Tagesdosis 11.6.2018 – Mahnerin auf Rückwärts-Trip

Ein Kommentar von Susan Bonath.

Wenn der »kleine Mann« über »NATO-Linke« schimpft und die »kleine Frau« die Linkspartei mit dem restlichen Einheitsbrei der neoliberalen Front verwoben sieht, liegen beide intuitiv nicht ganz falsch. Sicher: Die Führungsriege der Linkspartei redet viel, wenn der Tag lang ist, über Niedriglöhner, Armutsrentner, Hartz-IV-Bezieher und Umverteilung. Sie streitet über Friedenspolitik und neuerdings Flüchtlinge. So auch auf ihrem Bundesparteitag am Wochenende in Leipzig. Doch irgendwie glaubt man ihr nicht so recht. Man wittert viel heiße Luft. Zurecht: Es mangelt an konkreten Problemanalysen, die Handlungsoptionen eröffnen.

Die wieder gewählten Vorsitzenden, Katja Kipping und Bernd Riexinger, versuchten sich in Klassenkampf-Rhetorik. Kipping forderte »Widerstand gegen Neoliberalismus«. Sie rief ins Mikrofon: »Wir stehen an der Seite aller Entrechteten, beim Jobcenter, am Werkstor und auf den Fluchtrouten.«  Riexinger machte eine »Kampfansage an mächtige Teile des Kapitals«. Er warb für Vermögenssteuer, höhere Mindestlöhne und Renten, wetterte gegen Hartz-IV-Sanktionen, Auslandseinsätze und Privatisierung staatlichen Eigentums. Was genau sie an der Seite der Entrechteten eigentlich tun wollen, blieb allerdings nebulös.

Ein Antrag von Wolfgang Gehrcke holte den einen oder anderen kurzzeitig auf den Boden der Tatsachen zurück. Der Linkspartei-Senior forderte ein Bekenntnis gegen die Russland-Sanktionen. Seine Partei solle auf Putin zugehen. Es gehe um nichts weniger, als einen drohenden Krieg zu verhindern. Er scheiterte. Zu »schwerwiegend« sei das russische Verhalten im Syrien-Konflikt und in der Ukraine, so der Parteivorstand.

Die teils frenetisch verehrte Bundestags-Fraktions-Vorsitzende Sahra Wagenknecht wagte sich danach am Sonntag ein Stückchen weiter vor, als in dem seit einiger Zeit im Netz kursierenden Entwurf zu der von ihr und Oskar Lafontaine geplanten Sammlungs-Bewegung Stellung nahm. Lobeshymnen auf den Rheinischen Kapitalismus, Ludwig Erhard und Willy Brandt verkniff sie sich diesmal. Man müsse »die Demokratie gegen den entfesselten Kapitalismus verteidigen«, mahnte sie, so als wäre der aktuelle globale Zustand lediglich Produkt einiger fieser Politiker und nicht der lange bekannter, systemischer Entwicklungen.

Auf gleicher Basis geißelte sie »nackte ausbeuterische Gewalt in Unternehmen«, »wachsende Kriegsgefahr zwischen den Atommächten«, »Verrohung sozialer Verhältnisse«, was für allgemeine Verrohung sorge und »Völkerrechtsbrüche«. Ein Zehntel der globalen Rüstungsausgaben, so Wagenknecht, könne dafür sorgen, dass kein Kind mehr hungern müsse. Und sie fürchtete um den Verlust von Arbeiter-Stimmen. Die liefen, so Wagenknecht, vermehrt der AfD nach. Dabei sei diese ein  in Teilen faschistisches Produkt der neoliberalen Merkel-Regierung und keineswegs deren Widersacherin. Und schließlich erklärte sie: Links sein bedeute nicht automatisch offene Grenzen für jedermann, wie es der Parteitag zuvor beschlossen hatte.

Letzteres hat Wagenknecht bereits in der Vergangenheit massive Vorwürfe bis hin zum Rassismus aus den eigenen Reihen eingebracht. Der »Kipping-Fraktion« wird indes Realitätsferne und ein »Einschwenken auf Kriegskurs« vorgehalten. Man könnte tatsächlich meinen, beide Positionen seien unvereinbar miteinander. Und doch es gibt etwas, das sie zusammen hält. Ob in der Flüchtlingsthematik, beim Sozialabbau oder angesichts der Kriegsgefahr: Sie alle umgehen konsequent die Klassenfrage.

Während also die einen moralistisch offene Grenzen fordern, aber nicht für praktische Hilfe für die darunter Leidenden bekannt sind, wollen die anderen Menschen sortieren. Damit laden erstere die Kämpfe auf die Schultern der ärmsten Schichten ab. Und letztere wollen jene, die, ironisch gesagt, vor so »Lappalien« wie Hunger, Elend, Perspektivlosigkeit fliehen, schlicht rauswerfen. So als wären Wirtschaftskriege inklusive Raubbau durch plündernde Großkonzerne keine Kriege und hungern weniger schlimm als ausgebombt zu werden. So als hätten die imperialistischen Zentren keinen Anteil daran. Vor allem: Wer soll beurteilen, wer würdiger oder unwürdiger Flüchtling ist? Der auf pure Verwertungslogik gepolte kapitalistische Staat?

Fakt ist: Tausende teils schwer kriegstraumatisierte Flüchtlinge vergrößern die sozialen Spannungen  am unteren Rand. Doch deren Ausschluss würde sie umgekehrt nicht wirklich bremsen. Für das Anwachsen des Niedriglohnsektors, die Rentenkürzungen, die Mietenteuerung oder die Installation des Repressionssystems Hartz IV zeichnen nicht Flüchtlinge, sondern der an seine Grenzen geratene Kapitalverwertungsprozess verantwortlich. Genau dies schafft auch jede Menge Fluchtursachen. All die Probleme, einschließlich ökologischer Katastrophen, liegen im Kapitalismus selbst begründet.

Die Probleme sind weder mit moralischen Floskeln noch mit Einreiseverboten und militärischer Abschreckung zu beheben. Mehr als 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht. 800 Millionen hungern, zwei Milliarden leiden an Unterernährung, mehr als zehn Millionen sterben daran jährlich. Derweil schwinden Lebensräume, Wüsten breiten sich aus, Trinkwasser und andere Rohstoffe werden rarer, Müllberge wachsen. Das heißt: Die Menschen werden sich aufmachen, solange sie noch können. Und sie werden dorthin gehen, wo ihnen ein Leben noch möglich scheint. Und es werden mehr werden.

Diese Umstände zeigen, dass ein Zurück zum sozial gebändigten »rheinischen Kapitalismus« der Nachkriegszeit – der ja ebenfalls auf Kosten der Peripherie den meisten Deutschen ein auskömmliches Leben beschert hatte – keine Option mehr sein kann. Dennoch propagiert es Wagenknecht. Ebenso steckt es in der sozialdemokratischen Agenda der anderen Parteiflügel, indem diese nämlich die Klassenfrage negieren. Und wer zurück in die 1950er und 1960er Jahre will, sollte bedenken, dass man dafür auch die 30er und 40er Jahre wiederholen müsste, um die ökonomischen Bedingungen dafür zu schaffen.

Die spätkapitalistische Lohnarbeitsgesellschaft hat schlicht ausgedient. Die Technologie hat sie längst überholt. Es ist dieser Widerspruch, der seit Jahrzehnten Abermillionen für die Kapitalisten überflüssige Menschen produziert. In der Peripherie ist dies bereits so weit fortgeschritten, dass selbst Staaten als Manager der Verwertungen untauglich werden und zerbrechen. Oligarchen, Warlords und marodierende Banden übernehmen dort das Zepter. Auch in den imperialistischen Zentren spüren wir die Auswirkungen längst. Soziale Krisen, Immobilien-, Öl- und Finanzkrisen überrollen uns. Der viel gepriesene deutsche Wirtschaftsboom ist nicht mehr, als ein kurzes, territorial begrenztes Aufflackern.

Und während Konzerne Massenprofite fast nur noch in der Rüstungsproduktion generieren können, wird wohl niemand annehmen, dass die Atommächte ihre teuer erworbenen Waffenarsenale verrotten lassen, ohne ihren Gebrauchswert umzusetzen. Zumal letztendlich nur ein Weltkrieg das Kollabieren des globalen Systems verhindern können wird. Denn der vernichtet Kapital. Dass es Mächte mit riesigem Interesse genau daran gibt, steht wohl außer Frage.. Fraglich aber ist, ob der Planet dann noch bewohnbar wäre.

Das Problem ist riesig: Die Welt steht zwingend vor einem radikalen Systemwandel. Ob die Masse der Menschheit diesen überleben wird, hängt primär an der Lösung der Eigentums- und damit Klassenfrage. Wie können wir künftig so produzieren, dass nicht der irrationale Zwang zur Kapitalmehrung in den Händen der Besitzenden, sondern Bedarfsdeckung aller, verbunden mit ökologischer Nachhaltigkeit, zum Ziel erklärt wird? Die kapitalistische Marktwirtschaft hatte nie ein solches Ansinnen. Im Gegenteil.

Eine Linke, die ebenso wie die anderen Parteien am Lohnarbeitsmodell des 19. Jahrhunderts festhält, bleibt auf der Stufe der Mahnerin stecken. Mit konservativ rückwärts gewandten Wunschvorstellungen gibt es nun mal kein Entrinnen aus dem Dilemma der Menschheit. Auch national wird es keine Lösungen im global wütenden und zugleich technologisch wie arbeitsteilig derart fortgeschrittenen Ist-Zustand mehr geben können. Das ist leider ausgeschlossen. Dabei besitzen wir längst die technischen und digitalen Möglichkeiten für eine bedarfsdeckende wie ökologische Produktion mit wenig Arbeit und viel Freizeit für alle. Man müsste es nur wollen. Geschichte geht nun einmal vorwärts.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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37 Kommentare zu: “Tagesdosis 11.6.2018 – Mahnerin auf Rückwärts-Trip

  1. Hallo Allerseits!
    Wie wäre es, sich wieder auf uns, unsere Lieben, Kinder und Verwandten nebst unserer Freunde zu besinnen. Fassen wir einmal deren Wohlsein ins Auge!
    Mir ist es wurscht aus welcher Richtung die Paviane unseres Politschmierentheaters trommeln! Jeder – fast – der dort schmarotzt ist eines Herren Vasall. Die wohlfeilen pseudowissenschaftlichen Argumentchen aus irgendwelchen Mottenkisten sollten wir uns sparen. Augen auf und niemand benötigt Ökonomen, Philosophen und Spalter wie Marx, Massenmörder wie Lenin, Stalin, Ekel wie Churchill und sein England, Frankreich (Napoleon und die Kolonialregime), Israel, die USA mit all ihren Lügen, Kriegen und Verbrechen an der Menschheit und zu allerletzt das Klientel, was sich bei uns durch jede „Wahlperiode“ schleppt! Was hier aus deren Rektalen fährt ist einfach – es gibt Ausnahmen – sinnfrei und nicht für die Menschen gedacht. Für wen, weiß ich nicht, da Vieles so dumm und dreist daher kommt, dass es schier unglaublich ist, das der Adressat ein Volksgenosse oder Mensch sein soll! Bestes Bespiel sind die Empörungen der Linken und Grünen, wenn ihnen Argumente im Bundestag oder auf der Straße um die Ohren gehauen werden. Schluss mit der Aufregerei ob nun links, oder von sonst woher der Unsinn herüber schwappt. Wir, hier in den Kommentaren sollten uns zusammen raufen statt uns anzupinkeln oder zu Tode argumentieren zu versuchen. Keiner der toten oder neuen Philosophen kann uns helfen. Nur wir im Hier und Jetzt können das! Pfeift auf Wissenschaften und verschwurbelte Schriften, deren Sinn wie Offenbarungen abgefasst sind und Anspruch auf Göttlichkeit erheben. Menschen für Menschen in Europa und dann etwas weiter gedacht und nicht seelenlose Schriften für den passionierten Rotweinsäufer – abends vor dem feudalen Kamin…bzw. Schriften und Gesetze, die als Ausrede für jede Schweinerei herzloser Kurzpimmel oder alter Weiber (oft genug kinderlos) herhalten müssen! By the way: jede Regierung, Behörde, jedes Gesetz, jede Religion sind für mich der Ausdruck eine zutiefst verankerten Misstrauen gegen das eigene Volk! Schlimm genug. Grüße!

  2. Liebe Susan, liebe freunde,

    zum ende wirst du dankenswerter weise konkret:
    „Eine Linke, die ebenso wie die anderen Parteien am Lohnarbeitsmodell des 19. Jahrhunderts festhält, bleibt auf der Stufe der Mahnerin stecken. Mit konservativ rückwärts gewandten Wunschvorstellungen gibt es nun mal kein Entrinnen aus dem Dilemma der Menschheit.“

    Dann aber das:
    „Auch national wird es keine Lösungen im global wütenden und zugleich technologisch wie arbeitsteilig derart fortgeschrittenen Ist-Zustand mehr geben können. Das ist leider ausgeschlossen.“

    Ich weiss nicht, warum du dich auf so etwas einlaesst. Die Nation Deutsch gibt es nicht und hat es nie gegeben. Und andere Nationen gibt und gab es auch nicht. Was es allerdings immer gibt und gab, sind menschen, die eine bestimmte lebensweise bevorzugen. Egal jetzt, warum.

    Warum gibt es bei euch „kriische Geister“ nicht die selbstaendig und unabhaengig agierenden lokalen/regionalen lebensgemeinschaften, die ja real wirklich existieren? Warum seid ihr nicht in der lage, von dem aus, was notwendig ist, auszugehen? Warum tauchen da immer die alten, auf herrschaft und Egoismen orientierten alten kalauer auf?

    Auch wenn du hier rein formal den bezug auf „Nation“ kritisch reflektierst, so zeigt doch deine reduktion auf das „Nationale“ deine reduzierte wahrnehmung der wirklichkeit. Du stocherst auf den alten, ausgetretenen pfaden herum, ohne erst mal dicu ruhig umzusehen, wo denn die wirklich guten pfade verlaufen und wohin sie fuehren.

    Ueberlege dir mal deinen begriff „arbeitsteilig“. Ich weiss nicht, was du darunter verstehst. Willst du damit sagen, dass wir global voneinander abhaengig sind? Also wenn du dies behauptest, dann hast du weder etwas von technologie noch von den gesetzen der natur noch von den bedingungen unserer materiellen existenz etwas verstanden.

    Und wo sind die grenzen lokaler/regionaler autonomie, die ja immer auf oekonomischer unabhaengigkeit sich gruendet? Und komme mir jetzt bitte nicht mit geld/kapitalfluessen, FED und EZB und sonstigem schwachsinn.

    Es gibt einen alten spruch aus der Schule Lao Tse von vor 8000 jahren:
    Es ist besser, nichts zu tun, als mit viel Aufwand nichts zu schaffen.

    Wenn wir uns diesem prinzip auch nur etwas zuwenden und danach fragen, was brauchen wir eigentlich von dem, womit wir uns alle so viel beschaeftigen, da bleibt dann nicht viel uebrig.

    mit lieben gruessen, willi
    Asuncion, Paraguay

  3. Frau Bonath
    Jedes Mal, wenn Sie Frau Wagenknecht ins Visier fassen, stellt sich bei mir ein leises Bauchgefühl ein, dass es Ihnen bei dieser Kritik nicht wirklich um die Sache geht. Ist es, weil Frau Wagenknecht nicht dauernd theoretisches Geschwafel von Klassenkampf von sich gibt, oder was ist der genaue Grund?
    Wenn jemand in die richtige Richtung politisiert, dann genau SW.
    Frau Bonath, von Ihnen hätte ich eigentlich nicht erwartet, dass Sie auf den Zug der „Qualitätsmedien“ aufspringen und Frau Wagenknecht‘s Aussage, man könne nicht einfach alle Flüchtlinge ungehemmt ins Land lassen, völlig verzerrt darstellen.
    SW ist die letzte, die eine flüchtlingsfeindliche Politik betreiben würde. Das wissen Sie haargenau. Oder kennen Sie eine andere Politikerin Land-auf-Land-ab, die sich derart gegen die Resourcenkriege des Westens in Syrien, etc. ausspricht, genau eben wegen der unglaublichen Verbrechen, die dadurch an der betroffenen Bevölkerung verübt werden?
    Für mich führt Ihre verbissene Kritik an Frau Wagenknecht schon fast zu einem Umkehrschluss, nämlich, dass Sie all diese Proteste von Frau Wagenknecht gegen die Nato – und US-Kriegspolitik und ihren Einsatz für die sozial Schwächeren ablehnen.
    Jedenfalls habe ich von Ihnen noch nie ein positives Wort über Frau Wagenknecht vernommen, oder wenn, nur ganz unterdrückt, wie hier: „Lobeshymnen auf den Rheinischen Kapitalismus, Ludwig Erhard und Willy Brandt verkniff sie sich diesmal,“ und auch dies strotzt nur so von Zynismus.
    Frau Bonath, kleiner Tipp, machen Sie es doch einfach besser.

  4. “ Mehr als 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht. 800 Millionen hungern, zwei Milliarden leiden an Unterernährung, mehr als zehn Millionen sterben daran jährlich. “

    Mann wird mich für sehr zynisch halten, aber weiss jemand eine andere Methode um zu verhindern dass dieses Erdchen noch mehr überbevolkert wird ?
    Ich hatte die Erfahrung, damals shockierend, in den 60er Jahren, an meine Uni, Vorlesungen zu folgen von ein Professor Entwicklungshilfe.
    Er lehrte uns bereits das Regierungen arme Länder gar keine medizinische Hilfe wollten, nur mehr offene Munde worin Essen muss.

    Belgischen Fernsehen hatte vor einigen Tagen eine Reportage aus Sierra Leone, Überflutungen, Erdrutschen, Hunger, Seuchen.
    Aber Abführ von Wasser blockiert durch Müll in die Ströme.
    Dabei viele junge kräftig aussehende Männer, die nichts tun, aber Geld wollen.
    Was man mit solche Leute anfangen kann, ich weiss es nicht.

    Das reiche Rhodesia wurde das arme Zimbabwe, Süd Afrika, ebenfalls reich, verzimbabwiaanst.
    Müssen wir auch noch ganz Süd Afrika hierher holen ?

    Oder muss die Kolonial Herrschaft wieder hergestellt werden ?
    Einkommen pro Kopf in Niederländischen Indien 1940 wie dasselbe in Indonesien 70er Jahre.
    Hätten wir Ost Timor angegriffen, ich denke nicht.
    Hätten wir fünf Millionen Indonesier ermordet, ich denke nicht.
    Hätten unter unsere Kolonial Herrschaft die Papuas eine Austand begonnen, vielleicht.

    • Dies ist ein entropisches Universum.
      Das bedeutet, dass die Dinge irreversibel sind.
      Es führt also kein Weg zurück in welche ‚gute alte Zeit‘ auch immer.
      Das zur Verringerung der Geburtenraten in Entwicklungsländern notwendige Anheben des Lebensstandards auf dem Niveau des Westens (insbesondere EU/USA) ist nicht nur energetisch wie ressourcenbezogen unmöglich, sondern auch in keiner Weise wünschenswert!
      Selbst FALLS es gelänge dies zu vollbringen, wäre dieser Planet stante pede tot.

      Insofern dies also Utopie ist und das Bevölkerungswachstum reziprok sich zu der Verkleinerung der Wirtschaftsräume verhält, bedeutet dies entweder Massensterben, sobald die Bevölkerung mehr Energie verbraucht als sie erzeugen oder bekommen kann oder das Massenauswandern in die Regionen wo es zu diesem Zeitpunkt noch auskömmlich und erstrebenswert erscheint.
      Das würde aber den Kollaps der Länder bedeuten, die solchermaßen dann quasi ersatzweise übervölkert würden!
      So oder so ist da keine Abhilfe in Sicht, sondern nur eine Wahl zwischen externalisiertem Sterbenlassen oder Mitsterben.
      Da die Eugeniker der Machteliten schon seit über 130 Jahren daran tüfteln, sollte es nicht überraschen, sofern sie sich dazu entscheiden selbst nicht mit zu sterben, sondern lieber andere sterben zu lassen – ist ja auch eine ‚gute alte Tradition‘ von Machteliten.

      Rein theoretisch, rechnerisch wäre für eine kurze Zeit sozusagen eine echte Gerechtigkeit möglich, aber sie würde gleichzeitig den ‚Vorhang‘ für die Menschheit bedeuten.

      Dass das alles für die Machtelite nicht verhandlungsfähig ist, versteht sich von selbst.
      Deshalb ist es sonnenklar, wo es lang gehen wird – alles andere ist Selbstbetrug.

  5. Die Tatsache, dass die Linke derart zerstritten ist, demonstriert eindrücklich wie extrem schwer und unwahrscheinlich es ist, dass genügend Leute am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen, um diesen Koloss von Problemen auch nur zu bewegen.
    Dann ist aber immer noch nicht abschließend geklärt, wohin die Reise gehen soll und warum?

    Sarah Wagenknecht fordert und Kipping/Riexinger oder wer auch immer fordert dagegen.
    Keiner hat den Sauhaufen unter Kontrolle, schwadroniert aber von globalen Lösungen – lustig.

    Das ist wie bei der berühmten ‚Brownschen Molekularbewegung_ – alles zittert, wackelt, drängelt im Wasserglas, aber noch nicht mal zum Sturm in demselben reicht es, geschweige denn zu einer ECHTEN Bewegung desselben.

    Ich habe es schon an anderer Stelle gesagt, aber weil es ein so fundamentaler Irrtum ist und so schön zum Thema passt und die Aussage von Sarah Wagenknecht dazu (Man müsse »die Demokratie gegen den entfesselten Kapitalismus verteidigen«) sie endgültig desavouiert hier nochmal:
    Die sogenannte Demokratie ist eine Schöpfung und ein Werkzeug des Kapitalismus!
    Damit kann man diesem schlicht nicht Herr werden!
    Demokratie bedeutet unweigerlich Zersplitterung durch Parteinahme für Partikularinteressen, die in weiten Teilen inkompatibel sind, weil sie fundamentale Widersprüche erzeugen.
    Je mehr gestritten wird, desto mehr freut sich der Kapitalismus.
    Dazu kommt, dass JEDE Partei DIREKT vom GELD abhängig ist, um ihren Projekten die nötige Stoßkraft zu verleihen!
    Weswegen auch diejenigen Parteien, die die meisten Spendengelder sammelt, i.d.R. dominiert und damit das Kapital die politische Potenz direkt steuert.

    Solange es also ein Parteiensystem gibt, solange wird sich hier NICHTS am Kapitalismus ändern.
    Weswegen auch die Idee einer ’neuen‘ Sammelbewegung der ‚echten‘ Linken einigermaßen bescheuert, weil sinnlos ist.

  6. Das Pamphlet von Susan Bonath ist voller Besserwisserei. Im Hintergrund lauert Karl Marx und das Kapital, ein wenig sogar das Kommunistische Manifest. Sie wirft der Linkspartei vor, keine Lösungen anzubieten, Zitat:

    Die Führungsriege der Linkspartei redet viel, wenn der Tag lang ist, über Niedriglöhner, Armutsrentner, Hartz-IV-Bezieher und Umverteilung.

    Frau Bonath stellt auch die entscheidende Frage, Zitat:

    Wie können wir künftig so produzieren, dass nicht der irrationale Zwang zur Kapitalmehrung in den Händen der Besitzenden, sondern Bedarfsdeckung aller … zum Ziel erklärt wird?

    Das hatten sich die Planwirtschafter in der Sowjetunion auch schon gefragt, hatten aber die falsche Lösung, nämlich Planwirtschaft. Frau Bonath blufft, als hätte sie eine Lösung in der Hinterhand, doch der Joker, den sie nicht ausspielt, ist „die Überwindung des Kapitalismus“, ein rein verbale Trumpfkarte, die gegen noch so zaghafte reale Vorschläge der Linken aber nicht sticht.

    Bitte konkrete Vorschläge außer der Vision Weltkrieg!

    Wir brauchen Systemveränderungen zum Beispiel im Sozialbereich möglich durch eine
    Soziale Quellensteuer.

    Wir brauchen Veränderungen auf dem Finanzsektor, möglich durch eine
    degressive Zweitwährung.

    Das sind natürlich Vorschläge, die in der Linkspartei nicht zünden, weil die Linke von Ideologie (wie Frau Bonath) und von Wahltaktik gelähmt ist. Das ist auch der Grund, weshalb ich nach 11 Monaten Mitgliedschaft bei der Linken dort wieder ausgetreten bin, trotz Sahra Wagenknecht.

    Schlimmer noch ist es mit der SPD, sie ist durch sich selbst gelähmt und hat sich für konkretes Denken gesperrt.

    • Moin, Rob Kenius,
      „Das hatten sich die Planwirtschafter in der Sowjetunion auch schon gefragt, hatten aber die falsche Lösung, nämlich Planwirtschaft.“
      Was ist denn Ihrer Meinung nach im heutigen Kapitalismus unplanmässig? Natuerlich wird auch hier geplant und man muesste von Planwirtschaft reden, wenn es denn nicht so diskreditiert wäre.
      Es ist nicht meine Aufgabe Frau Bonath zu verteidigen, aber solcherart Auslassungen wie ihr „Besserwisserei“ zu unterstellen ein Vorwurf, der wohl jeden treffen wuerde, der andere Meinungen als die eigene vertritt.
      Was aber ist denn so verkehrt, das Kapital oder gar das kommunistische Manifest anzufuehren, auch wenn es, wie von Ihnen insistiert, aus dem Hinterhalt ( wie infam!) auf uns geworfen wird.

      „Bitte konkrete Vorschläge außer der Vision Weltkrieg!“
      Was soll das denn? Wo steht das in Bonath’s Kommentar? Als ehemaligem Mitglied der Partei Die Linke, könnte man erwarten, dass Sie sich mit der Klassenfrage beschäftigt hätten, und nicht so oberflächlich die Eigentumsverhältnisse ad absurdum fuehren, indem Sie auf die soziale Quellensteuer hinweisen. Auch solche Änderungen, wie gering sie auch ausfallen mögen, muessen vom Volk errungen werden, allerdings wird das nicht ueber die Parlamente erfolgen können, sondern nur mit einer bewussten und kamfbereiten Opposition ausserhalb der Parlamente.

    • Hallo Hog,
      mein Kommentar zu dem Nachfolgenden.

      Das Wort „Besserwisserei“ war ein provokanter Einstieg. Tatsache ist, dass Frau Bonath der Linken vorwirft, was sie selber auch trifft: Der Mangel an konkretem Plan. Sie tut, als wenn sie etwas besser wüsste, es kommt aber nichts Konkretes außer „die Klassenfrage“.

      Diese abstrakten Worthülsen lähmen die linke Politik. Nach meiner Erfahrung fallen mehr als 50% der Linken darauf herein.

      Und bitte, das Wort Weltkrieg hat sie wörtlich geschrieben, Zitat:
      Zumal letztendlich nur ein Weltkrieg das Kollabieren des globalen Systems verhindern können wird. Denn der vernichtet Kapital.

      Dieses Aussage ist zwar richtig, führt aber nicht zu einer linken Politik, sondern macht nur Angst. Darum schrieb ich:

      Bitte konkrete Vorschläge außer der Vision Weltkrieg!

      Genauer lesen, lieber Hog!

      Und was soll das bedeuten, ich würde Zitat:
      oberflächlich die Eigentumsverhältnisse ad absurdum fuehren, indem Sie auf die soziale Quellensteuer hinweisen.

      Ich führe nichts oberflächlich ad absurdum, sondern ich schlage vor, dass die Eigentumsverhältnisse durch Steuern verändert werden, ein Vorschlag, wozu die Linke aus wahltaktischen Gründen nicht den Mut hat.

      Steuern durch Steuern! Konkrete Vorschläge hier.

    • Moin, Rob Kenius,
      Nur vorweg: Beim Eigentum sprechen wir von Produktionsmitteln nicht von dem Auto oder dem Eigenheim!
      Der Kampf um die Änderung der Eigentumsverhältnisse ist verwoben mit dem Kampf um die Macht im Staate. Der kapitalistische Staat ist der Verwalter dieser Verhältnisse. Er sorgt dafuer, dass es keine grundsätzlichen Veränderungen diesbezgl. gibt. Er sorgt mit allen ihm zur Verfuegung stehenden Mitteln dafuer, dass es so bleibt wie es ist. Eine Änderung der Steuer wird es aus diesem Grund auch nicht geben. Ich hatte an anderer Stelle das Beispiel Chiles angefuehrt, wo die Mehrheit der Chilenen Allende auf dem Weg des Parlamentarismus gefolgt sind und eine sehr blutige Niederlage erleiden mussten. Das kann, besser muss man sich ersparen. Wer glaubt, das Kapital rueckt sein Geraubtes freiwillig wieder heraus ist ein Träumer und Fantast.
      Die Änderung der Eigentumsverhältnisse ist eng verwoben mit der Macht im Staate. Und die Macht im Staate wird uns nicht so einfach uebertragen, eher wird der kapitalistische Staat zu rigorosen Mitteln greifen, um seine Macht zu erhalten, wie wir es vom Hitlerfaschismus her kennen.

  7. Nun, habe mir den Kommentar von Susan angehört. Sie beschreibt die Lage auf dieser Welt nicht falsch. Nur habe ich den Eindruck sie verrennt sich da in etwas. Sie kritisiert sehr scharf Personen die sich bei den Linken für ein besseres System einsetzen. Nur leider kommt so etwas nicht über Nacht. Eine Änderung wird es nur geben wenn ein großer Teil der Menschen im Lande erkennen was falsch läuft. Das wiederum bedeutet Arbeit und einen langem Atem. Ich sehe in Susans Kommentaren immer mehr Verzweifelung und auch teilweise unterschwelligem Hass auf das bestehende System. Gleichzeitig vermisse ich bei Susan Gedanken wie man es ändern könnte. Ich glaube Sie hat sich von einer Journalistin zur Anklägerin entwickelt. Ich wünsche ihr dass sie nicht in totalen Hass gegen alles und jeden abgleitet.

    • Meine volle Zustimmung. Auch mir ist Susan Bonath in dieser Richtung aufgefallen; sie verrennt sich. Du hast es sehr liebevoll ausgedrückt.

      Zur Änderun brauchen wir übrigens nicht nur einen langen Atem, sondern auch neue Medien wie KenFm und viele mehr. Das Bewusstsein kommt (zum großen Teil) aus den Medien.

      Rob Kenius, kritlit.de

  8. Die deutsche und europäische Wirtschaftspolitik ist im Abschwung begriffen. Alle Indikatoren zeigen das.

    Zudem gibt es keinen Masterplan in D und in der EU, wie eine Wertschöpfung – z.B. in Afrika selbst – bleiben kann.
    Klar -, kann es auch nicht geben, denn die neolib-Politik ist den Konzerninteressen verpflichtet, die z.B. Afrikas Rohstoffe von Kakaobohne, Uran, Fisch, Diamant, Öl und Gas usw ausplündern und in Europa veredeln. Nichts an Wertschöpfung bleibt dort.
    Am Beispiel China sieht man m. E. gut, wie sich europäische Unternehmen bis hin zur Produktion und Verkauf in China selbst weiter entwickelt haben.
    Vielleicht kann eine-, den Konzerninteressen verpflichtete EU-Wirtschaftspolitik NOCH NICHT das wirtschaftliche Potential Afrikas sehen, bliebe die Wertschöpfung in Afrika selbst.
    Einen Masterplan mit Afrika auf Augenhöhe, fairer Handel wäre die einzigste Lösung – und die Antwort auf offene Grenzen.
    Die Forderung von sogenannten Kipping-Linken, für offene Grenzen, ist dagegen die Beibehaltung der Zustände, dass hier in Europa die Wertschöpfung stattfindet.

    Aber dieses egoistische Modell ist ausgereizt, der Abschwung beginnt schon.
    Übrigens, Offene Grenzen für Alle – mit rechtsgültigem Arbeitsvertrag – gibt es schon immer.

  9. Der Umgang mit Sahra Wagenknecht auf dem Parteitag war m.E. teilweise mal wieder absolut unverschämt.
    Nur weil sie am Schluss beschwichtigt hat, bin ich am Montag nicht ausgetreten.
    Sobald sie eine neue Partei gründet, folge ich ihr.
    Unsere Parteivorsitzenden halte ich für eine Fehlbesetzung, die der Partei durch spalterische Aktivitäten schaden.
    Gesine Lötzsch und Klaus Ernst waren tausendmal besser.

  10. Mir ist das hier zuviel Opfer- und Weltuntergangsstimmung und missverstandener Fortschrittsglaube.

    die technischen und digitalen Möglichkeiten werden darüber hinaus ja so ziemlich von jeder Gruppierung (von ganz links bis rechts) missverstanden und missbraucht, um sich in die jeweiligen Heilsversprechen zu retten und nicht mit den eigentlichen Problemen auseinandersetzen zu müssen . . und das auch nicht erst seit gestern.

    Ich sehe auch nicht, dass es „nur“ eine Sache des Wollens ist, sondern ich denke, es ist eher eine Sache von Wertschätzung dessen, was uns als Menschen ausmacht. Wir können lieben und glücklich sein, tief verbunden mit uns selbst, dem Nächsten und der Welt, ohne auch nur einen Cent in der Tasche.

    Diese Wertschätzung, der Welt als wunderbares Großes Ganzes, als Kosmos, der sich in den noch so kleinsten Dingen und in uns selbst wiederfinden lässt, ist heute (immer noch) weitestgehend buchhalterisch auf Soll und Haben reduziert und zu großen Teilen verschüttet unter den Abfällen von Wettbewerbsschlachten.

    Für mich stellt sich da -in erster Linie- nicht eine Systemfrage, sondern eher eine Verständnisfrage bezüglich meines eigenen Denken und Handelns. Was hindert mich das zu leben, was mir wirklich wichtig ist?

    Fange ich doch damit erst einmal an und dafür braucht es ganz bestimmt keine technischen und digitalen Möglichkeiten.

    . . und ein bischen Humor kann auch nicht schaden:

    „Ideal und Wirklichkeit“

    Kurt Tucholsky

    In stiller Nacht und monogamen Betten
    denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt.
    Die Nerven knistern. Wenn wir das doch hätten,
    was uns, weil es nicht da ist, leise quält.
    Du präparierst dir im Gedankengange
    das, was du willst – und nachher kriegst dus nie …
    Man möchte immer eine große Lange,
    und dann bekommt man eine kleine Dicke –
    C’est la vie – !

    Sie muß sich wie in einem Kugellager
    in ihren Hüften biegen, groß und blond.
    Ein Pfund zu wenig – und sie wäre mager,
    wer je in diesen Haaren sich gesonnt …
    Nachher erliegst du dem verfluchten Hange,
    der Eile und der Phantasie.
    Man möchte immer eine große Lange,
    und dann bekommt man eine kleine Dicke –
    Ssälawih – !

    Man möchte eine helle Pfeife kaufen
    Und kauft die dunkle – andere sind nicht da.
    Man möchte jeden Morgen dauerlaufen
    und tut es nicht. Beinah … beinah …
    Wir dachten unter kaiserlichem Zwange
    an eine Republik … und nun ist’s die!
    Man möchte immer eine große Lange,
    und dann bekommt man eine kleine Dicke –
    Ssälawih – !

  11. @ Susan Bonath

    Wenn ich Sie richtig verstehe, dann sind Sie auch für eine komplette Öffnung der Grenzen?

    Ein unterernährter Mensch ist ein Mensch in Not.

    Laut des Leitantrags meiner Partei vom Samstag sollen wir also 2 Milliarden Menschen nach Deutschland kommen lassen und diese dann bei uns aufnehmen.

    Es ist schwierig auszudrücken, wie wenig durchdacht solche Forderungen erscheinen, ohne dabei unfreundlich zu wirken.

    Wenn ich Sie richtig verstehe, dann wollen sie die Marktwirtschaft und das selbstständige Wirtschaften verbieten, bzw. unrentabel machen?

    Nur so kann man den Kapitalismus abschaffen.

    Selbstständiges Wirtschaften ist m.E. ein Grundrecht, welches sich ein Großteil der Bevölkerung zu recht nicht nehmen lassen möchte, ein Grund, weswegen die „Klassenfrage“ kaum Beachtung findet.

    Weder das Auslösen einer Völkerwanderung, noch der Entzug eines Grundrechts sind meines Erachtens eine Lösung.

    Wenn man mal von oben schaut, dann fliehen Menschen aus Ländern mit nahezu wertloser Währung in Länder mit wertvoller Währung.
    Die Stärke einer Währung ist entscheidend dafür, wie viel sich die Menschen von ihrem Lohn kaufen können
    Durch den wertvollen Euro geht es Europa trotz der immensen Arbeitsplatzverlagerung noch ziemlich gut, er bewirkt Nachfrage, die dann Wachstum, usw.
    In Afrika gibt es Währungen, da sind manche Geldscheine gerade so eben ihren Papierwert wert.
    Entsprechend schwierig gestaltet sich auch das Leben der Bevölkerung, die Menschen müssen nur um gerade so eben satt zu werden ohne Ende malochen.

    Meines Erachtens müsste darüber diskutiert werden, ob die Währungsstärke tatsächlich von der Produktivität eines Landes abhängt.
    Oder ob nicht vielleicht doch alleine ein ausreichendes Warenangebot Inflation verhindert, exakt so wie wir das seit Jahren in den USA und Europa auch schon beobachten können; Dollar und Euro sind stabil, obwohl ein Großteil der weltweiten Produktion momentan in Asien stattfindet.

    Umgekehrt in Venezuela, die Fabrikbesitzer verweigern die Produktion und bewirken dadurch Inflation und Destabilisierung.

    Die unterschiedlichen Währungsstärken werden m.E. zur Profitmaximierung eingesetzt und bewirken die krass unterschiedlichen Lebensbedingungen der Menschen auf diesem Planeten.

    Die wiederum sind Fluchtursache Nummer 1, deswegen sind die Währungsstärken m.E. extrem diskussionswürdig.

    Eine weltweite Angleichung wäre auch in Bezug auf den drohenden Handelskrieg die allerbeste Lösung.

    • Moin, Cosmea,
      „Selbstständiges Wirtschaften ist m.E. ein Grundrecht, welches sich ein Großteil der Bevölkerung zu recht nicht nehmen lassen möchte, ein Grund, weswegen die „Klassenfrage“ kaum Beachtung findet.“

      So so, „ein Grossteil der Bervölkerung“.
      Ich sehe eher, dass ein Grossteil der Bevölkerung unter Hartz 4 leidet und dass die Armut in der Bevölkerung rasant voranschreitet! Wohlgemerkt: ich subsumiere das Flaschensammeln der Ärmsten nicht unter „selbstständiges Wirtschaften“!
      Was die Stabilität der einzelnen Währungen angeht, so denke ich auch, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen starker Währung und dem „wie viel sich die Menschen von ihrem Lohn kaufen können“ . Allerdings ist das eher eine Binsenweisheit und keine Erkenntnis, die uns vom Hocker haut.
      Warum aber findet „die „Klassenfrage“ kaum Beachtung“ ?
      Nun, zuerstmal hat der Antikommunismus eine ueber 100jährige Tradition, die es schier aussichtslos erscheinen lässt die Machtfrage/Klassenkampf zu entwickeln. Heute muss man sich ja schon dafuer rechtfertigen, wenn man marxistisches Gedankengut vorträgt. Die Berufsverbote und Unvereineinbarungsbeschluesse der Gewerkschaften aus den 70er Jahren sorgten fuer weiter Ausklammerungen der Menschen, die die Klassenfrage behandeln wollten.
      Kirche und Glotze tun ein weiteres dafuer, dass die Menschen sich nicht mit dem Klassenkampfgedanken und dem Aufbegehren gegen unwuerdige Lebensbedingungen beschäftigen. Wenn man sich anguckt, welcher Schund auf den Fernsehkanälen gesendet wird, dann weiss man, dass der Klassenfeind die Predigt von der Kanzel nicht mehr benötigt.
      In der Nachkriegszeit hat der US-Imperialismus eine gewisse Freizuegigkeit in Westeuropa speziell in Westdeutschland zugelassen, um den Kapitalismus attraktiver erscheinen zu lassen gegenueber dem real existierenden Sozialismus. Wir haben bis in die 80er Jahre davon profitiert, dass es angemessene Lohnsteigerungen gab. Doch nach dem Dahinscheiden der Sowjetunion leben wir hier auch wieder unter normalen kapitalistischen Bedingungen.

    • “ Umgekehrt in Venezuela, die Fabrikbesitzer verweigern die Produktion und bewirken dadurch Inflation und Destabilisierung. “

      Die Bevölkerung wollte Alles Umsonst, selbst Klo Papier wurde eingeführt aus der USA.
      Ölprofite beginnen wenn das Öl $ 50 bringt, es war viele Jahre fast $90.
      Nichts wurde getan um die Bevölkerung gute Schulung zu geben, fast nichts für Infrastruktur.
      Fast keine eigene Porduktion.
      Aber auch ohne ÖL konnte es ein gutes Land zum Leben sein, sehr Fruchtbar.
      Muss ich Mitleid haben mit solche Dummköpfe ?
      Einer meiner Urgrossväter war Analfabet Torf Graber, so arm wie die Mäuse im Kirch.
      Es gab damals, 1880, keine Merkel mit Willkommen.
      Er war Streik Führer, er lernte lesen und schreiben im Gefängnis.
      1913 konnte er ein Bauernhof bauen lassen.

  12. Ich höre eine Menge Appelle und Parolen, eine Menge gutklingender Aussagen aber ich sehe bei den Linken nicht einen einzigen Plan! Sorry, nicht nur bei den Linken, bei fast allen Parteien!

    Wenn in einem reichen Industrieland wie Deutschland, ein Mindestlohn notwendig wurde, dann sagt das vieles über Ungerechtigkeit aus. Wenn noch dazu die Partei, nämlich die „ach so soziale SPD“ diesen Mindeslohn hat notwendig werden lassen und ihn absurderweise dann auch noch selbst forderte, dann sollte jedem klar sein, dass noch weiter Links die Anarchie droht und die Parteien selbst nur noch für ihren eigenen Bestandsschutz sorgen. Die Menschen, haben die gar nicht auf dem Schirm sonst würde man keine offenen Grenzen fordern, obwohl infrastrukturell nicht mal Wohnungen für die bereits hier lebenden Menschen vorhanden sind!

    Die Linken sind unverantwortlich! Realität geht anders! Die SPD stirbt bereits und die Union wackelt gehörig!

    Mal sehen, wie das alles weitergeht…in Absurdistan!

  13. Und schon wieder ist die Tagesdosis inkohärent.
    Solange sie sich der wirtschaftsgeschichte und makro-ökonomik verweigern, bleibt ihre aussage unsinnig! Natürlich ist der status quo politisch gewollt bzw. durch unfähige eliten herbeigeführt worden und hat nichts mit einem systemzwang zu tun. Ich empfehle mal ein blick nach china.
    In der eine kommunistische partei es schafft, die nationalökonomik im Sinne von „gemeinwohl“ zu steuert und die kapitalistenklasse nicht mal in der Nähe von politischen entscheidungen lässt!
    sie und ihre marx`schen erklärungsansätze sind genauso blödsinn, wie der kipping/rixingerflügen mit dem neoliberalen populismus

  14. Vorneweg, ich hab auch keine Antwort, deshalb ist es kein Vorwurf, wenn ich sage, ich finde auch keine Antwort bei der Autorin.

    Was mir bei allen positiven Kommenaren auffällt, ist immer das Fehlen der Klassenanalyse auf internationalem Niveau. Ich meine damit, soviele Arbeiter, die nichts zu verlieren haben, als ihre Ketten, finden wir in D nicht mehr. Ganz zu schweigen von den Sprachbarrieren, die Hog zu Recht anschneidet. Mit dem bischen Englisch, das die Masse der Deutschen gelernt hat, können wir keine politische Debatte führen. Und wie sieht es da in z.B. Rumänien aus?

    SW ist eine Sozialdemokratin und da fällt es mir schwer, Kritik an ihrer ökonomischen Position zu üben, denn tatsächlich ging es großen Teilen der westdeutschen Bevölkerung in den 70er/80ern besser, quatsch, weniger schlecht als heute. Und zugegeben, natürlich waren die Bedingungen da auch anders als heute, wo die Kapitalverwertung immer mehr an ihre Grenzen stößt. Gegen das ewige Gejammer nach Steuersenkung für das Kapital hilft schon, wenn man mal einwirft, das wir selbst unter Kohl noch 56% hatten.

    Mich hat da schon mehr die von ihr unterzeichnete Israelerklärung der Linken umgehauen und ihr Gerede von der Anexion der Krim. Das ist alles nicht dem Frieden dienlich. Und das ist zur Zeit unser Hauptproblem, ohne das Problem der Armutsbekämpfung in D und ganz Europa kleinreden zu wollen.

    • Hier sprechen sie ein wesentliches Mißverständnis an. Hier wird nämlich das Pferd beim Schwanze aufgezäumt. Frieden kann immer nur Resultat von Gerechtigkeit sein. Das erwähnte auch Frau Wild, sehr verdienstvoll bei dieser Gelegenheit, in der Positionen-Ausgabe 12.

      Sie bekommen keinen Frieden ohne Gerechtigkeit. Ungerechtigkeit führt über kurz oder lang immer zum Konflikt.

      Wer wird denn in Uniform gesteckt und in Kriege geschickt? Überwiegend Arbeiter.
      Wer schraubt denn die Waffen zusammen? Arbeiter und immer mehr Leiharbeiter.

      Eine Gruppe die weitestgehend von Aufklärungsinitiativen ignoriert wird und mit ihren Sorgen und Nöten kaum Gehör findet. Sie finden niemanden der Wesentliches zu sagen hat, vor Werkstoren und in Betrieben.

      Dazu noch zwei Hinweise:

      „Infolgedessen wurde der gemeinsame Widerstand zersplittert. An Teilproblemen orientierte Protestbewegungen – zum Schutz der Umwelt, gegen die Globalisierung, für den Frieden, für die Rechte von Frauen, Schwulen, Lesben, Bi-und Transsexuellen – werden gezielt und großzügig gefördert, um eine Massenbewegung gegen den globalen Kapitalismus zu verhindern.“

      Aus:

      Zur Rolle der „Progressiven“ in der Antikriegsbewegung
      Die „linken Intellektuellen“ des Imperiums fordern Regime-Change
      Von Michel Chossudovsky / LUFPOST
      http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24597

      Und hier:

      „Die Klasseninteressen, der Klassenkampf ist nicht verbunden mit der Hautfarbe und der sexuellen Orientierung. Sie sind verbunden mit der Rolle in der Produktion und solange die Linken auf der Welt die Produktion, die schmutzigen Werkstätten und die Arbeitenden unberücksichtigt lassen, kann es keine linke Bewegung geben.“

      Aus:

      Dienstag, 13. März 2018, 11:34 Uhr
      ~23 Minuten Lesezeit
      Was tun gegen die Kriegsgefahr?
      Der russische Journalist Konstantin Sjomin erklärt im Rubikon-Interview, wie der gewollte große Krieg zu verhindern ist.
      von Ulrich Heyden
      https://www.rubikon.news/artikel/was-tun-gegen-die-kriegsgefahr

      Aber keine Sorge, spätestens dann, wenn in den Fabriken nur noch Roboter, wenn auf den Schlachtfeldern und Straßen, bzw. in der Luft, nur noch Roboter unterwegs sind, spätestens dann ist auch dieser Zug abgefahren.

  15. Tausende teils schwer kriegstraumatisierte Flüchtlinge vergrößern die sozialen Spannungen am unteren Rand.

    Ab auf die Tränendrüse und auch faktisch falsch. Hätten wir nur tausende teils schwer kriegstraumatisierte Flüchtlinge, hätten man gar keine Probleme. Das Problem ist die Anzahl an hunderttausenden illegalen Migranten, die das Asyl zur Einwanderung missbrauchen mit Duldung und Förderung der herrschenden Politik. Die Realität ist momentan so, wer es nach Deutschland schafft, egal woher und aus welchen Grund sowie auch ohne Papiere bleibt mit 90% Wahrscheinlichkeit in Deutschland. Diese Tatsache und der Anreiz unseres Sozialsystems ist der Motor der Schlepperindustrie.
    Die Helfershelfer dieser Schlepper, diese „all gemeinnützigen“ NGOs, bieten dazu noch kompetente Beratung in Asylmissbrauch und einen Fähr-Serivce. Politik und NGOs sichern die Grundlage des Geschäftsmodells der Menschenhändler.
    Für die Flüchtlingsindustrie, die durch viele Skandale (aktuell BAMF) in den Blick der Öffentlichkeit gezogen wird, sind diese Menschen wirklich wie „Goldstücke“. Berater, Dolmetscher, Rechtsanwälte, Angestellte und Beamte, Politiker und auch die NGOs selbst bereichern sich selbst auf Kosten der Allgemeinheit durch zum Teil kriminelle und betrügerische Machenschaften.

    Die Probleme sind weder mit moralischen Floskeln noch mit Einreiseverboten und militärischer Abschreckung zu beheben.

    Es gibt Ursache und Wirkung. Die Ursache wird dadurch nicht behoben, aber man kann durch Kontrolle und eine klare Botschaft die negativen Auswirkungen reduzieren.

    Mehr als 60 Millionen Menschen sind derzeit auf der Flucht. 800 Millionen hungern, zwei Milliarden leiden an Unterernährung, …

    Ja und was kann ein Land wie Deutschland dagegen „allein“ unternehmen ? Alle aufnehmen ? Offene Grenzen für Alle ? und dann daran zu Grunde gehen ?!

    Die Lösung wäre Grenzen dicht und eine wirkliche Obergrenze und maximale Kontrolle.
    Die Kosten für „Flüchtlinge“ belaufen sich im in Land auf 20-30 Mrd jährlich, Tendenz steigend.
    Das entspricht oder übersteigt sogar das BIP viele afrikanischer Staaten z.B. des Kongos mit 78 Millionen Einwohnern. Wir könnten theoretisch davon also locker einen ganzen afrikanischen Staat von 20 Millionen Einwohnern mit einen für afrikanische Verhältnisse überdurchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen finanzieren.

    Internationale Probleme, diese viel zitierten Fluchtursachen, kann Deutschland nicht allein lösen. Aber man kann sich national gegen die negativen Auswirkungen schützen.

    Und wer diese negativen Auswirkungen nach den zahllosen vermeidbaren Gewaltverbrechen (Silvesternacht in Köln und anderen Großstädten, Mia,Maria,Susanne) immer noch leugnet oder relativiert gibt den Begriff Heuchler eine neue Dimension.

    Mir ist der „Lösungsansatz“ von Frau Bonath nicht ganz klar bzw.logisch.
    Also erst die langwierige Behebung der Ursache bevor die lebensgefährlichen Symptome behoben werden ?

    Mir ist auch nicht ganz klar warum Grenzen dicht und Menschen helfen bzw. die Grundversorgung sicherstellen nicht vereinbar sind. In „linken“ moralischen Floskeln muss man immer tödliche Gewalt anwenden und von der Schusswaffe Gebrauch machen.

    • Traumatabehandlung und die kosten und dem Zeitaufwand und dem Personal die es braucht für eine Kriegstraumatabehandlung
      Nun ich würde diese Kosten aufwenden, Sie nicht ?

      Ich differenziere zwischen Flüchtling und Migrant, natürlich kann man den Begriff so weit fassen, dass jeder ein „Flüchtling“ ist.
      Wovor fliehen die Menschen, wenn Sie durch sichere Drittstaaten „reisen“ ?
      Haben sie sich mal die genfer Flüchtlingskonvention durchgelesen ?

      Art. 31 GFK – Flüchtlinge, die sich nicht rechtmäßig im Aufnahmeland aufhalten
      1.
      Die vertragschließenden Staaten werden wegen unrechtmäßiger Einreise oder Aufenthalts keine Strafen gegen Flüchtlinge verhängen, die unmittelbar aus einem Gebiet kommen, in dem ihr Leben oder ihre Freiheit im Sinne von Artikel 1 bedroht waren und die ohne Erlaubnis in das Gebiet der vertragschließenden Staaten einreisen oder sich dort aufhalten, vorausgesetzt, dass sie sich unverzüglich bei den Behörden melden und Gründe darlegen, die ihre unrechtmäßige Einreise oder ihren unrechtmäßigen Aufenthalt rechtfertigen.

      Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
      (1) Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
      (2) Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen, wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Gemeinschaften oder aus einem anderen Drittstaat einreist, in dem die Anwendung des Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist. […]

      So die europäische Dublin-II Verordnung spare ich mir, also es gibt internationale, europäische und nationale Gesetze und Regelungen wonach eine Rückweisung an der Grenze für viele vermeidliche „Flüchtlinge“ verpflichtend war.

      Tja jetzt fragen sie sich mal warum der wissenschaftliche Dienst des Bundestages keine Rechtsgrundlage finden bzw. erfinden konnte… und glauben sie mir die haben sich angestrengt.

      Das was sie heute hier mit den Flüchtlingen sehen ist ein witz, ein Witz zudem was in 10 Jahren hier abgeht, die Umweltschäden sind noch minimal auch wenn schon exorbitant groß.
      Ein paar tote und ein paar vergewaltigungen sind noch im toleranzbereich von der Regierung, auch wenn die rechten Medien suggerieren das der Notstand ausgebrochen sei.

      Ein minderjähriges Mädchen über Stunden brutal zu vergewaltigen und dann zu ermorden ist also für Sie ein Witz ? Vergewaltigungen sind für Sie nicht so schlimm wie Umweltschäden ?

      Denken Sie an Ihre Worte:
      Traumatabehandlung und die kosten und dem Zeitaufwand und dem Personal die es braucht für eine Vergewaltigungstraumabehandlung
      Kriegs- oder Vergewaltigungstrauma sind lebenslange Narben auf der Seele und auch ggf. am Körper.

      Sollen weiter Vergewaltigungen und Morde stattfinden, die nachweislich vermeidbar gewesen wären ? Liegen diese auch in ihrem Toleranzbereich ?

      Aus ihren Äußerungen schließe ich, dass sie wohl keine Kinder haben.

      Die forderung nach maximaler Kontrolle kommt mir etwas Kindlich vor. Tut mir echt leid, aber maximale Kontrolle heißt maximale Energieverschwendung und maximale Unmündigkeit sowie minimale Selbstverantwortung, die es aber braucht um mit Krisen umgehen zu können.

      Sicherheit durch maximale Kontrolle ist also für sie „kindlich“ ?
      Ihr Lösungsansatz wäre dann nochmal…. !?

    • Ach so, Nashika, bei Ihnen ist man also „gewaltbereit“, wenn man Gewalt nicht akzeptiert!

    • Gerade ist in einem Park in Viersen wieder eine 14-järige erstochen worden, kurz nach dem Mord an Susanna. Im März wurde in Berlin die 14-jährige Kirsten umgebracht. In Flensburg war ebenfalls im März eine 17-jährige mit dem Messer getötet worden. Im Dezember 2017 war eine 15-jährige in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen worden. Im Oktober 2016 war in Freiburg die 19-jährige Mona L. Opfer eines Sexualmords geworden.
      Auf der Seite „Ehrenmorde“ kann man außerdem nachlesen, dass die Bilanz der registrierten „Ehrenmorde“ allein in diesem Jahr in Deutschland schon 28 beträgt.

    • Das ist immer die selbe (mir zutiefst widerwärtige) Relativierungsmethode, dass angeblich die Medien mit Morden eine gezielte Meinungsmache verbreiten würden! Was meinen Sie, wie oft ich das allein hier schon gelesen habe! Sie bestätigen damit nur meine Wahrnehmung, dass für eine bestimmte Gruppierung in Deutschland die erschreckende Zunahme solcher Gewalttaten ein hinzunehmender Kollateralschaden sei. Dabei kann dieses Statement von Ihnen unwahrer gar nicht sein, denn die Medien halten sich im Auftrag unserer Regierung eher bedeckt mit solchen Berichten. Aber wenn es erwiesenermaßen um Morde geht, dann sind Veröffentlichungen gar nicht zu vermeiden. Das wäre ja nochmal schöner, wenn man die auch noch Leuten wie Ihnen zuliebe der Bevölkerung vorenthalten würde. Aber vielleicht kommt das ja noch. Die Dunkelziffer der Ehrenmorde z.B. ist sowieso viel höher als erfahrbar, denn logischerweise werden die von den Familien möglichst verschwiegen und vertuscht.

    • Das waren keine vermeidbaren Gewaltstraftaten, das hat Gott so gewollt, außerdem sind das menschliche Verhaltensweisen.

      Wollten Sie nicht Religionen abschaffen ?!
      Glauben Sie an einem Gott, der will das Mädchen / Frauen misshandelt und vergewaltigt werden ?

      Ich meine mit vermeidbar:
      1. Nach gültigen Recht und Gesetz wären die Gewaltstraftäter gar nicht im Land
      2. Nach gültigen Recht und Gesetz hätten die Gewaltstraftäter meist vor der Straftat schon abgeschoben werden müssen.

      Aber können sie aufhören meine Gedanken in ihren Kopf zu übernehmen um dannach mich wiederum mit der selben Taktik zu diskreditieren.

      Ich halte Ihnen nur den Spiegel vor, wenn sie diese Selbstreflexion als eine Art Beleidigung auffassen müssen Sie sich mal grundlegende Gedanken über ihr Selbstverständnis machen.

      Ich kenne Sie nicht, daher kann ich nur ihre Worte beurteilen.
      Diese sind unlogisch, naiv und nun ja „befremdlich“ um es umsichtig auszudrücken.

      Mir liegt es fern Sie als Person zu diskreditieren.

    • Real stattgefundene brutale Morde in unserem Umfeld sollen keinen Bezug zu unserer „gültigen Realität“ haben?
      Sie bestätigen damit nur noch einmal, was Entschwörungspraktiker schon schrieb. Mehr möchte ich von Ihnen nun lieber nicht mehr wissen.
      Das größte Problem in unserer Menschengesellschaft und für die ganze Welt ist die Empathielosigkeit.

    • In Syrien sind 12 Menschen ums leben gekommen, bei einem US-Luftwaffenangriff, wo bleibt die Empathie?

      Ich nehme mal an, dass diese Menschen Zivilisten waren. Denn die USA sind ja bekannt für Ihre Kollateralschäden und Drohnenmorde. Hier hätten wir eine Fluchtursache und zwar eine ganz große, nämlich die US Außen- und Handelspolitik mit Millionen von Toten Zivilisten.
      Wie wollen Sie diese ihrem Lösungsansatz „bekämpfen“ ?
      Ich kann meine Empathie nur so zum Ausdruck bringen, in dem ich diese Verbrechen beim Namen nenne: Mord! Sinnloser Verlust von Menschenleben

      Ich verstehe aber Ihre Intention nicht.
      Tot und Leid gegeneinander aufzuwiegen bzw. zu relativieren ist unlogisch und sinnlos.

      Die 12 toten Menschen hätten wir bzw. der deutsche Staat nicht verhindern können.

      Der Tot von Mia, Maria und Susanne sowie das Leid der unzähligen anderen namenlosen Opfern von Gewaltstraftaten hätte vermieden und verhindert werden können, wenn man sich an Recht und Gesetz gehalten hätte. Punkt!

    • Ich kenne Klaus Kleber zwar nur noch vom Namen her, weil ich schon seit 12 jahren keine Glotze mehr habe, aber so viel weiß ich von ihm, dass der beim Thema offene, unkontrollierte Grenzen den KenFM-Linken und natürlich auch den Islamisten genauso aus dem Herzen spricht wie der Kanzlerin. Ganz schön gedankenlos und verdreht, was hier von manchen usern so von sich gegeben wird.

  16. Moin, Susan Bonath, ich denke, Sie werfen 2 unterschiedliche Probleme in ein und denselben Topf.
    Nach meiner Erkenntnis ist die Linke Partei eine parlamentarische Partei und kann eben nur in diesen Kategorien denken. D.h. aber auch, dass man sie schlechterdings dafuer kritisieren kann.
    Eine andere Frage ist, ob der „Kampf“ im und ueber den Parlamentarismus ausreicht fuer eine wirkliche Änderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Es wird sich nämlich kein Kapitalist von seinem Geraubten freiwillig trennen. Und das wissen wir.
    Also stellt sich die Machtfrage (leider nicht hier und heute); die aber soweit ich das abschätzen kann in der Partei ‚Die Linke‘ nicht auf dem Plan steht, noch nicht einmal als Vision am Firmament. Von daher teile ich Ihre grundsätzliche Kritik an der Politik des Parlamentarismus, der dazu fuehrt (siehe z.B. Chile!), dass die Menschen falsche Erwartungen hegen. Der Parlamentarismus kann nur ein zusätzliches Element im Kampf um die Meinungs- und Informationshoheit im Volke sein, aber niemals ein Ersatz fuer den Kampf um die Macht im Staate!
    Fuer alle Lösungsvorschläge, die nach vorne orientieren bedarf es anderer Eigentumsverhältnisse:
    Die Ueberbevölkerung, die nur dem Kapitalismus in die Hände spielt muss sicherlich global angegangen werden,
    aber die Enteignung und die Uebernahme der Macht im Staate kann nur national angegangen werden. Ich sehe jedenfalls nicht, dass sich bspweise die Arbeiter und Unterdrueckten der Nato-Staaten zu einer Revolte vereinigen könnten oder wollten.
    Die Umverteilung der Arbeit/Freizeit ist ebenfalls national zu beantworten, zuviele unterschiedliche Traditionen sind alleine in Europa sichtbar.
    Zum letzten natuerlich die unterschiedlichen Sprachen, die uns hindern miteinander zu diskutieren und Pläne zu schmieden.

  17. Was soll Frau Wagenknecht denn nun besser machen, Frau Bonath? Die Oligarchen werden nicht freiwillig zum Teilen anfangen.
    Also muss man die existenten Mehrheiten in den Bundestag bringen. Die Linke hat mit dem „offene Grenzen“-Credo bekundet, dass sie für den kleinen Mann unwählbar bleiben will und klar gezeigt, dass sie ein Mauerblümchen-Dasein zum Wohl der Oligarchen fristen wollen.
    Also wird Frau Wagenknecht hoffentlich eine neue Partei gründen.

    • Wieviel Parteien, über all die Jahre verteilt, braucht’s denn noch, bis es durchgedrungen ist, daß im Parlament lediglich die Entscheidungen abgesegnet werden, die ganz woanders getroffen werden?

      Einfach mal das aktuelle Gespräch mit Herrn Schreyer anschauen. Auch Herr Mausfeld erwähnte in einem seiner Vorträge, daß die tatsächlichen Entscheidungsinstanzen dem Wähler entzogen sind.

      Die Verhältnisse in denen wir alle leben, werden bestimmt, durch die von den Oligarchen beauftragten Gremien, Stiftungen, Denkfabriken, runde Tische, Beratungsgremien, Kanzleien. Dort werden die Richtlinien entworfen und dann durchgereicht.

      Und wenn denn tatsächlich eine Partei, die einen etwas anderen Ansatz verspricht, der muß noch nicht einmal revolutionär sein, beginnt Wirkung zu zeigen, ja dann wird die ganz schnell infiltriert, korrumpiert.
      Piraten und WASG/Die Linke sind hier wunderbare Anschauungsbeispiele.

      Herr Mausfeld nannte als Bsp. für eine nicht parteiliche Bewegung, Occupy Wall Street, dann als sie begann Wirkung zu zeigen, wurde sie ganz schnell zerschlagen.

      Also, sie sehen wie effektiv das mit den putzigen Minimalforderungen klappt. Keinen Fingerbreit gibt die Bourgeoisie nach.

  18. Liebe Frau Bonath,

    vielen Dank für Ihren Beitrag. Ist es nicht merkwürdig, dass Die Linke keine konkreten Lösungen für die von Ihnen eindeutig identifizierten Probleme unserer Gesellschaft vorschlägt? Sogar die „Rote Sahra“ murmelt nur leise vor sich hin und drückt sich davor Ross und Reiter zu benennen. Wie irrwitzig ist die Tatsache, dass nur ein Politiker konsequent die wahren Schuldigen benennt? Ich wage es kaum Ihnen gegenüber seinen Namen zu erwähnen. Denn es ist der „Unmensch“, der „Gott sei bei uns“, ja es ist Björn Höcke. Es ist dieser „Nazi“, der sich der Globalisierung entgegenstellt, den Sozialstaat fordert und sogar für die Entschuldung Afrikas offen einsteht. (https://www.youtube.com/watch?v=hv2aiwtlthQ) Mutig. wie ich finde, nach den Erfahrungen von Alfred Herrhausen. Selbstverständlich ist die AfD eine neokonservative Partei, doch seltsamerweise ist dieser Mensch dort Mitglied und vertritt Positionen, die man in dieser Deutlichkeit nicht einmal bei den Linken findet. Wie geht das?

    LG

  19. Größtenteils Zustimmung – danke für diesen Beitrag!

    Genau das kritisiere ich auch an Wagenknecht, Lafontaine, den NDS, Heiner Flassbeck: Das ist ja alles schön und gut, was sie fordern. Aber das reicht bei Weitem nicht aus und kommt um viele Jahre bis Jahrzehnte zu spät!

    Übrigens: Es kann für mich auch kein Argument sein, wenn man vielleicht meint, zu „radikale“ Positionen den Deutschen nicht zumuten zu können, das würden sie sowieso ablehnen. Zum einen: Die Linke hat 9% oder so und keinerlei Aussicht auf Regierungsbeteiligung. Also gibt es nichts zu verlieren. Zum anderen: Die Leute durchschauen das zum Teil auch. Man muss schon ein alternatives Gesamtkonzept vorstellen, das keine heißen Eisen ausklammert. Nur so kann es überzeugend wirken. Was mir etwas Hoffnung gemacht hat: Die Mehrheit der Berliner hat laut Umfragen Verständnis dafür, wenn Häuser besetzt werden – angesichts der Wohnungsnot. Wenn das mal keine radikale Position ist, das hätte ich nicht für denkbar gehalten.

    Was die Flüchtlingsfrage angeht, hat Susan Bonath teilweise Recht – trotzdem sehe ich da auch keine praktikable Lösung ohne eine Obergrenze. So zynisch das klingt, aber erstmal müsste man schon das eigene Land/ Kontinent/ … umkrempeln, bevor man die ganze Welt retten kann. Wenn man gleichzeitig aus der NATO austritt, Kriege beendet, Agrarsubventionen streicht und die Flüchtlingshilfe in Anrainerstaaten unterstützt, wäre das schon sehr viel – und das Beste, was man tun kann.

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