselige Politik der NATO-Länder gegen Rußland propagandistisch unterstützt. Um scheinheilig Objektivität vorzugaukeln, wird stets erwähnt, daß Rußland alles abstreitet. Aber die genauen russischen Stellungnahmen werden nicht wiedergegeben, damit der ahnungslose „Nachrichten“-Konsument sich kein eigenes Bild machen kann.

      Da ich mir seit längerer Zeit den Kleber nicht mehr zumute, weiß ich nicht, welche Worte er genau benutzt hat. Aber vermutlich hat er nicht ausdrücklich darauf hingeweisen, daß es keine Beweise für Rußlands Schuld gibt, denn damit hätte er die ganze „Reaktion“ (= feindselige Aggression) der NATO-Länder als voreilig und ungerechtfertig hingestellt. Das ist nicht seine Aufgabe als Oberpropagandist. Es kann aber sein, daß Sie es so herausgehört haben wollen. Das wäre immerhin ein Fortschritt gegenüber denen, die auf die Propaganda total hereinfallen. Das ist leider die große Masse.

    • Hallo Georg, entscheidend ist, wie der Gegenpart des Narrativs verpackt wird. Framing: Putin / Assad (böse, aggressiv, Giftgaseinsätze, unkooperativ, unglaubwürdig…) Wertewesten (ehrlich, friedlich, humanitäre, glaubwürdig, die „Guten“)
      Wenn im Nebensatz Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Anschuldigungen angemerkt werden, kommt im Nächsten Satz wieder das gewünschte Narrativ zum Einsatz. Der geneigte Konsument behält dann nur die Mehrfachwiederholung der angebrachten Mutmaßungen als Fakt im Gedächtnis. Im Nachhinein wird vom Giftgaseinsatz, nicht mehr vom mutmaßlichen, Assads gesprochen. Es ist auch kein Gift aus der Novicok Gruppe die Rede, sondern vom Kampfstoff der n Russland entwickelt wurde.
      Wenn du wissen willst, wie das funktioniert, Prof. Maisfeld zu Gemüte führen.

    • Sie meint Prof. Mausfeld.
      Obwohl mir ein Maisfeld auch gut gefallen würde,
      Hamster Karl.

    • Sorry Andreas G., war die Autokorrektur und habe nicht noch Mal Korrektur gelesen. Natürlich Prof. Mausfeld. Und nebenbei bin ich keine Sie, woher auch immer sie dies schlussfolgern.

    • Hallo Huhu………
      ich sehe vor meinem inneren Bild aber auch immer eine (nette) Tussi, die mit dem Taschentuch umme Ecke winkt – Huuu-huuu 🙂 🙂
      Nix für ungut, ja ?

    • Hallo Matti. Wenn du Walter Moers und einen seiner Protagonisten kennst, der gerne Huhu! sagt, wird dir klar sein, warum ich nicht den richtigen Namen nehme, muss ja auch schließlich da die Netikette wahren. Bevor du den falschen meinst, es ist nicht der mit dem zu kurzen Pornobalken.

    • an Huhu 🙂
      von nun an mit allem nötigen Reschpekkt !
      Nein, den Herrn Moers kannte ich nicht , da ich mich nicht sehr auf Comics werfe. War aber grade auf seiner Seite + sehe, was da in Zamonien so alles los ist…….sieht sehr spannend aus, phantastisch… Illustrationen zum Verlieben. . Danke, dann ist aus meinem Geblödel ein Literaturtipp geworden !

  14. Herr Pohlmann, sie sprechen mir aus Hirn und Herz. Was würde ich dafür geben, erleben zu dürfen, dass Sie eine Rede vor dem komplett besetzten Bundestag halten, die Life um 20.15 Uhr als Brennpunkt in der ARD gesendet wird. Aber das wir nie passieren, leider.

  15. Monty Python, genau.

    Auch das hier fällt in jene Kategorie:

    Vor dem Bahnhofskiosk vor kurzem, dort, wo es hingehört, zwischen Scheißhaus, delirierenden Besoffenen, Dreckhaufen und umgefallenen Aschenbechern gefunden (aber natürlich nicht gekauft) das Kleber-Buch: „Rettet die Wahrheit“

    Die Welt dazu: „Das Anliegen Klebers müsste vom Ansatz her natürlich jeder Journalist, der seinen Beruf ernst nimmt, unterstützen.“

    Ja, was kann man da noch sagen?

    • Ich will nicht wie eine Nato- Marionette klingen,aber ich denke nicht, dass das heute jornal und Klaus Kleber schlechtere Nachrichten machen als KenFM. Na gut, vielleicht berichten sie nicht über die Spekulation, dass ein Krieg mit dem Iran bevorsteht, aber sie haben auch nicht unbegrenzt Sendezeit. Aus meinem Kommentar: 10. April 2018 at 15:06
      Halt! hier muss ich einmal widersprechen: Sie und andere KenFM Autoren schreiben immer wieder, dass man in des deutschen „McMedien“ immer hören durfte, dass Russland am Anschlag auf Skripal schuld seie. Aber seit der ersten Berichterstattung betont Klaus Kleber(Moderator beim heute.jornal, die Nachrichtensendung bei einem der 2 großen „McMedien“), dass es keine Beweise für eine Beteiligung Russlands gibt. Genau das gleiche sagt KenFM in mehreren Tagesdosen. Aber gleichzeitig wir in jedem dieser Beiträge über die Ignoranz der Hauptmedien geschimpft. Irgendwie passt das nicht ganz.

    • Da sprechen Sie eine große Wahrheit – vermutlich unfreiwillig – gelassen aus: „aber ich denke nicht, dass das heute jo(u)rnal und Klaus Kleber schlechtere Nachrichten machen als KenFM.“
      Das „Machen“ der Nachrichten ist es ja eben, was wir den Mainstream-Medien ankreiden.
      Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem MACHEN von Nachrichten und dem Aufspüren und Enthüllen von Fakten, sowie dem möglichst neutralen Sichtbarmachen von wirklichen, bedeutungsvollen Zusammenhängen.

      Als Erwiderung auf den zweiten Teil Ihrer Mail kann ich eigentlich nur kopieren, was Wasserader Ihnen schon oben geschrieben hat; vielleicht mit besonderem Hinweis auf den Satz, daß man auch immer wieder – scheinbar der eigenen Meinung entgegenstehende – ungünstige Fakten einfließen läßt, um sich den Anschein von Wahrhaftigkeit oder gar Neutralität zu geben.
      Wenn Sie NUR dreist lügen würden, käme sogar der Hamster Karl auf die Idee, daß das Laufrad, das ihm angeboten wird (als Weg in den Wahrheitshimmel), sich immer nur um dieselbe Achse dreht, nur aus Plastik besteht und noch nicht einmal dieselbe Farbe hat, wie seine Lieblingsmöhren.

      „Die etablierten Medien wissen sehr gut, wie Manipulation funktioniert .
      Es werden auch immer wieder Tatsachen eingebaut, auch für die politische Mission ungünstige .
      Diese werden aber nur in geringer Dosis gebraucht und, das ist entscheidend bei Manipulation,
      in für die politische Mission passende Zusammenhänge gebracht .
      Ich kenne die von ihnen angesprochene Aussage des Klaus Kleber nicht ,
      der Klaus Kleber aber ist in seinem gesammten Vortrag ein Vorzeigebeispiel für politische Agitation .
      „Populisten“ wurden von den Bilderbergern in die Medienlandschaft gebracht , um Kritiker der Globalisierung negativ zu behaften .“

    • Moin, georg hanslmaier, das Perfide an diesen Mainstream-Nachrichten ist m.M. nach, dass mit einer absoluten Uebereinstimmung (bis auf die Kommata) die gleichen Wortlaute zu den Empfängern geschickt werden. Und nicht nur in DE, sondern weltweit. Und wenn die Formulierung vielleicht fuer ganz kritische Köpfe noch den Schluss zulässt, dass es nicht 100%ig erwiesen ist, dass das Gift aus Russland stammt, so ist doch fuer die Politiker ‚zweifelsfall‘ erwiesen, dass es so und nicht anders gewesen sein musste: also Diplomaten ausweisen.
      Ein ganz anderes Niveau erreichte dieser Mensch (T. Walde) im ZDF (Bericht aus Berlin?), der den russischen Botschafter fast verhörartig ‚interviewte‘ und n.m. Dafuerhalten richtig frech ihm gegenueber wurde. Man kann sich nur schämen fuer soetwas was heute in DE als Journalismus durchgeht.
      Aber nochmal zurueck zu den Mainstream-Nachrichten: ueber 4 Wochen lang sind wir beschallt worden von den immer gleichen Luegen, die nach den erprobten Devisen laufen:
      Eine Luege muss nur unglaubwuerdig genug sein, um geglaubt zu werden und
      eine Luege muss nur oft genug wiederholt werden, um beim Volk anzukommen.

    • Hallo Georg, hast du meine Antwort eigentlich gelesen und auch verstanden? Ist es für dich ok, wenn der „Vorzeigejournalist“ Kleber Mitglied der Atlantikbrücke ist. Bitte Mal über diesen „Verein“ informieren, aber bitte nicht auf Wikipedia. Auf KenFm findest du garantiert einen erhellenden Artikel, oder auch mehrere die dir evtl. die Augen öffnen, wenn du es willst.

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