Tagesdosis 11.12.2019 – Wir sind das Klima

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Der junge Mann stürzt sich ins Wasser. Es ist ein Freibad in Westfalen. Er ist vorbereitet. Den ganzen Sommer hindurch trainierte er für diesen einen Tag. Die Bahn ist fünfundzwanzig Meter lang und er weiß, wenn er schummelt, dann beschummelt er sich selbst. Er will es wissen. Er will seine Grenzen kennenlernen. Die ersten fünfzig Meter sind erreicht, er berührt die Fliesen mit seinen Händen, dreht sich im Wasser und stößt sich nach vorne. Die nächsten zwei Bahnen, also weitere fünfzig Meter wird er schaffen- das weiß er jetzt schon. Es ist früh Morgens, sechs Uhr. Seine Füße stoßen seinen Körper von den Fliesen. Er ist in einer Art Meditation, wie in Trance. Er spürt die Außenwelt nicht mehr, ist nur noch innen in sich selbst. Glück und tiefe Zufriedenheit machen sich in ihm breit. Er ist diese Zufriedenheit. Er spürt seinen Körper nicht mehr. Schon wieder stößt er sich mit seinen Füßen von den Fliesen ab. Er weitet seine Arme und Beine ganz aus, wie es Brustschwimmer immer tun. Dann das Gleiche noch einmal und immer wieder. Es ist herrlich unter Wasser zu sein. Nichts bekommt man mit und niemand außer er ist im Wasser. Er kommuniziert mit dem Wasser und spürt die Geräusche, die das Wasser ganz von selbst macht. Es überträgt die Schwingungen, es spricht. Er fühlt sich eins mit dem Wasser. Er ist Wasser. Jetzt beginnt er sich auf die letzten zehn Meter zu konzentrieren und wacht vollständig wieder auf. Er konzentriert sich wieder auf seine Sinnesorgane und taucht auf, direkt vor den Fliesen. Dann nimmt er ruhig und gelassen einen Atemzug und noch einen und noch einen, bis die körperliche Reaktion auf zu wenig Luft im Körper aufhört. Zweihundert Meter ist er getaucht, acht Bahnen. Das macht er jedes Jahr, wenn der Sommer schön ist. Das Training dazu dauert den ganzen Sommer an. Das Ziel dabei ist nicht das lange Tauchen, noch mehr Zeit beim Tauchen zu gewinnen und zu sagen: Seht her, ich bin 10 Minuten unter Wasser gewesen. Das ist nicht der Grund, auch wenn sich die Sekunden immer mehr anreihen. Er besiegt so den Stress, der aufkommt, wenn man zu Anfang mit dem Tauchtraining beginnt, zu wenig Luft bekommt und dieses unwohle Gefühl loszuwerden trainiert mit immer weniger Luft und längeren Tauchgängen. Einssein mit sich und seiner Umgebung, dass er nie so tief erfährt, wie beim sommerlichen Tauchtraining. Das ist es, was er dort trainiert. Der Stress und die Angst sind besiegt. Davon profitiert er das ganze Jahr über und er hat keine Angst. Vor nichts und niemanden. Denn dieses Einssein, das weiß er einfach, das bin ich, das ist das, was ich wirklich bin. Nicht dieses Herumgezappel um das Geld und den Wohlstand herum. Das interessiert ihn nicht. Dieser Mann, das bin ich, der Autor dieser Zeilen. Mit zwölf Jahren brachte mir ein Opernsänger das Tauchen bei. 

In seinem Kinofilm Apocalypto ließ Mel Gibson den Vater der Hauptfigur zu Anfang sagen, dass Angst eine Krankheit des Geistes sei und er, sein Sohn, solle sich nicht von dieser befallen lassen, denn er sah diese Angst in seinem Sohn und diese Angst wird das ganze Dorf anstecken, denn Angst steckt alle an. Die Angst eines Menschen wird immer groß sein, je weiter er sich vor der Erfahrung schützt, das Einssein mit allem nicht zu üben, es nicht zu wissen, nie zu erfahren und wenn er nie ein Gefühl dafür bekommt. Das Einssein will geübt werden, sonst bleibt es im ungeübten Bewusstsein bloße Spinnerei.

Die Angst der Bevölkerung, gerade in Deutschland, vor einem Klimawandel, besser, vor einem Temperaturanstieg, weltweit, ist riesengroß. Und die Angst dirigiert die Debatte. In ihr, der Debatte, verbirgt sich ganz tief eine große Angst vor dem Leben selbst, vor dem eigenen Leben. Kinder und Alte werden von einigen Klimawandelbefürwortern zu Ökoschleudern, zu den Hauptproduzenten von CO2-Ausstößen diffamiert. Das sind Angstprojektionen vor dem eigenen Leben. Jüngst las ich auf einem bekannten alternativen Magazin im Netz, dass ein sehr bekannter Ökoaktivist eine Prognose für fünfzehn Jahre abgab, dann, so der Artikel, sei der Untergang der Menschheit durch einen Temperaturanstieg von etwas über einen Grad erreicht und unumkehrbar. Ich werde weder das Magazin noch den Autor nennen, denn beide sind für mich Freunde, keine Feinde, zu denen aber die Debatte über das Klima schnell neigt. Der Bericht ist von 1995 und er stützt sich auf Prognosen des wissenschaftlichen Beirates der deutschen Bundesregierung von 1995. 1,3 Grad, so heißt es dort, trennen die Menschheit noch von lebenslänglich Treibhaus. Heute schreiben wir das Jahr 2019, fast schon 2020 und es sind gut zehn Jahre nach Prognoseeintritt vergangen und die Temperatur ist weltweit, bis heute, nicht gestiegen, sondern im Mittel von 15 Grad geblieben. Im Mittel, also leichte Schwankungen im zehntel Grad Bereich sind völlig normal(1). Erstaunlich ist, dass die Schneemassen auf dem Nordpol immer weiter zunehmen und derzeit in dem Bereich sind, wie sie in den 1970er Jahren schon waren. Klimaschwankungen im Bereich von vierzig, fünfzig oder noch mehr Jahrzehnten scheinen völlig normal zu sein. Den Menschen mag das beunruhigen und zu vorschnellen Schlussfolgerungen verleiten. Für das Weltklima hingegen ist das ein völlig normaler Zustand, auch wenn er für strenge Winter oder zu warmen Sommern sorgt. 

Angenommen, Sie wären einer der mächtigsten Politiker dieser Erde. Sie würden den anthropogen verursachten Klimawandel in ihre Agenda aufnehmen. Sie würden versuchen, mit anderen Staatschefs darüber zu reden, um Einigkeit in der Sache zu erwirken. Sie würden zu den Kongressen und Klimagipfeln gehen oder Botschafter dorthin schicken und viel Geld darin investieren, um der Welt klar zu machen, dass dieser Planet durch einen zu erwartenden Temperaturanstieg derart kippen werde, dass die Meere um ein, zwei oder fünf Meter ansteigen werden. Klimaflüchtlinge, Naturkatastrophen biblischen Ausmaßes würden in ein paar Jahren real werden und jeder gesunde Mensch, der jetzt sechzig Jahre alt wäre, würde die ganze Wucht dieses Weltuntergangs noch mitbekommen. So schnell sei das Weltende zu erwarten.

Und dann kommt für Sie der Tag, da nehmen Sie Abschied von dem Amt, da Sie nicht mehr wiedergewählt werden können. Sie reisen durch die Welt, kassieren Millionen von Dollar für Reden und Vorträge, um sich einen Traum zu verwirklichen: ein Riesenanwesen, direkt vor einem See. Das Haus liegt am See Edgartown Great Pond in Massachusetts und es ist das neue Haus der Familie Obama(2). Nun ist ein See kein Meer, das ist richtig. Aber, und diese Aber soll fett unterstrichen sein, der See ist nur leicht vom Atlantischen Ozean getrennt. Angenommen ich wäre acht Jahre lang in den Sohlen von Barack Obama gelaufen, so würde ich ein solches Anwesen niemals kaufen, denn ich bin ja vollends darüber informiert, was die Menschheit demnächst ereilen wird. Ein Haus in der Nähe von sehr großen Wassermengen würde ich niemals meiner Familie vorsetzen, denn ich bin ja davon überzeugt, dass die Pole schmelzen und der Meeresspiegel rasant ansteigen wird. Das Barack Obama dumm sein soll, kann man ja glauben und damit sein kleines Weltbild erleuchten. Aber das glaube ich nicht. Barack Obama ist ein sehr heller Bursche und ich kann mir nicht vorstellen, dass er seinen Kindern eine biblische Katastrophe direkt in ihre Kinderzimmer schickt und sich selbst, samt Ehefrau suizidieren will. 

 Es kommt nicht darauf an, was du sagst, es kommt nur darauf an, was du tust. Martha’s Vineyard(3) ist eine Insel, direkt vor Massachusetts und vor dieser Insel breitet sich der Atlantische Ozean aus. Sicher, mag diese Insel theoretisch einen erhöhten Meeresspiegel von fünf Metern aushalten, so könnten Springfluten, Tsunamis oder ganz normale Wellen bei erhöhtem Meeresspiegel die Küste der Insel auswaschen und die Insel nach und nach fast vollständig verschlucken. Das sind allesamt Spekulationen, doch bleibt die Frage an euch Leserinnen und Leser: Würdet ihr, mit zwei Kindern eurer Frau oder eurem Mann direkt vor dem Atlantik, der die Insel umgibt, mit dem Wissen, dass der Klimawandel in sehr kurzer Zeit den Meeresspiegel rasant ansteigen lässt, ein solches Anwesen in einer Gefahrenzone kaufen, wenn ihr es könntet, also wenn ihr knapp elf Millionen US-Dollar flüssig hättet? Ich würde das niemals tun, hätte ich das Wissen und die Überzeugung, der Klimawandel in Form unendlich vielem Wassers würde demnächst an meiner eigenen Haustüre klopfen und womöglich meine Kinder und meine Frau in einer riesigen Welle mit sich nehmen. Schwachsinnige könnten so handeln, nicht aber der 44 Präsident der USA, Barack Obama.

CO2 ist so etwas wie Lee Harvey Oswald, eine Einzeltäter-Theorie

Man kann sie in gewissen Kreisen als absolute Wahrheit verkaufen, was man vornehmlich in Schulen und Medien auch so vertritt. Die Einzeltäterthese ist eine angeordnete Wahrheit und niemand kommt mehr dahinter zu verstehen, dass eine These oder eine Theorie nicht auch gleich einer Wahrheit ist, ja sein will. Deshalb heißt es ja Theorie oder These. Lassen wir eine Meeres- und Neurobiologin zu Wort kommen, damit der Leser hier versteht, worum es mir geht, was ich mitteilen möchte. Dr. Heidi Wichmann schreibt dazu, Zitat Anfang, Je weiter wir unsere Testmethoden, Tauchroboter oder was auch immer verbessern, so finden wir eines heraus: das alles bis auf das kleinste Detail abgestimmt ist. Von den Tiefseesedimenten, über das genauso komplexe Leben an Land bis hin zu den Mikroorganismen, die es auch in der Luft und den Wolken gibt. Ja, Wolken. Wir wissen so gut wie gar nichts über sie, denn die Kultivierbedingungen sind verständlicherweise nicht leicht nachzuahmen. Es gibt so vieles was wir noch nicht mal erahnen, aber eines ist klar ersichtlich: alles ist miteinander direkt oder indirekt verbunden. Die Auswirkungen von Feinstaub, weitere unnatürliche Verbindungen wie bspw. Pestizide, oder natürliche Einflüsse wie die Solar flairs und noch vieles weiteres werden hier einfach nicht berücksichtigt. Nehmen wir mal das Beispiel Pestizide, welche auch bereits in der Atmosphäre vorhanden sind: Wie sieht es mit den unerforschten Kreuzreaktionen aus? Alle diese Stoffe interagieren auf unbekannte Art und Weise miteinander, Gelder um deren Einfluss zu erforschen gibt es dafür nicht, weder beim Thema Klima noch beim Thema Gesundheit. Meines Erachtens gibt es nur einen Weg um die Menschheit vor schlimmerem zu bewahren: Echter Naturschutz und weg von dem Denken, dass die Erde eine endlose Ressource ist. Und während hier die Tasten glühen, werden weiterhin Unmengen an Bäumen abgeholzt. Bäume, die teilweise Jahrhunderte alt sind und Unmengen CO2 filtern, welches sie in den für uns absolut essenziellen Sauerstoff umwandeln. Von den Medikamentenresten in den Gewässern, dem Circle of Poison und noch so viel weiterem fang ich gar nicht erst an(4), Zitat Ende.

Meines Erachtens gibt es nur einen Weg, um die Menschheit vor schlimmerem zu bewahren: Echter Naturschutz und weg von dem Denken, dass die Erde eine endlose Ressource ist. Wieso vereinen wir uns alle nicht in diesen Gedanken und binden auch folgenden Gedankengang dort mit ein, wo es um den Klimawandel geht, nämlich: so finden wir eines heraus: das alles bis auf das kleinste Detail abgestimmt ist. Von den Tiefseesedimenten, über das genauso komplexe Leben an Land bis hin zu den Mikroorganismen, die es auch in der Luft und den Wolken gibt. Alles ist miteinander direkt oder indirekt verbunden. Ergo, die Einzeltätertheorie ist völliger Nonsens, fragt man eine Naturwissenschaftlerin.

Ich habe keine Antworten darauf, ob es einen Klimawandel gibt oder nicht und ehrlich gesagt, interessieren mich beide Seiten nicht sonderlich und eine Debatte darüber, wenn sie nicht von Naturwissenschaftlern selbst und allein von ihnen geführt wird, schon mal gar nicht. Von einer politischen Doktrin überzeugte Journalisten darin debattieren zu lassen, halte ich für einen Frevel. Mögen sie in anderen Gebieten noch so kompetent und wahrhaftig sein, so sind sie in Sachen Wissenschaften nichts anderes als Wissensanhäufer und Wissenssammler, bestenfalls gute Analysten. Schuster bleib bei deinen Leisten. Dieser Text will auf die Leisten verweisen. Ich weiß nur, dass das Wesen des Klimas sein stetiger Wandel ist und dass alles was lebt und dass alles, was wir unbelebt nennen, Teile des Welt- oder Ortsklimas sind. Das wusste schon der Begründer der Ökologie, Alexander von Humboldt und brachte nach diesem Wissen das Werk meines Lebens heraus, Kosmos. Wir, die Geschöpfe dieses Planeten, wir sind das Klima. Alles ist aufs Feinste miteinander abgestimmt und feinjustiert, auch das Klima. Das Klima wird in der Debatte um den Klimawandel völlig falsch diskutiert. Ja, völlig falsch. Beide Seiten diskutieren das Klima als Wirkung auf etwas oder auf die Ursache von etwas. Diesen Fehler begann Charles Darwin auch, als er eine Evolutionstheorie begründete, in der die Umwelt von den Lebewesen als vollständig getrennt agiert und umgekehrt. Lebewesen entstehen auf der Erde, nicht etwa mit der Erde und umgekehrt. Bei Humboldt ist alles Geschehen ein Geschehen miteinander aufs Höchste verflochten und nichts ist getrennt. Das war seine Leistung und aus dieser erwuchs die Ökologie, in der alles miteinander in Beziehung steht. Und genau das ist unser Werk, das Anthropozän, in dem wir Sapiens die Ökologie des Planeten großflächig zerstören und damit einen sehr großen Impact auch auf das Klima haben. Wenn wir das Klima retten wollten, ehrlich retten wollten, dann müssten wir die Ökologie des Planeten schützen und herausfinden, warum wir so destruktiv mit unserer wahren Mutter umgehen, mit Gaia, unserem lebendigen Planeten Erde. Das Klima sind wir auch, und zwar alle Geschöpfe dieses Planeten sind das Klima, aus dem es besteht. Zu meinen, es kann durch ein einziges Element zu Fall gebracht werden, und zwar in der Realität, ist ein an Allmachtsfantasien kaum zu überbietender Geniestreich derer, die denselben Fehler leisten, wie viele vor ihnen. Darwins Fehler mag im Grunde ein Nichtüberschreiten des damals vorherrschenden christlichen Glaubens gewesen sein, ein fauler Kompromiss. Doch der heute von vielen begangener Fehler beruht paradoxerweise vermutlich auf fehlender Religiosität, beziehungsweise auf nicht gelebter Spiritualität, mit dem Nichtwahrnehmen dessen, dass dieser Planet lebt, so wie wir. Die Entstehungen von Sauerstoff, oder CO2 sind nicht vom Leben zu trennen. Fast alle Lebewesen essen Lebewesen und brauchen Wasser, als Nahrungsquellen. Doch die wichtigsten Nahrungsquellen werden fast nie genannt. Es sind Sauerstoff O2 UND Kohlenstoffdioxid CO2. Beide sind Lebens-Mittel, also Mittel zum Leben, die den gesamten biologischen Aufbau dieses Planeten erst ermöglicht haben und ihn, seit millionen von Jahren regulieren. Beide sind fein aufeinander abgestimmt, ein Regelkreislauf. Beide produzieren und erhalten Leben auf diesem Planeten. Ein Zuviel an CO2 kann nur dann gefährlich werden, wenn dieser Planet einen Treibhauseffekt produziert. Doch dass es das kann, ist unter Physikern höchst umstritten. 

Selbst kluge Leute machen Fehler. Irren ist eben allzu menschlich, egal auf welcher Seite. Doch viel schwerer als der Irrtum oder das sich nicht eingestehen wollen eines Irrtums ist die Verbreitung von Angst auf diesem Niveau. Sie spaltet die Bewegung und die Menschen ganz allgemein, weil die Angst die jeweiligen Narrative noch fester zurrt. Ich weiß, dass ich nichts weiß, soll Sokrates, ein großer Philosoph, gesagt haben. Mir geht es jedenfalls immer so: Wenn ich glaube, etwas Neues verstanden zu haben, sei es das Wissen um ein Leben nach dem Tod oder, das Charles Darwin sich geirrt haben muss, oder dass Karl Marx mit seiner Klassenkampfthese falsch lag, so weiß ich immer deutlicher, dass ich nichts weiß, dass niemand in Menschengestalt auch nur irgendetwas weiß. Wir erfahren die Welt, weil dieses Erfahren die Nahrung für unsere Zellen ist, um sich weiter zu entwickeln, sich auszuwickeln in neue Dimensionen des Lebens. Darum geht es in der Evolution. Evolution heißt auswickeln, herausrollen oder auch entwickeln. Wir, als Menschheit, wissen nicht, was Leben ist, was die Natur ist, was ein Quant ist oder irgendwas. Was die Wahrheit ist, dass sagen uns unsere Sinnesorgane, die unserem Zentralnervensystem ständige Einflüsterungen eingeben, von denen wir dann unsere individuelle Unfehlbarkeit ableiten, als Krone der Schöpfung, als intelligenteste Lebewesen, was die Erde je bewohnte. Mein Gott, was für eine Anmaßung das doch ist. 

Es ist sehr beliebt für viele Menschen, sich in Ideen zu vertiefen, einen Idealismus oder irgendeinen Ismus zu vertreten. Doch sie alle sind nur Verstecke vor dem, was Sokrates wusste und zu dem uns das Orakel von Delphi ermuntern wollte: Erkenne Dich selbst. Und vielleicht kommen wir auch noch dahinter, dass über Hinz und Kunz alles zu wissen gar nicht dass Nonplusultra unserer Wesensbestimmung ist und dass es im Leben auch nicht darauf ankommt, etwas als absolut zu vertreten, der Wahrheit und nichts als der Wahrheit hinterherzulaufen. Unsere Vorstellung vom Absoluten ist eine Verdrängung davon, nicht zu wissen, ob es eine Schöpfung gibt und seinem Antagonisten, der Eigenverantwortlichkeit. Hinter ihr zurrt die Angst vor den berühmten Fragen: Warum bin ich, was soll das hier, wo führt mich das Leben hin, was geschieht nach dem Tod. Ich habe vor all diesen Fragen und Dingen, die da noch kommen mögen gar keine Angst, denn ich weiß für mich ganz genau, dass, egal was kommt, ich nicht tiefer fallen kann als in Gaias Schoß. Ich wünschte, ihr könntet ähnliches für euch empfinden. Denn die leidvolle und fruchtlose Debatte über den Klimawandel ist eine Debatte für und wider genau diesen Ängsten in uns. Diese Ängste können zu ganz üblen Krankheiten des Geistes mutieren und sie neigen zu einem Totalitarismus in der Überzeugung, sich für das Gute einzusetzen. Jede totalitäre Idee birgt in sich eine Idee des Überguten Ideals, sich für die Reinheit oder das Wohl seiner Vertreter allein einzusetzen. Die Gegner werden entmenschlicht und zu Zerstörern der reinen Lehre ernannt, entmenschlicht. Das Gebot der Stunde ist dann die Reinigung. Dieser Krankheit des Geistes wird wie bei allen Krankheiten des Geistes also Gutes vorangestellt, um die Totalität zu bagatellisieren. Zumeist in Ismen und oder durch politische Doktrinen verdeckt. Diese werden mit tiefenpsychologischen Selbstkränkungen ummantelt und selbst nie als solche gesehen. Nicht ohne diese Kenntnis konnte Kurt Tucholsky sagen: Das Gegenteil von Gut ist nicht böse, sondern gut gemeint. Denkt mal drüber nach. Es könnte die Angst besiegen helfen. Und denkt ja nicht, dass dieser Artikel gut gemeint sei. Er versteht sich als Appell an beide Seiten, sich wieder der Mitte, also des miteinander Redens, anzunähern. Ich bin übrigens auf keiner Seite. Ich bin schon in der Mitte.

Quellen:

1. https://meteo.plus/klima.php

2. https://noizz.de/lifestyle/barack-und-michelle-obama-kaufen-sich-dieses-luxus-anwesen-fur-1058-millionen-euro/wbxnccg

3. https://de.wikipedia.org/wiki/Martha’s_Vineyard

4. Persönlicher Austausch mit Dr. Heidi Wichmann, mit der Erlaubnis, den Textauszug hier zu verwenden

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung.

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36 Kommentare zu: “Tagesdosis 11.12.2019 – Wir sind das Klima

  1. Lieber Rüdiger Lenz!
    Es ist vergossene Milch! Ein verhaltensauffälliger Hund wird nicht aufhören zu bellen, wenn man mit ihm spricht. Im Gegenteil, er wird umso lauter bellen, weil er nicht anders kann. Er wird die Milch nicht aufschlecken.
    Wer nur wahr-nimmt hat nichts be-griffen, nur wer be-greift kann verstehen, kann „davor stehen“.
    Jedes ist mit Jedem verbunden und alles schwingt, pulsiert, entsteht, vergeht. Einatmen – Ausatmen. Kurze Zyklen werden überlagert von längeren, bis hin zu jenen, die tausende von Jahren bis Jahrmillionen dauern.

    Ich habe noch eine einfache Quizfrage an die Gemeinschaft:
    Warum gibt es in Nordamerika 800 Baumarten und in Europa nur 52?

  2. Bin gespannt, ob diejenigen hier, die mir wieder alles Mögliche vorwerfen, wovon der Artikel gar nicht handelte, das hier verstehen.
    Es steht nur für ein einziges Bakterium, dass auch was mit dem Klimaerhalt und dessen Wandelbarkeit zu tun hat.
    Potenziert es einfach mit einer Millionen noch nicht aufgefundener Faktoren und denkt es auch innerhalb ihrer Möglichkeiten, Kreuzverbindungen herzustellen und zieht dann das CO2 davon einfach mal ab und ihr werdet merken, oder auch nicht, dass die Angst das gesamte Thema gefangen hält.

    https://m.phys.org/news/2019-08-coastal-mud-key-climate-cooling.html

    • Nachtigal, ick hör dir trapsen!
      Jetzt wird der European New Deal verkündet. Die Finanzwirtschaft rettet sich selbst, nicht das Klima.

      "Es liegt nahe, dass sich Ursula von der Leyen, neue Kommissionschefin der EU, bei ihrem ersten großen Projekt an den erfolgreichen Krisenmanager Roosevelt lehnt: "European Green Deal" heißt ihr Angebot an Europa, mit dem sie die Klimakrise beherrschbar halten will. Wie das gehen soll erklärt die CDU-Politikern am Mittwochnachmittag in Brüssel."

      Hier gehts zum Link:
      www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/european-green-deal-wie-die-eu-zum-klimaschutz-kontinent-werden-will-a-1300723.html

  3. "Bundestagsvize Roth fordert staatsbürgerähnliche Rechte für Klimaflüchtlinge per Klimapass"

    epochtimes.de/politik/deutschland/bundestagsvize-roth-verlangt-schutz-fuer-klimafluechtlinge-a3096326.html

    Es werden Themen verquickt, so dass ich mir schwer vorstellen kann, dass nicht insgesamt eine Agenda dahintersteckt.

    Wenn ich insbesondere den GREEN DEAL von NWO (früher Renten-, dann Flinten-, jetzt Öko)-Uschi ansehe, dann will ich das alles nicht!

    Zumal man durchaus relevante Zweifler trifft, die allmählich wieder Raum bekommen.

    Judith Curry: “It’s time to be scientific about global warming”

    iamamalaysian.com/2019/03/07/judith-curry-its-time-to-be-scientific-about-global-warming/

    Die Debatte ist nicht vorbei.

    Sie wurde nie geführt.

    Deswegen muss das nun schleunigst nachgeholt werden, bevor das System uns seine Klima-, Flüchtlings- und sonst wie social engineering-Politik final aufs Auge gedrückt haben wird.

    Und wer, wenn nicht die Medien, die sich als Alternative ausgeben, sollten dies tun?

    Bringt endlich die zwei Seiten an einen Tisch!

    Bevor es zu spät ist, unsere Wirtschaft, die Gesellschaft ruiniert ist und diktatorische Verfahren in der Politik sich etabliert haben, aus denen wir noch schlechter rauskommen.

  4. Diesen Aufsatz empfinde ich als ein aufwendig gestaltetes Rückzuggefecht und eine übermässige Selbstbeweihräucherung mit fahlem Nachgeschmack. Als einen Versuch, die weisse Fahne schwenkend sich aus der Schusslinie bewegend, zugleich zurück schiessend trotzdem die ganze Welt umarmen zu wollen. Diese sogenannte Mitte erscheint mir wie die sogenannte Neutralität der Schweiz, als ein Trugbild fern von jeglicher Realität. So verhält es sich auch mit der Debatte über die Debatte der Debatte und einer angeblichen Positionierung. Es gibt schon längst nichts mehr zu debattieren und dies nicht erst seit gestern, aber es scheint ganz schön gemütlich zu sein im Scheinwerferlicht auf dem breiten Sofa in der Mitte.

    Die Dinge müssen angepackt werden und wir können noch darüber reden was, wie zu tun ist, aber nicht mehr ob es zu tun ist und wer wo auf wen wartet. Dazu müssen wir uns weder Links, Rechts noch in der Mitte treffen, die kleinste Schnittmenge für eine für alle nachvollziehbare Realität würde reichen, oben ist oben und unten ist unten. Die Rechnung lautet 2+2=4 für alle, immer und überall. Sollte nun noch immer jemandem das Abtragen der Pyramide schwer fallen, muss ein gewisser Realitätsverlust vorausgesetzt werden und man sollte ihn/sie im Scheinwerferlicht zurücklassen. Auch dass wir jene mit ins Boot holen sollten die immer andere für sich rudern lassen wollen, halte ich für ein vernachlässigbares Gerücht!

  5. „Jüngst las ich auf einem bekannten alternativen Magazin im Netz, dass ein sehr bekannter Ökoaktivist eine Prognose für fünfzehn Jahre abgab, dann, so der Artikel, sei der Untergang der Menschheit durch einen Temperaturanstieg von etwas über einen Grad erreicht und unumkehrbar. Ich werde weder das Magazin noch den Autor nennen, denn beide sind für mich Freunde, keine Feinde, zu denen aber die Debatte über das Klima schnell neigt.“
    Der Autor ist Dirk C. Fleck (siehe auch https://equilibrismus.org/ ) und der Artikel ist hier nachzulesen, was ich jedem nur empfehlen kann:
    https://www.rubikon.news/artikel/die-ignorierte-katastrophe-2
    Sie geben den Inhalt dieses Vortages, den Herr Fleck 1995 gehalten hat völlig unzutreffend wieder und das sollte sogar Ihnen klar sein. Hier ein paar ausgewählte Zitate, die eher die Meinung von Herrn Fleck widerspiegeln:
    „Inzwischen glauben die Menschen, dass die Lösung ökologischer Probleme in erster Linie ein Fall für die Wissenschaft geworden ist. Ich sehe das genau umgekehrt: Die Wissenschaft ist das stärkste Hindernis für die Lösung dieser Probleme. „
    „Es sind die ideologischen Barrieren der bis zum heutigen Tage betriebenen Formen des Umweltschutzes, die erkannt und beiseite geräumt werden müssen. Es geht darum, die Brille des alten Umweltschutzes, der eigentlich nur Menschenschutz bedeutet, abzunehmen und durch die Brille der ganzheitlichen Ökologie zu ersetzen. Sie erst lässt uns erkennen, dass die Umwelt nichts ist, was außerhalb von uns existiert, sondern dass wir Teil einer einzigen und einzigartigen Welt sind.“
    „Es ist schon ein erbärmliches Zeugnis, wenn man das den Menschen in Erinnerung bringen muss. Weit vor unserer angeblich so aufgeklärten Zeit haben ganze Kulturen in dem Bewusstsein gelebt, dass alles Seiende beseelt ist. Und wir streiten allen Ernstes darum, ob Tiere Schmerz empfinden oder nicht. Die Pueblo-Indianer hatten nicht einmal ein Wort für Religion. Das ganze Leben war Religion für sie. Sie glaubten, wer Tiere und Pflanzen nicht achtet, verliert auch die Achtung vor den Menschen. So ist es ja auch gekommen …“
    Auch empfehle ich dringend noch mal „Planetarer Supergau“ von Ulrich Mies zu lesen:
    https://kenfm.de/planetarer-supergau/
    Z.B. heißt es darin: „Der Klimawandel gliedert sich voll ein in die katastrophalen Trends kollabierender Ökosysteme und alle zusammen ergeben erst ein Gesamtbild. Und darum stiften die, die den Klimawandel aus dem Ensemble aller Degradations-Trends der Ökosysteme herauslösen, maximale Verwirrung.“
    Auch Julia Szarvasy war schon viel weiter gekommen:
    https://kenfm.de/standpunkte-%e2%80%a2-spaltung-durch-klimadebatte-wenn-aus-freunden-feinde-werden/
    Dort schlägt sie vor:
    „Ich fasse zusammen: Geht es um die Abschaffung von fossiler Brennstoffnutzung, Betonverbauung, Waldrodung und Massentierhaltung können sich Klimaleugner und Klimaaktivisten die Hand reichen, denn diese Dinge sollten auch ganz ohne das Vorhandensein von CO2 auf den Müllhaufen der Geschichte befördert werden. Des einen Klimaschutz ist des anderen Umweltschutz sozusagen.“

    • "Sie geben den Inhalt dieses Vortages, den Herr Fleck 1995 gehalten hat völlig unzutreffend wieder…"

      Sehen Sie, genau das meine ich.
      Ich habe nämlich gar nicht den Inhalt seines Vortrages wiedergegeben. "…den Inhalt des Vortrages" – damit ist der ganze Vortrag benannt, was gar nicht stimmt.

      Ich zitierte aus ihm. Das ist ein Unterschied.

    • Ein Zitat muß die Quelle angeben. Dirk Fleck hat nicht prognostiziert, sondern der wissenschaftliche Beirat der deutschen Bundesregierung (den er am Anfang als Aufhänger für seinen eigentlichen Vortrag verwendete). Nichtsdestotrotz tuen sie durch Nichtnennung des Autors und „Lächerlich-machen“ (Prognose falsch, Rest nicht erwähnenswert, Dekontextualisieren) gerade nicht fair damit umgehen

  6. Die Mechanismen und Prozeduren sind bekannt:

    Im Jahr 1883 fand in Pittsburgh ein Anarchistenkongress statt. Er arbeitete ein Manifest aus:

    Alle Gesetze sind gegen die Arbeiterschaft gerichtet. … selbst die Schule dient lediglich dem Zweck, die Nachkömmlinge der Wohlhabenden mit jenen Qualitäten auszustatten, die nötig sind, um ihre Klassendominanz aufrecht zu erhalten. Die Kinder der Armen erhalten kaum überhaupt formelle Grundlagenbildung, und selbst diese richtet ihr Augenmerk auf solche Zweige, die dazu tendieren, Vorurteile, Arroganz und Unterwürfigkeit zu produzieren, kurz: einen Mangel an Verstand. Die Kirche schließlich versucht, aus der Masse komplette Idioten zu machen, und sie dazu zu bringen, auf das irdische Paradies zu verzichten, indem sie ihnen einen fiktiven Himmel verspricht. Die kapitalistische Presse andererseits sorgt für die Verwirrung der Vernunft im öffentlichen Leben. … Die Arbeiter können deshalb von keiner kapitalistischen Partei Hilfe bei ihrem Kampf gegen das derzeitige System erwarten. Sie müssen ihre Befreiung aus eigener Kraft erreichen. Eine privilegierte Klasse gibt niemals ihre Tyrannei auf. Das war in früheren Zeiten so, und ebenso wenig sollte man erwarten, dass die Kapitalisten dieser Tage ihre Herrschaft aufgeben, wenn man sie nicht dazu zwingt.
    (Howard Zinn, Eine Geschichte des amerikanischen Volkes, s. 262)

    Weiters:
    Und dazu gehört ein ganz wichtiges Mittel: „Die Mitte“. Die „Mitte“ ist etwas ganz Tolles, heute sind alle in der Mitte. Das gehört wieder zum neoliberalen Falschwörterbuch, weil hier ein Begriff neu besetzt worden ist, denn „Mitte“ ist für uns alle etwas ganz Tolles.
    ‚Mitte‘ suggeriert Harmonie, Ausgeglichenheit, vielleicht auch Geborgensein, ‚Mitte‘ ist ein ganz positives Gefühl, weil wir ungerne zu den Extremen gehören wollen. Der Neoliberalismus hat diesen Mittebegriff neu besetzt, indem jetzt eigentlich mit „Mitte“ eine extremistische Position bezeichnet wird. Nämlich die extremistische Position eines Kampfes gegen Demokratie. Und die „Mitte“ ist sogar eine extrem fundamentalistische Position, weil sie einen Ausschließlichkeitsanspruch hat: Es kann keine Alternativen mehr geben. Die „Mitte“ ist eine extrem fundamentalistische Position mit einem Ausschließlichkeitsanspruch, übt aber auf uns eine gewisse Faszination aus. Wir gehen diesem Wort immer wieder auf den
    Leim. Und Sie sehen, wie häufig dieses Wort als Attraktionsmittel in der politischen Rhetorik verwandt wird, und zwar immer im Kontext auch des neoliberalen Programmes.

    Tony Blair: „a radical centre in which you are able to take decisions fort he future of
    the country“

    Gerhard Schröder 1998: „Es gibt keine linke oder rechte Wirtschaftspolitik, sondern
    nur eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik.“

    Emmanuel Macron 2017: „ni droite, ni gauche“ (weder rechts, noch links)

    Faschismus: „weder links noch rechts“

    Die „radikale Mitte“ – auch eine interessante Wortschöpfung. – Es gibt gar keine Interessen-gegensätze mehr. Es gibt keine Interessengegensätze zwischen Unternehmer und Lohnabhängigem mehr. Es geht nur noch um ‚Vernunft‘, es geht nur noch darum, ‚rational‘ die besten Lösungsansätze zu finden. Es hat auch keinen Sinn mehr, gegen irgend etwas zu kämpfen, es geht nur darum, die ‚beste‘ Lösung zu finden, denn letztlich sitzen natürlich Unternehmer und Lohnabhängige im gleichen Boot, haben die gleichen Interessen, nämlich: die ‚besten‘ Lösungen zu finden. ‚Letztlich ziehen wir doch alle am selben Strang‘ – das ist die Ideologie, was ja irgendwie auch richtig ist, nur eben an unterschiedlichen Enden.
    Interessanter ist hier noch der Punkt – das finden Sie heute ganz häufig -, dass jemand sagt: „ich bin weder rechts noch links“. „Links“, das heißt ja eigentlich für eine gerechte Verteilung und eine solidarische Gesellschaft – und „rechts“ heißt, nicht für eine gerechte Verteilung. Jemand, der weder rechts noch links ist, kann sich eigentlich nur damit noch retten, dass er sagt: „Naja, ich bin völlig apathisch!“
    Und interessant ist, dass der italienische Faschismus genau diesen Slogan hatte, er ist „weder rechts noch links“. Und da war etwas dran. Der Faschismus war extrem anti-links, aber er war auch nicht rechts, denn ‚rechts‘ hieß damals eigentlich reaktionär und bewahrend. Der Faschismus war revolutionär, der wollte nicht bewahren. Das war ein totalitäreres System, er wollte etwas ganz anderes. In gewisser Weise konnte er zurecht sagen: „wir sind weder rechts noch links“. Auch dort lohnt es sich wieder, einen Blick auf die Geschichte zu werfen.

    Aus:
    28. Pleisweiler Gespräch mit Professor Mausfeld – 22. Oktober 2017
    Wie sich die „verwirrte Herde“ auf Kurs halten lässt: Neue Wege der „Stabilitätssicherung“ im autoritären Neoliberalismus
    (Vortrag)

    Schlußendlich:
    Definition?

    Aktuelle Bürger verstehen sich allgemein ungern als Angehörige einer Klasse und denken auch nur mit gemischten Gefühlen an ihre revolutionäre Geschichte; der Bürger mag sich generell nicht gern mit Ideologien und ihrer Kritik auseinandersetzen, was auch nur passend ist, denn er selbst glaubt ja, keine zu haben. Sollte man zusammenfassen, worum es beim aktuellen Kult des Bürgertums eigentlich geht, dann könnte die Zusammenfassung lauten: Der Bürger definiert sich als den normalen Menschen.

    Aus:
    Deutschland sucht den Superbürger
    26. September 2019 Marcus Hammerschmitt
    Die ehrenwerte Gesellschaft. Kommentar zum aktuellen Kult des Bürgertums
    (heise/Telepolis)

    • Nachtrag:

      Hat sich noch nie jemand gefragt, wo plötzlich die vielen „Berater“ herkamen? Ein schier unüberschaubarer Markt an Beratungs- und Bildungsangeboten hat sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt. Dabei fällt eines auf: Überall werden die gleichen Sätze, die gleichen Aufforderungen und Gleichschaltungsmechanismen eingesetzt. Ein Großteil der insbesondere an Unternehmer und Arbeitnehmer adressierten Bereiche entstand aus der Idee des „Positiven Denkens“. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zwischen manchen — in den USA sehr erfolgreichen — Predigern, namhaften Psychologen, den Vertretern der neuen Propagandatechniken und den Entwicklern der Ideologie des Neoliberalismus zu einem weitreichenden Schulterschluss.

      Das Durchdringen aller gesellschaftlichen Ebenen auf Basis niederschwelliger Botschaften, übermittelt von unverdächtigen Intellektuellen aus den Bereichen Bildung und Beratung, ermöglichte die flächendeckende Verbreitung solcher Botschaften. Ihr Erfolg entwickelte sich langsam, aber stetig. Zu diesem Zweck wurde eine Vielzahl an Problemlösungsstrategien in Form von Tools entwickelt, wie wir sie heute alle kennen. Am Anfang stand das so genannte Neurolinguistische Programmieren (NLP).

      In zahlreiche Quellen wird die Verquickung von Wirtschaft, Public Relations und Psychologie mit der neoliberalen Ideologie angemerkt. Dennoch muss man heute mit heftigem Gegenwind rechnen, wenn man Solches behauptet. Aus diesem Grund war es mir wichtig, auf möglichst viele Quellen hinzuweisen und die Frage zu stellen. Hätte sich die neoliberale Ideologie genauso erfolgreich entwickeln können, wenn die Vertreter erziehender und beratender Berufe nicht über Jahrzehnte im selben Geist ausgebildet worden wären und ihn auf scheinbar unverdächtige Weise an unzählige Menschen herangetragen hätten?

      Aus:
      Kapitalismus im Kopf
      Eine ganze Industrie arbeitet daran, unseren Verstand zu manipulieren.
      von Ulrike Orso
      (Rubikon)

  7. Okay, als ich zuerst sah, dass Rüdiger Lenz wieder einen Artikel zum Klimathema geschrieben hat, dachte ich mir: Das tue ich mir nicht an.
    Dann habe ich den Podcast doch angehört, und mir dann gesagt na ja, Hut ab!

    Bleiben wir bei dem Posten, den wir gemeinsam einschlagen können: Der Mensch ist Teil der Biosphäre und des Lebenssystems Gaia. Er muss mit allen Mitteln darauf achten, dass er diese Biosphäre nicht verletzt, bzw er muss schauen dass er zurück baut was er bereits an Verletzungen vorgenommen hat. Wenn wir uns auf das einigen können, dann haben wir einen wichtigen Schritt gesetzt. Ich will daher auch gar nicht auf weitere Punkte der Aufführungen von Rüdiger Lenz eingehen, die ich nach wie vor nicht unterschreiben würde. Aber ich möchte einen Punkt herausgreifen, wo ich Rüdiger Renz recht geben kann: das Klima ist komplex! Und wir können sicher nicht hundertprozentige Aussagen treffen was kommen wird. Und ja, es ist natürlich vorstellbar, dass zufällig das, was der Mensch durch sein Handeln in der Biosphäre bezogen auf die Temperatur zerstört hat durch eine andere Tendenz ( kleine Eiszeit) auch beeinflusst wird. Aber wiederum Es ist egal…. Der Pfosten den gehen wir gemeinsam einschlagen können ist, der Mensch muss sich so verhalten dass die Biosphäre, die auch seine Lebensgrundlage ist möglichst intakt bleibt. Hier wäre es wünschenswert zu hinterfragen was sind denn die Mechanismen die die Biosphäre angreifen. Wenn man diese Frage aufwirft, dann kommt man nicht herum, die "kapitalistische" Wirtschaft zu benennen. Das wäre gut, wenn wir hier den zweiten Pfosten einschlagen könnten: es muss Schluss sein mit einer Bereicherungs- Wirtschaft auf Kosten der Mitmenschen und der Natur.
    Und jetzt noch ein Wort zur Hauptthese: ja, es stimmt das Angst lähmen kann. Aber jeder weiß auch , dass Angst auch Leben retten kann. Die Natur 7hat nicht umsonst einen Mechanismus wie Angst entwickelt. Wenn vielleicht auch manchmal die kollektive Angst übertrieben ist und wenn sie auch vom Eliten missbraucht werden kann, dann kann Angst aber trotzdem auch aktivieren. Wenn man diesen Aspekt auch noch sieht und die beiden eingeschlagenem Pfosten beachtet, dann haben wir die Spaltung in dieser Frage schon fast überwunden.
    Liebe Grüße Bertram

  8. Ich kann den Sinn dieser lyrischen Mystifikation bei besten Willen nicht nachvollziehen. Klima ist das, Klima ist jenes und sonst was, was einer g'rade hinein zu interpretieren vermochte.

    Nein, meine Damen und Herren, Klima ist ein fester Begriff, u.z. ein abstrakter Begriff, und nicht mal ein Naturphänomen. Was soll diese magische Interpretation der Realität?

    Ex def ist "Das Klima [] der mit meteorologischen Methoden ermittelte Durchschnitt der dynamischen Prozesse in der Atmosphäre, bezogen auf einen Ort oder auf eine Region, einschließlich aller Schwankungen im Jahresverlauf und basierend auf einer Vielzahl von Klimaelementen."
    Genaueres ist hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Klima

    Alleine aus der Definition heraus sollte schon klar sein, dass so was wie globales Klima ein Unsinn ist, weil es ex def das Klima regions- oder ortsbezogener Begriff ist. Sogar wenn man alleine globale Durchschnittstemperatur auf der Erde nimmt, ist dieser Wert, der im Übrigen nicht mal ein Messwert sondern ein mittelbar geschätzter Wert ist, genauso sinnvoll wie Durchschnittstemperatur aller Patienten im Krankenhaus. Was würden wir vom Personal und Krankenhausleitung halten, die es anstatt Patienten zu behandeln und zu versorgen, zum Ziel setzten und all ihre Anstrengungen darauf ausrichten würden, diese Durchschnittstemperatur auf einem Niveau zu halten, welches vermutlich an einem Stichtag indirekt aus vermuteten Patiententemperaturen statistisch ermittelt wurde? Wohl für bekloppt erklären, nicht?

    Genau solcher Irrsinn wird uns nun aufgetischt, um "unserer Wirtschaft" mit Billionensubvention unter die Arme zu greifen, vulgo – Finanzkapitalismus in gegenwärtiger Form vor Kollaps zu retten.
    Mit Klima oder Rettung der Menschheit vor was auch immer hat das ganze Schmierentheater nicht im geringsten zu tun.

  9. Danke Herr Lenz für Ihren herrlich unaufgeregten und wohlüberlegten Beitrag zum Thema Klimahysterie und politogene Prognosen ohne wissenschaftliche Grundlage. Die Spalter der Gesellschaft schaffen es offenbar immer wieder, einen Keil in die Gesellschaft zu treiben. Bestimmt arbeiten sie schon emsig an der nächsten Sau, die sie durchs Dorf treiben, damit wir mit den Zähnen klappern und brav jede Steuererhöhung für klimaneutrale Aufrüstung dankbar entgegennehmen.

  10. In dem Artikel steht erstaunlich viel Falsches.

    Zum Beispiel ist es auch bei noch so häufiger Wiederholung (offenbar aus Unwissenheit, weniger höflich auch Ignoranz genannt) schlicht nicht wahr, dass die Wissenschaft nur das CO2 (als "Einzeltäter" dingfest macht. Es ist nicht nur unwahr, es ist einfach nur Blödsinn. Es gibt auch andere, gar wirksamere Treibhausgase, aber menschlich beeinflusst ist nunmal vor allem das CO2, dessen Anstieg aber auch inzwischen bekannte Nebeneffekte auf zum Beispiel den Wasserdampf hat, und diese Effekte verschlimmern alles noch.

    Dass die globale Durchschnittstemperatur seit 1995 stagniere, bleibt unbelegt und ist nachweislich falsch. Zunehmende Schneemassen am Nordpol – hier wird es völlig naiv – sind doch kein Beleg für einen ausbleibenden Treibhauseffekt. Wenn am Nordpol die Temperaturen um ein paar Grad steigen, sind sie natürlich immer noch in einem Bereich, in dem Niederschlag als Schnee fällt. Das zumindest hätte ich als Einsicht erwartet. Wir alle haben auch die Erfahrung, dass es bei sehr kalten Temperaturen in aller Regel wolkenlos ist – klare kalte Tage und Nächte. Sobald Niederschlag sich nähert, kommt der meistens mit einer Warmfront. Selbst in höheren Lagen (und wir reden nicht von wegen mir mehr als 2.000 m in den Alpen, sondern vom Mittelgebirgsniveau) kommt es immer seltener vor, dass bei nennenswertem Niederschlag die Temperaturen niedrig genug für Schneefall sind, und wenn, dann nur für ganz kurze Zeit. Das alles lässt doch den Schluss naheliegen, dass es am Nordpol deshalb mehr schneit, weil es wärmer wird. Ob es so ist, kann ich jetzt auch nicht auf die Schnelle belegen (ich bin aber auch nur Leser hier), aber gegen eine Erderwärmumg spricht das nun wirklich in keinster Weise.

    Warum fühlt sich eigentlich inzwischen jeder noch so wissenschaftlich Unbedarfte bemüßigt, mit steilen und oft wirren Thesen diejenigen zu bedienen, bei denen das gleich wieder auf ganz viel Beifall und ganz wenig Nachdenken trifft? Warum schreibt Rüdiger Lenz nicht über Themen, von denen er etwas versteht (was immer genau das wäre)? Und so langsam kann ich auch immer weniger mit Kens an sich ja lobenswerter Meinung anfangen, man müsse alle Stimmen hören. Muss man überhaupt nicht, jedenfalls nicht solche, die dermaßen unfundiert sind. Das trägt nur zu weiterer Verwirrung bei. Der ganze Artikel ist meiner Meinung nach ein einziges Geschwurbel, nach dem Motto "jetzt muss ich dazu auch mal meinen esoterischen Senf abgeben".

    • Ich vermute Herr Corax, Sie sind Professor für Klimatologie, also ein echter Fachmann, oder doch nicht? Mir fällt jedenfalls auf, dass Ihr Beitrag voller unsachlicher Polemik ist. Es gibt sehr wohl zahlreiche wohlfundierte Argumente gegen den sogenannten menschengemachten Klimawandel durch das böse CO2 durch gestandene Klimatologen. Aber die dürfen ja bei der dogmatisch geführten Klimareligion nicht zu Worte kommen, finden Sie ja auch. Ich finde das nicht nur undemokratisch und unsachlich, sondern auch ziemlich dumm.

    • @ Corax

      »[Es ist] schlicht nicht wahr, dass die Wissenschaft nur das CO2 (als "Einzeltäter" dingfest macht. Es ist nicht nur unwahr, es ist einfach nur Blödsinn.«
      ––––––
      Blödsinn ist es allemal, nur das ist es, was in Medien auf breiter Front als Wissenschaftliche Erkenntnisse aufgetischt wird. Ein Exempel solcher Pseudowissenschaft, die von Schreiberlingen und Journaille als hohe Wissenschaft wahrgenommen wird, ist z.B. das da:
      http://www.bloomberg.com/graphics/2015-whats-warming-the-world/
      NASA- und GISS-Erwähnung am Schluss soll dabei alle Zweifel zerstreuen.

      Es ist jedoch nur durch ein politisches Gremium namens IPCC mediengerecht aufbereitetes Propagandamachwerk – alles außer CO2 sei irrelevant. Und CO2 in der Atmosphäre können "wir" angeblich nach Lust und Laune beeinflussen, um Klima zu retten – Blödsinn².

      »Wir alle haben auch die Erfahrung, dass es bei sehr kalten Temperaturen in aller Regel wolkenlos ist – klare kalte Tage und Nächte. Sobald Niederschlag sich nähert, kommt der meistens mit einer Warmfront.«
      ––––––
      So in etwa. Das Treffen von Warm- und Kaltfronten sorgt für Wolken, und die Wolken halten die Wärme auf der Oberfläche zurück. Geschieht bei jeder Jahres- und Tageszeit, mit oder ohne Niederschlag. Tagsüber reflektiert aber auch Sonneneinstrahlung zurück. Das aber nur am Rande.

      »Warum fühlt sich eigentlich inzwischen jeder noch so wissenschaftlich Unbedarfte bemüßigt, mit steilen und oft wirren Thesen diejenigen zu bedienen, bei denen das gleich wieder auf ganz viel Beifall und ganz wenig Nachdenken trifft?«
      ––––––
      Liegt es nicht daran, dass wir tagtäglich medial-propagandistisch aus allen Kanälen mit dem CO2- und Klimarettung-Blödsinn abgerichtet werden? Die Mehrheit nimmt es devot als DIE Wahrheit wahr, weil es "alle so sagen", aber Manchen geht dabei die Hutschnur hoch, da jedem selbstständig denkenden Menschen einleuchten soll, dass "Die Wahrheit" zum Himmel stinkt. Nur jeder drückt es auf seine Weise mit ihm vertrauten intellektuellen Mitteln aus.

    • @ E. Witte: Ich habe mich ganz konkret auf bestimmte Aussagen bezogen. Ich habe nirgends behauptet, es gebe keine Argumente gegen den "menschengemachten Klimawandel", sondern die falschen Argumente in diesem Artikel geradegerückt. Gibt es dazu von Ihnen inhaltliche Anmerkungen? Nicht? Dann lassen Sie meinen Kommentar doch einfach so stehen und schreiben nicht unsachliches, dummes Zeug.

      @ COPOKA:

      Bloomberg ist wohl kaum eine Wissenschaftszentrum… aber dort steht etwas von "Greenhouse Gases", also nicht nur CO2. Natürlich sehr verkürzt und vereinfacht, aber das war ja der Punkt: Es stimmt nicht, dass nur das CO2 (als "Einzeltäter" verantwortlich gemacht wird. Ich habe auch noch nie gehört, dass wir das CO2 "nach Lust und Laune beeinflussen" könnten. Das ist eine Nebelkerze, weiter nichts. Selbstverständlich können wir aber die CO2-Emissionen begrenzen, und wir können – bzw. könnten, wenn wir wollten – das sogar recht einfach. Und wir sollten es tun.

      Aber wir treffen uns dann gleich im Stau, der uns mal wieder vor Augen führen wird, dass sich seit Jahrzehnten nichts, aber auch gar nichts geändert hat. Im Gegenteil. Nicht nur beim Straßenverkehr, sondern überall dort, wo es seit Langem Konzepte und Technologien gibt, mit Hilfe derer wir noch nicht einmal unseren Lebensstandard nennenswert einschränken müssten (irgendwie scheinen die vehementen Dogmatiker der "Anti-Klima"-Religion sich davor ja zu fürchten, jedenfalls fällt mir immer noch keine andere plausible Erklärung für den Widerstand gegen sauberere Luft, Schonung der Ressourcen etc. etc. etc. ein, die wir haben könnten, egal, ob sich das Klima nun wegen des Menschen ändert oder nicht. Diejenigen, die das über EIKE & Co befeuern haben natürlich klar erkennbare Interessen am Weiter so. Aber all die Wittes und COPOKAs sind mir ein echtes Rätsel.

      Die weiteren Ablenkungen kommentiere ich nicht. Offenbar ist an dem, was ich zum Artikel schrieb, nichts auszusetzen.

    • Wenn ich das richtig sehe und ich Eure Beiträge gut verstanden habe, Corax, Copoka, E.Witte und Lenz, dann seid Ihr alle der Meinung, dass wir mit uns und der Umwelt dringend sorgfältiger und schonender umgehen könnten und sollten. Der eine setzt seinen Schwerpunkt hier, der andere da, jeder nach seiner Art.
      Richtig ?
      Dann wird der sorgfältigere und schonendere Umgang mit uns und unserer Welt doch umfassender angepackt, als einer allein das könnte und täte.

    • @ Corax

      »Selbstverständlich können wir aber die CO2-Emissionen begrenzen, und wir können – bzw. könnten, wenn wir wollten – das sogar recht einfach. Und wir sollten es tun.
      Aber wir treffen uns dann gleich im Stau, der uns mal wieder vor Augen führen wird, dass sich seit Jahrzehnten nichts, aber auch gar nichts geändert hat. Im Gegenteil.«
      –––––––––––––––––
      Fällt Dir da kein Widerspruch auf? Mir schon.

      Ja, "wir" können so tun, als ob "wir" etwas bei globaler Emission einsparen. Jährlich wächst die glob. Emission um 2-3%, Anteil Deutschland an der Emission liegt allerdings unter 2%. Wenn "wir" also bis zu 50% davon einsparen, was an sich schon sehr zweifelhaft ist, ändert sich wenig bis gar nichts an dem Trend. So viel zum "wir können".

      Und weil die Damen und Herren, die nun darauf erpicht sind, Gelder in Billionenhöhe für die "Rettung" zu verteilen, auch nicht dumm sind, wissen sie auch Bescheid, dass damit nicht das Klima gerettet wird. Das müssen lediglich nur jene glauben, die diese Billionen aufbringen sollen damit die "Rettung" auch klappt. Ob diese Rettung von was auch immer des Geldes und verprassten Ressourcen wirklich wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

      Ganz andere Frage ist es, ob und wie das Klima darauf reagieren würde, wenn "wir" – rein theoretisch gesehen – es wirklich schaffen würden, Anstieg des CO2 in der Atmosphäre zumindest aufzuhalten. Das ist aber schon ganz anderes Thema. Im Übrigen ist bei gegenwärtiger medialen Anstrengung, Klima zu retten, keine Rede von sonstigen "Greenhouse Gases", Ressourcen und Rohstoffe für die "rettende" Technologien, es wird andauernd nur noch über CO2 schwadroniert.

    • @ Josef Gabriel Twickel sagt:
      12. Dezember 2019 at 12:25
      "Wenn ich das richtig sehe und ich Eure Beiträge gut verstanden habe, Corax, Copoka, E.Witte und Lenz, dann seid Ihr alle der Meinung, dass wir mit uns und der Umwelt dringend sorgfältiger und schonender umgehen könnten und sollten. Der eine setzt seinen Schwerpunkt hier, der andere da, jeder nach seiner Art.
      Richtig ?"

      Ich möchte das im Falle von COPOKA bezweifeln. Auch aufgrund von dessen jüngstem Beitrag in diesem Thread. Ich fürchte eher, dass es viele gibt, die sich aus reiner Bequemlichkeit und Bewegungsunfähigkeit von den Weiter-so-Konzernen einlullen lassen. Mit immer absurderen "Argumenten" und ständigen Nebelgranaten. Als würde man versuchen, einem Lemming, der auf den Abrund zusteuert, zu raten, innezuhalten. Der Lemming würde entgegnen: "Aber Abgründe gab es schon immer. Ein Abgrund ist viel zu klein im Verhältnis zum Weltall. Wenn ich stehenbliebe, könnte sich ja genau dann genau da ein neuer Abgrund auftun. Wenn ich stehenbleibe, aber alle anderen Lemminge weiterlaufen, wird der Abgrund auch nicht verschwinden. Ob es überhaupt einen Abgrund gibt, ist nicht bewiesen, nur weil es davon Bilder, Filme und Erfahrungsberichte gibt, bedeutet das noch lange nicht, dass es mehr als eine Theorie ist. Außerdem ist doch seltsam, dass es auf den letzten Kilometern keinerlei Abgründe gab."

  11. Was will der Autor uns eigentlich sagen? (https://www.youtube.com/watch?v=_AXHzqGWPH4)
    – Da wir wissen, dass wir nichts wissen, brauchen wir unseren Kopf gar nicht erst aus dem Sand ziehen?
    – Als Teil der globalen Stoffkreisläufe, wo alles mit Allem interagiert, können wir unsere Stelle im Regelkreis in Demut unterschätzen, obwohl wir es eigentlich besser wissen? (Die vielen Falschbehauptungen habe ich nicht mitgezählt.)
    – Sind Umweltschutz und Friedenserhaltung, richtig umgesetzt, nicht schon der ganze Klimaschutz?
    – Und ist die gesellschaftliche "Mitte" nicht gerade der sozialdarwinistische Neoliberalismus? Da will ich nicht sein. Ich geh nach Backbord!
    Angst haben nur die Unwissenden aber die aus dem Wissen hervorgehende Furcht gebiert den Zorn auf die WEITERSOlamentierer. Das ganze Geschwurbel blockiert doch nur das dringend notwendige gemeinsame HANDELN.

    • Ja, handeln ! Kriegstreiberei und Demokratieabbau entlarven, Zusammenhang von Militarisierung und Umweltzerstörung zeigen, Friedensdemos organisieren, die jungen Leute unterstützen: Grandparents for future !

    • versuche auch gerade, in die Mitte zu kommen – in die eigene Kraft.

      Das inspirierende Gespräch von Wim Hof hat mich an alte Zeiten rückerinnert. Sonst braucht man manchmal soo unendlich viel und Immer Noch Mehr… dann gerät die Situation ins Bodenlose, ganz plötzlich.

      (Nur die eigene Zentrierung schützt, man kann nehmen, muß aber nicht.
      Bringt man rechts und links ins Spiel, meint also das Politische, ergibt Mitte keinen Sinn mehr.)

  12. "Einssein mit sich und seiner Umgebung, dass er nie so tief erfährt, wie beim sommerlichen Tauchtraining. Das ist es, was er dort trainiert. Der Stress und die Angst sind besiegt. Davon profitiert er das ganze Jahr über und er hat keine Angst. Vor nichts und niemanden. Denn dieses Einssein, das weiß er einfach, das bin ich, das ist das, was ich wirklich bin."
    Danke, Herr Lenz !
    Das harmoniert trefflich mit dem, was Wim Hof sagt und tut https://kenfm.de/wim-hof/
    und auch mit dem, was z. B. Gottfried Sumser sagt https://youtu.be/FPDaxRhxLtg

  13. Ja, alles strebt zur Mitte. Jeder will dazugehören, gut eingebettet sein. Sind wir auch, da wir ja mit allen und allem verbunden sind. Was uns fehlt ist die Gewissheit, es bleibt der Zweifel. was gut ist, der uns vor Hochmut schützt. Solange der Zweifel nicht zum Verzweifeln führt, wird er unser Denken weiter bringen. Also, Mut zur Wahrheit, Liebe, und Achtung vor der anderen Meinung.
    Oswald und CO2 sind keine Einzeltäter sondern eingebettet in komplexe Strukturen. Du auch, ich auch. Die absolute Wahrheit ist die: das es sie nicht gibt.

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