Tagesdosis 11.8.2017 – Danke Martin Schulz! Für den langweiligsten Wahlkampf

Ein Kommentar von Pedram Shahyar.

Erinnert sich irgendjemand an einen Wahlkampf, der noch langweiliger war als der der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 2017? In 6 Wochen wird gewählt. Und man merkt nichts, aber gar nichts, von einer politischen Spannung. Nur ein paar lausige Plakate an den Säulen, entworfen von mittelmäßigen Werbeagenturen, erinnern daran, dass irgendwann bald irgendwas gewählt wird. Sicher, die meisten werden zur Wahl gehen, weil das noch ein bisschen demokratische Mitbestimmung verspricht. Aber irgendwie spürt die gesamte Bevölkerung, dass sich nichts, aber auch gar nichts verändern wird.

Was waren das für Monate in den USA vor den Wahlen? Die große politische Schlacht in den Vorwahlen, wo die Außenseiter Sanders und Trump das Establishment der großen Parteien vor sich her trieben. Sanders Wahlkampf-Kundgebungen zogen Hundertausende, meist junge Menschen an. Trump polterte und alle redeten darüber. In Frankreich ebenso Hochspannung: die alten großen Parteien schmolzen dahin. Macron schoss wie der Phoenix aus der Asche und mobilisierte viele Franzosen in seine neue Partei. Der rechtsradikale Front National wuchs immer weiter bedrohlich an und die neue Linke um Melenchon verpasste es nur knapp, die Machtfrage von links zu stellen. In England überraschte der Altsozialist und Friedensaktivist Corbyn mit der Übernahme der Labour-Party. Es kam zu einer riesigen Mobilisierung in kürzester Zeit und zu einer spannenden und knappen Wahl. Obwohl die Konservativen sich schon als sichere Sieger gesehen hatten, wurden sie zur „Koalition des Chaos“ und Labour steht bereit für die Machtübernahme und verspricht einen scharfen Politikwechsel in der Sozial-und Außenpolitik.

Überall Hochspannung. Die Zukunft der jeweiligen Länder lag offen vor der Wahl und man wusste nicht welche Richtung die Politik gehen wird. Dass es in Deutschland vor der Wahl schon vollkommen klar ist, wer die nächste Kanzlerin ist und die Politik genauso weiter gehen wird wie vorher, hat einen zentralen Grund: Die marode SPD mit Martin Schulz an ihrer Spitze. Die SPD hat seit der Regierung Schröder und ihr Hauptprojekt der Agenda 2010 ihre soziale Substanz und damit jegliche reale Option auf die Kanzlerschaft verloren. Dabei sehen wir überall, wie groß die Sehnsucht nach einer sozialen Wende ist, wie Sanders, Melenchon und Corbyn Millionen elektrisieren und mobilisieren. Schulz hat für einen kurzen Moment diese Illusion bedient, die SPD könnte eine soziale Wende herbeiführen. Doch dieser medialer Hype war so sehr von der Realität der SPD entfernt, dass es nicht mehr als ein Strohfeuer sein konnte. Die SPD ist bis ins Mark von neoliberalen Karrieristen besetzt und ohne einen kompletten Systemwechsel der Partei werden keine große Massen hier wieder Hoffnung schöpfen können.

Als ob das nicht schon alles schlimm genug wäre, entdeckt Schulz 2 Monaten vor der Wahl ein neues Thema: Die Angst vor Flüchtlingen! Wer noch einen Beweis gesucht hat, wie realitätsfern und Politikunfähig die SPD-Führung geworden ist, hat es hier geliefert bekommen. Als ob Menschen wegen der Angst vor Flüchtlingsströme die SPD wählen würden! An Strategie und Kopflosigkeit ist dieser Zug nicht zu überbieten. Und das ausgerechnet in einer Zeit, nachdem die Balkan-Route geschlossen, der dreckige Deal mit Erdogan vereinbart, das Mittelmeer zunehmend militarisiert, und Tausende Flüchtlinge in KZ-ähnlichen Lagern in Libyen versklavt werden. Soll irgendwer glauben, dass die SPD hier die Fluchtursachen wirklich bekämpft? Die SPD, die unter ihrem Außenministerium Jahrzehnte lang die Waffenexporte in den Nahen Osten genehmigt hat? Nein, das können die oberen Karrieristen im Willy-Brand-Haus Martin Schulz zuflüstern, die Menschen im Lande lassen sich davon nicht groß beeindrucken. Das Schüren der Ängste wird der SPD nichts bringen, könnte aber die AfD zum Oppositionsführer im neuen Bundestag gegen die nächste große Koalition machen. Bravo Martin Schulz!

Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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22 Kommentare zu: “Tagesdosis 11.8.2017 – Danke Martin Schulz! Für den langweiligsten Wahlkampf

  1. Lieber Herr Shahyar,
    ich habe noch etwas zu ergänzen, zu meinem Kommentar weiter unten. Ich werde dies in drei Punkte einteilen: Analyse-Problemsituation-Lösungsmöglichkeiten

    Analyse( teils inhaltlich wiederholend bei mir):

    Sie haben in Ihrer Tagesdosis folgende Menschen und Parteien erwähnt:
    1. Sanders und Trump
    2. Macron
    3. rechtsradikale Front National
    4. neue Linke um Melenchon
    5.Altsozialist und Friedensaktivist Corbyn
    6.Labour-Party
    7.marode SPD
    8.Martin Schulz
    9.Regierung Schröder
    10.neoliberalen Karrieristen
    11.Erdogan
    12.oberen Karrieristen
    13. AfD

    Dies sind die Stichworte, die im Text auftauchen.

    Jetzt kommt die

    Problemsituation:
    Sie als Bewegungsforscher wissen das vermutlich.
    Aber: Erleben wird erzeugt, durch fokussierte Aufmerksamkeit.
    Und in den 13. Stichpunkten taucht keine Bürgerkandidaten.de, kein Bundestagsavatar, kein Linkspartei oder irgendwas alternatives auf.

    Es wird zwar von der Corbyn-Bewegung gesprochen, aber nur beiläufig. Beiläufig heisst: es entsteht in mir beim Lesen kein zentrales Bewusstsein dafür, dass die Corbyn-Bewegung auch in Deutschland mit anderem Namen eine Zukunft hätte.

    Ich bin damit nicht allein. Ich möchte Sie ermutigen, meine Aussagen durch viele Kommentare quantitativ und qualitativ zu überprüfen.
    Da werden Sie feststellen können, dass die Menschen Dinge schreiben wie „es wird sich sowieso nichts ändern…“

    Und im Grunde beten diese Menschen Gebetsmühlenartig das wieder, was ihnen durch Ihre Tagesdosis angeboten wurde.

    Ein Beispiel. Sie nehmen eine Packung Chips und teilen diese mit Freunden.
    Wieviele Ihre Freunde werden die Chips wohl essen, ohne den Fokus darauf zu legen, dass sie doch viel lieber Schokolade gerade essen wollten?

    Die Wahrscheinlichkeit ist zwar da, dass Jemand sagt: „Hey Pedram, ich wollte Schokolade essen.“ – aber wie lange wird so ein Gespräch über die Alternative wohl dauern? 1 Minute, 2 Minuten?

    Fazit: es werden die Chips gegessen werden.

    Fragestellung: Was möchten Sie wirklich verändern, wenn Sie „Danke, Martin Schulz“ schreiben?

    Die Ohnmacht der Menschen durch mediale Konzernindoktrination : „ich weiß, ich kann sowieso nichts ändern – bleibt alles gleich…Merkel wird es wieder werden…“ – wird durch solche Beiträge wie diese Tagesdosis noch einmal befeuert.

    Es ist so ähnlich, wie :

    Sie berichten über einen Bankraub. Es wurden 31,8 Milliarden Euro gestohlen. Und es nannte sich Cum-Ex-Skandal. Und Sie berichten tagelang in allen bunten Farben über diesen Skandal.
    Aber Sie vermeiden es, die Polizei oder die Anwälte, oder die Gerichte einzuschalten.

    Sie berichten immer weiter über den Skandal und vermeiden den Fokus der Gesetze, die den Skandal ermöglicht haben. Sie vermeiden die Frage, wie bessere Gesetze sein müssten. Sie vermeiden es, die Bürger zur Mitgestaltung aufzufordern, zu animieren und Lösungen aufzuzeigen – sie berichten immer weiter vom Skandal an sich.

    Das wird dann irgendwann von vielen Menschen geglaubt, wenn Sie das einzige Medium wäre, was darüber berichtet.

    Lösungsideen:

    Wenn Sie sich bewusst sind, dass Sie mit der Tagesdosis Verantwortung tragen, für die Wechselwirkungsprozesse und Gedanken in den Köpfen vieler Menschen, kann Laotse ein Sinnbild sein:

    „Was Du aussendest, kehrt zu Dir zurück“

    Ein kürzlich abgemeldeter User, namens Peter Pan schrieb auch:

    Meine „Lösung“ besteht darin, immer wieder – man möge mich für penetrant, arrogant und was auch immer halten – darauf hinzuweisen, daß eine gegebene Gesellschaft immer auch der Ausdruck der Menschen ist, die darin leben. Eine weite Verbreitung von Gehorsams- und Unterwerfungsneigung, wie sie z.B. von Stanley Milgram eindrucksvoll nachgewiesen wurde, führt eben zwangsläufig zu einem entsprechenden Herrschaftssystem. Ohne diese weltweit verbreiteten Gehorsams- und Unterwerfungsneigungen würde das System erst gar nicht funktionieren.

    Und in dem Moment, wo ich als Zuschauer, Leser, Kommentator oder auch als Journalist mir klar mache: ich bin ein Teil dieser Gesellschaft – und es ist nicht völlig egal, ob ich immer wieder Martin Schulz, Corbyn etc. erwähne und viele andere, interessante Alternativen auslasse, komme ich zu Bewusstsein.

    Wenn ich mir dann überlege: was möchte ich?

    Denn wenn die Aussage wäre: ich bin unpolitisch und will keinen Wandel. Dann ist der Martin Schulz-Beitrag in dieser Tagesdosis sicher gut dafür.

    Wenn ich aber die Idee der Bürgerdemokraten.de für gut befinde, oder die Ideen der Linkspartei, oder den Bundestagsavatar gut finde – was wäre schädlich daran, diese in einer Tagesdosis so zu formulieren, dass die Zuschauer erkennen: „hey…es gibt noch Hoffnung – ich kann etwas tun – ich kann etwas gestalten – oh…vielleicht sollte ich mich da mal informieren? ….usw.“

    Und das ist eben die Frage.

    Mit diesem Kommentar erreiche ich vielleicht in der Spitze hier so ca. 100 Leute, die in geringem Maße wohl mitkommentieren, die Mehrzahl schweigend mitliest.

    Wen erreichen Sie z.B. auf Youtube, Herr Shahyar mit dieser Tagesdosis? Aktuell sind es 14.556 Aufrufe.

    Es kann einen großen Unterschied machen, was Sie unter die Leute bringen.

    Ob es die Packung „Chips“ ( in meinem erwähnten Beispiel) ist, oder doch eher die „Schokolade“.

    Ich würde mich freuen, Sie würden sich damit ein wenig gedanklich beschäftigen.

    Lieben Gruß

    • „Meine „Lösung“ besteht darin, immer wieder – man möge mich für penetrant, arrogant und was auch immer halten – darauf hinzuweisen, daß eine gegebene Gesellschaft immer auch der Ausdruck der Menschen ist, die darin leben. Eine weite Verbreitung von Gehorsams- und Unterwerfungsneigung, wie sie z.B. von Stanley Milgram eindrucksvoll nachgewiesen wurde, führt eben zwangsläufig zu einem entsprechenden Herrschaftssystem.“
      .
      Sehr richtig und darum ist Bildung und Aufklärung oberstes Gebot.
      .
      Mir kommt da aber immer das Bild „Die Erschaffung Adams“ aus dem Deckenfresko des Malers Michelangelo Buonarroti in der Sixtinischen Kapelle in den Sinn.
      .
      Leider mit dem selben Eifer wie dieser abgebildete Adam nach Gott greift, so uninteressiert und darum unmotiviert greift das Volk die sich ihm heutzutage bietenden Möglichkeiten der Aufklärung und der (Selbst)Bildung.
      .
      Denn das Volk kommt nicht aus den Fallstricken des ihm dargebotenen einfältigen Müßigganges (Feiern und mediale Unterhaltung) heraus.

  2. Politiker, die dem Volk zeigen, wie lästig es ihnen ist, indem sie einen Wahlkampf führen, der nicht einmal ein Mindestmaß an Informationen bietet, das ist schon enorm.
    Gesteigert wird das Ganze noch durch den Wähler, der sich so etwas gefallen lässt.
    Es scheint eher so zu sein, dass man seinen Club wählt, der zufällig CDU/SPD etc heißt!

  3. Nun, immerhin hat die BRD ziemlich gute Aussichten „Die goldene Himbeere,“ für die schlechteste Demokratiesimulation des Globus, zu erlangen.

    Herr Pispers meinte, daß man sich zu Lebzeiten von Frau Merkel den ganzen Zirkus auch sparen könnte, sie solle einfach alle vier Jahre sagen mit wem sie koalieren möchte.
    Herr Pispers meinte auch, zu Brot und Spielen, je trockener das Brot umso lustiger müssen die Spiele sein. Daß dies im Polittheater keine Berücksichtigung findet, liegt wohl daran, daß für die meisten Politiker dies nur eine Nebenbeschäftigung ist und sie ihre hauptsächliche Berufung in Vorständen und Aufsichtsräten finden, wo sie auch ihre Politikentwürfe finden.

    Anbei noch zwei weiterführende links der NachDenkSeiten:

    Dass wir bei der Bundestagswahl keine Alternative haben, verdanken wir auch sogenannten Linksintellektuellen: Günter Grass, Eppler, Staeck, Negt, Strasser, usw.

    Wenn die SPD-Führung in den letzten 20 Jahren wichtige Entscheidungen fällte, dann stützte sie sich nicht nur auf den rechten Flügel, auf die Seeheimer und die Netzwerker ab. Auch fortschrittliche Intellektuelle im Umfeld der SPD kamen bei gravierenden Schritten in die Profillosigkeit und zur Abkehr von wichtigen Werten und Programmen der SPD zu Hilfe: bei der Entscheidung für die Beteiligung am Jugoslawien-Krieg und damit bei der Entscheidung zu militärischen Auslandseinsätzen zum Beispiel; sie haben den Schritt in die Agenda 2010 wohlwollend begleitet; … Albrecht Müller.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=39593

    Zukunft ist gut für alle … die paradoxe Parallelwelt der Wahlplakate

    Nun sind es nur noch sieben Wochen bis zum Wahlsonntag. Alle Jahre wieder buhlen die Parteien mit bunten, mal mehr, meist weniger originellen Plakaten um Wählerstimmen. Wobei der Begriff „Wahlkampf“ eigentlich nicht mehr zutreffend ist. Die CDU sitzt die Wahlen ganz einfach aus, ist ihr Sieg doch ohnehin nicht ernsthaft bedroht und die SPD weigert sich beharrlich, inhaltliche Alternativen anzubieten, wie am Dienstag bereits Albrecht Müller treffend analysierte. Zwei der vier „kleinen Parteien“ bewerben sich handzahm um die Juniorpartnerschaft, die Linkspartei appelliert einsam auf weiter Flur an die unteren 90% und die AfD suhlt sich in der Rolle des Parias. Jens Berger hat sich für die NachDenkSeiten einmal die Plakate angeschaut, mit denen ganz Deutschland in den kommenden Wochen verunstaltet wird.
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=39566

    Eine Schlußbemerkung zu den Plakaten der Ein-Themen-Partei-AfD, diese nähert sich mit großen Schritten den Klassikern der NPD an. Wer erinnert sich nicht an „Deutscher Wein statt Ami-Fusel?“ Ihren Juden haben sie bereits ausgemacht, diesmal in Gestalt des Moslem und natürlich können bei der Gelegenheit auch wieder all die Anderen über die Klinge springen.

    „Hitler seinerseits habe bei den Verhandlungen in Berlin betont, »daß er mit den Arbeitslosen alles machen könne, wenn er ihnen nur Uniformen und Verpflegung gebe… Auf diese Weise werde er Frankreich schon klein bekommen… Alles hinge vom Geld ab… Die USA-Hochfinanz habe doch sicher ein Interesse daran, daß er, Hitler, an die Macht komme, denn sonst hätte sie ihm nicht bereits 10 Millionen Dollar übergeben… Wenn er von der USA-Hochfinanz 500 Millionen Mark erhalte, sei er in „sechs Monaten fertig“.« Hitler habe auch die Kommunisten als erledigt bezeichnet und erklärt, er werde nun die Sozialdemokraten ausschalten, durch Wahlen oder mit Gewalt.“
    http://sauber.50webs.com/kapital/

    • Die Demokratiesimulation in Amerika ist aber noch viel schlechter. Da sind die Milliardäre direkt an der Macht, bei uns nur indirekt, hier schicken sie noch ihre Lakaien vor. Und Amerika unterdrückt sein Volk mehr. Es gibt dort auch mehr Arme und Obdachlose.

  4. Was wir hier sehen ist was überall in Europa das Problem ist, die politische Elite hat dieselbe Ansichten über wichtige Sachen: EU, Euro, Migration, NATO.
    Baudet, von neuen niederländische Partei Forum Voor Demokratie, spricht von ‚Partei Kartell‘.
    Dabei das Problem das Politik etwas geworden ist für Leute die nicht ein anständiges Beruf ausüben können.

    Die französichen Eliten hatten bei den letzten Wahlen nur ein Ziel: verhindern das Front National wichtig würde.

    Schulz ist gelernter Buchmacher, Merkel ist Physiker, unsere Pechtold studierte elf Jahre Kunstgeschichte, unsere Jesse Klaver, sehr grün, hat wie Schulz nicht viel mehr als primär Schule.
    Unsere ‚Sozialisten‘, geführ auch von ein Physiker und ein Jurist, verloren 29 Sitze bei den letzten Wahlen, sind weg, wie Hollande’s Parti Socialiste.
    Macron zeigt sich immer mehr als neue Sonnenkönig, nur noch 36% der Franzosen vertraut ihn.
    Seine Bemühungen seine Frau Königin zu machen führten dazu das mehr als 200.000 Franzosen etwas unterzeichten was sich dagegen kehrt.

    Ich bin mitte siebzig, meine Ansicht ist das das immer schlechtere Unterricht seit etwa 1960 dazu geführt hat das Inkompetenz uns jetzt regiert.

    Van Rompuy sagte einmal ‚über die wirtschaftliche Folgen der Euro ist nicht genug gedacht‘.
    Der Mann ist darüber ehrlich, aber ich frage mich ob er sich realisierte was er sagte.

  5. „In 6 Wochen wird gewählt.“…“Nur ein paar lausige Plakate an den Säulen, entworfen von mittelmäßigen Werbeagenturen, erinnern daran, dass irgendwann bald irgendwas gewählt wird.“
    .
    Ihr werdet lachen, aber ich habe erst vor ein paar Tagen zu einem Bekannten gesagt, dass mir so vor kommt, als ob diesmal gar kein Wahlkampf stattfindet.
    .
    Irgendwie sind die Ereignisse in den deutschen Mainstreammedien nun schon seit Wochen derart auf die Großwetterlage mit Kimmi und Donni fixiert, dass Fragen bezüglich der deutschen Regierung vollkommen nebensächlich erscheinen, was vielleicht auch sogar wirklich der Fall ist.

  6. wenn ich den Schulz sehe fällt mir immer die Rede von Nigel Farage ein.
    Schulz hat ebenso das Charisma eines nassen Lappens und das Auftreten eines niedrigen Bankangestellten.
    https://www.youtube.com/watch?v=uNXGmBVazZ8

    Wer das Parteiensystem gut beleuchtet ist Herr Ludwig. Sein Blog „Fassadenkratzer“ hat interessante Themen.
    Das Verhängnis der politischen Parteien
    https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/11/18/das-verhaengnis-der-politischen-parteien/

    • Palina, danke für den Link zum Fassadenkratzer. Der Herbert Ludwig hats echt drauf, die Parteien so zu beschreiben, wie sie wirklich sind. Sie ergreifen für eine Sache oder für bestimmte Leut Partei. Das hat mich am meisten bewegt:

      „Und wer durch die Wahl die Mehrheit der Stimmen im Parlament erhalten hat, kann dem Ganzen des Volkes Gesetze aufzwingen, die den Interessen eines Teiles, einer Gruppe, dienen, was zwangsläufig die Vernachlässigung und Unterdrückung der Interessen der Anderen bedeutet. Das hat mit einem nach Gerechtigkeit geordneten Gemeinwesen nichts zu tun. Der Staat als die rechtliche Verfasstheit aller muss für die Berücksichtigung der berechtigten Interessen aller sorgen. Dies wird durch Parteien, die das Gesetzgebungsverfahren in den Händen haben und von denen die quantitativ stärkste die Gesetze bestimmt, gerade verhindert. Es ist erstaunlich, wie sich Staatsrechtler um diese Erkenntnis herumdrücken.“

      Ich muss mir den Artikel dort nochamal genau durchlesen, um alles zu verstehen.

    • @ Geysine
      danke für deine Rückmeldung (feedback). Wir bleiben bei der deutschen Formulierung.
      Herbert Ludwig hat seine gesammelten Werke veröffentlicht bei
      http://www.egon-w-kreutzer.de/

      Den Blog kann ich nur wärmstens empfehlen.

      Weiterer Artikel von Herrn Ludwig
      Wie geeignete Personen in entscheidende Positionen gehievt werden
      https://fassadenkratzer.wordpress.com/2016/10/28/wie-geeignete-personen-in-entscheidende-positionen-gehievt-werden/

      Musste das auch mehrmals lesen, aber für mich sind die Artikel von Herrn Ludwig sehr schlüssig.

  7. Die Franzosen oder Amis hatten mehr Spektakel – OK, und was hat sich an der Realität geändert: gar nichts.

    Insofern ist das gar nicht schlimm, dass es in Deutschland weniger Spektakel gibt, so sind wir wenigstens näher an der Realität. Denn sind wir doch mal ehrlich: weder in den anderen westlichen Ländern noch in Deutschland ändert sich durch eine Wahl auch nur irgend etwas an “ der Dikdatur der Oligarchien des globalisierten Finanzkapitals“ (Jean Ziegler).

    • Wie soll sch etwas ändern, wenn ein Volk bzw die Wähler, ihre Fehler stets wiederholen?
      Etwas Neues zulassen, kaum denkbar.Aber die Etablierten durch eine Abwahl und zwar sofort, zu bestrafen…nein so weit geht man doch nicht

    • Haben „wir“ wirklich Schuld? Zum Teil sicher, weil wir alle in unserem Alltag Menschen kennen und erleben, die einfach nicht hören wollen/ nichts wissen wollen, obwohl sie es könnten.

      Andererseits werden wir alle massivst getäuscht und manipuliert. Ein guter Ausschnitt aus einem Rubikon Artikel hierzu:

      „Was hilft, ist da vielleicht zunächst, sich die Dynamik klar zu machen. Sich einzugestehen, dass man nicht den Mut hatte, sich zu wehren, weil die Mächtigen den Preis des Widerstands bewusst immer so hochschrauben, dass nur wenige die Kraft dazu haben, aufzubegehren. Es ist der Satz, mit dem im Film „Good Will Hunting“ der Psychologe (Robin Williams) seinen psychisch auffälligen jungen Patienten (Matt Damon) heilt: „Du kannst nichts dafür.

      Die anderen sind die Schweine“. Dieser Satz mag plump klingen und ist in einer Zeit, in der Politiker, Wirtschaftslenker und Mentaltrainer einhellig nach mehr Eigenverantwortung rufen, sicher nicht populär. Nichtsdestoweniger kann so ein Satz wahr sein, kann jemand wirklich unschuldig zum Opfer geworden sein oder wenigstens überwiegend ohne eigenes Verschulden etwas Schwerwiegendes erlitten haben. Der Appell an die Eigenverantwortung hat in diesem Zusammenhang ja auch die Funktion einer billigen Selbstentlastung des militärisch-ökonomisch-politischen Machtkomplexes.“

      Soll heißen: ja, wir haben ein Stück weit eine Verantwortung. Und nein, die Verantwortung tragen wir nicht alleine, die tragen zum großen Teil andere. Diese anderen (Eliten) machen es uns extrem schwer, überhaupt ihre Taten zu erkennen, geschweige denn Widerstand zu leisten.
      Jedem, der es trotzdem tut, gebührt Respekt – es sind nicht viele.

    • @volumen,

      ich denke aber, wir machen es uns es auch besonders schwer, weil der größte Teil der Bevölkerung nur an sich denkt, sich entsolidarisiert hat.
      Der Neid-Faktor ist ebenso vorhanden, wie auch die zugegebenermaßen, sinkende Ehrlichkeit.
      Jedoch hilft uns nicht der auf Andere gerichtete Fingerzeig,, womit ich nicht den Mitbürger meine, sondern eher die Politiker, das Ausland etc etc.. er ist sogar äußerst schädlich, denn er verhindert den Blick auf das eigene Geschehen!

    • Also wenn ich mich im Wald verlaufe, dann kletter ich auf einen Baum und versuch rauszufinden, wo ich bin und wohin ich muss, um wieder heimzukommen. Wenn ich einen Baum nehm, der grösser ist als die andern, dann sehe ich weiter und find den Weg besser. Wenn ich von Schuld lese, dann denk ich dran, dass einer da was schlechtes gemacht hat, was er auch gewusst hat und extra nicht besser gemacht hat. Aber wenn die, die jetzt schuld sein sollen, garnicht auf einem hohen Baum sitzen, wie können sie dann sehen, wos heimgeht? Also muss man sie mit raufnehmen auf den grössten Baum, den man kennt. Und dann trifft man vielleicht einen, der sitzt auf einem noch höheren Baum und sieht sogar das Dorf von dort oben.

      Ich stell mir immer vor, wie sind wie die Zellen in einem Lebewesen. Jeder hat seine Arbeit zu machen, damit das ganze funktioniert. Einige sterben ab, andere werden neu geboren und entwickeln sich. Und wenn jetzt das ganze Tier oder der ganze Mensch krank wird, welche Zellen sind dann schuld daran? Kann man von Fresszellen verlangen, dass sie nicht mehr fressen? Oder von Gehirnzellen, dass sie nicht mehr denken helfen?

  8. Lieber Herr Shahyar,

    Ihr Beitrag betont ja die Langweiligkeit des Herrn Martin Schulz, der SPD – und es fällt der Name Afd.

    Was passiert, wenn die Aufmerksamkeit auf etwas fokussiert wird?

    Das fokussierte Etwas wird größer.

    Anders gefragt:

    Ist ihr Ziel, die SPD 2017 groß zu machen?

    Wenn es langweilig ist, ist es dennoch wert, erwähnt zu werden?

    Mit welchem Ziel wird Langweiligkeit erwähnt?

    Könnte es sinnvoll sein, die Parteien zu erwähnen, die selten in den Medien auftauchen und dennoch Potenzial für Lösungen haben, z.B.

    die Bürgerkandidaten.de oder z.B. die Linke, wenn diese medial mehr Gewicht bekommen sollen?

    Vor Jahren hab ich der Tagesschau zum Thema Betreuungsgeld mal eine Kritik geschrieben, wo diese die CDU als Befürworter und die SPD als Gegner genannt hatte.

    Meine Kritik äußerte sich dahingehend: wo sind die Positionen der Linke, Grünen usw.

    Denn wenn ich als Journalist oder Nachrichtenmensch Meinungen einfach ausblende, tue ich so, als wären diese entweder derselben Meinung, unwichtig oder vermeidungswürdig.

    Wenn Sie, Herr Shahyar, möchten, dass eher Politikprogramme in den Fokus gelangen, die perspektivische Sichtweisen haben, dann kann es einen Mehrwert darstellen, diese Parteien und Programme zu erwähnen, wenn kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert wird.

    • Lieber André, ich glaub, du hast da ein andern Text als ich hier. Ich kann die Stelle, wo Shahyar sagt, dass die Langweiligkeit der SPD eine Notwendigkeit für Lösungen ist, nicht ausmachen. Bitte helf mir weiter, damit ich das auch verstehe.

    • Lieber Frank,
      ich danke Dir für Deine Frage.

      Mein letzter Abschnitt ist eine Lösungsidee und Lösungsgedanke gewesen, wie eine Aufmerksamkeit auf die Parteien sinnvoll gelenkt werden kann, die nicht auftachen, wenn ein Artikel mit den Worten „Bravo Martin Schulz!“ endet.

      Ich werde diesen Hinweis von Dir sachdienlich bei meinen nächsten Kommentaren berücksichtigen.

    • André, wer ist Frank?

      Und ich verstehs immer noch nicht.Du hast doch geschrieben, dass Pedram Shahyar kurz die Langweiligkeit der SPA als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert hat. Das finde ich aber im Text von Pedram Shahyar nirgends. Deshalb wollte ich von dir wissen, wo das im Text von Pedram Shahyar genau steht. Oder wo du das sonst gelesen hast. Ich kann nicht einmal die Stelle finden, wo Pedram Shahyar von einer Lösung schreibt. Vielleicht bin ich ja auch nur zu dumm und erkenne es nicht.

    • Frank, wer ist Geysine?

      Und ich verstehs immer noch nicht.Du hast doch geschrieben, dass Pedram Shahyar kurz die Langweiligkeit der SPA als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert hat. Das finde ich aber im Text von Pedram Shahyar nirgends.

      Es ist gut, immer wieder nachzufragen. Vielleicht kommt es dann zu einer Klarheit. Allmählich.

      Deshalb wollte ich von dir wissen, wo das im Text von Pedram Shahyar genau steht. Oder wo du das sonst gelesen hast. Ich kann nicht einmal die Stelle finden, wo Pedram Shahyar von einer Lösung schreibt. Vielleicht bin ich ja auch nur zu dumm und erkenne es nicht.

      Es ist auch immer gut, noch einmal nachzufragen.

      Ich habe geschrieben:

      Wenn Sie, Herr Shahyar, möchten, dass eher Politikprogramme in den Fokus gelangen, die perspektivische Sichtweisen haben, dann kann es einen Mehrwert darstellen, diese Parteien und Programme zu erwähnen, wenn kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert wird.

      Und mit diesem Satz meine ich, gehen wir den Satz behutsam mal nach und nach durch:

      Wenn Sie

      ( Subjektbezug)

      Herr Shahyar

      ( der ist mit „Wenn Sie“ gemeint)

      möchten

      ( = möchten meint hier die Zukunft in der Aussage)

      , dass eher Politikprogramme in den Fokus gelangen

      ( gelangen heisst auch hier in der Zukunft / das Futur – es meint nicht die Gegenwart wie Sie, Frank bzw. Geysine hier evtl. missverstehen)

      , die perspektivische Sichtweisen haben

      ( da steht im Text etwas von Corbyn und Sanders, aber deutsche Parteien als Hoffnungsträger fehlen)

      dann kann es einen Mehrwert darstellen

      Mehrwert heisst: dann kann es bereichernd sein.

      diese Parteien und Programme zu erwähnen, wenn kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert wird

      Das meint zusammenfassend:

      Wenn also auch Deutsche Parteien mit Hoffnungsträgern und Potenzial Erwähnung finden, in zukunftigen Tagesdosen, dann kann es einen Mehrwert darstellen. Und zwar einen größeren Mehrwehrt, als wenn es nur am Schluß heisst, „Bravo, Martin Schulz!“.

      Sie haben Recht, Geysine / Frank, es steht nirgends im Text.

      Es kommt aber ab und zu vor, dass Menschen Ideen äußern, die es noch garnicht gibt.

      So wie es zum Beispiel auch Kommentare gibt, die Wörter schreiben, die garnicht im Text vorgekommen sind.

      Sowas passiert manchmal.

      Und es gut, dass Sie darauf hinweisen.

      Sie fragen sich, wo Frank steht? Ich frage mich, wo André steht.

      Verstehen Sie, was ich meine?

    • Ist schön, Andre, dass du deinen eigenen Satz nochmal aufschlüsselst. Aber ich wollte wissen, wo in seinem Text der Pedram „kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert“ hat. Ich glaube nämlich, das hat er garnicht thematisiert. Aber du sagst, er hat. Und ich frag mich dann, wie kommst du darauf, wenn er doch gar nicht hat. Und wieso nennst du mich Frank? Wenn schon, dann bitte Franka (ohne Potente), aber ich heisse weder so noch so, und meinen richtigen Namen möchte ich hier nicht verraten, der ist privat. Aber dass du der Andre bist, der sich vorgestern oder so unter grossem Selbstmitleidsgetue abgemeldet hat, stecht sofort raus. Ich sehe dieselbe miserable Textauffassung, die mir schon vor Wochen, als ich hier noch nicht gemeldet war, aufgefallen ist.

      Wieso kannst du mir nicht einfach sagen, wo der Pedram „kurz die Langweiligkeit der SPD als Notwendigkeit für Lösungen thematisiert“ hat? Dann wäre ich glücklich.

    • Lieber Frank,

      Deine Art immer wieder ganz konkret sich auf eine bestimmte Sichtweise zu fokussieren, sticht auch heraus. Wie der Peter Pan, der sich doch auch so ausführlich ausgelassen hat, bevor er sich abgemeldet hat.

      Ich schrieb ja bereits, dass es auch Wörter gibt, die nicht im Text stehen.

      Belassen wir es dabei, wenn es nicht verstanden werden will.

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