Tagesdosis 10.9.2019 – Der Öko-Konsens (Podcast)

Ein Kommentar von Florian Kirner.

Seit gut einem Jahr tobt eine eskalierende Debatte um die Frage des Klimawandels, der Umweltzerstörung und ihrer Ursachen. Man ist versucht, von einem „Glaubenskrieg“ zu sprechen.

Aber genau darin liegt schon ein Problem. Der inflationäre Einsatz von religiösen Vokabeln, vor allem auf Seiten der Skeptiker einer menschengemachten Klimakatastrophe schwer in Mode – „Klimakirche“, „CO2-Papst“, „Klima-Religion“ – ist nicht sehr gut geeignet, eine sachliche Debatte zu ermöglichen, die den Namen verdient.

Auch diejenigen, die von einem entscheidenden Beitrag der Menschheit und einen daraus resultierenden Klimakollaps überzeugt sind, befinden sich allerdings in einem hochemotionalisierten Zustand. Sie rechtfertigen das mit der objektiven Dringlichkeit, umgehend und radikal umzusteuern, wenn wir die Ökokatastrophe noch irgendwie abbiegen oder wenigstens einbremsen wollen.

Der Konflikt hat längst auch KenFM erreicht. Vor allem hier, im Format Tagesdosis, prallen die Meinungen aufeinander.

Bevor ich nun versuchen werde, einige Leitplanken einzuziehen, auf die wir uns vielleicht alle miteinander einigen können, will ich zunächst meine eigene Position deutlich machen.

Ich bin das, was Rainer Rupp vermutlich einen „Klimahysteriker“ nennen würde. Meine eigene Beobachtung der Natur, des Wetters und des Klimas, mein Blick auf die Geschichte des Wirkens der menschlichen Zivilisation, sowie die Ergebnisse meiner Recherchen sind eindeutig: der Mensch ist dabei, das Ökosystem des Planeten nicht nur irreparabl zu beschädigen – das tun wir schon sehr lange. Sondern wir sind dabei, das Gleichgewicht des Klimas zu zerstören und sehen in den immer extremeren Wetterereignissen der letzten Jahre lediglich die Vorboten einer kommenden Katastrophe.

Für mich, um auch diese Kuh vom schmelzenden Eis zu holen, ist auch evident, dass klimaschädliche Gase, vor allem CO2 und Methan, bei diesem Prozess eine zentrale, verheerende Rolle spielen.

So. Und nun zu meinem Konsensvorschlag!

Ich denke, wir sind uns quer durch alle Lager, die sich hier gebildet haben, über Folgendes einig:

Die menschliche Zivilisation hat das Gesicht dieses Planeten entscheidend verändert. Durch eine seit der Bronzezeit ununterbrochene Entwaldung des Planeten. Durch Flächenversiegelung, Luftverschmutzung, die Begradigung von Flüssen, durch den flächendeckenden Einsatz von Pestiziden, durch gigantische Erdarbeiten, durch Staudämme, Kohlegruben, gigantische Metropolen, Industrieabwässer, Plastikwahnsinn, den Abbau von Koltan oder Lithium, die Förderung von Öl, gentechnische Eingriffe in Saatgut, die Ausrottung zahlreicher Arten und so weiter und so fort – haben wir als Spezies kaum einen Stein auf dem anderen gelassen.

Wirklich niemand, der seine fünf Sinne beieinander hat, wird diese Tatsachen bestreiten wollen. Wer allerdings der Meinung ist, es gehe der Natur glänzend und die Rolle unserer Spezies mit ihren 7,6 Milliarden Prachtexemplaren, sei ökolgisch ganz unbedenklich, der sollte aus dem Kreis der ernstzunehmenden Diskussionspartner in der Tat verabschiedet werden.

Wenn ich es aber richtig verstehe, sagen ja auch die Skeptiker eines menschlichen Beitrags zur Klimaveränderung, dass man Klimaschutz und Umweltschutz trennen müsse und letzteres natürlich schon sinnvoll sei.

Schön. Da sind wir dann doch schon in einer ganze Reihe entscheidender Fragen zusammen. Das sofortige Verbot von Glyphosat etwa dürfte demnach Konsens sein oder dass wir den Plastikwahnsinn beenden und eine Verkehrswende organisieren müssen.

Wenn das also auch die Klimaskeptiker so sehen, würde ich vorschlagen: sagt es mindestens so laut, wie Ihr Eure Ablehnung eines menschengemachten Klimawandels herausschreit. Attackiert Bayer-Monsanto mit der gleichen ätzenden Verve mit der Ihr seit Monaten auf ein sechszehnjähriges Mädchen aus Schweden losgeht.

Umgekehrt müssten diejenigen, die den Anteil des Menschen an einem bereits stattfindenden Klimakollaps für evident halten, sich weitaus deutlicher zu den selbstverständlich stattfindenden Strategien der Herrschenden verhalten, die Klimadebatte für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie könnten sich etwa klipp und klar dazu äußern, was sie von einer CO2-Steuer halten.

Ich denke, wir, die Ökos, sollten, bei den gegenwärtigen Modellen, eindeutig gegen eine solche Steuer sein. Wer Geld für Umweltschutz auftreiben will, hat viel bessere Möglichkeiten als sich einmal mehr von unseren Regierenden verarschen zu lassen.

Der Umweltetat ist zum Beispiel der kleinste von allen im Bundeshaushalt. Lächerliche 2,29 Milliarden Euro gibt der Bund für die Umwelt aus – wobei in diesem Betrag auch noch die Ausgaben für „Nukleare Reaktorsicherheit“ versteckt sind. Der Rüstungsetat steht dagegen bei 43,23 Milliarden. Das ist fast das 19-fache.

57 Milliarden Euro staatlicher Subventionen sind direkt umweltschädlich – hat das Bundesumweltamt errechnet. Warum werden diese 57 Milliarden nicht umgelenkt in Umweltschutzmaßnahmen? Das ergäbe einen unmittelbaren ökologischen Gesamteffekt von 114 Milliarden Euro.

Stattdessen wird in den Medien großartig über die „Steuerungsfunktion“ einer CO2-Steuer philosophiert. Die ist ganz einfach, sofern es sich um eine Verbrauchssteuer handelt: die Armen werden durch eine neue Steuer stark eingeschränkt. Die Wohlhabenden können sich leisten, so weiterzumachen wie bisher.

Dabei verbrauchen die reichsten 10% mit ihrem Lebensstil weitaus mehr Ressourcen als die ärmeren Teile der Weltbevölkerung. Für 72% der weltweiten CO2-Emissionen sind übrigens 100 Konzerne im Alleingang verantwortlich. Den scharfen Anstieg des Methan-Ausstoßes verursacht in der Hauptsache das ebenfalls von einer Handvoll Konzerne betriebene Fracking.

Wie wäre es also, wenn man zur Abwechslung einmal da zulangt? Bei den reichsten 10%, bei den 100 größten Konzernen und bei den übelsten Umweltschweinen? Verursacherprinzip und so…

Diese Haltung sollten also im Gegenzug alle, die ihre Auffassung eines menschengemachten Klimakollapes lautstark vertreten, ebenfalls lautstark einnehmen. Sie sollten sich somit absichern, nicht zum Spielball der üblichen Tricksereien unserer geliebten Elite zu werden.

Die Debatte über die Rolle der Klima-Gase, der Kohleförderung usw. wäre dadurch nicht beendet. Niemand wird ihr letztlich ausweichen können. Wir müssen sie führen. Aber es wäre doch ein Fortschritt, wenn wir vielleicht diese zwei Punkte als Konsenslinie festhalten könnten:
  • Alle gemeinsam treten lagerübergreifend für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen ein und machen Druck, dass ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren den bisherigen Ressourcenwahnsinn mitsamt seinen Kriegen und seinem Elend ersetzt.
  • Zweitens streiten ab sofort alle gemeinsam dafür, dass diese Maßnahmen nicht durch eine Verbrauchssteuer finanziert werden. Das Geld für die Rettung der Umwelt muss aus dem Kriegshaushalt und von den Superreichen und Konzernen kommen.

Konsens?

Ökokonsens?

Wow.

Vielleicht kommen wir so ja wenigstens einmal zwei Schritte weiter. Denn das schlimmste an dieser ganzen eskalierenden Debatte ist doch: es wird wieder nur geredet, gestritten und gelabert. Effektiv getan wird weiterhin sehr wenig. Und das ist schlimmer als schade.

Um es mit Brecht zu sagen: „Ändere die Welt, sie braucht es!

Oder mit Erich Kästner: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Bildhinweis: paulaphoto / Shutterstock

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5 Kommentare zu: “Tagesdosis 10.9.2019 – Der Öko-Konsens (Podcast)

  1. Ein sehr schöner Konsensvorschlag.
    Er nennt die notwendigen Stellschrauben!

    FK sagt ja auch, die CO2 Steuer ist nachrangig, wo so viel Geld für Unsinn ausgegeben wird. Beim der Förderung von fossilen und nuklearen Energien und beim den Rüstungsausgaben müssen wir ansetzen.

    Dann können wir auch nach ein paar Jahren überlegen, die Preise die ökologische Wahrheit sagen zu lassen, das heisst, wir sollten spätestens dann fossile und nukleare Energien deutlich teurer machen….

  2. Hallo freunde,
    ich bin jetzt schon längst über 70 und wundere mich schon lange über die Art und Weise, wie in der Öffentlichkeit und im Privaten über das Klima debattiert wird. Von engsten Freunden als Rechter hingestellt zu werden, weil man nur die Frage stellt, ob es denn stimmt, dass das menschengemachte CO2 das Klima beeinflusst, ist schon ganz schön heftig, abgesehen von dem Wust an Verwirrung, die zu diesem Thema im Netz verbreitet wird. Ich habe Mathe, Chemie,Physik,Biologie studiert, kenne mich einwenig in den Naturwissenschaften aus und wer glaubt, dass die Naturwissenschaftler mit ihrem materiellem Weltbild so etwas wie die neuen Autoritäten sind (früher war’s der Kaiser, der Papst), der sollte mal hinterfragen, wie Wissenschaft heute von Ideologien unterwandert sind. Ich verweise nur auf Rupert Sheldrakes Buch „Der Wissenschaftswahn“.
    In den 60er, 70er,80er war ich Aktivist vom feinsten, klar ich stamme von einer Vätergeneration ab, die aufgrund ihres Schweigen mich radikalisierte. 1986 war Tschernobyl, meine Frau war gerade schwanger und wir engagierten uns im Stadtteil, Aufklärung im berliner Kiez! Wir schützen Bäume, machten Druck gegen verpesstete Luft, der Widerstand gegen Atomkraftwerke (Brokdorf, Kalkar etc)
    war verebbt, im Parlament kämpften AL,auch ich, später die Grünen noch einwenig gegen das Establisment.
    Uns war klar, dass sich diese zerstörende Philosophie nach mehr, nach Profit gegend unsere Natur richtet, dass es ein Muß ist, die wahren Verursacher der Umweltzerstörung zu benennen und sie am Weitermachen daran zu hindern: die großen Chemiekonzerne, Ölindustrie, Militär, all die Profiteure der kapitalistischern Produktion.
    Und plötzlich tauchte Ende der 80er in der Öffentlichkeit, in Presse, Rundfunkt,Fernsehen das Thema „Klimakatastophe“ auf. Ich merkte, dass geschickt von den wahren Verursachern abelenkt wurde und wird. Das findet so raffiniert über Jahre statt, das es heute ohne Widerstand möglich ist, uns eine CO2 Steuer aufzubrummen. Toll wie wir wieder geblendet und verwirrt sind.
    Mein Appell: hört auf sich wegen des Klimas die Haare zu raufen. Und wenn man darüber miteinander spricht, dann sollte mann Dissonanzen aushalten können und zuhören, zuhören, zuhören. Es ist eine Verantwortung der Intellegenz hier im Lande, selbst öffentlich zu zeigen, wie man im „Geist der Brüderlichkeit“ aufeinader zugeht, um vielleicht tragfähige Lösungen aus der Misere in der wir böse drin stecken, herauszubekommen. Nur wenn Lösungen, Richtungen politischen Handelns breit in der Bevölkerung bewusst verankert sind, werden die Menschen in der Krise plötzlich bereit sein, was wirklich Neues zu wagen, eine Gesellschaft die humaner und gerechter ist, als was wir bisher je hatten. Wird man weiter so verblendet und manipuliert, so rennt man sicher wieder in den Abgrund, wie die Lemminge. Vielleicht gelingt es mal Ken Jebsen wirklich gegensätzliche Positionen an einen Tisch zu bekommen, wo der Zuschauer sich dann nicht mehr so sehr in eine Ecke gedrängt fühlt.
    Ich tu mein best!
    Henna

    • Einfach klasse auf den Punkt gebracht, Henna ! Herzlichen Dank !

      Deutlich besser als Florian Kirner, der von der „Evidenz“ seiner persönliche Ansicht schreibt „Für mich … ist auch evident, dass klimaschädliche Gase, vor allem CO2 und Methan, bei diesem Prozess eine zentrale, verheerende Rolle spielen“ und dabei meint, mit dieser Aussage die “ Kuh vom schmelzenden Eis zu holen“.
      Wenn ich obigen Satz als evident erkannt habe, kann und brauche ich nicht mehr über seinen Wahrheitsgehalt diskutieren. Die Sache ist für mich ja evident. Heißt das, die Kuh vom Eis holen ? Nein. Es heißt, sie unverrückbar als heilige Kuh auf einem Sockel zu haben.
      Davon abgesehen nerven die gebetsmühlenartig wiederkehrenden Vokabeln, die Florian Kirner nun auch gebraucht: „Klimaskeptiker“, die ihre Meinung „herausschreien“ mit „inflationärem Einsatz von religiösen Vokabeln“ wie „Klimakirche“, „CO2-Papst“, „Klima-Religion“.

      Ich lese bei Florian Kirner genau das wieder, was er im Gespräch mit Kenn Jebsen als sein Verhalten in seiner Zeit als Leitfigur, als Kader einer marxistischen Gruppe in Hamburg bezeichnete: er fühlte sich damals verantwortlich dafür, Lösungen zu liefern, Antworten zu geben. Genau das versucht er hier wieder. Leider.
      Anstatt mit den anderen zu reden, liefert er seine evidente Antwort.

      Oder ist ihm seine Kuh doch nicht unantastbar, ist seine Klimagase – Einsicht doch nicht ganz so evident ? Kann er darüber nur debattieren – oder auch noch diskutieren ? Offen für die Einsichten anderer Leute ? Können seine folgenden Sätze so verstanden werden ? „Die Debatte über die Rolle der Klima-Gase, der Kohleförderung usw. wäre dadurch nicht beendet. Niemand wird ihr letztlich ausweichen können. Wir müssen sie führen.“

      Henna stellt den brüderlichen Dialog unter uns in den Mittelpunkt. Einfach klasse !
      „Mein Appell: hört auf sich wegen des Klimas die Haare zu raufen. Und wenn man darüber miteinander spricht, dann sollte man Dissonanzen aushalten können und zuhören, zuhören, zuhören. Es ist eine Verantwortung der Intelligenz hier im Lande, selbst öffentlich zu zeigen, wie man im „Geist der Brüderlichkeit“ auf einander zugeht, um vielleicht tragfähige Lösungen aus der Misere in der wir böse drin stecken, herauszubekommen.“

      Neben meiner Kritik an Florians Beitrag habe ich aber auch Beifall für ihn. Nämlich für die von ihm vorgeschlagenen „Leitplanken“:
      „Alle gemeinsam treten lagerübergreifend für Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen ein und machen Druck, dass ein ökologisch nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren den bisherigen Ressourcenwahnsinn mitsamt seinen Kriegen und seinem Elend ersetzt.
      Zweitens streiten ab sofort alle gemeinsam dafür, dass diese Maßnahmen nicht durch eine Verbrauchssteuer finanziert werden. Das Geld für die Rettung der Umwelt muss aus dem Kriegshaushalt und von den Superreichen und Konzernen kommen.“

      Den Appell unterschreibe ich !

      Und auch seinen ausgezeichneten, ehrlichen Schluss: „Denn das schlimmste an dieser ganzen eskalierenden Debatte ist doch: es wird wieder nur geredet, gestritten und gelabert. Effektiv getan wird weiterhin sehr wenig. Und das ist schlimmer als schade.“

      Aber getan werden kann jetzt im ganz persönlichen Rahmen schon was: Wenig, Einiges , Viel, und auch ganz Viel. Wie z.B. Ulrich Zenker schreibt.
      Miteinander – brüderlich – können wir auch schon beginnen, miteinander zu reden und z. B. hier unsere Meinung zu den 9 Punkten von Herrn Zenker posten.
      Ich hätte gern die Quelle(n), die Sie, Herr Zenker, Punkt 1 formulieren ließen. Ich hab das auch schon von Prof. Gehrlich / Tscheuschner gelesen; hab aber auch schon von anderen gelesen, ihre Arbeit sei unwissenschaftlicher Blödsinn. Ich kann das, trotz Biologiestudium, nicht überprüfen wegen der vielen Mathematik und Physik darin.
      Bei den übrigen 8 Punkten ist mein Wissensstand wie Ihrer. Danke !

      Wie kommen wir aber zu einem gesamtgesellschaftlich relevanten gemeinsamen TUN ?
      Ich sehe den Weg über einen friedlicheren, brüderlichen Austausch, der (ausbaufähig) in den Beiträgen von z.B. Sean Henschel https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-wenn-zwei-sich-streiten-freut-sich-immer-ein-dritter/ , hier von Florian Kirner, inhaltlich von Ulrich Zenker und am klarsten von Henna gegangen wird – und sicherlich bereits von vielen anderen, die ich nicht präsent habe.
      Dabei werden weitere gemeinsame „Leitplanken“ gefunden und formuliert werden, die von immer mehr Menschen vertreten werden. So wie die Gelbwesten immer umfangreicher ihre Forderungen zusammentrugen und mehr wurden.

      Ausbaunötig in der Ökologiebewegung ist die Forderung nach Frieden, Stopp der Rüstungsexporte, Beendigung der Atomenergie, Ausstieg aus der NATO, Rückzug der Bundeswehr aus allen Auslandseinsätzen, Beendigung der Überflugrechte für Kriegseinsätze, Reduzierung des Rüstungsetats ?
      Reiner Braun schreibt: „Eine ernsthafte Umwelt- und Klimadebatte um drastische CO2-Reduzierungen sind ohne den militärischen CO2-Ausstoß unvollkommen und unehrlich. Klimawandel, der Militär nicht mit einschließt, ist heiße Luft. Umweltschutz heißt also Kriegs- und Militärabbau. Es ist Zeit, dieses Tabuthema in die Öffentlichkeit zu zerren und zwar bei jeder Umwelt und Friedensaktion!“ https://www.rubikon.news/artikel/die-umwelt-killer
      Weiterhin ausbaunötig ist die Forderung nach Beendigung der ausbeuterischen Globalisierung, des entfesselten Welthandels ? Michel Chossudowski schreibt schon 1997 in seinem epochalen Werk „Global Brutal“ „Die Neue Weltordnung nährt sich von menschlicher Armut und der Zerstörung der natürlichen Umwelt.“

      Weder Fridays for Future noch Extinction Rebellion nennen die beiden letzten Forderungen auf ihren Seiten. Gleichwohl: die SchülerInnen können ihren Protest beitragen, Extinction Rebellion ebenso.
      Doch sollte ihr Protest nicht von der Hauptstoßrichtung unseres Protestes ablenken, die Henna so einfach wie klar beschreibt:
      „Uns war klar, dass sich diese zerstörende Philosophie nach mehr, nach Profit gegen unsere Natur richtet, dass es ein Muss ist, die wahren Verursacher der Umweltzerstörung zu benennen und sie am Weitermachen zu hindern: die großen Chemiekonzerne, Ölindustrie, Militär, all die Profiteure der kapitalistischen Produktion.
      Und plötzlich tauchte Ende der 80er in der Öffentlichkeit, in Presse, Rundfunk, Fernsehen das Thema „Klimakatastrophe“ auf. Ich merkte, dass geschickt von den wahren Verursachern abgelenkt wurde und wird. Das findet so raffiniert über Jahre statt, das es heute ohne Widerstand möglich ist, uns eine CO2 Steuer aufzubrummen. Toll wie wir wieder geblendet und verwirrt sind.“

  3. Ich teile die Meinung von Herrn Kirner zu 100 Prozent, dass die Menschheit den Planeten vermüllt, zubetoniert und schön langsam die Natur kaputt macht. Dummerweise braucht sie sie aber zum Überleben. Wir müssen daher so schnell wie möglich aufhören Dreck zu produzieren, Wälder abzuholzen, die Luft zu verpesten und damit Flora und Fauna zu dezimieren!

    Ich bin fast 60. Beim Durchwandern dieser meiner Lebensjahre konnte ich feststellen: ja, das Klima wandelt sich. In den 60ern hatten wir Sommer so heiß, dass im Hofe der Asphalt weich wurde und wir Kinder unsere Fingerabdrücke darin hinterlassen konnten. Mutter hing nasse Betttücher vor die Fenster um durch Verdunstung die Hitze in der Wohnung zu lindern. In den 70ern wurde eine neue Eiszeit prognostiziert, da die Schneemassen in der Großtadt (in meinem Fall Wien) uns erlaubten, mit Ski und Schlitten in die Schule zu fahren.

    Nachdem ich in einem naturwissenschaftlichen Realgymnasium meine Matura (= Abitur) gemacht habe gestehe ich mir zu, in Sachen Biologie, Chemie und Physik überduchschnittlich gebildet worden zu sein. Daher möchte ich gewisse Fragen in den Raum stellen, die mir bei meinen Recherchen „CO2 böse oder nicht“ über den Bildschirm flimmerten und die ich mit meinem Schulwissen durchaus nachvollziehen kann. Vielleicht kann Herr Jebsen einmal eine Diskussionsrunde bilden, in der sowohl „Klimahysteriker“ als auch „Klimaleugner“ ihre Argumente vorbringen können – ganz im Sinne Herrn Henschels (siehe STANDPUNKTE vom 09.09.). Zur Anregung oder als „Fahrplan“ dafür möchte ich hier in aller Bescheidenheit meine 9 o. a. Punkte (verkürzt und vereinfacht) zur Diskussion stellen (Quellenangaben erübrigen sich, man stolpert im Internet geradezu über diese Vorträge, Diagramme, Bohrkernuntersuchungen und Aussagen):
    1. Die These des Treibhauseffekts ist weder physikalisch-theoretisch erklärbar noch können Temperaturmessungen mit Wetterballons und Satelliten (der NASA) diese These bestätigen. Das Klimamodell „Treibhaus Erde“ wurde vom IPCC 1992 „ex cathedra“ zur Wahrheit erhoben, die meisten weiteren Studien beruhen auf diese unbewiesene These. Außerdem ist CO2 schwerer als Sauerstoff und Stickstoff (= Luft), warum sollte es daher aufsteigen und einen Treibhauseffekt auslösen?
    2. Die Luft in der Atmosphäre besteht zu 78,08% aus Stickstoff (78,048%), 20,95% Sauerstoff, Spuren diverser Edelgase und lediglich zu 0,038% aus CO2. Auf 2.632 Luftmoleküle kommt nur ein (1!) CO2 Molekül. Und auf 83 von diesen kommt in weiterer Folge ebenfalls nur eines, welches von Menschen verursacht wurde. Also rund 0,04% CO2–Anteil in der Atmosphäre, davon rund 4% menschengemacht = 0,0016% (!!) ist zu unbedeutend um einen Temperaturanstieg zu verursachen.
    3. CO2-Anstieg und Temperaturanstieg sind gegenläufig. Von 1905-1940 (geringer menschl. CO2-Ausstoß, kaum Industrie) Erwärmung, 1940-1974 (rapider Anstieg des industriellen CO2) eklatanter Temperaturabfall.
    4. CO2-Anstieg ist die Folgeerscheinung der Erwärmung der Erdmeere – meist mit Jahrhunderten Verzögerung aufgrund der Größe/Tiefe der Meere – und dadurch verursachte Erhöhung der CO2-Abgabe an die Atmosphäre. Jeder Vulkanausbruch schleudert tausendfach mehr CO2 in die Atmosphäre als der Mensch seit seinem Erscheinen auf diesem Planeten.
    5. Viel früher, in der Phase der Abkühlung des Feuerballs Erde, hatte diese eine fast reine C02-Atmosphäre und trotzdem kühlte sie ab. In der `Mittelalterlichen Warmzeit´ und des `Holozänen Maximums´ (Stein- bis Bronzezeit) war die durchschnittliche Erd-Jahresdurchschnittstemperatur höher als heute. Die Menschheit (und auch die Fauna, z.B. der Eisbär) hat das überlebt, das Klima war nicht gekippt und der Mensch hatte ja sogar wesentliche kulturelle Fortschritte gemacht (explosionsartiger Kathedralenbau). Im 15. Jahrhundert gab es eine kurze Periode extrem warmer Jahre, im Jahresdurchschnitt etwa 4° wärmer als heute. Das Klima „kippte“ nicht, Flora und Fauna starben nicht aus.
    6. Erhöhter CO2-Gehalt der Atmosphäre bewirkt keinen Temperaturanstieg, sondern erhöht das Wachstum der Flora (dadurch erhöhte O2-Abgabe!) und damit der Fauna – siehe Zeitalter der Dinosaurier. In dieser Zeit war der CO2-Gehalt etwa 10 mal höher als heute, das Klima kippte auch damals nicht. Daher leiten Gärtner auch CO2 in ihre Gewächshäuser um das Pflanzenwachstum zu steigern.
    7. Die natürlichen Temperaturanstiege sind nicht auf CO2, sondern sind natürliche, periodisch auftretende Phänomene und/oder auf die Häufigkeit der Sonnenflecken zurückzuführen. In den letzten 10.000 Jahren waren die Alpen fünfmal eisfrei. In Grönland wechselten milde Perioden („Grünland“) mit totaler Vergletscherung.
    8. Die derzeitige Klimahysterie ist nur ein weiterer Versuch, die Menschen in Angst zu versetzen und damit leichter zu lenken (Mausfeld!) und „für die Klimarettung“ auszubeuten. Nachdem die FCKWHysterie, das Waldsterben, das Ozonloch, die Chlor-Debatte usw. keine nachhaltigen Auswirkungen auf Wirtschaft und Politik ausüben konnten, kommt jetzt das Klima und das CO2 dran. Haben sie es jetzt doch geschafft?
    9. Das IPCC ist eine politische Einrichtung. Die Vorsitzenden des IPCC waren immer Ökonomen und nicht Naturwissenschaftler. Es hatte ursprünglich den Auftrag, die Schädlichkeit des CO2 zu beweisen um die Atomlobby (keine CO2 Emmissionen!) zu stärken und die Bedeutung der Kohle zu drosseln (Kumpelstreik 1984/85 – Margaret Thatcher!). Dazu verschweigt es Forschungsergebnisse, fälscht Berichte und macht ungefragt namhafte Fachleute zu „seinen“ Autoren , um seine Kompetenz zu legitimieren und seinem Auftrag gerecht zu werden.

    Ich möchte hier betonen, dass ich weder zu den „CO2-Gläubigern“ noch zur Gegenseite gehöre. Ich wollte mich lediglich im Internet informieren und „stolperte“ über diese, durchaus einleuchtenden Aussagen. Ich wäre sehr gespannt, was „Klimahysteriker“ dazu meinen. Ich vermute leider „Lüge“, „Fälschung“ und „Fehlinformation“, ohne das Gegenteil wirklich beweisen zu können.

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