Tagesdosis 11.11.2017 – Saudi-Arabiens Verbrechen im Jemen – unterstützt durch Washington, London und Berlin

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Saudi-Arabien hat den Jemen in dieser Woche fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Seehäfen und Flughäfen sind geschlossen, sämtliche Zufahrtswege abgeriegelt worden. Das saudische Herrscherhaus treibt damit den seit zweieinhalb Jahren andauernden militärischen Konflikt mit dem Nachbarland auf die Spitze.

Die Entwicklung hat mehrere Ursachen. Zum einen steckt Saudi-Arabien in erheblichen Schwierigkeiten, da seine Wirtschaft zu neunzig Prozent vom Öl abhängt, der Ölpreis aber seit mehreren Jahren weit unter den Förderkosten liegt und die Devisenreserven des Landes rasant schwinden. Zum anderen tobt seit König Abdullahs Tod 2015 ein Machtkampf, der sich in diesem Sommer durch die Ernennung von Mohammed Bin Salman zum Kronprinzen erheblich verschärft hat.

Bin Salman hat in den vergangenen Tagen gewaltsam versucht, seine Macht zu festigen. Er hat mehrere extrem wohlhabende Geschäftsleute festnehmen und ihr Vermögen konfiszieren lassen. Zwei mit ihm um die Thronfolge konkurrierende Prinzen sind unter dubiosen Umständen ums Leben gekommen. Zudem plant Bin Salman, den Staatshaushalt durch einen teilweisen Börsengang des dem Königshaus von Saud gehörenden größten Energiekonzerns der Erde, Aramco, aufzubessern. Es wäre der größte Börsengang aller Zeiten, doch offensichtlich gibt es größere Probleme, da Investoren in aller Welt dem Haus von Saud nicht trauen und zum anderen nicht sicher sind, wie lange das Land angesichts seiner Abhängigkeit vom Öl noch so wohlhabend und mächtig bleiben wird wie in den vergangenen Jahrzehnten.

Im Inneren Saudi-Arabiens herrscht überdies wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der horrenden sozialen Ungleichheit eine wachsende Unzufriedenheit, die die Regierung mit einer Mischung aus Zuckerbrot (wie der angekündigten Fahrerlaubnis für Frauen) und Peitsche (der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten ausländischer Arbeiter) bekämpft.

Um von all diesen Problemen abzulenken, hat sich Bin Salman nun entschieden, den Krieg gegen die im Jemen vor drei Jahren an die Macht gekommenen Huthi-Rebellen, die dem Iran – dem Erzfeind Saudi-Arabiens – nahestehen, drastisch zu verschärfen. Mit diesem Machtpoker nimmt er eine menschliche Tragödie in Kauf, deren Ausmaß einem erst dann bewusst wird, wenn man sich folgende Zahlen vor Augen führt:

Jemen ist das mit Abstand ärmste Land im Nahen Osten. Fast achtzehn seiner insgesamt 27 Millionen Einwohner sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 14,5 Millionen Jemeniten haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, mehr als drei Millionen sind seit Beginn der Kriegshandlungen auf der Flucht. Etwa die Hälfte aller Krankenhäuser liegt in Trümmern, 900.000 Menschen sind an Cholera erkrankt – die größte Epidemie dieser Art, die es je auf der Erde gegeben hat. Zudem sind auf Grund der durch Saudi-Arabien bewusst herbeigeführten katastrophalen Versorgungslage neun Millionen Einwohner akut von einer Hungersnot bedroht.

Diese Zahlen müssten jedem Menschen klar machen, welch monumentales Verbrechen es ist, den Jemen unter den gegenwärtigen Bedingungen vollständig von der Außenwelt abzuriegeln. Was aber tun die Regierungen der Welt dagegen? Wer diese Frage mit „nichts“ beantwortet, der irrt, zumindest im Fall der USA, Großbritanniens und Deutschlands. Deren Regierungen sind nämlich nicht nur der unterlassenen Hilfeleistung schuldig, sie sind direkt an dem Verbrechen im Jemen beteiligt und damit Komplizen bei einem geplanten Massenmord.

Großbritannien und die USA haben Saudi-Arabien seit Kriegsbeginn mit Waffen im Werte von mehr als 4 Milliarden Dollar versorgt und das Land bei seinen Angriffen logistisch und durch Militärberater unterstützt. Sie haben ihre Strategie auch dann nicht geändert, als die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zweifelsfrei belegt hat, dass Munition aus britischer und amerikanischer Produktion bei Angriffen auf zivile Ziele im Jemen eingesetzt wurde.

Und Deutschland? Die Bundesrepublik, 2016 weltweit drittgrößer Rüstungsexporteur, zählt seit Jahren neben den USA und Großbritannien zu den wichtigsten Waffenlieferanten Saudi-Arabiens. Deutschland hat zwischen 2001 und 2016 für insgesamt 3 Mrd. Euro Waffen an das Haus von Saud geliefert. Erst am Anfang dieses Jahres wurde der Export von Patrouillenbooten an das Königreich genehmigt. Im April wurde zudem ein Abkommen über die Ausbildung saudischer Militärs und Polizisten durch die Bundeswehr unterzeichnet.

Bemerkenswert ist vor allem die Begründung, mit der der Verkauf der Boote gerechtfertigt wurde: Sie würden nur zur Sicherung der saudi-arabischen Küste und der davor liegenden Ölplattformen, nicht aber zu offensiven Zwecken eingesetzt, hieß es in Berlin. Das war schon damals unwahr, denn Saudi-Arabiens Marine blockiert die Häfen des Jemen bereits seit 2015 und hat die Nahrungsmittelversorgung im Land dadurch so weit untergraben, dass dort jetzt eine Hungersnot droht, von der der UNO-Nothilfekoordinator Marc Lowcok diese Woche gesagt hat, es sei „größte Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat“.

Dass die Bundesregierung versucht, dieses gigantische Verbrechen Saudi-Arabiens gegen die Menschlichkeit und die eigene Mittäterschaft stillschweigend zu übergehen, zeigt einmal mehr, wer in unserem Land die politische Macht in Händen hält: Eine moralisch zutiefst verkommene Elite, der die Gewinne der Rüstungs- und der hinter ihr stehenden Finanzindustrie so wichtig sind, dass sie bereit ist, dafür die vorsätzliche Tötung von Millionen von Menschen billigend in Kauf zu nehmen.

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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63 Kommentare zu: “Tagesdosis 11.11.2017 – Saudi-Arabiens Verbrechen im Jemen – unterstützt durch Washington, London und Berlin

  1. Zum einen steckt Saudi-Arabien in erheblichen Schwierigkeiten, da seine Wirtschaft zu neunzig Prozent vom Öl abhängt, der Ölpreis aber seit mehreren Jahren weit unter den Förderkosten liegt und die Devisenreserven des Landes rasant schwinden.“

    Die wirtschaftlichen (monetären) Schwierigkeit der Saudis sehen wie folgt aus.
    Devisenreserven Okt 2016 / ca. 203.000 Millionen Dollar
    Devisenreserven Okt 2017 / ca. 183.000 Millionen Dollar

    Die Sauds haben also innert eines Jahres ca. 10% oder 20.000 Millionen Dollar ihrer Devisenreserven eingebüßt.
    Das ist ungefähr so, als müsste ein monatlicher Einkommensmillionär in einem Monat des Jahres eine Sonderausgabe von 500.000 € bewältigen. Oder etwas plastischer; als würde Rainer Kalmund 20 kg abnehmen.

    Das nominale Bruttoinlandsprodukt sank in Folge des Ölpreisverfalls nach einem Rekordwert im Jahr 2014 (754 Milliarden USD) auf zuletzt 638 Milliarden USD in 2016. Das reale BIP stieg allerdings weiterhin, das Wirtschaftswachstum betrug zuletzt 3,4 Prozent (2014/15) bzw. 1,2 Prozent (2015/16). Das BIP pro Kopf betrug zuletzt 20.150 US-Dollar (2016).
    auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/SaudiArabien/Wirtschaft_node.html
    de.tradingeconomics.com/saudi-arabia/foreign-exchange-reserves

    Die Oelförderkosten – klassische Bohrtumtechnik im Wüstensand – betragen 10 bis 20 Dollar je Barrel
    Der aktuelle Oelpreis je Barrel beträgt 63 Dollar. Da bleibt also satt am schmierigen Oel hängen.

    Die Arbeitslosenquote beträgt ca. 5%. Das ist aber keine klassische „westliche Arbeitslosigkeit“, weil diese Arbeitslosen keinerlei Mangel leiden oder Repressionen ausgesetzt sind, sondern weiterhin in exorbitantem Luxus leben.
    Je nach Rechen und Betrachtensweise, können es auch 11% Arbeitslose sein. da sind dann sicher auch 5% oder mehr „echte Arbeitslose“ zu verzeichnen.

    Alle Regierungen überbieten sich ja in ihren Märchen und Lügengebilden betreff der Arbeitslosenzahlen. In deutschland werden ca. 2,9 Millionen angegeben, tatsächlich sind es mindestens 6 Millionen – also flockig das Doppelte.

    Auch einige andere Angaben die Ernst Wolff im Artikel macht, halten einer genaueren Betrachtung nicht stand.

    Gleichwohl sind die Kernaussagen treffend und wichtig. Dennoch sollte gerade die alternative Presse streng auf Seriosität und größtmögliche faktenbasierte Genauigkeit achten, um sich von der üblichen Lügen-Propaganda-Schund-Presse, den Quantitätsmedien deutlichst abzugrenzen.

    Propaganda ist eine wunderschöne feengleiche Jungfrau – zu reizvoll ihr nicht zu erliegen.

    Wir müssen uns halt selbst einen Keuschheitsgürtel anlegen und den Schlüssel wegschmeißen….

    • Klares Kontra. Es stimmt zwar, dass das Königshaus Olprobleme hat, diese sind aber definitiv nicht der Auslöser um den Konflikt mit dem Jemen. Die internen Probleme in Saudi Arabien sind umfangreicher und schon älter. Saudi Arabien will mit dem Iran eine alte Rechnung begleichen (der Iran will das übrigens auch, mal nur so nebenbei bemerkt) und dabei kann er sich keinen Zwei Fronten Krieg erlauben. Die massive Aufrüstung beider Seiten steht seit Jahren fest. Das US Imperium ist mit im Boot, unsere Regierung auch. Als militärisch zu betrachtende Gefahr, macht die Vernichtung der schiitischen Enklave Jemen sinn. Dabei sind und waren den sunnitischen Saudis Menschen (auch die im eigenen Land übrigens) so ziemlich egal. Man sollte den islamischen Hintergrund hier keinesfalls unterschlagen. Die Saudis haben drei Dinge: Sand ,Öl und die Heiligen Stätten. Nicht mehr und nicht weniger, Es wird zum Showdown kommen, ob nun früher oder später, das befürchte ich fest, da alle Zeichen auf dasselbe zielen.

  2. „Zum einen steckt Saudi-Arabien in erheblichen Schwierigkeiten, da seine Wirtschaft zu neunzig Prozent vom Öl abhängt, der Ölpreis aber seit mehreren Jahren weit unter den Förderkosten liegt und die Devisenreserven des Landes rasant schwinden.“

    Die wirtschaftlichen (monetären) Schwierigkeit der Saudis sehen wie folgt aus.
    Devisenreserven Okt 2016 / ca. 203.000 Millionen Dollar
    Devisenreserven Okt 2017 / ca. 183.000 Millionen Dollar

    Die Sauds haben also innert eines Jahres ca. 10% oder 20.000 Millionen Dollar ihrer Devisenreserven eingebüßt.
    Das ist ungefähr so, als müsste ein monatlicher Einkommensmillionär in einem Monat des Jahres eine Sonderausgabe von 500.000 € bewältigen. Oder etwas plastischer; als würde Rainer Kalmund 20 kg abnehmen.

    Das nominale Bruttoinlandsprodukt sank in Folge des Ölpreisverfalls nach einem Rekordwert im Jahr 2014 (754 Milliarden USD) auf zuletzt 638 Milliarden USD in 2016. Das reale BIP stieg allerdings weiterhin, das Wirtschaftswachstum betrug zuletzt 3,4 Prozent (2014/15) bzw. 1,2 Prozent (2015/16). Das BIP pro Kopf betrug zuletzt 20.150 US-Dollar (2016).
    http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Laender/Laenderinfos/SaudiArabien/Wirtschaft_node.html
    https://de.tradingeconomics.com/saudi-arabia/foreign-exchange-reserves

    Die Oelförderkosten – klassische Bohrtumtechnik im Wüstensand – betragen 10 bis 20 Dollar je Barrel
    Der aktuelle Oelpreis je Barrel beträgt 63 Dollar. Da bleibt also satt am schmierigen Oel hängen.

    Die Arbeitslosenquote beträgt ca. 5%. Das ist aber keine klassische „westliche Arbeitslosigkeit“, weil diese Arbeitslosen keinerlei Mangel leiden oder Repressionen ausgesetzt sind, sondern weiterhin in exorbitantem Luxus leben.
    Je nach Rechen und Betrachtensweise, können es auch 11% Arbeitslose sein. da sind dann sicher auch 5% oder mehr „echte Arbeitslose“ zu verzeichnen.

    Alle Regierungen überbieten sich ja in ihren Märchen und Lügengebilden betreff der Arbeitslosenzahlen. In deutschland werden ca. 2,9 Millionen angegeben, tatsächlich sind es mindestens 6 Millionen – also flockig das Doppelte.

    Auch einige andere Angaben die Ernst Wolff im Artikel macht, halten einer genaueren Betrachtung nicht stand.

    Gleichwohl sind die Kernaussagen treffend und wichtig. Dennoch sollte gerade die alternative Presse streng auf Seriosität und größtmögliche faktenbasierte Genauigkeit achten, um sich von der üblichen Lügen-Propaganda-Schund-Presse, den Quantitätsmedien deutlichst abzugrenzen.

    Propaganda ist eine wunderschöne feengleiche Jungfrau – zu reizvoll ihr nicht zu erliegen.

    Wir müssen uns halt selbst einen Keuschheitsgürtel anlegen und den Schlüssel wegschmeißen….

  3. Anbei offeriert Herr Meyssan seine Sicht auf die Vorgänge um Saudi Arabien. In Verbindung mit anderen Akteuren und den Großmächten:

    Palastrevolution in Riyad
    von Thierry Meyssan

    Während der Krieg gegen Daesch im Irak und in Syrien sich dem Ende nähert und jener gegen das Pseudo-Kurdistan anscheinend vermieden wurde, ergreifen mehrere Staaten im Erweiterten Nahen Osten die Initiative. Unter Ausnutzung der Gestaltmöglichkeiten dieses Augenblicks hat der Kronprinz von Saudi-Arabien Mitglieder der königlichen Familie, die seine Macht in Frage stellen konnten, brutal beseitigt. Damit sind nicht nur die regionalen Kraftverhältnisse durch den Krieg geändert worden, sondern einer der wichtigsten Akteure hat auch seine Ziele geändert.
    Voltaire Netzwerk | Damaskus (Syrien) | 8. November 2017
    http://www.voltairenet.org/article198662.html

    • Zur Ergänzung noch, Herr Cülbel zur Person Saad Hariri, den Libanon und saudische Verquickungen:

      Saad Hariris Auszug aus dem Libanon: Weg frei für einen neuen Krieg im Nahen Osten
      11.11.2017 • 16:41 Uhr

      Libanons Premier Saad Hariri schmiss am 4. November 2017 seinen Regierungsjob. Dahinter stand der Druck des saudischen Königreichs, als dessen unglückliche Marionette Hariri agierte. Mit diesem Schachzug läuten die Saudis eine neue Runde der militärischen Konfrontation ein.

      von Jürgen Cain Külbel

      Der Königsmord ist angerichtet. Libanons Premier Saad Hariri schmiss am 4. November 2017 seinen Regierungsjob, und zwar auf Druck des saudischen Königreichs. Dort ist gerade ein Putsch im Gange: Prinzen unter Arrest, Prinzen erschossen, Prinzen verunglückt. Für Saad Hariri wird besonders der Korruptionsfall Al-Tuwaijri zum Verhängnis. Zusätzliches Salz in der Wunde: Der Islamische Staat (IS), Geschöpf der Saudis, wurde zerschlagen, die Post-IS-Phase ist angebrochen. Riad brennt auf Rache an den Siegern Iran und Hisbollah. Saad Hariri, Inhaber eines saudischen und libanesischen Passes, geriet nun als nützlicher Idiot zwischen die Fronten.
      (…)
      Wider besseren Wissens gab er mit seinem Rücktritt nun sein eigenes Land zum Abschuss frei. Erinnert sei hier an das Projekt „Neuer Naher Osten“, das Saudi-Arabien im Jahr 2006 öffentlich vorstellte: Libanon als Ansatzpunkt für die Neuausrichtung des gesamten Nahen Ostens verbunden mit der Freisetzung von Kräften des „kreativen Chaos“, das in der Region Gewalt, Krieg, Zerstörung erzeugt, um die Karte des Nahen Ostens in Übereinstimmung mit den geostrategischen Bedürfnissen und Zielen der USA, Israels, nun auch Saudi-Arabiens, neu zeichnen zu können.

      Soeben ist die Post-IS-Zeitrechnung angebrochen. Eine Zeit, in welcher der Libanon zunehmend ins Fadenkreuz „des kreativen Chaos“ der Achse Washington-Tel Aviv-Riad geraten könnte. Für Saudi-Arabien und den Iran bietet sich der Zedernstaat als nächstes Schachtfeld in ihrem Ringen um die regionale Vorherrschaft an. Hariri hat sein Heimatland Libanon am östlichen Mittelmeer verraten, sich unmissverständlich auf die Seite seines anderen Heimatlandes Saudi-Arabien geflüchtet. Krieg und Bürgerkrieg in seiner Heimat Libanon nimmt er fortan billigend in Kauf.
      https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/60484-saad-hariris-auszug-aus-libanon/

    • Super. Ihr habt die Strategie treffend beschrieben, welche am Horizont sichtbar wird. Bei der heutigen Möglichkeit der Infosammlung sind die „Spielchen“ besser zu hinterfragen. Nur mal grob abgerissen kommt da noch was nach. Meine persönliche Meinung ist und bleibt da recht einfach. Es hilft dem Islam sehr ihren Konflikt endlich mal zum Abschluss zu bringen. Vielleicht ist hier dann auch eine Zukunft drin enthalten, welche dem Globus helfen könnte. Es birgt aber auch als Ergebnis das genaue Gegenteil in sich, Wir werden sehen…

  4. Ich schau mir die Landkarte an und dann weiß ich eigentlich Bescheid, warum der Krieg geführt wird.

    Das hat weniger mit Bedrohung durch Hutu Rebellen gegen die Golfstaaten zu tun und wohl noch weniger mit internen Machtkämpfen im Hause Saud.

    Es ist wohl eher die Meerenge zum Roten Meer, die kontrolliert werden soll.

    Da angeblich der Iran die Rebellen unterstützt, kann man sich denken, das hier ein Interessenkonflikt besteht.

    Die Saudis fürchten um ihren freien Zugang zum indischen Ozean, die Israelis fürchten um ihre freie Durchfahrt durch das Rote Meer.

    Ich denke, das das gegenüber liegende Dschabati, welches die andere Seite Flankiert, ebenfalls in die Schusslinie geraten würde, wäre nicht schon eine US Militärpräsenz vor Ort.

    Es ist halt ein Neuralgischer Punkt.

    Wie schon unser Altbundespresident Köhler bemerkte, Deutsche Interessen sind auch am Horn von Afrika zu verteidigen.

    Da kommt es auf Menschenrechte nicht so an.

    Aber würden die Heizölpreise bei uns steigen, da die Öllieferungen gestoppt würden, wäre das Verständnis sicher schnell größer.

    Böser Jemen

    • So fing ich in den 80er auch mal an, einfach auf die Karte geguckt. Später kamen dann so kleine Dinge dazu wie Religion, wirtschaftliche Interessen, Peter Scholl Latour etc. Allwissend wurde ich dadurch nicht. Einen Vorteil den die Sache brachte war, dass die (unsere) Medien bei dem Widerspruch den sie verstreuen mit Absicht mir die Rechenschaft verweigern. Ebenso unsere Polizei, unsere Gerichte, unsere Regierung etc. Socke, es geht um vieles mehr als du im Moment zu finden magst und ich halte es für mehr als Verständlich, wenn du erst mal zur Ruhe kommst in dieser Thematik. Auch wir alle anderen können nur zuschauen im Moment……..noch!

    • Eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen in der Hand von Aufständischen, das wird wohl die Hauptsorge sein. Was würde in Panama wohl passieren, was am Sueskanal und was an der Straße von Gibraltar. Was würde die Sperrung des Ärmelkanals bedeuten.
      Hatten wir alles schon, und es wurde jedes mal blutig.

      Die Welt ist aufgeteilt, und schlechte Karten hat ein Land, welches an exponierter Stelle liegt.
      Ein Saudi Arabien ,oder Katar haben nur dann goldene Wasserhähne, wenn sie auf der richtigen Seite mitspielen.

      In Venezuela dagegen sind die Wasserhähne alle verrostet.

      Öl kann wohl nicht der einzige Grund sein.

  5. Der Tagesschau Sprecher gibt bekannt: Saudis haben ein paar Wohnhäuser weggebombt in Sanaa. Es gab drei bis acht Verletzte. Na wenn das mal nicht Aktuelle Kamera par excellance ist, fress ich nen Besen. Jahr 2017 im November und der Typ zuckte noch nicht mal als er das verkündete. Der hat das Zeug zum Henker, echt jetzt mal. Vor dem hab ich wirklich Angst, mehr als vor arabischen Terroristen. Ob das einer dieser Schläfer ist die sich im Lande rumtreiben? Ein Gesicht wie der Terminator, zum Apfelstrudel nochmal 🙁 !

    • Hallo Speckiecki,

      Tagesschau-Sprecher haben irgendwann mal unisono pünktlich zur selben Zeit, also am selben Tag, landesweit auf allen Kanälen plötzlich Nachrichten angefangen mit: „NACH dem Attentat von letzter Nacht sucht die Polizei den vermutlichen Täter…“ Verdutzt fragte ich mich anfangs: Echt? Nicht VOR dem Attentat…? Spätestens ab dem Zeitpunkt waren die Nachrichten überall gleichgeschaltet und die Sprecher sind wohl nicht mehr Menschen aus Fleisch und Blut.

      Zu Saudis und was im Jemen passiert, bin ich auch der Meinung, daß hier bei uns der Hebel angesetzt werden muß.
      Und es wird mir bange wie Kristana, wenn ich an „das Gesetz von Saat und Ernte“ denke.

      Saudi-Land hat große Probleme. Saudis werden bezahlt, wenn sie bloß zur Arbeit kommen; nicht um zu arbeiten, sondern nur tun, als ob sie arbeiten würden, denn sie können nichts außer Hobbies und Fundamentalismus. Arbeiten tun Sklaven. Und deren Arbeit ist nichts für sie. Für ihre Hobbies importieren sie Spezialisten, die ihre Autos frisieren, ihre Pferde und Falken medizinisch versorgen. Ein Land voller teurer smarter Technologie und Sklaven, die diese Technologie bedienen für ihre Aristokraten. Der Neue will Veränderung und räumt auf. Heiße Sache. Hitze muß nach Aussen abgeleitet werden, mit Hilfe von Aussen.
      Wenn der Neue will, daß die nicht nur Öl und Fundamentalismus können (dürfen), dann muß das auch von Außen kommen, dann werden das die Investoren für sie richten müssen. Wenn diese das denn wollen! Wenn Saudi-Land wie Singapur wäre, dann könnte das klappen, auch das mit dem Börsengang. Die Investoren trauen ihnen das nicht zu. Und die Saudis kriegen das selbst nicht wirklich hin und oszillieren nun zwischen Trump und Merkel auf der einen Seite und Putin auf der anderen, als Abnehmer von Waffen für Öl.
      Ja, Speckiiecki wir können nur zuschauen.

  6. so what? what else is new?
    sorry aber ich kann mir an dieser stelle den Zynismus nicht verkneiffen.
    Ist doch immer wieder mehr vom Selben!
    Wo war denn die Bundesregierung, als die Ami’s Vietnm bombardierd haben?
    Wo war denn die Bundesregierung, als die Cia Alliende wegeputscht und umgebracht hat und mit ihm Tausende andere?
    Wo war denn die Bundesregierung, als der Irak 2x überfallen wurde?
    Wo war denn die Bundesregierung, als in Syrien der Regime change zum Krieg wurde?
    Wo war denn die Bundesregierung, als Serbien bombardiert wurde?
    Wo war denn die Bundesregierung, als Franco in Spanien an der Macht war und seine Widersacher gefoltert und ermordet hat bis zum letzten Tag?
    Wo war denn die Bundesregierung, als in Griechenland die rechten Militärs geputscht haben?
    Wo war denn die Bundesregierung, als in Südafrika die Arpartheid herrschte?
    Ich hör jetzt auf..sonst wird die Liste endlos..und solange der Kapitalismus hier schalten und walten darf, von dem die Rüstungsindustrie nur ein Teil is, solange werden wir alles auf’s Neue mitmachen.
    Zum 984- tausendsten Mal- Es is systemimmanent!
    Sie können nicht anders, es ist in Ihrem Blut, darum müssen sie bis auf’s Blut bekämpft werden.
    Die Gewinner all dessen sitzen unter uns..dreht Eur Gewehre um, hat Lenin zu den Soldaten gesagt, euer Feind ist nicht der deutsche Arbeiter in Uniform.
    Der Feind fährt Maybach oder S-klasse, hat seine Privat Jets und lacht sich tot über noch ne Folge Positionen, Politik verstehen. ( obwohl, die von gestern war nicht schlecht 😉 )
    Die wissen das wir NIX verstehen. Und sie wollen das das noch möglichst sehr lange so bleibt.
    Offiziellen Angaben zufolge, haben mehr als 70% der Wahlberechtigten vor 8 Wochen gewählt.
    Wer sieht Was und Wer gewählt wurde, weiss auch, dass uns die Toten und Verhungernden im Yemen einen Scheiss interessieren.
    Sag mal wie hat eigentlich die Hertha gespielt..??
    Sorry ich geh .. erstmal

    • http://www.nachdenkseiten.de/?p=41021#h11

      …der hier kann es noch viel schöner sagen, liebe Kristana
      aber Wasserader hat auch Recht, lade nicht die Welt auf Deine Schultern, Dich trifft es und Dein Mitgefühl ist gut. Allerdings brauchen die alle weniger unser Mitgefühl, die brauchen unsere Solidarität.
      Die brauchen das wir Aufstehen und diese ganze Kriegsbande hier so beschäftigt halten, mit der eigenen Rebellionen, dass sie keine Zeit und Resourcen haben um da weiter zu machen , beim Abschlachten und verhungern lassen.
      Darum der Satz im kommunistischen Manifest: Proletarier aller Länder vereinigt Euch!

      Was wollen wir denn Schlimmes? :
      Frieden für alle, ein Haus, Arbeit von der man leben kann.
      Zeit für was wir gerne tun, gute kostenlose Bildung für unsere Kinder, die beste Medizinische Versorgung für alle die es nötig haben.
      Eine Umwelt die sauber ist und an der wir uns erfreuen können.
      Und das macht uns zu Kriminellen und Terroristen in der Definition des ’neuen (finanz und möchtegern) Adel‘ weltweit.

    • Das hier gehört zu den traurigsten Sätzen, die ich je gehört habe: „Was wollen wir denn Schlimmes? :
      Frieden für alle, ein Haus, Arbeit von der man leben kann.
      Zeit für was wir gerne tun, gute kostenlose Bildung für unsere Kinder, die beste Medizinische Versorgung für alle die es nötig haben.
      Eine Umwelt die sauber ist und an der wir uns erfreuen können.
      Und das macht uns zu Kriminellen und Terroristen in der Definition des ’neuen (finanz und möchtegern) Adel‘ weltweit.“

      Gestern konnte ich wegen Erschöpfung durch das Mitwirken in der Klimadosis nicht wirklich erwidern auf den Vorschlag, falsches Mitleid abzustellen und mich emotional nicht berühren zu lassen. Gestern hatte ich gerade noch die Kraft, eine freundliche Antwort zu geben, die den Fehler übersieht und auf das Wohlmeinende hinter dem Schreiben zu schauen.
      Heute möchte ich gern hinzufügen, daß ich mich auf keinen Fall, um nichts in der Welt, vom Mitfühlen abhalten lasse. Denn genau das ist es, was mich zum Menschen macht. Um jeden Preis werde ich mir meine fühlende Offenheit bewahren. Wenn ich das nicht täte, würde ich mich von mir selbst abschneiden; würde ich etwas ausgrenzen, vor dem ich anschließend Mauern aufrichten müßte, um mich davor zu schützen. Und das kostet nicht nur unnötige Energie, das macht mich auch klein.
      In meiner totalen Schutzlosigkeit, in meiner totalen Wehrlosigkeit liegt meine Sicherheit. Denn dann geht alles durch mich hindurch und das muß so sein. Wenn ich nur irgendwo so etwas wie eine innere Bastion verteidigen wollte, in deren Komfortzone ich mich vom Elend dieser Welt absondern könnte, dann würde ich im gleichen Moment auch schon angegriffen; denn wenn ich mich verteidige, dann werde ich angegriffen.
      In meiner Wehrlosigkeit liegt meine Sicherheit.
      Das haben die Pazifisten intuitiv verstanden. Sollte ein Land abrüsten und sich angreifbar oder schutzlos zeigen, dann würde der Gegner mit seiner eigenen Gewalt konfrontiert und hätte keinen Grund mehr, irgend etwas auf die anderen zu projizieren. (Wobei schon das Wort Gegner eine Monstranz aus dem Wachsfigurenkabinett des Egozentrismus ist.) Er müßte sich plötzlich selbst ins Gesicht sehen.
      Dann würde das aufgerüstete Land unter Umständen ganz schön blöd dastehen und wäre direkt mit seiner inneren Leere konfrontiert, die es durch aufrüstende Überaktivität und andere Maßnahmen gerne überdecken wollte.
      Danke auch an Zeitlupe für die gut gemeinten Vorschläge. Ich glaube, daß ich meinen Weg bereits gefunden habe und der liegt im Grunde in der empirisch erforschten Überzeugung, daß ich die Wirkungen meiner Gedanken nicht allein erfahre, sondern daß meine Geisteshaltung ansteckend ist. Daß ich also sehr genau überwachen muß, welchen Gedanken ich Kraft gebe, welche ich gar in mir nähre und vermehre, und welche ich lieber sofort stoppe, wenn sie aufkommen.
      (Ihr fragt? Mein Weg ist Gewaltlosigkeit, vegane Ernährung, Surat-Shabd-Yoga, Meditation, intuitives Malen, Klassische Homöopathie.)

    • Noam Chomsky in dem heute auf KenFM veröffentlichten Text:

      „Mag man den Menschen für noch so egoistisch halten, es liegen doch offenbar gewisse Prinzipien in seiner Natur, die ihn dazu bestimmen, an dem Schicksal anderer Anteil zu nehmen, und die ihm selbst die Glückseligkeit dieser anderen zum Bedürfnis machen, obgleich er keinen anderen Vorteil daraus zieht als das Vergnügen, Zeuge davon zu sein. Ein Prinzip dieser Art ist das Erbarmen oder das Mitleid, das Gefühl, das wir für das Elend anderer empfinden, sobald wir dieses entweder selbst sehen, oder sobald es uns so lebhaft geschildert wird, dass wir es nachfühlen können.“

    • Hey fpdcb 🙂
      korrigier mich, wenn ich falsch liege – aber erwächst Solidarität nicht aus Empathie? Nicht nur, aber ein Stück weit schon.

      Im Grunde bin ich völlig deiner Meinung. Ich denk nur, wir sollten nicht nur die „Proletarier“ vereinigen, sondern die Mittelklasse und die Intellektuellen mit ins Boot holen. Früher oder später werden nämlich auch die zu den Abgehängten gehören, auch wenn sie das heute noch nicht sehen wollen. Das System erlaubt auf lange Sicht nur Superreich, Sklave (ich weigere mich die Begriffe oben und unten zu verwenden) und ein paar wenige bewaffnete Aufpasser dazwischen.
      Revolution? Sofort aber friedlich. Wir sehen doch in der Geschichte, dass die großen Revolutionen nichts wirklich gebracht haben. Das System ist dasselbe, wir wechseln nur die Lokführer des Zuges zum Abgrund. Solange wir uns Anführer wählen, wird das nichts. Die werden immer wieder korrupt und unterwandert werden.

      Das Ganze muss von jedem einzelnen kommen. „Sei du selbst die Veränderung…. usw“ (Ghandi). Und jetzt erklärt mich nicht für blauäugig oder naiv. Ich hab den Scheiß selbst durch. Hab mich widersetzt, meine Karriere den Bach runtergehen lassen und neu angefangen. Vom Management mit Sportwagen und Caipi auf der roof-terrace zum simplify-your-life-hartzIV-minirente-leben-am-waldrand. Jup, das tut am Anfang echt weh, aber es geht. Und ich bin wahrhaftig nichts besonderes. Wenn ich das kann, könnten das alle.

      Ich geh noch etwas weiter als du mit „Frieden, Arbeit, Bildung Medizin…“. Ich träume von einer Welt, in der jeder das tut, was er am besten kann ZUM WOHLE aller Anderen.
      Und sage keiner, das ginge nicht. Hab neulich einen schönen Satz gelesen, über den kann man mal nachdenken:
      „Wenn die Vernunft uns an diesen Punkt hier gebracht hat, dann wird es Zeit das Unvernünftige zu tun.“

    • Wo war denn die Bundesregierung…

      Ich weiß gar nicht was Du hier rumlärmst. Die Bundesregierung war doch IMMER da, immer dabei, moralisch unterstützend und gerne auch über Rat hinaus zur Tat.

    • @Koenig Ordnung

      „Dass die Bundesregierung versucht, dieses gigantische Verbrechen Saudi-Arabiens gegen die Menschlichkeit und die eigene Mittäterschaft stillschweigend zu übergehen, zeigt einmal mehr, wer in unserem Land die politische Macht in Händen hält: Eine moralisch zutiefst verkommene Elite, der die Gewinne der Rüstungs- und der hinter ihr stehenden Finanzindustrie so wichtig sind, dass sie bereit ist, dafür die vorsätzliche Tötung von Millionen von Menschen billigend in Kauf zu nehmen.“
      Hierauf bezog sich mein..wo war die Bundesregierung…genau, sie waren schon immer dabei, egal welche Parteien gerade im Kanzleramt sassen.

    • @Kristana
      „Allerdings brauchen die alle weniger unser Mitgefühl, die brauchen unsere Solidarität.“

      ..natürlich setzt Solidarität Mitgefühl voraus, worum es mir geht, ist das dies nicht allein bleiben darf. Mitgefühl allein oder falsch empfunden, kann zu grossen Enttäuschungen führen.
      Ist ein kompliziertes Thema aber ich weiss es von Freunden (mit z.B. gehandicapten Kindern) und aus meiner Arbeit. Die brauchen Mitgefühl genauso aber eben auch Solidarität oder noch simpler, die junge Mutti der man hilft den Kinderwagen rein oder raus zu heben etc.
      Ich bin wahrscheinlich dichter bei Dir als du glaubst aber hier geht’s ’nur‘ noch um Begrifflichkeiten.
      Die Mittelklasse ist im „Ars**“, früher nannten wir das das Kleinbürgertum, im Endeffect auch nur arme Einkommensabhängige denen man eben etwas mehr bezahlt.

      „Solange wir uns Anführer wählen, wird das nichts. Die werden immer wieder korrupt und unterwandert werden.“
      Ich hab mit Anarchie n bischen Probleme. Vielleicht nicht ganz unlogisch als Lehrer, da ich um Gruppendynamiken weiss und wie bestimmte Einflüsse die Menschen, ohne Regeln, seltsame Verhaltenserscheinungen an den Tag bringen lassen.
      Darum bin ich für Räte mit checks und balances und diese nicht nur alle 4 Jahre, sondern ziemlich konstant.
      Wie friedlich eine Revolution ist liegt immer auch an denen, die die Revolution nicht wollen oder eine Konterrevolution wollen.
      Kampflos geht kein Machthaber vom Platz, wie friedlich die sind, zeigt der Artikel.

    • Hey fpdcb 🙂
      Klar sind wir dicht beeinander. Ich war selber ne Soze, bevor ich Anarchie-light „geträumt“ habe.

      Du hast beim Wort Anarchie den Reflex, den die meisten Menschen haben. Du denkst an Chaos. Das bedeutet es aber gar nicht. Das ist schon Neusprech. Anarchie heißt einfach nur „herrschafftslos“. Natürlich bin ich für Regeln, die das Zusammenleben ermöglichen. Jedenfalls solange wir sie brauchen. Welcher schlaue Kopf (oh man mein Gedächtnis) hat denn gesagt „alles Böse, was der Mensch tut, tut er nur aus seiner Unbewusstheit heraus. wäre er völlg bewusst, könnte er nichts mehr tun, was Anderen schadet“. Wir bräuchten quasi eine kollektive Nahtoderfahrung, damit den Leuten ENDLICH klar wird, was Platon mit dem Höhlengleichnis gemeint hat. OK Utopie – ich bin gedanklich ins Träumen gekommen. 🙂

      Wie wärs hiermit:
      Ohne Herrschafft und bitte ohne Wettbewerb – mit minimalsten Regeln, die auf Moral beruhen. Keine Bullshit-Gesetze mehr. Direkte Demokratie, wir könnten mit ordentlicher Aufklärung und Bildung, mit unseren Rechnern, für Alles Volksabstimmungen abhalten. Und ein Parlament aus den Besten ihres Fachs, einzeln u direkt vom Volk gewählt. Ohne Parteien u Fraktionszwang, nur ihrem Gewissen verpflichtet, NUR von der Allgemeinheit finanziert.

      „Kampflos geht kein Machthaber vom Platz, wie friedlich die sind, zeigt der Artikel.“

      Ist mir völlig klar. Ich kann nur mit dem Wort „Kampf“ nix anfangen. Wir werden zu dem, was wir bekämpfen. Schau dir Che Guevara an. Aus einem pazifistischen Arzt wurde ein mordender Kontrollfreak. Ich will ja „kämpfen“, aber mehr so wie das schwache Wasser, gegen den harten Stein. Was ist denn unangenehmer… Aufs iphone zu verzichten, oder sich von wildgewordenen Cops auf der Demo verprügeln lassen? Wir werden nichts ändern, solange wir unseren Lebensstil und unser Denken nicht ändern.

  7. Hmmm. Gestern über 140 Comments als um hypothetische CO2 Tote ging und heute nur fuffzehn bis jetzt, wo es um real death kid kills geht? Wo sind denn die Beiträge heut von z.B. Je m’en vais,volume,fpdcb,Petra,SonSnow,Benjamin, Regimekritiker Dracula, johndavid, Globetrotter,Tony etc.? Schreiben können die, das weiss ich. Hoffentlich ist denen nix schlimmes passiert, oder strömen die toten Kinder vielleicht zu wenig CO2 aus? Wills ja nicht hoffen…..seltsam ist es aber doch…..mache mir ernsthaft Sorgen.Wir werden sehen….

    • Vorab:
      Wenn schon von „schreiben können“ die Rede: Mir gefällt der lakonisch-schalkhafte Stil des Speckieci. Nimmt ein wenig die Bitterkeit aus all diesem Mist.

    • Tatsächlich, stimmt Die Räuber auf 3 Sat läuft gerade. Tony, da du der erste Mensch bist,den ich seit Jahrzehnten erlebe, welcher am Samstagsabend sich selbst Kultur gönnt, wäre es mir ein Vergnügen dir empfehlen zu dürfen, dich heute zur Tagesdosis zu entschuldigen. Ich halte es für extrem besser, das du dich persönlich entspannst. Das hier ist da nicht so toll und es werden andere Themen geben. Mach dir den guten Abend nicht kaputt.Gruß

    • Lieber Speckiecki:

      ….“Feuer und Schwefel am Horizont…“
      ….“Patienten, die nach dem Doktor winseln…Kranke sahst Du , Greise und Kinder…“ „und warf sie in die Flamme..“
      „Wir sind gevierteilt…“ „Wir wollen über sie her wie Sintflut…“ Wir sind verloren…oder wir müssen fechten…“Tod oder Freiheit…“

      Weder Entspannung noch Katharsis, auch wenn von MSM so intendiert.

  8. Seid vor allem immer fähig, jede Ungerechtigkeit gegen jeden Menschen an jedem Ort der Welt im Innersten zu fühlen. Das ist die schönste Eigenschaft eines Revolutionärs. (Che Guevara)

    Leute was isn hier los? Da läuft en Massenmord und ihr diskutiert über Ölpreise und darüber dass Panzeruschi an allem schuld ist? Dann muss ich noch lesen, dass ich kein Mitleid haben soll/muss, wenn Menschen verrecken. OMG!!! Wie wärs denn mit Mitgefühl?

    Mir wird ganz schlecht, wenn ich darüber nachdenke, dass es das Gesetz von Saat u Ernte gibt. Wir werden das zurück bekommen, was „wir“ der Welt antun. WIR sind es doch, die die Panzeruschis dieser Welt gewähren lassen und irgendwelche anscheinend völlig empathielosen Menschen wählen dieses Pack auch noch immer wieder. Ich könnt k***en. Shame on you all: UNO, WHO, EU, NATO, Germany!

    Sorry, ich bin so zornig und das Schicksal der Menschen im Jemen tut mir fast körperlich weh.

    • Nachtrag – passend dazu der heutige Leitartikel im Rubikon von Noam Chomsky:

      „Solidarität ist ziemlich gefährlich. Aus Sicht der Herrschenden soll sich jeder nur um sich selbst kümmern, nicht um andere. Dabei haben gerade ihre Helden ganz anderes gefordert, beispielsweise Adam Smith, dessen gesamte Untersuchungen zur Wirtschaft auf der Prämisse beruhen, dass Mitgefühl ein fundamentaler menschlicher Zug ist. Aber dieser Gedanke muss den Menschen ausgetrieben werden. Verlasse dich nur auf dich selbst und folge der Maxime »Was gehen mich die anderen an«, die für die Reichen und Mächtigen ganz in Ordnung ist, für alle Übrigen hingegen verheerend. Es wurde keine Mühe gescheut, dies den Menschen einzuhämmern.“

    • Interpretiere mal bitte nicht etwas hinein, was ich nicht möchte; bitte. Wir wurden alle in Geiselhaft von Verbrechern genommen. Wut und Jähzorn ist wenigstens ein Gefühl, welches dich hier mal entschuldigt. Mir gehts genauso. Aber lass bitte das Germany weg, denn die wenigsten von „Germany“ tragen das Ding mit. Mach man lieber einen Vorschlag wie „WIR“ die Tanten und Onkels da oben friedlich an den Ohren packen konnten. Mich hier angiften zu lassen erlaube ich dir dabei aber nicht. Finde es aber gut das du Emotionen hast zu dem Thema. Gruß

    • Die Sünden der Welt tragen das konnte angeblich Jesus .
      Jeder Arzt hält sich zu den Problemen des Patienten auf sachlicher Distanz , weil nur die sachliche Distanz auf Dauer eine erfolgreiche Behandlung ermöglicht .
      Sparen sie ihr Mitgefühl für ihre Freunde und Umgebung . Bringen sie dieses Mitgefühl auf ,
      das ist wirklich viel .

    • @Speckiecki
      Sorry, ich wollt dich nicht angreifen. Hab nich nachgedacht, nur reagiert. 🙁
      Und es war Zorn, kein Jähzorn. 🙂 Aber ich kann „Germany“ da nicht rauslassen und da sind wir auch gleich bei deiner Frage, was wir tun könnten. Grundsätzlich könnten wir uns mal in Solidarität üben.

      Ihr Menschen in den Jobcentern, Altersheimen, Waffen- und Pharmafabriken. Ihr Menschen in den Uniformen… Hört auf mitzumachen! Hört auf eure Mitmenschen zu dissen und eure Macht auszuspielen. Der Job steht auf dem Spiel? So what? Was will das System denn machen, wenn wir ihm die Nahrung von unten entziehen? Hört auf bei Amazon zu shoppen, eure Kinder impfen zu lassen und Erfolg über alles zu stellen. Hört auf chemische Scheiße zu fressen, zu arbeiten um der Arbeit willen (und sich als Sklave noch besser zu fühlen, als der Hartzer). Hört auf TV zu schauen und euch dümmstens berieseln, oder zutiefst neoliberal indoktrinieren zu lassen. Hört auf Steuervermeider zu bejubeln, ganz egal ob sie Ferrari fahren oder einem Ball hinterher rennen. Hört auf Rattenfängern auf den Leim zu gehen, die euch erzählen, andere Menschen wären weniger wert als wir „Deutschen“, oder müssten zwangsweise unseren verkommenen, verlogenen Lebensstil annehmen.
      Ups… Ich bin immernoch wütend.
      Schaut euch das hier an. Besser könnt ichs nicht ausdrücken:
      Hagen Rether: Unser Wohlstand steht auf Leichenbergen
      https://www.youtube.com/watch?v=kDV29Kkc-LA

      Und @ wasserader:
      ich hab Mitgefühl für ALLE Menschen, nicht nur für die in meiner unmittelbaren Umgebung. Denen gehts nämlich vergleichsweise richtig gut. Wir haben alle nen warmen Popo und nen vollen Bauch. Das sind die Basics und erst wenn alle alle alle Menschen auf der Welt diesen Luxus haben, bin ich beruhigt. 🙂

    • Das war eine schöne Rede, Kristana. Volle Zustimmung. (Von „Ihr Menschen in den Jobcentern“ ….. bis „verlogenen Lebensstil annehmen“.) Hut ab auch vor Ihrer Wandlung. (Was ist eigentlich ein(e) Caipi?)

      @Wasserader: Ihren Beitrag zu den Positionen 12 fand ich hervorragend. Gut, daß so etwas auch auf KenFM ausgesprochen wird.
      Aber damit kannten Sie sich ja offensichtlich aus. Kritisch wird es, wenn Menschen, die selbst nicht als Ärzte oder Heilpraktiker oder Therapeuten tätig sind, Behauptungen aufstellen wie: „JEDER (?) Arzt hält sich zu den Problemen des Patienten auf sachlicher Distanz , weil nNUR (?) die sachliche Distanz auf Dauer eine erfolgreiche Behandlung ermöglicht.“
      Ich vermute mal, daß Sie nur Schulmediziner kennen, die ihre Patienten im 10-Minuten-Takt durchwinken, und die also die Distanz, die sie sowieso schon zu sich selbst, zum Leben und zu den anderen Menschen haben, auch auf ihre Arbeit anwenden?
      Ich selbst halte den empathischen Kontakt zum Klienten/Patienten für dasjenige, was, neben der richtigen Therapie, zum Heilsamsten gehört. Bei guter Heilkunde findet ein Oszillieren statt zwischen mitfühlendem Sich-Verbinden und einem inneren Zurücktreten zwecks Überschau, Durchdenken, Sammeln und Analyse des Gehörten.

    • Danke liebe ASC 🙂
      So ein bissi Zuspruch tut echt gut. Manchmal fühl ich mich schon sehr „abgedreht“, wenn ich immer zu hören kriege ich wär eine Träumerin.
      (Caipi=Caipirinha, aber niemand muss sich bei Alkohol gut auskennen. Das ehrt Sie!)

    • @Kristina
      Na wenn ich mir hier alles anschaue existiert ein gesundes Maß an Mitgefühl und Solidarität schon mal. Gleiches beobachte ich bei meine Eingeborenen und von Zeit zu Zeit auch mal bei Jobcentermitarbeiterinnen, Polizisten, Postboten etc. , sogar bei meinen Kindern (staun). Wir alle wissen (noch) nicht, was wir in unserer Wut machen können um solche Dinge abzustellen. Ob nun Bhudda, Jesus, Ghandi etc. hatten den Rat des passiven Widerstands, was zur folge hatte: Martyrertod, oder Menschen wie Che sagte „Ich baller euch einen!“, auch Mätyrertod. Wo liegt der Hund begraben? Warum werden gute Ansätze im Keim untergraben und/oder verhindert, vernichtet? Hier unterstelle ich der Antifa anfänliche gute Gründe aber der Hausfrau dafür das Auto abfackeln? Ist es nicht vergleichbar mit IS Terror? Untergraben um einen guten Ansatz zu vernichten? Was würde der Messias tun, der über Allmacht verfügte und gerade jetzt auf Erden wandelt? Der Mutti den Blitz ins Popöchen jagen oder sich zu erkennen geben um sich abermals ans Kreuz nageln zu lassen? Ich glaube er würde so wie wir, einfach erstmal zuschauen. Das wäre weise. Wir werden sehen….
      Calpi eiskalt gut. Prösterchen.

    • Oh, Caipirinha, den kenne ich gut. Haut ziemlich rein. In Tübingen hatten wir früher ein Brasilianisches Festival. Da floß der in Strömen. Auch durch meine Gurgel.

      Nicht alle gewaltfreien Strömungen haben im Märtyrertod geendet. Indien wurde frei von England.
      Von Jesus wird erzählt, daß er anschließend noch mehrmals in östlichen Ländern gesichtet wurde. Halte ich nicht nur für Entschwörungstheorie.
      Und, wenn ich mich nicht ganz irre, dann haben wir zur Zeit wenigstens vier Meister vom Level des Nazareners, die in diesem Moment auf der Erde wandeln. Könnte sein, daß sie uns sonst schon längst um die Ohren geflogen wäre.

      Liebe Kristana, Sie haben mir, ohne es zu ahnen, ein großes Kompliment gemacht. Sie hielten mich für weiblich. Als Mann, der sich weder für ein Weichei noch einen Softie hält, nehme ich das jedenfalls als Lob. Die weibliche Intelligenz (das Fühlen), halte ich für wesentlich, wenn unsere Spezies überleben möchte. Und es war nicht einfach für mich, als jemand, der vor 20 Jahren fast nur im Kopf gelebt hat, diese zuzulassen und zu entwickeln.

      Und, ja: Bitte niemals das Träumen aufgeben!

    • @ASC
      Der arme Ghandi wurde leider erschossen, hat weniger mit dem „Erfolg“ der indischen Unabhängigkeit zu tun aber egal. Vier „Wandler“ vom Kaliber Messias? Hier? Du scherzt. Entweder haben die eine super PR Abteilung oder es sind die viel gepriesenen vier apokalyptischen Reiter, mal eben. Spätestens wenn sie ein facebookprofil haben sind sie enttarnt. Klar, jetzt kommt „Papst“ und „Dalai Lama“ oder sonstwer, aber ich glaube die sind heilfroh, dass sie mal nicht über Allmacht verfügen und zurzeit alles dransetzen nicht ans Kreuz genagelt zu werden. Damit sind die voll beschäftigt. Aber ich bleibe aufgeschlossen und neugierig. Hau mal Namen rüber…. (p.s.meinen kennst du nicht-hehehe-Göttergefühle sind wAs tolles-wo is der Calpipulator?) 😉

    • @Speckiecki: Ich schau gerade Patrik Baab.

      Bißchen zu sehr wie Partytalk unsere Kommunikation jetzt.
      Ich schreibe Ihnen morgen (oder übermorgen) eine private Mail, in der ich die Frage
      nach den Namen beantworten werde.

    • Seht Ihr was ich meine?! Auch Ghandi und Che waren Anführer. Und? Was hat’s auf lange Sicht gebracht? Nüschte! Die Cubaner werden gerade wieder vom Imperium einverleibt und in Indien tobt der Neoliberalismus.
      Und Jesus – oh man, manchmal tut er mir voll leid! Die haben seine Botschaft so verdreht, verkürzt und mit Dogmen zugepflastert, dass man erbrechen könnte.

      So wie wir das hier machen, ist es immer nur eine kurze Phase der Veränderung. Jeder Einzelne sollte Verantwortung übernehmen und nicht an einen Anführer (welcher Art auch immer) abgeben. Ups… Ich hab zuviel Arno Gruen gelesen. 😉

    • „Die haben seine Botschaft so verdreht, verkürzt und mit Dogmen zugepflastert, dass man erbrechen könnte.“
      Genau. Das hat mit Paulus angefangen, der Jesus nachweislich nie begegnet ist, und ist dann immer schlimmer geworden. Allein diese Idee, daß man durch Berührung mit Wasser (Taufe) mit Gott verbunden worden sein soll.
      Der spirituelle Kern dahinter ist: es gibt einen inneren Klangstrom, der auf verschiedenen Realisationsebenen unterschiedlich klingt. Auf sehr tiefen Ebenen wie rauschendes Wasser. DAS ist die eigentliche Taufe: von einem kompetenten Meister in diesen Logos (am Anfang war das Wort; das ist dieser innere Klangstrom, der das ganze universum durchströmt und in jedem Augenblick am Leben erhält.) – in diesen Logos initiiert zu werden.

      So viel ich gelernt habe, wollten die sprituellen Meister nie so etwas wie organisierte Religionen ins Leben rufen (feststehende Regeln, äußere Rituale, Machtstrukturen, Priesterschaft etc.). Das waren immer nur die Nachkommen, die sich mangels innerer Erfahrungen, irgendwas zusammenreimten. Ethik und Moral funktionieren aber nur bei ganz wenigen (Herzmenschen) ohne diese inneren Erfahrungen. Und der Maschinengeist (Neoliberalismus) kann damit gleich gar nichts mehr anfangen.

    • Hoppla, Speckiecki, Sie haben sich abgemeldet? Das ist aber schade. Nicht nur, weil ich Ihre Art, zu kommentieren, sehr erfrischend und freundlich fand; auch, und deshalb habe ich es gerade erst entdeckt, weil ich mein Versprechen wahr machen wollte, Ihnen (morgen oder übermorgen, schrieb ich; heute ist „übermorgen“) die Frage nach den vier Menschen zu beantworten, die, meines Erachtens, das Potential, das uns Menschen in die Wiege gelegt wurde, bereits vollkommen realisiert haben.
      Die private Mail kann ich Ihnen ja nun leider nicht mehr zukommen lassen. Das geht nur mit aktiviertem Account.
      Vielleicht noch, daß diese Menschen mir so wichtig und wertvoll sind, daß ich sie hier nicht öffentlich zur Schau stellen wollte. Es gibt sie aber. Das war also nicht etwa ein Trick oder so etwas in der Art, Ihrer Frage auszuweichen.

  9. Alles soweit richtig.
    Wie schätzen Sie diese Meldung ein?
    Alles nur „Verteidigungswaffen“?

    „Russische Agenturen meldeten bereits, die Delegationen hätten ein Memorandum über den möglichen Verkauf russischer Waffen unterzeichnet. Die staatliche Saudi Arabian Military Industries (Sami) erklärten außerdem, Russland wolle Saudi-Arabien beim Aufbau der Rüstungsindustrie helfen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei in Moskau unterzeichnet worden. Die Vereinbarung mit dem russischen Rüstungskonzern Rosoboronexport stehe im Zusammenhang mit Käufen unter anderem des Flugabwehrsystems S-400, der Panzerabwehrrakete Kornet und Raketenwerfer des Typs TOS-1A. Zum Volumen der Verträge wurden keine Angaben gemacht.“
    ( Zeit online 5. Oktober 2017)

    • Ich sage mal ja. Da die Saudis gerade mit Goldbarren sich die braucharsten Dinge einkaufen und (mags kaum aussprechen) gegen „Yeminitische“ Flugzeuge (S-400 Flugabwehr) und Panzerabwehr (Kornet&RAK TOS-1A) sich vorbereiten, zeigt die Brisanz des Themas. Stellen sich zwei fragen, warum keine Westwaffen und warum diese Waffen, wo doch der Yemen keine Kampfflugzeuge und Panzer hat, welche man wegballern müsste? Das Putin ein wenig Gold braucht ist nur menschlich, dabei bin ich mir sicher, dass er tunlichst darauf achten wird damit seine Flieger und Rumpelketten nicht in Gefahr geraten werden. Aber bei all dem Hochverrat in der Vergangenheit, kanns ja nicht schaden, ein wenig Püsterich gegen „Gute Freunde“ in Reserve zu haben, wenn die mal wieder plötzlich dich zum Evil erklären. Ich würde es jedenfalls so machen, wenn ich Gold bis zum abwinken hätte.

    • Entweder gegen die Bedrohung aus dem Iran (macht wenig Sinn für mich) oder russische Abwehrwaffen gegen westliche Bedrohungswaffen. Da die Saudis selber Westwaffen (auch Abwehrwaffen) bereits besitzen, würde zwingend logisch diese eingekauften Waffen nur dann notwendig sein, sollte eine Westwaffenbedrohung am Firmament erkennbar werden. In der arabischen Historie haben sich desöfteren die westlichen Freunde mal eben umgedreht, aus mannigfaltigen Gründen. Gegen einen Joint Strike Fighter ist nun mal eine S-400 die bessere Wahl, aber Steine gehen auch. Gar nicht gehen würde eine Flugabwehrrakete, welche einen NSA-Chip inside hätte. Ich halte das alles (den Russeneinkauf jetzt mal betrachtet) für eine Art Rückversicherung. Das ist alles. Gruß

  10. Man unterschätzt die Rolle Deutschlands, welche massiv beide Seiten (Sunniten und Schiiten) gezielt mit Waffentechnik und Munition unterstützt. Frau von der Leyen und Herr Gabriel haben sich sehr dafür eingesetzt (und tun es noch) den Brandherd zu befeuern, den der kommende Showdown des internen Glaubenskriegs im Islam, noch an Restkapitalgewinnmitnahme hergibt. Erinnerungen an die Iran Contra Affäre haben ein de ja vu. Wer sich ein wenig in der Materie der Schiitischen Enklaven auskennt, für den ist schnell klar, dass das saudische Königshaus (als Hüter der Heiligen Stätten) wegen dem ersterben der Lebensgrundlage um sein nacktes überleben kämpft. Dass das Imperium den Iran und Verbündete dabei unter Kontrolle hält, ist mehr als ersichtlich. Was aber, wenn sich Bahn bricht was sich nicht mehr unter Kontrolle halten lassen möchte? Mein Vorschlag ist einfach. Das saudische Königshaus sollte sich schnellstmöglich in Britannien und /oder USA ins Exil begeben. Sie können nur verlieren, da der andere Part etwas hat, was die Ibn Sauds nie hatten, ein menschliches Antlitz. In dieser Angelegenheit haben und hatten (bei allem für und wider) ihnen die Gegner immer stand halten können. Außerdem wird es Zeit unseren im Land existierenden Kriegsverbrechern rechtlich mal das Maul zu stopfen, statt über ARD und ZDF zu Spenden für Yemen aufzurufen. Einfach nur erbärmlich. Ja, auch im öffentlich rechtlichen sollte man diesen Kriegstreibern mal endlich das infame arrogante überhebliche Maul stopfen. Unseren Mitläufern aus Regierungskreisen (sei es Antifa, Klimatänzer, Kirchen, Gewerkschaften, Gerichten, Polizei etc.) werfe ich ins Gesicht: Ihr seid Mitschuld am Drama im Jemen-ich klage euch an!

  11. Im Grunde ist in jeder Krise auch eine Chance enthalten:

    Ich finde den Artikel interessant, weil ich aus den dort enthaltenen Informationen eine Sichtweise ableiten möchte, die in Richtung Interessenausgleich geht:

    Im Inneren Saudi-Arabiens herrscht überdies wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der horrenden sozialen Ungleichheit eine wachsende Unzufriedenheit, die die Regierung mit einer Mischung aus Zuckerbrot (wie der angekündigten Fahrerlaubnis für Frauen) und Peitsche (der gewaltsamen Niederschlagung von Protesten ausländischer Arbeiter) bekämpft.

    Eine soziale Ungleichheit kennen wir in Deutschland, Griechenland, Spanien etc.
    Also ist die Frage: wie können wir uns im Detail mit den Bürgern dort austauschen?
    Gibt es welche, die Deutsch sprechen und z.B. hier ihre Meinung dazuschreiben könnten?

    Vernetzungspotenzial ist somit gegeben über das Gefühl für „mehr Gerechtigkeit“ . Denn da gibt es viele Menschen, die Ungleichheit empfinden.

    Bemerkenswert ist vor allem die Begründung, mit der der Verkauf der Boote gerechtfertigt wurde: Sie würden nur zur Sicherung der saudi-arabischen Küste und der davor liegenden Ölplattformen, nicht aber zu offensiven Zwecken eingesetzt, hieß es in Berlin. Das war schon damals unwahr, denn Saudi-Arabiens Marine blockiert die Häfen des Jemen bereits seit 2015 und hat die Nahrungsmittelversorgung im Land dadurch so weit untergraben, dass dort jetzt eine Hungersnot droht, von der der UNO-Nothilfekoordinator Marc Lowcok diese Woche gesagt hat, es sei „größte Hungersnot, die die Welt seit Jahrzehnten erlebt hat“.

    Okay. Das verwundert mich selber weniger, dass bei militärischen Verkäufen, wie oft bei sämtlichen Produktverkäufen der Fokus auf Euphemismus liegt.

    Ich schätze, es lässt sich noch hundert Jahre und mehr öffentlich eine Politik kritisieren, solange die Kritik sich nur in Gedanken oder Worten äußert, aber nicht in Handlungen mündet, die tatsächlich eine Veränderungsdiskussion notwendig machen.

    Dass die Bundesregierung versucht, dieses gigantische Verbrechen Saudi-Arabiens gegen die Menschlichkeit und die eigene Mittäterschaft stillschweigend zu übergehen, zeigt einmal mehr, wer in unserem Land die politische Macht in Händen hält: Eine moralisch zutiefst verkommene Elite, der die Gewinne der Rüstungs- und der hinter ihr stehenden Finanzindustrie so wichtig sind, dass sie bereit ist, dafür die vorsätzliche Tötung von Millionen von Menschen billigend in Kauf zu nehmen.

    Wie gerade schon geschrieben: die Strukturen eines durch und durch neoliberalen Konzepts zu verurteilen, ist zwar obligatorisch nachvollziehbar, führt in der Veränderungsmechanik der Strukturen aber in eine Sackgasse.

    Denn das Potenzial des gesellschaftlichen Austausches mit der Unzufriedenheit innerhalb Saudi-Arabiens sollte im Internetzeitalter möglich sein.

    Es sollte möglich sein, solche Menschen in alternative Gesprächsrunden einzuladen und sich deren Lösungsgedanken und Vorstellung von Ihrer Sichtweise anzuhören, um im nächsten Schritt eine Idee gemeinsam zu suchen und zu formulieren, die einen übergeordneten Interessenausgleich formuliert.

    Eine Welt ständig auf politisch korrupte Systeme und Politiker zu reduzieren, ohne die Chancen des Veränderungspotenzials wahrzunehmen, wäre auf Dauer für mich zu einseitig.

  12. Danke für diese wichtigen und klaren Informationen.
    Und dennoch, dennoch – bei all den Zahlen, die ein Mensch ja schon gar nicht mehr verstoffwechseln kann, geschweige denn in ihrem Ausmaß mit seinem persönlichen Leben in Verbindung bringen und also mit Bedeutung füllen – – –
    Ein Blick in die Augen eines jener Kinder, das da gerade verhungert, hat mich mehr gerissen.
    Da fragst Du dich automatisch: Was kann ich tun?
    Und willst am liebsten gleich losrennen.

    • Bitte ASC renne nicht los. Das mit den Kinderbildern soll dich emotional niederreissen. Brauchst du nicht. Im Islam gibt es für den Yemen eigenständige Hilfe, sie brauchen unser falsches Mitleid nicht und wollen es auch gar nicht. Lass dich lieber darauf ein, dass Frau von der Leyen diese Kinder zu verantworten hat, denn immerhin war es ihr ein persönliches Bedürfnis, die Schützenpanzer persönlich an die Saudis abzuliefern. Eine viertel Million Schuss hatte sie in der Aldi Tüte auch dabei. Was kannst du tun? Ganz einfach, meckern und zugucken. Es werden Dinge passieren….da können wir am besten nur zugucken. Hier sollten wir aber den Kriegsmädels das Leben schwer machen, das halte ich für produktiver. Und nebenbei Lindner und Cem zur Stellungnahme bitten bei Maybritt-Schwafelbude.

      Gruß

    • Alles gut, werter Speckiecki. Ich bin noch da 😉
      (Bei Ihren erfrischenden und ehrlichen Kommentaren bedaure ich übrigens immer wieder,
      in dieses Neanderthalergesicht schauen zu müssen.)

    • Was kann ich tun?
      Frau Wills Schlusswort beantwortet das sehr gut.
      Es geht nicht darum kleine Verbesserungen zu erzielen, sondern sich zu erkennen das alle Ungerechtigkeiten genähert werden durch die Machenschaften das IWF und der Banken.
      Über diese Finanzierung lässt sich das Übel an der Wurzel angehen und alle korrupten Zweige würden vertrocknen.
      Zu gerne möchte dir die Elite einreden es würde etwas bringen einen Tagebau zu verzögern. Ist der korrupte Umgang mit Recht und Gemeinwohl dahinter weiter in Takt, folgt der nächste Versuch zwangsläufig.
      (Das ist wie Sand einer Wanderdüne gegen seine Laufrichtung zu schippen – Zwecklos doch es wird nur nicht erkannt weil die Düne so hoch ist)

      Der Erkenntnisgewinn hat einige gute hilfreiche Aspekte
      1. Gute Laune: es fühlt sich gut an die Welt zu verstehen, dabei zu erfahren das eigene Ansichten richtig waren und nun ihren inneren Grund kennen
      2. Erfreulich wie traurig ist das wir jetzt einen Erkenntnisgewinn gegenüber dem größten Teil der Bevölkerung haben
      3. Toll zu erkennen wie Gehirne funktionieren und wie Werbung wirkt – das macht das Selbst zunehmend steuerbar
      4. „Geld bestimmt die Welt“ Diese Zusammenhänge sind nicht wirklich kompliziert – einige von Uns habe es erst spät erkannt – das (weiter)Vermitteln dieses Wissens sollte Ziel sein

      „Revolutionen haben gezeigt das sich vieles ändern lässt, jedoch am wenigsten der Mensch“ (frei nach Karl Marx).
      Eine Veränderung kann nur mit und durch die Menschen um uns herum erfolgen.
      Diese erkennen aber nicht die Notwendigkeit langfristig zu planen, sondern geben sich eher kurzfristigen Vergnügungen hin.
      Das ist bequemer als sich die Ursachen und Wirkungen klar zu machen.
      Zu Gehirnen hat Rainer Mausfeld und Gerhald Hüther (Schweiz) etwas gesagt.

      Möchte begonnen werden etwas zu tun, könnte das am besten über die Schritte Aussenwelt-Erkennen, Selbst-Erkennen und zu steuern lernen, beginnen Soziale Verbindungen zu stärken und Gesprächspartner finden, evt. einen Verein oder Gruppe gründen und dort langsam aber beharrlich seine Zeile voranzubringen.
      Der Lohn ist die Gewissheit dem Schlechtem etwas Gutes gegenübergestellt zu haben, ein Erkenntnisvorsprung gegenüber vieler Menschen, die wir zudem jetzt besser Erkennen und vorhersagen können 😉
      Das löst Glücksgefühle aus, die wiederum das Gehirn in seiner Wachstumsfähigkeit fördern, was aktivere, glücklicher Menschen hervorbringt… ein rückgekoppelter Regelkreis.

      Vielen Dank an alle Teilnehmer dieser Postionen, die Leute vom Team und an die Spender dieser Seite, die alle zusammen dieses ermöglicht haben!

    • Das Bild heisst Erectus und ist aus dem Netz. Fand es irgendwie passend und dazu unaufdringlich. Plane, es in meinem Perso und Pappe unterzubringen. Hehehe….

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