Tagesdosis 10.8.2018 – US-Massenmord und die Legende von Hiroshima

Keine militärische Notwendigkeit, sondern verbrecherisches Polit-Kalkül.

Ein Kommentar von Rainer Rupp.

Am Montag vor 73 Jahren setzten die USA zum ersten aber nicht zum letzten Mal in der Geschichte der Menschheit eine Atomwaffe gegen die Zivilbevölkerung der japanischen Großstadt Hiroshima ein. Wie zum Hohn, und als wären die unsägliche Grausamkeiten und Leiden der Überlebenden von Hiroshima nicht entsetzlich genug gewesen, fiel 3 Tage später die zweite nukleare US-Massenvernichtungswaffen auf die nichtsahnenden Menschen der Großstadt Nagasaki. Wie aus den Dokumenten jener Zeit hervorgeht, sahen auch führende US-Militärs damals – im Gegensatz zur anschließend verbreitenden Mär – keine zwingende militärische Notwendigkeit für den Einsatz dieser beiden, unterschiedslos tötenden, verstümmelnden und verstrahlenden Massenvernichtungswaffen. Denn damals bemühte sich die japanische Regierung bereits seit einiger Zeit und mit Wissen der Amerikaner um Kapitulationsverhandlungen.

Dokumente, die vor allem erst in den letzten zwei Jahrzehnten veröffentlich wurden, deuten vielmehr darauf hin, dass Washington mit Blick auf die Verhandlungen über die Nachkriegsordnung mit der aufsteigenden Supermacht Sowjetunion mit dieser nuklearen Machtdemonstration einschüchtern wollte. In diesem politischen Kalkül der US-Regierung spielten die unzähligen Opfer von Hiroshima und Nagasaki keine Rolle. Denn auch bei dieser Entscheidung spielte der in den USA weit verbreitete Rassismus mit. Erst viel später versuchten die für den atomaren Massenmord verantwortlichen US-Politiker, ihre Tat mit angeblicher militärischen Notwendigkeiten zu rechtfertigen, denn auf diese Weise wäre der Krieg schneller vorbei und die Gesamtzahl der Opfer geringer als ohne Atomwaffeneinsatz gewesen. Laut dieser, auch heute noch offiziellen US-Version, wird aus einem der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte letztlich sogar ein humaner Akt. So kann man Geschichte verdrehen.

Die beiden vom US-Präsident Harry Truman befohlenen Atombombenabwürfe forderten je nach Schätzung zwischen 90.000 und 166.000 Menschenleben, allein in Hiroshima. Die Opfer waren fast ausschließlich Zivilisten. Viele wurden sofort getötet, andere starben in den Tagen danach. In Nagasaki forderte die neue US-Superwaffe zur Terrorisierung der Zivilbevölkerung zwischen 39.000 und 80.000 Menschen das Leben.

Selbst von US-Militärhistorikern wird nicht bestritten, dass es sowohl in Hiroshima als auch in Nagasaki keine auch nur halbwegs bedeutenden, militärischen Ziele gab. Stattdessen handelte es sich um zwei Großstädte mit lebhaftem zivilem Leben. Das wurde von einer Sekunde auf die andere ausgelöscht, als die beiden Atombomben absichtlich genau über den zivilen Zentren der beiden Städte explodierten. Die Zahl der Toten, die an den Spätfolgen der Atomwaffeneinsätze frühzeitig starben und die Zahl der Krüppel und der auf Grund der Verstrahlung der Mütter als Krüppel geborenen Kinder wurde nie genau erfasst. Aber sie geht in die Hunderttausende. Die genaue Zahl der in Hiroshima und Nagasaki getöteten Menschen wird unter Einschluss der Strahlentoten auf bis eine halbe Million Menschen geschätzt.

Als Rechtfertigung für den zivilen Massenmord wird in den USA immer noch das Argument vorgebracht, dass Japan ohne den Nuklearwaffeneinsatz niemals kapituliert hätte. Eine US-Invasion hätte blutige Kämpfe erfordert, die zig Tausenden von US-Soldaten und Millionen von Japanern das Leben gekostet hätte. Die atomare Vernichtung Hiroshimas und Nagasakis dagegen hätten die Japaner schnell und effektiv von der Notwendigkeit der bedingungslosen Kapitulation überzeugt. Folglich habe ihr Einsatz im Endeffekt viele Leben auf beiden Seiten gerettet, so das US-Narrativ.

Als Beweis für diese Version wird gemeinhin Japans zurückweisende Antwort auf die so genannte „Potsdamer Erklärung“ von US-Präsident Truman zitiert. Der hatte während der Konferenz der Großen Drei [USA, Großbritannien, Sowjetunion] in der Nähe von Berlin die Japaner zur bedingungslosen Kapitulation aufgefordert. Tatsächlich hatte Tokio nur die „Bedingungslosigkeit“ abgelehnt. Eine weitere der vielen US-Kriegslügen.

Tatsache war, dass während die drei Großmächte Mitte Juli 1945 in Potsdam konferierten, Japan am 16. Juli die Sowjetunion ersuchte, einen Waffenstillstand zu vermitteln. Stalin unterrichtete Truman darüber. Aber der forderte in der „Potsdamer Erklärung“ vom 26. Juli die „bedingungslose“ Kapitulation Japans. Darauf konnten sich die sechs Mitglieder des „Obersten Rates für die Kriegsführung“ in Tokio nicht einigen. Obwohl Kaiser Hirohito, Ministerpräsident Suzuki und Außenminister Togo den Krieg so schnell wie möglich beenden wollten, stellte sich das Militär gegen die „Bedingungslosigkeit“ quer. Die japanische Antwort auf die „Potsdamer Erklärung“ fiel entsprechend nuanciert und verklausuliert aus.

Auf der Grundlage historischer Dokumente gingen damals alle Einschätzungen der US-Militärführung davon aus, dass Japan zu militärischen Großoperationen nicht mehr fähig war. Wegen katastrophaler, militärischer Niederlagen war der japanische Ministerpräsident General Kuniaka Koiso bereits am 4. April 1945 zurückgetreten. Neuer Ministerpräsident wurde der achtundsiebzig Jahre alte Admiral Kantaro Suzuki, der im Einvernehmen mit dem Kaiser den Krieg so schnell wie möglich beenden sollte, aber aus Furcht vor einem Putsch fanatisierter Militärs vorsichtig agieren musste. Unterstützung fand Suzuki bei seinem Außenminister Shigenori Togo. All dies war der amerikanischen Seite bekannt.

Ohne weitere diplomatische Bemühungen zur Klärung des Textes und der japanischen Absichten stand für Truman schnell fest, dass die Japaner nicht verhandeln wollten. Er gab sogleich Befehl zum ersten Atombombeneinsatz gegen Hiroshima. Die Vollzugsmeldung über die Zerstörung der Stadt nahm Truman am 7. August 1945 auf dem US-Kreuzer Augusta in Empfang und feierte ihn vor der Besatzung spontan als „überwältigenden Erfolg“ und „die größte Sache in der Geschichte der Menschheit“.

Ironischerweise gehörten zu den frühesten Kritikern des von Präsident Truman befohlenen, atomaren Massenmords sowohl konservative Persönlichkeiten als auch Vertreter der obersten militärischen Führung. U.a. hatte sich der Zeitzeuge und spätere US-Präsident, General Dwight D. Eisenhower, heftig gegen die Bombe ausgesprochen:

„Erstens ist Japan bereits geschlagen und die Bombe einzusetzen war absolut unnötig”, heißt es in seinen Notizen, “und, zweitens, glaube ich, dass unser Land die Weltöffentlichkeit nicht damit schockieren sollte, indem es eine Waffe einsetzt, die nicht mehr benötigt wird, um amerikanische Leben zu retten. Ich war fest davon überzeugt, dass Japan zu diesem Zeitpunkt eifrig dabei war, nach Möglichkeiten zu suchen, die eine Kapitulation mit geringstmöglichem Gesichtsverlust erlauben würde. Der Minister (Trumans Kriegsminister Stimson) zeigte sich über meine Einwände zutiefst verärgert“, hielt Eisenhower in seinem Buch „Mandate For Change“ auf Seite 380 fest.

Eisenhower zeigte sich insbesondere darüber deprimiert, dass Minister Stimson den Einsatz der Atombombe gefordert hatte, obwohl er zuvor in einer langen Liste aufgezählt hatte, weshalb Japan bereits geschlagen war. Wenn aber selbst der damalige General Eisenhower für den Abwurf der Bombe auf Japan keine militärische Notwendigkeit mehr gesehen hatte, warum wurde sie dann doch am 6. August gegen Hiroshima und drei Tage später sogar eine zweite gegen Nagasaki eingesetzt?

Eine These lautet, dass die USA einen Tag nach Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen Japan mit Hilfe ihrer Atombomben ein schnelles Ende des Kriegs im Pazifik zu amerikanischen Bedingungen erzwingen wollten. Die in Potsdam von den Großen Drei bereits vereinbarte Beteiligung der Sowjetunion an der Besetzung Japans sollte verhindert werden, um auf diese Weise die US-Dominanz im Pazifik in der Nachkriegszeit zu sichern. Obwohl diese These sehr plausibel erscheint, gibt es keine dokumentarischen Beweise, z. B US-Regierungsdokumente, zur ihrer Untermauerung.

Dagegen gibt es zumindest starke Indizien und Erklärungen von Zeitzeugen, die die These von Wolfgang Abendroth untermauern, dass die US-Demonstration atomarer Stärke als Warnung für den aufsteigenden strategischen Rivalen Sowjetunion gedacht gewesen ist.[i]

Abendroth stützt sich dabei hauptsächlich auf die Erinnerungen des Nobelpreisträgers für Physik, Joseph Rotblat, der sich zu der Entscheidung durchgerungen hatte, das „Manhattan Projekt“ zu verlassen, nachdem er erfahren hatte, dass die Nazis nicht in der Lage waren, eine Atombombe zu bauen. Nachdem also die US-Atombombe nicht mehr dazu da war, um Nazi-Deutschland vor dem Einsatz einer deutschen Atomwaffe abzuschrecken, hatte der Direktor des „Manhattan Projekts“, US-General Leslie Groves, Rotblat gegenüber ein neues Motiv für die Fertigstellung der amerikanischen A-Bombe genannt, nämlich die Sowjets einzuschüchtern[ii].

Diese These wird durch die Zeugnisse der Tochter von US-Präsident Truman gestützt, wonach ihr Vater bereits unmittelbar nach Amtsantritt sich besonders große Sorgen über die potentielle Bedrohung durch die Sowjetunion gemacht hätte. Damit aber wäre das zynische Kriegsverbrechen von Hiroshima und Nagasaki nicht nur der letzte Akt in der Tragödie des Zweiten Weltkrieges, sondern zugleich auch die Ouvertüre zum Kalten Krieg gewesen.

Soweit bekannt ist, hat die US-Regierung seit 1945 keine Atomwaffen mehr eingesetzt. Aber das Instrument des Massenmords an Zivilisten als polit-militärische Taktik zur Erpressung des Gegners hat Washington immer wieder genutzt. Zum Beispiel hat das US-initiierte Embargo für Ersatzteile für die im ersten Irak-Krieg durch US-Bomben zerstörten Trinkwasseranlagen (was ein Kriegsverbrechen darstellt) nach Schätzungen der UNO 500.000 Kindern das Leben gekostet (ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist). Und was den Einsatz von Atomwaffen betrifft, so hat Washington in vielen seiner Kriege, u.a. in Korea und in Vietnam ernsthaft mit dem Gedanken gespielt. Auch heute noch droht Washington seinen Gegnern mit der Atomwaffe, wenn es warnt, dass „alle Optionen auf dem Tisch liegen.“

[i]„Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki trafen zwar (das schon längst geschlagene) Japan, waren aber bereits – in der Illusion, ein lange währendes Waffenmonopol beweisen zu können – eine „Warnung“ an die als internationale soziale Gefahr für das nunmehr durch die USA als deren ökonomisch und militärisch stärkste Macht geführte kapitalistische Weltsystem gewertete UdSSR”. Quelle: „Auf dem Wege in den Dritten Weltkrieg?“, Von Wolfgang Abendroth.

[ii] The Legend of Hiroshima HIROSHIMA’S SHADOW: WRITINGS ON THE DENIAL OF HISTORY AND THE SMITHSONIAN CONTROVERSY, eds. Kai Bird and Lawrence Lifschultz, The Pamphleteer’s Press, 1998, softcover, $25.00, 584 pp

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Bildhinweis: Mushroom Cloud of Atom Bomb exploded over Nagasaki, Japan, on August 9, 1945. World War 2.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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21 Kommentare zu: “Tagesdosis 10.8.2018 – US-Massenmord und die Legende von Hiroshima

  1. Hallo! Ich las vor Zeiten, dass es den USA um Japans Gold ging, was die Japaner irgendwie wohin verschiffen wollten…das rechtfertigt natürlich Atombomben, Kriegsverbrechen und Massenmord so wie in Dresden, Ruhrgebiet, Rheinwiesen etc.
    Aber Hauptsache befreit vom Nazideutschland!

  2. Vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag. Meine kleine Ergänzung dazu:

    Im 2. Weltkrieg hat eine Spezialeinheit der US-Armee unter Leitung des Juristen Colonel Dr. Bernard Bernstein alle Gold-, Silber-, Diamanten- und Devisenbestände der Deutschen Reichsbank, einschließlich des dort in Aufbewahrung befindlichen Golds anderer Europäischer Notenbanken, heimlich als Kriegsbeute beschlagnahmt. Wir reden hier von insgesamt 365 Tonnen Gold und rund 333 Tonnen Silber, das in zahlreichen Depots versteckt und komplett gefunden wurde.

    Der New Yorker Rechtsanwalt Dr. Bernard Bernstein, stammte aus der prominenten Anwaltskanzlei Taylor, Blanc, Capron & Marsh in Manhattan. Bernstein nahm damals auch an Gesprächskreisen mit Dulles bei der Gründung des OSS, der späteren CIA, teil. Er war früher beim US-Schatzamt tätig und der Organisator der Aktion „SAFEHAVEN“ für JAPAN und Deutschland. Seine genaue Bezeichnung bei den US-Truppen war: Director, Finance Division and Director of the Division of Investigation of Cartels and External Assets, U.S. Group Control Commission for Germany.

    Colonel Dr. Bernard Bernstein wurde später Berater von US-Präsident Eisenhower

    und Partner einer der größten Anwaltskanzleien in New York. Bernstein wurde Berater des JWC und verhalf dem Staat Israel bei dessen Gründung. Das Ministerium für Staatssicherheit besuchte ihn Ende der 70er in seiner Anwaltskanzlei in New York um Auskünfte über den Verbleib des Goldes der Reichsbank zu erhalten. Er gab aber keine Auskünfte über diesen Vorgang aus „Gründen der Geheimhaltung“, wie in der Stasiakte vermerkt wurde. Rechtsanwalt Dr. Bernard Bernstein starb im Alter von 81 Jahren am 6.2.1990.

    Da in Jalta eine sowjetische Besatzungszone in Japan nicht vereinbart worden war, musste Truman befürchten, dass die Rote Armee vor den US-Streitkräften in Japan sein würde.

    Die amerikanische Landungsoperation (Operation Olympic) war für den 1. November 1945 geplant. Die Rote Armee hatte ihre Vorbereitungen für eine Invasion Japans auf der nördlichen Insel Hokkaido aber bereits im Juni 1945 abgeschlossen. Stalin billigte die Pläne und war bereit umgehend loszuschlagen. In Washington schrillten die Alarmsirenen.

    Truman konnte eine sowjetische Besatzungszone schließlich nur noch mit den Bombenabwürfen über Hiroshima und einer Kapitulation Japans verhindern. Der „vorschnelle Abwurf“ der Atombomben entgegen der militärischen Lage hatte nur das Ziel, Russland vom bevorstehenden Eintritt am pazifischen Kriegsschauplatz abzuhalten.

    Den japanischen „Goldschatz“, der drei bis viermal so groß wie der in Deutschland war, wollten die USA nicht mit Russland teilen. Die USA wussten aus ihrer Geheimdienst-Operation „SAFEHAVEN“, dass Japan selbst viel reguläres Gold besaß und das japanische Kaiserreich auf seinen Kriegsschauplätzen weiteres Gold erbeutet hat. Die US-Truppen haben so in Japan „US-Gold-Rush Teams“ eingesetzt, wie in Deutschland.

    Insbesondere ist heute der von General Tomoyuki Yamashita gesuchte Goldschatz bekannt

    Er wurde nach dem Krieg als erster Japaner am 23. 02. 1946 aufgrund von Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und auf den Philippinen bei Manila hingerichtet. Er hat über den Verbleib seines zusammen geraubten Goldschatzes geschwiegen. Gerüchten nach war der Schatz Gegenstand eines komplexen Prozesses, der im Jahr 1988 bei einem staatlichen Gericht auf Hawaii eingereicht wurde und an dem der philippinische Schatzsucher Rogelio Roxas und der ehemalige Präsident der Philippinen Ferdinand Marcos beteiligt waren. Roxas und Marcos sollen ein weiteres Goldversteck von General Yamashita gefunden und für sich geplündert haben. Im Jahre 1992 behauptete Imelda Marcos, dass Yamashitas Gold einen Großteil des Vermögens ihres Mannes Ferdinand ausmache.

    Das reguläre Gold der Bank von Japan wurde von den US-Truppen bereits 1945 gefunden und als Kriegsbeute beschlagnahmt

    Der US-Militärgeheimdienst hat mit Unterstützung von Kaiser Hirohito und anderen hochrangigen japanischen Persönlichkeiten, einen Großteil der Goldbeute auf 176 zuverlässigen Banken in 40 verschiedenen Ländern verbracht. Diese Golddepots wurden unter zahlreichen Decknamen angelegt, um die Identität der wahren Eigentümer geheim zu halten. Mit diesen Goldanlagen wurden während des Kalten Krieges die geheimdienstlichen Tätigkeiten der Vereinigten Staaten rund um die Welt finanziert.

    Die Historiker Sterling und Peggy Seagrave dokumentierten in ihrem Buch „Gold Warriors: America´s Secret Recovery of Yamashita´s Gold“, dass sich diese Beute aus dem Zweiten Weltkrieg auf mehr als USD 120 Milliarden (den Dollar des Jahres 1945) belaufen haben dürfte. Die Seagraves erklären in ihrem Buch, es sei für das spätere Auffinden der vom US-Team erbeuteten Schätze von entscheidender Bedeutung gewesen, dass der Fahrer von General Yamashita gefangenen genommen und gefoltert wurde, da er schließlich einige der Verstecke 1946 preisgab.

    Für KEN-Leser vielleicht noch ein interessantes Detail:

    Die japanische Regierung akzeptiert offiziell die Voraussetzung für eine finanzielle Entschädigung für Opfer von Kriegsverbrechen gemäß der Potsdamer Erklärung. Die Einzelheiten dieser Entschädigung wurden in bilateralen Verträgen mit einzelnen Ländern geregelt, außer mit NORDKOREA, da Japan Südkorea als die einzige legitime Regierung der Koreanischen Halbinsel anerkennt. Die südkoreanische Regierung bestand Mitte der 60er darauf, dass Japan (statt die Geldzahlungen an die Opfer zu leisten) der südkoreanischen Regierung die Mittel für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes zu Verfügung stellt. Südkorea erhielt 800 Millionen US-Dollar an Zuschüssen und Darlehen aus Tokio als Reparationen und konnte so seine Wirtschaft ausbauen.

    NORDKOREA verlangt offiziell 363 Tonnen Gold von Japan bis heute zurück, das während des Zweiten Weltkriegs gestohlen und geplündert wurde.

    Dieses „Raubgold“ dürfte aber schon längst in den Kellern der FED versteckt worden sein.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Yamashita_Tomoyuki
    https://de.wikipedia.org/wiki/Japanische_Kriegsverbrechen_im_Zweiten_Weltkrieg
    https://www.trumanlibrary.org/oralhist/bernsten.htm

  3. Die Amerikaner haben es getan, aber die Weltgemeinschaft hat es geduldet. Es gab keinen gemeinschaftlichen Zusammenschluss, um dieses bisher folgenschwerste Menschheitsverbrechen zu sanktionieren. Oder hatte damals irgend jemand eine Idee dazu? Mir nicht bekannt.

    • Die einzige Milderung der amerikanischen Schuld sehe ich darin:

      Es war nicht hinreichend bekannt, welche fürchterlichen Schäden die radioaktive Strahlung verursacht.

      (Sonst hätten sie ja nicht bei ihren oberirdischen Testexplosionen in Nevada so viele „Atombombenbegeisterte“ zusehen lassen! Die „schönen“ Lichtblitze und Explosionswolken aus „sicherer“ ? Entfernung !)

  4. Ich möchte in diesem Zusammenhang an Günther Anders erinnern, der (übrigens als von den Nazis so geziehener „Jude“ und Großcousin von Walter Benjamin) noch in den 1940-er Jahren den Niedergang der modernen Vergesellschaftung im Abwurf der Bombe durch die USA sah.
    Der Artikel in Wikipedia über ihn ist schlicht Müll. Wer sich interessiert mag lesen „Hiroschima ist überall“, erschienen seinerzeit bei C.H.Beck. Sehr interessant auch deshalb, weil er schon seinerzeit „Universalgeschichte“ mitsamt Aufklärung schlicht liquidiert.

  5. Man muß sich den Namen — MASSENVERNICHTUNGSWAFFE– auf der Zunge zergehen lassen.
    Leider nimmt man diesen Unmenschenbegriff hin, als gehören er in unseren Sprachschatz.
    Das sitzen Menschen in Diskusionsrunden und gebrauchen diesen Begriff, als handele es sich um einen allgemein verfügbares Gegenstand wie ein Auto oder eine Waschmaschine.
    Dadurch bekommt diese unsagbare Gräuel, ein technisches Gesicht und kann so als Drohung ausgesprochen werden.
    Würde der Bedroher das ganze Entsetzen, welches er anrichten will, in Worte kleiden, so würde er sich selber als Teufel entlarven.
    So kann er aber in einem Atemzug über Humanität, Freiheit und Menschenrechte weiter sabbern.

  6. Danke für Mut Herr Rupp! Die Kriegsverbrechen in Japan, Deutschland und dem Rest der Welt bis heute anhaltend totgeschwiegen, verharmlost oder einfach anderen Völkern angedichtet sind Ausdruck eines unaussprechlich arroganten verbrecherischen Klüngels aus Militär und Strippenziehern der widerlichsten Art von Zweibeinern, die die Welt je zu sehen bekommen muss! Und hier finden es fast alle toll. USA unser Retter, Bollwerk gegen den Kommunismus und den Russen, Verteidiger der „freien Welt“ und eine Vorzeigedemokratie…
    Herr Jochen Malmsheimer hat die USA sehr treffend beschrieben! Es ist entsetzlich, was die USA und ihre Befehlsgeber um Tel Aviv herum in der Welt anrichten dürfen, ohne nur in den Verdacht des Genozids und Massenmords zu geraten. Dazu kommt noch der religiös angepinselte Wahnsinn der jeweiligen Herrenrasse, der einem das Essen vor vierzehn Tagen noch hochkommen lassen will. Kritik? Antiamerikanismus…als ob die USA Amerika wäre. Geographie täte den Medien und Politdarstellern gut. Und natürlich Antisemit…es soll sogar Juden geben, die von diesen Irren als Antisemiten bezeichnet werden, weil sie es nicht toll finden, Araber zu schlachten und sich dann zu beschweren, wenn diese Bürger Israels nicht besonders mögen…Irrsinn, wohin das Auge reicht.

    • Auch schön gesagt, Danke! Vor allem, wenn dieser „Ersatz“ gegen das gesamte empfindsame Leben gerichtet ist und womöglich letztendlich unseren Heimatplaneten zerstört.

  7. Vielen Dank Rainer Rupp! Nur eine kurze Anmerkung:
    Die Entstehung Des Staates/der Staaten ging einher mit der Ausrottung der Urbevölkerung. Ich weiss nicht wieviele „Indianer“ erschossen, verhungert worden oder sonstwie durch den aufkommenden US-Imperialismus zu Tode kamen. Die Perfidie gipfelte m.M.n. in der Abschlachtung der millionen von Bisons, die die Hauptnahrung der „Indianer“ waren. Quasi „Agent Orange“ in der fruehen Version.

    • Ja, eben. Und auf dieser Schiene sind sie auch geblieben, die vereinten Europäer in Amerika.

  8. Aber wir und die ganze Welt können uns ja weiter geißeln wegen dem Holocaust…
    Ein Schuldkult ohne Ende wobei man geflissentlich die unzählingen ebenbürtigen Verbrechen der „anderen“ verschweigt.
    Wie krank das alles, einfach nur krank und verlogen.

    • Ich weis ja nicht in welcher Welt Sie leben, aber mich hat noch niemand auf der Welt angegriffen wegen dem Holocaust.
      Ich glaube das ich nichts dafür kann, in welchem Land ich geboren wurde.
      Selbst wenn ein Vorfahre von mir Nazi gewesen wäre.
      Ich bin für meine Taten verantwortlich und nicht für die einer Nation.
      Ihr 2. Satz wirkt wie eine Relativierung – die anderen haben ja auch „Dreck am Stecken“ – das ist soo ungerecht.
      Ne – alles was mit Völkermord und Krieg zu tun hat, ist zu verurteilen.
      Und wenn ihnen ihr „Deutsch-sein“ so wichtig ist, na dann ziehen Sie sich halt den Schuh an.

    • Völkermord im jeweils technisch größtmöglichen Umfang kommt leider in der Geschichte mehrfach vor. Beispielsweise Alexander „der Große“. Woher hat er seinen Beinamen? Weil er ganze Landstriche entvölkerte! Es gibt leider viele andere grausame Beispiele aus sinnfreiem Machtstreben oder Idiotie die bekanntlich vor Machtstrebenden nicht halt macht.

  9. Lieber Rainer Rupp, danke, gerade heute, kurz vor der Fertigstellung der nächsten – mehr ‚gebrauchsfähigen‘ – Nuklearsysteme der USA auch für die Stationierung in Büchel ist das sehr wichtig. Ich ergänze diese Informationen:
    Das Thema Abschreckung ist in den Staaten der Nato schon seit 1945 – also vier Jahre vor Nato-Gründung – bekannt: ‚Der Abwurf der Atombomben auf die Zivilbevölkerung der beiden japanischen Großstädte habe seinerzeit vor allem dem Zweck gedient, die Sowjetunion abzuschrecken‘ (der Enkel Trumans ‚ Der Bund, Bern, 4.8.2012). Damals wie heute wurde das Verbrechen der Atombombenabwürfe durch den Westen noch mit der Lüge der Kriegsverkürzung und damit des Motivs, noch mehr Tote zu vermeiden, begründet.
    Der Kalte Krieg begann insofern lange vor dem von der Nato herausgestellten Koreakrieg. Das Zitat des Truman-Enkels wird von seinem Großvater bestätigt, vor allem da, wo er seine Sorge anspricht, Russland lasse ‚durchblicken, dass ein Teil des japanischen Eigentums (…) als sowjetische Kriegsbeute zu betrachten sei.‘ (Memoiren, Bd. I Bern, 1955, S. 437). Genauso, wie die Atombombe nicht aus dem offiziellen Grund eingesetzt wurde, fußte die Nato-Strategie nie auf der Abschreckung des übermächtigen Gegners Sowjetunion.
    Zwar gibt es das Narrativ, die Darstellung, dass die Abschreckung eines sowjetischen Angriffs eine strategische Schlussfolgerung des Koreakrieges zu Beginn der 1950er Jahre war, aber wie so oft erweisen sich Rüstungs- und Kriegsrechtfertigungen als fragwürdig“.
    Besser passt hier sicher: „unglaubwürdig“ – in anderem Wort: verlogen, wie so oft in der Nato-Propaganda

  10. Die USA-Kriegsmaschinerie ist mindestens seit Hiroshima-Nagasaki dabei, die ganze Welt zu zerstören. Überall, wo sie hinlangt, schwindet das Leben und der Boden ist verseucht. Angeblich wurden seitdem keine Atombomben mehr eingesetzt, aber was ist mit den vielen Atombomben-„Versuchen“ und mit den DU-Geschossen, die Amerika immer noch überall einsetzt, wo es Krieg führt? Was ist mit dem Geo-Engineering, mit den Waffen, die immer noch geheim gehalten werden und von deren Existenz selbst der Normalbürger lieber gar nichts wissen will? Was ist, wenn die Erde selbst als Waffe benutzt wird?

    • Dass die Japaner jetzt am Aussterben sind, hat zweifellos auch mit diesem Verbrechen zu tun. Wieso soll ich denn noch Nachwuchs zeugen, wenn die Chance immer noch sehr hoch ist, dass er behindert zur Welt kommt?
      Wenn man die Geschichte dieser Zivilisation betrachtet, so ging diese Weltzerstörung , der wir heute beiwohnen, eindeutig vom Herrschafts- und Machbarkeitswahn des weißen Mannes , also von Europa aus. Alle „Segnungen“ der Technik und Technologie können das nicht aufwiegen – auch wenn sie die andere Seite dieser Medaille sind.

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