Tagesdosis 12.1.2019 – Europäische Union: Ein geordnetes Ende kann es nicht geben

Ein Kommentar von Ernst Wolff.

Die EU kommt nicht zur Ruhe. Frankreich wird seit Wochen von den Protesten der Gelbwesten erschüttert, in Großbritannien kämpft die Regierung May ums politische Überleben, mit der Unterstellung der Banca Carige unter die Zwangsverwaltung der EZB hat die italienische Bankenkrise einen weiteren Höhepunkt erlebt und Deutschland, der Wirtschaftsmotor der EU, befindet sich auf dem Weg in eine Rezession.

Gleichzeitig nehmen die Spannungen unter den Mitgliedsstaaten zu. Letzter Höhepunkt dieser Entwicklung war die öffentliche Ermutigung der Gelbwesten-Proteste durch die italienische Regierung. Die größte Belastung aber dürften die seit Monaten stagnierenden Brexit-Verhandlungen zwischen Brüssel und London sein, bei denen eine Lösung trotz des enormen Zeitdrucks bisher nicht in Sicht ist.

Als wären diese Probleme nicht schon genug, nehmen auch der äußere und der innere Druck auf die EU zu. Vor allem die USA drohen Brüssel immer wieder mit der Erhebung von Zöllen und treiben die EU durch den erzwungenen Bau eines Terminals für US-Fracking-Erdgas (im norddeutschen Brunsbüttel) und den immer offeneren Boykott der russischen Ölpipeline Nordstream 2 in die Enge.

Da die EU-Bürokratie und die einzelnen Regierungen diesen Entwicklungen vollkommen hilflos gegenüberstehen und der Lebensstandard großer Teile der arbeitenden Bevölkerung seit Jahren länderübergreifend sinkt, wächst der Widerstand gegen die EU und befeuert die Kräfte, die ihr Ende fordern.

Warum aber traut sich kein einziger maßgeblicher Politiker – nicht einmal die italienische Regierung, die im Wahlkampf gar nicht hart genug gegen die EU wettern konnte – die Konsequenzen aus der Kritik zu ziehen und ein Ende der EU zu fordern? Die Antwort ist relativ einfach: Weil ein geordnetes Ende der EU nicht möglich ist.

Die Gründe dafür sind nur zu verstehen, wenn man die EU als Projekt der Großbanken und der Großkonzerne begreift, durch das die Finanzelite Brüssel zu Europas Hauptstadt der Lobbyisten und die EU-Bürokratie zu einem riesigen, undurchsichtigen Apparat gemacht hat, dessen Führung wie die seines wichtigsten Verbündeten, der Europäischen Zentralbank, aus nicht gewählten Technokraten besteht. Das EU-Parlament, das in diesem Sommer erneut gewählt wird, dient dabei als Mittel, um die Öffentlichkeit von den wirklich wichtigen Entscheidungen abzulenken, die ausnahmslos hinter verschlossenen Türen getroffen werden.

Dass diese EU trotz aller Probleme in ihrer gegenwärtigen Form am Leben erhalten werden muss, hat vor allem einen Grund: Die Existenz der gemeinsamen Währung, des Euro. Dessen Einführung war ein historisch einmaliges Experiment, denn er bindet Länder mit extrem unterschiedlicher Wirtschaftskraft auf Gedeih und Verderb aneinander und macht es ihnen unmöglich, die eigene Währung nach Bedarf auf- oder abzuwerten.

Die Bedeutung dieser Währungsunion zeigte sich auf dramatische Weise in der Eurokrise, als mehrere schwächere Staaten in Bedrängnis gerieten. Da sie bei internationalen Großbanken hoch verschuldet waren und ihr Zahlungsausfall einen Domino-Effekt im globalen Finanzsystem auszulösen drohte, musste die Insolvenz dieser Staaten unbedingt verhindert werden.

Aus diesem Grunde – und nicht etwa, wie vorgegeben, „um den Menschen in den betroffenen Ländern zu helfen“ – schuf die EU im Rahmen ihres „Rettungsschirms“ 2010 die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität EFSF und ersetzte sie zwei Jahre später durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus ESM.

Ohne diesen ESM – mit einem Kapital von 700 Milliarden Euro eine der größten Banken der Welt – würde es die EU heute nicht mehr geben. Aber selbst der ESM hat nicht ausgereicht, um die EU auf Dauer am Leben zu erhalten. Hätte die Europäische Zentralbank nicht in den vergangenen Jahren auch noch Staatsanleihen im Wert von mehr als zwei Billionen Euro aufgekauft, hätte die EU nicht überleben können.

Die EU wird also seit Jahren nur durch künstliche Geldinjektionen am Leben erhalten – und zwar in einer Höhe, die sie zu einer der größten tickenden Zeitbomben im globalen Finanzsystem macht.

Es ist genau diese Tatsache, die auch die EU-kritischen Politiker davor zurückschrecken lässt, ihr Ende zu fordern – womit eindrucksvoll bewiesen wäre, dass auch diese Politiker – bei allen anderslautenden Beteuerungen – nicht die Interessen der europäischen Bevölkerung im Auge haben, sondern die der zahlenmäßig winzigen Elite, die von der Existenz der Europäischen Union profitiert.

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Danke an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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16 Kommentare zu: “Tagesdosis 12.1.2019 – Europäische Union: Ein geordnetes Ende kann es nicht geben

  1. Die EU ist ein Stützpfeiler der Militarisierung der Weltpolitik via Pesco, EII, … siehe dazu in Rubikon: „Zwei Weltkriege sind genug!“ Sie führt Krieg gegen Flüchtlinge und organisiert die imperiale Marktstrategie, die in Afrika ganze Wirtschaftszweige zerreibt, wodurch Elend, Flucht und Krieg(sgefahr) zunehmen. Die EU steht gegen eine Spannungssteigerung innerhalb ihrer Staatengemeinschaft, wie sie im letzten Jahrhundert zu zwei Weltkriegen geführt hat. Einfache Lösungen wie von der AfD auf ihrem EU-Parteitag beschlossen helfen so wenig, wie die Beschönigung durch die Koalitionsparteien. Eine differenzierte Analyse sieht nicht nur eine Elite, gegen die dann die ihr ausgelieferten 99 Prozent stehen. Das Austauschen durch menschlichere VerantwortungsträgerInnen wird das System nicht ändern. Die Grenzen verlaufen nicht zwischen den Völkern und Ethnien, sondern zwischen Oben und Unten. Solange die Systemfrage außen vor bleibt, sind Analysen und Vorhaben luftleer. Es gibt in Deutschland Kapitaleigner, die in Billiglohnländer (berühmtes Bsp.: Kik) investieren, wenn sie dort mehr Rendite einfahren. Sie werden, solange sie es können, die Ärmsten in den Staaten gegeneinander mit Sündenbocktheorien ablenken, damit ihre macht nicht gefährdet ist. Der Euro ist nicht der Grund für die Union; es ist die Profitaussicht der Kapitalkonzerne, die gerne bestmögliche Investitionsbedingungen haben, so zum Beispiel den skandalös ausgedehnten Niedriglohnsektor in Deutschland infolge der Agenda 2010…

  2. Zitate
    1 „Ohne diesen ESM – mit einem Kapital von 700 Milliarden Euro eine der größten Banken der Welt – würde es die EU heute nicht mehr geben.“

    2 „Die EU wird also seit Jahren nur durch künstliche Geldinjektionen am Leben erhalten“

    Lieber Ernst Wolff

    danke auch für diesen Beitrag!
    Ich möchte gerne ergänzen:
    Ein geordnetes Ende `der EU` ist möglich!

    Warum?

    … wer weiß … nur folgende Gedanke 😉

    – die Zitate 1 und 2 aus dem Beitrag beschreiben die künstlichen Mechanismen, die `unser` Umverteilungsspiel hier im Bereich `EU` (im Prinzip über Bilanzverlängerungstricks) in die `nächste Runde` führen

    – diese Mechanismen sind im Kern Finanzdienstleistungen auf der Ebene von Buchgeld bzw Giralgeld und dieses wird, seit längerer Zeit auch von den `Spatzen auf den Dächern gepfiffen` bzw. ua. von der Bundesbank offiziell in die Öffentlichkeit gebracht, aus dem Nichts geschaffen und ist auf unsachgemäße Buchhaltungsregeln und deren falsche Interpretation zurückzuführen (via geldhahn-zu.de)

    – ergänzend zu dieser Tatsache kommt hinzu, das es keine rechtliche bzw gesetzliche Grundlage dafür gibt
    (im Gegenteil: diese Praktiken sind sogar verboten via geldhahn-zu.de)

    – für den, der will, offenbart sich hier Rechtsbankrott

    – wenn man jetzt davon ausgeht, dass jede Fianzdienstleistung auf (irgendeiner Art von) Vertrag beruht, dann heißt dies, dieser Vertrag regelt Leistung versus Gegenleistung
    (der `Kreditgeber`gibt, der `Kreditgeber` schuldet + bürgt)

    – das bedeutet, bis in den `kleinsten (Buchgeld-)Kredit`: diese Verträge sind nichtig (unsittlich), da ja die Leistung des `Kreidtgebers` nicht im zur Verfügungstellen von `Geld` bestehen kann

    – jedoch ist von den reihenweisen Nichtigkeitserklärungen von Betroffenen/Hinterbliebenen nicht viel zu sehen/hören

    – ist die Leistung des `Kreditgebers` im Kern vielleicht eine andere?

    These
    Die Leistung des `Kreditgebers` besteht in der sich selbst (dh. ohne gesetzliche Grundlage) zugeschriebenen und durch die Normative Kraft des Faktischen (scheinbar) gerechtfertige `Fähigkeit`, die Unterschrift des `Kreditnehmers` unter seine Bereitschaftserklärung, monatliche `(Geld-)Leistungen` zu erbringen und für den möglchen Ausfall mit dinglichen Sicherheiten zu bürgen, als ein `Wertpapier` zu seinen Gunsten zu bilanzieren und daraus eine `Gutschrift` zu verteilen.
    Kreditgeber = Leistungsempfänger
    Kreditnehmer = Leistungsgeber

    – Geld ist im Kern eben `nur` eine Frage der Bilanzierung (und von damit verbundenem Vertrauen)

    – dieses Vertrauen dürfte für die weitaus größere Mehrheit nicht mehr vorhanden sein

    – das eigene `Weiterso` ist Verlustangst-getragen

    These
    (Vorfinanziertes) Egentum ist auf Grund dieser Art der Bilanzierung dem gemeinsamen Leben(sraum) `on earth` entzogen/geraubt worden. Eine rechtliche/gesetzliche Grundlage für die zugrundeliegende, beschriebene `Bilanzierung` ist nicht vorhanden.
    Spätestens seid dem offiziell (zb durch die Bundesbank) die (Buch-)Geldschöpfung aus dem `Nichts` veröffentlicht wurde, ist es moralisch noch schwerer geworden, dafür hauptsächlich `andere` verantwortlich zu machen.

    – wenn diese Erkenntnis teil des Wahrnehmungsraumes jedes Einzelnen wird, kann die Frage: Was nun? wirklich ernsthaft gestellt werden

    – dies ist Jetzt für den Einzelnen möglich und die eigene Beantwortung entscheidet, ob wir unter `ein geordnetes Ende der EU ist nicht möglich` leiden oder selbstbewusst neue `Spielregeln` im Einklang mit dem eigenen Gewissen leben

    – dazu gibt es sogar einen im Recht vorgeschriebenen Weg … der nach einem sich offenbarenden Rechtsbankrott alleine Besserung verspricht: z. B. Wahrheit, Freiheit

    – diese Aufgabe kann kein anderer für einen Selbst lösen

    Nur keine Angst … die (eingebildeten) Gefahren eines selbstbestimmten Weges sind nicht größer, als die mit einem im Kern `nicht selbstbestimmten` Weiterso verbundenen (verdrängten) Risiken/Auswirkungen.

    `EU` etc. sind Rechtskonstrukte, dh. sie sind Fiktionen. Ein `geordnetes Ende` dieser unser Leben bewusst/unbewusst beeinflussenden Fiktionen bedeutet nicht, dass es frei von Verlust ist, sondern, dass die Selbsverantwortung jeden Einzelnen vor dem zu erst auf Andere zeigen bewahrt und so eher etwas `Neues` und `Gemeinsames` wachsen kann.

    Viele Grüße in die Runde

  3. So, so, die EU muss also weg, und dann?
    Dann müsste sie am nächsten Tag neu gegründet werden. Denn auch danach liegen dieselben kleinen Staaten nebeneinander im selben Europa und sie müssen mehr und besser zusammenarbeiten als je zuvor. Das werden die Briten auch irgendwann feststellen. Der Breturn nach dem Brexit ist deshalb unausweichlich.
    Die Zeit der Kleinstaaterei in einer globalisierten Welt ist vorbei. Wer das nicht glaubt, kann Deutschland ja wieder in 150 Fürstentümer zerlegen. Neben der offensichtlichen Unsinnigkeit ist der der Grund, weshalb das keiner mehr will ist, dass die Patrioten dieser Kleinstaaten lang genug tot sind.
    Eine massive Reform der EU in Richtung Demokratie und Unabhängigkeit von den USA ist allerdings notwendig, das ist unbestreitbar.
    @ Herrn Wolff: Worin soll der Sinn einer Währungsabwertung einzelner Regionen in einem Wirtschaftsraum bestehen? Auch zu D-Mark-Zeiten konnten Brandenburg oder Gelsenkirchen nicht abwerten und das war auch gut so. Es hätten nur zu weiterer Verarmung geführt, weil Einfuhren teurer würden (Ausfuhren gibt’s eh kaum) und Löhne mit dem Wert der Währung sinken.

  4. Sehr gewagte Thesen, Herr Wolff, die an der Realität ziemlich weit vorbei gehen. Man kann weder die Schwäche noch die Existenz der EU auf Finanzentscheidungen zurückführen.

    Als die EU bzw. Vorgängerorganisation entstand, existierte die jetzige Supermacht der neoliberalen Finanzmärkte noch gar nicht. Die Initiatoren hatten ganz andere Dinge im Auge, an erster Stelle, die ständigen Kriege in Europa, insbesondere zwischen Deutschland und Frankreich, abzustellen. Und das ist auch gelungen!

    Die jetzige Schwäche der EU ist politischer, genauer gesagt, struktureller Natur:

    Politische Einigungen sind nach den selbst gesetzten Regeln bei 27 Mitgliedern nicht mehr möglich. Dazu gehören auch die Beschlüsse, die nötig wären, um den Euro zu einem auf Dauer sinnvollen Projekt zu machen, also eine gemeinsame Wirtschafts- und Sozialpolitik.

    Die richtige Politik wird durch die komplizierten Spielregeln der vier Beschlussgremien der EU unmöglich gemacht. Das größte Hemmnis ist die Forderung nach Einstimmigkeit im Ministerrat für bestimmte Entscheidungen.

    Der Versuch, all das durch finanzielle Aktionen der EZB zu ersetzen, ist natürlich idiotisch und geht darauf zurück, dass die mächtigste Frau der EU von Finanzen keine Ahnung hat. Sie hat wohl auch die falschen Berater, die glauben, alle politischen Probleme finanziell regeln zu können.

    Genaueres zur Unmöglichkeit von EU-Entscheidungen hier:

    kritlit.de/syskrit/deurod.htm#1stimmig

    • Nöö, so ganz richtig ist das nicht. Der wirtschaftlich-finanzielle Vorläufer des € war die sogenannte *Europäische Währungsschlange*, ein fast schon €. Aber es fehlten die wirtschaftsdiktatorischen Befugnisse der EU, vor allem die Schuldengrenze (Maastricht).

      Es war eben die diktatorische Einflußnahme der Politik auf die nationalökonomischen Ausweichmöglichkeiten, die zu den wirtschaftlichen Ungleichgewichten in der EU geführt haben. Hier insbesondere der die BRD begünstigende Umstand einer mit Blick auf ihre Produktivität und Infrastruktur zu sehende deutliche UNTERbewertung des € bzgl. der DM, während er für alle anderen Länderwährungen ÜBERbewertet festgelegt wurde; was selbstverständlich eine machtpolitische Entscheidung war.

      Damit war der Käs bereits schon gegessen! Die „komplizierten Spielregeln der Beschlußgremien der EU“ sind bloß ein Randproblem. Bildlich gesprochen: Arbeiten Gaspedal und Bremsen eines Fahrzeugs nicht richtig, nützt auch der reaktionsschnellste Fahrer nichts mehr.

  5. Scheinbar wird die in Jahr 2010 ausgebrochene „Eurokriese“ von sogenannten/selbsternannten „Wirtschaftsjournalisten“ immer noch nicht verstanden.

    Währungsunion heißt, man einigt sich auf eine Zentralbank mit einem gemeinsamen Inflationsziel. Jetzt braucht man nur noch nachzuschauen, ob das gelungen ist.

    Jeder vernünftige „Wirtschaftsjournalist“ würde erkennen bzw. darüber schreiben, dass D-Land, als größter Wirtschaftsraum in Europa, eine Unterbewertungsstrategie in einer Währungsunion betrieben hat und genau das ist der einzige Grund der „Eurokriese“.

    Selbstverständlich wird es zu keinen geordneten Ausstieg aus dem Euro kommen, denn D-Land ist nicht bereit, über die eigenen Fehler in der Währungsunion zu sprechen. Stattdessen werden Nebelkerzen gezündet, die da lauten, die anderen sind dumm, faul und blöd (Italien, Griechenland usw.) Aber auch Frankreich hat noch nicht erkannt, dass sie nichts an der Seite von D-Land zu suchen hat. Per Dekret versucht Frankreich den Deutschen Weg einzuschlagen (Harz4 auf Französisch). Nur wie soll das funktionieren, wenn D-Land jetzt schon einen Wettbewerbsvorteil von 20% hat?

    Das wären Themen und Erkenntnisse, die ein vernünftiger „Wirtschaftsjournalist“ beackert. Stattdessen kommen Sie jeden Sonnabend mit irgendwelchen Nebelkerzen daher und verblöden den Leser. Haben wir nicht schon genug Propagandisten und sogenannte „Ökonomen“ die nicht einmal einfache ökonomische Zusammenhänge beschreiben können?

    • Ja, richtig, eine UNTERbewertungsstrategie zum Nutzen des BRD-Exports. Für alle anderen EU-Länder aber ist der € relativ zu deren Produktivität ÜBERbewertet. Sie können deshalb nun zwar billig importieren, ihre Waren aber kaum exportieren, was zu einem starken Rückgang der Warenproduktion im eigenen Land führt. Wird gesehen, daß die Warenproduktion die wichtigste Einnahmequelle für Cash ist, wird erkennbar, wem der € am meisten dient, der BRD nämlich. Anteil der Warenproduktion am Bruttosozialprodukt einiger Länder in Prozent: BRD 20; UK 7; Frankreich und Italien ca. 10 (siehe Festvortrag von Prof. Sinn zum Jahresende 2018 an der Uni Oldenburg).

      Eine Frechheit, sich dann über die Verschuldung der Südachse der EU zu echauffieren und zynisch den Zuchtmeister zu spielen!

      Der € war von Anfang an ein Spiel auf Zeit unter der Überschrift ! Jedes Bestreben, den € am Leben zu erhalten, wird also mit vor allem nichtdeutschem Menschenblut bezahlt.

      Ernst Wolff sagt übrigens richtig, daß es vollkommen unmöglich ist, den € aufzugeben: Der €-Zug wird erst mit seinem Sturz in den Abgrund zum Halten kommen. Dasselbe mit jeder anderen Weltwährung!

      Ein Irrtum zu glauben, das Kapital sei stark. Sinken die Profite, und eben dies tun sie aufgrund des sogenannten (Marx) unablässig und zunehmend, rettet sich das Kapital bildlich gesprochen bloß noch von Ast zu Ast. Natürlich wissen Ökonomen, die nicht ganz auf den Kopf gefallen sind, dies alles. Sie sagen das aber nicht, weil niemand es hören will.

    • Sorry, oben muß es im 3. Abschnitt richtig heißen:

      Der € war von Anfang an ein Spiel auf Zeit unter der Überschrift !

    • Sorry, noch mal, die Technik spinnt irgendwie:

      …unter der Überschrift *Nach mir die Sintflut*!

    • Verdammte Technik! Im letzten Abschnitt fehlt:

      …aufgrund des sogenannten *Tendentiellen Falls der Profitrate* (Marx)

  6. Jetzt muss ich als totaler Finanzlaie mal Folgendes einwerfen.
    Herr Wolff schreibt am Schluss: „Es ist genau diese Tatsache, die auch die EU-kritischen Politiker davor zurückschrecken lässt, ihr Ende zu fordern – womit eindrucksvoll bewiesen wäre, dass auch diese Politiker – bei allen anderslautenden Beteuerungen – nicht die Interessen der europäischen Bevölkerung im Auge haben, sondern die der zahlenmäßig winzigen Elite, die von der Existenz der Europäischen Union profitiert.“

    Wenn ich davon ausgehen kann, das die Geldeliten, die Rothschild Banken https://www.youtube.com/watch?v=duSi3xfnopo , das globale Finanzsystem systematisch auf den kommenden Crash zusteuern, um damit ihre Geldmacht noch mehr zu zentralisieren – dann ist doch jede Entscheidung und jede Aktion der gegenwärtig amtierenden Politiker, die den Crash herauszögert, doch zugunsten der europäischen Bevölkerung, da sie das totale Chaos herauszögert, uns noch Zeit gibt, uns vorzubereiten, geistig und materiell.

    Den Politikern, die die EWG, die EU und den Euro vorbereiteten und durchsetzten, denen hätten die EU- und Eurokritischen Politiker seinerzeit noch entschieden entgegentreten können und müssen. Damals hätten Europas Politiker und ihre Wähler, die Europäer, das Spiel der Rothschild Banken tatsächlich noch empfindlich stören und den Euro verhindern können.

    Heute ist nur noch ein wenig Herauszögern des Endspiels möglich. So sieht das für mich als absoluten Finanzlaien aus.

    Oder sollten, könnten die heutigen eurokritischen Politiker etwas Besseres für die Bevölkerung tun, als das Hinauszögern des Crashs ? Was könnten, sollten sie tun ? Die Frage beantwortet Herr Wolff hier nicht. Ja, er kreidet den heute eurokritischen Politikern sogar an, dass sie den Crash nicht forcieren. Das sei gegen die Bevölkerung gerichtet.

    • Interessant, daß Sie das ansprechen, da ich über diesen Punkt – Hinauszögern gut schlecht ? – auch im Zwiespalt bin. Einerseits Zeit, stabiler zu werden und sich vorzubereiten, andererseits schadet jeder Tag der Hinauszögerung des Zusammenbruchs massiv der Erde, der Natur, den Tieren, den Menschen.
      Je länger das hinausgezögert wird, desto länger wird gesprüht. Und desto kränker werden wir alle.
      Vielleicht ist auch das die Erwägung: wenn wir alle gesundheitlich völlig platt sind, hat man noch leichteres Spiel, die NWO durchzudrücken, die ja auf diesem Kollaps und Totalchaos errichtet werden soll.
      Ein Volk (viele Völker, eine Mischrasse) von Autisten wird herangezüchtet, nur wenigen ist das wirklich klar.

      Außerdem sind die „Entscheidungsträger“ selbst inzwischen in den Angriff durch lichte Kräfte geraten. Das mit dem (bösen) freien Willen wird häufig überschätzt.

    • Es gäbe drei Lösungen:

      1.) Zurück zu den Einzelwährungen und nationalen Zentralbanken entweder mit voller Wechselkurssouveränität oder wieder eingeschränkt wie zu Zeiten der Währungsschlange.

      2.) Neujustierung der Wechselkurse von 2001 zwischen den nationalen Währungen und dem €, was nichts anderes wäre, als einmalige Geldverlagerungen auf den nationalen Schuldenkonten bei der EZB unter ansonsten aber Beibehaltung der €-Zwangsjacke.

      3.) Schuldenmoratorium. Heißt: Alles Geldvermögen ist futsch. ALLES!!! Kein € mehr, keine €-Schulden mehr! ABER es müßte eine neue Währung den € ersetzen, was Machtkampf gegen das Geldwesen und seinen tiefen Staat bedeutet.

      Bei erst der Währungsschlange und dann dem € ging es eigentlich nur um Vermeidung schwankender Wechselkurse, weil diese eine verläßliche Kosten- und Renditekalkulation der Unternehmen torpedieren und Kapitalinvestitionen zum Glücksspiel machen. Eben deswegen war die Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Wirtschaftsraums als Kapitalmagnet geringer als die Wettbewerbsfähigkeit anderer großer Wirtschaftsräume mit einheitlicher Währung, wie z.B. die USA. So gesehen ist der € die Amerikanisierung des europäischen Wirtschaftsraums. Übrigens: Ein Blick über den Atlantik zeigt, daß es dem US- Wirtschaftsraum eben auch nicht besser geht, als der €-Zone.

      Die Lösung 1.), nämlich zurück auf nationale Währungen zu gehen, dürfte die Lage wohl kaum noch verschlimmern können. Ob’s aber dann besser werden wird, läßt sich nicht sicher sagen (wieder schwankende Wechselkurse).

      Aus dieser Sicht war der € nicht unbedingt allein das Ziehkind des Geldwesens. Wenn er aber kracht, tut er dem Geldwesen natürlich RICHTIG weh. Das Geldwesen steht unter dem Fluch, keine realen Werte zu repräsentieren. Während Warenproduzenten nach einem Crash schnell wieder auf die Beine kommen, überlebt im Geldwesen nur der, dem es irgendwie gelingt, über große Beträge an Cash zu verfügen. Eben darum liebt das große Geld den Besitz (FED) oder die politische Kontrolle von Zentralbanken (EZB). Heißt: Das Geldwesen muß ein Interesse haben, so lange wie nur möglich am € festzuhalten! Alle anderen aber haben dieses gesonderte Interesse nicht.

      Welche Lösung es geben wird, ist eine letztlich politische Frage und ist daher auch von unserem kollektiven Bewußtsein abhängig. Wer wollte da eine Voraussage wagen.

  7. Wenn man die Symbole zu deuten weiß,dann weiß man wer das System beherrscht.
    Über allem und auf allen Fahnen schweben die umgedrehten fünfzackigen Sterne des Rothschild-Imperiums,das darauf hindeutet,dass das Geldsystem von einigen Wenigen beherrscht wird und manipuliert wird.Natürlich brauchen diese Verrückten das Chaos und den Krieg-das alles erschaffen sie auch selbst.
    Denn wer das Geld kontrolliert,kann alles manipulieren was er will.

  8. Wie wahr, wie wahr Ernst Wolff. Die EU hat sich in eine Sackgasse manövriert, aus welcher sie nicht mehr rauskommt. Eine Anmerkung hätte ich noch. Sie schreiben … “ die sie zu einer der größten tickenden Zeitbombe im globalen Finanzsystem macht“. Ich bin der Meinung, dass ist die größte tickende Zeitbombe aller Zeiten. Wenn es jetzt zum Crash kommt wird es ein Erdbeben geben. Dagegen war 2008/2009 nur ein harmloses Gewitter.

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